Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?
Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen? - # 2

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ExUserIn-2018-08-04
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 16 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » So 28. Jan 2018, 18:56

Es kann - und soll - natürlich jeder seine Meinung haben. Nur in Bezug auf die Gutachtenpflicht erschließt sich mir wirklich nicht, warum jemand daran festhalten will.

Eine jüngere Freundin von mir ist deswegen gerade total down. Sie ist körperlich schon sehr weit fortgeschritten in ihrer Transition und braucht jetzt dringend für ein geordnetes Leben im Alltag die VÄ/PÄ. Aber sie hat wenig Geld und fühlt sich mit der Bürokratie und der Beantragung von Verahrenskostenhilfe überfordert. Für die bedeutet jede weitere Woche mehr Leid, von der finanziellen Not ganz zu schweigen. Es ist schlicht und ergreifend schwieriger, einen Job zu kriegen, wenn du schon sehr weiblich aussiehst, aber alle Dokumente noch männlich sind.

Eine Abschaffung der Gutachten würde vielen Betroffenen Leid ersparen. Möchten wir ihnen denn nicht helfen?

LG Daenerys

ExuserIn-2018-01-30
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 17 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-01-30 » Mo 29. Jan 2018, 10:43

Moin!
Anne-Mette hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 17:35
Ich frage mich schon lange, warum einige UserInnen dem Forum mit solchen und ähnlichen Meinungen, die sich in Beiträgen regelmäßig widerspiegeln, "treu bleiben".
Weil ich schon lange im Forum bin, hier viel Positives erlebt und dem Forum und diesen Erlebnissen viel zu verdanken habe. Letztlich habe ich in den Gesprächen meinen Weg gefunden.

Aber ... bei einigen Zielen, die hier vertreten und gefordert werden, sehe ich große Gefahren für TS, die die Transition noch nicht abgeschlossen haben.
- Eine Abschaffung der Zwangsgutachterei und eine Änderung/Lockerung des Personenstandsrechtes
Gegen diese Abschaffung, weil gerade hier im Forum Einige die Sache doch zu einfach/spielerisch nehmen. Schon mehrfach habe ich in Beiträgen gelesen "mal für den Urlaub ganz Frau sein mit allem", dann denke ich schon, dass hier doch Grenzen gesetzt werden bzw. erhalten bleiben sollten.
- Erhalt der medizinischen Leistungen für transsexuelle Menschen
Bei der permanenten Forderung, TS aus dem ICD auszuschließen, sehe ich eben die Gefahr, dass genau dies verloren geht. Ohne Krankheitsbegriff entfällt die Verpflichtung der Krankenkassen, hier medizinische Unterstützung zu leisten. Wie will man dann der Solidargemeinschaft vermitteln, dass hier Hilfe notwendig ist? Da wird es doch eher zur Privatsache erklärt. Und dafür wäre man dann selbst verantwortlich.

Und gegen die anderen von Dir genannten Punkte habe ich ja nichts, da sind wir schon einer Meinung. Auch wenn mir eins doch etwas zu platt ist.
- Für Freiheit und Vielfalt statt Einfalt und Dummheit - und gegen Gewalt
Denn das hat ja nichts mit unseren speziellen Problemen zu tun, das betrifft ja das ganze Leben aller Menschen.

Ein Wort noch an Semele:
Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelsen hättest, dann wäre Dir auch aufgefallen, dass ich dieses ganze Verfahren vor Jahren durchgezogen habe.
Aber als "Vollzeitfrau" [...] sollte es auch dir wenig Freude bereiten, dich bis zur gerichtlichen VÄ / PÄ ständig zwangsouten zu müssen (Paketshops, erstmalige Arztbesuche, Polizeikontrollen, Fahrscheinkontrollen usw.) - oder doch?
Macht es so viel Spaß, schon als "Frau" angeredet zu werden, um dann einen Männer-Ausweis zu zücken? Mir jedenfalls nicht.
Genau das meinte ich mit "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Mit wenigen Worten ist alles geklärt und es gab in vielen Fällen Anerkennung für diese selbstbewußte Lebensgestaltung.

