Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden
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Hilfe und Selbsthilfe
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Tina_G
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Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 1 im Thema

Beitrag von Tina_G » So 6. Okt 2013, 11:36

Hallo ihr Lieben,

wegen meiner familiären und beruflichen Situtation möchte ich auf jeden Fall verhindern, dass meine CD-Leidenschaft meinem Umfeld bekannt wird. Ich bin zwar recht vorsichtig, habe aber wegen einiger blöder Zufälle ein mulmiges Gefühl.

Dumm gelaufen
Meine Frau hat zufällig eine Tasche mit Utensilien gefunden, die ich nur kurz in einer Garagenecke abgestellt hatte, in der sie sonst niemals etwas suchen würde.

Gerade noch mal Glück gehabt
1. In der Herrentoilette meiner Arbeitsstätte ist mir beim Öffnen der Hose vom Damenslip ein Faden gerissen, der ein süßes straßbesetztes Herzchen halten sollte. Das Herzchen fiel zu Boden und kullerte unter der Abtrennung in die benachbarte Toilette. Mein Puls war irgendwo im Hochfrequenzbereich...

2. Auf einem Foto, das ich in einem Automuseum machte, war in der chrom-glänzenden Stoßstange eines Oldtimers zu erkennen, dass die Kamera von einer Frau gehalten wurde. Gerade noch gesehen, bevor ich die Fotos im Familienkreis zeigte. Solche Spiegelungen und auch Fotohintergründe sind echt tückisch!

3. Vergessen einen Ring wieder abzunehmen

Weitere Risiken
1.Mein Auto wird von jemandem erkannt und Tina sitzt drin.
2.Ich werde durch Äusserungen in diesem Forum anhand der Inhalte oder Ausdrucksweise erkannt.
3.Jede x-beliebige Aktion, Situation, Versprecher, ...

Nach Murphy ist es nur eine Frage der Zeit bis alles auffliegt. Deshalb bin ich immer sehr beunruhigt und grüble ständig, was ich noch übersehen haben könnte.

Wie geht´s euch bei der Geheimhaltung? Habt ihr eine besondere Strategie, Checkliste, oder sonst welche Tipps?

Liebste Grüße
Tina

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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 6. Okt 2013, 11:43

Moin,
Wie geht´s euch bei der Geheimhaltung?
Ich denke, Geheimhaltung ist auf flängere Zeit nicht mit vertretbarem Aufwand durchzuhalten und dürfte recht ungesund sein.

Gruß
Anne-Mette

Tina_G
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 3 im Thema

Beitrag von Tina_G » So 6. Okt 2013, 11:54

Hallo Anne-Mette,

Outing ist nicht drin, daher bereitet mir deine Antwort noch mehr Sorgen. Mit ungesund hast du auf jeden Fall recht.

Tina

biene38
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 4 im Thema

Beitrag von biene38 » So 6. Okt 2013, 12:07

Hi Tina,

da ich jemand bin, der sich nicht verstecken will, der auch keine Rechenschaft ablegen braucht für das, was er tut und der auch zu sich stehen will, treffe ich keine besonderen Vorkehrungen und halte davon auch wenig.
Ich sehe bei mir eher das Bedürfnis es immer mehr nach außen zu tragen. Natürlich steckt in mir auch noch der Gedanke, ich könnte etwas tun, was von meinem Umfeld nicht akzeptiert wird, was mich zum Gespött machen könnte, was mir zum Nachteil werden könnte. Ein Gedanke, der mich nur behindert.
Es gibt bestimmt auch Männer, denen die Geheimhaltung einen Kick gibt. Dazu gehöre ich nicht.

Die Misere sehe ich eher darin, dass viele Männer nicht zu ihren Befürnissen stehen, und sich nicht ausleben können. Es wäre nämlich endlich mal Zeit, dass Männer zu sich stehen.

