Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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evacampelli
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Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 1 im Thema

Beitrag von evacampelli » Do 6. Dez 2018, 17:59

Hallo Welt,
in einem Threat zu einem anderen Thema hatte ich die Frage gestellt und ich bin berechtigterweise darauf hingewiesen wrden, dass es nicht so nett ist ein Thema zu "kapern". Das wollte ich natürlich gar nicht.

Also mache ich zu der, auch für mich gerade wichtigen Frage, ein neues Fass auf:

Haltet Ihr denn die Option, für einen CD/TV wohlgemerkt, sich nicht zu Outen für verwerflich?
Ich meine, es gäbe auch für diese Entscheidung nachvollziehbare und vertretbare Gründe.
Meine subjektive Wahrnehmung speziell hier ist die, dass die meisten früher oder später den Schritt gemacht haben. Stimmt das überhaupt? Oder gibt es viele schweigende Mitglieder hier die sich aufgrund der Mehrheitsmeinung nur nicht trauen zu sagen: Ich habe dieses Geheimnis vor meiner Frau weil....

Und was wäre dieses ...weil?

Achtung: Wespennest!

Freue mich auf eine, wie immer hier, konstruktive Diskussion.

Liebe Grüße
Eva

Cybill
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 2 im Thema

Beitrag von Cybill » Do 6. Dez 2018, 19:20

Hallo Eva,

Nach meiner Auffassung steht es niemanden zu, darüber zu urteilen, ob sich jemand outet oder nicht. Das ist eine sehr private Entscheidung.

Ich kann nur meine Erfahrungen weiter geben:

Es tut nicht weh und nachher fühlt man sich befreit.

Ich hatte bisher nur positives Feedback.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 3 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 6. Dez 2018, 19:32

Hallo Eva

Ich gehe ein bisschen weiter wie Cy, Vertrauen ist für uns der Grundstein einer Beziehung, von daher habe ich immer volles Vertrauen in meine Frau gesetzt und wurde nicht enttäuscht.
Wir sind jetzt fast 35 Jahre zusammen, so falsch kann die Offenheit nicht gewesen sein.
Aber ich kenne weder dich noch deine Partnerin, somit wirst du vermutlich deine Bedenken haben, denn sonst hättest du dich längst ihr gegenüber offenbart.
Letztlich ist das dein Ding, ich könnte mit solch einer Heimlichkeit nicht Leben.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 4 im Thema

Beitrag von Sunny » Do 6. Dez 2018, 20:45

In einem anderen Zusammenhang vor einer langen Zeit habe ich zu dem Thema mal etwas geschrieben und zitiere mich der Einfachheit halber selbst:
Genau das ist der Punkt, der für deine Frau oder deine Nachkommen problematisch sein kann, denke ich.

Vor Kurzem erst habe ich einen Erlebnisbericht einer Ehefrau gelesen, die zu Lebzeiten davon ausgegangen ist, dass ihr Ehemann einmal in der Woche die Buchhaltung für einen guten Freund in dessen Büro erledigt. Er hatte wohl dafür eine Aktentasche, wo alle wichtigen Unterlagen dafür drin sein sollten.

Nach der Beerdigung ihres Ehemannes hat sie nachgeschaut, ob etwas darin ist, was sie eben diesem Freund geben sollte, damit er keine Probleme mit der Buchhaltung bekommt und statt irgendwelcher Unterlagen fand sie ein Video von ihrem Mann als Frau sowie die dazugehörige Kleidung inkl. sexy Unterwäsche. Diese Frau ist daraufhin endgültig zusammen gebrochen und hat alles in Frage gestellt, was ihre Ehe und ihren Mann betrifft. Ohne therapeutische Hilfe wäre sie nach eigener Aussage nicht aus diesem Loch herausgekommen. Mittlerweile lebt sie weit entfernt von ihrer Heimat, weil sie in der vertrauten Umgebung nicht darüber hinwegkommen konnte. Vertrauen in einen Mann für eine neue Beziehung zu fassen, ist für sie auch nach Jahren noch nicht vorstellbar.

Den Verlust eines geliebten Menschen verkraften zu müssen, ist schon schwer genug. Wenn man dabei dann durch eine solche Entdeckung das Gefühl bekommt, dass man diesen Menschen, der einem doch so nahe stand, überhaupt nicht gekannt hat. Dass dieser Mensch so erfolgreich so ein großes Geheimnis hatte und nie genug Vertrauen hatte, sich zu offenbaren, ist das meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas, was die Trauer einfacher gestaltet.

