Zwischen sexueller Orientierung und Identität
Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
Between
Beiträge: 5
Registriert: Di 13. Nov 2018, 19:54
Geschlecht: männlich
Pronomen: er
Membersuche/Plz: im Norden
Hat sich bedankt: 3 Mal
Gender:

Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 1 im Thema

Beitrag von Between » Di 13. Nov 2018, 21:38

Hi, ich bin komplett neu hier und muss gleich mit einem komplizierten Thema starten.

Ich habe das Gefühl, mich im Dschungel sexueller Identitäten, Rollen und Orientierungen verlaufen zu haben. Einerseits hatte ich nie Zweifel an meiner sexuellen Identität als Mann, auch wenn ich so gut wie nichts mit männlichen Klischees zu tun habe und diese ablehne. Ich hatte von Beginn an immer eine enge Beziehung zu Frauen, vom Sandkasten über die Grundschulzeit hin bis an den Rand der Pubertät, in der ich mich sexuell und emotional dann für viele Jahre abkapselte. Aber auch danach entwickelte sich wieder ein enger Freundeskreis aus Frauen, während ich bis heute nur zwei gute männliche Freunde habe, mit denen ich mich aber bei Themen wie Sexualität (anders als gegenüber Frauen) immer komisch und verklemmt fühlte. In der Nähe von Frauen fühlte ich immer so etwas wie Nähe, Wärme und Sicherheit, Männer machen mir auf schwer zu greifende Weise bis heute „Angst“. Das Thema setzt sich auch bei Körper und Attraktivität fort – ich weiß bis heute, dass ich mich auf dieser Ebene immer schon zu Frauen hingezogen gefühlt habe, während mich männliche Körper nie reizten, bis dahin, dass ich diese eklig und (wahrscheinlich eher aufgrund gesellschaftlicher Rollen) latent bedrohlich fand. Nur logisch, dass ich bisher nur Partnerinnen hatte und mir das immer völlig normal vorkam, auch wenn ich mir oft anhören durfte, dass mich angeblich ja weiblicher verhalte, als meine Partnerinnen selbst.

Auf der anderen Seite weiß ich aber inzwischen, dass ich mich immer schon (mal ganz zurückhaltend ausgedrückt) zum männlichen primären Geschlechtsmerkmal hingezogen gefühlt habe und zwar nicht nur so als Nebengedanke – der allergrößte Teil meiner sexuellen Phantasie kreiste schon immer darum, während weibliche primäre Geschlechtsmerkmale absolut keine Rolle spielen. Der Sex mit meinen Partnerinnen war für mich zunächst nie ein Problem, einerseits, weil es in meinen Partnerschaften immer etwas, sagen wir, schräg in dieser Hinsicht ablief und ich eher selten in meine „männliche Rolle“ schlüpfen musste und wenn ich dann mal gefordert war, ging es mir mehr darum, meiner Partnerin Lust zu verschaffen, ansonsten war es für mich stets eher unbefriedigend. Andererseits, weil ich, wenn ich mich emotional und nähetechnisch bei jemandem wohlfühle, gar kein allzu großes sexuelles Bedürfnis mehr verspüre, sondern mich einfach nur noch wohl fühle. Das männliche Geschlecht ließ mich aber nie los und ich dachte Jahre lang, ich wäre einfach „nur“ bisexuell. Doch immer, wenn ich mich dann mit Männern (zum Reden darüber und potenziell mehr) traf, fühlte ich mich fehl am Platze und hatte das starke Gefühl, hier falsch zu sein. Für eine Weile war dann meine Sexualität wie ausgeschaltet, aber natürlich kam das Bedürfnis bald wieder. Vor knapp zwei Jahren begann ich dann im DWT-Bereich herumzuexperimentieren und das war wie ein kleines Erweckungserlebnis: Ich spürte sofort, das im Tragen von Frauenwäsche viel von dieser Wärme und Sicherheit steckte, die ich immer mit Frauen an sich verband, nur eben in hauptsächlich sexualisierter, sehr erregender Form, wie ich es bis dahin nicht kannte. Hinzu kam das ganz neue Gefühl, sich in dem oder jenem sexy zu fühlen und dabei ein Stück weit in eine Frauenrolle zu wechseln und schlicht auch in eine angenehme devote Rolle, die fast von selbst nach einem entsprechenden Partner rief.

