Wird es immer mehr ?
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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betty
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Wird es immer mehr ?

Post 1 im Thema

Beitrag von betty » Di 16. Jan 2018, 11:30

Ich bin immer noch auf der Suche nach Antworten. Oft lese ich, dass es bei euch, wenn ihr älter werdet , stärker wird mit dem Verlangen. Einige berichten, das sie sich anfangs "nur" als crossdresser gesehen haben, aber mit den Jahren gemerkt haben,, das da doch viel mehr ist.
Das versetzt mich wirklich in Panik. Mein Mann sagt zwar, das er sich "sicher" ist "nur" crossdresser zu sein, aber sagt er das nur um mich oder ihn zu beruhigen ?
Wird das Verlangen, je häufiger ihr dem nachgeben immer mehr ?
Er spricht von Phasen, die mal stärker und mal gar nicht da sind.

Michelle_Engelhardt
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Di 16. Jan 2018, 11:54

Welches Verlangen?

Das Verlangen gegengeschlechtliche Kleidung zu tragen?
Das Verlangen gelegentlich in der gegengeschlechtlichen Rolle aufzutreten (drinnen oder draußen)?
Das Verlangen in der gegengeschlechtlichen Rolle zu leben?

Menschen sind individuell, sodaß man hier keine pauschale Antwort geben kann.

Was und warum Dein Mann etwas sagt, können Aussenstehende schwerlich beantworten.
We all stay skinny as we just won´t eat^^

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Di 16. Jan 2018, 12:02

betty, es gibt welche, die als CD "gestartet" sind und später gemerkt haben, dass sie TS sind. Aber es ist unmöglich, daraus eine Regel abzuleiten, dazu sind die Menschen zu unterschiedlich. Wie sich das bei deinem Mann verhält, kann hier vermutlich niemand beurteilen.

LG Daenerys

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Brigitta » Di 16. Jan 2018, 12:15

Hallo Betty,
(snow)
... cool down ...
ich verstehe Deine Panik, muss Dir aber sagen, dass die Ausprägung des Crossdressens ganz individuell ist.
Es kann da keine Verallgemeinerungen geben, denn jede/r fühlt und erlebt es anders.

Ich selbst habe auch Phasen, wo ich ein größeres Verlangen habe, mich ständig im Damenoutfit zurecht zu machen,
und dann gibt es wieder Zeiträume, wo andere Dinge wichtiger sind und das Crossdressen ganz im Hintergrund steht.
Über die Jahre gesehen hat sich aber das Verlangen aber nicht verstärkt, vielmehr habe ich neue Möglichkeiten entdeckt
und lebe meine weibliche Seite jetzt auch ohne die komplette äußerliche Verwandlung aus. Wobei ich für mich eben
schon vor Jahren beschlossen habe, dass mir die "Teilzeitfrau" reicht und nicht weiter gehen will, denn meine
mönnliche Seite möchte ich nicht völlig aufgeben. Insoweit kann ich eben nur für mich sprechen.

Es wird Dir also nichts übrig bleiben, als Deinem Partner zu vertrauen, wenn er sagt, dass er sich sicher ist
nur Crossdresser zu sein. Ich würde es auf mich bezogen genauso sagen.

LG, Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)

Drachenfrau
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Di 16. Jan 2018, 13:02

betty hat geschrieben:
Di 16. Jan 2018, 11:30
Mein Mann sagt zwar, das er sich "sicher" ist "nur" crossdresser zu sein, aber sagt er das nur um mich oder ihn zu beruhigen ?
Hallo betty,

diese Frage kann dir nur er beantworten so gut es ihm möglich ist. Hast du ihm gesagt, dass du Angst hast, dass die Aussage nur zur Beruhigung vielleicht sein kann?
Bekräftigt er dies, dass er sich absolut sicher ist, dann ist es wie Brigitta schreibt, dann baue darin Vertrauen auf und versuche, die Angst / Panik in dir zu ergründen und sie langsam aber sicher in Vertrauen umzuwandeln.
Solche Ängste sind nicht gesund noch gründen sie immer in Realität.
Die Ängste sind eher unbegründet, denn diese Angst Gefühle basieren auf etwas, das in der Zukunft liegen könnte, was jedoch genau in diesem Augenblick überhaupt nicht passiert.

