Hallo zusammen,
wir haben uns hier sehr beschäftigt mit dem Thema aus der Sicht AUF die Partnerinnen.
Es gab hier sehr viel an lebendiger, bereichernder, gehaltvoller, essentieller Kommunikation.
Deutlich wurde auch wie viel Angst auf beiden Seiten vorhanden ist und wie viel an tatsächlichem Potential, das Leben wirklich auszukosten absolut brach liegt (in meinen Augen zumindest).
Dazu muss ich auch sagen, dass ich Lehrern auf meinem Weg begegnet bin, die mir verdeutlichten, wie sehr wir der Welt es schuldig sind, ihr das zu geben, was uns wirklich ausmacht. Sie haben mir schließlich keine andere Wahl gelassen, als dies zu wagen und zwar zu leben, was mich ausmacht und aufzulösen, was mich begrenzt.
War es immer einfach? Nein
Ich habe auf manchen Strecken Rotz und Wasser geheult - um dann danach festzustellen, das Gepäck ist leichter geworden.
Manchmal dachte ich, ich kann nicht mehr - um dann danach festzustellen => wow, es war doch einfacher als ich dachte.
Es brachte mir Erdbeben und Tsunamis ein in allen Ebenen, manchmal dachte ich, es bricht mir das Herz oder es wird heraus gerissen: Familie, Freunde und Beruf - sehr viel Veränderung, um dann auch danach festzustellen: das Gepäck ist nicht nur noch Mal leichter sondern auch das Leben zu "meistern", ist einfacher geworden.
Dazwischen gab es Menschen, die mir eine helfende Hand reichten, die mich auffingen, die mich zum Lachen wieder brachten, die mich Zuversicht lehrten, die mir halfen, mich und mein Leben klar zu sehen.
Das hat etwas erfordert, was ich gerade so schön auf einem Buchband entdeckte:
Heilung braucht Wahrheit.
Quelle: https://up.picr.de/35036959gb.jpg
Den Inhalt des Buches kenne ich nicht - doch, was der Titel schon allein aussagt, kann ich unterschreiben.
Vor allem:
Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben.
Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben
Das ist eine Aussage, die in ihrem absoluten Gehalt erst einmal einen Verdauungsschnaps erfordert.
Ich dachte dabei an den Reifeprozess von euch, die primär betroffen sind: wer oder was bin ich denn jetzt?, den ihr heimlich versucht habt.
Auch wenn man lange Zeit nicht weiß, was mit einem los ist — sobald ich jedoch in einer Gemeinschaft lebe, dann entsteht bereits mit dem ersten Gedanken "ich kann darüber mit niemandem sprechen" eine ungesunde Dynamik für alle Beteiligten, für alle, die zu der aktuellen Gemeinschaft gehören.
Es hat Auswirkungen — non verbal — wenn man etwas heimlich lebt und versteckt.
Man ist nie wirklich offen und frei.
Das kann eine(n) PartnerIn in aller Konsequenz auch nicht wirklich offen und frei sein lassen.
(In einer Familienaufstellung zur ersten Ehe von Denies habe ich gesehen, was für Auswirkungen es auf die erste Ehefrau von ihr hatte. Sie war in so einem hilflosen Chaos Denies gegenüber, dass ich von meinem Platz aus für diese Frau in Tränen gebadet war. Für die ersten 3 Jahre wusste ich auch, etwas stimmt nicht - und konnte so sehr sehen wie schrecklich es für diese Frau gewesen sein muss.)
Die Entscheidung, euch das Bedürfnis an Sicherheit zu erfüllen, hat den Preis, je länger man nicht offen ist, je heftiger kann die Konsequenz ausfallen.
Hier gilt es für euch auch herauszufinden, ob es sich nicht lohnt, sich dieser Verantwortung nun zu stellen und zu entscheiden: JETZT zählt es, daraus zu lernen und etwas zu verändern.
Sich gegenseitig zum ersten Mal wirklich offen und verletzlich zu begegnen — und verdammt, wenn es halt wehtut und schwer ist, dann ist es in diesem Augenblick so und wenn ihr dann heulend zusammenbrecht und alles am schlimmsten ist, dann ist es dieser Augenblick, in dem ihr euch (vielleicht) zum ersten Mal wirklich wagemutig für euch mit Offenheit und Klarheit entschieden habt, euch wirklich bejahen könnt wie ihr tatsächlich seid. Darüber hinaus erkennen könnt, dass euch mehr ausmacht als trans*.
Selbst, wenn ihr eure Jobs verliert, selbst wenn ihr Familienmitglieder "verliert", der Freundeskreis sich wandelt — es ist eine schmerzhafte herausfordernde JEDOCH VORÜBERGEHENDE ZEIT.
An jedem Tal Ende geht es wieder den Berg hinauf.
Die Frage ist welchen Fokus setzt ihr? Seid ihr für euch bereit überhaupt am Ende eines Tunnels Licht sehen ZU WOLLEN?
Wenn ja — dann verändern sich die leidvollen Gedanken in Gedanken von Strategie, wie man den Lichtblick findet und ihn stärkt.
So wie ihr euer Leben lebt, so zeigt ihr anderen Menschen, wie sie mit euch umgehen sollen.
Ich wünsche euch Erfüllung und Frieden im Herzen.
Liebe Grüße,
Ulla