Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert
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Aubergine
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Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 1 im Thema

Beitrag von Aubergine » So 16. Jul 2017, 20:58

Hallo Ihr Lieben,

das Thema hat absolut nichts mit TV zu tun, ist mir aber dennoch wichtig und vielleicht gibt es hier jemanden, der sich auf der rechtlichen Seite damit auskennt.

Ich habe Geld angelegt mit traumhaften Zinsen und bin leider auf die Nase gefallen. Ich sage nur Europäisches Branchen Kompetenzzentrum.

Die seriöse Firma ist schon seit Dez 2015 insolvent.
Auf Nachfrage bei meinem Anlageberater wurde ich an den nächst höheren in der Hierarchie verwiesen und dieser hat mich dann ca. noch ein Jahr wissentlich angelogen. :oops:
Von er Insolvenz habe ich wirklich erst im März 2017 erfahren. Habe nachträglich zwar meine Ansprüche beim Insolvenzverwalter noch angemeldet (was da dann schon kostenpflichtig ist) glaube aber nicht, dass ich da auch nur die kleinste Chance habe.

Meine Frage: ich habe gehört, dass man in manchen Fällen auch den Berater selbst zur Verantwortung ziehen kann, da die für solche Fälle alle versichert sind.

Gibts hier eine Anwältin, die mich dazu näher informieren könnte? Über Aussichten, Kosten etc.

Bin für jede PN dankbar.
Und sorry, dass ich das hier schreibe, obwohl es nichts mit dem Forumsthema zu tun hat. Ich hoffe Ihr könnt mir das verzeihen, aber ich bin ziemlich verzweifelt. :?

LG Aubergine
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 2 im Thema

Beitrag von conny » So 16. Jul 2017, 21:34

Hallo,
die wesentliche Frage ist, ob Dich Dein Anlageberater auf die Risiken der von ihm empfohlenen Anlage für Dich verständlich hingewiesen hat und Du trotzdem eingestiegen bis (das müssen sie schriftlich dokumentieren). Wenn Dich Dein Anlageberater im nachhinein zudem noch angelogen hat, hast Du gute Chancen, von ihm Schadenersatz zu verlangen.
Zu einer Beurteilung eines/Deines Falles ist die Kenntnis aller Details wichtig, was hier wohl zu weit führen würde. Ich empfehle Dir dringend, einen Anwalt zu konsultieren.

LG
Conny

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 3 im Thema

Beitrag von rika » So 16. Jul 2017, 22:14

Hallo Aubergine,

ich habe mal etwas über dieses Zentrum recherchiert. Wenn Deine Einlage im Kapital ist, kannst Du Dein Geld vergessen. Der Insolvenzverwalter hat diese Einlagen nicht anerkannt und damit auch nicht in die Gläubigerliste aufgenommen. Falls Dich Dein Berater unseriös informiert hat, gibt es wahrscheinlich einen Anspruch gegen ihn - überlege aber gut, ob Du bei ihm etwas holen kannst, da sie meistens am ganz unten in der Pyramide stehen (außer es war Deine Sparkasse).

Interessant ist, dass dieses Zentrum zunächst gelobt wurde, aber dann schnell in die Schieflage kam. Ich weiß nicht, welchen Zinssatz sie angeboten hatten, aber alles über 5-6 % ist riskant und ab 10 % wird es zum reinen Glücksspiel bzw. Du musst auf das Geld jederzeit verzichten können.

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 4 im Thema

Beitrag von conny » So 16. Jul 2017, 22:23

rika hat geschrieben:
So 16. Jul 2017, 22:14
Falls Dich Dein Berater unseriös informiert hat, gibt es wahrscheinlich einen Anspruch gegen ihn - überlege aber gut, ob Du bei ihm etwas holen kannst, da sie meistens am ganz unten in der Pyramide stehen (außer es war Deine Sparkasse).
Eben deswegen empfehle ich juristischen Beistand.

