Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
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Claudia60
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Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 1 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 19:24

Hallo,

Nachdem ich schon einige Berichte gelesen habe, habe ich das Gefühl es gibt nur verständnisvolle Frauen in den Beziehungen! Wenn dem so ist steht meinem bevorstehenden Outing nichts im Wege! Allerdings frage ich mich ob es nicht auch Gegenbeispiele gibt.Das mir mein zukünftiges klärendes Gespräch mit meiner Frau niemand abnehmen kann ist mir schon klar. Ist denn wirklich der überwiegende Teil unserer Partnerinnen so tolerant? Wie denkt ihr darüber auch durch eure eigenen Erfahrungen. Hoffentlich habe ich dann das gleiche Glück wie bei vielen von Euch.

Liebe Gruesse , Claudia

julia21
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 2 im Thema

Beitrag von julia21 » So 21. Feb 2016, 20:03

Hallo Claudia,

nein, sicherlich gibt es nicht nur tolerante (Ehe)frauen. Man sollte aber trotzdem den Mut haben ehrlich zu seinem Partner zu sein. ich weiß auch das das schwerfällt, aber mit jahrelangem Versteckspiel ist doch auch keinem geholfen. Im schlimmsten Fall muss man sich dann eben trennen. Ist doch eigentlich die normalste Sache der Welt, wenn die Interessen und Vorstellungen nicht mehr zueinander passen. Oder sehe ich das verkehrt?

Aria
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 3 im Thema

Beitrag von Aria » So 21. Feb 2016, 20:20

Ich würde sagen, dass die meisten - aus nachvollziehbaren Gründen - eher intolerant ihrem Partner mit solchen Neigungen gegenüber stehen.

Andrea aus Sachsen
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 4 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » So 21. Feb 2016, 20:46

.
Hallo Claudia,
wenn du Gegenbeispiele möchtest, kann ich ein sehr extremes beisteuern. Ich berichtete darüber: viewtopic.php?f=6&t=4662&start=195#p100796
Zu dem Zeitpunkt waren wir, ich möchte fast sagen: zum Glück schon geschieden (aus anderen Gründen). Nicht auszudenken, wie die Sache ausgegangen wäre, hätte meine Exfrau vorher mal meine Sachen gefunden. Inzwischen hat sie sich zwar etwas beruhigt, aber ihre ablehnende Haltung besteht nach wie vor.
Ich hoffe, ich habe denjenigen, die ein Outing planen, jetzt nicht allzu viel Angst gemacht.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

exuserin-2016-12-21

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 5 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » So 21. Feb 2016, 21:04

Hallo Claudi,
deine Frage ist verständlich und mit Angst behaftet ,wie reagiert mein/e Partner/in ,welche Konzequenzen habe ich zu erwarten und soweiter .
Dein Seelenheil wird dadurch nicht besser wenn du es weiter für dich behalten tust.
Reden ,sich austauschen ist wichtig ,sehr wichtig ,eigentlich das wichtigste .
Die anfängliche Erschrockenheit und Entsetzen eventuell,das musst du in Kauf nehmen und dann wenn die Liebe stark ist gegenseitig wird sich auch ein loesbarer Weg zeigen .
Nur Mut!
Liebe Grüße Inge (na) )))(:

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 6 im Thema

Beitrag von MichelleMarie » So 21. Feb 2016, 21:31

Hallo Claudia, ich hoffe du überstürzt nichts nur weil hier sehr viel positive Reaktionen aufgeführt werden.

Jede von uns hat seinen eigenen Weg mit seiner Liebsten gefunden, nach vielen dezenten Andeutungen im Vorfeld getestet wie Sie dazu steht...zu unserer Leidenschaft.

Daher klein anfangen. ..sacken lassen und nicht , niemals, mit der Tür ins Haus fallen........aber sei immer ehrlich und vor allem Du selbst.