Alles Gute für dich, Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-01-30 » Di 16. Jan 2018, 13:09

Moin betty!
betty hat geschrieben:
Di 16. Jan 2018, 11:30
Mein Mann sagt zwar, das er sich "sicher" ist "nur" crossdresser zu sein, aber sagt er das nur um mich oder ihn zu beruhigen ?
Ich denke schon, dass er da ehrlich zu dir ist und dich nicht nur beruhigen will. Er hat diese Gewißheit in sich, da kannst und solltest du ihm vertrauen.

Aber ... Das bedeutet nicht, dass es für ewig so bleibt. Menschen verändern sich, erkennen sich erst spät selbst. Einen solchen Satz hatte ich meiner Ex auch mal gesagt vor über 30 Jahren und er war auch ehrlich gemeint. Ich war mir so sicher, dass es nicht mehr werden würde. Aber es wurde mehr, wurde mir bewußter, dass mir das vorübergehende und vor allem versteckte Leben als Frau nicht reicht. Und nun lebe ich glücklich als Post-OP.

Es lässt sich eben nicht vorhersehen.

LG Claudia
Freiheit nutzt sich nur ab, wenn man sie nicht benutzt.
(Reinhard Mey)

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 7 im Thema

Beitrag von TessaLouboutin » Di 16. Jan 2018, 13:20

Hallo Betty,

für mich (!) ist es eine Frage des Gleichgewichts von "Erkenntnis und Verantwortung".

1. Erkenntnis
Mit 6-10 Jahren (also ohne jeglichen sexuellen Hintergrund) fand ich gefallen an der gegengeschlechtlichen Kleidung.
Warum - konnte und wollte ich nicht wissen - war einfach schön. Die spielerische Erkundung wurde durch das
Umfeld nicht verurteilt aber schon der Hinweis gegeben: "das ist nicht für Jungens".

1. Verantwortung
Ich bin ein Junge - ich habe so etwas nicht zu tragen! - woran ich mich dann auch hielt, um der "Jungensrolle"
gerecht zu werden. Damit wurde aus dem "geduldeten Erkunden" eine Art "Verbot". Aus diesem Verbot heraus
würde ich für mich das erste mal behaupten das mir "ETWAS" fehlt. (Also eine Art Verlangen) Was wusste ich zu diesem
Zeitpunkt noch nicht wirklich.

2. Erkenntnis
Die Zeit von 10 -16 Jahren würde ich als entspannte Phase betrachten, in der zwar sicherlich gewisse Berührungen
zur Thematik da waren, aber vieleicht auch durch die konsequente Hirnwäsche der gesellschaftlichen Umgebung
(wie Jungens in dem Alter unter sich nun mal so sind) - ich würde schon sagen, kpl. unterdrückt wurden, um nicht aus
der gesellschaftlich zugesprochenen Rolle zu fallen oder als schwach zu gelten. Mit der Aufklärung trifft man dann auch auf
die "Sonderfälle" sprich Homosexualität und auch um mit heutigen Begriffen zu arbeiten Transsexualität einschließlich
deren Derivate wie CD ect. Und da war doch was, dieses Gefühl? Ich - einer dieser Sonderfälle? Nein! Weg mit dem Spuk!
Das ist die erste Erkenntnis in die richtige Richtung, aber noch ohne wirkliche Folgen.

2. Verantwortung
Mit der ersten Partnerschaft (und den folgenden bis zur Familiengründung) übernimmt man durch die "vorgesehene Rolle" Verantwortung.
Es ist auch die Zeit des Ausprobierens und Erkundens. Was jetzt in die "Thematik" fällt, geht (ich behaupte in 95% der Fälle) nur im "Geheimen".
Als "Betroffener" schleicht sich jetzt ein "Verlangen" aufgrund unterschiedlichster Reize (Kleidung, Schuhe ....) ein. Am Anfang sicher nur
in Gedanken, durchspielt man Szenarien und den "Rollentausch" - Aber warum? Der Gedanke an so etwas darf nicht sein!
Im Endeffekt ist es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr weit bis zur ersten Feinstrumpfhose...
Die Glücksgefühle jetzt etwas zu physisch zu besitzen, welches zur "falschen" Rolle gehört halten aber nur kurz. Die Verantwortung...
Jetzt beginnt ein zermürbendes Spiel aus Heimlichkeiten, nachgegebenen Verlangen, Totalverweigerung zum Thema (einschließlich der Entsorgung
aller Schätze) Trauer, Unverständniss, Wut und nach einiger "Enthaltsamkeit" wieder dem Verlangen - und das Ganze wieder von vorne.
In der Zwischenzeit werden nicht so manche Beziehungen 25 Jahre alt mit einigem Nachwuchs anhin.
Mit der Verantwortung wächst das Verlangen, welches aber nur heimlich (ohne Wissen der Partnerin / Partner) gelebt werden kann.
Verantwortung in einer Partnerschaft heist aber auch Ehrlichkeit. Und genau da liegt die Crux. Welche Verantwortung ist besser?
Das "Ganze" so geheim wie möglich und unehrlich gegenüber dem Partner irgendwie "durchzustehen" oder die Verantwortung gegenüber
dem Versprechen "immer ehrlich zu sein" ?

