Frau eines Mannes mit weiblicher Seite
Frau eines Mannes mit weiblicher Seite - # 3

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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MichiWell
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 31 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 3. Dez 2018, 19:18

Hallo Maria,

herzlich Willkommen hier und (yes), dass du den Mut hast, dich mit dem Thema zu befassen, und den Willen, deinen Partner zu verstehen.

Ihr wart lange Zeit nicht glücklich miteinander Durch seine Öffnung dir gegenüber seid ihr euch wieder näher gekommen. Und jetzt macht es dir Angst, obwohl du doch glücklich darüber bist.

Ich kann mir auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen gut vorstellen, dass dein Partner dafür, dass er einen Teil seines Ichs versteckt und verleugnet hat, viel Kraft aufwenden musste, die ihm dann für euch gefehlt hat. Er hat womöglich Angst vor Ablehnung gehabt, es aber sicherlich auch gut gemeint, dass er dich damit nicht belasten wollte. Ich weiß, meine Partnerin würde wohl sagen: "Was habe ich nur getan, dass mein Mann sich nicht getraut hat, mit mir darüber zu reden." Aber ich möchte den Vorwurf gar nicht in deine Richtung tragen. Ich sehe da vor allem die Gesellschaft, klischeehafte Erziehung und kaputte Rollenbilder. Er hat versucht stark zu sein, hat versucht, sein Problem mit sich selbst auszumachen, so wie es den Männern von der Wiege an eingetrichtert wird. Und das kommt dann dabei heraus, dass du 18 Jahre warten musstest.

Dass du in dieser völlig neuen Situation, in die du unerwartet gekommen bist, Ängste hast, ist normal. Aber lasse dich nicht von ihnen beherrschen. Sieh seine weibliche Seite nicht als Konkurrenz, grad so als wäre dein Partner mit einer anderen Frau fremd gegangen. Mal abgesehen davon, dass er seine weibliche Seite nicht entwickelt hat, weil er dich irgendwie unattraktiv finden würde, könntest du eh nur verlieren, weil er sich nicht von dem Teil Frau in ihm trennen kann.

Dass er seine weibliche Seite gerade wieder unterdrückt, sehe ich eher als Zeichen dafür, dass er dich nicht belasten, dich nicht verlieren will. Er spürt doch auch, wie es dir geht, und will dir nicht weh tun. Ich kenne das auch, hatte vor Jahren schon mal eine Partnerin, der ich mich anvertraut habe, und die später Ängste und Ablehnung entwickelte, weshalb ich mich mehr und mehr zurück zog.

Dass dein Liebster davon weiß, dass du dich hier angemeldet hast, ich ein Signal in seine Richtung, dass du bereit bist, dich dem Thema zu stellen. Ich hoffe und wünsche, dass ihr euch dadurch wieder annähert, er sich wieder weiter öffnet.

Einen abschließenden Gedanken hätte ich noch für euch:

Wenn das Reden schwer fällt, dann schreibt euch. Gerade bei so schwierigen Themen kommt es vor, dass man unsicher ist, ob man sofort die richtigen Worte findet. Denn einmal gesprochen, kann man sie nicht mehr abwägen.

Es müssen ja keine Briefe aus Papier sein. Wobei das je nach persönlicher Lebensgeschichte auch reizvoll sein kann. Zeitgemäßer wäre ein Messenger wie WhatsApp, besser noch Telegram oder Signal, die wirklich gut verschlüsselt sind. Oder vielleicht mag er sich ja auch selbst hier anmelden? Dann könnt ihr euch über das Forum persönliche Nachrichten schreiben.

Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft, euch wieder zusammen zu finden.

Liebe Grüße
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Aria
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 32 im Thema

