Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder..... - # 11

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ab08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 151 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 8. Dez 2016, 09:40

Hallo Alli,

ganz so simpel fasste ich den Satz nicht auf, sonst hätte ich mich sicher nicht bedankt.
->In einer Ehe ist Toleranz bei beiden Partnern wichtig. - Wenn das nicht mehr gegeben ist, kommt es meist zur Scheidung.
Dass Abby in ihrem griffigen Satz nur den weiblichen Teil erwähnte, lag, meinem Eindruck nach, an der Überschrift des Threads.

-> Vorher war das Niveau hoch, daher verstand ich den Satz auch so und bedankte mich! :wink:

Liebe Grüße
Andrea, )))(:

die es gerade in dem Umfeld ausdrücklich nicht gut findet, wenn Diskussionen auf männlich <-> weiblich reduziert werden.
Ich bewegte mich im Laufe meines Lebens in beiden Welten. => So groß ist da der Unterschied auch wieder nicht! - Jgnoranz gibt es hier wie dort.
Zuletzt geändert von ab08 am Do 8. Dez 2016, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 152 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 8. Dez 2016, 09:55

Hallo Welt,

es gibt nirgends einfach nur schwarz oder weiß genauso wenig, wie es nur den einen Weg gibt im Umgang mit diesem Thema, das alles aber auch wirklich alles im Leben verändern kann. Jedes Leben sieht anders aus und jedes Leben ist einzigartig wertvoll.
Da finde ich es auch sehr arrogant und ignorant, und mehr als egoistisch, wenn man verlangt, dass die Partnerin oder der Partner damit zurecht kommen soll.
Nur weil man verheiratet ist, ist man auch nicht gegenseitig des anderen "Eigentum". Ein Mensch gehört nur sich selbst und sollte immer frei sein dürfen, seine Entscheidungen zu treffen, wenn es soweit ist.

Ich bin auch der Meinung, dass eine Frau, wenn sie sich von ihrem Mann trennt, deswegen weder intolerant sein muss noch aufgehört haben muss diesen Menschen zu lieben.
Als ich mich vor 5 Jahren von meinem damaligen Partner trennte, liebte ich ihn sehr - so sehr, dass ich ihn nicht verbiegen wollte und ging.
Denn ich hatte mich durch einen Burnout so sehr verändert, dass ich für ihn "auf einer anderen geistigen Ebene" unterwegs war.
Ihm fehlte die Frau, die ich war - aber die, ich war, wurde so wie ich war, krank - das war also nicht so einfach.
Wenn er hätte mit mir zusammenbleiben wollen, dann hätte er sich in dieselbe Richtung entwickeln müssen wie ich - doch das wäre verbiegen gewesen. Denn wir hatten unsere gemeinsame Sprache und Verbindung verloren.
Wir haben uns in absoluter Wertschätzung von einander getrennt und jeder konnte für sich seinen Weg gehen mit dem Segen des anderen.

Es gehört sehr viel Selbstliebe dazu, zu erkennen, wo stehe ich, wohin geht mein Weg, kann ich das zusammen mit meinem PartnerIn?
Wenn ich aus mich selbst verneinenden Gründen bei diesem PartnerIn bliebe, dann würde ich zwei Menschen belügen, mich und meinen PartnerIn.

Gibt es in einer Partnerschaft, Themen, die man sich anschauen soll, wie z.B. Kommunikation, Vertrauen, Offenheit, etc. - dann müssen da BEIDE etwas dazu tun und wenn das nicht klappt, dann haben wohl BEIDE auch ihren Part daran vorher gehabt.

Das Thema "trans...." bringt nur die Spitze des Berges zum Vorschein bzw. das Fass zum Überlaufen, aber davor hat sich genug angesammelt. Bei zwei Menschen jeder für sich selbst aus seinem bisherigen Weg und dann das, was ZWEI auch noch zusammen angehäuft haben (was sich jedoch auch mit alten Themen gut überschneiden kann).

Es geht nicht immer nur um ein Thema oder das Thema, man muss da genau hinsehen und sich einen Adlerblick verschaffen können, um das große Ganze um das es bei zwei Menschen geht, erkennen zu können.

