bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?
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Anne-Mette
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bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 11. Sep 2017, 17:26

Moin,

hier gibt es Aufklärung: http://www.bento.de/today/bundestagswah ... /#refsponi

Gruß
Anne-Mette

Yasmine
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 2 im Thema

Beitrag von Yasmine » Mo 11. Sep 2017, 17:50

...vielen Dank für den Hinweis. Das bestätigt einmal wieder, was ich schon wusste: Rechts ist kein Platz für uns. => Kann abgeschafft werden.
LG
Yasmine

MichiWell
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 3 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 11. Sep 2017, 20:40

Da hast du wohl Recht Yasmine. Aber da gebe ich mich keinen großen Hoffnungen hin, denn gemessen an den Wahlprognosen könnte man da knapp die halbe Bundesrepublik abschaffen. Bei weiteren ca. 35% bin ich mir nicht sicher, in wie weit nur mit uns Symbolpolitik gemacht wird, weil es grad nützlich scheint. Nur bei rund 15% sind wir gut aufgehoben, sofern es keine Lippenbekenntnisse sind. Aber das werden wir wohl mangels Regierungsbeteiligung nicht herausfinden.

Edit: Sorry, falls das jetzt bissel überspitzt war. :wink:
Ich will nicht in Würde alt werden,ich weiß ja noch nicht mal wo das liegt! :D

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rika
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 4 im Thema

Beitrag von rika » Mo 11. Sep 2017, 21:00

Einspruch Yasmine: Abschaffen geht gar nicht, denn: sollen wir diese Menschen abschaffen oder deren Ansichten und wie soll das denn gehen?

Ich sage nicht, wen/was Du wählen sollst auch wenn ich seit 45 Jahren der SPD angehöre und lokal aktiv bin. Transmensch und die ganze Vielfalt der Politik haben nur sehr wenig gemein. Die Akzeptanz von Transmenschen führt weder zu besserer Außenpolitik noch zu mehr oder weniger Entwicklungshilfe. Transmenschen haben keine besondere Gabe oder Unfähigkeit per se zur Wirtschafts-, Verteidigungs- oder Umweltpolitik. Aber sie alle können sie einbringen - in Rock oder Hose.

rika

Michelle_Engelhardt
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Di 12. Sep 2017, 07:06

Ich mache meine Wahlentscheidung nicht davon abhängig, ob die Partei sich für die Belange von Trans* einsetzt oder nicht. Das Gesamtpaket ist entscheidend, denn in D gibt es genug andere, und meiner Meinung nach, auch wichtigere Baustellen als Trans*. Das meine Wahl dabei nicht auf transfeindliche Parteien fällt (Alternative fürs Denken und Co.) versteht sich von selbst.

Liebe Grüße
Michelle
Der Hirntod bleibt ja bei einigen jahrelang unbemerkt.

