Trans* bei Eltern und Großeltern?
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MichiWell
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Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 1 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 4. Jun 2017, 10:09

Hallo,

sicherlich hat sich die Eine oder Andere von euch auch schon mal gefragt, ob Trans* erblich ist und/oder ob von den eigenen Eltern und Großeltern auch jemand betroffen ist oder war. Ja, vielleicht wisst ihr das sogar.

Sorry, wenn ich etwas weiter aushole ...

Ich habe über die Jahre festgestellt, dass ich mit meinem Großvater mütterlicherseits wohl viel mehr Gemeinsamkeiten habe, als ich in jungen Jahren dachte. Als ich Kind war, war er der Großelternteil, von dem ich rein vom Gefühl her eigentlich am wenigsten wusste bzw. mir vorstellen konnte, obwohl ich eigentlich immer Kontakt zu all meinen Großeltern hatte. Im Vergleich zu anderen Kindern meines Alters hatte ich das große Glück, dass alle 4 den WK2 überlebt haben. Der Vater meines Vaters hat mit mir auf dem Fußboden gelegen, und frühzeitig mein Interesse für Handwerk und Technik erkannt und gefördert. Er hat schon mit mir gesägt und geschraubt, als die Schule noch in weiter Ferne schien :wink: - so mit 4-5 Jahren. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Mein anderer Großvater hat auch für mich gebastelt z.B. Gebäude für eine Western-Stadt, als grad Cowboys und Indianer aktuell waren, aber er hat nie was mit mir zusammen gemacht. Bis ich 10 war, habe ich eigentlich kaum direkten Kontakt zu ihm, nur im Kreise der Familie. Er war fast immer auf Achse, hatte noch zwei Gärten für Eigenbedarf und zum Verkauf bewirtschaftet, und musste viel im Haushalt machen, weil meine Großmutter Invalide war. Bei Feiern, oder wenn die Familie in größerer Runde zusammen war, fiel mir mit der Zeit auf, dass mein Großvater der einzige Mann war, der auch in der Frauenrunde mitgeredet hat. Eigentlich hatte er immer ein Ohr bei den Frauen und das andere bei den Männern, und ist in den Gesprächen immer hin und her gewechselt. Irgendwann kam auch mal zur Sprache, dass er nach dem Krieg Feinstrümpfe aus dem Westen in den Osten geschmuggelt hat. Und damit sie von den Grenzern nicht entdeckt würden, hat er sie angezogen. - Ja klar, das hätte ich auch so gemacht. :mrgreen:

Sonst weiß ich leider nichts in dieser Richtung, habe auch meine Mutter diesbezüglich nicht gefragt. Aber es ist sein ganzes Verhalten, was mir so bekannt vorkommt, dieses intensive Ablenken und Zudröhnen mit Arbeit und sonstigen zeitintensiven Aufgaben, dieses auffällige Interesse und Mitreden bei sogenannten Frauenthemen, und die ansonsten eher verschlossene Art, was die Persönlichkeit angeht, obwohl er doch in größerer Runde nicht gerade schweigsam war.

Hier noch mal meine Frage/Bitte: Mich würde interessieren, welche Erfahrungen und Beobachtungen ihr gemacht habt, und wie ihr darüber denkt.


Liebe Grüße
Michi
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ab08
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 » So 4. Jun 2017, 11:24

Hallo,

in der Familie meiner Mutter (Sie und ihre zwei älteren Schwestern - sie hatte nur Schwestern!), war es die zweitälteste Schwester, die studierte (Abitur/Studium war damals, kurz nach dem 1.Weltkrieg, bei Frauen ziemlich selten!), dann berufstätig war und als Steuerberaterin die Familie versorgte. (Eine Beziehung scheiterte, denn sie verzichtete aus Rücksicht auf die familiäre Situation /kranker Vater/ auf eine Ehe.) - Mein Großvater mütterlicherseits (Er starb mit weit über 90, als ich 4 war) war jahrzehntelang schwach/sehr krank. - Diese zweitälteste Schwester meiner Mutter starb relativ früh als ich 8 war. - Die älteste Schwester meiner Mutter lernte ich wirklich gut kennen, denn sie wurde 90. Stets sehr resolut ("männlich?"), trug sie häufig Arbeitshosen usw. Sie war nur kurz berufstätig und führte mit strengem Regiment den Haushalt. - Die sehr katholische Ehe meiner Großeltern mütterlicherseits war ansonsten konventionell.