Eine andere Sache sind Bilder, die im Internet evtl. unkontrolliert von mir verbreitet würden...je besser ich zu erkennen wäre, um so unliebsamer wäre mir das. Wobei mittlerweile hat fast jeder ein Fotohandy und kann überall auf der Straße ein Foto machen, und ins Internet stellen. Da kann man eigentlich nicht viel machen, am besten immer mit Sonnenbrille und Perücke herumlaufen ;-)

Grüße von der Biene

Anni
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 5 im Thema

Beitrag von Anni » So 6. Okt 2013, 12:08

Hallo Tina )))(:

... bevor ich antworte , muß ich erst mal zu Ende schmunzeln :wink:

... nun ja - wer es mag , das Ihm/Ihr ständig das Adrenalin aus den Ohren läuft ( und davon soll es eine ganze Menge geben , sowohl Adrenalin als auch Leute :lol: ) ....

... war bei mir früher ( inzwischen schon recht lange " früher " :mrgreen: ) auch soooo . Heute vermisse ich das sogar ein bisschen :?

Wie Anne-Mette schon meinte - auf Dauer wird es wohl sehr schwer werden , Alles zu verheimlichen . Dem Gespür einer Ehefrau kannst Du getrost trauen :)p früher , oder später führt sie ihr besonderer Instinkt , 7. Sinn oder wie das heißt , was die Forscher nicht beweisen können , eh darauf - dazu muß sie nicht mal Eifersuchts-Grund haben (smili)

Also was bleibt : es ganz zu lassen ???? - sag Bescheid , wenn es Dir gelingen sollte - Du wärst damit unter den " seltenden Arten " :lol:

... wenn nicht - dann steh dazu - die Zeiten ändern sich und schon so manche Frau hat sich DAMIT arrangiert .

Nur was aus der Hose fallen , DAS sollte weder Frau noch Mann passieren und war der schönste Schmunzler für mich seit langem ... ja ja , Geschichten , die das Leben schreibt (gitli)

LG von frecher Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw

Lina
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina » So 6. Okt 2013, 12:16

Ich verstehe das ehrlich gesagt gar nicht. Du machst dich nervös mit Heimlichtuerei. Und was sollte überhaupt passieren, wenn jemand davon erfahren würde?

Klingt für mich wie: "Ich will mir unbedingt das Leben unnötig kompliziert machen."

Kerstin
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 7 im Thema

Beitrag von Kerstin » So 6. Okt 2013, 14:11

Tina_G hat geschrieben:Hallo Anne-Mette,

Outing ist nicht drin, daher bereitet mir deine Antwort noch mehr Sorgen. Mit ungesund hast du auf jeden Fall recht.

Tina
Ich befürchte allerdings das Anne-Mette rechtbehält und Murphy unbamherzig zuschlägt.


LG Kerstin

Anne-Mette
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 6. Okt 2013, 15:13

Moin,
unbamherzig
Ja, dann könnte sein, dass etwas, was ganz normal ist, zu einem "schmutzigen Geheimnis wird", das man selbst als "nicht normal" beurteilt - sonst hätte man wohl offen etwas gesagt.
ABER
Jeder muss und wird selbst wissen, was ihm gut tut und ob ein Outing möglich/nötig ist oder nicht. Das können andere Menschen in ganz anderen Situationen sicherlich nicht beurteilen.
Ich denke nur, dass man immer und überall entdeckt werden kann. So habe ich schon an den ungewöhnlichsten Orten Freunde, Verwandte und Bekannte getroffen (smili)

Gruß
Anne-Mette

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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 9 im Thema

Beitrag von Vincent » So 6. Okt 2013, 16:27

Anne-Mette hat geschrieben: was ganz normal ist, zu einem "schmutzigen Geheimnis wird", das man selbst als "nicht normal" beurteilt - sonst hätte man wohl offen etwas gesagt.
Klar, outing ist so eine Sache, je nach dem wo und um was es geht, aber damit hast Du absolut Recht Anne-Mette.