Und über das Verfahren bzw. die Fristen solltest Du Dich genauer informieren.
die erzwungenen drei Jahre "Wartefrist"
Es gibt keine solche Wartefrist. Dieser drängende Wunsch nach einem Leben im anderen Geschlecht sollte länger als drei Jahre bestehen, man muss nicht diese Zeit in der anderen Rolle gelebt haben. Und den inzwischen weitegehend abgeschafften "Alltagstest" finde ich schon angemessen. Denn nur so erlebt man, wie das gewünschte zukünftige Leben in der neuen Rolle nun wirklich ist. Was nützen geänderte Personalien, wenn man dann später im realen Kontakt doch falsch "gelesen" wird? Die Authentizität ergibt sich im realen Leben, nicht aus den Papieren.

LG Claudia
Freiheit nutzt sich nur ab, wenn man sie nicht benutzt.
(Reinhard Mey)

ExuserIn-2018-07-15

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Mo 29. Jan 2018, 14:38

Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Ein Wort noch an Semele:
Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelsen hättest, dann wäre Dir auch aufgefallen, dass ich dieses ganze Verfahren vor Jahren durchgezogen habe.

Genau das meinte ich mit "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Mit wenigen Worten ist alles geklärt und es gab in vielen Fällen Anerkennung für diese selbstbewußte Lebensgestaltung.
Bei deiner Meinung fällt es mir tatsächlich schwer zu glauben, dass du "Vollzeitfrau" bist. Vermutlich begründet sich deine Ansicht in dem, was Michi geschrieben hat - wie auch immer.

Offen und selbstbewusst lebe ich jeden Tag in Familie, Job und Freizeit - und zwar als Frau. Nein, ich kann mich nicht zu Hause bei Heimarbeit verkriechen, um nur den Postboten reinzulassen. Ich bin 9-12 Stunden im Büro und habe mit 300 Kolleg_innen und einer Menge externer Firmen und Behörden zu tun, bin also ständig sichtbar und in Kommunikation.
Ich habe keinen Schimmer, inwieweit das immer wieder aufgrund falscher Papiere erforderliche Zwangsouting zu noch mehr Offenheit und Selbstbewusstsein führen sollte. Das ist blanker Unsinn.

Wäre das Zwangsouting wirklich so toll, dann hätte der sonst nicht gerade transfreundliche Gesetzgeber ein Ausforschen der früheren Identität nach der VÄ / PÄ nicht untersagt. Das wird nach der gerichtlichen Änderung plötzlich als diskriminierende Handlung verboten. Nur in der Zeit davor soll diese Schikane ein Quell des gestärkten Selbstbewusstseins darstellen?