Beitrag von Aria » Mo 3. Dez 2018, 19:38

Martin-a hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 17:57
Das Problem von Betty ist eigentlich ein gesellschaftliches. Frauen werden unbewusst auf ein Muster eingetrimmt, was ein Mann sein soll. Siehe mein Post weiter oben. Und eben dieses Muster stimmt bei Bettys Mann nicht mehr, was sie selber verzweifeln lässt. Sie hat möglicherweise unbewusst Angst, durch den Quasiverlust ihres Mannes an Status und Ansehen zu verlieren.
Finde ich überhaupt nicht. Es ist das Problem eines jeden einzelnen und seine Wünsche an den Partner.
Denn in erster Linie schaue ich doch nach mir und nicht danach, was die Gesellschaft gerne sehen würde.
Und wenn meine Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr gestillt werden, weil sich mein Mann mir nicht mehr wie gewohnt zeigt und ich auch dieses Bild in meinem Kopf nicht mehr los bekomme, haben wir ein Problem. Klar ist es toll, wenn man das kann, es ist aber auch genau so in Ordnung, wenn man das nicht mehr kann. Deshalb verstehe ich nicht, warum darüber überhaupt eine Diskussion entsteht.
Man kann doch nicht von sich und seiner Beziehung auf andere schliessen und meinen, es gäbe dafür ein Patentrezept, das da heisst Liebe und Toleranz.
Der eigentlich Alltagstest ist, als Frau im Körper eines Mannes zu leben!

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 33 im Thema

Beitrag von gerda joanna » Mo 3. Dez 2018, 19:52

...ja ich kann da auch nur um ein wenig Verständnis für die Partnerin werben. Wer, wie ich und einige andere das Glück hat, dass es die Partnerin mehr oder weniger akzeptiert kann noch lange nicht davon ausgehen dass es bei anderen Beziehung genauso sein muss oder müsste. Auch beim ausgiebigsten und einfühlsamsten Versuch, mir etwas schmackhaft zu machen kann ich keine Schnecken und Froschschenkel essen - ist zwar wohl etwas weiter hergeholt aber so oder ähnlich wird es bei der ein oder anderen Partnerin sein. Und wir haben nicht das Recht, etwas einzufordern - vielleicht zu erklären versuchen und in kleinen Schritten für Verständnis zu werben dass wir uns als Mensch ja nicht verändern und diese Neigung einfach zu uns gehört. Etwas komplizierter wird es dann aber wohl wenn der Partner ganz das Geschlecht ändern möchte. Da ist der Partnerin dann schon einiges, wenn nicht zuviel abgefordert . Und zu hoffen, dass sie ja insgeheim immer schon lesbisch war wird auch nicht zielführend sein.
Auf jeden Fall wünsche ich allen alles Gute und einen für alle Seiten gangbaren und einigermassen befriedigenden Weg.
Alles Liebe
Gerda Joanna
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir, ich möchte es nicht mehr unterdrücken.

https://gerdajoanna.blogspot.com

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 34 im Thema

Beitrag von Aria » Mo 3. Dez 2018, 20:04

gerda joanna hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 19:52
Etwas komplizierter wird es dann aber wohl wenn der Partner ganz das Geschlecht ändern möchte.
Und genau das lässt sich eben nie 100%ig ausschliessen; erst recht für die Partnerin nicht.
Es ist diese Ungewissheit, die einen zerfrisst. Und die ist plötzlich allgegenwärtig, weil man nicht versteht, was im Partner vorgeht und es womöglich auch nie begreifen wird.
Man kann nur lernen damit zu leben oder auch nicht. Das hat dann aber nix mit mangelnder Liebe oder Toleranz zu tun. Man kann auch lieben und sich trotzdem trennen.
Der eigentlich Alltagstest ist, als Frau im Körper eines Mannes zu leben!

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 35 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Mo 3. Dez 2018, 20:43

M.L. hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 14:35
...

Ich weiß nicht, ob ich eine Freundin an meiner Seite möchte. Im Moment kann ich mir das nicht vorstellen. Warum kann er nicht der Mann an meiner Seite sein?
Auf das Warum gibt es vielleicht keine abschließende einzig wahre Antwort.
„Erklärungsversuche“- gibt es einige.
Genetischer Veranlagung und Entwicklungstraumata in der Kindheit sind die aus meiner Sicht die seriösesten, teilweise mit mit größeren Studien untermauerten.

Ich nehme an das beantwortet vielleicht ein Warum aber nicht Dein Warum?
Wenn ich dich richtig verstehe dann hast Angst das er „ganz“ Frau werden will, oder?

Das du plötzlich deinen Mann verlierst.
Durch seine Offenbarung hast du z.b die Ohrringe als Veränderung zum weiblichen erkannt und fühlst dich plötzlich quasi hintergangen und alleine gelassen.
Interpretiere ich dich da richtig?

