Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)
Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty) - # 2

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betty
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 16 im Thema

Beitrag von betty » Mo 19. Dez 2016, 17:26

Ich kann es nicht sagen. Es stößt mich total ab. Mein Mann im Fummel - der Gedanke ist so schlimm für mich. Es geht über absolut lächerlich , peinlich, total unmöglich bis hin zu ekel.es ist schrecklich. Für mich zerstört dieser drang mein leben und meine Familie

Anne-Mette
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 19. Dez 2016, 22:30

Moin,

geht es denn nur um "Fummel", oder sind davon auch andere Kleidungsstücke betroffen?
Wie sieht es aus mit Alltagsbekleidung, z.B. Jeansrock und passendes Oberteil?

Nach dem, was Du geschrieben hast, gewinne ich immer mehr den Eindruck: es wird wohl schwierig oder fast unmöglich, dass ihr eure Situation so in den Griff bekommt, das beide damit - und weiterhin zusammen - leben können.

Gruß
Anne-Mette

exuserin-2016-12-21

Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 18 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Mo 19. Dez 2016, 23:42

betty hat geschrieben:Ich kann es nicht sagen. Es stößt mich total ab. Mein Mann im Fummel - der Gedanke ist so schlimm für mich. Es geht über absolut lächerlich , peinlich, total unmöglich bis hin zu ekel.es ist schrecklich. Für mich zerstört dieser drang mein leben und meine Familie
Du zerstörst dich selber !!Ich habe dir eine PN geschrieben und auch kein Blatt vor dem Mund genommen . Wie du !! Anne -Mette sorry ,aber das ist eine PN .
Johanna sorry ,das diese Frau dein Erlebnis trübt!! (ki)

Johanna Dornal
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 19 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal » Di 20. Dez 2016, 01:11

Betty, egal wie Du es siehst. Es war gut, für mich. Und nur darum geht es jetzt erstmal. Daß die Welt kein Ponyhof ist, weiß wohl jede von uns. Aber ich hatte ein total schönes Gefühl dabei und vor allem Menschen, die empathisch waren. Und die haben mir dieses gewisse Gefühl gegeben, dieses Gefühl, doch angenommen zu sein. Und wenn es jemanden gab, der das nicht Ernst gemeint hat, was ich aber nicht glaube, ändert das überhaupt nichts an diesem gelebten Augenblick für mich. Ich war einfach nur Frau, Punkt.

Astrid
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 20 im Thema

Beitrag von Astrid » Di 20. Dez 2016, 06:59

betty hat geschrieben: ...
Dann lebt im eurer heilen Welt .
Hallo betty,

tragen wir nicht alle die Sehnsucht nach einer heilen Welt in uns?
Das Problem ist nur, daß die Vorstellung von einer heilen Welt bei jedem Individuum eine andere ist. Persönliche Wünsche kollidieren oft mit Interessen anderer. Daher denke ich, daß die persönliche heile Welt immer eine Illusion bleiben wird.

Unser aller Ziel sollte aber sein, an einer gemeinsamen heilen Welt zu arbeiten. Die ist aber nur mit der Bereitschaft zu Kompromissen auf allen Seiten zu erreichen.
Ohne die Diskussion und den Willen, sich gegenseitig in die Gefühlswelt des Partners hineinzudenken wird es kein Fortkommen geben und die Beziehung wird dahinsiechen und auf lange Sicht womöglich zerbrechen.

Für Deinen Wunsch, Deine Familie möge nicht zerbrechen, bist also neben Deinem Partner auch Du selbst in der Pflicht, Deinen Teil dazu beizutragen. Überwinde Deinen Ekel, findet Kompromisse und fangt klein an. Anne-Mettes Vorschläge gehen da bestimmt schon in die richtige Richtung.

Ich wünsche Euch, daß ihr es schafft.

Liebe Grüße - Astrid

Vicky_Rose
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 21 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 20. Dez 2016, 07:48

Es geht über absolut lächerlich , peinlich, total unmöglich bis hin zu ekel.es ist schrecklich. Für mich zerstört dieser drang mein leben und meine Familie
Kannst Du das etwas genauer ausdrücken ? Was genau ist denn so schrecklich ? Der "Fummel" ist letztlich nichts anderes als das, was Du auch trägst. Die Kleidungsstücke sind es wahrscheinlich nicht, Dein Mann dürfte es auch nicht sein.

Also, worum geht es wirklich ? Schau genau hin, es geht um Dich und sonst niemanden. Es ist nicht der "Drang" alleine, der Eure Ehe zerstört, Du bist daran nicht weniger beteiligt. Komm' heraus aus Deiner Komfortecke, aus der Du andere Umstände für Dein Leid verantwortlich machen kannst.