Seit knapp zwei Jahren lebe ich nun in einer Beziehung mit einer Frau. Wir haben die Beziehung vor wenigen Wochen nach langem Hin und Her geöffnet – hauptsächlich deswegen, weil sexuell seit bald einem Jahr nichts mehr funktionierte. Das lag zum einen daran, dass wir letztendlich verschiedene Vorstellungen von Sexualität in der Partnerschaft hatten, ich mich zunehmend unter Druck gesetzt fühlte und ich ab irgendeinem Punkt meine sexuellen Gefühle für sie verloren habe. Da wir uns aber emotional sehr nahe stehen und sehr gerne beieinander und füreinander da sind, wollten wir die Beziehung „einfach nur“ wegen nicht mehr funktionierendem Sex nicht abschreiben. Zur gleichen Zeit entwickelte sich aber auch meine oben genannte Neigung mit enormer Rasanz weiter.

Ich weiß langsam wirklich nicht mehr, wohin auf sexueller Ebene mit mir. Ich merke mehr denn je, dass ich mir Sex mit Frauen immer weniger vorstellen kann und wie unbefriedigend das Thema für mich im Rückblick war (weil ich inzwischen weiß, was es noch alles da draußen gibt). Gleichzeitig lassen mich Männer auch weiterhin völlig kalt, wenn sie mir nicht sogar Angst machen. Ich lande gedanklich immer wieder in einer schwer zu greifenden Zwischenzone aus beiden Geschlechtern, aber selbst da komme ich mir irgendwie wie ein bizarrer Sonderfall vor :roll:

Also falls mir hier jemand einen Rat geben kann (gern auch Buchvorschläge etc.), wäre ich sehr dankbar :)

Céline
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 650
Registriert: Mi 11. Mär 2015, 07:39
Geschlecht: TS MzF
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 986 Mal
Danksagung erhalten: 553 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 2 im Thema

Beitrag von Céline » Mi 14. Nov 2018, 06:28

Hi Between,
Erstmal Herzlich Willkommen hier bei uns.
Einen Tip kann ich Dir momentan nicht geben....ich denke Du bist einfach gerade auf der Suche nach Dir selbst und must erst Stück für Stück Deines Puzzles zusammenfügen.
Da bist Du hier auf jeden Fall schon mal richtig um Dich auszutauschen.

Bis dann
Grüße
Céline

Jasmine
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1519
Registriert: Di 16. Jul 2013, 08:25
Geschlecht: ????
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 1767 Mal
Danksagung erhalten: 783 Mal

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 3 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 14. Nov 2018, 07:13

Hi,
ein schwieriges Thema, aber schön das du den Weg in dieses Forum gefunden hast.
Herzlich willkommen in diesem schönen Forum.
LG Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

Christiane04
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 78
Registriert: Do 15. Mai 2014, 07:58
Geschlecht: ja
Pronomen:
Membersuche/Plz: Nordbayern
Hat sich bedankt: 117 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 4 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Mi 14. Nov 2018, 07:51

Between hat geschrieben:
Di 13. Nov 2018, 21:38
Hi, ich bin komplett neu hier und muss gleich mit einem komplizierten Thema starten.

Ich habe das Gefühl, mich im Dschungel sexueller Identitäten, Rollen und Orientierungen verlaufen zu haben. Einerseits hatte ich nie Zweifel an meiner sexuellen Identität als Mann, auch wenn ich so gut wie nichts mit männlichen Klischees zu tun

Seit knapp zwei Jahren lebe ich nun in einer Beziehung mit einer Frau. Wir haben die Beziehung vor wenigen Wochen nach langem Hin und Her geöffnet – hauptsächlich deswegen, weil sexuell seit bald einem Jahr nichts mehr funktionierte. Das lag zum einen daran, dass wir letztendlich verschiedene Vorstellungen von Sexualität in der Partnerschaft hatten, ich mich zunehmend unter Druck gesetzt fühlte und ich ab irgendeinem Punkt meine sexuellen Gefühle für sie verloren habe. Da wir uns aber emotional sehr nahe stehen und sehr gerne beieinander und füreinander da sind, wollten wir die Beziehung „einfach nur“ wegen nicht mehr funktionierendem Sex nicht abschreiben. Zur gleichen Zeit entwickelte sich aber auch meine oben genannte Neigung mit enormer

Also falls mir hier jemand einen Rat geben kann (gern auch Buchvorschläge etc.), wäre ich sehr dankbar :)
Hallo Between,

Willkommen im besten Forum für solch intime Fragen.
Du bist verwirrt und ehrlich , nach 35 Jahren gestehe ich, dass ich es auch oft war und lange bis zum Weg der Erkenntnis für mich persönlich gebraucht habe. Versuch und Irrtum und Arbeit an mir selbst......
Du hast eine Partnerin! Viele viele Transpersonen wünschen sich eine tolerante u liebevolle Partnerin/ Partner und finden jahrelang niemanden.....im Thread " wie soll das enden " geht es gerade um soziale Brüche und Nöte von Transpersonen und da kam meiner Meinung nach raus, dass viele zu leicht ihre Partnerschaft aufgeben , weil......
Denke darüber nach, ihr beiden kommuniziert offenbar ehrlich und gib dir Zeit und Ihr Zeit euch zu sortieren, zu finden und überstürze nichts.