Man kann Tipps geben, aus seinem Erfahrungsschatz beitragen - dennoch tragen wir nicht deren Schuhe und es sind immer ausschließlich Möglichkeiten, aber keine absolute Lösung.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Daenerys Targaryen
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 153 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Do 8. Dez 2016, 11:00

Abby hat geschrieben:Es gibt NUR tolerante Ehefrauen, der Rest sind Scheidungskandidatinnen.
Die entscheidende Frage ist: Warum liebst du Ihn/sie?

Ich glaube, damit eine Partnerschaft mit TV/TG/TS funktioniert, müssen die Antworten beider Partner zueinander passen.

Eine heterosexuelle Partnerin, deren Partner eine MzF-Transition macht, wird sie verlassen, wenn sie keinen Funken lesbisch ist. Kann ihr das jemand verübeln? Sicher nicht. Das hat nichts mit Toleranz zu tun.

Liebe ist nicht grenzenlos adaptiv. Wenn ich einen Mann liebe, dann liebe ich einen Mann und keine Frau. Und je nachdem, wie ich fühle, komme ich nicht mal mit der Vorstellung zu Recht, dass mein Partner eine Teilzeitfrau ist. Auf der anderen Seite sind aber viele Menschen bei ihrem Bild eines liebenden Partners gar nicht so stark auf ein Geschlecht festgelegt. Meine Ex-Frau hat mir zum Beispiel vor ein paar Wochen gesagt, dass ich von Anfang an sehr feminin auf sie gewirkt habe. Dass ich trans* bin, hat sie nicht gewusst, aber sie hat sich in einem femininen Mann verliebt. Vielleicht wäre sie mit mir zusammen geblieben, wenn ich selbst mit meiner Transsexualität nicht so große Probleme gehabt hätte. Unsere Beziehung ist also auch an meiner mangelnden Selbstliebe gescheitert.

Aus Toleranz bleibt kein Paar auf ewig zusammen. Es geht um Liebe. (smili)

Liebe Grüße

Daenerys

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 154 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 8. Dez 2016, 11:31

Hallo Daenerys, hallo Welt,

es geht um mehr als Liebe. Sie ist ein wichtiges Fundament, doch man muss damit umgehen können.
Sehe ich meinen Weg mit Denies, so gehört für mich auch die Bereitschaft dazu, Veränderungen zu tragen und ich muss einem Menschen die Freiheit aus vollem Herzen gönnen und geben können, dass dieser seinen Weg gehen kann so wie er/sie es braucht/möchte/glücklich ist. Auch wenn ich jemanden liebe, muss das nicht übereinstimmen.
Es braucht auch die Bereitschaft, sich selbst zu verändern und weiter zu entwickeln.(Was durchaus eine eigene entgegengesetzte Richtung einnehmen kann)
Dee und ich haben vor 3 Jahren geheiratet. Würde ich jetzt auf dem Standpunkt stehen, ich habe einen Mann geheiratet, dann betrachte ich den Menschen, den ich geheiratet habe mit Augen aus der Vergangenheit - heute steht dieser Mann nicht mehr vor mir.
Gedanklich wäre ich (nach meiner Lebenserkenntnis) in der Vergangenheit verhaftet, doch die Realität hat mich dann schon überholt. Das ist mit ein Grund, weshalb ich mich, wenn ich es nicht von Anfang an gewusst hätte, betrogen gefühlt hätte.
Lebt der Partner die Veränderung heimlich, dann bliebe mir diese Zeit der Entwicklung verwehrt.
Doch hier beißt sich wieder die Katze in den Schwanz - wenn der Partner keine Ängste, Zweifel, etc. hätte, wäre es ja auch einfach, darüber zu reden und der Thread hier wäre komplett für alle überflüssig.