Ich habe lange gekämpft und Dank Internet die Möglichkeit gehabt mich auszutauschen - mich zu finden. Und ich habe die 2. Verantwortung
gewählt meiner Partnerin gegenüber ehrlich zu sein. Es gibt jetzt für mich bestimmte Freiräume aber auch Regeln - so der Stand.
Partnerschaften sind dynamisch - was also in Zukunft wird, kann ich nicht vorhersagen. Aber den anderen Teil unserer Persönlichkeit abzustellen,
wird egal wie man es versucht nicht funktionieren. Ist auch nicht wegtherapierbar ;-). Verlangen entsteht durch Entzug. Und ich lasse mir
keinen Teil meiner Persönlichkeit mehr entziehen (diese Erkenntnis muss man erstmal haben!) Treibmittel bei der eigenen Entwicklung
ist sicherlich auch das Alter und die Ziele die man im Leben erreicht hat. Nach dem man alle Kraft in Karriere, Familie, Kinder, Haus ...
gesteckt hat und (bei mir Anfang 40) das erste mal zurückblickt, stellt man fest, das man etwas unterdrückt hat, was jetzt sein Recht und seine
Zeit fordert (es ist so eine Art Belohnung von der man glaubt, das sie jetzt einem zusteht - fast ein kleines bischen Egoismus).

LG Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Momo58 » Di 16. Jan 2018, 13:35

Ich bin immer noch auf der Suche nach Antworten
Das kann ich verstehen, aber genau diese Suche erzeugt Panik. Panik ist eine Form von Angst. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Vertraue dir und ihm. Bei jedem von uns ist es unterschiedlich. Bei mir hat es im Alter von 5 Jahren angefangen. Ich fühlte mich wohl in Mädchenkleidung. In der Pubertät verstärkte es sich. Die Phasen, in denen ich ganz der Mann war waren geprägt von Aggression, weil ich meine männliche Hülle nicht mehr leiden konnte. Die Frau in mir wurde stärker. Heute ist es für mich selbstverständlich, dass ich nur noch weibliche Unterwäsche trage und zuhause nur noch Kleider und Röcke. Bei mir ist es so, dass mir die weiblichen Kleidungsstücke die Liebe geben, die ich von meinen Eltern nie bekommen habe. Seit ich zu meinem sozialen Geschlecht stehe, ist es in der Ehe viel harmonischer.Das Thema Geschlechtsangleichung war in unserer Ehe auch mal Thema. Ich bezeichne mich heute als Transgender, aber eine Geschlechtsangleichung kommt bei mir nicht unbedingt in Frage, da im fortgeschrittenen Alter der Gesichtsausdruck nicht zur Geschlechtsangleichung passt. Vereinfacht gesagt: ich habe eine männliche Hülle aber mein soziales Geschlecht ist weiblich. Wir haben in unserer Ehe lange Gespräche geführt ganz offen und immer mehr geprägt von gegenseitiger Toleranz. Das Ergebnis : Liebe ist bedingungslos, wir nehmen uns gegenseitig so an wie wir sind und wenn es wie in jeder anderen Ehe mal kriselt, dann reden wir drüber.
Die Vergangenheit ist meine Wurzel, der Stängel ist die Gegenwart, die Zukunft ist die Blüte

