"Transgender hat mit sexueller Orientierung nichts zu tun"
"Transgender hat mit sexueller Orientierung nichts zu tun" - # 3

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Astrid
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Re: "Transgender hat mit sexueller Orientierung nichts zu tun"

Post 31 im Thema

Beitrag von Astrid » Mi 16. Mär 2016, 08:21

Moin Lina,
Lina hat geschrieben: ...
Wenn ich sage, so gut wie alle Kühe, die ich gesehen habe sind schwarz/weiß, dann ist das eine Erfahrungsbericht, der z.B. diese zwei Reaktionen auslösen kann:
...
Dann ist das ein Erfahrungsbericht, der mir zeigt, daß dieser Mensch leider nur eine sehr beschränkte Erfahrung mit Kühen gemacht hat oder aber nicht mit geöffneten Augen durch die Welt geht. Ich würde diesen Menschen nicht zu Rate ziehen, wollte ich mich objektiv über Farbverhältnisse von Rindvieh informieren.

Außerdem macht es noch einen Unterschied, ob ich solch einen Erfahrungsbericht in einem Forum für Strick- und Häkelangelegenheiten oder in einem Forum für Landwirte poste. In letzterem erwarte ich einfach differenziertere Aussagen als: "Ich erkenne Kühe häufig schon als erstes an ihrer schwarz/weißen Farbe".
wo beide mehr oder weniger eine Kopie von sich selbst ausgesucht hat. Das ist sogar das, woran ich häufig als Erstes ein schwules Pärchen erkenne.
Liebe Grüße - Astrid

P.S.: Ja, ich habe konkrete andere Erfahrungen gemacht, was mich gerade dazu bewog, auf Deinen besagten Post zu reagieren.
Die Facetten des Mensch-Seins sind so unterschiedlich, daß ich das Gruppieren von Menschen und das oft darauf folgende schablonenhafte Erstellen von simplen "Faustregeln" für das "Erkennen" dieser Gruppierungen strikt ablehne.
Und genau darum geht es doch in diesem Thread und überhaupt hier im Forum im Sinne von:
Vielfalt statt Einfalt und AFDummheit

Lina
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Re: "Transgender hat mit sexueller Orientierung nichts zu tun"

Post 32 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 16. Mär 2016, 11:06

Dann erzaehl doch mal von dir selber - statt nur weiter irgendwekche unterschwelligen Unverschaemtheiten durch die Luft schwirren lassen. Der AfD hat z.B. keinen logischen Platz in der Argumentationskette.
Erzaehl lieber wie du selber in Maennermodus aussiehst un dann wie die Maenner aussahen mit denen du zusammen warst oder in die du dich verliebt hast.

Astrid
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Re: "Transgender hat mit sexueller Orientierung nichts zu tun"

Post 33 im Thema

Beitrag von Astrid » Mi 16. Mär 2016, 13:56

Lina, wenn Du allein die Tatsache, daß jemand Dich kritisiert, als Unverschämtheit auffaßt, dann tut es mir leid, dann mußt Du da wohl durch.

Den Spruch mit der AfD habe ich oben aus der Regenbogenfahne zitiert. Die AfD hat insofern etwas mit diesem Thread zu tun, um zu zeigen, was passieren kann, wenn Halbwahrheiten zu angeblich unumstößlichen Fakten umgemünzt werden. Das heißt allerdings auf keinen Fall, daß ich hier irgendjemanden auf eine Stufe mit dieser Partei stelle. Soviel dazu. Wenn's Dich stört, vergiß es einfach.

Nach dem Lesen Deines letzten Posts dachte ich anfangs: "Leck mich!".
Aber da es nicht in meiner Absicht liegt, Dich unverschämt zu behandeln, lasse ich mich doch mal auf Deine Aufforderung ein, von mir selbst zu erzählen, auch wenn es nicht so viel zu erzählen gibt.

In meinem Leben habe ich schon persönlich mit einigen Schwulen auf normaler sozialer Ebene zu tun gehabt. Es waren ganz normale Leute, die sich für meinen Eindruck in ihrem Verhalten, oder in ihren maskulinen oder femininen Attributen nicht sonderlich von sonstigen heterosexuellen Männern unterschieden. Mir ist auch nicht aufgefallen, daß ihre jeweiligen Partner "Kopien" (was immer das auch in Bezug auf Menschen sein soll) von ihnen waren.
Ich selbst empfinde mich aus Sicht meines körperlichen Geschlechts (welches männlich ist) als heterosexuell, da ich mich sexuell zu Frauen hingezogen fühle. Über mein gefühltes Geschlecht bin ich in Zweifel; besser gesagt weder Mann noch Frau, oder aber beides.
Deshalb gibt es bei mir auch keinen Männer- oder Frauenmodus. Ich kleide mich mal mehr, mal weniger feminin/maskulin.
Seit dem ich auch öffentlich ein feminineres Erscheinungsbild habe, habe ich schon von zwei Männern aus meinem etwas weiteren Personenkreis, eindeutige sexuelle Annäherungsversuche erfahren. Von Leuten, von denen ich vorher garnicht wußte, daß sie schwul sind. An meinen betont männlichen Attributen kann es nicht gelegen haben, eher scheint das Gegenteil den Ausschlag gegeben zu haben.
Wie gesagt, ich empfinde mich selbst als heterosexuell, bin aber so selbstbewußt zu sagen, daß mir in meinem Leben schon eine handvoll Männer über den Weg gelaufen sind, zu denen ich mich intensiv hingezogen gefühlt habe. Es war durchaus das Gefühl des Verliebtseins. Auch hätte ich mir durchaus Sex mit diesen Männern vorstellen können. Auch diese Männer habe ich nicht als "Kopien" von mir empfunden. Auch waren sie nicht betont maskulin, eher feminin in ihrer Austrahlung.

Nach dieser Schilderung könnte ich auch annehmen, daß ich bisexuell bin. Möglich wäre es, aber für wen ist das wichtig, außer für mich?
Ich bin seit 26 Jahren in der Beziehung zu meiner Frau, davon 23 Jahre verheiratet. Ambitionen zu außerehelichem Sex habe ich auch keine.

So gesehen, decken sich meine Erfahrungen nicht mit Deinen Schilderungen, auch wenn sie nicht so umfangreich sein mögen, wie Deine Erfahrungen. Aber sie zeigen auch, daß eben nicht alles auf eine "Faustregel" heruntergebrochen werden kann. Und darum geht es mir letzendlich.

Liebe Grüße - Astrid

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