Ich sehe auch nicht, dass es allein Transmenschen sind, die den Respekt und die Achtung suchen, dass sie sie Selbst sind - sondern es betrifft alle Menschen, jeden einzelnen. Für mich geht es viel mehr darum, dass doch bitte jeder sich zum Wohle aller frei entfalten dürfte und das aber auch unbedingt vom ersten Tag der Geburt an.
Genauso wenig sind es allein Transmenschen, die auf der Suche nach sich selbst sind oder Probleme mit sich selbst haben. Wenn ich bedenke, wie viele Frauen Probleme haben, ihre Weiblichkeit voll und ganz zu lieben und zu leben oder wie fürchterlich es ist, dass ein Mann stark sein muss und in den Gefühlsstrudel/Chaos gerät, wenn er doch innerlich feinsinnig und sensibel, auch sanft ist - deswegen bleibt ein Mann immer noch ein Mann und muss nicht gleich im Zwiespalt mit dem Geschlecht stehen.

Man muss auch über den Transweltentellerrand hinaussehen können.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Vicky_Rose
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 155 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 8. Dez 2016, 12:33

Ich sehe das auch so: Liebe allein genügt nicht. Es gehört auch die Bereitschaft dazu, sich selber in Frage zu stellen und zu verändern.

Jede Forderung an den Partner, egal welche, schränkt die Beziehung ein. Vertrauen stärkt sie und die Basis für Vertrauen ist das Selbstvertrauen. So wie die Selbstliebe die Basis für die Liebe ist. Kann ich in mir ruhen, sind die Entwicklungen des Partners keine Gefahr mehr für mich selber.

Das bedeutet nicht, dass man nicht auseinander geht. Das bedeutet auch nicht, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es kann auch tiefen Schmerz bedeuten. Aber mit der Selbstannahme kann ich damit umgehen ohne auf Dauer zu verzweifeln. Für mich ist das die Basis mit der ich mich meiner Partnerin öffnen kann und mich ihr als ein Transwesen zeigen. Wenn wir deswegen auseinander gingen, wäre ich sehr traurig, aber davon ginge die Welt nicht unter. Wenn ich aus Angst davor kein Outing anstreben würde, wäre es eine Form der Missachtung von uns beiden. Das würde uns schwächen.

Trans macht stark, wenn wir es annehmen. Aber es macht auch die Partnerin stark, wenn sie es will.

Das hat nichts mit Toleranz zu tun. Es ist ein aktives Annehmen und eine Auseinandersetzung mit sich selber, nicht mit dem Partner (der wirkt als Katalysator). Toleranz ist eine Form des Duldens und Dulden ist im Kern eine Ablehnung des Anderen.

Die Auseinandersetzung macht man für sich, die Toleranz für den Anderen.

Die Auseinandersetzung führt dann zu einer Veränderung der Partnerin und das wirkt wieder zurück auf den Partner. Jetzt ist es an ihm, sich mit den Veränderungen auseinander zu setzen. Dieses Pingpong nennt man Paararbeit und ist für mich der fruchtbarste (manchmal auch furchtbarste, wenn man in die eigene Seele schaut) Boden für die persönliche Entwicklung des Einzelnen.
Viele Grüße
Vicky

Anne-Mette
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 156 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 8. Dez 2016, 14:12

Moin,

im Heft ELTERN 12/2016 gibt es eine Reportage, die sich mit dem Umgang einer Partnerin mit der Transsexualität des Partners,
aber auch dem Thema "Toleranz" der Ehefrau (und der Familie) auseinandersetzt.

Ich habe mir das Heft gekauft, weil der Artikel nicht online abrufbar ist.
Sicherlich werden einige die Person kennen, um die es in dem Artikel geht. (nein, keine Angst - ich bin es nicht )))(: )

Der Artikel kann und soll nicht zeigen "so wird's gemacht"; das geht bei den unterschiedlichen Voraussetzungen transsexueller Lebenswege auch nicht, aber
er zeigt: "so kann's auch gehen!"
Nicht außer Acht lassen: es sagt nichts darüber aus, wie die Entwicklung sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Allerdings mögen meine guten Wünsche die Familie begleiten; ich wünsche ihr von Herzen alles Liebe und Gute.