Immerhin haben Bund und Länder diesen Wahnsinn längst erkannt und geben in dieser Sache die glasklare, eindeutige Empfehlung, korrekten Vornamen / Geschlecht / Pronomen bereits vor der gerichtlichen Änderung in der betrieblichen Dokumentation und Organisation (Telefonlisten, Organigramme, Türschild, Mailadresse) ausnahmslos anzuerkennen und zu verwenden (Beispiele: BMFSJ, SenJust Berlin). Leider gilt das nur für den hoheitlichen Bereich, d.h. öffentlichen Dienst. Nur dadurch ist überhaupt ein menschenwürdiger "Alltagstest" grundsätzlich möglich, denn was nutzt es, wenn einem die Identität (=Name, Geschlecht) abgesprochen wird?
Im Privatrecht herrscht dagegen weiter finsterstes Mittelalter. Aber das scheinst du ja äußerst förderlich zu finden.
Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Und über das Verfahren bzw. die Fristen solltest Du Dich genauer informieren.
die erzwungenen drei Jahre "Wartefrist"
Es gibt keine solche Wartefrist. Dieser drängende Wunsch nach einem Leben im anderen Geschlecht sollte länger als drei Jahre bestehen, man muss nicht diese Zeit in der anderen Rolle gelebt haben.
Selbstverständlch gibt es diese Wartefrist. Der drängende Wunsch nach einem Leben im anderen Geschlecht muss mindestens drei Jahre lang bestehen. Wer das aufgrund seiner speziellen Trans-"Karriere" nicht belegen kann, muss warten, bis die Jahre rum sind. Das nenne ich "warten" - was sollte es sonst sein?
Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Und den inzwischen weitegehend abgeschafften "Alltagstest" finde ich schon angemessen. Denn nur so erlebt man, wie das gewünschte zukünftige Leben in der neuen Rolle nun wirklich ist.
Unfug: Der "Alltagstest" wird ständig von Zwangsoutings unterbrochen, die im Leben "danach" nicht mehr vorkommen (dürfen - s.o.) und hat alleine deshalb nichts mit einem "normalen" Leben zu tun. Außerdem besteht kein durchsetzbarer Anspruch auf die Anerkennung der Identität (bis auf den öffentlichen Dienst, wo es allerdings ungeachtet aller Empfehlungen immer auch des Good-Wills der Vorgesetzten bedarf). Kein Anspruch auf das korrekte Geschlecht und den korrekten Vornamen -
[Ironie on]
hurra, was für ein herrlicher Alltagstest!
[Ironie off]

Dieser "Test" ist inzwischen als überholte MDK-Richtlinie inzwischen nur noch beliebtes Werkzeug von Ärzten, die sich möglichst schnell die Trans*Klientel vom Halse schaffen wollen.
Keiner kann die Betroffenen zählen, die sich deshalb in Alkohol und Drogen oder von Brücken stürzten, weil sie drei Jahre als erkennbar "verkleideter Kerl" rumlaufen sollten, bevor sie auch nur die ersten Hormone verschrieben bekämen.
Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Was nützen geänderte Personalien, wenn man dann später im realen Kontakt doch falsch "gelesen" wird? Die Authentizität ergibt sich im realen Leben, nicht aus den Papieren.
Die Jacke brauch ich mir zum Glück - und letztlich ist es nur Glück und Veranlagung, kein Verdienst - nicht anzuziehen. Aber erzähl das mal den Leuten, die selbst nach der GAOP "fertig" sind und noch immer nicht als Frau "gelesen" werden ... Ich hab einige davon kennengelernt und hab heute noch an deren unaussprechlichem Leid zu knabbern, weil ich anfangs dachte, auch dort zu landen.

Semele

MichiWell
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 19 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 29. Jan 2018, 20:09

Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Ein Wort noch an Semele:
Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelsen hättest, dann wäre Dir auch aufgefallen, dass ich dieses ganze Verfahren vor Jahren durchgezogen habe.
Aber als "Vollzeitfrau" [...] sollte es auch dir wenig Freude bereiten, dich bis zur gerichtlichen VÄ / PÄ ständig zwangsouten zu müssen (Paketshops, erstmalige Arztbesuche, Polizeikontrollen, Fahrscheinkontrollen usw.) - oder doch?
Macht es so viel Spaß, schon als "Frau" angeredet zu werden, um dann einen Männer-Ausweis zu zücken? Mir jedenfalls nicht.
Genau das meinte ich mit "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Mit wenigen Worten ist alles geklärt und es gab in vielen Fällen Anerkennung für diese selbstbewußte Lebensgestaltung.
Wenn es das doch so toll ist, sich als Frau ständig zwangszuouten, dann frage ich mich, warum du überhaupt die VÄ/PÄ gemacht hast. :?:

Denkt man deine Argumente konsequent zu Ende, dann braucht man die gar nicht. Man muss ja nur "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Wenn man das 2-3 Jahre bis zur VÄ/PÄ durchgezogen hat, dann hat man doch das Zu-sich-Stehen voll verinnerlicht und genug Selbstbewusstsein aufgebaut, um das bis zum Lebensende durchzuziehen.