Es wurde hier oft davon geschrieben, dass beim Outing nach langer Heimlichkeit ein Vertrauensbruch gemeinsam aufgearbeitet werden muss, damit beide Beteiligten zusammen mit der Situation fertig werden können ohne einander zu verlieren.

Wird dieser Vertrauensbruch etwa dadurch kleiner, dass man selbst als der unfreiwillig Geoutete ja nicht mehr da ist um es zu erklären?
Können Hinterbliebene dadurch, dass sie nie erfahren werden, was es mit den gefundenen Frauensachen auf sich hat, besser damit klar kommen?
Oder besteht nicht sogar die Möglichkeit, dass eine Ehefrau davon ausgeht, dass ihr Mann eine Zweitfrau hatte und sie wer weiß wie lange betrogen hat und sogar Kleidung für sie zuhause deponiert hat, wenn keine entsprechenden Videos oder Fotos dabei sind?

Aus meiner Sicht gibt es dazu dreimal ein klares Nein zur Antwort.

Das soll nicht heißen, dass ich der Meinung bin, alle müssten sich auf Teufel komm raus outen ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin zwar klar für ein Outing in jeder Beziehung, kann aber auch verstehen, wenn es weiter heimlich in die Frauenkleidung geht. Der Grund, warum ich das Ganze hier geschrieben habe, ist nicht unbedingt der Drang euch zum Outen zu bringen, sondern eher der Wunsch, euch zum Nachdenken anzuregen.

Wer sich heimlich dresst, weil er Angst hat, dass seine Partnerin nicht damit umgehen kann oder weiß, dass es ihr Weltbild erschüttert oder oder oder sollte sich dabei bewusst sein, dass seine Befürchtungen nicht weniger wahr werden können, nur weil man selbst es nicht mehr mit- bzw. abbekommt. Hier einfach nur zu sagen, dass es sie nicht interessieren wird, weil sie es ja nicht kannten, ist meiner Meinung nach egoistisch und gleichgültig. Damit macht man es sich doch zu einfach.

Das soll nicht heißen, dass jeder der sich nicht outen will oder kann, das Dressen jetzt bleiben lassen soll. Um Himmels Willen, nein. Aber wie wäre es denn, wenn man zumindest versucht ein wenig vorzusorgen? Vielleicht einen Brief zu schreiben, in dem man das Ganze erklärt und diesen bei den Frauensachen zu deponieren oder noch besser so zu deponieren, dass er zwar erst nach dem Tod, aber noch vor den Frauensachen gefunden wird? Man kennt doch die eigene Frau und müsste zumindest im Groben wissen, wie man ihr wenigstens ein bisschen dabei hilft, es zu verstehen und zu verkraften.
Ergänzt wurde das noch von Vicky Rose darum, dass die Frage "Warum hat er nicht mit mir darüber gesprochen?" erschwerend hinzukommt.

Sorry, falls das schwerere Kost ist als erwartet, aber das ist halt ein Gedanke, den sich jeder machen müsste, aber kaum jemand machen will.

LG
Sunny
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 5 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 6. Dez 2018, 21:04

Ist doch keine schwere Kost, sind einfach fragen die auftauchen wenn es heimlich wird

Obwohl wenn der Partner verstorben ist... ja da kann man sich ausgeschlossen vorkommen, nur dann kommt unweigerlich die Frage : warum hat sich der Transidente Partner nicht getraut ?

Bea Magdalena
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 6 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 6. Dez 2018, 21:15

Hallo zusammen,

Ich sehe es so, der Ehefrau zu verheimlichen geht gar nicht, ist Vertrauensbruch!
Ansonsten outen oder nicht, wie jede(r) es für sich richtig hält.

Liebe Grüße
Bea
future is female

Christine DarkJoker
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 7 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker » Do 6. Dez 2018, 21:29

Hi Ihr Lieben

ich finde die Partner sollten zumindest vom Dressen wissen. Und ob dann das Dressen im Heimlichen oder Offen gelebt wird das muss dann Jede für sich entscheiden. Aber so ist es kein Geheimnis und wenn mal was ist dann kommt nicht die Große Überraschung.