Viele liebe Grüße
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 36 im Thema

Beitrag von VanessaL » Di 4. Dez 2018, 04:16

M.L. hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 12:37
...
Mein Mann ist Mitte 50, wir sind seit 18 Jahren verheiratet. Lange Zeit nicht glücklich. Kurz vor unserem Hochzeitstag hat er mir gestanden, dass er eine weibliche Seite in sich hat und diese ausleben will.
Wir hatten dann viele Gespräche, sind uns dadurch auch wieder sehr nahe gekommen. Er hat es auch geschafft, das ich wieder weiblicher sein will
...
Wenn ich mich z.B. schminke, sagt er mir, dass es ihm gefällt. Ich denke dann immer, ja, dem Mann vielleicht, aber was ist mit ihr?

...
Im Moment unterdrückt er das weibliche wieder, weil er weiß, dass ich damit nicht klarkomme.
...
Liebe Grüße
Maria
Guten Morgen Maria,

ich habe mir die Zeilen noch einmal durch den Kopf gehe lassen und es ist ja schon Vieles aus verschiedenen Richtungen geschrieben worden.
Mir ist das "Positive" in Deinen Zeilen aufgefallen. Also was die Transidentität an positiven Wirkungen hatte. Dein Mann hat sich Dir anvertraut und Ihr seit wieder näher dadurch gekommen. Er gibt Dir positive Kommentare, was Dir hilft, Dich in Deiner Haut wohl zu fühlen. Er versucht Rücksicht auf Dich zu nehmen und unterdrückt seine weibliche Seiet wieder.

Ich weiß nicht, warum Wahrheiten manchmal das Leben so sehr verändern, aber ich gehe davon aus, dass es viel mit Verletztheit zu tun hat. Die Wahrheit ist, dass Dein Mann wohl eine weibliche Seite hat, wie ausgeprägt auch immer sie sein mag. Diese hatte er schon immer und damit ist auch schon die Frage nach dem Warum geklärt.
Nun kommt die Frage für Euch beide - und das ist der schwierige Teil - wie gehe ich damit um !?! Was ist meine Position? Welche Grenzen sind bei mir fix und welche kann und möchte ich verschieben, um die Schnittmenge wieder größer werden zu lassen? (Ohne mich selbst zu verbiegen)

Aus meiner Erfahrung und persönlichen Geschichte habe ich gelernt, dass jede Lebensgeschichte anders ist und letztendlich müsst Ihr Euch jeweils neu positionieren. Das Leben ist leider nicht starr sondern im Fluss. Dabei habt Ihr jeweils zwei ganz unterschiedliche Probleme. Er muss vielleicht sein ganze Leben neu sortieren - sein gesamtes Lebensmodell bricht zusammen. Er verliert seine bisherige Identität (ich weiß nicht wie tief seine Transidentität geht, aber seine weibliche Seite zuzugestehen ist oft ein schwieriger Prozess)
Für Dich als Ehefrau besteht dieses Problem zwar nicht, aber es stürzt Dich in Dein Eigenes! Du hast keine Wahl, Du musst Dich damit auseinandersetzen (und das machst Du ja). Selbstzweifel, Verletztheit und Unverständnis sind dabei keine seltenen Reaktionen. Das Gefühl, das alles bisherige ein Lüge war, man hintergangen und betrogen wurde, all dass stürzt auf einen ein und lässt sich letztendlich ja auch gar nicht steuern; bei aller Liebe und Zuneigung, die man füreinander empfindet.

Die Lösung? Das Patentrezept gibt es nicht! Aber es gibt positive und negative Beispiele! Klar ist jedoch - und da werden mir vielleicht sogar alle zustimmen: Dein Mann braucht seinen Raum für seine weibliche Seite. Die hat er sich nicht ausgesucht und wenn er diese unterdrückt, kann es zu Depressionen und gesundheitlichen Folgen führen oder endet in Distanz, Aggressivität, Alkoholismus oder Kompensationen wie z.B. Arbeitswut. Genauso klar ist aber auch, dass auch Du Gefahr laufen kannst in Depressionen zu geraten .... diese kommen oft schleichend, sind vielleicht in Ansätzen auch schon da und brechen jetzt offen aus. Die Selbstaufgabe für den Anderen funktioniert also in der Regel nicht.
Was helfen kann ist das, was Du angefangen hast ... viel reden und sich austauschen, eine psychologische Begleitung suchen (jeder für sich) und viele gemeinsame Gespräche, sofern das alleine möglich ist, sonst moderiert. Und natürlich Zeit .... vieles muss sacken, neu sortiert werden und das geht nicht von heute auf morgen.

