Frau eines Mannes mit weiblicher Seite
Frau eines Mannes mit weiblicher Seite - # 2

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Stephanie
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 16 im Thema

Beitrag von Stephanie » Mo 3. Dez 2018, 15:36

Hallo M.L.,

auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem Forum.
Ich bin jetzt auch mal ein kleines bisschen böse.
Beim Durchlesen der Beiträge stelle ich immer wieder folgende Aussagen fest: "das ist/ du bist männlich". Für mich ist es das brutalste, wenn ein Außenstehender mir mitteilen will, was oder wer ich bin. Niemand, außer ich selber, kann wirklich feststellen wer oder was ich bin.
Mein spezielles Dilemma fängt bei der Geburt an. Zu der Zeit gab es noch keine Ultraschalluntersuchung und die Überraschung war groß, das anstelle des erhofften Mädchens ein Junge das Licht der Welt erblickte. Und genau da gehts los: Geschlechtsbestimmung und ab in die "Schublade Junge" mit allen was dazu gehört. Blaue Anziehsachen, Matchbox-Autos, Carrera-Bahn, Modelleisenbahn und später Anmeldung zum Fußball. Ab in die Schablone. Und genau das gleiche gilt natürlich auch, wenn Du als Mädchen auf die Welt kommst; rosa Klamotten, etc..
OK, ich bin ehrlich! Das einzige, was an mir männlich ist, ist meine Genetik. Alles andere ist alles andere. Und vor allem ist es eine fiese Gefühlsachterbahn. So läuft das bei mir und ich kenne einige User hier, bei denen läufts genauso. Es ist auch unheimlich schwer dieses Gefühl, was nicht an die Genetik gekoppelt, ist herüberzubringen. Grade wenn dann auch noch die Erziehung geschlechtsspezifisch gelaufen ist( Jungs weinen nicht).
Das ist mal ein kurzer Einblick gewesen, was in "einem Mann vorgeht, der sich verkleidet".
Übrigens, wenn mich einer fragt, warum ich mich "verkleide", so antworte ich: "Ich verkleide mich nicht, ich bin so!"
Vielleicht ist das mal ein Ansatz, euer Dilemma zu verstehen.

Liebe Grüße
Stephanie
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen.

Simone 65
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 17 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Mo 3. Dez 2018, 15:40

Hallo Maria . Ein herzliches Willkommen hier im Forum .
Meine Freundin Marion ist hier im Forum angemeldet . Sie hat sich letztes Jahr in mich verliebt und mir es jetzt ( im September ) gesagt . Sie hat mich als Simone kennen gelernt . Ich hatte ein Hochzeitskleid an .Es war auf meiner standesamtlichen Hochzeit . Es läuft gerade die Scheidung . Sie liebt mich so wie bin , kein Macho ( davon hat Sie genug ) . Wir reden über Frauenkram , über schminken , Kleidung , sie hat mal eine ihrer Jacken zum anprobieren gegeben .
Uns gehen die Themen nicht aus . Sie wird nächstes Jahr zu mir ziehen . Für mich und auch für Sie wird es ein Abenteuer . Ich habe bisher immer alleine gelebt . Sie ist meine Beraterin . Es gibt für uns beide so viel Neues zu erleben .
Maria vielleicht wird es auch für Dich eine Bereicherung . Er/Sie lebt auf und du darf's dabei sein . Viel Glück für Zukunft .
Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

Viggy
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 18 im Thema

Beitrag von Viggy » Mo 3. Dez 2018, 15:42

Hallo Maria,

ich wäre froh, wenn meine Frau sich auch so offensiv und mutig mit dem Thema auseinandergesetzt hätte, wie Du. Mein Outing ist durch und nach einigen auch schweren Gesprächen, sind wir auf einem Status angekommen der gut ist. Aber, dass Du das Thema hier aktiv angehst finde ich ausgesprochen positiv.

Auch ich bin noch unsicher, was das eigentlich in mir ist. Ich weiß nur, dass ich schon immer ein ausgeprägten Sinn für Schönheit und auch Individualität hatte. Erst mit den Jahren hat sich das nach und nach richtig Bahn gebrochen. Aber beneidet habe ich die Damenwelt schon immer um ihre Möglichkeiten.

