Angst, meine Frau zu verlieren
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Nicoletta
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Angst, meine Frau zu verlieren

Post 1 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Mo 18. Jul 2016, 21:56

Hallo in die Runde,

derzeit sehe ich mich in einer schwierigen Situation. Ich bin verheiratet, und möchte die Beziehung auch aufrechterhalten. Meine Frau hat mich soweit begleitet und unterstützt, manchmal sind wir wie gute Freundinnen, leihen einander Kleidungsstücke oder Schminksachen, raten einander.

Nun hat meine Frau im März eine Therapie wegen Alkoholismus begonnen und befindet sich seit Ende Mai im Anschluss in einer Langzeittherapie. Ich sehe die Erfolge sehr positiv. Die letzten Tage aber ist meine Frau oft depressiv nach der Therapie, was damit zusammenhängt, dass man dort Druck auf sie ausübt, wieso sie überhaupt noch mit mir zusammen sei. Wir haben in der Tat seit mindestens ca. 10 Jahren keinen Sex mehr gehabt, für mich kein Problem, da ich wahrscheinlich asexuell bin, für sie schon schwierig bisweilen, aber aus ihrem christlichen Eheverständnis heraus akzeptiert. Nun versuchen vor allem Mitpatienten, aber offenbar auch Therapeuten, sie dahingehend zu beeinflussen, dass sie sich scheiden lassen soll. Es sei doch nur wirtschaftliche Abhängigkeit, warum sie noch bei mir sei, es fehle die Grundlage für eine Ehe. Ich finde, Therapeuten überschreiten damit erheblich ihre Kompetenz und ihre Aufgabe. Wahrscheinlich kann meine Frau diese negativen Beeinflussungen mit der Zeit auch allein überwinden, aber heute klang das sehr anders und für mich besorgniserregend. Meine Frau vermeidet Kontakt mit mir und weicht mir aus, weil sie wohl über das Gehörte nachdenken muss. Ich bin verunsichert. Meine Prioritäten sind natürlich, an der Beziehung festzuhalten, aber natürlich gibt es auch kein Zurück zur Sexualität, wahrscheinlich selbst technisch nicht mehr möglich. Gut gemeinte Ratschläge sind willkommen.

LG Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!

JaquelineL
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 2 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mo 18. Jul 2016, 22:16

Hallo Nicoletta,

schwierig, schwierig. Woanders hatten wir ja gerade erst das Thema "Therapeuten" und dass sie eher ein Echo des Patienten sind. Kann es sein, dass Deine Frau tatsächlich ein (tieferliegendes) Problem mit eurer Beziehung hat und vor allem Du an der Ehe hängst, sie eher "mitläuft"?

Wenn andererseits (seitens der Therapeuten) eine gezielte *Beeinflussung* stattfindet, ist dies sicherlich nicht der wahren Lehre entsprechend. Dies scheint alles in einer Klinik stattzufinden, hast Du die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch mit dem verantwortlichen Arzt, um Deine Bedenken zu äußern? Vielleicht ergibt sich darüber ja schon eine (Er)Klärung der Situation.

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 3 im Thema

Beitrag von lucalikes » Mo 18. Jul 2016, 22:32

Hallo Nicoletta,
ich gehe mal nur auf das ein, was mich gerade anspringt, ja?
Technisch ist Sexualität immer möglich. Kommt nur darauf an, worauf man sich einigt.
Das scheint mir jedenfalls eine entscheidende Diskrepanz in eurer Beziehung zu sein. So rigoros, wie du das Thema ausschließen möchtest, so rigoros reagieren womöglich die Therapeuten. Nur mal so als Anregung.
LG
Martina

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 4 im Thema

Beitrag von conny » Mo 18. Jul 2016, 22:33

Hallo Nicoletta,

zunächst würde ich mit ihr die Frage stellen, worauf sich die "Empfehlungen" der Therapeuten und Mitpatienten letzlich begründen, wie sie Eure Ehe ohne Kenntnis Deiner Persönlichkeit und Eurer ureigenen Beziehungsgrundlagen überhaupt beurteilen können.
Dann solltet ihr ganz offen darüber diskutieren was Euch zusammenhält, was ihr aneinander wertschätzt und was das Besondere an Eurer Beziehung ist. Dass sie Dich als Frau begleitet ist doch eine ganz tolle und nicht selbstverständliche Sache. Umgekehrt stehst Du trotz des Alkoholproblems zu ihr, auch das ist nicht selbstverständlich. In welche Situation kommt sie ohne Dich? Wer gibt ihr dann halt?