Im Interesse der Betroffenen sage ich zur Zwangsgutachterei :((a
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Jaddy
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 20 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mo 29. Jan 2018, 20:13

Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
- Eine Abschaffung der Zwangsgutachterei und eine Änderung/Lockerung des Personenstandsrechtes
Gegen diese Abschaffung, weil gerade hier im Forum Einige die Sache doch zu einfach/spielerisch nehmen. Schon mehrfach habe ich in Beiträgen gelesen "mal für den Urlaub ganz Frau sein mit allem", dann denke ich schon, dass hier doch Grenzen gesetzt werden bzw. erhalten bleiben sollten.
Oh, wenn wir das doch nur alle spielerisch nehmen könnten! Sowohl trans*-, inter-, enbi, was-auch-immer-idente Menschen, als auch unsere cis Mitmenschen. Das wäre doch wunderbar! Denken wir es mal ins Extrem: Die körperliche Erscheinung ändern, den Namen und Personenstand wechseln nach Wunsch, auf Kasse, ohne Fragen, ohne Hürden. Wem würde es schaden? "Gabi heisst jetzt Karl" - "Ah, danke für die Info". "Mami, ich bin trans" - "Okay, aber BH's kaufst du dir selber". "Hey, keine Brust mehr?" - "Nein, ich fühl mich nicht mehr danach".

Klar werden ein paar Menschen feststellen, dass eine Transisition keine anderen Probleme des Lebens löst. Ja, tun sie jetzt auch. Nur mit mehr Leiden vorher oder je nach Bankkonto mit mehr oder weniger Risiko in Thailand. Und das spricht sich genau so rum, wie

Aber wenn wir der Logik der Zwangsbeschützung folgen würden, müssten als erstes Alkohol, Nikotion, viele Sportarten und Heimwerken verboten werden. Und Kinderkriegen nur gegen staatliche Eignungsprüfung.

Also ich sehe keinen Grund, irgendwem das Leben schwerer zu machen, nur weil Körper, Name, Anrede in Konflikt mit dem Selbstbild sind.
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Prävention zum Beispiel. Folgekosten vermeiden, die durch das Leiden an der Gesellschaft entstehen. Aber es reicht auch völlig eine Erklärung der solidarischen Hilfe. Die Kassen tragen auch Folgekosten selbstgewählter, lebenslanger Fehlernährung, Haarausfall, Langzeitschäden durch Sport, usw. Sie können auch einen Leidensdruck lindern, ohne eine derartig unfaire Definition. Und die Summer der realen Kosten sind ja verglichen mit anderen Fällen eher gering.

Der entscheidende Unterschied wäre, dass nicht mehr der transidente Mensch als krank gekennzeichnet wird, sondern die Umwelt als Konfliktursache. Das macht im Selbstbild schon nen Unterschied, finde ich.

Anders wäre es natürich, wenn auch "die Gesellschaft" aus dem Thema weniger ein Problem machen würde, denn darum geht es ja bei der Definition als Krankheit. Und da wären wir wieder beim Absatz oben. Wenn eine gender-nicht-konforme Identität genauso banal gesehen würde, wie Kurzsichtigkeit oder Plattfüsse, dann wäre euch eine Kodierung im ICD wohl kein Problem.