Gruß
Anne-Mette
eltern-12-2016.jpg
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ab08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 157 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 8. Dez 2016, 16:36

Meine Lieben,

herzlichen Dank für Eure Beiträge. (fwe3)

Bitte nicht böse sein, wenn ich mich ungeschickt ausdrücke und hier nix Vernünftiges beitragen kann.
=> 1996 war meine Scheidung (die Partnerin war halt hetero) :oops:
Die letzten 20 Jahre lebte ich allein. (also ohne jedwede Beziehung, was mich aber im Grunde nicht störte...)

Liebe Grüße und danke für die Eindrücke (gitli)
Andrea
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 158 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 8. Dez 2016, 17:18

@alli und betty

Mir ist es schon bewusst das es für euch nicht so einfach ist, Mann geheiratet und nun das.....
Aber man hat doch das Wesen/Mensch geheiratet, nicht die Hülle, auch wenn die attraktiv ist, oder ?
Und da fällt mir doch glatt das Wort Empathie ein, mir ist durchaus bewusst das dieses in diesem Zusammenhang schwierig ist, da viele das TG sein vor sich selber verbergen, aber nix gemerkt, über Jahre ?
Meine Mutter hat auch nichts gemerkt, meine Tante (angeheiratet) sagte nach dem dem 2 ten Treffen nach 10 Jahren, ja du bist Transgender (ich war normal gekleidet, also schwarze Anzughose, grauer Rolli etc), wenn man feine Antennen hat ist sowas also durchaus zu spüren.... ich will jetzt niemand ein schlechtes Gewissen einreden, aber sowas gibt es halt.

Und jetzt mal ganz ehrlich: was ist daran so schlimm wenn der/die Partner/in mal Mann oder Frau sein möchte weil es ihm/ihr gut tut, da gibts nun wahrlich schlimmeres, irgendwie fehlt mir ja jedes Verständnis hier son Fass aufzumachen, so mit Zorn und Wut statt Liebe und Verständnis

Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 159 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 8. Dez 2016, 18:05

Wie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie ´ne neue Verpackung hat"
Hier entsteht in Kürze eine neue Signatur......stay tuned ;-)

heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 160 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 8. Dez 2016, 18:30

[quoteWie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie ´ne neue Verpackung hat"][/quote]

na denn, der spruch war mir unbekannt

Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 161 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 8. Dez 2016, 19:53

Hallo Welt, hallo Heike,

mir gefällt die Aussage auch
Wie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie ´ne neue Verpackung hat"
Sie klingt wunderbar, doch es geht nicht um Schokolade.

Es geht darum, wenn ich als Frau die Frau in diesem Mann lieben lernen möchte, weil ich mich entschlossen habe, diesen Gefühlen in mir weiterhin mit dieser Seele Ausdruck zu verleihen, dann erfordert dies Bewusstsseinsarbeit obendrein.

Hallo!

Morgens beim Aufwachen liegt OPTISCH ein Mann neben mir. Nach dem Aufstehen, ist dieser relativ schnell verschwunden. Dee hat ja schon eine große Platte mit Haarkranz und setzt morgens eine Haube auf, weil sie sich so im Spiegel nicht mehr sehen möchte und wird dann OPTISCH mehr und mehr zur Frau.
Dies bleibt in der Regel bis abends zum Abschminken und dann liegt im Bett neben mir wieder OPTISCH der Mann.

Die Bewusstseinsarbeit liegt darin, diesen OPTISCHEN Mann dann nicht mehr als Mann wahrzunehmen, sondern ohne Haube oder Perücke, ohne Sillis, ohne weibliche Kleidung - in allem Wahrnehmen eine Frau zu sehen und diese dann auch liebevoll anzusehen.

Aber es ist ja nicht allein das Optische, was sich verändert. Denies mag Dinge, die Detlef nicht mochte und umgekehrt. Ich lerne einen neuen Menschen kennen und die Hormontherapie hat noch nicht einmal begonnen, was auch noch einmal Veränderungen bringt.

Ich bin dankbar, dass ich diesen Entwicklungsprozess mit erleben darf und dass mein Geist und mein Herz offen genug sind, diesen Prozess in mir auch zu zulassen.

Mal anders herum gedacht: stellt euch doch einmal vor, eure Partnerin käme als Mann gestylt zu euch und würde sich als Mann outen. Wärt ihr bereit von heute auf morgen für sie schwul zu werden?