Michelle
"Durch die Leidenschaft lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß."
– Nicolas-Sebastien Chamfort

Claudia60
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 7 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 21:43

julia21 hat geschrieben:Hallo Claudia,

nein, sicherlich gibt es nicht nur tolerante (Ehe)frauen. Man sollte aber trotzdem den Mut haben ehrlich zu seinem Partner zu sein. ich weiß auch das das schwerfällt, aber mit jahrelangem Versteckspiel ist doch auch keinem geholfen. Im schlimmsten Fall muss man sich dann eben trennen. Ist doch eigentlich die normalste Sache der Welt, wenn die Interessen und Vorstellungen nicht mehr zueinander passen. Oder sehe ich das verkehrt?
Hallo Julia,

wenn aber alle Interessen über einstimmen, ausser meiner Leidenschaft, und auch die Liebe nicht erloschen ist, soll dann alles nur daran scheitern weil man Teilzeitfrau sein will. Und diese Teilzeitfrau wird immer Teil meines Lebens sein.

Liebe Brüssel, Claudia

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 8 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 21:45

Aria hat geschrieben:Ich würde sagen, dass die meisten - aus nachvollziehbaren Gründen - eher intolerant ihrem Partner mit solchen Neigungen gegenüber stehen.
Liebec Aria,

muss intolerant mit Scheitern verbunden sein? Wenn man doch nur in die Zukunft schauen könnte.

Liebe Gruesse, Claudia

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 9 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 21:53

ingedie2te hat geschrieben:Hallo Claudi,
deine Frage ist verständlich und mit Angst behaftet ,wie reagiert mein/e Partner/in ,welche Konzequenzen habe ich zu erwarten und soweiter .
Dein Seelenheil wird dadurch nicht besser wenn du es weiter für dich behalten tust.
Reden ,sich austauschen ist wichtig ,sehr wichtig ,eigentlich das wichtigste .
Die anfängliche Erschrockenheit und Entsetzen eventuell,das musst du in Kauf nehmen und dann wenn die Liebe stark ist gegenseitig wird sich auch ein loesbarer Weg zeigen .
Nur Mut!
Liebe Grüße Inge (na) )))(:
Liebe Inge,

deine Worte sprechen mir aus dem Herzen und treffen es sehr. Was mir noch endgültig fehlt ist der Mit. Ich weiss aber das ich diesen Weg gehen muss und ich meine Frau dabei nicht verlieren möchte. Ich weiss aber auch das ich nie ohne meine innere Frau sein kann. Puh!

Liebe Gruesse, Claudia

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 10 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 21:56

MichelleMarie hat geschrieben:Hallo Claudia, ich hoffe du überstürzt nichts nur weil hier sehr viel positive Reaktionen aufgeführt werden.

Jede von uns hat seinen eigenen Weg mit seiner Liebsten gefunden, nach vielen dezenten Andeutungen im Vorfeld getestet wie Sie dazu steht...zu unserer Leidenschaft.

Daher klein anfangen. ..sacken lassen und nicht , niemals, mit der Tür ins Haus fallen........aber sei immer ehrlich und vor allem Du selbst.

Michelle
Liebe Michelle,

danke für deine Worte. Ich glaube das dies ein guter Anfang sein könnte.

Liebe Gruesse, Claudia

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 11 im Thema

Beitrag von Claudia60 » So 21. Feb 2016, 22:14

ingedie2te hat geschrieben:Hallo Claudi,
deine Frage ist verständlich und mit Angst behaftet ,wie reagiert mein/e Partner/in ,welche Konzequenzen habe ich zu erwarten und soweiter .
Dein Seelenheil wird dadurch nicht besser wenn du es weiter für dich behalten tust.
Reden ,sich austauschen ist wichtig ,sehr wichtig ,eigentlich das wichtigste .
Die anfängliche Erschrockenheit und Entsetzen eventuell,das musst du in Kauf nehmen und dann wenn die Liebe stark ist gegenseitig wird sich auch ein loesbarer Weg zeigen .
Nur Mut!
Liebe Grüße Inge (na) )))(:
Liebe Inge,

danke für deine Worte. Du spricht mir sehr aus dem Herzen und bringst das ganze auf den Punkt. Unsere Liebe ist stark und ich hoffe wir finden einen Weg. Was noch fehlt ist der Mut. Ich weiss aber auch das beide Frauen Teil meines Lebens sind und ich diesen Weg gehen muss!

