Die Belange der Partnerinnen und Familien
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Anne-Mette
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Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 11. Sep 2016, 12:29

Guten Morgen,

ich habe das Gefühl, dass die Belange der Partnerinnen und der anderen Familienmitglieder zu oft nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt werden. Mich selbst schließe ich da ein; ich bin sicherlich zu oft von meiner Lebenssituation ausgegangen.
Selbst eine "kleine Lösung: Änderung des Namens und Personenstands" kann für Familienmitglieder große Auswirkungen haben, insbesondere für Kinder.
Aus den Kindern von Herrn und Frau xyz werden "Kinder von Frau X und Frau Y".
Während Partnerinnen sich trennen/scheiden lassen können, ist es den Kindern nicht möglich.

Familien weden "nachträglich zu Regenbogenfamilien", was sicherlich schwieriger ist, als in einer Regenbogenfamilie aufzuwachsen.
Unsere Enkelkinder wachsen "damit" auf; ich denke, sie haben es leichter als Kinder oder Enkelkinder, die "plötzlich und unerwartet" mit der Transsexualität eines Eltern- oder Großelternteiles konfrontiert werden.
Auch: "Regenbogenfamilien" sind (noch) auffällig und Kinder wollen gerade in einigen Lebensphasen NICHT auffallen - und Eltern sind in diesem Lebensabschnitt "immer peinlich" (da reicht schon das falsche Familienauto oder eine "moderne Mutter" oder ein Vater, der Elternsprecher in der Schule ist).

Herzliche Grüße
Anne-Mette

exuserin-2016-12-21

Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 2 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » So 11. Sep 2016, 17:17

Hallo ,
ja da hast du Recht Anne-Mette .
Ich ertappe mich auch immer wieder und ich versuche mit enormster Anstrengung das Dilema zu umschiffen . Wiederrum hilft mir meine Frau dabei sehr und gibt mir viel in dieser Situation und lässt die Inge in mir leben und sie darf auch oft raus !
Sie lebt praktisch mit uns . Wir wollen die Regenbogenfamilie vermeiden und auch ich muß da zurückstecken . Dieses Opfer ist es mir Wert! LG Inge

Anne-Mette
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 11. Sep 2016, 17:20

Moin,

ich muss zugeben, ich brauchte auch erst einen (Denk)Anstoß auf unserem Gruppentreffen, um für mich das Thema wieder mehr in den Fokus zu stellen )))(:

Gruß
Anne-Mette

Tatjana 15
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 4 im Thema

Beitrag von Tatjana 15 » So 11. Sep 2016, 21:04

Hallo Anne-Mette,
ich finde es schön das du es ansprichst. ich habe mich schon oft gefragt ob das ein Thema ist und war immer ein wenig unsicher.
Wegen meiner Arbeit habe ich eine eigene Wohnung, was ich da mache also bezüglich meiner identität (ich weiß immer noch nicht wie ich mich beschreiben soll) ist ihr ziemlich egal, sie weiß diesbezüglich ne menge über mich, und ahnt wohl noch mehr.
Ich glaube sie hat nen weg gefunden damit klarzu kommen, im augenblick. Ich würde mich besser fühlen wenn ich auch zu hause so sein könnte wie ich mich fühle und mich nicht auf nuancen verlasse.
Mehr geht aber nicht, weil ich angst habe meine Kinder zu verunsichern, dabei glaube ich das es wie so oft kein problem zwischen mir und den kindern wäre sondern, das eher außerhlab der Familie zu problemen führen würden, bei freunden und in der schule.
ich hab das gefühl das mich das gerade mächtig fertig macht

Liebe Grüße Tatjana

ab08
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 » So 11. Sep 2016, 21:17

Hallo Anne-Mette,

ein schwieriges Thema. Im Fall TS ist es im Grunde unmöglich, der Problematik auszuweichen.