Das Gespräch aber nur als Vorbereitung auf Hilfe Dritter. Denn es wäre m.E. sehr sinnvoll, dass ihr eine professionelle Paarberatung nutzt. Je eher desto besser, bevor Deiner Frau immer mehr Zweifel kommen.

Ich Wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du den richtigen Weg findest.

LG
Conny

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 5 im Thema

Beitrag von Thora » Mo 18. Jul 2016, 22:38

Hallo Nicoletta,

Es ist verdammt schwierig aus der Ferne Ratschläge zu geben. Ein Gespräch mit dem Therapeuten, wie Jackie vorgeschlagen hat, ist bestimmt eine gute Idee. Vielleicht kannst Du auf diese Weise rausfinden, woher die Idee stammt, dass eine Trennung zur Problemlösung für Deine Frau nach Ihrer Meinung beitragen könnte.
Ich bin der Meinung, dass eine erfolgreiche Beziehung mehr darstellt als Sexualität. Du hast ja geschrieben, dass Deine Priorität ist, an der Bezeihung fest zu halten. Vielleicht ist es eine Möglichkeit, dass Du versucht, für Dich klar zu fomulieren, aus welchen Gründen dies der Fall ist. Das sollte eine gute Grundlage sein, dies auch Deiner Frau zu erklären. Hoffentlich kann dies dazu führen, auch von Ihr zu verstehen, wofür in Ihren Augen Eure Beziehung steht. Das könnte unter Umständen ein möglicher Neuanfang sein.
Ich weiss, dies ist schwierig, wenn sie den Kontakt meidet. Hoffentlich ergibt sich aber die Gelegenheit.
Ich drücke ganz fest die Daumen.
Liebe Grüsse, Thora

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina » Di 19. Jul 2016, 01:28

Hallo Nicoletta,
ich halte es für wahrscheinlich, dass ich einiges dazu sagen könnte - Ich würde aber gerne die ganze Geschichte hören, ganz ehrlich und offen. Ich habe genügend im Leben gesehen und gehört, dass eigentlich nichts mich überraschen kann. Ich weiß aber auch, dass obwohl alles in deinem Anfangspost sehr aufrichtig und wahrheitstreu scheint, dann ist es lange nicht die volle Wahrheit. Ohne den ganzen Zusammenhang zu kennen, wird auch kaum jemand dir was hilfreiches beisteuern können.

Ich bin auch per PN ansprechbar.

Explorer
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 7 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 19. Jul 2016, 06:22

Was habt ihr denn unternommen, um an dem Problem der Sexlosigkeit zu arbeiten? Scheinbar macht ihr das ja echt zu schaffen, und das wahrscheinlich schon seit längerem.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 8 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Di 19. Jul 2016, 08:05

Hallo Nicoletta,

ich finde es auch immer sehr schwierig, von außen Ratschläge zu Beziehungsproblemen zu geben, umso mehr, wenn TS/CD im Spiel ist. Meine Erfahrung ist, dass es eben immer zwei Seiten gibt, und auch die ausführlichste und am ehrlichsten gemeinte Schilderung der Situation von einer Seite gibt nie das Gesamtbild wieder - kann sie auch gar nicht. Von daher schreibe ich jetzt, was mir zu deiner Frage einfällt und hoffe, du kannst meine Ausführungen richtig einordnen. Es kann sein, dass ich völlig falsch liege.

Meine Ratschläge wären folgende: 1. Ich glaube, es ist eine gute Idee, mal mit den Therapeuten zu sprechen. 2. Ich glaube, du machst es dir zu einfach, wenn du den Therapeuten quasi die Schuld zuschiebst, dass es deiner Frau gerade so schlecht geht.

Zu 1.: Die Therapeuten versuchen, deiner Frau zu helfen. Wenn sie und andere Patienten den Eindruck haben, dass eine Trennung möglicherweise gut für sie ist, dann werden sie Gründe für diese Einschätzung haben. Vermutlich spricht deine Frau in der Therapie Probleme aus, die sie dir gegenüber verschweigt oder die dir vielleicht so nicht bewusst sind. Von daher wäre es auf jeden Fall gut, wenn du mit den Therapeuten sprichst.