Mein Vater, den ich früh (Kehlkopfkrebs/ich war 14) verlor, wuchs im Grunde ohne Mutter auf (denn sie starb, bevor er 10 war).
-> Sein Vater(Großvater väterlicherseits, Lokomotivführer*)) kümmerte sich lange neben dem Beruf allein um seine zwei Söhne.(Meinen Vater und den fünf Jahre älteren Bruder)
Erst als mein Vater erwachsen und sein Bruder schon aus dem Haus war, gab es eine Haushälterin "Stiefmutter".

Ein "normales Familienbild" gab es also in meiner Eltern- und Großelterngeneration nie... --> "Klassische Geschlechtsrollen" somit auch nicht, denn situationsbedingt war es nötig, dass die jeweils zuständige Person beide Funktionen ordentlich ausfüllen konnte. :wink:
(Bzgl. Kleidung ist mir nichts bekannt. Ich nehme an, man/frau kleidete sich zweckmäßig bzw. nach den damals üblichen, recht strengen, Konventionen. Photos, die damals bei uns nur zu besonderen Anlässen üblich waren, zeigen nur sehr konservative Kleidung. Der Großvater väterlicherseits, nebenbei auch Imker, war sehr vielseitig. -> Ich besitze ein von ihm signiertes Ölgemälde: Das Portrait seiner Frau, meiner, vor dem 1.Weltkrieg verstorbenen, Großmutter...)

Liebe Grüße
Andrea

*) Geboren 1859, gestorben 1937, also lang vor meiner Geburt --> Die Generationen in beiden Teilen unser Familie sind sehr lang. - Mein Vater wurde 1902 geboren.

P.S. Pflichtbewusstsein bestimmte in den letzten Generationen meiner Familie durchgehend das Verhalten. - Klassischer Satz, der nicht nur meine Erziehung bestimmte "Nimm Dich nicht so wichtig!" -> Nach meiner Scheidung standen die Kinder im Vordergrund. Das CO schob ich auf, bis meine Kinder erwachsen waren...
Zuletzt geändert von ab08 am Mo 5. Jun 2017, 12:54, insgesamt 36-mal geändert.
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Claudia H.
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 3 im Thema

Beitrag von Claudia H. » So 4. Jun 2017, 13:09

Hallo
Das einzigste was mir so aufgefallen ist,das mein Vater(86)schon immer Nachthemden trug.Im Schlafanzug habe ich ihn nur einmal im Krankenhaus gesehen.Ich denke aber das es nichts mit Trans zu tun hat.
L.G.Claudia

ULI67
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 4 im Thema

Beitrag von ULI67 » So 4. Jun 2017, 13:52

Dann hoffe ich mal, dass dies meinem Junior erspart wird 😐
Ich liebe es eine Frau zu sein 👩

MichiWell
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 4. Jun 2017, 14:05

Hallo Uschi,

klar kann man das so sehen. Vielleicht überspringt es auch eine Generation.

Übrigens: Ich hätte mich gefreut, wenn mehr Antworten zum Thema kämen, und vor allem auch aus "etwas" mehr als 10 Worten bestehen. :wink:
Zudem finde ich es sehr schade, dass die letzte Ansage von Anne-Mette nicht das gewünschte Verständnis geweckt hat, und sie wohl bald wieder - eigentlich völlig unnötig - in Aktion treten muss, damit das Forum lesbar bleibt.

Liebe Grüße
Michi

Edit ... "mehr Antworten zum Thema" meint eigentlich: weniger Off Topic
Zuletzt geändert von MichiWell am So 4. Jun 2017, 14:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Beatrix
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 6 im Thema

Beitrag von Beatrix » So 4. Jun 2017, 14:13

Mein Vater seines Zeichens Landwirt, Kornbrenner und Gastronom hat sich bei Familientreffen auch immer zu den Frauen gesetzt. Die offizielle Begründung war, daß er berufsbedingt schon genug mit Männern zu tun hat und zwischendurch mal anderen Input braucht ;-) Allgemein war er immer schon sehr weltoffen.