Liebe Grüße Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

VanessaL
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 692
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Geschlecht: weiblich
Pronomen: bitte „SIE“
Membersuche/Plz: 61
Hat sich bedankt: 635 Mal
Danksagung erhalten: 596 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 5 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 14. Nov 2018, 08:10

Guten Morgen,

erst einmal auch von mir herzlich willkommen in diesem Forum.

Ich habe Deine Zeilen aufmerksam gelesen und kann durchaus Parallelen zu mir oder auch anderen Transmenschen erkennen. Dennoch muss ich Dir leider sagen, dass wir Dir keine Patentlösung anbieten können, da das Thema einfach zu komplex ist. Und wie bereits geschrieben wurde: Du bist auf einer Reise zu Dir selbst.

Aus meiner Erfahrung ist die Sexualität, als das Tragen von Damenwäsche zum Beispiel mit entsprechenden Emotionen, oft eine anfängliche "Gefühlsexplosion". Es gilt vielleicht herauszufinden, ob dies überhaupt der Kern ist, oder ob es nicht die Frauen"rolle" (wir diskutieren das Thema Rolle ja grade an anderen Stellen) ist, die Dich eigentlich bewegt. Wenn Du etwas darüber nachgedacht hast und vielleicht auch mal die Möglichkeit hast, besuche (auch gerne mit Deiner Partnerin, wenn sie bereit dazu ist) "Schwesternzeit" in Hamburg oder den Changeservice von Tascha in der Nähe von Bremen und lasse Dich einfach mal für einige Stunden wandeln. Dann wirst Du vielleicht feststellen, ob Dir die "Frau" fremd ist oder eben nicht. Aber das ist nur ein möglicher Weg!

Wenn ich Deine Zeilen so lese, habe ich das Gefühl, dass Du gerade dabei bist, Dich emotional zu verlaufen. Die Neugier und der Trieb auf der einen Seite und gesellschaftliche, persönliche Konflikte auf der anderen Seite, können ganz schön Kräfte zehren und nicht zu letzt auch zu Depressionen führen. Ich will Dir damit keine Angst machen, aber aufzeigen, dass Reden und Kommunikation zu diesem Thema für viele sehr wichtig ist. Der Schritt in ein anonymes Forum ist schon mal richtig, aber das Reden mit der Partnerin wohl noch viel wichtiger. Allerdings nicht immer unproblematisch .... Passende psychologische Hilfe ist daher nicht verkehrt und keineswegs ein Zeichen von "Schwäche".

Das Interesse an dem männlichen Glied kenne ich auch in meiner Entwicklung. Mich hat dies schließendlich aus meiner Ehe getrieben, da ich offensichtlich innerlich tief monogam veranlagt bin. Sex außerhalb der Partnerschaft war zwar immer der Wunsch/Trieb, für mich aber letztendlich nicht umsetzbar. Parallel mit der Trennung habe ich mich gesellschaftlich geoutet und lebe seither als Frau und habe mit meiner Hormonbehandlung begonnen.
Interessanter Weise, habe ich auch meine "Freiheit" bislang nicht wirklich dazu genutzt, neue sexuelle Erfahrung zu sammeln. Die Hormonumstellung hat dazu geführt, das meine "Trieb" deutlich nachgelassen hat. In meiner Vorstellung von Sexualität geht es nicht mehr um Körperteile, sondern um Berührungen und Nähe. Aber ich bin (jetzt) ja auch (wieder) in der Pubertät.
Ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt schreiben sollte, denn es soll auf keinen Fall der Trugschluss entstehen, dass mein Weg auch für Dich überhaupt richtig ist.
Aber ich finde es wichtig klar herauszuarbeiten, dass aus meiner Sicht, der beschriebene Wunsch nach dem männlichen Glied, testosterongesteuert ist und nichts mit Deiner sexuellen Neigung zu tun haben muss. Vielleicht etwas verknotet ausgedrückt. Anders: lass die sexuelle Neugier nicht Dein Ich bestimmt.
Eine Lösung wäre übrigens auch, einfach mal diesem Trieb nachzugeben und zu schauen, was passiert.
Aber versuche sexuelle und geschlechtliche Identität soweit möglich zu trennen.