-> Selbstverleugnung bis zum bitteren Ende? - Erspart der Familie eventuell alle Probleme.
Entkopplung, Trennung sämtlicher familiärer Bindungen (aus 'Rücksichtnahme') ist nicht viel besser.
Und es bleibt immer die Frage "Ist es so sinnvoll? - Dient es diesen Menschen wirklich?"
-> Denn für Betroffene kann es auch eine Bereicherung ihres Lebens /eine Erweiterung ihres Horizonts sein. (Den Eindruck habe ich heute bei meinen Kindern jedenfalls - Ich dachte intensiv über die Wirkung nach. Vielleicht geschah deshalb mein CO erst 12Jahre nach der Scheidung /Kinder erwachsen...)

Die Sache fordert Partnerinnen und Familien sicher extrem. - Wir sollten daher sehr behutsam und sensibel vorgehen.
Andererseits hängt es von den Persönlichkeiten dieser Menschen ab, wie es sich im Endeffekt auswirkt.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Lehrerin bin, aber ich neige eher zur Wahrheit,
als dazu, Menschen in Watte zu packen und ihnen wichtige Dinge vorzuenthalten.
Natürlich sollten wir stets so behutsam und sensibel wie möglich vorgehen.

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Eine Alternative wäre deshalb ganz auf Partnerschaft & Kinder zu verzichten, nach dem Motto entweder/oder.. --> "moralisch sauber" ???
--> Meiner Meinung nach nicht: Mit ähnlichen Argumenten wird bei Kindern von Homosexuellen agiert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

JaquelineL
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 6 im Thema

Beitrag von JaquelineL » So 11. Sep 2016, 23:18

Liebe Tatjana,
Tatjana 15 hat geschrieben:ich habe mich schon oft gefragt ob das ein Thema ist und war immer ein wenig unsicher.
Wegen meiner Arbeit habe ich eine eigene Wohnung, was ich da mache also bezüglich meiner identität (ich weiß immer noch nicht wie ich mich beschreiben soll) ist ihr ziemlich egal, sie weiß diesbezüglich ne menge über mich, und ahnt wohl noch mehr.
Ich glaube sie hat nen weg gefunden damit klarzu kommen, im augenblick. Ich würde mich besser fühlen wenn ich auch zu hause so sein könnte wie ich mich fühle und mich nicht auf nuancen verlasse.
[...]
Mehr geht aber nicht, weil ich angst habe meine Kinder zu verunsichern
[...]
ich hab das gefühl das mich das gerade mächtig fertig macht
so in etwa lief es bei uns auch, nur dass es meiner Frau nicht "egal" war, auch sie hatte ihren Weg gefunden, damit umzugehen.
Unser deal war, dass mein (damals) CD dann "außerhalb" stattfand (die Kinder sollten unbeeinflusst aufwachsen können), doch nach mehreren Jahrzehnten war ich dann mehr zuhause, die "Kinder" immer weniger und unser Gesprächsbedarf hoch. Von meinen zwischenzeitlichen crashes ganz zu schweigen.

Bei solchen Gesprächen kamen wir darauf, dass wir es mit TS zu tun haben, erst war die Freude groß (der Grund für meine Zustände war gefunden), doch dann kamen große Löcher und viele Schwierigkeiten. "Einfach" geht anders.

Mit anderen Worten, die Belastung für die Partnerin kann enorm sein, für einen selbst natürlich auch. Je nach Naturell der Partnerin kann einem die Situation dann auch mal über den Kopf wachsen.

Gerade wenn Du den Eindruck hast, dass es lediglich im Moment für Deine Frau so ist, dass sie damit klar kommt und Du die Möglichkeit hast, den Status Quo zu halten, würde ich Dir dazu raten, es vorerst so zu belassen. Zumindest was das "zuhause ausleben" angeht. Darüber reden solltet ihr dennoch, gemächlich, und euch dem Thema vielleicht nähern.