Das Outing ist nun schon über 2 Jahre her und ich glaube behaupten zu können, dass ich auf diesem Status fest bin, also kein Wunsch Frau zu werden, wie hätte ich das sonst überhaupt bis zum Outing aushalten können? Aber wie schon Nicole vor mir, finde auch ich: schön ist weiblich. Das wird uns ja auch ständig vorgelebt und von Anfang an antrainiert. Schön dürfen nur Frauen sein, Männer dürfen bestenfalls modisch sein, aber nicht schön, außer sie sind prominent und leben nicht im Familienkreis.

Auch ich habe klar meine männliche Seite, das ist in allen Lebensbereichen immer klar erkennbar. Ich bin und war nie devot, habe auch reine 'Männerhobbies' falls es sowas überhaupt noch gibt und rede und lache mit der gleichen Stimme wie früher. Ich will auch ein Mann sein, aber kein Mann, wie die Masse das sieht, denn das ist für mich hässlich und das meine ich nicht nur im optischen Sinn, sondern auch im Benehmen. Und ich bin auch weiterhin weder schwul noch bisexuell und halte mir Männer mindestens auf Armeslänge :lol:

Ich kann nur einfach nicht verstehen, warum ich als Mann nicht auch Sinn für Farbe, schöne Muster, weiche, sinnliche, hauchdünne Textilien haben kann. Leider wird man heute schon fast in die Schwulen-Schublade gesteckt, nur wenn man ein Auto fährt, das nicht schwarz, silber oder weiß ist.

Vielleicht geht es Deinem Mann genauso, vielleicht ist er auch nicht mehr bereit, sich diesem Diktat von außen zu unterwerfen, vielleicht möchte er auch nur Schönheit selbst erleben und erfühlen.

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 19 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker » Mo 3. Dez 2018, 15:46

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 15:24
Dein Mann bietet Dir eine Chance an, über alltägliche Dinge wie Geschlecht, komplett neu nachzudenken. das ist doch schon etwas, oder nicht ?
Sorry aber du hast hier mit einer Partnerin zu tun, der es schwerfällt auf die schwerwiegenden Veränderung klar zu kommen.

Stell dir vor du gehst 18 Jahre lang in ein Restaurnte und dieser wird von Italiener zum Grichen.
Und jetzt ziehen wir das wieder auf die Menschliche ebene, das Restaurante würdest du wechselsn aber nicht dein Partner.

Ich sehe es auch so wie Selienne es geschrieben hat. Nimm dir die Zeit die DU brauchst. Und dann schritt für schritt gehst du auf dein Mann zu. Und dann geht ihr Gemeinsam weiter. Fang mit ihm Klein an wenn du dazu bereit bist. Seine Kleidung mal durch zu gucken. Vielleicht sucht ihr Zusammen mal ein Outfit für ihn aus, so was in der Richtung.

Ich bin übrigens die Lebensgroße Anzieh und Schmink Puppe von Selienne :lol:

Liebe Grüße Christine
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten

betty
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 20 im Thema

Beitrag von betty » Mo 3. Dez 2018, 16:07

Liebe Maria,
Ich kann sehr gut nach fühlen, wie es dir geht. Auch mir wurden nach 20 ehejahren die Augen geöffnet. Meine bisherige Welt brach zusammen. Alles war auf eine Lüge aufgebaut und nichts mehr wert. WIR hatten uns ein Leben aufgebaut, mit allem was dazu gehört. Kinder, Hund Haus.. Ich habe jetzt fast 6 Jahre gekämpft, gelitten und wir haben versucht, eine Lösung zu finden. Wir haben es leider nicht geschafft. Auch wir haben einen Therapeuten zu Hilfe geholt. Ich für meinen Teil kann Deine Worte.,das du einen Mann an deiner Seite möchtest und du die Frau in dieser Beziehung sein möchtest, so sehr verstehen. Ich habe sehr viel in diesem forum geschrieben, gestritten und diskutiert. Ich wünsche dir viel Kraft und achte auf dich. Es ist dein Leben und du bist für dich verantwortlich. Pass auf dich auf. LG betty

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 21 im Thema

Beitrag von Céline » Mo 3. Dez 2018, 17:12

Hallo Maria,
Herzlich Willkommen bei uns im Forum.Ich finde es gut das Du dich hier angemeldet hast und direkt mit Anderen sprichst.Ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen,die Situation bei Euch ist alles andere als leicht.Wenn ihr wollt können wir gerne einmal miteinander sprechen wenn es Euch helfen könnte,wir sind ja fast Nachbarn.
Liebe Grüße
Céline

