Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder..... - # 12

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JaquelineL
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 166 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Fr 9. Dez 2016, 01:04

Liebe Ulla,
Drachenfrau hat geschrieben:Aber es ist ja nicht allein das Optische, was sich verändert. Denies mag Dinge, die Detlef nicht mochte und umgekehrt. Ich lerne einen neuen Menschen kennen und die Hormontherapie hat noch nicht einmal begonnen, was auch noch einmal Veränderungen bringt.
da muss ich Dir, als "Primärbetroffene", einfach mal zustimmen: Ich habe zwar durchaus einige "Frauen in gleicher Situation" getroffen, die vor ihrer Transition recht ähnlich gewesen sein könnten wie hinterher - das bedeutet nur nicht im Umkehrschluss, dass das für *alle* TS so gilt! Zumindest in meiner Außenwirkung (ich meine nicht die Optik, sondern vor allem meinen Umgang mit anderen Menschen und mir selbst) habe auch ich mich sehr geändert, Denies ist da kein Einzelfall. Für meine Frau bin ich wahrlich ein anderer Mensch, selbst wenn sie immer wieder große Stücke "von früher" in mir wiederfindet (und inständig hofft, das das auch zukünftig noch so ist, nach der HET).

Mir platzt immer der Lack von den Fußnägeln, wenn ich dieses vermeintlich allgemeingültige Credo höre "Aber der Mensch bleibt doch der gleiche", meist verbunden mit der Forderung, alle anderen (Sekundärbetroffenen) dürften daher doch eigentlich kein Problem mit der Situation haben.

Liebe Grüße
die so gar nicht "ganz der Alte" Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

Vicky_Rose
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 167 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 9. Dez 2016, 06:02

"Aber der Mensch bleibt doch der gleiche"
Es ist wie bei einem Fluss. Er ist der Gleiche, aber niemals derselbe. Er ist ständig in Veränderung.

Jeder verändert sich, ständig. Es gilt, die mit den Veränderungen umzugehen.

Ich interpretiere den Satz so: Ich habe mir einen Partner ausgesucht. Und nur weil ich heute eine Facette von ihm sehe, die ich früher nicht sah, ist es der gleiche Mensch. Was sich radikal geändert hat, ist mein Blick auf ihn. D.h. jetzt ist es an mir, mit den Veränderungen in mir umzugehen. Wie ich das mache, entscheide ich. Aber es lohnt sich aber, hier etwas Energie und Geduld zu investieren und die Situation als Chance zu begreifen.

Aber wie ich damit umgehe, ist von Anderen zu respektieren.
Viele Grüße
Vicky

Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 168 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Fr 9. Dez 2016, 08:26

Hallo Vicky, hallo Welt

ja, das sind Worte mir aus der Seele gesprochen.
Richtig, denn was ich damit fühle, sind Veränderungen in mir, die zwar im außen angestoßen wurden, jedoch in mir passieren.
Danke.
Ja, es ist wirklich so - ich möchte damit umgehen dürfen, wie es richtig für mich ist und das nehme ich mir auch.

Wir hatten heute schon ganz früh ein wichtiges Gespräch, denn Denies sagte gestern Abend noch spät, wie ihr Gefühlsleben aufgewühlt ist, wie viele Gedanken sie beschäftigen und heute Morgen wollten wir zuerst einmal von einander wissen, wie es uns geht, was gerade in uns lebendig ist. Das haben wir auch ausgetauscht.
Es hat gezeigt, wie sehr sich vieles in uns und mit uns wieder weiter/neu verändert hat.
Zwar ist da immer noch irgendwie, irgendwo und in irgendeinem Maße der ursprüngliche Mensch, doch diesen gesamten Menschen muss man sich immer wieder aus täglich neuen Augen heraus ansehen und ansehen können.
Dieser Mensch möchte ja auch als neu und anders gesehen/wahrgenommen werden, sonst bräuchte er nichts zu verändern.

Es ist so, dass auch bei mir sich eine Menge verändert und diese Veränderung bekommt auch Denies mit - es ist eine Wechselwirkung, die zwei Menschen miteinander leben und zulassen müssen.
Niemand hat gesagt, dass dies einfach ist.

Herzliche Grüße,
Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

Tabea
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 169 im Thema

Beitrag von Tabea » Fr 9. Dez 2016, 08:38

Mh ich habe mich nun über 12 Seiten gekämpft und möchte auch etwas dazu schreiben.
Meine damalige Beziehung (meine Jugendliebe und immerhin 7 Jahre zusammen gewesen) ging auch in die Brüche nach meinem Outing.
Wir trennten uns und ihre Worte waren „Ich brauche einen richtigen Mann“.