Nora_7
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 9 im Thema

Beitrag von Nora_7 » Di 16. Jan 2018, 15:45

Mit den vielen Jahren Crossdressing fühle ich mich immer sicherer - bezüglich situationsbezogener Kleidung, Haare, Makeup, persönlcher Stil sowie umfangreicher Outdoorerfahrung. Es ist für mich immer wieder ein entspannendes Erlebnis, als Lady ins Restaurant, Bummeln oder Shopping zu gehen. TS kommt für mich nicht in Frage, mich aber in aus meiner Sicht schönen/attraktiven Outfits häufiger zu inszenieren macht einfach Spass. Zumal ich mehr Kleider als (Männer-)Hosen habe. Selbst meine Frau muss zugeben (obwohl sie nur so gerade toleriert und nicht unterstützt), dass ich als Frau durchaus gut überkomme. Ich kenne zwar auch etliche CDs, die sich zur TS weiterentwickelt haben. Die Mehrzahl ist aber mit zeitweisem sozialen Rollenwechsel sowie der Möglichkeit, häufig seine Wunschkleidung zu tragen, zufrieden.

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.

ExuserIn-2018-02-25

Re: Wird es immer mehr ?

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-02-25 » Di 16. Jan 2018, 16:27

Hallo Betty

Vieles (richtiges) wurde ja schon geschrieben und die "letzte Gewissheit" oder eine "Garantie" wirst Du nicht kriegen können. Auch von Deinem Mann nicht.

Ich kann Dir nur schreiben wie es bei mir ist: Marion gibt es nun schon seit etlichen Jahren und selbstverständlich habe ich mich (wie wohl so ziemlich alle hier) auch schon gefragt, ob ich TS bin und den Weg allenfalls gehen will / muss.

Dies kann ich für mich derzeit und bis auf absehbare Zeit ausschliessen, wie ich meine. Ich "hasse" weder meine männliche Rolle noch meinen männlichen Körper oder anders ausgedrückt, mir fehlt der "Leidensdruck" den eine TS zumeist hat und welche sie den Weg gehen lässt. Ich mag es einfach, immer wieder in die andere Rolle zu schlüpfen und diese auszuleben. Mir reicht das derzeit und wenn ich das regelmässig machen kann (was sowohl privat hinsichtlich Akzeptanz als auch geschäftlich bezüglich den zeitlichen Möglichkeiten glücklicherweise der Fall ist) dann bin ich zufrieden.

Und da dieser Zustand nun schon ziemlich lange unverändert so ist gehe ich auch nicht davon aus, dass sich an dieser Einschätzung nächstens etwas ändern wird. In die Zukunft blicken kann ich natürlich auch nicht und von daher kann ich nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen, dass ich in fünf Jahren eventuell anders darüber denke. Und so geht es hier wahrscheinlich manch einer Teilzeitfrau und es ist gut möglich, dass es auch bei Deinem Mann so ist. Aber eben wie einleitend geschrieben, eine "letzte Gewissheit" kann es in solchen Fragen nie geben.

Liebe Grüsse, Marion.

Aubergine
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Aubergine » Di 16. Jan 2018, 17:03

Hi Bekky,

für alle über 40 gilt:
damit ein Mann ein Mann ist, muss er 3 Dinge in seinem Leben erfüllen.....so sagt es der Volksmund.
Einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und ein Haus bauen.
ist das erfüllt, werden keine Anforderungen mehr an ihn gestellt.

Genau so muss man sich das vorstellen, verläuft das Leben eines Transgenders.
In früher Jugend spielerisch ausprobiert, aber nicht realisiert.
Als Teenager zwar gemerkt, aber verdrängt, denn die Clique duldet sowas nicht und wer will schon unten durch sein.
Als junger Mann auf Freiersfüßen, Familiengründung, da hat man soviel andere Dinge um die Ohren, dass man alles gut verdrängen kann.
Der Alltag wird Routine, die Kinder sind aus dem gröbsten raus und auf einmal entstehen Lücken (zeitliche, räumliche und gefühlsmäßige), die vorher nicht da waren, oder weniger aufgefallen sind oder besser zu überbrücken waren.
Die immer verdrängten und verleugneten Bedürfnisse kommen immer mehr an die Oberfläche und das Verdrängen wird immer schwieriger und wenn der Prozess des Verleugnens und des Schämens endlich abgeschlossen ist, gibt es kein Halten mehr.
Der weibliche Teil fordert seinen Tribut.
Inzwischen ist bei vielen Männern die Anforderungen im Beruf soweit fortgeschritten, dass die Phasen des Entspannens immer wichtiger werden. Besteht die Möglichkeit nur sehr, sehr eingeschränkt oder gar nicht, kann es zu Depressionen und schlimmerem wie Burnout kommen.

