Partnerschaft/Ehe ohne Sex
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MarieB
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Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 1 im Thema

Beitrag von MarieB » Mi 18. Nov 2015, 12:49

Hallo,

ich frage mich, ob es hier welchen ähnlich geht wie mir.

Meine Ehe leidet sehr stark durch meine Ausflüge ins "Frau sein". Meine Frau kommt überhaupt nicht klar damit. Die Begründungen sind sicher die gleichen wie schon sehr oft gehört.

Sie will mit mir leben aber nicht mit Marie. Sie kann es auch nicht so ertragen, dass Sie mich einfach an den Tagen mein Ding machen lässt und sich nicht weiter drum stört.

Trennen will Sie sich aber auch nicht, da Sie sich ja für mich als Mann entschieden hat und mich als Mann auch will. Ständig ist Aggression usw. zu spüren. Jetzt will Sie sich einigen, in dem wir zusammen bleiben aber wir keinen Sex mehr haben werden. Dann wäre es etwas leichter für Sie. Ich weiß gar nicht warum es dann leichter sein sollte. egal. Ich bin jetzt 49 Jahre alt und kann mir eigentlich nicht vorstellen nie wieder Sex zu haben außer mit mir selbst.

Kennt Ihr solche Abkommen? hat es bei euch geklappt? Wie kommt Ihr damit klar?

Mir geht es gerade richtig scheiße, da ich mich bald eine Entscheidung pro oder contra dieser Ehe treffen muss.

LG Marie
Gruß

Marie

Theresa
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 2 im Thema

Beitrag von Theresa » Mi 18. Nov 2015, 13:38

Hallo Marie,

Eine Ehe ohne Sexualität kann ich mir nicht vorstellen. Zumindest nicht als offizielle Vereinbarung. Dennoch gab es lange Zeiten ohne gemeinsame Sexualität. Es fehlten beidseitig jeder Anreiz. Dann habe ich meine Neigung als dl (Windelliebhaber) intensiver ausgelebt. Etwas, worauf meine Frau gar nicht konnte. Ist ja auch verständlich. Habe mir das aber genau so wenig ausgesucht wie später die Erkenntnis der weiblichen Seite . Sexuell war das für mich durchaus akzeptabel, für die Partnerschaft letztendlich der Todesstoß.
"TV/TS ist für mich als Freund durchaus ok, bei einem Partner aber niemals." Zitat aus dem Gedächtnis.
Heute sind wir schon langegeschieden und ich überlege oft, ob es so kommen musste. Die Kommunikation war auf jeden Fall damals auf beiden Seiten verbesserungswürdig.
Heute ist sie mir eine gute Freundin, die ich nicht missen möchte. Das ist auch etwas, worauf wir beide stolz sind.
Leider kann ich nichts positiveres antworten. Es sind nur meine Erfahrungen.
Vielleicht ist es eine gute Idee, eine Paarberatung auf zu suchen und mit Hilfe einer dritten Person zu versuchen eine Lösung zu finden, die ihr beide so nicht erkennt und mit der ihr leben könnt. Ohne Kompromisse auch auf Seite deiner Frau wird es nicht gehen. Das ist mit Sicherheit sehr schwer oder was würdest du sagen, wenn sie sich plötzlich einen Bart wachsen lassen würde.?
Auch wenn ich manchmal zweifle und mich schwer tue, es zu akzeptieren: die weibliche Seite tut mir gut und ist ein Teil von mir, der sich nicht weg therapieren oder unterdrücken lässt.

Ich wünsche euch viel Glück und das ihr eine Gemeinsame Lösung findet.

Theresa
Beachten sie auch unbedingt die Hinweise im Kleingedruckten auf der Rückseite dieser Nachricht!