Damals habe ich es nicht verstanden und habe auch an ihrer Empathie gezweifelt aber aus heutiger Sicht kann ich sie absolut verstehen.
Nicht die Äußerung aber dass sie damit eben nicht umgehen konnte und wollte - was ihr Recht ist. Der Schritt sich zu outen ist ein Großer
(und ja ich finde hier im Forum wird es oft sehr blumig beschrieben und das, das alles nicht so schlimm sein) und ich finde immer das es
eine 50%/50% Sache ist ob es gut geht oder eben nicht. Klar wer mit der Dampfwalze ins Haus fährt erfährt oft Ablehnung, eben auch
durch die, in dem Fall wenig vorhandene Empathie. Ein empathischeres und liebevolleres Vorgehen finde ich da doch ratsamer.
Und ja es ist ein gewisser Weg bis man zu sich gefunden hat, bei dem einen geht es schnell – bei dem anderen dauert es länger.
Aber man darf nicht erwarten oder fordern das die Partnerin Freudensprünge macht wenn es raus ist, es ist absolut legitim das sie damit
auch nicht klar kommen kann oder will. Dann muss man in den sauren Apfel beißen und sich trennen.

Wie gesagt überlegt es euch mal anders rum wenn die Partnerin euch erzählt, das sie ein Mann ist.
Wäre das für euch auch so einfach zu tolerieren und zu akzeptieren?
Würdet ihr dann einfach so weiter leben als ob nichts gewesen wäre?
Bitte nicht mit dem Totschlag Argument „aber die Liebe muss nur stark genug sein“ kommen.
Klar kann das in manchen Beziehungen gehen aber eben nicht bei allen.

Bei all dem seelischen Druck den man selbst hat, versetzt euch auch in eure Partnerinnen und überlegt wie die Situation für sie ist und
wie sie das ganze empfinden würde. Ich schließe mich meine Vorrednerinnen da voll an, redet miteinander und hört eurer Partnerin zu.

Liebe Grüße,
Tabea

Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 170 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 9. Dez 2016, 09:26

Bei mir war es ähnlich wie bei Dir, Tabea. Meine Frau und ich haben uns auch getrennt, wenn auch nicht nur wegen Michelle. Weinend stand sie damals vor mir und sagte:"Mein Micha (also ich) ist tot und kommt auch nicht mehr wieder". Es war schrecklich und treibt mir heute noch die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Anfänglich gab es auch schlimme Vorwürfe ihrerseits, bis sie sich näher mit dem Thema TS auseinandergesetzt hatte und begriff, das ich diesen Weg gehen musste, Heute sagt sie, dass ihr eine glückliche beste Freundin viel lieber ist, als ein unglücklicher Ehemann. Sie ist ein wunderbarer Mensch.
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Vicky_Rose
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 171 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 9. Dez 2016, 09:26

Hallo Tabea,
und ich finde immer das es eine 50%/50% Sache ist ob es gut geht oder eben nicht.
ich kann Deinen Beitrag gut nachvollziehen. Aber was verstehst Du unter "gut geht" ? Das man zusammen bleibt ? Das kann mMn nicht das Ziel sein. Aus meiner Sicht ist das Ziel, Veränderungen anzustoßen. Es geht darum, dass man sein ganzes Wesen nicht länger verbirgt. Das verändert auch die Beziehung. Gut gehen bedeutet für mich, dass man diese Veränderungen von beiden Seiten aktiv angeht. Wenn man auseinander geht, kann das auch eine Lösung sein, da man eben nicht auf einer tiefen Ebene miteinander zusammen sein kann. Egal was passiert, es dürfte in den meisten Fällen schmerzhaft werden. Aber das sind Geburtswehen für einen neuen Blick auf sich selber.

Liebe bedeutet für mich in diesem Zusammenhang zuerst Selbstliebe. Wie man mit einer solchen Situation umgehen will, muss man zuerst für sich selber prüfen, ob es für einen selber gut ist. Erst dann kann ich etwas für meinen Partner tun. Du hast vollkommen Recht, wenn Du sagst
Totschlag Argument „aber die Liebe muss nur stark genug sein“
Das bedeutet, Liebe als Forderung einzusetzen. Und das tötet die Liebe. Oder anders gesagt, es ist Kitsch, was in "" steht. Was aber erlaubt sein muss, ist der Hinweis, dass man sich diesen Menschen ausgesucht hat und dass Trans immer da war, auch ohne das man es gewusst hat. Es ist also auch etwas im Thema Trans in der Partnerin gewirkt hat. Es geht also wieder einmal um die Fragen, die man sich selber stellen kann.