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 5 im Thema

Beitrag von Magdalena » Mo 17. Jul 2017, 07:12

Hallo Aubergine,

ich sehe Deine Chancen auch eher gering an, und wenn bekommst Du nur eine Bruchteil dessen von dem was Du eingezahlt hast. Bleibt wie hier schon geschrieben der Berater, den du haftbar machen kannst. Dies aber nur, wenn er Dich wissentlich falsch beraten hat. So ist seit einigen Jahren Pflicht nach jeder Beratung ein Protokoll über das Beratungsgespräch anzufertigen. Aber wenn Du, und ich glaube es geht vielen so, mit dem was im Protkoll aufgenommen ist unterschrieben hast, und Du so der Anlage zugestimmt hast, ist interessant ob über die Risken informiert wurde. Denn oft nach langen Gesprächen möchte man doch, das der Vertrag abgeschlossen wird, von beiden Seiten. Das Kleingedruckte verstehen die wenigsten von uns.

Ja und manche Berater sind nur Verkäufer, sie sind geschult dem Kunden ein Produckt zu verkaufen. Ihr Verdienst richtet sich an den Verkäufen, die sie tätigen. Viel ist es nicht was da hängen bleibt, vor allen wenn Kunden nacher innerhalb der Kündigungsfrist vom Vertrag zurücktreten. Als ich Arbeitssuchend war, wurden mir auch solche Jobangebote vorgelegt. Ich habe dankend auf diese Jobs verzichtet. Zum eine weil die Berater persönlich in Haftung genommenwerden können, sie haben die Beratung durchgeführt und den Vertag unterschrieben. Die Gesellschaften halten sich vornehm zurück. Der einzelne Berater ist bei einer großen Pleite meist selbst insovent, da sie meist selbst gedrängt werden zu investieren in die Produkte, die sie vekaufen. Da wird beim Berater also nicht mehr viel zu holen sein als ein Titel, den Du Dir einrahmen kannst.

So kann ich Dir auch nur empfehlen Dich an einen Anwalt zu wenden, um Deine Ansprüche geltend zu machen. Ob und wie viel Du von Deinem eingezahlten Geld wiedersiehst, dies kann Dir keiner sagen. Eigentlich gibt es einen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Es wäre zu prüfen ob Deine Anlage oder die Bank über die es lief darüber abgesichert war, so ist zumindest nicht alles verloren. Aber als Laie ist es schwer da durchzusehen.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 6 im Thema

Beitrag von conny » Mo 17. Jul 2017, 09:56

@ Magdalena,
vielen Dank, dass Du den Inhalt meines Beitrag mit ein paar mehr Worten nochmal erklärt hast. Der Einlagensicherungsfonds der Banken sichert allerdings nur Sicht-, Termin- und Spareinlagen auf den Konten der Bank und greift, wenn die Bank insolvent wird. Das trifft in Aubergines Fall nicht zu.

LG
Conny
Zuletzt geändert von conny am Mo 17. Jul 2017, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 7 im Thema

Beitrag von Aubergine » Mo 17. Jul 2017, 10:06

Hallöchen,

Erst mal danke für eure antworten.
Einen Teil Des Geldes über den Insolvenzberater wieder zu bekommen habe ich eigentlich schon abgehakt. Es geht dabei um Einlagen von Klein- und mittleren Anlegern von ca 150 mio
Ich habe etwas riskiert, was ich mir eigentlich nicht leisten kann. Meine Schuld und dazu stehe ich.

Was mir an Info vorgelegt wurde erschien seriös und stark im Aufbau. Eine sichere sache.
Die höheren Zinsen wurden auch plausiebel erklärt, also sah ich das Risiko geringer als bei Aktien.
( 1. jahr 7% ,2. jahr 8% und 3. jahr 9%)
das ganze begrenzt auf überschaubare 3 jahre
Die sind um und ich Pleite 😂

Da ich keinen plan habe, was ein Anwalt dafür kostet und wie lange sich so was zieht, wollte ich gern ein paar infos haben.

