Im Angesicht des Todes
Im Angesicht des Todes - # 4

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LanaX
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 46 im Thema

Beitrag von LanaX » Di 9. Dez 2014, 20:54

Prima Nicoletta! Das freut mich von ganzem Herzen für dich. :)

Und auch wenn ich noch mal aus einer ganz anderen Generation komme,
möchte ich auch Inga nochmal Danke sagen für diesen Beitrag!

franzi
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 47 im Thema

Beitrag von franzi » Mi 10. Dez 2014, 00:06

Hallo Nicoletta,
es ist schwer dir einen richtigen Rat zu geben. Diese Entscheidung kannst nur Du treffen, nach dem du alles abgewogen hast.

Meinen Vater hatte ich das letzte mal 1999 gesehen mit Tränen in den Augen, bei der Verabschiedung als er zu Besuch bei uns war.
Nur er ahnte, dass es das Letzte mal sein würde. Der Grund des Zerwürfnisses war seine Lebensgefährtin. Sie hat sich mit jedem verstritten. Ob das nun Behörden, die Post oder die Acht von Neun Kindern waren. Nur zu einer Tochter hatte Sie noch Kontakt.
Für Sie hat er seine Kinder verachtet. Für Ihn galt leider das Sprichwort " Ich bin mit meiner Frau verheiratet und nicht mit meiner Schwiegermutter" Die wurde auch von Ihm vor die Tür gesetzt (Da war ich 10 Jahre alt). Meine Tochter wollte Ihn gern bei Ihrer Hochzeit dabei haben, jede Suche war erfolglos, da er ins Allgäu verzogen war.
Seinen Tod haben wir nur durch den Abriss des Wohnhauses ein halbes Jahr nach seinem Tod mitbekommen. Auf dem Bürgeramt, die Mitteilung bekommen, da ich dort extra hingefahren bin um nachzufragen wo er den wohnt. Nicht einmal umgemeldet hatte er sich.
Selbst zur Beerdigung war keiner der Kinder geladen, da wir vor dem Friedhofverwalter von Ihr verleugnet wurden.

Nun zu wieder zu Deinem Problem. Ich ärgere mich sehr, dass ich Ihn nicht mehr vorher gesehen und gesprochen habe.
Auch nach 1 1/2 Jahren kämpfe ich noch damit.
Alles habe ich Ihm verziehen, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, ich würde es sofort machen. Auch wenn es nur für 2 min wäre.
Viele Fragen stehen im Raum, die Antwort kann mir keiner geben. Es beschäftigt mich immer wieder.
Auch wenn ich nach außen hin Stark erscheine, brauche ich häufig die Unterstützung meiner Frau.

Dir wird es ähnlich dann gehen, was wäre wenn?????? Du findest keine Antwort und es ist sehr belastend. Es ist deine Mutter, Sie wird es auch kein zweites mal geben. Versuch alles was die Belastet noch zu klären, bevor sie gehen musst. Wie du dann für Kompromisse eingehst liegt nur in deinem ermessen.

Überlege es in Ruhe , lass die aber nicht zu viel Zeit, da der Tag X schneller kommt wie man denkt.

Für Dich hoffe ich , dass du für dich akzeptable Lösung findest.

Viele liebe Grüße

Franzi

Nicoletta
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 48 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Mi 10. Dez 2014, 11:25

Liebe Franzi,

unsere Fälle sind doch etwas unterschiedlich. Mich belastet nichts im Verhältnis zu meiner Mutter. Andere Familienmitglieder sind vor ihr vergangen, keine davon habe ich vorher gesehen, um Abschied nehmen zu können, viele von ihnen fehlen mir sehr. Eigentlich geht es mir mit meiner Mutter da nicht anders als mit meinem Vater, Großeltern usw. Wenn ich sie nicht letzten Montag noch gesehen hätte, würde es für mich auch keinen Unterschied machen. Ich bin hingefahren, weil es ihr vielleicht wichtig war. Und ich werde vielleicht auch noch ein paar Mal hinfahren, wenn sie es wünscht, aber ihr zuliebe, nicht, weil ich es brauche. Was belastend gewirkt hat (einige ihrer Äußerungen, die ich nicht wiederholen muss), ist vergeben, wobei mir ein Therapeut, der Erfahrung mit Familienaufstellung hat, geholfen hat. Dennoch Dank für Deinen Rat und viele Grüße,

Nicoletta
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 49 im Thema

Beitrag von Anke » Do 11. Dez 2014, 08:41

Hallo Nicoletta,

auch wenn ich bisher noch nichts geschrieben habe, dein Thema habe ich die ganze Zeit verfolgt. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist freundlich gesprochen sehr schwierig, deutlicher formuliert eine einzige Katastrophe. Ich kann daher kaum sinnvolle Gedanken beisteuern und habe mich deshalb beim Schreiben zurückgehalten.

Um so mehr hat es mich gefreut, dass es letztlich eine Lösung gab, mit der Du gut zurecht gekommen bist.

Mir hat dabei gefallen, dass Du auf der einen Seite den Kompromiss gesucht hast und dich auf der anderen Seite nicht verbiegen wolltest. Und Du hast beides unter einen Hut bekommen. Ich finde das sehr beeindruckend und konnte durch deine Beiträge etwas lernen. Vielen Dank dafür.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

franzi
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 50 im Thema

Beitrag von franzi » Do 11. Dez 2014, 18:35

Hallo Nicoletta,

es ist richtig es sind unterschiedliche Fälle, wichtig ist, dass das Ergebnis zählt.
Das Du für Dich eine Lösung gefunden hast, ist das A&O.
Die hast Du gefunden und das ist auch gut so (yes) .
Ich freu mich für Dich.

Viele Grüße )))(:

Franzi

Nicoletta
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Re: Im Angesicht des Todes

Post 51 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Do 11. Dez 2014, 22:06

iIch habe da offenbar wirklich einen Nerv getroffen, dass da noch immer Rückmeldungen kommen. Nichtsdestoweniger danke dafür. Das korrigiert auch meinen Gesamteindruck, denn bisher hatte ich das Gefühl, dass überwiegend die nächsten Verwandten doch kein größeres Problem mit uns haben. Dem ist nun offensichtlich nicht so. Wenn meine Entscheidung anderen hier eine Hilfestellung sein sollte, freut mich das desto mehr.

Ich wünsche Euch alles Gute bei der Lösung Eurer Beziehungsprobleme,

Nicoletta
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