Man kann es nicht oft genug sagen, wenn ich Probleme mit dem Trans meines Partners habe, ist das mein Problem, das ich zu bearbeiten habe. Wenn ich davor weglaufe, ist das Problem nicht weg, sondern nur verdrängt. Vor diesem Hintergrund sind Deine provokativen Fragen leicht zu beantworten.
Wäre das für euch auch so einfach zu tolerieren und zu akzeptieren?
Würdet ihr dann einfach so weiter leben als ob nichts gewesen wäre?
Nein, es wäre nicht einfach und ich würde nicht weiterleben wie bisher. Ich hätte eine Menge zu tun und das wäre spannend.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 172 im Thema

Beitrag von Tabea » Fr 9. Dez 2016, 09:32

Ich bin ganz ehrlich, ich kann nicht mit einem Mann zusammen leben in einer Beziehung.
Und ja ich hab es schon getestet, ich finde Männer eben nicht anziehend.
Freunde und Bekannte sind logischerweise etwas anderes.
Daher kann ich auch jede Frau verstehen, die sagt sie kann nicht mit einer Frau zusammen leben.

Daher jedem seine Einstellung.

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 173 im Thema

Beitrag von Kornelia » Fr 9. Dez 2016, 09:46

Hallo,
wir alle sollten uns doch glücklich schätzen das wir dieses eine Leben so gestalten können wie es jeder von uns möchte.Klar gehen Beziehungen daran kaputt,aber nicht jede.Das muß jeder mit seinem Partner selber aus machen.Ist nur meine bescheidene Meinung dazu...

LG
Kornelia
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 174 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 9. Dez 2016, 10:14

Moinsen,

eigentlich ging es ja ursprünglich um ein Outing als Teilzeitfrau und nicht darum, wie und ob eine Frau auhalten sollte / muss, das der Partner plötzlich als Frau leben möchte.
Da ich beide Seiten bereits er-bzw. durchlebt habe, möchte ich mich auch noch einmal kurz dazu äußern. Wie gesagt, meine Erfahrungen, meine Eindrücke.

Mein Leben als Teilzeitfrau und nun als Frau haben wenig Gemeinsamkeiten.
An einzelnen Frauentagen, an denen ich mich ausgelebt habe, habe ich versucht, alles aus diesem Tag herauszuholen. Mich "besonders" aufgehübscht (viel Schminke), schicke Sachen, häufig kurze Röcke & hohe Schuhe, eben konzentrierte Weiblichkeit für einen Tag in der Woche. Bei den Ausflügen dann vorzugsweise eher "Frauenessen" gegessen (kleine Portionen von "gesunden" Nahrungsmiteln), dazu natürlich auch der Versuch weiblicher Gestiken und Mimiken, weiblicher Gang...
Wie gesagt, Weiblichkeit in Höchstdosis für einen Tag. An den restlichen (Männer)Tagen der Woche bevorzugte ich dann eher wieder tierische Fette ;-) Das entspricht eben eher meinem Geschmack.

Diese Tage sind aber nicht auf ein Leben als Frau übertragbar, da sie mit einer aufgesetzen Persönlichkeit einhergingen. Außerdem wäre der Aufwand viel zu groß sich jeden Morgen vor der Arbeit so aufzubrezeln. Und nicht zu vergessen, kaum eine Frau geht "so" zur Arbeit.
Im Laufe der Zeit passt man sich (praktischerweise) immer mehr einer gebürtigen Frau an, denn man lernt, jeden Tag hohe Schuhe sind unbequem, bei kurzen Röcken muss man andauernd aufpassen, runterzupfen usw. Für die kalte Jahreszeit sind die eh nix... da sind meistens Hosen angesagt.
Vergleichbar mit den Frauentagen habe ich mich nur zwei Mal dieses Jahr "so" in Schale geworfen wir früher an fast jedem Frauentag. Und das waren zwei festliche Veranstaltungen in der Firma.
Und das "andere" Verhalten, das viele von ihren "Frauentagen" her kennen, hält man auf Dauer nicht durch, denn man ist der Mensch der man ist. Natürlich verändert man sich langsam weiter Richtung Frau, aber diese Veränderungen verlaufen kleiner und wesentlich langsamer, als ich mir es vorgestellt hatte. Somit hat sich unser gemeinsames Leben kaum verändert. Ich trinke und esse wie vorher auch, laufe nicht aufgebrezelt tanzend durch die Gegend, sondern ganz normal...

Um den Kreis zu schließen, wenn die Ehefrau eines CDs davon ausgeht, das, wenn dieser sich als Frau outet und ihr gesteht so leben zu wollen, ist doch klar, das die Frau vom Stuhl fällt. Aber so ist es nicht, man fällt irgendwann wieder zurück in seine gewohnte Persönlichkeit und dezentere Optik. Ich trinke Bier und esse Fleisch und lebe als Frau und habe mich noch nie besser gefühlt :-)

Und noch mal, das sind meine persönlichen Erfahrungen und auf mich bezogen. Das mag bei anderen durchaus anders sein...
Wir leben quasi zusammen wie vorher auch als Mann und Frau. Nur das ich jetzt besser aussehe :lol:

So und nun drücke ich der Threaderstellerin die Daumen für ihr Outing als Teilzeitfrau!