Was mich eben ärgert, dass ich wissentlich noch 1 jahr belogen wurde, obwohl in internen Kreisen das schon kalter kaffe war.
Dazu kommt, das die verspätete Anmelgung von Ansprüchen kostenpflichtig ist.
Die Frage, die sich mir stellt...ist ein Berater nicht verpflichtet, seine Kunden auch darüber aufzuklären?

Einerseits denke ich, hak es ab, bist selbst schuld, auf der andern Seite würde ich solchen Vögeln gern an den Kragen.
Nicht wegen der Beratung an sich, sondern wegen der Lügen. :cry:

LG Aubergine 🍆
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 8 im Thema

Beitrag von conny » Mo 17. Jul 2017, 10:21

Hallo Aubergine,
Aubergine hat geschrieben:
Mo 17. Jul 2017, 10:06

Die Frage, die sich mir stellt...ist ein Berater nicht verpflichtet, seine Kunden auch darüber aufzuklären?
ja, wie schon geschrieben, besteht dazu eine gesetzliche Pflicht und die Aufklärung muss schriftlich dokumentiert werden. Bei Versäumnissen hast Du sehr gute Chancen vor Gericht Recht zu bekommen und von dem Berater Schadenersatz zu fordern.
Wenn Du jetzt den Gang zum Rechtsanwalt scheust, kannst Du Dich auch erstmal für eine Beratung an die Vebraucherzentrale wenden (kostet m.W. nur eine kleine Gebühr), die kennt sich in diesen Dingen auch gut aus.

s.a. hier:
https://www.graumarktinfos.de/2016-09/a ... zgw-226305

LG
Conny
Zuletzt geändert von conny am Mo 17. Jul 2017, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.

Aubergine
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 9 im Thema

Beitrag von Aubergine » Mo 17. Jul 2017, 10:27

@ conny, das werd ich machen, ein sehr guter Tipp. Viiiieeelen Dank!
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 10 im Thema

Beitrag von TessaLouboutin » Mo 17. Jul 2017, 11:27

Liebe Aubergine,

Bekannte haben damamls eine ähnliche Situation mit dem https://de.wikipedia.org/wiki/Phoenix_Kapitaldienst durchgemacht.
Es war sehr schwierig ihr Recht durchzusetzen (und es hat lange gedauert bis Geld geflossen ist), hat aber dennoch funktioniert (Hoffnung!).
Sie haben damals einen großen Teil des !!!real!!! eingelegten Kapitals zurückbekommen. Es war, soviel ich weiß eine einmalige Kapitalanlage
die wahnsinnige Zinsen (auf dem Papier) abgeworfen hat. Der Zinseszinseffekt war wohl gigantisch über die Jahre. Dieser blieb aber bei der Auszahlung
vollständig unberührt.

Grundsätzlich empfehle ich Dir, wie hier schon gesagt worden ist, die Inanspruchnahme anwaltlichen Beistandes.
Aber die Rechtsverdreher sind ziemlich teuer! Falls Du eine Rechtsschutzversicherung besitzt, hilft das ungemein
weiter die Kosten überschaubar zu halten. Falls nicht, solltest Du abwägen, ob die Höhe des verlorenen Kapitals
dem Aufwand gerecht wird. Eine Rechtsschutzversicherung prüft in der Regel vorab die Aussichten bevor sie die
Kostenübernahme bestätigt. Bei "privater" Beauftragung wittern die Rechtsverdreher vielmal ein gutes Geschäft
mit "unverbindlichem" Beratungsinhalt (das ist dann das gleiche nochmal in Grün wie mit den Anlageberatern)

Es gibt allerdings auch Anwälte bei den das erste Beratungsgepräch kostenfrei bzw. zum Festpreis angeboten
wird, und Du danach selber entscheiden kannst weiter zu machen. Zudem kannst Du selber prüfen ob ggf.
eine Sammelklage gegen den Berater bzw. die beratende Institution läuft, an die Du Dich anhängen kannst.