Es lohnt sich.

Mir ging es nach Beendigung meiner Ehe vor 13 Jahren ebenso. Was habe ich meine Frau verantwortlich gemacht, weil sie mich betrogen und belogen hat. Erst Jahre später hat mir jemand, der es gut mit mir meinte, ziemlich klar gesagt, dass auch ich mit meinem Teil erheblich dazu beitrug. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es kapiert hatte. Ich konnte nur etwas ändern, wenn ich es bei mir und nur bei ändern konnte. Die Verantwortung zu übernehmen, die mein Handeln betrafen, hat mein Leben geändert. Das Jammern über die Schuld des anderen, hat mich nicht weiter gebracht, sondern immer wieder auf die alte Situation zurück geworfen. Ich konnte kein Vertrauen mehr aufbauen und das hat sogar die nächste Beziehung zerstört.

Das bedeutet nicht, dass ich die Schuld auf mich nehme. Das ist sowieso wenig Ziel führend. Wenn ich heute besser leben will, muss ich die Verantwortung für die Dinge, die mir widerfahren, übernehmen. Mache ich das nicht, werde ich mit meinen Problemen immer wieder konfrontiert. Ich nehme sie überall mit hin: wenn ich weglaufe, folgen sie mir. Suche ich einen neuen Partner, wird er der Spiegel sein, der sie mir wieder zeigt.

Ich muss mich meinen Problemen stellen.

Analog sehe ich die Situation bei Dir. Deine Wut und Traurigkeit werden durch den "Drang" Deines Partners in Dir ausgelöst, aber nicht verursacht. Wenn Du Dich damit auseinander setzt, heißt das nicht, dass Du Deine Ehe retten kannst, aber ich bin mir ziemlich sicher, wenn Du es nicht machst, wird sie zum Scheitern verurteilt sein.

Nochmals: Du musst das Treiben Deines Mannes nicht unterstützen, wenn Du das nicht möchtest. Du musst das nicht akzeptieren. Du bist auch nicht dafür verantwortlich. Was Dir aber aus meiner Sicht helfen kann, ist die Auseinandersetzung mit Deinen eigenen Problemen, die sich durch Deine Gefühle äußern. Wenn Du Dich dadurch änderst, änderst Du die ganze Situation. Ergebnis kann ein besseres Verständnis für Deinen Partner sein. Es kann aber auch sein, dass Du erkennst, dass Du Deinen Partner ziehen lassen musst. Dann weißt Du aber auch warum.

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich den Fragen seines Lebens zu stellen, gerade weil der Ausgang ungewiss ist. Aber was kannst Du erreichen, wenn Du es nicht tust ?
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

betty
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 22 im Thema

Beitrag von betty » Di 20. Dez 2016, 08:07

Nachricht von Inge privat an mich :



 
Zuletzt geändert von betty am Di 20. Dez 2016, 08:09, insgesamt 1-mal geändert.

ExUserIn-2018-08-04
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 23 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Di 20. Dez 2016, 08:30

betty, du hast ein Problem mit deinem Mann, das reibt dich auf, und du bist deshalb sehr unglücklich. Vermutlich ist es dein Partner auch. Niemand hier im Forum versucht dieses Problem klein zu reden, am allerwenigsten die Betoffenen.

Natürlich versuchen wir uns hier auch Mut zu machen. Genau so wie du es verdient hast, das man dir und deinem Partern Mut macht. Ihr seid zusammen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, und ihr liebt euch. Es gibt viele Wege, die man gemeinsam gehen kann. Niemand kann von dir verlangen, dass du etwas erträgst, mit dem du gar nicht klar kommst, betty. Das verlangt auch niemand hier im Forum von dir. Dazu hätte auch keiner das Recht. Es liegt an dir und deinem Partner, den richtigen Weg für euch zu finden.

Meine Ehe ist nicht an meinem CD (was sich später als TS herausstellte) gescheitert sondern daran, dass ich nicht damit klar kam. Ich wollte nämlich nicht mehr leben. Ich stand im 18. Arrondissement von Paris auf einem Häuserdach, und nur meiner damaligen Partnerin verdanke ich es, dass ich diese Zeilen hier schreiben kann. Bitte bedenke bei deinem Problem, dass die meisten von uns sich das alles so nicht ausgesucht haben. Wir haben viele Jahre dagegen gekämpft, weil wir uns nicht akzeptieren konnten.