Letztendlich ist es ein Prozess und Ihr seit schon mitten drin, jeder für sich, aber doch auch gemeinsam.

Ich drücke Euch beide mal aus der Ferne und wünsche Euch, dass Ihr es schafft die großen Berge vor Euch anzugehen, den oftmals sind sie kleiner, wenn man ihnen entgegen geht.
Ich habe immer das Bild von Herrn Tur Tur, dem Scheinriesen aus "Jim Knopfund Lukas der Lokomotivführer" im Kopf.

Liebe Grüße
Vanessa
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 37 im Thema

Beitrag von Frieda » Di 4. Dez 2018, 06:05

Ich hoffe, dass die vielen Reaktionen dich nicht überfordern oder gar "erschlagen" Maria? Aber du siehst und hoffentlich fühlst du es auch, wie sehr du hier mit deinen Worten gelesen, gefühlt und ernst genommen wirst. Immer wieder ist es für mich schön, wenn ich es miterlebe, wie man in dieser Gemeinschaft hier versucht, sich gegenseitig über die eine oder andere Hürde des Lebens zu helfen?

Ähm....das war gerade etwas wunderschönes worauf ich dich bitte aufmerksam machen möchte!😊

Falls du es auch so empfindest wie ich, darf ich dich bitte sehr respektvoll fragen, ob du bei diesem positiven Fakt, auch danach fragst "Warum ist das eigentlich so? Warum reagiert man hier so auf mich?"
Denken/fragen wir uns einmal weiter bitte.
Was denkst du? Könntest du dich mit all den Dingen die dich im Moment beschäftigen, auch bei euch zu Hause auf den Marktplatz setzen und mit jedem der vorbei kommt, darüber reden wollen und KÖNNEN, tiefgründig(!), warum das alles auf einmal so ist, wie es jetzt ist und wie es jetzt bitte für dich /euch weiter gehen soll?
Was denkst du? Würdest du dort auf eurem Marktplatz sitzend, so viele wertvolle und ehrlich herzlich gemeinte Infos, Tipps, Ratschläge bekommen uuuund hättest du das Gefühl, dass man Anteil und vielleicht dir sogar Mitgefühl aus ehrlichen Herzen schenken könnte (jedenfalls sooo umfangreich, wie hier!) ohne dich zu be-/verurteilen?
Ganz ehrlich...ich glaube, du erfährst gerade hier wahrscheinlich mehr Herzenswärme, Verständnis, Mitgefühl, Anerkennung, Respekt, Rat und Trost, als es dort auf eurem Marktplatz jemals möglich wäre!

Ähm...Jetzt frage ich mal, W A R U M ist das bitte so?
Ich für mich habe auch eine Antwort liebe Maria!
Weil du dich bewusst genau in die Mitte der Wesen gesetzt hast, die dieses Thema auch betrifft. Hättest du dich auf euren Marktplatz gesetzt, dann wäre deine Chance, solch sooo umfangreiche und tiefgründige Reaktionen zu bekommen um vieles geringer gewesen, sry da bin ich mir echt sehr sicher. Vermutlich hättest du eher Ausgrenzung und im schlimmsten Fall sogar Spott erfahren müssen, da unsere Gesellschaft jetzt gerade erst dabei ist dazu zu lernen, ob es zB das Thema öffentliche WC's sind oder die Geschlechterbestimmung im Ausweis oder oder oder.

Ähm....wie fühlte es sich für dich denn an, als du jeden einzelnen Post hier gelesen hast? Bedenke bitte du kannst dich nicht selbst belügen!
Und was denkst du, wie hättest du dich gefühlt, wenn du auf euren Marktplatz gesessen hättest?
Was denkst du, welche Gefühle wären wohl in dir aufgekommen, wenn du Ausgrenzung und Spott hättest ertragen müssen?
Und jetzt frage ich dich, wären deine Gefühle (die vermutlich leidvoll wären), wären diese Gefühle wichtiger, als die Gefühle die dein Mann gerade real mit sich herum trägt?