Magdalena
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 6 im Thema

Beitrag von Magdalena » Di 12. Sep 2017, 20:27

Hallo,

eines vorneweg, ich habe meine Stimme per Briefwahl schon abgegeben, da ich am Wahlsonntag auf Arbeit bin. Ausschlag gebend für mich war, was haben die Parteien und ihre Kandidaten zu den aktuellen anstehenden Fragen für Konzepte. Frau wundert sich, manche holen die alten Parolen aus der Kiste. Andere verbeugen sich vor den Wählern, reden nach was einige auf der Strasse lauthals kund tun, um deren Stimme zu bekommen. Das Thema Transgender führen nicht alle auf. Das ich nicht denen meine Stimme gegeben habe die die Zeit zurück drehen wollen, z.B. Ehe für Alle, versteht sich fast von selbst. Entscheidend ist doch, zur Wahl zu gehen. Die,
die die Zeit zurück drehen wollen gehen garantiert zur Wahl. Nur mit einer hohen Wahlbeteiligung und einer verantwortungsvollen Entscheidung können diese Verhinderer einer offenen und freien Gesellschaft mit demokratischen Mitteln auf ihren Platz gewiesen werden. Nun, was ist jeder/m neben dem Thema Transgender noch wichtig. EInge Vorschläge von mir, die in ungeordneter Reihenfolge mir noch wichtig sind
Da wären der Arbeitmark, zukünftige Rente, unsere Gesundheit bleibt bezahlbar - spielt auch wieder das Thema TS hinein und wir sind nicht allein. Wie geht es mit den zu uns Geflüchteten weiter. Wie ist der Umgang derzeit mit Ländern, deren Zusammenarbeit sich schwierig gestaltet, Einhaltung der Menschenrechte auch für Transgender. Ich gebe zu, einen Favoriten der alle meine Fragen für mich optimal beantwortet, habe ich nicht gefunden. Es heißt abwägen was einem am wichtigsten ist. Jeder setzt andere Schwerpunkte, die man fürwichtig er hält. Entsprechend fällt das Kreuz der Partei und dem Kandidaten zu. Es ist und bleibt eine persönliche Entscheidung, die einem niemand abnehmen kann und auch darf. Es ist eine geheime Wahl und nur das Ergebnis und damit die Sitzverteilung im Parlament wird öffentlich gemacht bis in die einzelnen Wahlkreise, aber nicht auf den einzelnen Wähler.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 7 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Di 12. Sep 2017, 21:12

Hallo . Es ist doch wichtig überhaupt zur Wahl zu gehen . Ich bin immer zur Wahl gegangen . Ich komme aus Rostock , da war keine echte Wahl .
Ich sehe mir das ganze Wahlprogramm an . Es geht um Arbeitsplätze, um die Umwelt , um die Aussenpolitik und viel mehr. Es geht auch um Toleranz und Akzeptanz gegen alle Menschen . Danach entscheide ich und wähle dann . LG Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.

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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 12. Sep 2017, 23:19

Moi,

...Aufklärung ist, leider bewegt sich die Politik auch nach großen Versprechungen meist im Schneckentempo und bei ungeliebten Themen, wo es nichts zu gewinnen gibt allemal. Dazu kommt die oft zu beobachtende Tatsache der Sichtweise vieler Politiker: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, ich hänge mein Fähnlein in den Wind. Zur Wahl gehe ich natürlich und ich sehe auch Alternativen und nicht nur schwarz/weiß... :wink:

Beste Grüße, Ulrike-Marisa

Vicky_Rose
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 9 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 13. Sep 2017, 08:24

ich hänge mein Fähnlein in den Wind.
Das wird der Politik immer wieder angekreidet. Aber bedeutet das nicht auch, dass die Politik sich nach dem Willen des Volkes richtet ? Ist es nicht die Aufgabe von Volksvertretern, das Volk zu vertreten ?
leider bewegt sich die Politik auch nach großen Versprechungen meist im Schneckentempo
Das kann auch gar nicht anders gehen in einer Demokratie, die auf Recht und Gesetz aufbaut und in der die Gesellschaft mit mündigen Bürgern mitredet. Alles andere wäre eine Autokratie. Wir schauen gelegentlich auf Länder wie China, in denen in kürzester Zeit atemraubende Dinge umgesetzt werden. Der Preis dafür ist hoch. Da werden ganze Stadtviertel und Orte per Dekret zwangsweise umgesiedelt werden. Wir leben in einem Land, in dem Beteiligungsverfahren die Umsetzung von Maßnahmen enorm verzögern, da jeder Betroffene mitreden und sogar klagen darf. Auch wenn bei uns einiges im Argen liegt, ist mir das dennoch erheblich lieber.

Unsere Welt ist erheblich komplexer geworden. Wir müssen viel mehr beachten, als es früher der Fall war. Jede Änderung hat an viel mehr Stellen eine Konsequenz, als wir zunächst annehmen. Das bedeutet aber auch, dass wir viel mehr Punkte beachten müssen, als es früher der Fall war. Auch das kostet Zeit.