Ach ja und das Genderbread solltest Du Dir unbedingt auch mal anschauen ... https://www.genderbread.org
Das Modell hat mir sehr geholfen, vieles zu verstehen.

Liebe Grüße und viel Mut/Kraft auf Deinem, hoffentlich Eurem Weg
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Ralf-Marlene
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 326
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Pronomen: was auch immer
Wohnort (Name): Berlin
Membersuche/Plz: z.Zt. 12555
Hat sich bedankt: 170 Mal
Danksagung erhalten: 100 Mal

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 6 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 14. Nov 2018, 08:53

Lieber Between,
beim lesen Deiner Worte habe ich mich und meine Kindheit widererkannt. Nur ab der späten Pubertät trennen sich die gelebten Wege. Ich habe als schwuler Mann und als die Körperbehaarung dies nahe legte als "Bär" gelebt. Die Mode der frühen Schwulenbewegung in Frauenkleidung als Karikatur zu schlüpfen hat mich dazu gebracht meine weiblichen Anteile komplett zu verleugnen. Ich wusste, wie in der Beziehung, die zu Frauen möglich gewesen wären, das, was ich da sah, bin ich nicht.
Die Art und Weise des unverbindlichen Geschlechtsverkehrs, wie in einige Schwule leben war ich auch nicht, aber in dem Zusammenhang habe ich keinen anderen Menschen betrogen, nur mich selber.

Es ist wohl so, dass jede*r Mensch sich selber entdecken muss. Das faszinierened ist, dass diese Entdeckungsreise nie aufhört.

Es stimmt, was Vanessa sagt. Unser soziales Geschlecht, unser Körpergefühl entspricht nicht dem sexuellen Begehren. Dir wünsche ich, dass Du Dein Körpergefühl, sei es rein männlich oder rein weiblich oder irgendwo dazwischen ohne Schranken von außen für Dich finden kannst. Ich wünsche Dir die Freiheit ganz ohne gesellschaftliche Grenzen herauszufinden, wer Dir emotionalen Halt geben kann und mit wem Du Deine Sexualität ausleben kannst. Bei vielen ist dies eine Person für Gefühl und Sexualität, aber auch das muss meiner Beobachtung nach nicht zutreffen.

Ich wünsche Dir und uns allen die Kraft und Weisheit, dass nwas wir Wollen zu leben und von den Wünschen, die andere an uns herantragen unterscheiden zu können.

Danke für Deine offene, ehrliche und mutige Vorstellung hier
Ralf-Marlene

Between
Beiträge: 5
Registriert: Di 13. Nov 2018, 19:54
Geschlecht: männlich
Pronomen: er
Membersuche/Plz: im Norden
Hat sich bedankt: 3 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 7 im Thema

Beitrag von Between » Mi 14. Nov 2018, 11:21

Vielen Dank für die Begrüßungen und die vielen Worten, damit hatte ich nach so kurzer Zeit gar nicht gerechnet :) Es hat tatsächlich schon mal geholfen, das hier alles strukturiert niederzuschreiben – und natürlich, zu sehen, dass man nicht schief angeschaut wird. Irgendeine Lösung erwarte ich auch gar nicht, aber Gedankenfutter hilft erfahrungsgemäß früher oder später immer weiter :)

@VanessaL: Danke, das Trennen der sexuellen und geschlechtlichen Identität bzw. sexueller Orientierung ist schon mal ein guter Hinweis. Diese Denke ist mir durch die mediale Allgegenwärtigkeit dieser Tage wahrlich nichts Neues, aber wenn man plötzlich merkt, dass man selbst davon „betroffen“ ist, schaut man noch mal ganz anders drauf.

Generell habe ich das Gefühl, dass es bei mir vor allem um bewusste Rollen in verschiedenen Lebensbereichen und gar nicht so sehr um eine übergreifende Identität oder gar gesellschaftliches Akzeptiertwerdenwollen geht. Ich finde zumindest die Vorstellung, im sexuellen Bereich eher eine weibliche Rolle (bzw. das, was gesellschaftlich dieser Rolle zugeordnet wird) einzunehmen bzw. (fast noch wichtiger) dies zu dürfen, schon sehr erfüllend und bereichernd, irgendwie auch gerade durch den Wechsel der Rollen – oder bis zu einem gewissen Grad ja sogar diese reizvolle Koexistenz meines männlichen Körpers und einer weiblichen Rolle. Zumindest hatte ich im sexuellen Kontext, so weit gediehen meine Phantasien dann auch teilweise auch sind, jedenfalls nie auch nur annähernd das Bedürfnis, ganz eine Frau werden zu wollen… es ist es eher das, „eine Frau spielen wollen“ ohne ganz zu vergessen, dass man eigentlich nur spielt.