Ich schmunzle oft über die vielen "Probleme" die das Verstecken Tragen und Rechtfertigen von Feinstrumpfhosen so mit sich bringt, wenn man das Internet durchsurft -
Ich verstecke sie nicht, verheimliche sie nicht und beachte sie eigentlich selbst auch kaum mehr und - alle finden es auch mehr oder weniger normal.
LG

Vincent

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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 10 im Thema

Beitrag von marabella68 » So 6. Okt 2013, 17:25

Hallo Tina,

also zunächst muss ich sagen ähneln sich unsere Probleme was das Geheimhalten des Crossdressing betrifft. Ich mache es auch nur heimlich und bin stehts bemüht alles so Geheim wie möglich zu halten. Allerdings beim genauen Lesen Deines Textes sind mir dann doch Abweichungen aufgefallen, die bei mir so nicht zutreffen:
Tina_G hat geschrieben: Gerade noch mal Glück gehabt
1. In der Herrentoilette meiner Arbeitsstätte ist mir beim Öffnen der Hose vom Damenslip ein Faden gerissen, der ein süßes straßbesetztes Herzchen halten sollte. Das Herzchen fiel zu Boden und kullerte unter der Abtrennung in die benachbarte Toilette. Mein Puls war irgendwo im Hochfrequenzbereich...
Du trägst die Sachen also auch regelmäßig unter Deiner männlichen Kleidung. Das mache ich grundsätzlich nicht, alles immer nur im stillen Kämmerlein. So kann mir sowas, wie Du oben beschreibst erst gar nicht passieren.
Tina_G hat geschrieben: 2. Auf einem Foto, das ich in einem Automuseum machte, war in der chrom-glänzenden Stoßstange eines Oldtimers zu erkennen, dass die Kamera von einer Frau gehalten wurde. Gerade noch gesehen, bevor ich die Fotos im Familienkreis zeigte. Solche Spiegelungen und auch Fotohintergründe sind echt tückisch!
Du gehst als Frau raus, sogar in ein Automuseum. Gut die Gefahr dort enttarnt zu werden ist nicht gerade klein. Ich gehe aber mal davon aus, dass das Automuseum weit weg ist von Deinem privaten Umfeld. Ich gehe praktisch gar nicht raus. Und wenn ich es doch einmal täte, dann mindestens 100 Km weg von Zuhause.
Tina_G hat geschrieben: Dumm gelaufen
Meine Frau hat zufällig eine Tasche mit Utensilien gefunden, die ich nur kurz in einer Garagenecke abgestellt hatte, in der sie sonst niemals etwas suchen würde.
Ja, die Gefahr bei sowas enttarnt zu werden besteht bei mir allerdings auch. Allein wenn ich mal neue Sachen zugesandt bekomme und diese dann an der Packstation abhole. Dann ist es immer ein Spiel, die Sachen unerkannt ins Haus zu bekommen.
Tina_G hat geschrieben: 3. Vergessen einen Ring wieder abzunehmen
Bei meiner "Rückverwandlung" achte ich peinlich genau darauf, dass nichts mehr was mich enttarnen könnte an mir dran bleibt.
Tina_G hat geschrieben: Weitere Risiken
1.Mein Auto wird von jemandem erkannt und Tina sitzt drin.
2.Ich werde durch Äusserungen in diesem Forum anhand der Inhalte oder Ausdrucksweise erkannt.
3.Jede x-beliebige Aktion, Situation, Versprecher, ...
Ich fahre nicht als Frau mit "meinem" Auto durch die Gegend.
Ich vermeide jede Äusserung, die Rückschlüsse auf mein "anderes, männliches ich" zulässt.
So würde ich zum Beispiel niemals Bilder von mir als Mann in diesem Forum oder anderswo im Internet einstellen, wo ein Bezug zu den Bildern von mir als Frau hergestellt werden könnte, die ich bislang ins Internet eingestellt habe. Ich sehe als Mann völlig anders aus als z.B. auf den Bildern, die ich hier im Forum eingestellt habe.

Ausserdem hält sich bei mir die Häufigkeit des Crossdressing sehr in Grenzen. Ich ziehe vielleicht 2-3 x im Monat meine Kleider an und 1-2 x im Jahr mache ich es dann auch perfekt mit Schminke, Perücke und allem drum und dran. Den Rest der Zeit schlummern die Klamotten gut versteckt in einer abschließbaren Kiste an einem Ort für den sich der Rest meiner Familie nicht interessiert.