Liebe Gruesse Claudia

exuserin-2016-12-21

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 12 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » So 21. Feb 2016, 22:30

Liebe Claudi ,
ich bin jetzt eine Weile im Forum ,da ich jetzt die Zeit habe .
Meine Frau und ich haben uns gerade umarmt und uns eine gute Nacht gewünscht .
Meine Frau im Nachthemdchen und ich im Nachthemdchen und mit meine Silis.
Ich habe ihr so beiläufig gesagt, aber weil ich es so fühle das sie mich warmherzig und offen anschaut trotz das ich im Inge -Look vor ihr stehe,
dass war zu Anfangszeiten meines outings ein wie heißt das" NoGo" ,sie verdrehte die Augen und ich emfand dieses als abwertend .
Es waren viele Monate bis zum heutigen Tag,wo sie mir sagte ,sie koenne mich so anschauen weil sie weiß wann sie ihren Mann hat und wann ihre Inge zur Erscheinung tritt ,und Inge schaut gar nicht so " Scheiße" aus . Vielleicht hätte ich ein Mädchen werden sollen,wie es der Rhytmus zu meinen Geschwistern von statten ging . M,B,M,B ,B(ich) M . Na ja ,sie liebt mich und das ist ihre Vermutung das da was falsch gelaufen ist und ich zu viel weibliches eingeschenkt bekommen habe !Letztendlich bin ich glücklich darüber und bin stolz das ich sowas einmaliges bin wie ihr hier alle.
Ich fühle mich bereichert ,trotz manche Streitereien oder Unstimmigkeiten hier ,aber es gehoert dazu.

Liebe Grüße Inge (moin)

LaraCD
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 13 im Thema

Beitrag von LaraCD » So 21. Feb 2016, 23:15

Liebe Claudia,

als ich mich damals hier angemeldet habe, ging es mir ähnlich wie Dir.
Ich habe die vielen Berichte und Erlebnisse gelesen und dachte nur "wow. Bei allen anderen ist das scheinbar so einfach."
Ich hatte mich damals meiner Frau gegenüber noch nicht geoutet.
Trotzdem habe ich noch fast 1 1/2 weitere Jahre gebraucht, bis ich meiner Frau von meiner weibliche Seite erzählt habe. Und ja, auch meine Frau hat großartig reagiert, aber der Punkt ist: Du musst selbst dafür bereit sein. Ich wusste lange Zeit nicht was oder wer ich bin und wie ich über all das wirklich empfinde. Ich wusste auch nicht, was ich überhaupt von meiner Frau erwartet hätte.
Alles hat im Leben seine Zeit und manchmal muss man erst mal mit sich selbst ins Reine kommen. So ging es mir, bis ich schließlich zu dem Punkt gekommen bin, wo ich wusste: jetzt oder nie.
Seitdem hat sich vieles in meinem Leben geändert und ich fühle mich so frei, wie wohl noch nie. Und ja, manchmal ärgere ich mich auch, dass ich meine Fra nicht früher eingeweiht habe, aber dann spüre ich auch, dass es richtig war zu warten. Wenn man selbst noch nicht an dem Punkt ist, kann man dem Partner auch keine Sicherheit geben.
Also lass Dich nicht unter Druck setzen und finde Deinen eigenen Weg, egal, ob hier positive oder negative Berichte geschrieben werden.
Im Leben ist alles oft eine Frage des richtigen Zeitpunkts :)