Wären die Erlebnisse der Vergangenheit nicht so extrem gewesen, die mir anfingen vor 20 Jahren zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es zu sein scheint und das Leben mehr ist als man manchmal mit bloßem Auge wahrnehmen kann, hätte ich wahrscheinlich auch noch ganz andere Probleme mit dieser Veränderungsphase.

Wenn ein Mensch sich damit auseinander setzt, sich dadurch hier einbringt, dann ist das schon eine ganze Menge.
Derjenige, der die Freiheit möchte, sich selbst zu sein, von diesem Menschen wäre es schön, wenn er auch der Partnerin die Freiheit geben kann, sie selbst zu sein - auch wenn sie damit nicht zurecht kommt, dann gehört auch ihr eine große Portion Empathie!
Wenn eine Partnerin nach allem Ringen sich zur Trennung entschließt und vielleicht sogar mit schwerem Herzen, dann finde ich, hat sie Wertschätzung und Dankbarkeit verdient und nicht Verständnislosigkeit.

Wie will man Respekt/Anerkennung/Wertschätzung/Freiheit etc., etc., bekommen wollen, wenn man es selbst nicht schafft, diese zu geben?
Gandhi sagte: be the change you want so see.

Der fauchende Drache, Ulla
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heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 162 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 8. Dez 2016, 20:15

Na Ulla du fauchst schon ganz gut

Bei uns/mir ist das allerdings ein Outing über13 oder besser 33 Jahre
Ich habe nie etwas vor meiner Frau verheimlicht, die ersten 20 Jahre unserer war das feminine für mich Fetisch, Korsett etc und co (ganz selten, aber es war da)
vor 13 Jahren kam Damenunterwäsche dazu, also alltagstaugliche ohne Fetischhintergrund (die sie mir zum Grossteil gekauft hat)
Das ganze entwickelte sich über Jahre, mit Pausen über Jahre, aber keine Heimlichkeiten, und nun gehen wir als Mädels shoppen, meine Mutter kam damit nicht klar, unsere guten Bekannten schon.
Ich weiss nicht wie die Entwicklung bei betty war, ob nun Knall auf Fall oder so wie bei uns/mir, jedenfalls Wut und Zorn nach 6 Jahren, sorry auf die Frau würde ich verzichten

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 163 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 8. Dez 2016, 20:24

Liebe Heike,

das nehme ich an als ein absolutes Kompliment.

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 164 im Thema

Beitrag von Abby » Do 8. Dez 2016, 20:27

Ich spreche jetzt nur mal über CD- Männer, die (ab und zu) Frauenkleidung tragen.

Stellt euch mal vor, ihr sagt eurer Partnerin, dass ihr es besser finden würdet, wenn sie Kleider und Röcke tragen würde. Weil Hosen wären ja eigentlich Männerkleidung. Und das sagt ihr eurer Prtnerin jedesmal, wenn sie Hosen anzieht.

Passend dazu solltet ihr noch ein wenig die Nase rümpfen und leicht verschnupft und gekränkt sein, weil sie wieder mal Hosen angezogen hat. Und gegebenenfalls solltet ihr eure Partnerin damit konfrontieren, daß ihr "so" mit ihr nicht heraus geht.

Frauen haben im Prinzip alle ehemals als männlich verorteten Kleidungsstücke, wie Hosen, Westen, Jackets, Trenchcoats usw. für sich adaptiert und ziehen gnadenlos auch alles an, was mal als Männermode en vogue war.

Deshalb gibt es de facto auch keine weiblichen Crossdresserinnen, weil Frau darf eh alles anziehen. Allenfalls wird eine gar zu maskulin angezogene Frau schulternzuckend als Kampflesbe abgetan- fertig.

Warum soll das anders herum nicht genauso entspannt gehen? Weshalb das Drama wegen einem Rock, einer Strumpfhose oder ein paar Pumps?

Also: es gibt nur tolerante Partnerinnen, alles andere marschiert bildlich gesprochen über die Planke!
Ein Mensch ist nicht nur das, als was er erscheint,
sondern auch das, als was er sich fühlt.

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 165 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 8. Dez 2016, 21:42

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