Meine Frau ist ein Unikat, aber kein Einzelfall - es gibt viele Partnerinnen, denen diese Situationen sehr zusetzen. Insofern lautet die Antwort auf Deine eingangs gestellte Frage: Ja, es ist ein Thema. Vermutlich auch für euch :wink:

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

JaquelineL
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 7 im Thema

Beitrag von JaquelineL » So 11. Sep 2016, 23:39

Liebe Andrea,
ab08 hat geschrieben:Die Sache fordert Partnerinnen und Familien sicher extrem. - Wir sollten daher sehr behutsam und sensibel vorgehen.
Andererseits hängt es von den Persönlichkeiten dieser Menschen ab, wie es sich im Endeffekt auswirkt.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Lehrerin bin, aber ich neige eher zur Wahrheit,
als dazu, Menschen in Watte zu packen und ihnen wichtige Dinge vorzuenthalten.
[...]
P.S. Eine Alternative wäre deshalb ganz auf Partnerschaft & Kinder zu verzichten, nach dem Motto entweder/oder..[/size]
der erste Teil Deiner Antwort legt den Fokus anscheinend auf die Überlegung, ob "das Thema" der Familie offenbart wird. Was Anne-Mette vermutlich auch meint, ist die Frage, wie Partnerinnen beispielsweise während der Transition belastet werden und welche vielfältigen Aspekte plötzlich eine Rolle spielen, die uns als "Primärbetroffenen" gar nicht in den Sinn kommen.

Retrospektiv mein Leben betrachtend muss ich zu Deinem PostScriptum sagen, dass ich bei einer Wiederholung meines Lebens durchaus eine Partnerschaft (vorerst) vermeiden würde. Das hat aber überhaupt nichts mit Moral zu tun, sondern mit Liebe: Es tut ungemein weh mit anzusehen, was ich dem einen Menschen antue, den ich über alles liebe. Es wäre besser gewesen, erst eine Transition zu durchlaufen, um danach die Partnerschaft einzugehen... nur dass das damals weder machbar war, noch mir als Weg überhaupt bewusst.

Liebe Grüße
Jackie
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exuserin-2017-01-16

Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 8 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mo 12. Sep 2016, 06:13

Moin moin aus Rücksicht auf Partnerin und Kinder, versteckt man sich eh schon Jahre länger als notwendig wäre. Ohne Partnerin und Kinder wäre ich meinen Weg viel eher gegangen.
Rücksicht auf Familie ,Rücksicht auf Arbeit, Rücksicht auf Ärzte und Therapeuten ,Rücksicht auf Nachbarn vor lauter Rücksicht nehmen verpasst man sein Leben ! Als ich anfing meinen Weg zu finden und erste Schritte in die Richtung machte, hat es mich fast zerrissen und ich mich fast auf die Schienen gelegt als meiner Familie das anzutun. Ist es besser für die Familie nicht mehr da zu sein oder sie lebt mit der neuen Frau ? Es gehört ein gewisser Egoismus dazu seinen Weg zu gehen, jeder hat nur ein Leben. Wenn man sich weiter verbiegen muss, kann es passieren man geht dabei kaputt. Mit welcher Begründung soll ich ständig auf Andere Rücksicht nehmen ? Wir sind keine Schwerverbrecher ,keine Kinderschänder ! Vielleicht muß das auch mal aus euren Köpfen raus, wir machen nichts verbotenes nichts schlimmes ! Wir wollen nur richtig Leben. Was kann ich dafür das ich einen männlichen Körper erhalten habe, meine Seele aber nicht darein passt. Wenn jemand nur CD ist sieht das Ganze sicherlich anders aus da kann man Rücksicht nehmen, bei Ti macht einen der Leidensdruck schon soweit fertig das kein Platz mehr für Rücksicht bleibt.