Es hat nicht wirklich was damit zu tun dass es mehr wird, sondern damit, dass verschiedene Prozesse der Selbstfindung abgeschlossen sind. Dazu kommt das Bewusstsein, nicht mehr wirklich zur jungen Generation zu gehören und damit ist der eigene Lebensweg auf ca. 30 Jahre (bei einem 40 Jährigen) beschränkt.
Damit stellt man sich dann aber auch die Frage, muss ich mein ganzes Leben auf das verzichten, was mich ebenso ausmacht und genau so zu mir gehört wie der Mann?
Viele wollen es einfach nicht mehr unterdrücken und fordern ihr Recht ein, so zu sein, wie es Ihnen schon im Mutterleib zugeordnet wurde und wofür sie sich nicht freiwillig gemeldet haben, geschweige denn, es sich ausgesucht haben.

Jetzt zeigt sich, in wieweit die Partnerschaft gesund ist bzw wie groß die Liebe noch ist. Bei vielen stellt sich heraus, dass die Partner/innen oft das nicht einhalten können, was sie sich vorgenommen haben. Immer zum Partner/in zu stehen, egal was kommt. In der Kirche vor dem Altar belegt mit: in guten wie in schlechten Zeiten, in Armut und Krankheit etc.
Bei den einen kommt es zur Trennung.
Die andern schaffen es sich gegenseitig wenigstens Freiräume zu lassen, so dass beide Seiten damit leben können.
Die letzten akzeptieren ihren Partner so wie er ist, können gut damit umgehen, ihn sogar unterstützen.
Jede Frau weiß, das kann ich und das nicht und wenn der Partner nicht ganz unter den Teppich gekehrt wird, ist er sicher auch bereit, Kompromisse einzugehen und gemeinsam erstellte Regeln zu erfüllen, solange sie ihm die Luft zum atmen lassen.
Kein Crossdresser ist daran interessiert seine Familie zu zerstören, aber irgendwann kommt er an einen Punkt, wo er auch ein bisschen Recht auf Freiheit für sich einfordert.
Der Weg jedes einzelnen ist nicht vorhersehbar, aber wenn mein Partner zu mir sagt, "ich bin und bleibe Mann, aber ich bin Crossdresser", dann vertraue ich ihm, denn er kennt sich selbst besser als ich und ich kann mich immer auf ihn verlassen.
Sollte das jemals anders werden, wird er mir dies ebenfalls sagen, wie er mir alles andere auch gesagt hat und wie ich damit umgehen würde weiß ich nicht, denn ich mache mir über ungelegte Eier keine Gedanken. Ich lebe im Jetzt und im Heute und über morgen denke ich ein andermal nach.

LG Aubergine
Brauchst du Hilfe beim Schminken und Stylen? Schau hier:
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=42&t=13403 oder "NEU" bei www.transpassabel.de

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Re: Wird es immer mehr ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Di 16. Jan 2018, 17:07

HI Betty,

Jetzt wollte ich eigentlich auch noch "meinen Senf" dazu geben, aber hab beim Lesen des Threads festgestellt, wie beeindruckend offen, authentisch und gut die bereits gegebenen Antworten auf deine Sorgenfrage sind. Kompliment an die AutorInnen meinerseits! (ap)

Insbesondere die Beiträge von Tessa und Marion haben mich berührt, weil ich da von meiner eigenen Reise durch diese Welten mich selbst wiedergefunden habe. Wie sich die Lebenserfahrungen bei aller Unterschiedlichkeit doch ähneln ... Verblüffend.

Last, baut not least, ich bin glaube ich der / die Älteste hier in der Runde, hab letztes Jahr meine 60 absolviert und beschäftige mich seit der Pubertät mehr oder minder mit dem weiblichen Teil in mir. Und trotz aller Höhen, Tiefen und Phasen des Zweifels WER oder WAS ich eigentlich bin, habe ich nicht das Bedürfnis entwickelt den "ganzen Weg" zum anderen Geschlecht gehen zu wollen. Im Gegenteil, je älter ich werde, desto sicherer bin ich mir, dass es eigentlich keine 2 Geschlechter wirklich gibt, sondern ganz viel Abstufungen von / bis. Ich glaube sogar, dass die Suizidrate unter TS/TG Menschen so verdammt hoch ist, obwohl der Weg echt steinig ist, weil so manche(r) nach der GAOP erleben, dass sie jetzt auch nicht wirklich glücklich sind.:-(