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 22 im Thema

Beitrag von Martin-a » Mo 3. Dez 2018, 17:18

Hallo Maria

Wenn sich eine Frau quasi männlich kleidet, dann kräht kein Hahn danach. Wenn aber ein Mann nur etwas weiblich angehaucht ist, schon werden die diversen, negativ belasteten Schubladen bemüht. Das liegt daran, dass unbewusst eine Frau auf das taxiert wird, was sie ist (human being). Während ein Mann nur auf das taxiert wird, was er macht/tut (human doing). Die meisten Männer sind daher auch gar nicht sich selber, sondern primär eine von der Gesellschaft gesteuerte Arbeitsmaschine. Und wehe, so ein Mann versagt, schon ist er von der Gesellschaft abgeschrieben. Darum landen auch primär viel mehr Männer auf den untersten sozialen Stufen als Frauen. Ein Jobverlust bei einem Mann kann eine grössere Abwärtsspirale entwickeln als bei einer Frau. Es gibt deswegen Frauen und Freunde, die einen abstürzenden Mann verlassen.

Was macht eigentlich ein Mann aus?
Meistens werden unbewusst Sachen wie Geld, Haus, Kinder, Status, Auto, gut bezahlte Arbeit usw. genannt, also auf das Materielle abgestützt. Und nicht, was der Mann fühlt oder ist. Die Gefühle werden ja den Männern schon von Kind auf unter dem Deckmantel des Genderwahns abtrainiert. (Und dann verwundert man sich, wieso so viele Ehen und Freundschaften zwischen Mann und Frau scheitern, weil der Mann die Gefühle seiner Frau/Freundin nicht versteht.)

Zudem wurde im Verlauf der franz. Revolution eine unglaubliche und beispielhafte Gleichschaltung der Männer erreicht, die bis heute andauert. Sie hat auch dazu geführt, dass vieles, das früher mal Männerkleidung (Röcke, Kleider, Gewänder, Strumpfhosen, High Heels, Stiefel, Hot Pants usw.) waren, heute fast nur Frauenkleidung ist. Hin und wieder gibt es Männer, die aus diesem Schema Mann ausbrechen. Zum Teil unterdrücken sie es wieder, weil Mann nicht auffallen will. Zum Teil zerbrechen sie an dieser Freiheit, die auch eine Last sein kann. Zum Teil schaffen sie, sich selber zu sein. Von letzteren sieht man in diesem Forum viele, die ihre eigenen Gefühle entdeckt haben und das nun geniessen, auch wenn der Weg dahin hart und steinig sein kann.

Ein Mann, der eine weibliche Seite entdeckt, kann eine Bereicherung sein. Denn er lernt langsam, Gefühle zu entwickeln und sein (wahres) Ich zu entdecken.

Ich hoffe, hier noch einen Ansporn gegeben zu haben, die Dinge mit anderen Augen zu sehen.

LG Martin-a
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.

Nicole Doll
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 23 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 3. Dez 2018, 17:21

M.L. hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 14:57
Ich habe ihn auch gefragt, wenn es jetzt anders herum wäre, er der Mann und ich mach plötzlich ein auf Mann. Er meinte, das wäre ok. Glaub ich aber nicht.
Hallo Maria,

hier möchte ich jetzt auf das verweisen, das Selienne geschieben hat. Als ich mit meiner Partnerin zusammen war, wusste ich noch so gut wie nichts über Trans*. Ich glaubte einen Frauenkleider-Fetisch zu haben, den ich immer heimlich auslebte. Hätte sich da die Partnerin als Transmann geoutet, dann hätte ich die Welt nicht mehr verstanden.

Heute habe ich eine ganz andere Sicht auf eine Person. Ich erkenne nicht nur Mann oder Frau, sondern ein ganz breites Spektrum dazwischen. Ich weiß, dass ich niemals eine echte Frau sein werde. Meine männliche Sexualität hat sich in der Pubertät komplett entwickelt. Da ist vor allem eine verhasste Rolle, die ich nicht mehr spielen will. In der Rolle als Frau kann ich mich aber wohl fühlen. Da bin ich endlich die Person, die ich leiden mag deshalb auch sein will, und nicht die, von der ich meine, dass sie andere von mir erwarten.