Grüße Uta

Svetlana L
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 9 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mo 12. Sep 2016, 06:20

ab08 hat geschrieben:-> Selbstverleugnung bis zum bitteren Ende? - Erspart der Familie eventuell alle Probleme.
Liebe Andrea, da würde ich aber das eventuell ganz dick unterstreichen mit vielen Fragezeichen. Sich komplett selbst verleugnen und dann noch den entspannten, ausgeglichenen Ehemann/Familienvater zu spielen? Ich glaube, diesen Spagat kann man vielleicht für eine gewisse Zeit durchhalten, aber auf Dauer wird das unmöglich sein ohne dabei selbst zu Grunde zu gehen. Die Probleme sind dann vermutlich anderer Natur, aber sie sind definitiv da.

Irgendwo habe ich aber mal gelesen, dass "wir" immer mehr fordern, nach dem Motto: Schatz, ich ziehe ab und zu Damenwäsche an -> Schatz, ich trage jetzt ständig Damenwäsche -> Schatz, ich ziehe mal eine Rock an (aber nur hier zu Hause) -> Schatz, ich würde gern mal im Rock raus gehen -> Der Rock gefällt mir, ich gehe jetzt immer so raus -> Schatz, ich überlege Hormone zu nehmen -> Schatz, ich möchte mich operieren lassen

So oder so ähnlich war es doch bestimmt bei den meisten von uns. Ist einerseits ja auch irgendwie logisch, denn so etwas passiert ja nicht über Nacht. Aus Sicht der Partner*innen liest sich das dann aber vielleicht so: Ich will... ich will ... ich will ... Hört das denn nie auf, was kommt als Nächstes? Wo bleibe ich dabei?

Aus diesem Grunde finde ich es sehr wichtig, die Partner*innen frühzeitig ins Boot zu holen und offen, aber auch so schonend wie möglich, auf das Thema trans* vorzubereiten, wie es hier ja auch schon geschrieben wurde. Wenn das zu zweit nicht geht, dann kann man sich auch professionelle Hilfe holen. Das hilft Partner*innen vielleicht, auch einen neutralen Blick auf das Thema zu erhalten und so entspannter damit umzugehen.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Anne-Mette
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 12. Sep 2016, 09:23

Guten Morgen,

die "DANKE" beschämen mich etwas; denn schließlich habe ich das Thema erst aufgrund der Hinweise aufgegriffen, die ich bekommen habe )))(:

Selbst die "kleine amtliche Lösung" (Namen- und Personenstandsänderung) hat für eine Familie/eine Ehefrau erhebliche Konsequenzen - auch in der Außenwirkung - die ich nicht ausreichend bedacht habe.
Ich bin wohl zu sehr von meiner Familie ausgegangen oder von den Familien, die ich kenne und bei denen es "gut lief".

Dabei will ich die Nöte transsexueller Menschen nicht kleinreden. Hinzu zu den Problemen, die diese Thematik mit sich bringt, kommt noch die schwere Bürde der Verantwortung für die Familie, an der man fast zerbrechen kann (und die Familie auch).
Ich habe vor etlichen Jahren mal einen Arbeitsplatz verloren, und das, ohne direkte Aussicht, sofort eine gleichwertige Beschäftigung zu finden. Ich war hin und hergerissen zwischen der eigenen Verarbeitung und dem Gefühl, verantwortlich zu sein für die Familie.
Das war schwer; denn mein "das bekommen wir wieder hin" klang für mich selbst längst nicht immer überzeugend.
Dennoch haben sich neue und gute Wege aufgezeigt.
Allerdings ist es mir recht schwer gefallen in dieser für mich sehr schwierigen Zeit mit Forderungen meiner Familie umzugehen.