Insofern geht es nicht nur darum, dass wir zum Zeitpunkt der Wahl unsere Meinung kund tun, sondern immer dafür sorgen, dass unsere Anliegen so sehr in der Aufmerksamkeit stehen, dass sie zu einem relevanten Thema auch für Politiker werden. Wir können uns darum bemühen, dass die "Schwäche" der Politiker, wenn sie ihr Fähnchen in den Wind hängen, für uns nutzen. Unser Thema in der Gesellschaft ist also Respekt, Toleranz und Minderheitenschutz. Damit wird klar, welche Parteien ich nicht wählen werde.
Viele Grüße
Vicky

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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 10 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 13. Sep 2017, 09:32

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mi 13. Sep 2017, 08:24
Unser Thema in der Gesellschaft ist also Respekt, Toleranz und Minderheitenschutz.
Ich habe bereits per Briefwahl gewählt. Auch wenn ich der Meinung bin, das sich die Bundespolitik ein wenig vom Volk abgespalten hat.
Liebe Grüße Jasmine
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MichiWell
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 11 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 13. Sep 2017, 10:57

Hallo Vicky,

in mehreren Punkten hast du sicher Recht. Dennoch habe ich den Eindruck, dass es in vielen Fällen langsamer voran geht, als es eigentlich müsste. Oft genug scheint es am Personal zu fehlen, um einen zügigen Fortschritt zu erreichen. Und dann wird die Arbeit dieses zu wenigen Personals von den aktuellen Ereignissen überholt, wird damit ganz oder teilweise obsolet, und es bedarf weiterer Anstrengungen, das bisher Gemachte zu überarbeiten. Weil du das Mitsprache- und insbesondere Klagerecht der Bürger ansprichst: Das ist ein wunder Punkt, weil die Gerichte eine dieser Stellen sind, wo es an Personal zur zügigen Bearbeitung mangelt, und sich Fälle wohl immer öfter durch Verjährung "lösen". Das kann es doch nicht sein!

Und wenn man dann sieht, dass die Politik darauf reagiert, in dem sie z.B. Klage- und Widerspruchsmöglichkeiten einschränkt, um die Flut der Fälle zu begrenzen, anstatt mehr Personal für die Bearbeitung einzustellen, wie auch klarere Gesetze zu schaffen, die weniger Spielraum und Lücken für Missverständnisse und missbräuchliche Ausnutzung enthalten, dann kommen in mir doch erhebliche Sorgen auf, dass man auf diese Weise der Demokratie erheblichen Schaden zufügt.

Wenn das der entscheidende "Vorteil" der Demokratie sein soll, dass alles bis zum Sakt-Nimmerleins-Tag verzögert werden kann, und jeder mit genügend Geld Rechtsverdreher bezahlen kann, die nach dem Motto: "Recht bekommt, wer Geld zum klagen hat" ihre Interessen durchsetzen, dann arbeiten unsere Politiker direkt auf den Wechsel zu einer Autokratie hin, denn die Bürger wollen auch sehen, dass sich etwas bewegt und zum Positiven entwickelt.

Der nächste Punkt ist, dass die Bürger immer mehr das Gefühl haben, keine Mitsprache zu haben. Sie solle alle 4 Jahre ihr Kreuzchen machen, und dazwischen gefälligst still sein. Zwar nicht auf Bundes- aber auf Landesebene konnte man das z.B. in Thüringen sehen, wo die Regierung versuchte, das Vorksbegehren mittels aller möglichen Winkelzüge bis hin zur Klage dagegen zu blockieren.

Ja, die Politiker hängen ihr Mäntelchen in den Wind.

Aber zumeist trägt dieser Wind den Namen "Geld". Und das ist etwas, wovon immer größere Teile der Bevölkerung immer weniger haben. Wir leben in einer Lobbykratie, in der viele politische Entscheidungen vom "Wind des Geldes" beeinflusst werden. Mithin sind all diese keine Mehrheitsbedürfnisse, die da erfüllt werden, denn sie kommen nicht von einem größeren Teil des Volkes ("demos"), sondern von kleinen finanzstarken Gruppen. Da Politiker unterschiedlicher Parteien sich zudem in dem Punkt lobbygesteuerter Politik praktisch nicht unterscheiden, hat man als Bürger auch nicht ganz zu Unrecht das Gefühl, dass "die da oben" entweder in die eigene Tasche wirtschaften und/oder fremdgesteuerte Marionetten sind.