Falls du denkst, dass deine eigenen Gefühle wichtiger und wertvoller sind, als die Gefühle eines anderen Wesens, dann muss ich dir leider direkt sagen Maria, dann ist das Egoismus!
Hast du dich eigentlich jemals gefragt, was das Gegenteil von Egoismus ist? (Ich weiß die Antwort Maria!)

Ich frage dich auch noch Maria. Möchtest du einmal die nachhaltige Erfahrung machen müssen, wenn dich ein "Leid" plagt, egal welches, und du dich traust jemanden anzuvertrauen, wie würde es dir gehen, wie würdest du dich fühlen, wenn dein Gegenüber dann egoistisch reagiert? Wenn seine Worte, seine Gedanken, seine Gefühle sich nur auf sich selbst beziehen würden und so gar nicht auf dich, auf diejenige um die es hier gerade ja eigentlich geht?!


Ich weiß es leider nicht liebe Maria, ob du mein kleines Gedankenexperiment von eben verstehen kannst/willst? Ich hoffe es jetzt einfach mal und vertraue mal blind darauf, dir damit ein Licht schenken zu können, was die ganze neue Situation für dich aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet.

____________________________________________________________
Eigentlich möchte ich dir auch noch etwas zu dieser ewigen Frage "WARUM" antworten. Aber ich denke, es haben schon einige Forenmitglieder dir sehr sehr respektvoll und liebevoll reagiert.
Und außerdem 🙈 war ich auch schon wieder viel zu sehr geschwätzig....entschuldige dies bitte.
Namaste🙏
Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.

Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. (Mahatma Gandhi)

Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 38 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 4. Dez 2018, 06:21

Nein Frieda, ich denke nicht, dass Du zu "geschwätzig" bist/warst. Es lässt sich nicht in ein paar dürren Sätzen besprechen. Und in einem Forum gibt es kein gemeinsames Schweigen ...
Frieda hat geschrieben:
Di 4. Dez 2018, 06:05
Ich hoffe, dass die vielen Reaktionen dich nicht überfordern oder gar "erschlagen" Maria?
Da bin ich ganz bei Dir. Vielleicht sollte man Marie ein wenig Luft holen lassen ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 39 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 » Di 4. Dez 2018, 07:03

aus einer sichtweise ratschläge zu erteilen, wenigstens redet ihr darüber.
wie sieht er es denn - das verkleiden.
fetisch, sexuelle erregung oder möchte er seinen lebensabend als frau verbringen ?

eine spontane laune oder hat sich was angebahnt?
hat er sich mal mit seiner vergangeheit auseinader gesetzt, selbst hinterfragt: warum.
ich mache das fast täglich und nehme meine transidendität nicht einfach mal so hin.

davon ab.
eine weibliche seite zu haben ist doch in der formulierung nichts schlimmes.

VanessaL
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 40 im Thema

Beitrag von VanessaL » Di 4. Dez 2018, 08:04

Sahara65 hat geschrieben:
Di 4. Dez 2018, 07:03
eine spontane laune oder hat sich was angebahnt?
hat er sich mal mit seiner vergangeheit auseinader gesetzt, selbst hinterfragt: warum.
ich mache das fast täglich und nehme meine transidendität nicht einfach mal so hin.
Hallo Sahara,

eigentlich wollte ich dem Rat folgen und mal die Füße zu diesem Thema still halten. Aber Dein Beitrag provoziert mich leider dazu zu antworten....

Lies Dir bitte mal durch was Du da geschrieben hast. Aus meiner Sicht ist es nicht schlüssig!
... von einer Laune habe ich noch nie gehört
... natürlich stellt sich der Transmensch die Warumfrage
... und was Du damit sagen möchtest, dass Du Deine Transidentität nicht hinnimmst, verstehe ich so auch nicht wirklich

Ich glaube nicht, dass dieser Beitrag hilfreich war.

Entschuldige, normalerweise ist es nicht meine Art, mich so direkt zu äußern, aber in diesem Fall habe ich mich als Transperson einfach auch ein wenig angegriffen gefühlt.
Das war sicher mich Deine Absicht - aber um so wichtiger finde ich dazu ein Feedback zu geben.