Liebe Grüße Christine
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten

Silke61
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 8 im Thema

Beitrag von Silke61 » Do 6. Dez 2018, 22:02

evacampelli hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 17:59
Haltet Ihr denn die Option, für einen CD/TV wohlgemerkt, sich nicht zu Outen für verwerflich?
Ich meine, es gäbe auch für diese Entscheidung nachvollziehbare und vertretbare Gründe.
Kein Outing halte ich für problematisch, auch wenn ich nicht von verwerflich sprechen würde, einfach weil die Not groß sein kann und nicht jede(r) hat die Kraft, in großer Not die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Was ich nachvollziehen kann ist, auf einen geeigneten Zeitpunkt zu warten (solange es nicht der Sankt Nimmerleinstag ist). So ist meine Frau oft sehr im Stress. Ich habe deshalb gewartet, bis sie Urlaub hatte, sich ein paar Tage erholen konnte und insgesamt gut drauf war. An einem Abend, an dem auch unsere Tochter nicht im Haus war sprach ich mit ihr. Sie war später dankbar, daß ich den Zeitpunkt so sorgfältig gewählt hatte.

Nachdenklich hat mich auch ihre Reaktion auf mein Erstaunen gemacht, dass sie es so gut aufgenommen hat. Sie sagte: "Das haben wir uns doch versprochen". Es gehört ihrer Meinung nach zum Eheversprechen, dem anderen das zu geben, was er/sie braucht, um glücklich zu sein. Kein Outing heißt dann, der Ehefrau nicht zuzutrauen, daß sie ihr Eheversprechen ernst nimmt.

Natürlich gibt es aber auch genügend Beispiele, von denen man im Forum lesen kann, wo das Outing zu einer sehr ernsten Ehekrise oder gar zur Trennung geführt hat. In diesen Fällen ist es natürlich ungleich schwerer und doch sollte man sich die Frage stellen, was die Alternative zum Outing ist.
Sich ein Leben lang verstecken und die Frau belügen?
Ein unfreiwilliges Outing riskieren, mit den weit tieferen Verletzungen, die das erzeugt?
Sich selbst verbiegen und die weibliche Garderobe ein für alle mal komplett entsorgen? Geht das überhaupt auf Dauer? (die Erfahrung zeigt: geht nicht)

So würde ich eher fragen "wann" und nicht "ob". Gerade wenn man selbst noch überhaupt nicht klar hat, was mit einem los ist und wie weit das alles gehen könnte, halte ich es für verständlich zu warten.
Doch irgendwann ist dann der Zeitpunkt, wo man selbst hinreichend klar sieht und die Frau aufnahmebereit scheint. Dann heißt es "jetzt oder nie" und aus meiner eigenen zugegeben positiven Erfahrung kann ich nur sagen: Nimm all Deinen Mut zusammen und nutze diesen Moment!

Grüße
Silke

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Do 6. Dez 2018, 22:29

Hallo Eva,

ich war 40 Jahre lang "Stubentranse" und habe mich nicht geoutet. Mein "Fetisch" war eben etwas, das nur mich etwas anging. Ich und meine Freundinnen hatten immer getrennte Wohnungen. Also bekam nie eine etwas davon mit, was sich in meinem Kleiderschrank befand. Die Partnerschaften gingen trotzdem immer wieder auseinander. Ich war am Ende doch nicht der Mann, den sie glaubten kennen gelernt zu haben.

Hier im Forum habe ich mich erst nach dem Tod meiner Mutter angemeldet, als es niemanden mehr gab, für den ich den Mann zu spielen hatte. Dann dauerte es nur noch ein halbes Jahr vom CD zur Vollzeitfrau.

So lange es noch ohne Outing irgendwie läuft, werden es die meisten wohl nicht wagen (und sich auch in keinem Forum anmelden), aber das ewige Versteckspiel kostet viel Kraft. Dann sagt man sich eben: Es ist ja nur ein Fetisch.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Diana.65
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 10 im Thema

Beitrag von Diana.65 » Fr 7. Dez 2018, 01:17

Hallo Eva, hallo @ all.