LG,
Lara

HeikeL
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 14 im Thema

Beitrag von HeikeL » So 21. Feb 2016, 23:53

Liebe Claudia,

Nein, es gibt nicht nur tollerante Ehefrauen - es kann auch zur Trennung führen! Und ich kann deine Ängste und Unsicherheit sehr gut verstehen. Als mir vor über 3 Jahren klar wurde, wer/was ich bin und was ich nicht bin, habe ich (auch dank dieses Forums) den Schritt gewagt und mich meiner Frau geöffnet. Diese Ehrlichkeit war ich meiner Frau einfach schuldig. Und Heimlichkeiten wollte ich gar nicht erst anfangen.
Dabei war mir sehr wohl bewußt, das ich vielleicht demnächst allein auf dem Sofa schlafen müsste. Mein Schatz hat es, zwar nicht mit Begeistererung, aber erst mal zur Kenntnis genommen, darüber nachgedacht und gemeint, "damit werden wir auch noch fertig". Das war noch lange kein Freibrief. Wenn sie unter Stress stand, musste 'Heike' schnell in der Versenkung verschwinden, wenn es Ihr gut ging, konnte 'Heike' ihr auch mal über den Weg laufen. Wir haben an unserem heutigen Stand beide arbeiten müssen und es war für uns beide nicht immer einfach. Es gab viele schöne Erlebnisse und auch manchen Zickenkrieg und harte Diskussionen. Mein Schatz ist halt nicht der Typ, der alles einfach so hinnimmt. Manches konnte ich noch nicht einmal rational erklären und musste es (für mich, zu der Zeit, völlig ungewohnt) über Gefühle beschreiben.
Heute ist es fast schon "normal", das die Wäsche überwiegend aus der Damenabteilung stammt. Die Hemden, die ich zur Arbeit anziehe, können durchaus mal das einzige sein, was aus der Herrenabteilung stammt. Hosen aus der Damenabteilung (Reisverschluss links) sind merkwürdigerweise nie ein Problem gewesen. Ich muss mich auch nicht mehr (ihr zu Liebe) vor unserem Sohn verstecken. Aber glaube bitte nicht, das der Weg "einfach" war. Denn mein Goldstück von Ehefrau hatte mit ihrer, etwas konservativen, Erziehung mindestens genau so viele innerliche Hürden zu überwinden, wie ich selbst.

Wenn du also ziehmlich sicher bist, das deine Frau dich wirklich liebt, dann muss es nicht unbedingt "einfach" werden, aber es kann durchaus eine Chance zu neuer Gemeinsamkeit sein.

Aber du solltest dir auch das Risiko vor Augen halten: es kann auch der Anfang von einem getrennten Weg sein. Denn nicht jede Ehefrau kommt mit dieser (ich definiere es für mich) Veranlagung klar. Ich möchte dich damit nicht verunsichern, halte es aber für falsch, das Risiko zu verschweigen. Du kannst hier im Forum mehr als ein Beispiel dafür finden. Für mich selbst gab es trotzdem nur den Weg, auf eine tollerante Ehefrau zu setzen, da ich mit der Heimlichkeit, auf Dauer, nicht klar gekommen wäre.

LG - Heike
Ich bin nicht so stromlinienförmig, wie andere mich gerne haben möchten.

Doreen
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 15 im Thema

Beitrag von Doreen » Mo 22. Feb 2016, 10:42

Hallo Claudia,
natürlich gibt es nicht nur tolerante Partnerinnen von Crossdressern, aber einige sind es schon die ihren Ehemännern oder Freunden das Tragen von Frauenkleidern und Dessous gestatten.
Sicherich kommt es hierbei stets auf die Einstellung und die Sichtweise der Frauen an, auch spielen
Liebe und Zuneigung in einer Beziehung eine große Rolle um dies zuzulassen. Es ist stets immer etwas anders in den Beziehungen und dem Umgang zu diesem Thema, kann man nicht verallgemeinern.
In jeder Beziehung liegen die unterschiedlichsten Grundvoraussetzungen vor welche eine Toleranz zulassen oder nicht.

Für ganz wichtig halte ich es, seiner zukünftigen Frau oder Lebensgefährtin so früh wie möglich
von den Wünschen Frauenkleidung tragen zu wollen zu erzählen, und das ohne etwas zu verheimlichen oder offen zu lassen, also ganz ehrlich sein.
Ich darf kurz aus meinen früheren Beziehungen berichten.
Meine erste Freundin mit der ich in der Jugend liiert war konnte ich dazu bringen mir zu erlauben mal Hin und wieder ein Höschen von ihr anziehen zu dürfen, gab mir unbeschreibliche Gefühle.
Beim Sex stellte ich eine Luststeigerung fest welche ohne Damenslip nie so war.