Die Mail ist natürlich unterste Schublade. Aber aus ihr spricht auch der Frust darüber, dass du hier öffentlich deine Abscheu vor Menschen bekundest, die selbst wegen ihres/ihrer CD/TG/TS mit großen Problemen kämpfen. Ich vermute, dass es deinem Partner alles andere als gut geht. Und du haust solche Sätze raus. Das geht auch gar nicht.

Ihr solltet euch einen Therapeuten suchen, der euch hilft. Wenn ihr euch nur um euch selbst dreht, geht es nur noch um Verzweiflung. Tut euch das nicht an. Glaubt an eure Liebe und lasst euch helfen.

Nachdenkliche Grüße

Daenerys

PS: Sorry Johanna, ich wollte deinen Thread nicht zweckentfremden, aber ich hatte den Eindruck, ich muss das jetzt hier mal schreiben.

Anne-Mette
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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 20. Dez 2016, 08:52

Moin,

private Nachtrichten sind private Nachrichten und gehören hier nicht veröffentlicht.
Zu den Vorgängen und den beleidigenden Äußerungen werde ich mich nachher äußern.

UserInnen, die sich nicht an die Regeln halten (viewtopic.php?p=124203#p124203),

erhalten "eingeschränkten Nutzerstatus" (Freischaltung)

Allerdings glaube ich nicht, dass ich mich lange über solches Auftreten ärgern werde.

Gruß
Anne-Mette

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Re: So, jetzt ist es also passiert !

Post 25 im Thema

Beitrag von Anke » Di 20. Dez 2016, 09:07

Hallo,

ich möchte nun schreiben, was Michelle oben schon angedeutet hat. In diesem Thread geht es um Johanna und ihr erstes Mal draußen. Sie hatte ein tolles Erlebnis, das sie mit uns teilen wollte. Viele freuen sich mit ihr, dass sie das geschafft hat.

Bei allem Verständnis für die Probleme von Betty. Dieser Thread ist nicht der Platz darüber zu schreiben. Wenn sie sich im Forum dazu austauschen möchte, dann empfehle ich ihr einen eigenen Thread zu eröffnen, statt den Thread von Johanna für ihr eigenen Themen zu missbrauchen. Und private Nachrichten hier zu veröffentlichen, das geht schon überhaupt nicht.

:((a

Zurück zum schönen Anlass des Threads. Ich bin wirklich froh, dass Du (Johanna) diesen Schritt gemacht hast und es so gut gelaufen ist. (ap) (ap) (ap)

Und wer das genau so sieht, der sollte hier entsprechend posten und sich mit Johanna freuen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

Simone 65
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Re: Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)

Post 26 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Di 20. Dez 2016, 10:55

Hallo Betty. Ich habe bisher nur mitgelesen was du geschrieben hast. Ich bin traurig das Du so wütend bist. Vor solchen Reaktionen hatte und habe ich Angst. Ich habe mich deshal 40 Jahre versteckt. Ich hatte immer Angst vor Nähe mit Menschen. Hatte Angst vor Ablehnung. Ich hatte nie eine Freundin, nie eine Beziehung. Ich lasse niemand an mich ran. Vielleicht ist das, das Ergebnis von Menschen wie du. Ich bin nicht objektiv, kann ich gar nicht sein. Wenn Du fragst, was mich nach draussen treibt. Ich antworte, das Leben!
Ich bin letztes Jahr 50 Jahr geworden. Sollte es Das alles gewesen sein. Ich suchte was. Ich bin am 15.7.2016 nach Frankfurt und Simone geht raus. Ich habe seit dem ein neues Leben enzdeckt, habe Freude gefunden. Mir steht eine ganz neue Welt offen.
Ich werde mich Nie wieder verstecken. Nie wieder. Simone
Zuletzt geändert von Simone 65 am Di 20. Dez 2016, 18:27, insgesamt 2-mal geändert.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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Re: Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)

Post 27 im Thema

Beitrag von lilijana » Di 20. Dez 2016, 11:48

Hallo,

was mich nach draussen treibt?

Die Freiheit mein Leben so zu Leben wie ich es für richtig erachte!

Ich möchte nicht mehr mein wahres Ich hinter einer Maske verstecken, nach aussen sieht ja alles ok aus, aber hintenrum, sieht es ganz anderst aus. Es ist manchmal wie eine Selbstentfremdung, ein fremdbestimmtes angepasstes Leben, das möchte ich nicht mehr.
Ich möchte mich entfalten, meine Wege gehen, mich selbst Gestalten und nicht wie andere es mir vorschreiben, auch wenn ich dadurch nicht immer ganz konform mit anderen bin. Auch wenn dieser Weg manchmal nicht immer bequem ist, so gibt er mir doch die Möglichkeit mich zu entfalten.