Zu den Aufklärungspflichten der Anlageberater weis ich nur so viel, das sowohl über das Risiko der Anlageform
als auch über die Provision des Beraters aufgklärt werden muss (da gibts wohl einen Stichtag 01.08.2014)
Dabei spielt es auch eine Rolle, welchen Informationsstand der Kunde besitzt (Stichwort anlegergerechte Beratung).
Es ist also nicht unerheblich ob es sich um einen "unbedarfter Kleinanleger" oder eine Notar mit rechtlichen Kenntnissen
handelt. Hier mal ein Link der Dir vieleicht hilft, die Situation etwas besser einzuschätzen:
http://www.kapitalanlagerecht-ratgeber. ... ex_02.html

Ich drücke Dir die Daumen das es gut für Dich (Euch) ausgeht.
Und denke daran, Anwälte wollen auch nur Dein Bestes - nämlich Dein Geld.

LG Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

Manu.66
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 11 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mo 17. Jul 2017, 15:11

Hi Mädels!

In Zeiten der Niedrigzinsphase - und die dauert ja nun schon einige Jahre an - eine Rendite von 7% bis 9% zu erwarten ist gelinde gesagt etwas illusorisch und entspricht so garnicht den realen Kapitalmarktverhältnissen.

Insofern handelte es sich in dem hier beschriebenen Fall wohl weniger um einen "Anlageberater" sondern vielmehr um einen Bauernfänger - tut mir leid, das so drastisch ausdrücken zu müssen.

Jeder Richter, der sich mit den Gepflogenheiten und Realitäten des geltenden Kapitalmarktes auskennt, wird darauf hinweisen und vermuten, dass ein gewisses Selbstverschulden des Anlegers, weil ausgehend von völlig irrealen Renditeerwartungen, mit berücksichtigt werden muss.

Das ist leider so.

Liebe Grüße
Manuela
Mein Lebensmotto: "Ich kann, weil ich will, was ich muss." (Kant)

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 12 im Thema

Beitrag von conny » Mo 17. Jul 2017, 15:34

Manu.66 hat geschrieben:
Mo 17. Jul 2017, 15:11

Jeder Richter, der sich mit den Gepflogenheiten und Realitäten des geltenden Kapitalmarktes auskennt, wird darauf hinweisen und vermuten, dass ein gewisses Selbstverschulden des Anlegers, weil ausgehend von völlig irrealen Renditeerwartungen, mit berücksichtigt werden muss.

Das ist leider so.
Das ist nicht so. Anscheinend wurde die außergewöhnliche Renditeerwartung mit "guten" Argumenten begründet, die einem Laien plausibel erschienen.
Hohe Renditen sind immer erzielbar wenn man hohe Risiken eingeht, die kann ein Laie i.d.R. aber nicht einschätzen.

Manu.66
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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 13 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mo 17. Jul 2017, 15:51

conny hat geschrieben:
Mo 17. Jul 2017, 15:34
Das ist nicht so. Anscheinend wurde die außergewöhnliche Renditeerwartung mit "guten" Argumenten begründet, die einem Laien plausibel erschienen.
Hohe Renditen sind immer erzielbar wenn man hohe Risiken eingeht, die kann ein Laie i.d.R. aber nicht einschätzen.
[/quote]

Hi Conny!

Mit genau diesen "guten, plausiblen Argumenten" wurden Millionen Autofahrer von "guten" Beratern dazu gebracht, Autos zu erwerben, die offensichtlich in betrügerischer Absicht verkauft wurden.

Und ja, hohe Renditen sind in außergewöhnlichen Fällen erzielbar - mit Pennystocks zum Beispiel oder Wertpapieremissionen von Ländern, die unterhalb jedes Ratings angesiedelt sind. Aber solche Anlagen empfehlen keine seriösen Anlageberater. Und selbst Laien, die einigermaßen aufmerksam das Zeitgeschen verfolgen, müssten das auf Anhieb erkennen. Ansonsten lassen sie sich nur zu gern von ihrer eigenen Gier zu Dummheiten verleiten.