Ulrike-Marisa
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 18. Nov 2015, 13:45

Hallo Marie,

...du bist hier im Forum ganz sicher nicht allein mit dem Problem. Bei mir ist es genauso. Ich liebe meine Frau, sie kann aber mit mir als Ulrike nichts anfangen, wie ich ja schon verschiedentlich schrieb und sie sagt, sie hätte einen Mann geheiratet; sprach nach meinem Outing ihr gegenüber von Ehebetrug etc. was es da so alles an Gedanken und Argumenten gibt. Nun ich bin mittlerweile fast 62 und wir leben nachdem (4 Jahre) immer noch zusammen und leben auch ein gemeinsames Leben in einem gewissen Status Quo, den ich auch schon mehrfach beschrieben habe. Jeder Fall ist natürlich anders gelagert und ich habe für mich die Frage mit der Ehe so bisher gesehen, dass ich eine Verantwortung meiner Frau gegenüber habe - sie hat die Kinder betreut und erzogen und hat nicht gearbeitet und das Argument ist dabei auch zu berücksichtigen, dass ich das Problem in unsere langjährige Partnerschaft (38 Jahre) getragen habe. Ich nehme mich zurück und nutze meine persönlichen Freiräume, gehe zur SHG und damit leben wir bisher erträglich gut weiter zusammen. Das das nicht immer alles einfach ist, sei voraussetzend nur am Rande bemerkt. Eine wirkliche Kommunikation oder Auseinandersetzung mit der Thematik findet eigentlich nicht statt, da meine Frau das alles zutiefst ablehnt. Wenn ich den vollen Weg gehen wollte, dann täte sie mich gewiss unterstützen aber nicht mehr mit mir zusammen leben wollen mit allen dann auftretenden Konsequenzen für Haus, Rente, Kinder etc. Da gilt es ruhig und besonnen zu überdenken, was erträglich ist und was nicht. Es gibt genügend Beispiele auch hier im Forum, wo so ein Weg möglich war und ist, aber eben nicht bei allen Paaren und so bei uns auch nicht.

Gruß, Ulrike-Marisa

...schwieriges Thema und mit wenigen dürren Worten kaum umfassend zu beschreiben...

Anne-Mette
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 18. Nov 2015, 14:14

Moin,

natürlich kann nicht erwartet werden, dass in einer Partnerschaft sämtliche Bedürfnisse und Gefühle "bedient werden".
Allerdings sind Bedürfnisse da - und ich frage mich: auf beiden Seiten? Oder haben wir es hier mit Partnerinnen zu tun, denen nichts mehr an einer "Ehe mit Sex" liegt?
Wenn das so wäre, dann könnten die Partnerinnen doch vielleicht über die Veränderung froh sein, dann wäre ein "Zusammenleben als Freundinnen" eine gute Alternative(?)
Schwieriger wird es, wenn noch Bedüfnisse vorhanden sind, aber die an Bedingungen geknüpft werden, z.B.: "einen RICHTIGEN MANN will ich im Bett haben!"
Wenn es diesen "richtigen Mann" nicht (mehr) gibt, dann...
Oder: "ich bin eine Frau, kein Mann (mehr), ich möchte, dass wir uns "als Frauen" lieben. Sie mag/möchte aber keine Frau neben sich - und schon überhaupt keinen Sex mit einer Frau.
"Vereinbarungen" in einer Beziehung mit/ohne Sex finde ich problematisch. Wo bleiben die Gefühle?
MUSS ich unterschreiben, dass ich auf meine sexuellen Gefühle verzichte, damit ich als Mensch in der Beziehung bleiben kann/darf?
Wie gehe ich dann mit meiner Sexalität um?
Wie geht sie mit ihrer Sexualität um?

Gruß
Anne-Mette

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 5 im Thema

Beitrag von Abby » Mi 18. Nov 2015, 14:22

Hallo Marie,

Du stehst vor schweren Abwägungen, wie es mit Deiner Ehe weiter gehen soll. Da kann Dir niemand wirklich dabei helfen, Deinen Weg musst Du selbst finden.

Neben der Frage, ob ein solches Abkommen wirklich zum Erhalt einer Ehe beitragen kann stellt sich für mich die Frage, was das für eine Paarbeziehung bedeutet. Aus welchen anderen Quellen speist sich denn Eure Liebe und Euer Wunsch zum zusammenleben, wenn Deine Frau Dich nicht akzeptiert, wie Du bist und auch auf Zärtlichkeiten und Nähe verzichten will? Welchen Wert hätte Deine Partnerschaft mit diesen Prämissen noch für Dich?

Geht es nur noch um Versorgungsaspekte?