Ich musste ein wenig über das nachdenken, was Du über „Körperteile vs. Berührung/Nähe“ schreibst. Zumindest derzeit fühle ich mich an einem Punkt, in dem ich Berührung und Nähe aus meinen Partnerschaften und auch aus meiner aktuellen Partnerschaft sehr gut kenne und genieße – letztendlich war dies auch immer der zentrale Punkt in einer Partnerschaft für mich, der mich so tief befriedigt, dass ich keine konkreten sexuellen Bedürfnisse in der Partnerschaft mehr spüre. Bei meiner derzeitigen Partnerin funktioniert das jedoch etwas anders, ihr reicht halt Nähe nicht aus, auch deshalb sind wir in einer Krise gelandet. Und wenn man mich zu Sex zu überreden versucht, sperrt sich in mir alles und ich verliere jegliches sexuelle Interesse. Das ist aber sicherlich ein gesondertes Thema. Was mir dagegen auf die Dauer fehlt, das spüre ich derzeit ja sehr stark, ist schlicht das gewisse „Körperteil“, das mir eine Frau nun mal nicht liefern kann (und irgendein „Ersatz“ zählt nicht ^^).

Dem Trieb nachzugeben und zu gucken, was passiert, sehe in auch als ersten Weg an. Es hilft mir hierbei zumindest nun schon mal, meine Suche einschränken zu können, indem ich Ausschau nach männlichen aber eben sehr „weichen“ Menschen in ähnlichen Situationen bzw. mit ähnlichen Neigungen halte. Ich schätze, da treffe ich auch von vornherein eher auf zartbesaitete Menschen, was für mich alles einfacher macht ^^

@Ralf-Marlene: Danke für Deine Worte! :) Ich kann mich wohl wirklich froh schätzen, in einer Zeit (bzw. einem Land) aufgewachsen zu sein, in der diese ganzen Grenzen mehr denn je weich geworden sind, und natürlich, eine Partnerin zu haben, wie ich sie mir offener nicht vorstellen könnte. Letztendlich war ich in unserer Beziehung ja immer der Verklemmte mit den schrägen, unaufgearbeiteten Neigungen… ^^

ChristinaF
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1475
Registriert: So 26. Feb 2012, 09:06
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Membersuche/Plz: 84xxx
Hat sich bedankt: 542 Mal
Danksagung erhalten: 398 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 8 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mi 14. Nov 2018, 16:18

Ich finde Vanessas Beitrag oben sehr hilfreich. Eindrucksvoller könnte ich es auch nicht beschreiben und sicher hilft der Beitrag dir, dich selbst zu finden.
LG Christina

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2951
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: Leipzig - Chemnitz - Gera
Hat sich bedankt: 1393 Mal
Danksagung erhalten: 2093 Mal

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 14. Nov 2018, 19:51

Hallo Beetween,

herzlich Willkommen hier im Forum. Es wurde bereits viel geschrieben, worauf ich verweisen, und mich ausnahmsweise mal zurückhalten möchte. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und vor allem beim Mitmachen.

Liebe Grüße
Michi
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1645
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 184 Mal
Danksagung erhalten: 953 Mal

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 10 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 15. Nov 2018, 07:25