LG
Beatrix
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"

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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 7 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » So 4. Jun 2017, 14:26

MichiWell hat geschrieben:
So 4. Jun 2017, 14:05

Übrigens: Ich hätte mich gefreut, wenn mehr Antworten zum Thema kämen, und vor allem auch aus "etwas" mehr als 10 Worten bestehen. :wink:
Naja, der Thread ist gerade mal 4 Stunden alt, da wird sich noch der ein oder andere Beitrag einfinden, denke ich. Ansonsten kann ich zum Thema nix beitragen. Mein Sohn ist zwar ebenfalls trans, aber es geht hier ja nicht um nachfolgende Generationen.

Allerseits noch schöne Feiertage
Michelle
Habe meine Ernährung umgestellt. Chips und Schokolade stehen jetzt links vom Laptop!

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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 8 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena » So 4. Jun 2017, 16:01

Hallo!
Mir sind keine "Fälle" von Transbetroffenen Familienmitgliedern in der Sippe bekannt.
Mein Großvater väterlicher Seite fiel im Krieg und der Großvater mütterlicher Seite (er lebte mit seiner 3. Frau in Australien und ließ meine schwangere Oma sitzen) war mir auch nicht als Transe begegnet.
Die jeweiligen Ersatzgroßväter waren definitiv nicht Transbetroffene.
Mein Urgroßvater mütterlicher Seite als SS- Mitglied dürfte es wohl auch nicht gewesen sein, hat aber den leiblichen Opa von seiner Verantwortung überzeugen können (Alimente, welche der Halbbruder meiner Mutter aus zweiter Liebschaft meine Opas nicht erhielt).
Mein Vater lehnt Trans* eindeutig ab, weshalb ich mich auch nicht geoutet habe.
Die Omis, Uromi und meine Mutter sind/ waren eindeutig Cisfrauen.
In der weiteren Verwandschaft ist mir nichts bekannt.
Lediglich meine jüngere, lesbische Schwester hatte mal eine androgyne Phase.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 9 im Thema

Beitrag von Inga » So 4. Jun 2017, 21:30

Hallo,

so verschwiegen wie meine Eltern und Großeltern über Gefühlsangelegenheiten sind bzw. gewesen sind, werde ich nie erfahren, ob die etwas mit Trans* zu tun hatten. Unauffälliges Funktionieren war ihr höchstes Ideal.

Liebe Grüße
Inga

josicd
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 10 im Thema

Beitrag von josicd » So 4. Jun 2017, 23:21

Hallo Michi,
die gleiche Frage stellte ich mir auch schon. Leider ist Ahnenforschung auf diesem Gebiet sehr sehr schwierig, da über solche Themen früher nie gesprochen wurde. Alles was nicht unbedingt in der gesellschaftlichen Norm war, gab es zwar früher genauso, es wurde aber meistens verheimlicht. So überspringen Veranlagungen meist eine Generation, somit wäre dies bei mir die Vorkriegsgeneration und in dieser Zeit hätte ein Outing bestimmt staatliche Konsequenzen gehabt.
Bei mir kann ich nur spekulieren von welcher Seite es eingeflossen ist. Subjektiv betrachtet würde ich sagen, ja es ist vererbbar, weil äußere Einflüsse nicht so einen innerlichen Drang auslösen können, den man zeitlebens nicht wegtherapieren kann. Wenn man das hat muss man einfach damit leben.
Wenn das vererbbar sein sollte, müssten doch auch wissenschaftliche Studien vorhanden sein, habe aber darüber noch nie was gelesen. Ist trans psychologisch gesehen mit einer anderen Neigung verwandt, vielleicht gibt es darüber eine Abhandlung.
Vielleicht hat sich hier im Forum schon jemand psychologisch damit beschäftigt und kann darauf eine Antwort geben...
Grüße Josi