Da Deine Frau Dich so rundum aggressiv abzulehnen scheint, solltest Du Dir auch von einer Paartherapie nicht allzuviel versprechen. Erstens wären die Therapeuten mit einer solchen Situation in der Mehrzahl der Fälle überfordert und zweitens würde das Gesprächs- und Veränderungsbereitschaft bei Deiner Frau voraussetzen. Die erkenne ich aber nicht.

Die Erfahrungen meiner Ehe sind, dass es selbst bei Abschluss der allerfaulsten Kompromisse doch irgendwann zu der Situation kommt: hopp oder topp, ja oder nein, gehen oder bleiben. Bis dahin kann man(n) sich noch über einige weitere Runden quälen...

Nach dem Ende meiner Ehe habe ich dann feststellen müssen, dass es auch ganz andere Frauen mit einer völlig anderen Sichtweise auf mein Crossdressing gibt. Hätte ich die bloß mal früher schon kennen gelernt...

Ich wünsche Dir Mut und Kraft für Deinen weiteren Weg, wie auch immer der aussehen möge

LG Abby
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exuserin-2017-01-16

Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 6 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mi 18. Nov 2015, 14:51

Hallo Marie, falls es dich tröstet bei uns ist es genau wie bei euch. Ich habe einen Mann kennen gelernt etc. das selbe bla bla. Letzte Woche gab es wieder so eine Diskussion ich kann /will ! nicht mit der Uta in die Stadt (alleine kann ich machen was ich will) . Ich gefährde damit die Kinder usw.
Entscheiden kannst du nur alleine für dich was dir wichtiger ist. Meine Meinung lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich hab ihr gesagt entweder sie kommt mit der Situation klar oder wir trennen uns ,auf das ständige Theater habe ich keine Lust bzw. keine Nerven mehr. Nach den Jahrzehnten des Versteckens bin ich es leid wieder nur Rücksicht nehmen zu müssen (die Hälfte ist rum vielleicht auch mehr). Was am Ende wird weiß ich nicht.
Lg Uta

Anne-Mette
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 18. Nov 2015, 14:58

Moin,

bei allem, was manfrau in die Waagschale wirft, sollte auch gefragt werden:

Wer/was/wo wärst Du ohne Dein Drama? (frei nach Byron Katie)

Gruß
Anne-Mette

Lina
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 18. Nov 2015, 19:31

1. Egal, ob deine Frau mit dir Sex haben will, hat nichts damit zu tun, ob du in deinem Leben noch Sex haben willst.
2. Dass sie sich nicht trennen will kann wohl nicht das Allesentscheidende sein. Wenn du das so schreibst bedeutet es doch offenichtlich, dass du es willst. Entscheidet sie, auch was du willst?

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 9 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 18. Nov 2015, 22:19

Es sind schon viele gute Statements abgegeben worden. Ich will das nicht wiederholen.

Meine Erfahrung: Ich habe eine Ehe, die jahrelang ohne Sex "funktiniert" hat. Dachte ich. Falsch gedacht.

Ich habe danach eine langjährige Beziehung mit viel und sehr aufregendem Sex hinter mir. Das ist es dachte ich. Wieder falsch gedacht.

Jetzt lebe ich seit einigen Jahren in einer Beziehung mit Sex und viel Vertrauen, Respekt und Anerkennung. Jepp, das ist es. Ich werde anerkannt, wie ich bin. Das ist nicht immer einfach (auch für sie) und auch ich muss mit Kompromissen leben. Aber wesentlich sind die genannten Punkte. Ich kann mich in der Beziehung fallen lassen. Darauf möchte ich nie mehr vezichten.

Wenn Deine Frau so große Probleme mit Dir hat, hat das mMn viel mit eigenen Problemen zu tun. Das sind Ansatzmöglichkeiten für lohnenswerte Entwicklungen für Euch beide und Eure Ehe. Deshalb kann ich solche Sätze
Da Deine Frau Dich so rundum aggressiv abzulehnen scheint, solltest Du Dir auch von einer Paartherapie nicht allzuviel versprechen. Erstens wären die Therapeuten mit einer solchen Situation in der Mehrzahl der Fälle überfordert und zweitens würde das Gesprächs- und Veränderungsbereitschaft bei Deiner Frau voraussetzen.
nur z.T. nachvollziehen. Eine Paartherapie sehe ich immer als sinnvoll an. Man gewinnt Klarheit, wie es weiter gehen soll. Eine Paartherapie bedeutet nicht, dass es ausschließlich um die "Rettung" einer Ehe geht. Sie kann auch bedeuten, dass man erkennt, dass und warum es nicht mehr weiter geht. Ich gaube, es war Jellouschek, bei dem ich gelesen habe, dass es reichen kann, wenn einer zur Beratung geht. Auch das verändert die Situation grundlegend und es kommt Dynamik ins Spiel. Was ich gar nicht glaube, ist die These, dass ein Therapeut mit der Situation überfordert wäre. Es geht mMn nicht um Trans*, sondern um Kommunikation, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit eigenen Problemen und zur eigenen Entwicklung. Das ist universell. Trans* ist in diesem Kontext das Vehikel, mit dem die Situation ins Rollen kommt und die verdeckten Probleme ans Tageslicht holt.