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 175 im Thema

Beitrag von heike65 » Fr 9. Dez 2016, 10:32

Wie gesagt überlegt es euch mal anders rum wenn die Partnerin euch erzählt, das sie ein Mann ist.
Wäre das für euch auch so einfach zu tolerieren und zu akzeptieren?
Würdet ihr dann einfach so weiter leben als ob nichts gewesen wäre?
Bitte nicht mit dem Totschlag Argument „aber die Liebe muss nur stark genug sein“ kommen.
Ja, das wäre alles im Rahmen einer guten Beziehung zu verarbeiten/akzeptieren, wie immer du das nennen willst.
Kein Grund an der Beziehung zu zweifeln.

Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 176 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 9. Dez 2016, 10:37

Der Knackpunkt ist, denke ich mal, ob der Partner gelegentlich oder dauerhaft Mann / Frau sein möchte. Ein "hin und wieder" lässt sich wohl leichter akzeptieren.
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Tabea
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 177 im Thema

Beitrag von Tabea » Fr 9. Dez 2016, 10:38

@scalar28
Glückwunsch dann ist es bei dir so aber eben nicht bei allen.

Ellen1975
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 178 im Thema

Beitrag von Ellen1975 » Fr 9. Dez 2016, 11:07

Ich halte mich ja schon länger zurück ..

... aber ich muss Euch die Illusion nehmen, dass Partnerin damit gut klar kommen wenn es nur vorübergehend ist optisch in die
Rolle einer Frau zu schlüpfen. Meine Liebste hätte mir dann zu 100% den Laufpass gegeben, weil sie damit so gar nicht klar
kommt und ihr jegliches Verständnis dafür fehlt.

Ganz ehrlich ich kann ihren Standpunkt durchaus verstehen. Im Grunde ist es eine Grenzüberschreitung für viele. "Wenn er
sowas macht, dann trägt vergreift er sich bestimmt auch heimlich an meine Sachen" - "Ist da vielleicht nicht doch mehr?" -
"Und wenn er sowas will, dann trifft er sich bestimmt auch heimlich mit Männern". Das sind nur ein paar Dinge die den
Partnerinnen durch den Kopf gehen.

Einige kommen klar damit, viele aber nicht und das müsst ihr - so leid es mir tut - akzeptieren. Nur erwarten dass eine
"Teilzeifrau" aus Liebe oder sonst was von der Partnerin toleriert wird könnt ihr nicht. Es bleibt was es ist, für jede
Partnerschaft eine Probe mit einem offenen Ende. Wünschenswert wäre es immer dass es gut ausgeht. Eine Garantie
wird Euch keiner geben und es so darzustellen es wäre ja nur ein wenig Crossdressen - eine Art Rollenspiel - hilft Euch
nicht.

Die Basis kann nur ein gegenseitiges vertrauen und einbeziehen der Partnerin sein, wenn ihr beschließt es ihr zu offenbaren.
Wer das nicht einsieht übt indirekt Zwang aus, was irgendwann zum Bruch in der Beziehung führen wird.

Liebe Grüße
Ellen

p.s. und nun dürft Ihr mich zerreißen. Wahrheiten sind da ausgesprochen zu werden, egal ob sie unbequem sind oder nicht.
Zuletzt geändert von Ellen1975 am Fr 9. Dez 2016, 11:24, insgesamt 1-mal geändert.
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heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 179 im Thema

Beitrag von heike65 » Fr 9. Dez 2016, 11:09

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:Der Knackpunkt ist, denke ich mal, ob der Partner gelegentlich oder dauerhaft Mann / Frau sein möchte. Ein "hin und wieder" lässt sich wohl leichter akzeptieren.
aus meiner Sicht völlig egal

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 180 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 9. Dez 2016, 11:21

Ellen1975 hat geschrieben:aber ich muss Euch die Illusion nehmen, dass Partnerin damit gut klar kommen wenn es nur vorübergehend ist optisch in die
Rolle einer Frau zu schlüpfen.
Das kann man glaube ich nicht so pauschal sagen. Manche PartnerInnen sprechen sogar von einer Bereicherung für die Beziehung. Oder machen sie sich selbst etwas vor? Ich weiß es nicht.

Ich jedenfalls sehe keinen Grund, Dich zu zerreißen. Deine Argumente sind durchaus schlüssig.

Liebe Grüße
Michelle
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