Ich weiß nicht, ob Dir das weiterhilft, da Du Dein Crossdressing doch etwas anders auslebst, wie ich.

LG
Marabella
Frau sein nur zum Spaß. Outing kommt gar nicht in Frage.

Inga
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 11 im Thema

Beitrag von Inga » So 6. Okt 2013, 17:44

Hallo, Tina,

ich habe ja gut reden, so allein wie ich wohne. Da kann ich Damenklamotten an- und unterziehen und keiner kommentiert es. Trotzdem versuche ich dann den Nachbarn aus dem Weg zu gehen. Wer weiß, wie lange noch.

Wenn ich deinen Beitrag lese, so wird Murphy früher oder später dich "enttarnen". Du kannst dich auf die Dauer nicht 100%-ig verstecken. Und du kannst deine Leidenschaft nur halbwegs unter Kontrolle haben, wenn du sie scharf abgrenzt und nur selten lebst. aber was ist das für eien Alternative?

Verleg doch lieber mehr Grips darauf, wie du im Familienkreis ein möglichst samftes behutsames Outing einleiten kannst, deine geheime Leidenschaft so langsam bekannt geben kannst. Vielleicht ist da das foto vom Auto-Museum nicht schlecht. Lass se doch raten, ob sie die gespiegele Frau schon mal gesehen haben .... Oder du bringst etwas Liebes für sie mit und nimmst di ein paar minuten Zeit ihr etwas von deinem Geheimnis zu erzählen.

Sicher der Weg, der Schritt ist schwer und mit Spannungen behaftet. Aber vielleicht machst due es auch für deine Frau leichter, weil sie dann nicht mehr rätseln muss, warum manche Details so merkwürdig sind.

Ich drücke dir die Daumen. Besser: Ich drücke euch die Daumen.

Liebe Grüße
Inga

Tina_G
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 12 im Thema

Beitrag von Tina_G » So 6. Okt 2013, 19:57

Aaalso,

erst mal vielen, vielen Dank für eure Rückmeldungen und wenn Anni schmunzeln konnte freut es mich, denn im Nachhinein finde ich es ja auch lustig.

Die meisten von euch - mit Ausnahme von Marabella - leben ja nicht so verborgen und können deshalb meine Geheimniskrämerei nicht recht nachempfinden.

Vielleicht muss ich aber auch noch etwas weiter ausholen, damit meine Situation klarer wird.

Ich verkleide mich erst seit etwa einem Jahr und seit einem halben Jahr betreibe ich es intensiver. Davor konnte ich gut ohne das CD leben, da ich den Drang in mir nicht so sehr spürte. Auf manche Aktionen, wie das Tragen von Damenwäsche in der Arbeit, könnte ich zur Not auch verzichten.

Ich nutze die seltenen Gelegenheiten, wenn ich für einige Stunden allein zu Hause bin. Andererseits empfinde ich auch einen großen Reiz darin, mich als Frau in der Öffentlichkeit zu zeigen. Im Schnitt gehe ich etwa alle drei Wochen auf Tour. Die Verwandlung ist vermutlich ausreichend, um bei einem flüchtigen Blick von Bekannten nicht erkannt zu werden. Meine Ausflüge mache ich weitab der Heimat und zu Orten, die mir notfalls einen schnellen Abgang erlauben. Die Leute sind oft so abgelenkt, dass ich meistens als Frau wahrgenommen werde. Wenn jemand merkt, dass ich ein Mann bin, habe ich damit kein Problem, nur meine Identität muss unerkannt bleiben.

Meiner Frau ist seit dem Fund der Kleidungsstücke und einem anschließenden kurzen Gespräch klar, was ich so treibe und dass ich im gleichen Maße und anonym weitermachen möchte. Seitdem sprechen wir nicht mehr darüber (ausser einmal als ich mich ihr überraschend in voller Montur zeigte und ihr respektvoller Kommentar war: "Schaut ziemlich echt aus"). Meinen jugendlichen Kindern könnte ich es wahrscheinlich auch beibringen, ohne dass sie aus allen Wolken fallen.
Lina hat geschrieben:Ich verstehe das ehrlich gesagt gar nicht. Du machst dich nervös mit Heimlichtuerei. Und was sollte überhaupt passieren, wenn jemand davon erfahren würde?