Ich mag keine Ratschläge geben, aber aus meiner Erfahrung heraus erachte ich es als sehr sinnvoll, "dran" zu bleiben. Nicht resignieren und den Kopf in den Sand stecken, sondern offensiv die Probleme angehen. Ich denke, es geht bei weitem nicht nur um trans*, es geht um die Fähigkeit, Euch selber ernst zu nehmen und trotzdem entwicklungsfähig zu bleiben. Ihr könnte beide so viel aus Eurer Situation ziehen. Nicht trotz der Konflikte, sondern wegen der Konflikte. Wie heißt es in einem bekannten Buchtitel:

"Liebe Dich selbst und freue Dich auf die nächste Krise."
Viele Grüße
Vicky

eilinfox
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 10 im Thema

Beitrag von eilinfox » Mi 18. Nov 2015, 23:05

Eine Ehe ohne Sex ist doch eher eine Zweckgemeinschaft als eine Beziehung.
Wobei ich Zweckgemeinschaft ansich nicht ablehne. Ich denke viele leben in einer und sind trotzdem glücklich und zufrieden.
Sollte allerdings Sex eine Rolle spielen wird es schwierig.
Nicht für TV, denn die sind ja gerne auch Mann.
Aber vor allem für Ts, die ihre Ihnen zugewiesene Geschlechterrolle da nicht erfüllen können.
Ich halte es für ein Gerücht, dass Frauen die einen vermeintlichen Mann kennengelernt und lieben gelernt haben, die gleichen Gefühle auch dem transsexuellen Menschen entgegenbringen können.
Es wird nicht funktionieren wenn nur noch lesbischer Sex im Spiel ist.

MEL
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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 11 im Thema

Beitrag von MEL » Do 19. Nov 2015, 00:41

Hallo zusammen, liebe MarieB
eilinfox hat geschrieben:Eine Ehe ohne Sex ist doch eher eine Zweckgemeinschaft als eine Beziehung.
Wobei ich Zweckgemeinschaft ansich nicht ablehne. Ich denke viele leben in einer und sind trotzdem glücklich und zufrieden.
Sollte allerdings Sex eine Rolle spielen wird es schwierig.
Nicht für TV, denn die sind ja gerne auch Mann.
Aber vor allem für Ts, die ihre Ihnen zugewiesene Geschlechterrolle da nicht erfüllen können.

Ich halte es für ein Gerücht, dass Frauen die einen vermeintlichen Mann kennengelernt und lieben gelernt haben, die gleichen Gefühle auch dem transsexuellen Menschen entgegenbringen können.
Es wird nicht funktionieren wenn nur noch lesbischer Sex im Spiel ist.
Sehe ich eigentlich ähnlich.

Lediglich zu der Aussage in den letzten beiden Sätzen möchte ich einwerfen:
Es sei denn, die Partnerin entdeckt ihre bisexuelle Ader und findet Gefallen daran, :o
nach Jahren sexueller Ehe / Partnerschaft mit einem Mann fortan mit einer Frau die sexuelle Erfüllung zu finden,
ohne den Ex-Partner dabei hintergehen zu müssen! :wink:

Und den Vorschlag mit dem Aufsuchen eines Paartherapeuten kann ich auch nur dringendst empfehlen,
sollte Beiden ernsthaft an einer Fortsetzung einer gleichberechtigten erfüllenden Partnerschaft gelegen sein!