Zu 2.: In deinem Beitrag liest sich das so, als würden die Therapeuten deiner Frau einreden, sich zu trennen. Ich kann gut verstehen, dass dich das sehr bedrückt. Aber der Gedanke kommt aus einer Notsituation deiner Frau heraus. Alkoholismus und Depressionen sind keine Kleinigkeit. Es sind lebensbedrohliche Krankheiten, gerade auch in dieser Kombination. Bei der Suche nach Heilungsmöglichkeiten kann es keine Tabus geben! Ob die Therapeuten richtig liegen oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn Trennung eine Lösung sein könnte, damit es deiner Frau besser geht, solltet ihr zumindest auch mal darüber nachdenken, vielleicht im Rahmen einer Trennung auf Zeit, um zu sich selbst zu finden, so weh das auch tut.

Du schreibst, dass die fehlende Sexualität ein Grund für die Krise ist. Dieses Gefühl hatte ich in meine Ehe auch. Aber in Wirklichkeit hat sich meine Frau durch meinen sexuellen Rückzug in Verbindung mit meiner TS ungeliebt gefühlt. Das hat sie mir allerdings erst Jahre nach unserer Scheidung gesagt, und es hat mir das Herz gebrochen. Denk mal darüber nach, ob es bei dir ähnlich sein könnte. Liebe ist das Wichtigste in jeder Beziehung.

LG

Daenerys
Me too.

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 9 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 19. Jul 2016, 09:03

Hallo Nicoletta,

...Daenerys Worten und Einschätzung der Lage ist eigentlich in der Sache nichts mehr hinzuzufügen - teile ich so auch.
die Liebe ist es, die eine Partnerschaft und hier auch eine Ehe zusammenhält; Korinther 13, die liebe trägt alles... und ist immer einen Versuch wert, das beste aus einer gegebenen Situation zu machen; aber es gehören immer zwei dazu, sonst wird es zu einseitig.
Fehlende sexuelle Aktivität ist sicher ein Aspekt aber ich denke nicht der zentrale Aspekt einer lange schon bestehender Ehe. Ich lebe in Liebe mit meiner Frau zusammen wie zwei Frauen eben miteinander leben und wir machen ganz viel zusammen und versuchen uns mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Sex haben wir seit dem die Kinder aus dem Haus sind auch nicht mehr, da war ja auch dann mein Outing ihr gegenüber. wir haben es geschafft, unser Leben so organisieren, dass beide etwas davon haben; meine Frau und ich mit meinen weiblichen Wünschen und Bedürfnissen - ein Lebenskompromiss bietet die Grundlage, wie ich schon vielfach an anderer Stelle schon geschrieben habe. Es geht nicht alles im Leben aber sehr viel, wenn alle bereit sind, irgendwo zurückzustecken. Meine Frau akzeptiert/toleriert mich mit Einschränkungen so wie ich bin und unterstützt mich auch mit der Einschränkung, dass ich es im näheren Umfeld nicht öffentlich mache und ich nutze meine persönlichen Freiräume andernorts, bei der Arbeit und in privaten Momenten zu Hause... Und Frau sein und mich fraulich fühlen kann ich jeden Tag und zu jeder Zeit. Nicht alle Frauen sehen top aus und nicht alle Frauen tragen ständig Röcke - da ist ein weites Feld dazwischen in dem ich mich ungehindert bewegen kann. Bei uns ist der Rock das Streitthema; meine Frau kann mich mit Rock nicht ertragen, Schmuck und DW mit allem toleriert sie. Röcke trage ich dann halt nur, wenn sie nicht da ist oder bei der Arbeit und anderswo...

LG, Ulrike-Marisa

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 10 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 19. Jul 2016, 09:12

Thora hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass eine erfolgreiche Beziehung mehr darstellt als Sexualität.
Ulrike-Marisa hat geschrieben:Fehlende sexuelle Aktivität ist sicher ein Aspekt aber ich denke nicht der zentrale Aspekt einer lange schon bestehender Ehe.
Für viele Menschen ist der Sex in der Beziehung/Ehe allerdings ein wichtiger Punkt. Natürlich nicht die einzige Säule, die die Beziehung zusammenhält, aber eine unersetzliche. Nicht jeder Mensch ist mit einem sexlosen Leben glücklich, und in diesem Fall scheint Nicolettas Frau ja wirklich sehr darunter zu leiden. Daher finde ich schon, dass die Sexlosigkeit ein ZENTRALES Problem darstellt. "Sex ist ja nicht so wichtig" ist vermutlich das Mantra, an dem die Arme seit 10 Jahren festhält, und an dem sie langsam, aber sicher zerbricht.