Deswegen gehe ich nach draussen, in ein Cafe, in ein Restaurant, unter Menschen, etc...

Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.

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Re: Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)

Post 28 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 20. Dez 2016, 12:05

Moin,

ich glaube, es ist an der Zeit, mal etwas klarzustellen:

wir gehören dazu, wir sind "Menschen wie Du und ich". Wir sind keine Spinner, keine Exoten, keine, die man wegschließen oder verstecken muss - wir sind wertvolle Teile der Gesellschaft.

Gegen Phobien kann u.U. etwas getan werden (Therapie), auch gegen Transphobie; ansonsten kann man sich nur von Einflüssen fernhalten, die diese Phobien auslösen oder verstärken.

Gruß
Anne-Mette

ab08
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Re: Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)

Post 29 im Thema

Beitrag von ab08 » Di 20. Dez 2016, 12:50

Hallo,

neben dem emotionalen Problem, das Betty offenbar hat, und das eventuell -bin keine Fachfrau, aber ich habe diesen Eindruck- einer Therapie bedarf,

geht es um Emanzipation
-> ähnlich wie Frauen beweisen mußten, vollwertige Bürger zu sein, sich das Wahlrecht erkämpfen mußten.
-> ähnlich wie einige in USA Präsident Obama aufgrund seiner Hautfarbe nie akzeptierten, weil ihr Denken in der Zeit der Sklaverei festhängt.
-> genauso hängen Betty und andere, die so über CD, TS usw. denken, an Normen fest, die elementaren Menschenrechten widersprechen!

Keine Sorge, meine Lieben, trotz allem Unverständnis, trotz aller Sturheit, Emanzipation findet statt. :wink:
Wahlrecht -> Heute hat Deutschland eine Bundeskanzlerin -- Hautfarbe -> Präsident Obama wurde ja schon erwähnt.
So gibt es längst auch bei TS genügend allseits geschätzte Personen, die sich längst emanzipierten:
z.B. Johanna Schmidt-Räntsch (Richterin am BGH), Regina-Michaela Wittich (renommierte Forschungsprofessorin mit vielen Aufgaben, Granada),
(8 Jahre unterrichtete ich im korrekten Geschlecht, wurde im Verband gewählt, prüfte im Abitur, wurde befördert, trat mit 65 Jahren+8 Monaten also maximal möglicher Pension in den Ruhestand.) :wink:
usw. usw. usw. *)

Liebe Grüße
Andrea

*)
@Betty:
Vielleicht verstehst Du es anhand der Beispiele besser, liebe Betty, dass auch CD,TS usw. normale Mitbürger sind. Es gibt CD und Transsexuelle in nahezu allen Berufen.
Anne-Mette hat völlig Recht, wenn sie schreibt "wir gehören dazu, wir sind "Menschen wie Du und ich". Wir sind keine Spinner, keine Exoten, keine, die man wegschließen oder verstecken muss - wir sind wertvolle Teile der Gesellschaft." (yes)
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

TessaLouboutin
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Re: Darf ich euch alle mal fragen, was euch nach draußen treibt? (betty)

Post 30 im Thema

Beitrag von TessaLouboutin » Di 20. Dez 2016, 13:18

Hi,

@Anne-Mette: Danke für die Lenkung des Beitrags.

@betty: Warum treibt es uns nach draußen? Eigentlich darf ich mich nicht dazu äußern,
da ich noch nie wirklich draußen war.Trotzdem will ich mal versuchen zu erklären,
was bei mir dahinter steckt (reine Selbstanalyse! - ein Psychologe deutet hier vieleicht was anderes):