ChrisTina73
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 11 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Mo 7. Aug 2017, 17:12

Push :D

Na ich bin eigentlich durch die Astrologie über das Thema "Vererbung" gestolpert. Hatte mich bzw. meine Mutter auch schon mal gefragt, ob es da irgendwo mal einen Sündenbock, ein schwarzes Schaf bzw. eine ausgegrenzte Person gab.
Mütterlicherseits war das weibliche Geschlecht eher vorherrschend, wie ich so in Erinnerung hab, nur mir ist aufgefallen, das meine Neigung just in diesem Moment aufgebrochen ist (erst verzerrt), als ich ein Zimmer für einen Monat bei meinem Vater und seiner Frau (meine Eltern sind geschieden und ich bin größtenteils bei meiner Mutter aufgewachsen), in dem Haus seiner Eltern bezog. Meine alte Wohnung hatte ich schon gekündigt und plötzlich hieß es, meine neue Wohnung wäre noch nicht beziehbar. Somit bin ich 1 Monat dort untergekommen.

Ich seh es auch ein wenig wie josicd. Manchmal braucht es einen äusseren "Trigger", um innerlich in Resonanz zu geraten. Doch es kann ja eigentlich nur etwas in Schwingung geraten, was vorher schon angelegt/vorhanden war.
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Vicky_Rose
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 7. Aug 2017, 17:32

Ich habe das an anderer Stelle bereits einmal thematisiert. Als mein Vater letztes Jahr mit 97 Jahren starb, fand ich einen neuen Badeanzug in seinem Schrank. Mir fällt keine halbwegs plausible Erklärung ein, weshalb er das tat, außer dass er ebenfalls mit Trans in irgendeiner Form zu tun hatte. Meine Eltern hatten definitiv keine gute Sexualität. Meine Mutter sprach einmal vom "Scheiß-Sex". Wusste sie etwas ? Jedenfalls behauptete sie, etwas dement, im Heim, mein Vater sei als ihre Nachbarin wiedergeboren. Demente Menschen sagen manchmal merkwürdige Dinge, die man nicht interpretieren kann.

Ich habe daraufhin mit meinem Sohn gesprochen. Ich wollte nicht, dass er ebenso das Thema mit sich alleine ausmachen sollte, wenn er auch betroffen wäre. Ich habe ihn als kleinen Jungen bereits einmal in den Sachen seiner Mutter angetroffen. Er hat offensichtlich kein Problem mit meinem Trans-Dasein, aber er sei nicht betroffen.

Bis auf weiteres fällt die Gen-These ins Wasser, was aber nicht heißt, dass sie falsch ist...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 13 im Thema

Beitrag von SteffiVau » Mo 7. Aug 2017, 21:38

Ich hatte das hier ebenfalls schon einmal erwähnt. Mein Opa mütterlicher Seits war sehr wahrscheinlich transsexuell und wollte sich in den 50er Jahren "umoperieren" lassen. Das konnte die Familie aber erfolgreich verhindern. Also lebte er im Verborgenen sein Leben als "Tante Frieda" aus. Meine Mutter hatte mir erst vor etwa 2 Jahren davon erzählt, da war mein Opa schon über 20 Jahre tot.
Es bleib immer ein Familiengeheimnis.

Liebe Grüße
Steffi
Manche Männer sind die kompliziertesten Mädchen, die ich kenne.

MichiWell
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Re: Trans* bei Eltern und Großeltern?

Post 14 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 7. Aug 2017, 22:12

Vielen Dank für die neuen Antworten.

Ich hatte mich schon gewundert, dass es so wenig Reaktionen gab, wo doch sonst imme alle mehr über sich und ihre Wurzeln wissen wollen.

@Vicky Der Vom Badeanzug deines Vaters hatte ich ja schon gehört. Aber danke, dass du das hier mit eingebracht hast.

@Steffi Mit dem "Familiengeheimnis", da ist schon was dran. Ist wohl nicht so selten, das man sie erst erfährt, wenn die Geheimnisträger am Lebensende stehen.

Liebe Grüße
Michi
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