Ich hoffe Du bist mir deshalb nicht böse
Liebe Grüße

Vanessa
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 41 im Thema

Beitrag von Luna » Di 4. Dez 2018, 08:19

Hallo Maria,

ich finde es schön, dass Du grundsätzlich so weit offen bist, dass Du Dich hier angemeldet hast.
Ich kann Deine Ängste sehr gut verstehen. Wie weit wird es gehen? Wieviel bleibt letztlich von dem Mann, den Du kennst und liebst? Wird die "Frau in ihm" ständig sichtbar sein oder gar alleine übrig bleiben? Das (und noch viele mehr) sind sehr berechtigte Fragen.
Ich weiß nicht, ob Dein Mann Dir diese überhaupt endgültig beantworten kann. Dinge ändern sich. Aber ihr könnt miteinander reden und vor allem ehrlich sein.

Ich denke offen zu bleiben, aber auch Antworten auf Deine Fragen einzufordern könnte, neben sehr viel Reden, ein guter Ansatz sein. Und wie betty schon schrieb, ist es auch wichtig Deine jeweiligen Grenzen festzulegen, auch wenn sie sich später mal verschieben mögen.
Manchmal neigen die oft jahre- und jahrzehntelang eingesperrten und verdrängten inneren Frauen (verständlicherweise) dazu, ziemlich stürmisch und auch egozentriert ihr Recht zu fordern, wenn sie erstmal auf der Welt sind. Da kann eine Partnerin, die sich bislang nie mit dem Thema beschäftigt hat, schon mal überfordert werden.

Alles Liebe
Luna

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 42 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Di 4. Dez 2018, 09:27

Luna hat geschrieben:
Di 4. Dez 2018, 08:19
Hallo Maria,

ich finde es schön, dass Du grundsätzlich so weit offen bist, dass Du Dich hier angemeldet hast.
Ich kann Deine Ängste sehr gut verstehen. Wie weit wird es gehen? Wieviel bleibt letztlich von dem Mann, den Du kennst und liebst? Wird die "Frau in ihm" ständig sichtbar sein oder gar alleine übrig bleiben? Das (und noch viele mehr) sind sehr berechtigte Fragen.
Ich weiß nicht, ob Dein Mann Dir diese überhaupt endgültig beantworten kann. Dinge ändern sich. Aber ihr könnt miteinander reden und vor allem ehrlich sein.

Ich denke offen zu bleiben, aber auch Antworten auf Deine Fragen einzufordern könnte, neben sehr viel Reden, ein guter Ansatz sein. Und wie betty schon schrieb, ist es auch wichtig Deine jeweiligen Grenzen festzulegen, auch wenn sie sich später mal verschieben mögen.
Manchmal neigen die oft jahre- und jahrzehntelang eingesperrten und verdrängten inneren Frauen (verständlicherweise) dazu, ziemlich stürmisch und auch egozentriert ihr Recht zu fordern, wenn sie erstmal auf der Welt sind. Da kann eine Partnerin, die sich bislang nie mit dem Thema beschäftigt hat, schon mal überfordert werden.

Alles Liebe
Luna
Hi Maria und nochmals auch von meiner Seite ein (yes) , dass Du diesen Weg hier her gefunden hast, Dich so offen und "lernbereit" hier einbringst.

Damit fast schon die Hälfte des Weges geschafft, den ihr Beiden, Du und Dein "neuer Mann" gehen solltet. Es wurde von den MitPosterInnen schon so viel Hilfreiches, Analysierendes und Ehrliches auf den letzten Seiten geschrieben, dass ich Vieles nur wiederholen könnte, ohne wirklich Neues Dir an die Hand zu geben.

Daher noch meine etwas "andere" Geschichte meiner Liebe / Partnerschaft in stürmischen Tagen einer Beziehung / Ehe. Ich bin seit etwa 30 Jahren bekennender und an den wachsenden Herausforderungen engagierter CD, habe daraus nie ein Geheimnis gemacht, aber kenne all die Auf & Abs, die Kämpfe und Rückschläge, die Zweifel und Erschütterungen auch, die die meisten in ihren Biographien aufweisen. Eines wurde in meiner großen Liebe zu meiner (Bio)Frau, die seit kurzem auch hier mitschreibt / mitliest, jedoch nie erschüttert: Unser inniges, vielschichtiges, von viel Toleranz und Horizontweite geprägtes BAND des unbedingten Vertrauens in die Kraft selbst die schwersten Wandlungen, die schmerzlichste Veränderungen, die das LEBEN per se mit sich bringen kann, zu meistern, ohne unser BASIS dabei aufzugeben.