Klingt für mich wie: "Ich will mir unbedingt das Leben unnötig kompliziert machen."
Eine ganze Menge könnte passieren:
Die Kinder könnten gemobbt werden, so dass ein normales Weiterleben in Schule, Verein, Ort, sehr unangenehm werden könnte und darauf hat man praktisch keinen Einfluß. Dieses Risiko möchte ich keinesfalls eingehen. Das Wohl meiner Kinder hat für mich die höhere Priorität.
Das Arbeitsumfeld könnte sich so verschlechtern, dass es unerträglich werden könnte. Wahrscheinlich bin ich zu sensibel, um langfristig damit zurecht zu kommen. In meinem Alter mal eben eine andere halbwegs geeignete Stelle zu finden ist schwierig und das Problem wäre nur verlagert.

Ihr seid auch der Meinung, dass Murphy zuschlagen wird und habt mir damit die Augen noch weiter geöffnet. Die Frage ist wann, und wenn ich dann Rentner bin und meine Kinder selbständig, ist mir das relativ wurscht.
Fazit: ich werde versuchen das Risiko zu minimieren und das CD einzuschränken, auch wenn es sehr schwer fällt. Aber früher ging´s ja auch mal ohne.

Liebe Grüße
Tina

biene38
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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 13 im Thema

Beitrag von biene38 » So 6. Okt 2013, 20:21

Tina_G hat geschrieben: Eine ganze Menge könnte passieren:
Die Kinder könnten gemobbt werden, so dass ein normales Weiterleben in Schule, Verein, Ort, sehr unangenehm werden könnte und darauf hat man praktisch keinen Einfluß. Dieses Risiko möchte ich keinesfalls eingehen. Das Wohl meiner Kinder hat für mich die höhere Priorität.
es ist allerdings zu bedenken, ob es wirklich förderlich ist, wenn man versucht seine Kinder zu sehr in Watte zu packen. Denn beschützen kannst du sie auf Dauer nicht vor der Bösartigkeit der Welt.
Du machst jedenfalls nichts Verbotenes.
Aber zu verachten ist es, wenn jemand Mobbing betreibt.
Ich würde eher versuchen, meine Kinder stark zu machen und dahingehend zu erziehen, dass sie gut gerüstet sind für das spätere Leben, das nicht nur aus Friede und Freude besteht. Böse Menschen gibt es überall.
Von Vermeidungstaktik halte ich persönlich gar nichts.
viele Grüße von der Biene (na)

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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 14 im Thema

Beitrag von Kerstin » So 6. Okt 2013, 20:39

biene38 hat geschrieben: es ist allerdings zu bedenken, ob es wirklich förderlich ist, wenn man versucht seine Kinder zu sehr in Watte zu packen. Denn beschützen kannst du sie auf Dauer nicht vor der Bösartigkeit der Welt.
....
Das ist zwar richtig, trotzdem würde ich mir im konkretem Fall einmal die Schule bzw das soziale Umfeld einmal genauer ansehen.
Manchmal ist es taktisch klüger sich bedeckt zu halten.


LG Kerstin

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Re: Murphy und die Kunst nicht erwischt zu werden

Post 15 im Thema

Beitrag von conny » So 6. Okt 2013, 20:41

hallo tina,

wenn deine frau bescheid weiss und deine kinder nach einem geständnis nicht aus allen wolken fallen würden, ist das wichtigste doch schon erledigt.
mehr personen sind auch von meinen cd nicht eingeweiht und dafür sehe ich auch keine notwendigkeit.
klar kann es sein, dass draußen manchmal leute erkennen, dass mit conny vielleicht etwas nicht stimmt. ich gehe aber nicht davon aus, dass bekannte dabei auf meine person schließen würden (ich muß aus einem anderen grund draußen an meinem wohnort sehr aufpassen, aber das ist ein anderes thema).
das foto, ok ein dummer zufall, das herz, letzlich kein beweis und, wer sollte deine kinder mobben? da müsste schon einiges zusammen kommen.

lg
conny

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