Und was Deinen Mann angeht: Leben ist ständige Veränderung, unberechenbar, nicht planbar. Das suggerieren uns nur die Werbung, die Versicherer, die Schule, die Ausbildung, unsere ganzen nicht hinterfragten Normen. Also VERTRAUE darauf, dass Dein Mann bisher immer den Weg mit Dir zusammen gegangen ist. Und sicher hast auch Du von der weiblichen Seite in ihm des öfteren schon profitiert ... Wie ich es im meinem eigene Umfeld immer wieder erlebe. Solche Männer brauchen nämlich weder ihre Verletzlichkeiten, noch ihre Lust auf "anders sein zu wollen" nicht verstecken, sind also eine Bereicherung Eurer Beziehung.

Hoffe ich habe Deine Sorgen etwas mildern können?

GLG Ronda
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

heike65

Re: Wird es immer mehr ?

Post 13 im Thema

Beitrag von heike65 » Di 16. Jan 2018, 18:04

Aubergine hat geschrieben:
Di 16. Jan 2018, 17:03

Inzwischen ist bei vielen Männern die Anforderungen im Beruf soweit fortgeschritten, dass die Phasen des Entspannens immer wichtiger werden. Besteht die Möglichkeit nur sehr, sehr eingeschränkt oder gar nicht, kann es zu Depressionen und schlimmerem wie Burnout kommen.

Es hat nicht wirklich was damit zu tun dass es mehr wird, sondern damit, dass verschiedene Prozesse der Selbstfindung abgeschlossen sind. Dazu kommt das Bewusstsein, nicht mehr wirklich zur jungen Generation zu gehören und damit ist der eigene Lebensweg auf ca. 30 Jahre (bei einem 40 Jährigen) beschränkt.
Damit stellt man sich dann aber auch die Frage, muss ich mein ganzes Leben auf das verzichten, was mich ebenso ausmacht und genau so zu mir gehört wie der Mann?
Viele wollen es einfach nicht mehr unterdrücken und fordern ihr Recht ein, so zu sein, wie es Ihnen schon im Mutterleib zugeordnet wurde und wofür sie sich nicht freiwillig gemeldet haben, geschweige denn, es sich ausgesucht haben.

Jetzt zeigt sich, in wieweit die Partnerschaft gesund ist bzw wie groß die Liebe noch ist. Bei vielen stellt sich heraus, dass die Partner/innen oft das nicht einhalten können, was sie sich vorgenommen haben. Immer zum Partner/in zu stehen, egal was kommt. In der Kirche vor dem Altar belegt mit: in guten wie in schlechten Zeiten, in Armut und Krankheit etc.
Bei den einen kommt es zur Trennung.
Die andern schaffen es sich gegenseitig wenigstens Freiräume zu lassen, so dass beide Seiten damit leben können.
Die letzten akzeptieren ihren Partner so wie er ist, können gut damit umgehen, ihn sogar unterstützen.

LG Aubergine
Ich habe genau das durchgemacht was Aubergine beschreibt, allerdings wusste meine Frau von Anbeginn das ich eine feminine Seite habe, wir haben das auch ab und an spielerisch in den eigenen 4 Wänden ausgelebt, sie war also bei unser Heirat im Bilde.
In den Zeiten nach der Geburt unserer Kinder ruhte es nicht, aber es gab auch keine signifikanten Änderungen, das steigerte sich nachdem die Kinder die Grundschule absolviert hatten. Da wurde es langsam immer präsenter, die Herrenunterwäsche wurde entsorgt etc. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen als Frau zu leben, aber als die Depressionen überhand nahmen und ich wirklich ausgebrannt war habe ich gemerkt das es so nicht weitergeht. Wir haben dann kurzfristig einen kleinen Mallorca Urlaub gemacht, Schminksachen gekauft, Bikini für mich und ein paar Blusen etc, und dann ausprobiert, und ich habe gemerkt das die ersten Male mit knallroten Nägeln,pinken Flip Flops und transparenter Damenbluse shoppen gehen eine Herausforderung darstellen, aber halt machbar, meine Frau fand das hingegen eher lustig. Jedenfalls hat sie bemerkt das es mir seelisch guttut, das gipfelte dann schliesslich in ihrer Aussage: Frag doch einfach den Oberkellner ob du hier als Tunte in den Speisesaal darfst ! (Zu leger war nicht erwünscht) Und da brachen so ziemlich alle Dämme bei mir , wow sie kommt damit auch völlig offen klar, nicht nur son bisschen Akzeptanz, nein es geht wirklich.
Kurz nach dem Urlaub habe ich mich bei unseren Kindern , Eltern und guten Bekannten geoutet, konnte mir eine HRT oder gar eine GaOp allerdings nicht vorstellen, und habe das auch klar von mir gewiesen(und ich habe nicht gelogen). Das war vor 2 Jahren, ich hab jetzt einen Termin bei einer Endokrinologin, allerdings auch eine Frau die das unterstützt und nicht ablehnt . Ich habe sie auch vor einer Woche gefragt wie weit der Weg für sie als Partnerin gangbar wäre , die Antwort war: Soweit wie du möchtest darfst du gehen das ist okay für mich ; sicherlich nicht so häufig anzutreffen.