In diesem Sinne sollte ich auch mit einem Transmann als Partnerin zurecht kommen. Vielleicht müsste ich hinter der männlichen Fassade noch genug weibliches für meine heterosexuelle Ausrichtung als Mann erkennen können. Aber da kann man sicherlich einen Kompromiss finden. Nur würde aus einem Transmann nicht mehr wieder die ursprüngliche Frau, wie aus mir nicht mehr wieder der ursprüngliche Mann werden kann.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Tatjana_59
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 24 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mo 3. Dez 2018, 17:33

betty hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 16:07
Liebe Maria,
Ich kann sehr gut nach fühlen, wie es dir geht. Auch mir wurden nach 20 ehejahren die Augen geöffnet. Meine bisherige Welt brach zusammen. Alles war auf eine Lüge aufgebaut und nichts mehr wert. WIR hatten uns ein Leben aufgebaut, mit allem was dazu gehört. Kinder, Hund Haus.. Ich habe jetzt fast 6 Jahre gekämpft, gelitten und wir haben versucht, eine Lösung zu finden. Wir haben es leider nicht geschafft. Auch wir haben einen Therapeuten zu Hilfe geholt. Ich für meinen Teil kann Deine Worte.,das du einen Mann an deiner Seite möchtest und du die Frau in dieser Beziehung sein möchtest, so sehr verstehen. Ich habe sehr viel in diesem forum geschrieben, gestritten und diskutiert. Ich wünsche dir viel Kraft und achte auf dich. Es ist dein Leben und du bist für dich verantwortlich. Pass auf dich auf. LG betty
Das es für Ehepartner nicht einfach ist ist unbestritten. Doch deine Toleranz Betty nennt sich Egoismus.
Falls du dir irgendwann rein zufällig die Mühe gemacht hast meinen Weg, meinen Thread zu verfolgen. Dann weißt du dass meine Frau auch mal einen Mann hatte, auf dem Papier zumindest.
Mein Weg ging bis zum Schluss, sprich Gaop. Meine Frau ist heute noch bei mir! Keine Welt ist zerbrochen, Familie und Freunde haben nach wie vor Bestand, ach ja, unser Hund ist uns auch geblieben.

LG Tatjana

Anne-Mette
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 3. Dez 2018, 17:44

Moin,

da muss ich allerdings betty beistehen. Sie spricht nicht von Toleranz.
Sie sprach schon in anderen Beiträgen davon, dass sie es nicht kann, in der Beziehung (unter den lang und breit ausdiskutierten Voraussetzungen) weiter zu leben.
Nach den vielen Beiträgen, nach Zank und Streit und "harten Kämpfen" nehme ich es ihr ab.
Manche Ängste und Gefühle "ich kann nicht" sind wohl nicht mit (mehr) Toleranz zu überwinden.


Gruß
Anne-Mette

Martin-a
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 26 im Thema

Beitrag von Martin-a » Mo 3. Dez 2018, 17:57

Das Problem von Betty ist eigentlich ein gesellschaftliches. Frauen werden unbewusst auf ein Muster eingetrimmt, was ein Mann sein soll. Siehe mein Post weiter oben. Und eben dieses Muster stimmt bei Bettys Mann nicht mehr, was sie selber verzweifeln lässt. Sie hat möglicherweise unbewusst Angst, durch den Quasiverlust ihres Mannes an Status und Ansehen zu verlieren.
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 27 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Mo 3. Dez 2018, 18:19

M.L. hat geschrieben:
Mo 3. Dez 2018, 14:35
Warum kann er nicht der Mann an meiner Seite sein?
Ganz ehrlich. Ich verstehe die Fragestellung nicht. Du könntest auch fragen warum du eine bestimmte Augenfarbe hast und keine andere. Oder warum ein Bekannter Krebs bekommen hat. Manche Sachen sind halt so von der Natur/Schicksal vorgegeben und keine bewusste Wahl. Und da macht es keinen Sinn nach dem warum zu fragen. Würdest du es verstehen, wenn du z.B. einen Unfall hattest und am Rollstuhl gebunden wärst und dein Mann fragen würde: Warum kannst du nicht mehr für mich tanzen? Du würdest wahrscheinlich sagen: Du arroganter Mensch, wie kannst du meine Situation so ignorieren und nur an dich denken.

Es ist somit Schicksal und es gibt keine Möglichkeit der Änderung (oder Heilung wie du es nennen würdest). Es gibt die Möglichkeit, dass dein Mann einen Teil seines wahren Ichs unterdrückt und dir zuliebe unglücklich weiter lebt. Oder ihr beide euch der neuen Situation arrangiert (vielleicht sogar das Positive daran sieht) oder getrennt eure Wege geht. Glaub mir es lüft immer darauf hinaus.

Natürlich hast du ein Mann geheiratet. Du kannst stur darauf bestehen aber wahre Liebe und Partnerschaft geht über Kundenwünsche hinaus.