Hallo Between,

vieles kann ich in Deinen Worten gut nachvollziehen. Zu einigen Textpassagen möchte ich gerne meine Ansicht teilen und gehe dabei von mir aus:
Letztendlich war ich in unserer Beziehung ja immer der Verklemmte mit den schrägen, unaufgearbeiteten Neigungen… ^^
Ja und nein. Wenn man mit seinen Neigungen frei und unkompliziert umgeht, hat man es sicher einfacher. Jedoch ist die Notwendigkeit zur Aufarbeitung ein wichtiger Anlass, sich mit sich selber zu beschäftigen und dabei eine persönliche Entwicklung zu erfahren. Nicht die Menschen, die es einfach im Leben hatten, sind die, die einen interessanten und vielschichtigen Charakter haben. Menschen mit "Erfolg", in welchem Sinn auch immer, haben oftmals wenig Tiefgang. Insofern wüde ich Deinen oben genannten Satz als Chance begreifen. Leider macht es das Leben nicht einfacher ...
Bei meiner derzeitigen Partnerin funktioniert das jedoch etwas anders, ihr reicht halt Nähe nicht aus,
Auch das ist mir nicht fremd. Trotz großer Nähe und Verständnis bedeutete es letzlich, dass ich mich nicht für meine frühere Partnerin entscheiden konnte. ich habe mich nicht bei ihr richtig aufgehoben gefühlt. Danach habe ich eine Frau kennen gelernt, mit dem ich eine ganz andere Art von Beziehung aufbauen konnte. Hier fühle ich mich zuhause. Wir haben zwar auch Differenzen, aber sie werden in einem Geist gegenseitiger Akzeptanz gelöst. Auch dass wir unterschiedliche Individuen sind, die Bereiche haben, die dem anderen nichts oder nur wenig sagen, ist darin möglich. Aber ohne meine vorherigen erfahrungen wäre das nicht möglich gewesen.

Auch die frage, ob ich mehr zu Männern oder Frauen hingezogen fühle habe ich mir gestellt und probiert. Dabei habe ich wenige, aber gute Erfahrungen gemacht und kann die Frage für mich eindeutig beantworten. Es geht für mich nicht darum, ob es ein Mann ist oder eine Frau. Es geht darum, ob ich Vertrauen haben kann. Auf dieser Basis kann ich mich entfalten. Generell sind mir Frauen näher, aber es ist kein zwingendes Dogma für mich.

Es gibt so viele Schranken in unserem Kopf, mit denen wir uns selber beschränken und Erfahrungen nicht zulassen, weil wir damit aufgewachsen sind. Wenn Bio-Männer als Frauen auftreten und Bio-Frauen als Männer werden für mich dabei oftmals das, was "typisch" sein soll im besten Sinne karikiert und laden ein, herkömmliche Gedankenmodelle zu hinterfragen. Leider schaffen das viel zu wenig Menschen. Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden, nicht die Menschen, die so etwas leben sind Karikaturen, sondern das geschlechtstypische Verhalten ist die Karikatur. Wenn ich Schminke und s.g. weibliche Kleidung trage, erzeugt das in manchen Menschen den Eindruck von Lächerlichkeit. Doch bin ich es, der lächerlich ist oder ist es eher das zwanghafte Verbinden von Geschlecht mit Verhaltensweise ? Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch hinter dieser Fassade viel zu wenig gesehen wird. Das Innere des Menschen wird mit seinem Äußeren verwechselt. Auf der anderen Seite besteht natürlich auch die Gefahr, dass ich mich hinter der Fassade verstecke. Dieses Denken macht es mir nicht einfacher. Bin ich nun ein weibliches Leben in einem Männerkörper oder bin ich ein Mann mit "erweiterten" Möglichkeiten. Ich neige hier zum Pendeln.

Analog sehe ich es auch mit Deinen Beschreibungen Deiner sexuellen Orientierung. Ist die Frage wirklich wichtig ? Oder geht es Dir nicht auch eher um die Frage, wo Du Dich zuhause fühlst ? Keine Lust auf Sex zu haben ist von Zeit zu Zeit etwas völlig Normales für mich. Mein Körper zeigt mir, dass mein Kopf ganz woanders ist. Das kann, muss aber nicht ein Indiz für ein Problem in der Beziehung sein. Ich denke, dass es wichtig ist, sich dieser Frage zu stellen, auch wenn die Antworten ungemütlich sind. Die Konsequenzen, die aus meiner früheren Beziehung folgten, waren äußerst schwer. Wir waren uns nah, hatten uns verstanden, hatten tollen Sex und trotzdem hat es nicht gereicht. Sie sagte immer wieder: "Liebe alleine genügt nicht". Wenn trotzdem das Gefühl des "Zuhause seins" nicht dabei ist, geht bei mir gar nichts. Sie hat mir das Gefühl gegeben, dass sie einen "richtigen Kerl" braucht, der ich nicht war. Ihn zu spielen, gelang mir nur eine Zeit lang. So hatten wir immer wieder Krisen. Und jede Krise hat es mir immer wieder gezeigt, dass es trotz guter Übereinstimmung nicht gereicht hat. Die Trennung war mit das Härteste, was ich in meinem Leben erfahren habe. Mit meiner heutigen Partnerin habe ich diesen Mosaikbaustein und meine Lust und mein Leben ist etwas ganz anderes. Ich bin viel zufriedener und das weitgehend ohne erotische Extravaganzen und das seit fast 8 Jahren.