Daher müssen Lösungen her. Wenn dir, Nicoletta, der Sex nicht wichtig ist, wäre es vielleicht eine Möglichkeit, die Ehe zu öffnen und ihr Sex mit anderen zu gestatten? Wenn das für dich emotional ok ist, und wenn sie das mit ihrem christlichen Eheverständnis vereinbaren kann? Oder kannst du dir, trotz mutmaßlicher Asexualität, trotzdem vorstellen Sex mit ihr zu haben? Wobei dann bei ihr wiederum die Frage ist, ob ihr das überhaupt was gibt, oder ob ihr dann das Gefühl fehlt, begehrt zu werden.

In jedem Fall müsst ihr eine Lösung für dieses Problem finden. Und wenn es dafür keine Lösung gibt... würde ich ihr als Therapeut, Mitpatient, Freund, Ratgeber ehrlich gesagt genau den gleichen Ratschlag geben: Trenn dich, bevor du daran zugrunde gehst.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 11 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Di 19. Jul 2016, 09:28

Wir haben in der Tat seit mindestens ca. 10 Jahren keinen Sex mehr gehabt, für mich kein Problem, da ich wahrscheinlich asexuell bin, für sie schon schwierig bisweilen,
Hi Nicoletta,
ich denke, dass es für Deine Frau mehr als "bisweilen schwierig" ist und dass sie mehr darunter leidet, als Du es Dir vorstellen kannst.

Versuche einmal, ihre Sichtweise nachzuvollziehen und sich in sie "hineinzuversetzen". Es scheint mir dringend geboten, diesen Themenbereich offen anzusprechen. Möglicherweise mit Hilfe einer aussenstehenden Person.

Kann es sein, dass die Alkoholprobleme Deiner Frau damit zusammenhängen?

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 12 im Thema

Beitrag von Marielle » Di 19. Jul 2016, 09:56

Hallo Nicoletta, Liebe Leute,

seid doch bitte etwas zurückhaltender mit Ratschlägen zur Situation zweier Menschen, von der und von denen man fast nichts weiss.


Nicoletta: Daenerys hat m.E. einen guten Ansatz genannt. Sprich mit den Leuten, die sich um deine Frau kümmern. Die machen ihre Arbeit nicht um dir zu schaden. Sie sollen erstmal deiner Frau, und damit hoffentlich auch dir, helfen.

Alles Gute

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 13 im Thema

Beitrag von Anke » Di 19. Jul 2016, 10:18

Hallo,
Marielle hat geschrieben:Hallo Nicoletta, Liebe Leute,

seid doch bitte etwas zurückhaltender mit Ratschlägen zur Situation zweier Menschen, von der und von denen man fast nichts weiss.


Nicoletta: Daenerys hat m.E. einen guten Ansatz genannt. Sprich mit den Leuten, die sich um deine Frau kümmern. Die machen ihre Arbeit nicht um dir zu schaden. Sie sollen erstmal deiner Frau, und damit hoffentlich auch dir, helfen.

Alles Gute

Marielle
das sehe ich auch so und der Ansatz von Daenerys wäre auch das einzige, was mir dazu einfallen würde.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

Sylvia
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 14 im Thema

Beitrag von Sylvia » Di 19. Jul 2016, 10:23

Mal eine ganz blöde Frage an all die, die hier raten, Nicoletta solle sich an die Therapeuten ihrer Frau richten: Gibt es da keine ärztliche Schweigepflicht? Man kann doch nicht einfach hingehen und nachfragen, was der andere da so erzählt hat...

Lg,
Sylvia

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Re: Angst, meine Frau zu verlieren

Post 15 im Thema

Beitrag von Aubergine » Di 19. Jul 2016, 11:28

Hallo Nicoletta,

in vielen Aspekten deiner Situation erkenne ich mich wieder. Das heißt jetzt nicht, dass ich weiß wie es wirklich bei dir ist, aber ich kann dir von mir berichten und vielleicht kannst du ebenso etwas daraus erkennen.