Liebe Grüße
Michi
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 12 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mi 13. Sep 2017, 14:07

Hi Mädels und Jungs!

Na prima - die Quelle von Anne-Mette deckt sich genau mit dem, was ich schon vor Wochen hier im Forum über die Wahlprogramme der Parteien gepostet habe - allerdings etwas genauer, denn ich habe auch die CSU als eigenständige Partei berücksichtigt.

Aber doppelt hält sicherlich besser. (ki)

Liebe Grüße
Manuela
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Vicky_Rose
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 13 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 13. Sep 2017, 14:40

Hi Michi,
Oft genug scheint es am Personal zu fehlen, um einen zügigen Fortschritt zu erreichen. Und dann wird die Arbeit dieses zu wenigen Personals von den aktuellen Ereignissen überholt, wird damit ganz oder teilweise obsolet, und es bedarf weiterer Anstrengungen, das bisher Gemachte zu überarbeiten. Weil du das Mitsprache- und insbesondere Klagerecht der Bürger ansprichst: Das ist ein wunder Punkt, weil die Gerichte eine dieser Stellen sind, wo es an Personal zur zügigen Bearbeitung mangelt, und sich Fälle wohl immer öfter durch Verjährung "lösen". Das kann es doch nicht sein!
Das sehe ich ähnlich. Bei der Umsetzung von Vorhaben gibt es jedoch keine "Verjährung".
dann arbeiten unsere Politiker direkt auf den Wechsel zu einer Autokratie hin, denn die Bürger wollen auch sehen, dass sich etwas bewegt und zum Positiven entwickelt.
Wobei das Bewegen umd des Bewegens willen nicht immer etwas Gutes ist ...
Aber zumeist trägt dieser Wind den Namen "Geld".

...

Wir leben in einer Lobbykratie, in der viele politische Entscheidungen vom "Wind des Geldes" beeinflusst werden.
War das jemals anders ? Aber die Wahl geht immer von den Menschen auf der Straße aus. Politiker müssen auch dafür sorgen, dass sie wieder gewählt werden. Das ist ein, wenn auch begrenzte Chance für uns. Wo wären wir ohne dieses bisschen Mitspracherecht ? Deshalb ist das Kopf-in-den-Sand-stecken nach dem Motto "die machen sowieso was sie wollen" Wasser auf die Mühlen derer, die man eigentlich nicht will.
Viele Grüße
Vicky

MichiWell
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 14 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 13. Sep 2017, 18:05

Hallo Vicky,

klar gibt es nicht überall eine "Verjährung" in dem Sinne. Es war eher sinngemäß gemeint, da ich nicht alle Varianten aufschreiben wollte. In manchen Fällen ist es tatsächlich Verjährung, in anderen Fällen wird nach Jahren einfach aufgegeben, wieder andere werden vom Laufe der Zeit überholt, und so fort.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Mi 13. Sep 2017, 14:40
Aber die Wahl geht immer von den Menschen auf der Straße aus. [...]
Ich will nicht zynisch erscheinen, aber an dem Tucholsky-Zitat ist schon was dran: "Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten."

Dass es tatsächlich besser geht, zeigen Länder, in denen es deutlich mehr direkte Demokratie gibt.

Aber ich kann auch unsere Politiker verstehen, die große Angst davor haben, und dies nicht ganz unberechtigt. Die plakative und Klientel-Politik der letzten Jahre hat für eine immer stärkere Polarisierung und Radikalisierung in der Bevölkerung gesorgt, die sich nicht im derzeit aktiven politischen Spektrum wiederspiegelt. Die etablierten Parteien unterscheiden sich zum großen Teil allenfalls in Schattierungen. Welche Gefahren das für die Zukunft mit sich bringt, brauche ich dir wohl nicht zu erklären. Ich weiß nicht, wie ich das Gefühl besser beschreiben soll: Ich stecke nicht den Kopf in den Sand, es ist vielmehr so, als ob ich ständig mit neuem Sand überschüttet werde, während ich versuche, mich herauszugraben. Ich fühle mich so machtlos.