Herzliche Grüße
Anne-Mette

Anja
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 11 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 12. Sep 2016, 11:53

Moinsen!

zum Thema: Wichtig ist doch, das es der Familie (und ihren Mitgliedern) gut geht, dass sie glücklich sind. Und wenn ein Mitglied seine Persönlichkeit komplett oder zu einem großen Teil unterdrücken muss, wie kann es dann glücklich sein? Außerdem wäre der- (oder die-)jenige unehrlich gegenüber den Familienmitgliedern und das ist ebenfalls schädlich für die Familie.
Ich bin meinen Partnerinnen gegenüber immer gleich zu Anfang offen und ehrlich gewesen, das hat sich bewährt. Ich bin nie in Erklärungsnöte gekommen, weil sie zufällig Kosmetika oder Kleidungsstücke gefunden hat. Und ich musste mich selbst nie verleugnen.
Auf meinem Weg von DWT zu CD zu TS hab ich meine Frau immer "mitgenommen".
Und schlussendlich haben wir mich auch nicht vor unseren Kindern versteckt. Sie kennen mich von Geburt an als Frau.
Durch Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an lassen sich viele Probleme vermeiden.
Da jede Lebenssituation sehr individuell ist, werde ich mich davor hüten, Ratschläge zu erteilen. Aus meinen Erfahrungen heraus kann ich nur sagen: Je früher, desto besser...

Liebe Grüße
die Anja
Zuletzt geändert von Anja am Mo 12. Sep 2016, 13:42, insgesamt 2-mal geändert.
WER WILL FINDET WEGE. WER NICHT WILL FINDET GRÜNDE.

exuserin-2016-12-21

Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 12 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Mo 12. Sep 2016, 11:55

(888) ))):s Hallo ,ja Anne-Mette ,so wie du vor Jahren mit der Arbeitslosigkeit ,durchlebe ich auch zur Zeit nach fast 38 Jahre Berufstätigkeit. Dadurch habe ich viel Zeit und viel Zeit zum hirnen (überlegen ) .Und meine Weibliche Seite beschäftigt mich von morgends bis Abends . Gehe dadurch in mich und lasse dann nichts raus um meine Frau nicht mit Inge zu terrorisieren . Aber dann denkt sie ich bin traurig ,was sie dann merkt und mit mir spricht. Dann reden wir darüber und schon ist die Inge wieder Thema. Nicht einfach ,hoffe ich finde bald einen neuen Job. Gesundheitlich bin ich wieder auf der Höhe. Sind noch zwei kleinere Eingriffe ,aber dann sollte hoffentlich auch mal wieder gut sein .

Inga
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 13 im Thema

Beitrag von Inga » Mo 12. Sep 2016, 13:34

Hallo, Anne-Mette,

ich denke schon, dass du die Dankeschöns fürs Aufbringen des Themas verdient hast. Denn der behutsame Umgang mit unseren Nächsten, ihren Empfindlichkeiten und Verletzlichkeiten, ist keine leichte Sache.

Liebe Grüße
Inga

Olivia
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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 14 im Thema

Beitrag von Olivia » Mo 12. Sep 2016, 14:23

Hallo,

Inga hat geschrieben:

"Hallo, Anne-Mette,

ich denke schon, dass du die Dankeschöns fürs Aufbringen des Themas verdient hast. Denn der behutsame Umgang mit unseren Nächsten, ihren Empfindlichkeiten und Verletzlichkeiten, ist keine leichte Sache."

Dem ist nichts hinzuzufügen!!!!

Liebe Grüße von Olivia

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Re: Die Belange der Partnerinnen und Familien

Post 15 im Thema

Beitrag von Aubergine » Mo 12. Sep 2016, 16:27

Hallo zusammen,

die erste Frage für mich in diesem Thema: kommt die Frau erst mit der Zeit oder ist sie schon da. Wenn sie schon da ist und man dann eine Partnerschaft eingeht und alles verschweigt und verbirgt, braucht man auch hinterher nicht jammern, dass es einem schlecht geht. Für den Fall habe ich nicht viel Verständnis, denn wer nicht mit offenen Karten spielt in einer Beziehung, hat eigentlich von vorn herein schon verloren.