Liebe Grüße
Manuela
Mein Lebensmotto: "Ich kann, weil ich will, was ich muss." (Kant)

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 14 im Thema

Beitrag von conny » Mo 17. Jul 2017, 17:01

Hallo Manu,

einem Laien muss nicht die grundsätzliche Abhängigkeit von Chance und Risiko geläufig sein, zumal hier anscheinend eine sichere Anlage versprochen wurde.
Ich wiederhole hierzu den Link:
https://www.graumarktinfos.de/2016-09/a ... zgw-226305

Und ob ein Anlageberater seriös oder unseriös ist, steht ihm auch nicht auf der Stirn geschrieben.
Es darf aber bezweifelt werden, ob in dem Beratungsgespräch überhaupt alle Erfordernisse des Wertpapierhandelsgesetzes § 31 erfüllt wurden. Wenn nicht, ist das schon ein starker Grund für eine erfolgreiche Klage.

Kurzum:
Aubergine tut gut daran, sich eine Rechtsberatung zu suchen und muss sich nicht vorhalten lassen, fahrlässig gehandelt zu haben.

LG
Conny
Zuletzt geändert von conny am Mo 17. Jul 2017, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vom Anlageberater wissentlich falsch informiert

Post 15 im Thema

Beitrag von Aubergine » Mo 17. Jul 2017, 17:38

Hallo,

da das Thema nun doch zu Diskussionen führt, möchte ich euch kurz sagen, wie es dazu kam

Meine Private, über 20 Jahre einbezahlte Rente wurde fällig bzw. konnte nun beitragsfrei zur monatlichen Zahlung umgewandelt werden. Unser Versicherungsberater, der mich schon viele Jahre gut beraten hat riet mir aber von der Umwandlung ab, da die Rentenversicherungen bei den großen Anbietern auch nicht mehr sicher sei und damit hatte er, wie sich im Nachhinein herausstellte recht. Ich hatte Glück, dass ich in etwa den Betrag, den ich angespart hatte noch ausgezahlt bekam. Die großen Versprechen von vor 20 Jahren wie Überschussbeteiligung und Extra Bonusse waren auch hier alle den Bach runter. Und bevor das restliche Geld auch noch verschwindet, habe ich mich zur kompletten Auszahlung entschieden. Nur hätte ich es einfach unter die Matratze legen sollen, wie Urgroßmütterchen früher auch :lol:

Unser Freund und Versicherungsmensch selbst hat mir dann den Finanzberater als seriös und zuverlässig empfohlen und ist dann mit ihm zusammen zu diesem Gespräch erschienen.
Da ich mich auch in Schadensfällen in all den Jahren immer auf ihn verlassen konnte, ging ich davon aus, dass er kein "Bauernfänger" ist und ich auch niemals einem solchen aufsitzen würde.
Klar haben wir uns auch über die hohen Zinsen in diesen Zeiten Gedanken gemacht, aber es klang alles so plausibel. Außerdem wurde uns ein Gutachten über Gewinn- und Verlustrechnung 2013 der Trinavis GmbH - einer Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgelegt.
Die plausiblen Unterlagen der EUBKZGW sprachen ebenfalls für Seriosität.

Ich glaube nicht, dass man mir als Laie somit Fahrlässigkeit vorwerfen könnte. Ich glaube sogar, dass der gute Mann, der uns das empfohlen hat ebenfalls komplett von dem Angebot überzeugt war. Bin mir nicht sicher ob die nicht genauso hinter Licht geführt wurden wie wir. Allerdings kann man Ihnen vorwerfen, dass sie völlig andere und weitreichendere Informationsquellen im Finanzmarkt zur Information haben, als der normale Verbraucher.
Ich bin zwar Laie, aber mein Geld gebe ich nicht sehr leichtfertig aus den Händen, zumal ich das über 20 Jahre angespart hatte.
Somit würde ich mich gegen einen Vorwurf von Leichtsinn oder Fahrlässigkeit vehement wehren.

LG Aubergine
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