Liebe Grüße
Michi
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Re: bento: wen soll ich als "Trans*Mensch" wählen?

Post 15 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 13. Sep 2017, 21:55

Nabend zusammen, Nabend Michi,

Ich fühle mich so machtlos.
Das kann ich gut verstehen, es geht mir manchmal auch so. Aber letztlich ist die Machtlosigkeit des Individuums eine wesentliche und notwendige Eigenschaft einer freien, gleichen und demokratischen Gesellschaftsordnung. Die beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts hatten jeweils kleinste Machtzentren, den Blockwart und den IM, mit deren Hilfe sie die Freiheit, die Gleichheit und die Demokratie beseitigt haben.

Das, was du in deinem vorhergehenden Beitrag beschreibst, sind weit überwiegend keine Mängel der Demokratie, sondern Mängel des demokratisch gewollten Kapitalismus. Gerichte, als Beispiel, werden nicht deswegen nicht stärker besetzt, weil eine rechtsfeindliche Regierung das will, sondern weil die Mehrheit der Bürger_innen, den Ideen der neowirtschaftsliberalen Thatcheristen folgend, einen 'schlanken Staat' wollte.

Dass es tatsächlich besser geht, zeigen Länder, in denen es deutlich mehr direkte Demokratie gibt.
Welches meinst du? Unser Nachbarland, in dem per Volksentscheid rassistische Stimmung gemacht, Ausländer 'ausgeschafft' und das Bankgeheimnis für Steuerhinterzieher möglichst lange verteidigt werden?

Ich glaube nicht, dass Volksentscheide zur Zeit die bessere Gesellschaft hervorbringen würden; eher führen sie zu einer Stärkung der nationalidentitären Strömungen, die 'ihre Rechte' verteidigen wollen. Volksentscheide brauchen seeehr viele Menschen, die ehrliche Verantwortung für eine Gesellschaft als Ganzes tragen können und wollen.

Ich bin sehr sicher, dass 'die Politik' in der Bundesrepublik seit 1949 ziemlich genau das tat, was der mehrheitliche Wille der Bevölkerung war; und zwar bis heute. Insofern brächten direkte Volksentscheide keine wesentliche Änderung, aber die deutliche Gefahr, dass uninformierte Mitbürger_innen Entscheidungen aufgrund gefühlter Wahrheiten treffen. Da ist mir das Ringen in (m)einem Parlament, dass wenigstens halbwegs von Sachverstand getragen wird, wesentlich lieber.


Die direkte Demokratie ist schon jetzt möglich. Es ist nämlich nicht wahr, dass die Bürger_innen "gefälligst still sein" sollen. Ich erlebe es jedenfalls anders. Hier in Schleswig-Holstein mögen die Wege ungewöhnlich kurz sein, weil es ein kleines Land ist, aber man kommt sogar im Rahmen des Engagements für LGBTIQ-Themen in einem Jahr mit dem Sozialminister, einem stellvertr. Landtagspräsidenten, der stellvertr. Stadtpräsidentin der Landeshauptstadt, einer Oberbürgermeisterin, dem Landesbischof, einer ganzen Reihe von Bundestagskandidat_innen und vielen anderen mehr in Kontakt. Und die hören einem tatsächlich zu. Das die nicht sofort genau das tun, was man vorschlägt, liegt wohl in der Natur der Demokratie.


Die Chance der freien, demokratischen Gesellschaft liegt im möglichen Engagement. Und darin, andere Menschen frei und offen von der eigenen Meinung überzeugen zu können. Und auch zu müssen; das ist der Job der Bürger_innen, durch den Wahl-Demokratie zum Volksentscheid wird.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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