Also bei mir gibt es eine Steigerung, die letzten 2 Jahre waren da echt rasant, wären aber sicherlich anders verlaufen wenn meine Frau Bedenken angemeldet hätte . Ich will dir keine Angst machen, so war es halt bei mir, und ich habe dabei immer aus bestem Wissen und Gewissen geantwortet , gegenüber meiner Frau wie auch unseren Kindern.
Zuletzt geändert von heike65 am Di 16. Jan 2018, 18:42, insgesamt 1-mal geändert.

Viggy
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 14 im Thema

Beitrag von Viggy » Di 16. Jan 2018, 18:12

Hallo Betty,

abhängig vom aktuellen Grad des CD deines Mannes wird es vielleicht schon noch etwas 'mehr' werden. Aber ausgehend von mir, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mann, der 40 Jahre mit sich zufrieden gelebt hat, nun über das Kleidertragen den gleichen Weg einschlagen will, den sonst eigentlich nur Menschen gehen, die von Kindesbeinen an das Gefühl hatten im falschen Körper zustecken.
Auch in mir hat sich die feminine Seite erst spät und dann auch in kleinen Schritten geäußert. Seither sind mir einige Eigenschaften meiner Selbst klarer geworden. Ich möchte diesen weiblichen ca. 33% Prozent den Freiraum lassen, den ich ihnen bisher erziehungs- und beziehungsbedingt nicht ließ. Andererseits könnte ich mir aber nicht vorstellen, mich umoperieren zu lassen. Nur weil man gerne weibliche Kleidung trägt, heißt das noch lange nicht, dass man dann als Frau wirklich glücklicher wäre, wie Ronda vorher schon bemerkte. Ich glaube das kann ganz schön daneben gehen.
Ich sehe das wie Homosexualität. Auch wenn viele Frauen das immer befürchten wenn Sie von dieser Neigung bei ihrem Mann erfahren, schwul wird man nicht irgendwann, schwul wird man geboren. Genauso glaube ich auch, dass man keine Frau WIRD, als Frau wird man geboren, manchmal eben auch im falschen Körper.
Natürlich haben wir ja gerade hier im Forum gelernt, dass die Sexualität nicht immer nur Plus- oder Minus-Pol sind, dass da unendliche Graduierungen sind. Aber auch hier bin ich der Meinung, dass die von Anfang an vorhanden sind, nur eben erziehungsbedingt unterdrückt werden. Wenn sie dann doch mal rauswollen und viellicht auch können, dann eben bis zu dem Grad, indem sie schon immer da sind, und der Mann, der ja die ganze Zeit auch immer da war, wird weiterhin seinen Raum einnehmen.

ULI67
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Re: Wird es immer mehr ?

Post 15 im Thema

Beitrag von ULI67 » Di 16. Jan 2018, 18:27

Hallo Betty,

Jede von uns ist unterschiedlich. Bei mir ist es so, ich will immer mehr mich ausleben, das hätte ich früher selbst nicht geglaubt. Die Kraft dagegen anzukämpfen sinkt.
Komm doch mal nach mühlacker zum Stammtisch mit deinem Mädel, da kannst du jede so gut wie alles fragen.
LG Uli
Ja... ich bin eine Frau 👩

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