All Deine nachvollziehbaren Ängste sind im Grunde begründet in den starren, tradierten und teils von unserer Gesellschaft mit Klauen und Zähnen verteidigten Rollenbildern, die wir vom jeweils anderen Geschlecht von früheste Kindheit an aufgeprägt bekommen. Wir lernen von Tag EINS unserer Geburt, was vermeintlich männlich, weiblich oder eben unmännlich / unweiblich sei, wobei die wenigstens dieser Schubladen einer ernsthaften Überprüfung Stand halten: Wir sind vor allem alles MENSCHEN, uns verbindet weit mehr, als uns wirklich unterscheidet. Doch diesen Evolutions-Sprung im Denken, Fühlen, sozialen Gefüge haben selbst die offensten Gesellschaften erst ganz langsam, leider nur stückweise geschafft.

Aber die rebellischen Geister unter uns -- egal ob biologisch als Frau oder Mann geboren -- wissen / spüren / erleben irgendwann, dass diese strikten Kategorisierungen mehr Leid, als Lust und Lebensfreude auch beinhalten! Es gibt inzwischen ja sogar eine eigene Wissenschaftsforschung, die davon ausgeht, dass es mindestens 3+x "Geschlechter" gibt, die lediglich aus KONVENTIONEN und sozio-religiösen Gründen auf die akzeptierten und indoktrinierten ZWEI reduziert worden sind. Die Menschheit war einfach noch nicht reif genug für die bunte Vielfalt von Lebensmodellen, die wir so langsam heute bei uns entdecken und versuchen damit zu leben ...

Kurzum: Ich wage auch für Euch Beide mal zu postulieren, dass weder Deine "Rolle als Frau", noch die Deines Mannes grundsätzlich in Frage gestellt ist, sondern nur "umgeschrieben", ergänzt und aktualisiert werden muss.

Leben heißt Veränderung. Leben ist permanente Herausforderung. Leben ist die ganze Palette zwischen unfassbaren GLÜCKSMOMENTEN und albtraumhaften Krisen. Wer das erst einmal wirklich verinnerlicht hat, der bewältigt auch die Schattierungen dazwischen, glaub mir, ich weiß wovon ich spreche. (Wenn Du Näheres dazu lesen magst, verweise ich auf diesen Thread hier ...)

Also seid mutig, unerschrocken und zuversichtlich, dass Ihr Zwei EUREN ganz eigenen Weg finden könnt, auf dem Ihr zusammen wachsen könnt. Und Last, BUT not least noch ein weiser Aphorismus, der mir / uns schon oft geholfen hat:

"Wo kämen wir hin, wenn jede(r) ginge, um zu sehen, wohin man/Frau käme, wenn man/Frau nur ginge!"

In diesem Sinne, alles Gute von mir und Humpty63. 🙏🏽 Namaste.

GLG Ronda 👩🏻
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

StefanieDD
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 43 im Thema

Beitrag von StefanieDD » Di 4. Dez 2018, 09:37

Liebe Maria,

ich bin auch ein verheirateter Mann, dessen Frau diesselben Gedanken hat wie du ! Und daher lebe ich es auch nur alles heimlich aus, weil ich meine Frau nicht verlieren möchte....Sie sagt sie hat nen Mann geheiratet und den will sie auch behalten.....demu´zufolge bin ich ja dann wohl auch eine Konkurrentin meiner Frau, ich habe sogar mehr weibliche Kleidung als sie......aber eben alles auf dem Vulkan tanzend,...wenn sie mich wérwischt wäre ich wohl umgehend single....
Aber Steffi sein bedeutet Freiheit, Weiblich sein dürfen, sich so fühlen....ich bewege mich sogar anders wenn ich Steffi bin, Nylons sind immer ein Muss, ebenso die Haare und Dessous mit falschem Busen....aber leider eben heimlich und das seit Jahren......ich bin auch in einer mécht schwierigen Lage....will die Frau nicht verleiren, aber auch Steffi nicht....
Steffi, 51, heimlich Crossdresser

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 44 im Thema

Beitrag von Humpty63 » Di 4. Dez 2018, 10:40

Hallo Maria,
Ich bin auch neu hier und Frau eines Crossdressers (Ronda). Ich kann verstehen, dass die neue Situation verwirrend für Dich ist. Ich habe alle 40 Antworten gelesen, die du erhalten hast, und denke grade, ach die Arme: bestimmt ist sie noch verwIrrter alS zuvor.
Schon allein die vielen unterschiedlichen Begriffe für ein und dasselbe. Lass das erst mal sacken.