Es ist bestimmt hart für dich und es wäre falsch dich zu belehren aber denk daran:

Es gibt viele Paare die danach glücklich zusammen sind. Es gibt Paare die berichten, dass es sogar besser geworden ist. Es gibt auch Scheidungen.

Es liegt also in eurer Hand was ihr aus dieser Fügung des Schicksals macht.

Ich hoffe das Beste und drück euch die Daumen.

VlG
The trick is to keep breathing

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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 28 im Thema

Beitrag von Frieda » Mo 3. Dez 2018, 18:24

Hallo Maria, ich heiße dich hier herzlichst willkommen in unserem Kreise, der FÜR MICH sehr wertvoll ist.
Ich möchte mich dir erstmal vorstellen...ich bin die überglückliche Partnerin von MichiWell (Crossdresser).

Nun ja, was möchte ich dir gerne schreiben?!
Vielleicht ist es nicht schlecht, wenn ich dir erzähle welche Frage(n) ich mir einmal selbst gestellt habe. Vorab...wichtig ist es, bedenke dabei, man kann sich nicht selbst belügen!!!!
Als Michi sich mir zeigte beschäftigte mich diese Neuigkeit natürlich. Alles drehte sich in mir, wie ein Strudel, weil sich Angst in mir ausbreiten wollte. Ich spielte in mir die unterschiedlichsten Szenen fiktiv durch, und ich kam an einen Punkt, wo ich mich selbst fragte..."Wie geht es mir damit, würde ich Michi an der Seite einer anderen Frau sehen? Was würde ich fühlen, wenn ich mit ansehen müsste, wie Michi mit all seinen/ihren wundervollen Facetten, sich einer anderen Frau zuwenden würde?
Das Gefühl, was da in mir zum Vorschein kam, schenkte mir glasklar die Antwort, auf die Frage, ob ich mit einem Crossdresser leben kann?!
JAAAAA ich kann❗
Und JAAAAA ich will❗ (he)

Maria, darf ich dir bitte auch noch (wiederholt) zum nachdenken schenken?!
Könnte es sein, dass du die neue Situation bisher nur so betrachtest und fühlst, wie die Rollen zwischen euch existieren?
Falls du es bereits nicht schon getan hast, möchte ich dich bitten, die neue Situation mal aus dem Blickwinkel deines Mannes zu betrachten.
Wie würdest du dich, an seiner Stelle fühlen? Möchtest du selbst abgelehnt werden, würdest du dich in seiner Situation befinden?
Wenn ich richtig verstanden habe, seit ihr schon längere Zeit ein Paar. Was ist mit euren Versprechen, was ihr euch einmal gegeben habt?
Was ist mit deinem Wort, füreinander da zu sein....egal was kommt?
Denkst du nicht auch, dass genau dieses Versprechen von dir, deinem Mann mit Mut geschenkt hat, sich dir zu öffnen?!

Liebe Maria, mir fällt es nicht schwer meinen Schatz zu lieben ob er/sie in Männerschuhen oder in Damenschuhen vor mir steht, da ich nur das Wesen sehe!
Ich sehe auch nicht mehr zwei Personen vor mir❗❗
Die feinfühlige Facette gehört dazu, und macht meine Michi zu diesem einzigartigen Wesen, was ich über alles liebe!

Ganz ehrlich, für mich ist es manchmal schwer nachzuvollziehen, warum es diese Denken in Schablonen gibt? Warum macht die Hülle eines Wesens so viel aus? WARUM NUR? Jedes Wesen, egal wie es aussieht, egal wo es lebt, egal wie alt es ist....jedes Wesen wünscht sich nur das Eine - Geliebt zu werden! Denkst du nicht auch?

Erst vor kurzem lernte ich eine neue Frage, neuen Blickwinkel hier im Forum kennen, was ich mich trauen möchte dir zum nachdenken, zu schenken.
Hast du dich, im Laufe eurer Beziehung verändert? Oder bist du unverändert dieses klitzernde Wesen, was deinem Mann damals anfänglich auffiel? Falls du dich verändert hast, lehnt dein Mann diese Veränderung ab?