Das Outing ist bei mir momentan noch nicht komplett durch. Und ich habe damit bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Der erste, dem gegenüber ich meine weibliche Seite offenbarte, ist ein sehr guter Freund. Zu dem Zeitpunkt brauchte ich dringend jemanden, mit dem ich darüber mal reden konnte und die Entscheidung dafür war vollkommen richtig. Mit ihm kann ich fast jederzeit über meine Situation sprechen.
Als nächstes waren dann meine Frau und mein Sohn dran. Da war aber der Zeitpunkt von mir nich ganz glücklich gewählt, musste da aber sein, da ich sonst an meinem Geheimnis zu sehr gelitten hätte. Das Fazit daraus war, dass ich es schon viel eher hätte erzählen sollen. Meine Frau kommt nach nun fast einem halben Jahr immer noch nicht mit dem Thema zurecht. Andererseits duldet sie es, dass ich mich in gewissen Grenzen außerhalb unseres Umfeldes auslebe. Dadurch, dass meine Familie jetzt darüber Bescheid weiß, ist es mir zumindest eine große Erleichterung nicht mehr heimlich zu tun müssen und das tut unwahrscheinlich gut, auch wenn es für das familiäre Zusammenleben noch eine große Belastung ist und meine Frau in einem Gespräch mal äußerte, dass ich es ihr besser hätte nicht sagen sollen.
Bei den restlichen Personen, denen ich mich gegeüber schon geoutet habe, kamen mir gegenüber recht positive Reaktionen. Wie es dann aber mal aussieht, wenn sie Diana in Natura erleben kann ich nicht beurteilen.
Weitere Outings schiebe ich leider noch vor mir her. Ich möchte verschiedenen Bekannten und Freunden gerne noch von Diana erzählen, damit es für mich weiter leichter wird die weibliche Seite auszuleben.

Noch mal auf die Eingangsfrage bezogen finde ich es für die engste Familie nach wie vor zwingend nötig, dass sie Bescheid wissen. In wie weit dann das weitere Umfeld mit einbezogen wird ist sicherlich von der individuellen Situation abhängig.
Ich find dazu auch den Post 4 von Sunny sehr hilfreich!
Den Verlust eines geliebten Menschen verkraften zu müssen, ist schon schwer genug. Wenn man dabei dann durch eine solche Entdeckung das Gefühl bekommt, dass man diesen Menschen, der einem doch so nahe stand, überhaupt nicht gekannt hat. Dass dieser Mensch so erfolgreich so ein großes Geheimnis hatte und nie genug Vertrauen hatte, sich zu offenbaren, ist das meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas, was die Trauer einfacher gestaltet.
Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin ich. Und was die Anderen von mir denken wird mir immer mehr egal.

VanessaL
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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 11 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 7. Dez 2018, 05:10

Guten Morgen,

es stellt sich die Frage wem gegenüber outen .... Familien, Freunde/Bekannte oder Gesellschaft/Arbeitsumfeld?

Das Outen (ich persönlich halte es für unumgänglich) ist auch immer ein Abwägen von Umständen und im Kern geht es darum für sich Freiräume zu gewinnen.
Wenn man diese nicht braucht und gut mit der Gefahr des "Entdeckwerdens" leben kann, besteht wohl keine Notwendigkeit sich zu outen.
Insbesondere dann nicht, wenn man die negative Reaktion des Gegenüber bereits im Vorfeld erahnen kann.
Kann man sich in einer Beziehung aber nicht outen, muss man wohl oder übel die gesamte Beziehung in Frage stellen und überdenken.

Das Outen selbst halte ich erst mal für eine persönliche Entscheidung und für Transsexuelle Menschen ist es vielleicht am Ende gar nicht anders möglich, um "frei" zu leben.
Es ist eine "actio" und eine "reactio" ist letztendlich nur erahnbar aber nicht vorhersehbar. Neben guten Beispielen, gibt es eben auch negative: Trennung der Partnerin/Verlust der Freunde oder des Arbeitsplatzes; oder noch schlimmer, tiefe Depressionen der Ehefrau/Abkehr der Kinder. Dann kommt leider auch fast wie selbstverständlich die Schuldfrage auf den Tisch. Auch das muss man verkraften können.

Letztendlich ist es wohl eine Bauchentscheidung und die muss jeder für sich selbst treffen.

Liebe Grüße
VanessaL
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 » Fr 7. Dez 2018, 06:00

Geht ein Biomann als Frau auf die Straße hat er sich quasi geoutet.