Mit Alkoholismus hatte ich 25 Jahre zu tun, denn mein 1. Mann war Alkoholiker. Auch wenn er inzwischen schon 16 Jahre tot ist, leide ich teilweise heute noch in manchen Situationen darunter.
Auch er war in Therapie, sowohl Kurz- wie auch Langzeit. Ich wurde dort für eine Woche eingeladen um die Familie mit einzuschließen.
Eines darfst du mir aber glauben. Niemand versucht deine Frau irgendwie zu beeinflussen oder von dir weg zu bringen. Wenn das passiert, dann nur, weil das schon lang in ihr verborgen war und nun durch die Therapie zum Vorschein kommt. Vieles, was man verdrängt kommt durch Therapeuten ans Tageslicht, diese Erfahrung habe ich auch in meiner Therapie (für Angehörige) machen müssen/dürfen.
Der Einstieg zum Alkoholismus geht bei Frauen meist über Tabletten. Seelische Probleme verursachen physische Schmerzen, die man mit Tabletten eine Zeitlang in den Griff bekommt. Dann wirken diese Tabletten nicht mehr und man trinkt Alkohol dazu, denn das Verstärkt die Wirkung von Tabletten wie Schmerztabletten und Valium. Doch auch ein bisschen Alkohol verliert mit der Zeit die Wirkung und es muss immer mehr werden, damit es einem besser geht. Und ehe man sich versieht ist man Alkoholikerin, wenns ganz übel kommt auch noch Tabletten abhängig. Ursache ist aber die Seele und alles was da verdrängt wurde, kommt bei einer guten Therapie zum Vorschein.
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Meinen jetzigen Partner habe ich seit fast 15 Jahren. Durch äußere Einflüsse hat er sich im Laufe der Zeit so verändert, dass ich mich mehr und mehr zurück gezogen habe und es ihn scheinbar auch nicht gestört hat. Wir haben uns sonst gut verstanden, haben alles miteinander gemacht, haben schöne Urlaube miteinander verbracht, nur gab es keinerlei Zärtlichkeiten mehr und im Bett war Funkstille. Das ging so über 6 Jahre.
Eine Zeitlang war ich damit zufrieden, denn mein Partner ist eine Seele von Mensch. Aber irgendwann kommen Zweifel und Unzufriedenheit und ich habe über eine Trennung nachgedacht, weil das, was ich eigentlich brauchte wie Nähe, Geborgenheit und Liebe, war durch Freundschaft auf die Dauer nicht zu ersetzen.
Dann kam sein psychischer Zusammenbruch und endlich wussten wir beide, was die Ursache für unser Auseinanderleben war. Nach einer langen Kur kam der Mann zurück, denn ich vor 15 Jahren kennengelernt habe. Viele Gespräche und viel Verständnis für den andern haben uns wieder in ein glückliches Paar verwandelt, dass auch im Bett wieder zueinander gefunden hat. Endlich können wir wieder über ALLES reden.
Wäre das nicht passiert, wären wir vermutlich heute nicht mehr zusammen. In jeder Beziehung oder Ehe schleicht sich mit den Jahren ein gewisser Trott ein, das lässt sich nicht aufhalten und ist völlig normal. Wenn aber die Liebe auf Distanz geht, ist die Liebe irgendwann nur noch Freundschaft und das ist nicht das, was Frau eigentlich möchte. Es gibt sicher viele Frauen, die sich wohl oder übel mit der Situation dann abfinden. Das hat meist materielle Gründe oder es ist einfach Gewohnheit, oder man hat Angst, das Leben allein nicht zu meistern. Vor allem bei der älteren Generation ist das noch oft zu sehen. Auch religiöse Gründe können dafür die Ursache sein, einfach alles hinzunehmen wie es ist, auch wenn man in der Situation unglücklich ist.
Auch wenn ich schon 62 Jahre bin, in diesem Fall zähle ich mich zu den jüngeren, die ihr Leben allein auf die Reihe bekommen würden und ich könnte mich mit einer solchen Distanz in meiner Beziehung nicht auf Dauer abfinden.

Wie es nun bei dir, liebe Nicoletta ist, kann ich nachvollziehen. Aber so wie du schreibst, dass es keinen Weg zurück zur Sexualität gibt, verwehrt deiner Frau ein erfülltes Leben. Kein Geld der Welt kann Liebe und Zärtlichkeit ersetzten und da gehört für mich auch Sex, in welcher Form auch immer, dazu.
Es gibt so viele Varianten in der körperlichen Liebe, die nicht mal Gelähmte davon abhalten auf die eine oder andere Art intim zu werden.
Über eines solltest du dir im Klaren sein - wenn deine Frau nicht in der Lage ist ihre Probleme zu lösen (selbst wenn es die Trennung von dir bedeutet) wird sie vom Alkohol nicht los kommen, dessen bin ich mir ganz sicher.
Ich hoffe, ich habe nicht noch zusätzlichen Frust verursacht, aber die Wahrheit ist oft eine bittere Pille. Ich drücke dir die Daumen, dass ihr beide alles nach und nach wieder auf die Reihe bekommt.

LG Aubergine
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