Es hängt wohl mit der inneren Salamitaktik des Verstandes zusammen, den Widerspruch
zwischen unseren zwei Seelenkörpern aufzulösen. (Danke an Vicky für den Begriff "Two-Spirits").
Grundlage ist das Wechselspiel zwischen Selbsterkenntnis, Zweifel, Verdrängung, Scham, Aufbruch, Glück und Zerstörung.
welche sich in unserem Geist abspielt. Wie kommt es nun zur ersten "Scheibe" der Salami?
Der "männliche" Geist erkennt irgendwann , das er sich selbst (ohne Not!) versucht mit dem
geschlechtlichen Gegenüber zu identifizieren [Selbsterkenntnis]. Das führt umgehend zu einem
inneren Widerspruch mit der rollenspezifischen Erziehung unseres bisherigen "Ichs" [Zweifel].
Da nicht sein kann, was nicht sein darf wird die Auseinandersetzung mit dem Widerspruch tunlichst
vermieden [Verdrängung]. Doch dieser Teil hat wenig qualitativen Bestand (quantitativ hat er bei mir
gut 20 Jahre durchgehalten). Jetzt folgt die "erste" innere Schleife: im Kampf um die gedankliche
"Normalität" unterliegen irgendwann die "Verdrängungskräfte" dem Verlangen der gegengeschlechtlichen Identifikation,
also wieder am Ausgangspunkt. Diese Schleife wiederholt sich, in der Hoffnung das unser Verstand die scheinbare "Sinnloskeit"
unseres Unterfanges erkennt und den "Normalzustand des inneren männlichen Rollenbildes" wiederherstellt.
Tatsache ist jedoch das es sich dabei um eine selbstverstärkende Rückkopplung handelt die nur
durch ein Weiteres Element unterbrochen wird: Das Bewusstsein "nicht stark genug gewesen zu sein"
führt zur [Scham]. In der nächsten inneren Schleife wird nicht nur weiterhin das "Ident - Problem"
hinterfragt sondern auch "wofür" soll ich mich den eigentlich "schämen"? Wir sind jetzt an einem
ganz entscheidenden Punkt. Es ist die Phase des [Aufbruchs]. Wir bauen nun in die Schleife
die Analyse der Möglichkeiten ein, einen winzigen Teil unserer bisher rein gedanklichen
"Zweitidentität" in die die Realität zu transformieren. (Bei mir war es der Kauf des ersten weiblichen Kleidungsstückes).
Bleiben wir bei den Schleifen. Die langersehnte Befriedigung des Geistes durch eine reale Präsenz
eines Elementes, welches logischerweise nur für den bisher rein gedanklich zugelassenen Teil unseres Ichs
gedacht ist, führt zum nächsten Element: zum [Glück] (Der schönsten Stelle der Schleifen :idea:).
Die nächste Runde (Schleife) lässt nicht lange auf sich warten und wird nach der [Selbsterkenntnis],
um das Element [Zerstörung] (ich werfe die gekaufte Sachen weg) ergänzt.

Das war die erste Scheibe der Salami!

Ich habe dann nicht nur die physische Seite zerstört, sondern auch einen Teil
meines "unzulässigen" Inneren. Aber der Schein trügt. Man zerstört nicht das
was man liebt. Im Gegenteil es stirbt Schleife für Schleife immer ein wenig mehr
von dem was man eigentlich nicht ist. Mit jeder Schleife lässt man ein
bischen mehr zu und zerstört entsprechend dem Mechanismus auch etwas mehr.
Es ist scheinbar eine Art Evolution. In welche Richtung die geht, erfahre ich,
wenn ich mir selbst die Frage stelle, welcher Teil meines Inneren von mal zu mal
stärker geworden ist. Die Scheiben werden im Laufe der Zeit immer dicker und ich
stand irgendwann komplett "en femme" mit Makeup vor dem Spiegel. Neben dieser
physischen Evolution hat es natürlich auch eine geistige gegeben. Ist es doch nicht mehr
der Zweifel an einem Gedanken sondern ein starkes emanzipiertes Ich, was seinen
Raum gefordert hat und ihn auch bekommen hat. (Na, welche Seite war nun wohl stärker?)


Gibt es ein Ende?

Wir sind nun wieder an einem ganz entscheidenden Punkt. Gibt es ein Ende der Schleife?
Für manche ja. Es sind diejenigen deren geistiges Gleichgewich zwischen den Seelen
erreicht ist. Sie sind sich dessen was sie sind und was sie sein wollen voll bewusst (Eine Folge der
abgeschlossenen Selbsterkenntnis) Sie sind Selbstbewusst und frei von Zweifeln.
Sie müssen nichts mehr Verdrängen und empfinden auch keine Scham mehr vor sich selber.
Sie sind glücklich so wie sie sind und sehen keine Notwendigkeit einer zerstörerischen Komponente.


Für die die weiterreisen

sind noch viele Schleifen notwendig, z.B. die Bewältigung der Situation nach einem Outing oder gar eine GAOP
und die Lebenssituation danach... Hierüber kann ich nicht berrichten, da ich noch nicht dort bin (aber auf der Reise).

Abschliesend nochmal zurück zur Kernfrage "was treibt euch nach draußen?"
Es ist vermutlich auch so ein Scheibchen. Ab einen bestimmten Zeitpunkt
sucht der nunmehr emanzipierte "zweite" Teil einen Ausweg aus der ihn
umgebenden sozialen Einzelhaft. Auch er ist Mensch. Lasst ihn leben.

LG
Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

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