Mein Fazit: Es spielt keine Rolle, was der Mensch ist, bei dem ich mich wohl fühle. Es ist viel wichtiger, wer dieser Mensch ist. Ob Mann oder Frau, reich oder arm, das sind keine entscheidenenden Kriterien. Bedeutend ist, dass wir Übereinstimmungen haben und Differenzen akzeptieren können. Dabei ist es entscheidend, dass ich auch meine Differenz akzeptieren kann. Das ist vielleicht sogar das Schwierigste. Man nennt es Selbstliebe ...
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that made you smile ...

Between
Beiträge: 5
Registriert: Di 13. Nov 2018, 19:54
Geschlecht: männlich
Pronomen: er
Membersuche/Plz: im Norden
Hat sich bedankt: 3 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 11 im Thema

Beitrag von Between » Fr 16. Nov 2018, 12:06

Hallo Vicky, danke für Deine Antwort!
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 15. Nov 2018, 07:25
Nicht die Menschen, die es einfach im Leben hatten, sind die, die einen interessanten und vielschichtigen Charakter haben. Menschen mit "Erfolg", in welchem Sinn auch immer, haben oftmals wenig Tiefgang. Insofern wüde ich Deinen oben genannten Satz als Chance begreifen.
Volle Zustimmung, ich sehe das inzwischen genauso – möglicherweise waren dieser Beziehungscrash bzw. die vorhergehende Unzufriedenheit ein wichtiger Faktor bei den aktuellen Veränderungen.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 15. Nov 2018, 07:25
Es geht für mich nicht darum, ob es ein Mann ist oder eine Frau. Es geht darum, ob ich Vertrauen haben kann. Auf dieser Basis kann ich mich entfalten. Generell sind mir Frauen näher, aber es ist kein zwingendes Dogma für mich.
[…]
Analog sehe ich es auch mit Deinen Beschreibungen Deiner sexuellen Orientierung. Ist die Frage wirklich wichtig ? Oder geht es Dir nicht auch eher um die Frage, wo Du Dich zuhause fühlst ?
Sehr gute Frage, auf die ich selbst noch keine klare Antwort gefunden habe. Ich glaube, bei mir spielt da auch eine schwer zu erklärende sehr alte Angst mit rein, in der „falschen“ Welt oder Gruppe zu landen und dort nicht mehr rauszukommen bzw. dazu gezwungen zu sein, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht will, ohne mir dessen wirklich zu bewusst sein. Vielleicht schlicht ein Ausdruck von mangelndem Selbstbewusstsein (im Sinne von Selbstkenntnis und daraus folgendem Selbstvertrauen)… wenn ich zurückdenke, hatte ich gerade in meiner Jugend immer wieder mit sozialen Situationen und Menschen zu tun, die mir nicht gut taten – ohne dass mir dies währenddessen überhaupt bewusst gewesen wäre. Ich war auch schlicht in jeder Hinsicht leicht beeinflussbar, das hängt mir gerade bei diesem Thema hier wohl sehr nach und führt evtl. auch mit zu dieser abstrakten Angst vor typischen Männern, weil die nach Systemen ticken, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann bzw. die selbstbewusst spielen und sich dabei nicht in die Karten schauen lassen. Vielleicht ist letzteres sogar der Hauptfaktor, nicht umsonst habe ich mich stets bei Menschen am wohlsten gefühlt, die nicht groß zwischen Innen- und Außenwelt trennten und immer mit offenen Karten spielten.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 15. Nov 2018, 07:25
Keine Lust auf Sex zu haben ist von Zeit zu Zeit etwas völlig Normales für mich. […] Sie hat mir das Gefühl gegeben, dass sie einen "richtigen Kerl" braucht, der ich nicht war.
Letzteres kenne ich auch sehr gut aus meiner Beziehung und ich kann auch nachvollziehen, dass ihr etwas fehlt – nur mussten wir halt erstmal an den Punkt gelangen, uns klar zu machen, dass ich nun mal nicht der Mann für sowas bin und, viel wichtiger, dass sie kein Recht darauf hat, das von mir zu fordern. Die Konsequenz war eben nun, dass diese spezifische Rolle nun wieder frei für jemand anderen ist, und das war für uns beide (wir waren bei solchen generellen Beziehungsfragen eh beide immer ganz unvoreingenommen bzw. pragmatisch) eine enorme Erleichterung.