Liebe Maria, ich finde es super von dir, dass du diese Gemeinschaft hier aufgesucht hast um für dich Klarheiten finden zu können.
Die Wesen die sich hier her zurück ziehen, haben bisher so manche harte Situation durchstehen müssen, weil die Gesellschaft zum größten Teil sich an Äußerlichkeiten hält, anstatt das menschliche Herz zu sehen! Es gibt hier sehr sehr vieles zu lernen Maria das kann ich dir versprechen. Ich weiß du fühlst dich gerade sehr aufgewühlt. Aber vielleicht verfügst du über die positive Eigenschaft geduldig zu sein. Denn Geduld kann dir ermöglichen hinter all diesen Wesen hier, die Pioniere zu erkennen, die sie nämlich sind...das ist meine ganz persönliche Meinung❗ Ich bin davon überzeugt, dass sich unsere Gesellschaft weiter entwickeln wird und unsere Partner Maria, tragen genau dazu bei! So wie es heute normal ist, das Frauen wählen dürfen, das Männer lange Haare haben können, das Frauen öffentlich ihre Liebe zu einer Frau zeigen können /dürfen, und Männer ihre Liebe zu ihrem Mann zeigen dürfen, so wird auch die Zeit kommen, dass Crossdresser, Trans und und und, sich frei und glücklich in der Öffentlichkeit zeigen können.

Wie fühlt sich diese Vorstellung für dich an, dass DEIN Mann auch ein wichtiger Pionier ist, der sooooooo viel Mut in sich trägt, sich öffentlich dieser noch verschlossenen Gesellschaft zu stellen, dafür um sich selbst vollständig fühlen zu können und dafür, dass für all die, die noch kommen werden, sie es besser haben sollen, als unsere Partner, die oft noch sehr leiden müssen, weil Äußerlichkeiten wichtiger sind, als ein Herz dass genau darunter (still) leidet!


Ich bin FÜR MICH dankbar Michi und diese Gemeinschaft hier kennengelernt zu haben, denn jede/jeder von euch schenkt mir täglich eine neue Chance mich weiter zu entwickeln!
Namaste🙏
Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.

Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. (Mahatma Gandhi)

Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

Simon(e)
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 29 im Thema

Beitrag von Simon(e) » Mo 3. Dez 2018, 18:44

Hallo liebe Maria,

Ich heiße dich herzlich Willkommen in diesem schönen Forum!
Schön, dass du diesen Schritt gemacht hast und dich hier angemeldet hast.
Ich selbst bin Ehepartnerin einer Teilzeitfrau und habe sehr spät von seiner zweiten weiblichen Seite erfahren.
Es war ein riesiger Schock!!!
Ich habe mich gefragt, ob ich ihm nicht Frau genug bin, weshalb er es ausleben muss.
Würde er noch einen Schritt weiter gehen wollen?
Alles Frage, die mir im Kopf rum schwirrten.
Wir haben uns eine SHG gesucht, die uns in dieser schwierigen Zeit sehr zur Seite stand.
Wir besuchen sie immer noch.
Dort kann man sich mit anderen Partnerinnen auszutauschen und lernt seinen Partner besser verstehen.
Vielleicht wäre das auch etwas für euch.
Ich wünsche euch alles Gute und ganz viel Kraft und dass ihr einen gemeinsamen Weg findet,der
euch beide glücklich macht!!!

Liebe Grüße
Simon (e) (888)

!Marie!
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Re: Frau eines Mannes mit weiblicher Seite

Post 30 im Thema

Beitrag von !Marie! » Mo 3. Dez 2018, 19:07

Hi Maria,

ich heisse dich auch herzlich willkommen!

Ich kenne die Frage bin ich nicht Frau genug auch von meiner Liebsten. Und doch ist sie, aber ich bin eben kurz gesagt nie ein Mann gewesen.
Ich habe es versucht, aber mir damit selbst Schmerzen zugefügt, die ich nicht mehr ertragen konnte.
Wir haben auch viel geredet und es ist klar geworden, das wir uns verliebt haben, weil wir den Menschen schätzen und nicht das biologische Geschlecht der anderen.

Wenn du in dich rein spürst-hast du dich in den Menschen oder das Äussere verliebt?
Wenn du bejaen kannst, das dir der Mensch wichtig ist du ihn/sie liebst hast du einen grossen Schritt getan.
Nicht nur für dich, für euch beide..

Alles Liebe Marie ---)))

PS. Nach meinem Outing bei meiner Liebsten war ihr recht schnell klar, das sie nichts an eine weibliche Seite verlieren konnte, sondern ich jetzt mein Frausein leben muss um nicht zu zerbrechen-wenn das keine Liebe ist, weiss ich nicht was sonst Liebe sein sollte..
Zuletzt geändert von !Marie! am Mo 3. Dez 2018, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

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