Später durfte ich auch mal Satin-Nachthemdchen von ihr anziehen, passten zwar nicht immer, aber egal, es waren die schönen Gefühle die mir durch Mark und Knochen gingen.
Ich wusste seinerzeit nichts von Crossdressing oder Transvestismus, woher auch, und dachte ich sei
schwul, denn früher war es das Klischee-Bild in der Gesellschaft, wer als Mann weibliche Kleidung anlegt ist tuntig und homosexuell.
Aber darin konnte ich mich nicht wiederfinden, ich hatte keine Ambitionen mich zu Männern hingezogen zu fühlen. Aber was war es was mich dazu brachte zunächst Damenunterwäsche und später auch Röcke und Kleider anziehen zu müssen? Eigentlich weiß ich’s bis heute noch nicht.

Auf jeden Fall ging die damalige Beziehung durch andere Gründe auseinander, nicht wegen gelegentlichem Tragen von weiblicher Unterwäsche.
Alle späteren Freundinnen hatten mal mehr oder Weniger ein Problem mit meinen Wünschen.
Nun zu der ersten Ehefrau. Vom Kennenlernen bis zur Heirat und späterer Scheidung mit einer sehr weiblichen und attraktiven Frau, vergingen zehn lange Jahre. Diese meine Frau trug schon von sich aus nur hübsche reizvolle Unterwäsche sowie Kleider, Röcke und Blusen, für mich ein Traum.

Ich hatte ihr nichts von meiner Vorliebe erzählt, sie war völlig ahnungslos. Ich bediente mich gelegentlich gern mal an ihre Unterwäsche und zog immer mal ein Höschen von ihr an, gern hätte ich auch einen Büstenhalter getragen, aber die waren zu klein und passten nicht zu meiner Oberweite.

Naja, so ging es einige Jahre, ich konnte meine Triebe vor ihr verstecken und habe so die Jahre mit Höschen und auch mal Unterröckchen unter meiner Herrenkleidung einigermaßen hinbekommen.
Gefunkt hatte es dann im neunten Jahr unserer Ehe als ich ganz spontan mal ein tolles Nachthemd von meiner Frau tragen wollte und sie es mit der Begründung ablehnte ob ich jetzt total spinne.
Alles diskutieren und reden brachte nichts, mein Wunsch nach Frauenkleidung wuchs von Jahr zu Jahr und ich spürte immer stärker den Drang in hübscher Wäsche mit meiner Frau zu kuscheln.

Also die Ehe ging deswegen in die Brüche, ich durfte mich einmal in BH und Höschen meiner Frau zeigen, sie wollte wissen wie sie reagiert wenn sie mich so sieht. Sie hat mich lange betrachtet, nach etwa einer Stunde reden und betrachten in diesem für mich herabwürdigendem doch äußerst gefühlsbetontem Outfit konnte sie sich schließlich vor Lachen nicht halten und zeigte ganz unmissverständlich ihre Abneigung gegenüber meines aus ihrer Sicht abartigen Verhaltens.
Seither war unsere Ehe kaputt und ich trug aus Protest und Enttäuschung absichtlich in ihrer
Gegenwart Unterwäsche und Nachthemdchen aus der Damenwäscheabteilung welche ich mir dann bewusst zulegte. Zwar musste ich höllisch aufpassen dass mein damals neunjähriger Sohn mich nicht so sah, aber meine neue Feindin im Hause musste mich so ertragen.

Schnell erreichte meine Frau eine Einstweilige Verfügung welche mich aus meinem eigenem Haus verbannte, mit der Begründung, ich sei hochgradig pervers und würde vor meinem Kind und Noch Ehefrau in weiblicher Reizwäsche umhertänzeln, so argumentierte zumindest der Anwalt meiner Frau
die Situation die völlig an den Haaren herbeigezogen war nur um mich zum Wohle des Kindes aus der Ehelichen Gemeinschaft zu entfernen. Das Gericht folgte dem Anwaltlichen Rat natürlich ohne Anhörung meiner Person. OK, Schnee von gestern, ist über zwanzig Jahre her.