Es geht vermutlich aber mehr um die schleichende Entwicklung, die nur im Kopf existiert und sich mit den Jahren den Weg nach draußen sucht. Dadurch passiert es natürlich, dass es mitten in der Beziehung, Ehe oder Partnerschaft auftritt (So wie bei meinem Schatz nach 15 Jahren, der erst auf Grund eines Zusammenbruchs aus anderer Ursache, von der Kur Jenny mit nach Hause brachte)
In so einem Fall kommt es auf das Einfühlungsvermögen beider Parteien an, auf den Stand der Beziehung überhaupt um zu Beurteilen, ob man da zusammen einen Weg findet.
Die meisten Probleme werden die Paare haben, die sowieso Probleme in ihrer Beziehung haben. Das Alter spielt dabei auch eine große Rolle. Ältere Menschen müssen weniger Rücksicht auf Kinder etc. nehmen und können nah außen offener damit umgehen.
Aber bei aller Toleranz, Verständnis und Unterstützung muss man doch mal sehen, dass die Partnerin in dieser Beziehung langsam aber sicher alles verliert, was ihr vertraut ist, was sie lieben gelernt hat und worauf sie sich bei der Bindung eingelassen hat. Es fängt ja schon beim Erscheinungsbild an. Man liebt den MANN und sein Aussehen. Dann wird das eine völlig veränderte, geschminkte Frau, die evtl auch eigene Brüste etc. bekommt und sich in einen völlig anderen Menschen verändert. Und kommt mir bitte nicht mit: "Das ist immer noch der gleiche Mensch" Das ist völliger Quatsch. Das mag beim CD zutreffen aber nicht bei der TS
Dass, wenn die Entwicklung über den CD hinaus geht der Betroffene unter Leidensdruck steht ist unbestritten, aber den gleichen Leidensdruck hat die Partnerin, die ebenfalls ihr gewohntes leben völlig auf den Kopf stellen muss, ja sogar darüber nachdenken, ob sie nun, obwohl sie das nie gewollt hat, jetzt plötzlich in einer lesbischen Beziehung leben möchte, denn von außen sieht das genau so aus. Auch wenn das Paar den Weg gemeinsam weiter geht bedeutet das für die Frau, dass sie ihr restliches Leben nun ebenfalls völlig auf den Kopf stellen muss, weil sie es mit einer Frau verbringt.
Fragt euch als Mann bitte einmal, wie ihr reagieren würdet, wenn eure Frau plötzlich ein Mann sein möchte. Würdet ihr sie unterstützen und anschließend in einer nach außen sichtbar schwulen Beziehung leben? Ich glaube, dass solche Vorstellungen lieber ganz schnell verdrängt und abgehakt werden.

Uta schreibt:
Ist es besser für die Familie nicht mehr da zu sein oder sie lebt mit der neuen Frau ? Es gehört ein gewisser Egoismus dazu seinen Weg zu gehen, jeder hat nur ein Leben. Wenn man sich weiter verbiegen muss, kann es passieren man geht dabei kaputt. Mit welcher Begründung soll ich ständig auf Andere Rücksicht nehmen ?

Es geht nicht darum sich zu verbiegen und es geht auch nicht darum immer auf alles Rücksicht zu nehmen. Aber das, was du sein möchtest, ist das, was deine Familie nicht möchte. Bist du Egoist und machst wie du willst, gibts nur 2 Möglichkeiten, entweder du trennst dich, oder Frau und Kinder müssen sich deinetwegen verbiegen. Niemand hat etwas verbrochen oder tut dem andern was und trotzdem tut der dem/n andern doch etwas.

So ein Weg ist nicht einfach und ich bin im Moment wirklich froh, dass Jenny nur CD ist.......das bleibt hoffentlich so, denn so einen Weg weiter zu gehen stelle ich mir sehr schwer vor.
Alle, die noch bei Ihrem Partner sind und diesen Weg gemeinsam gehen haben meinen größten Respekt und zwar beide, denn das ist eine Beziehung, die vermutlich durch nichts auseinander brechen kann.

LG Aubergine
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