Aber bis wir gesellschaftlich dort angelangt sind, ist eine Stigmatisierung als Krankheit wieder nur mehr Leid. Und wie ich darüber denke und über Menschen, die anderen das nicht ersparen wollen, hatte ich ja schon beschrieben.
Und den inzwischen weitegehend abgeschafften "Alltagstest" finde ich schon angemessen. Denn nur so erlebt man, wie das gewünschte zukünftige Leben in der neuen Rolle nun wirklich ist.
Ehrlich jetzt? Von jetzt auf gleich mit Bartschatten - bzw. bei Transmännern mit Oberweite - und falscher Körperform, falschen Papieren und ohne offizielle Anerkennung erst mal 12 oder mehr Monate Spiessrutenlaufen? Bloss um dann zu hören: Okay, du hast durch leiden deine Ernsthaftigkeit bewiesen? Soll das so eine Art spartanische Erziehung sein? Aufnahmeritual in die Elite der "echten Trans"? Wie fies kann man bloss sein. Es ist echt nicht zu fassen.

MichiWell
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 21 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 29. Jan 2018, 20:21

Jaddy hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 20:13
Ehrlich jetzt? Von jetzt auf gleich mit Bartschatten - bzw. bei Transmännern mit Oberweite - und falscher Körperform, falschen Papieren und ohne offizielle Anerkennung erst mal 12 oder mehr Monate Spiessrutenlaufen? Bloss um dann zu hören: Okay, du hast durch leiden deine Ernsthaftigkeit bewiesen? Soll das so eine Art spartanische Erziehung sein? Aufnahmeritual in die Elite der "echten Trans"? Wie fies kann man bloss sein. Es ist echt nicht zu fassen.
Danke. Das mit dem "Aufnahmeritual in die Trans-Elite" trifft es ganz gut.
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ab08
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 22 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 29. Jan 2018, 20:59

Hallo meine Lieben,

man sollte andere Meinungen stehen lassen können, ohne die Person anzugreifen.
--> Bitte, bitte akzeptiert, dass Claudia ihre Meinung hat und dabei bleibt.

Claudia ist eine Frau, genau wie ich eine Frau bin. - Wir kennen uns jetzt über dieses Forum schon länger. -
Ihre Meinung über Gutachten etc. teile ich überhaupt nicht, trotzdem finde ich es wichtig, dass sie sich so deutlich hier äußert :!:

Ich bin eine überzeugte Demokratin ...
"Gemeinsame Ziele" darunter verstehe ich Ziele, die von der überwiegenden Mehrheit unterstützt werden.
Daher freue ich mich, dass da oben, ganz zu Beginn (fast) alle steht, denn alle, das geht nicht, bzw. bedeutet Diktatur.
und ich bin eine überzeugte Demokratin ...

Ganz liebe Grüße an alle
Andrea )))(:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 23 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-09-04 » Di 30. Jan 2018, 02:24

ab08 hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 20:59
Hallo meine Lieben,

man sollte andere Meinungen stehen lassen können, ohne die Person anzugreifen.
--> Bitte, bitte akzeptiert, dass Claudia ihre Meinung hat und dabei bleibt.

Claudia ist eine Frau, genau wie ich eine Frau bin. - Wir kennen uns jetzt über dieses Forum schon länger. -
Ihre Meinung über Gutachten etc. teile ich überhaupt nicht, trotzdem finde ich es wichtig, dass sie sich so deutlich hier äußert :!:

Ich bin eine überzeugte Demokratin ...
"Gemeinsame Ziele" darunter verstehe ich Ziele, die von der überwiegenden Mehrheit unterstützt werden.
Daher freue ich mich, dass da oben, ganz zu Beginn (fast) alle steht, denn alle, das geht nicht, bzw. bedeutet Diktatur.
und ich bin eine überzeugte Demokratin ...

Ganz liebe Grüße an alle
Andrea )))(:
Das man die leute hier daran noch erinnern muss ist traurig.

JanaH
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 24 im Thema

Beitrag von JanaH » Di 30. Jan 2018, 05:15

Es wurde hier von absolut niemand Claudia als Person angegriffen, deshalb ist ein Erinnern an Demokratie und freie Meinungsäußerung schlicht unnötig. Ich frage mich auch, was damit bezweckt wird.

