"Dicke Bretter bohren" - Langzeitkampf für unsere Rechte
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Anne-Mette
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"Dicke Bretter bohren" - Langzeitkampf für unsere Rechte

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Sa 4. Nov 2017, 10:19

Moin,

wir hatten gestern Abend nicht viel vor und "die Luft war raus", sodass wir uns nicht zu einer Außenaktivität aufraffen konnten.
Was bleibt?
Puschenkino )))(:

WDR Talk haben wir gesehen - und ich war froh, dass ich bis zum Schluss dabei geblieben bin; denn Rosa von Praunheim hatte einiges zu sagen, das
auch für uns Gültigkeit haben könnte.
Ausgezeichnet wurde Rosa unlängst für ein jahrzehntelanges Engagement.
Allerdings ist "das, was dabei herauskommt, wenn sich Gruppen engagieren" nicht immer im Sinne aller Mitstreiter; denn so sehr die "Ehe für alle" zu begrüßen ist, "eine kleinbürgerliche Familie mit Vater, Vater Kind oder Mutter, Mutter Kind" war nun nicht die gesellschaftliche Veränderung, die sich viele Menschen der "Bewegung" vorgestellt haben.

So könnte es "uns" auch gehen. Selbst wenn wir einige Ziele erreichen, für die es eine breite Mehrheit gibt, wie z.B. die Erleichterung in Bezug auf Namen und Geschlechtsstand,
wird es immer auch Menschen geben, die nicht hinter einigen Forderungen stehen.

Dabei sollte endlich mal damit aufgeräumt werden, uns mit Falschmeldungen "ans Bein zu pinkeln".
Ein Beispiel:
In den meisten Fällen haben wir "geschlechtsneutrale Toiletten" (und Unkleidekabinen) gefordert; es ist keine Frage, "Transtoiletten" oder "Toiletten für Intersexuelle Menschen"
zu fordern, wie es immer wieder unterstellt wird.
So auch "Beim ersten Kongress transsexueller Menschen in Melle", wo man in der Presse später nachlesen kann, dass die kleine VTSM Gruppe kein drittes Geschlecht und keine "eigenen Toiletten" will. https://www.noz.de/lokales/melle/artike ... n-in-melle
Hier hat man wohl noch nicht begriffen, dass es nicht um "eigene Toiletten" geht, sondern um gemeinsame Toiletten für jedes Geschlecht.

Gruß
Anne-Mette

Svetlana L
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Re: "Dicke Bretter bohren" - Langzeitkampf für unsere Rechte

Post 2 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 4. Nov 2017, 11:13

Anne-Mette hat geschrieben:
Sa 4. Nov 2017, 10:19
Puschenkino )))(:
Muss auch mal sein :P
Allerdings ist "das, was dabei herauskommt, wenn sich Gruppen engagieren" nicht immer im Sinne aller Mitstreiter; denn so sehr die "Ehe für alle" zu begrüßen ist, "eine kleinbürgerliche Familie mit Vater, Vater Kind oder Mutter, Mutter Kind" war nun nicht die gesellschaftliche Veränderung, die sich viele Menschen der "Bewegung" vorgestellt haben.

So könnte es "uns" auch gehen. Selbst wenn wir einige Ziele erreichen, für die es eine breite Mehrheit gibt, wie z.B. die Erleichterung in Bezug auf Namen und Geschlechtsstand,
wird es immer auch Menschen geben, die nicht hinter einigen Forderungen stehen.
Na ja, das ist halt das Leben. Alle wird man nie unter einen Hut bekommen. Da stimmt dann vielleicht die Grundrichtung, aber in den Details liegt man dann meilenweit auseinander. Das ist in den Parteien nicht anders, in Vereinen/Organsiationen/Verbänden auch nicht, warum sollte es dann in "der Community" anders sein?

Auch die aktuellen Jamaica-Gespräche zeigen, wie extrem da um die Themen gefeilscht wird. Da stimmt oftmals nicht einmal die Grundrichtung überein. Aber u. a. über die TSG-Reform soll zumindest geredet werden (Quelle: queer.de). Ich hoffe sehr, dass FDP und Grüne hart bleiben und sich da nicht über den Tisch ziehen lassen, letztendlich sind solche "Nischenthemen" in aller Regel Verhandlungsmasse für irgendwelche Kompromisse. Ich habe Anfang der Woche an die Vorsitzenden der vier Parteien geschrieben und appelliert, nicht auch noch die dritte Legislaturperiode, in der das TSG Thema ist, ungenutzt verstreichen zu lassen. Aber wie Anne-Mette schon im Betreff schrieb: Das sind dicke Bretter - zumindest bei den Unions-Parteien - die da für unsere Rechte gebohrt werden müssen.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Marielle
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Re: "Dicke Bretter bohren" - Langzeitkampf für unsere Rechte

Post 3 im Thema

Beitrag von Marielle » Sa 4. Nov 2017, 19:23

Nabend zusammen,

das sind seeeehr dicke Bretter, um die es geht.

Es ist aber wieder ein kleiner Schritt nach vorn, dass das Thema 'TSG' in den Sondierungen im Themenbereich 7 (Familie, Senioren, Frauen, Jugend) untergebracht werden konnte. Im Themenblock 12 (Inneres, Sicherheit, Recht), wo das Thema zunächst eingeordnet war, sitzen die eher konservativen Leute aller Parteien zusammen. Und die haben vermutlich deutlich weniger Interesse an der Thematik, als die Sozialpolitiker_innen. Ein gaaaaaanz kleines bisschen wahrscheinlicher ist es damit auch geworden, dass dieses Thema nicht zur Verhandlungsmasse wird (tausche Obergrenze gegen TSG-Reform), weil im Themenfeld des Konsonantenministeriums (BMFSFJ) weniger 'fette Brocken' zur Verhandlung anstehen.

Mal sehen wie das weitergeht und wo noch was zu tun ist.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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