Nach einigen Jahren Junggesellenlebens und verborgenem Crossdressing im Stübchen und vielen
Kleidungsstücken, lernte ich meine heutige Frau kennen und lieben. Wir hatten uns ein oder zweimal getroffen, gingen spazieren und unterhielten uns über alles Mögliche, Politik, Weltgeschehen, über unsere früheren Partner, und, und, und. Dann kam auch, wie auch immer das Thema Travestieshow usw. auf’s Tablett, wir sprachen über die verschiedenen sexuellen Vorlieben usw.
Eine Brücke schlug dann meine damalige Neueroberung selbst zum Thema Trans, sie war wohl ein Jahr zuvor mit zwei Freundinnen bei einer Travestieshow in Bochum, fand sie toll. Damit war nun für mich die Gelegenheit mich ihr zu offenbaren. Ich nahm allen Mut zusammen und sagte, dass auch ich gern in so einer Show auftreten würde und es mir Freude macht Dessous zu tragen und hier und da Rock und Bluse. Ich hatte mich also geoutet, dem ersten Menschen überhaupt in meinem Leben, so ist es auch noch heute.

Wir haben viele Stunden die Thematik behandelt, ich habe mich ganz weit geöffnet mit meinen Wünschen, und das einer Person gegenüber welche ich nur wenige Tage kannte. Aber für mich stand fest, jetzt oder nie, geh ganz offen und ehrlich mit deinem Transvestismus um, sage ihr wie sehr Du auf Frauen stehst und nicht zu Männern tendierst. Reden, reden, reden, das war wohl das allerwichtigste in der Kennenlernphase und ehrlich sein.

Wir haben uns 1995 kennengelernt und Zusammengelebt, also Ehe ohne Trauschein. Ich durfte
meine Dessous welche ich mir im Laufe der Jahre zugelegt habe tragen, durfte Kleider anziehen, Straps und Strümpfe dazu, einfach ein Paradies für mich.
Im Jahre 2000 wollten und haben wir geheiratet, meine Frau wünschte sich eine weiße Hochzeit mit allem Drum und Dran, ein Mädchentraum.

Bevor es zum Standesamt und in die Kirche ging habe ich meiner Frau noch einmal die Gelegenheit gegeben sich alles noch einmal bewusst zu machen, ihr aufzuzeigen dass sie ihr zukünftiges Leben an der Seite eines Crossdressers verbringen wird, denn ich komme nicht los von diesem Drang.
Sie hat nur gesagt, „Ich weiß doch wie Du bist, wir leben doch schon einige Jahre so, und ich habe keine Probleme damit, nur Du musst mir versprechen dass Du Dich nicht umoperieren lässt und nicht als Frau in die Öffentlichkeit gehst. Ich versprach’s.

Fazit, zu unserer Hochzeit trugen wir beide Partnerlook, tolle weiße Braut-Dessous mit Strapsen und jeder ein blaues Spitzenband am Oberschenkel, ich links und sie rechts. Sie im hübschen Brautkleid, ich im schwarzem Frack und Fliege.
Da mich damals Das Kleid wahnsinnig eifersüchtig machte, bekam ich zwei Wochen später aus einem Theaterfundus in meiner Größe dann ebenfalls ein hübsches Traumkleid welches heute leider nicht mehr passt.
So, so war es bei mir und meiner Frau, ich war von Anfang an ehrlich und offen zu ihr und gab mein Geheimnis preis.
Heute habe ich mehr weibliche Sachen als männliche, lebe mein Frausein ungeschminkt, ohne Perücke als Stubentranse aus, kann anziehen was ich mag, ob Dirndl, Rock, Kleid, Blusen usw.,
aber stets zarte Unterwäsche unter dem Männer Outfit. Das genügt mir, zwar würde ich auch liebend gern im Frauenmodus mal vor die Tür gehen und einen Spaziergang wagen, aber ungeschminkt, ohne weibliche Haartracht als Mann im Kleid?
Und da ist ja noch mein Versprechen welches ich einhalten muss.

LG Doreen

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