Ich rede jetzt mal über meine Erfahrungen aus dem Leben mit einem Crossdresser. Wir (Ronda und ich ) sind da so , ein großes schockierendes Outing hat es bei uns nicht gegeben. Ronda hat mich irgendwann gefragt, ob sie sich mal einen Rock anziehen kann. Feinstrümpfe und Strumpfhose unter Jeans trug sie schon immer. Ja, also der Rock. (Und es war Sommer, es war heiß und über Crossdresing wusste ich nicht viel. Er wusste alles und er ließ mich spüren, ich war kein Rindvieh mehr. Ähnlichkeiten zum Maffay-Song sind nicht zufällig)
Der Rock. Es war wirklich Sommer, es war heiß und er beneidete die Mädels um die Möglichkeit, kurze. Röcke oder Kleidchen aus leichten, fließenden Stoffen zu tragen und "unten rum" sich luftig und frei zu fühlen. Er hatte es wohl schon immer gern getragen, aber irgendwann bin ich früher vom Geschäft nach Hause gekommen und da stand er dann mit seinem kurzem Rock auf der Treppe. Das ist jetzt bestimmt 20 Jahre her. Ich war nicht mal überrascht, wusste, dass er als ganz junger Mann mit seiner Freundin in den Siebzigern schön rumprobiert hatte. Das hatte er mir mal irgendwann erzählt. Er fragte: Störts dich? Ich sagte: nö. Und ging nach oben, um meine verschwitzten Klamotten zu wechseln und meine weiten, bequemen Shorts(!) anzuziehen.
Danach beschlichen mich eigentlich erst mal nur Neidgefühle, er hatte schönere Beine und schmalere Fesseln als ich jemals hatte. Ich bin nie superschlank gewesen, aber wohlproportioniert. Und ich trage lieber Hosen als Kleider. Im Sommer aber lieber Kleider, insofern konnte ich ihn verstehen. Heute hat er sexiere Klamotten als ich je hatte und er kann sie tragen.
So typisch Mann und Frau waren wir nie. Er hat gern Wäsche geshoppt und Schminke und Klamotten für mich gesucht und er ist ein toller einkaufsberater. Zieht mich mutiger an als ich selbst. Ich empfinde ihn nicht als weibliche Komkurrenz im eigenen Haus.
Rollenmäßig haben wir kein Problem, ich bin immer lieber im Baumarkt gewesen als im Drogeriemarkt bei der Kosmetik.
Ja, was soll ich sagen? Ich hab mich mit allen deinen Fragen auch beschäftigt. Bevor sie aber zu Problemen werden konnten, kam uns immer das Leben dazwischen mit echten Herausforderungen. Guten wie schlechten. Jedenfalls war Crossdressing immer unser kleinstes Problem in vielen Lebenslagen. Und Trennung wegen dieser Sache nie ein Thema. Wir gucken Kataloge zusammen, diskutieren den Look "Fifty Shades of Grey" für Jungs und alle Farben für die Mädels und so weiter.
Liebe Marie, ich beantworte dir gerne auch konkrete Fragen, im Forum oder auch unter vier Augen.
Ich denke, du findest hier viel Verständnis und Anregungen. Lass dich nicht verwirren und bleib nah an deinem Mann. Denn das ist er auf jeden Fall.
Grüße von
Carolin

M.L.
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 45 im Thema

Beitrag von M.L. » Di 4. Dez 2018, 14:22

Céline hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 17:12
Hallo Maria,
Herzlich Willkommen bei uns im Forum.Ich finde es gut das Du dich hier angemeldet hast und direkt mit Anderen sprichst.Ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen,die Situation bei Euch ist alles andere als leicht.Wenn ihr wollt können wir gerne einmal miteinander sprechen wenn es Euch helfen könnte,wir sind ja fast Nachbarn.
Liebe Grüße
Céline
Hallo Céline,
Ich denke, ich sprech für uns beide, wenn wenn ich dein Angebot gerne annehme. Wie kann ich dich denn erreichen?

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