Über Zwangsgutachterei muss ich nicht diskutieren, die gehört schnellstmöglich abgeschafft!


Liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht

Jana

ExuserIn-2018-07-15

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Di 30. Jan 2018, 07:14

Claudia hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 10:43
Ein Wort noch an Semele:
Nur als Info: Wir können uns gerne weiterhin im Rahmen des Threads sachlich auseinandersetzen. Kein Problem.
Allerdings habe ich weder Lust noch Interesse, mit dir privat Meinungen oder vermeintliche "Tipps" auszutauschen oder private Themen außerhalb des Threads zu besprechen - sorry. Deshalb lösche ich deine PN ungelesen und werde das auch künftig so tun, da sich die Ignore-Funktion hier leider nicht auf PN erstreckt.
Im privaten Bereich hat wohl jede(r) ein Recht darauf, selbst zu entscheiden, mit wem sie / er will und mit wem nicht.

Semele

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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 26 im Thema

Beitrag von Samira-St » Di 30. Jan 2018, 07:27

hallo Ihr alle zusammen

Ich stimme euren aussagen zu besonderst der Zwangsgutachterei ich habe zu meinen Psy..... das gesagt das ich mich schön genötigt fühle das ich gezwungen werde um das Schreiben zu bekommen für weitere schritte gehen zu können. Ich bin der Meinung das keiner einfach so mal schnell sagt ich bin ein Trans und sich das Outing als Spaß erlaubt.

PS: die Gleichgeschlechtige Ehe ist erlaubt einfach so ohne Gutachten! dann werde ich wohl eins brauchen dann wenn ich Verheiratet bleiben möchte :roll:

LG Samira

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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 27 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-01-30 » Di 30. Jan 2018, 10:41

Moin

Und och ein Wort noch an Semele:
Semele hat geschrieben:
Di 30. Jan 2018, 07:14
Allerdings habe ich weder Lust noch Interesse, mit dir privat Meinungen oder vermeintliche "Tipps" auszutauschen [...]
Dann sind wir uns ja einig.

Da Du angezweifelt hast, dass ich ganz Frau bin, war in der PN nur der Link auf mein Tagebuch. Da hättest Du nachlesen können, mit welchen Problemen ich während der Transition kämpfen musste. Dagegen ist der sinnvolle Alltagstest ein Spaziergang.
Ansonsten hast Du Deine Meinung und ich meine. Punkt

Und noch ein Wort an (fast) alle: Eine unterschiedliche Sicht der Welt wird hier scheinbar nicht mehr gern gesehen. Soviel zum Thema Vielfalt. :roll:

LG Claudia
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 28 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 30. Jan 2018, 10:54

Moin,

...dem muss ich unbedingt widersprechen. :mrgreen:
Verschiedene Meinungen hier im Forum, unserem Forum für Betroffene, sind wichtig für den internen Austausch von Daten, Fakten und Ideen usw.
Das sind Grundlagen demokratischen Verhaltens in der Gesellschaft. Monolithische Meinungen gehören hier nicht so recht hin. Gerade das soll doch unser Forum ausmachen, dass wir auch andere Meinungen respektieren, wie z.B. Andrea (AB08) schon schrieb. Die Frage ist hier doch die, wie wir miteinander umgehen, wenn wir unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben. Völlig unakzeptabel, wenn zu einer einzelnen Meinung eine Art shitstorm gegen die Person ausgelöst wird. Wo sind wir denn? Jemand tut seine/ihre Meinung oder Bewertung kund und das haben doch erst mal alle anderen Leser/innen zu respektieren. Eine Antwort oder Gegenmeinung ist doch zulässig und gewünscht - aber doch bitte in vernünftiger und unverletzender Art und Weise der Wortwahl und Argumentation. Es gilt immer noch, der Ton macht die Musik. :!:

...wollte ich mal loswerden, Gruß, Ulrike-Marisa :roll:

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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 30. Jan 2018, 11:11

Moin,
Und noch ein Wort an (fast) alle: Eine unterschiedliche Sicht der Welt wird hier scheinbar nicht mehr gern gesehen. Soviel zum Thema Vielfalt.
"Allgemeinplätze" wurde uns gesagt, wenn wir mit solchen Sätzen zu beeindrucken versuchten, "da solltest Du schon mit mehr Inhalt kommen!"