Die Entscheidung obliegt jedem selbst, darüber diskutieren und debatieren brauchen wir auch nicht.
Es ist rein persönlicher Natur wie jede damit umgeht.

Aber: Rennt man als CD/TV offensichtlichtlich auf der Straße rum, macht kein Geheimis daraus sollte man schon in der Firma bescheid geben bevor es andere tun.
Unausweichlich muss man den Familienkreis einweihen, sonst versteckt man sich zu Hause noch vor sich selbst und das tut einem am wenigsten gut.

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 13 im Thema

Beitrag von Nina_68 » Fr 7. Dez 2018, 06:41

Hallo Mädels,

ich stehe gerade vor dem gleichen Problem. Meine Frau weiß es ewig, meine Mutter (78 Jahre) seit 6 Monaten. Meine Mutter liebt mich, versteht es aber, glaube ich, nicht wirklich. Vorgestern habe ich es meinem besten Arbeitskollegen/Freund erzählt. Wir haben seitdem einen sehr offenen Austausch zu vielen Themen.
Da meine Frau zur Zeit nicht sehr gut drauf ist, habe ich ihr versprochen in 2018 keine weiteren Outings zu machen.
Mal sehen was 2019 bringt.

LG Nina

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 14 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 7. Dez 2018, 07:44

Eva,

natürlich ist es nicht verwerflich sich nicht zu outen. Aber wenn man es tut wird das Leben viel einfacher.

Für einen TV/CD ist es natürlich nur erforderlich dass in dem Umfang zu tun, dass die engsten Verauenspersonen davon erfahren. Weiter muss es nicht gehen, kann aber. Da sind wir auch bei dem wichtigen Punkt, es wurde ja auch schon von anderen Mädels gesagt: es geht um Vertrauen. Und der Partnerin gegenüber ist edas dann eben meiner Meinung nach auch ein Liebesbeweis.

Ich selbst habe viel zu lange damit gewartet, da wird es umso schwerer dieses jahreleange Verstecken und Verschweigen zu rechtfertigen. Das macht dann mmehr Arbeit, aber die lohnt sich wiederrum. Bei uns hat es die Partnerschaft eher gefestigt, denn wir mussten uns mal wieder auseinandersetzen mit einem echten Problem.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

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Re: Outing oder Nicht-Outing, das ist hier die Frage.

Post 15 im Thema

Beitrag von evacampelli » Fr 7. Dez 2018, 07:50

Sunny hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 20:45
In einem anderen Zusammenhang vor einer langen Zeit habe ich zu dem Thema mal etwas geschrieben und zitiere mich der Einfachheit halber selbst:
Genau das ist der Punkt, der für deine Frau oder deine Nachkommen problematisch sein kann, denke ich.

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Das soll nicht heißen, dass jeder der sich nicht outen will oder kann, das Dressen jetzt bleiben lassen soll. Um Himmels Willen, nein. Aber wie wäre es denn, wenn man zumindest versucht ein wenig vorzusorgen? Vielleicht einen Brief zu schreiben, in dem man das Ganze erklärt und diesen bei den Frauensachen zu deponieren oder noch besser so zu deponieren, dass er zwar erst nach dem Tod, aber noch vor den Frauensachen gefunden wird? Man kennt doch die eigene Frau und müsste zumindest im Groben wissen, wie man ihr wenigstens ein bisschen dabei hilft, es zu verstehen und zu verkraften.
Ergänzt wurde das noch von Vicky Rose darum, dass die Frage "Warum hat er nicht mit mir darüber gesprochen?" erschwerend hinzukommt.

Sorry, falls das schwerere Kost ist als erwartet, aber das ist halt ein Gedanke, den sich jeder machen müsste, aber kaum jemand machen will.

LG
Sunny
Hallo Sunny,

das ist auch einer der Gedanken, den ich mit mir rumschleppe. Schwere Kost? Ich würde ehr sagen, wichtiger Aspekt. Vielen Dank für den Text und an alle anderen auch. Ich muss mal alles in Ruhe lesen und verarbeiten was (alle) hier geschrieben haben.

Nächste Woche werde ich mich mit einer guten Freundin (eine geborene Sie) treffen und ausgiebig Quatschen. Sie weiss bescheid über meine Situation. Bis dahin...
Liebe Grüße und nochmal herzlichen Dank
Eva

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