LG MEL

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 12 im Thema

Beitrag von Anke » Do 19. Nov 2015, 05:10

Hallo Marie,

ich kenne solche Abkommen, denn ich lebe mit einem.

Meine Frau, Partnerin und jetzt vor allem beste Freundin hat mir sehr auf meinem Weg geholfen. Allerdings ist sie klar auf Männer abonniert und kann sich Sex mit einer Frau überhaupt nicht vorstellen.

Damit ist das Thema Sex zwischen uns definitiv beendet. Alles andere in unserer Beziehing lebt weiter. Wir lieben uns sehr und unsere Beziehung ist tiefer und intensiver geworden.

Ehe ist natürlich immer auch Zweckgemeinschaft, mit und ohne Sex. Mir ist aber die Liebe und die seelische Verbindung zwischen uns viel wichtiger.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 13 im Thema

Beitrag von MarieB » Do 19. Nov 2015, 07:19

Hallo,

Danke schon mal an alle. Da sind schon einige Gedanken dabei, die man aufgreifen könnte.

Das Thema Paarberatung um nicht von Therapie zu sprechen ist mir auch schon in den Sinn gekommen, zumal mir ein Flyer von einer Psychologin vorliegt, die sowohl Paarbetreuung als auch Begleitung von Transmenschen anbietet. Problem bei solchen Therapeuten ist immer, dass man die Privat bezahlen muss. Da geht schon ein kleiner Urlaub zu zweit dahin. Aber Materielles rückt immer mehr in den Hintergrund. Manchmal denke ich, dass es egal ist. Dann ist es halt so, dass eine Trennung über die Jahre 20 oder 30 tsd. EUR kostet, wenn man danach wieder sich selbst sein kann und sein kann wie man ist. Aber ob es dann auch so kommt?

@Anke: Ich lebe ja nicht nur als Frau. Es ist weit weniger als man denkt. Es sind im Schnitt vielleicht (kürzeres Mehrtages Urlaube eingeschlossen) 5-6 Tage im Monat. (Mir übrigens viel zu wenig) D.h. Ich bin im weit überwiegenden Teil Mann. Trotzdem bin ich offensichtlich für Sie keiner mehr und das Thema beschäftigt Sie eben 30 Tage im Monat egal wie ich gestylt bin und deshalb evtl. die "Lösung" der Beziehung ohne Sex.

Marie
Gruß

Marie

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 14 im Thema

Beitrag von Sabrina.P » Do 19. Nov 2015, 08:59

Trotzdem bin ich offensichtlich für Sie keiner mehr und das Thema beschäftigt Sie eben 30 Tage im Monat egal wie ich gestylt bin und deshalb evtl. die "Lösung" der Beziehung ohne Sex.
Das Thema kenne ich so auch. Es hat begonnen beim epilieren meiner Beine, zu diesem Zeitpunkt kam die Aussage dass Sex mit einer Frau nicht gehen würde. War für mich unverständlich, da ich ja zu hohem Teil als Mann Zuhause bin, momentan schon wegen dem Sohnemann. Aber das Thema spielt sich im Kopft der Ehefrau/Partnerin ab, wie eine Schranke die umgeht. Ein festes Abkommen habe ich mit meiner Frau nicht geschlossen und es gab auch wieder Sex bei uns, ich denke mal aus dem Grund weil wir es einfach gerne machen. Es ist aber nicht mehr so wie früher, nicht unbedingt schlechter aber anders. Das liegt sicherlich auch an dem was im Kopf vorgeht.

Eine Frage stellt sich hier gerade: Kann eine Partnerin besser mit dem Thema umgehen, wenn der Schritt komplett vollzogen wird, wie z.B. bei Anke, als wie bei dir Marie oder bei mir, bei uns ist ja die Frage (mehr oder weniger) offen wie es weitergeht. Sehr spannend!
Liebe Grüsse
Sabrina

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Re: Partnerschaft/Ehe ohne Sex

Post 15 im Thema

Beitrag von eilinfox » Do 19. Nov 2015, 09:41

Keine Liebesbeziehung besteht dauerhaft ohne Sex und Erotik. Das Begehrtwerden ist ein Grundbedürfniss in einer solchen Beziehung.
Vielleicht mag es wirklich eine Weile ohne gehen, aber irgendwann wird mindestens ein Partner unzufrieden werden.

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