Was die Lust angeht: Diese Unlust (die dann eher zu Angst und Vermeidung wurde) war tatsächlich schon sehr deutlich spürbar bei mir und so hatte ich das bisher auch noch nie in meinem Leben, also einen Partner nach und nach nicht mehr als erotisch wahrnehmen zu können, weil die Sexualität in der Partnerschaft (für mich) nur noch aus Leistungs- bzw. eher Lustdruck bestand. Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder, aber derzeit bin ich einfach nur froh, keinen Sex in diesem Kontext mehr haben zu „müssen“ und dennoch gefühlt nichts verloren zu haben, wie es bei vielen anderen Menschen wohl der Fall gewesen wäre.

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 13563
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 687 Mal
Danksagung erhalten: 5092 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 16. Nov 2018, 13:11

Guten Tag,
sehr alte Angst mit rein, in der „falschen“ Welt oder Gruppe zu landen und dort nicht mehr rauszukommen bzw. dazu gezwungen zu sein, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht will, ohne mir dessen wirklich zu bewusst sein.
Das ist ein gutes Beispiel für "Vereinnahmung". Manchmal reicht es schon, die richtigen/falschen Menschen zu kennen oder mit ihnen unterwegs zu sein - oder "falsche Orte" zu besuchen. Es wird nicht einmal gefragt, warum das so ist, sondern man wird ungefagt "einsortiert" und dann kann sich so etwas entwickeln wie in dem Ärzte-Song "Lass die Leute reden...". )):m

Ich hielt es für ein "deutsches Problem"; aber die Lektüre eines dänischen Buches über "Sex im Grenzbereich" brachte mich auf den Gedanken, dass die dänischen Nachbarn auch nicht viel freier und toleranter sind.

Dem kann jeder Einzelne wohl nur ein "gesundes Selbstbewusstsein" entgegensetzen (smili)

Gruß
Anne-Mette

Between
Beiträge: 5
Registriert: Di 13. Nov 2018, 19:54
Geschlecht: männlich
Pronomen: er
Membersuche/Plz: im Norden
Hat sich bedankt: 3 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 13 im Thema

Beitrag von Between » Fr 16. Nov 2018, 13:44

Hallo Anne-Mette,

da sprichst Du natürlich ein richtiges und wichtiges Thema an :) Ich meinte allerdings tatsächlich weniger die Beziehung dieser wie auch immer gearteten Gruppe (vll. hätte ich den Begriff gar nicht nutzen sollen) nach außen hin, sondern wirklich etwas viel Simpleres, nämlich die Angst, in irgendetwas hineinzugeraten oder von irgendjemandem hineingezogen zu werden und erst zu spät, dann aber explosionsartig, zu bemerken, dass man das alles eigentlich gar nicht wollte und hier komplett falsch ist und immer schon war. Faktisch bin ich damals nicht nur einmal in zwischenmenschliche Beziehungen hinein geraten bzw. wurde förmlich dazu überredet (um nicht zu sagen hineinmanipuliert) und bin erst nach und nach aufgewacht. Aber da fühlte ich mich schon so eingewoben in diese „Welt“, dass ich mir total hilflos vorkam. Ich muss aber nochmal unterstreichen, dass das wirklich ein sehr persönliches Gefühl ist, das ich selbst nur abstrakt ausdrücken kann, daher war das wohl etwas missverständlich.

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 13563
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: InterS
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Hat sich bedankt: 687 Mal
Danksagung erhalten: 5092 Mal
Gender:

Re: Zwischen sexueller Orientierung und Identität

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 16. Nov 2018, 16:08

Guten Tag Between,

deshalb sollte man (und Frau) sich Zeit geben, damit (alle) Gefühle und Schritte richtig sortiert und "individuell selbstbestimmt und selbstbewusst statt fremdbestimmt mit Zwangsbeschluss" unternommen werden können.
Leider sind Gruppen und Einzelpersonen nicht immer davon frei, andere Menschen "überzeugen" zu wollen und so ergibt sich in manchen Fällen ein "Überreden".

Es ist nicht so einfach, auf die eigenen Gefühle zu hören und mit diesem Hintergrund Entscheidungen zu treffen.
Allerdings: auch (sehr schöne) sexuelle Erfahrungen sind nicht ohne Risiko (smili) bieten aber auch mannigfaltige Chancen.

Aber es sind Deine Erfahrungen und da sollte niemand richten.

Gruß
Anne-Mette

Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, CD und Partner/innen Beteiligte“