Was hast Du erwartet?
...dass wir Dir alle nach etwas Diskussion und Geplänkel zustimmen und sagen: "ja, Claudia, Du hast Recht!" ?

Vielfalt ist, dass hier auch Meinungen veröffentlicht werden, die von sehr vielen transsexuellen Menschen nicht geteilt werden, ja ihnen sogar zum Schaden gereichen können.
Selbst bei dem Behördenakt des Namens- und Personenstandswechsels willst Du den Bürgern nicht zubilligen, was sie bei Entscheidungen mit ähnlicher Tragweite völlig problemlos bewilligt bekommen.
Deine Argumente finde ich relativ "dünn" und sie laufen auf ein "weil es mir nicht gefällt" hinaus.

Dabei es handelt sich in den meisten Fällen um "mündige Bürger", die sich zu den angesprochenen Schritten entschließen.
Ich habe mit sehr vielen transsexuellen Menschen zu tun - und ich habe nicht einen getroffen, der "aus Spaß" und "mal eben" seinen Namen und den Geschlechtseintrag umtragen lassen will.
... und ich glaube nicht, dass man ausgerechnet bei diesem Thema den Bürger vor sich und seinen eigenen Entscheidungen schützen muss.

Name und Geschlecht sind rein persönliche Angelegenheiten; da ist für mich nicht einsehbar, dass der Staat entscheidet und die Zwangsgutachterei aufrecht erhält.

Gruß
Anne-Mette

ExuserIn-2018-07-15

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 30 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Di 30. Jan 2018, 11:40

MichiWell hat geschrieben:
So 28. Jan 2018, 18:31
Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, so empfinde ich die Zwangsgutachterei doch als menschenunwürdig.

Sie gehört ohne Wenn und Aber abgeschafft.

Wenn ich von Personen lese, die dies selbst durchmachen mussten, dass sie diesen Zwang dennoch befürworten, dann frage ich mich, was da für eine Motivation dahintersteckt. Eine Begründung erfolgt allenfalls mit fadenscheinigen Argumenten, so dass sich mir der Eindruck aufdrängt, dass dahinter eher Neid und Mißgunst steckt, dass es andere mal leichter haben könnten als sie selbst.


Kopfschüttelnd
Michi
Oh, oh - nach dem letzten Beitrag von Claudia drängt sich mir mehr und mehr der Verdacht auf, dass Michi Recht haben könnte. Es gibt gerade im Trans*Bereich nicht wenige, die sich tatsächlich in Gruppen nach Rangfolgen sortieren, wer von ihnen am meisten gelitten hat. Einer Diskussion über diese besonders traurige Art eines missverstandenen "Wettbewerbs" durfte ich sogar einmal selbst im großen Rahmen beiwohnen.
Claudia hat geschrieben:
Di 30. Jan 2018, 10:41
Da hättest Du nachlesen können, mit welchen Problemen ich während der Transition kämpfen musste. Dagegen ist der sinnvolle Alltagstest ein Spaziergang.
Das ist schlimm und Probleme bei der Transition wünscht man niemand. Schlimmer ist jedoch, wenn derart Betroffene dann aus qualvoller Erfahrung und / oder Verbitterung so auftreten, als würden sie dem Rest der Welt keine Erleichterungen zubilligen. Das ist keine Unterstellung, sondern nur mein ganz subjektiver Eindruck.

Semele

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