Was trans-irgendwas Menschen verbindet
Was trans-irgendwas Menschen verbindet - # 2

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eilinfox
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 16 im Thema

Beitrag von eilinfox » Di 29. Sep 2015, 17:21

Hallo Vivian,
dass ich so lebe wie ich es tue ist einfach der Entwicklung geschuldet und weniger dass es mein Plan war.
Wenn es dich interessiert, kann ich es dir ja einmal per pn erzählen.
Glückwunsch zum neuen Arbeitsvertrag.

Amanda72
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 17 im Thema

Beitrag von Amanda72 » Di 29. Sep 2015, 18:10

Hallo
Anne-Mette hat geschrieben: - Ein Vorschlag wäre ein Namens- und Personenstandsrecht, der allen die Möglichkeit bietet, ihren Vornamen und ihren Geschlechtseintrag ohne größeren Aufwand zu ändern. Mit "ohne größeren Aufwand" meine ich bspw. per einfachem Antrag beim Standesamt.
Warum ist das Namens- und Personenstandsrecht denn so wie es heute ist? Und aus welchen Gründen braucht man Gutachten?

Grüsschen
Amanda

Anne-Mette
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 18 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 29. Sep 2015, 18:13

Guten Abend,

was sollen uns diese Fragen sagen?

Gruß
Anne-Mette

Anke
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 19 im Thema

Beitrag von Anke » Di 29. Sep 2015, 18:34

Hallo,

@Eilin: ich sehe das wie Vivian, es gibt nichts zu entschuldigen. Da ist alles im ordentlich Rahmen. Aber vielleicht hast Du ja auch die eine oder andere Idee, die wir hier verwerten könnten. Ideen kann es nach meiner Erfahrung gar nicht genug haben.
gabi37 hat geschrieben:
Anke hat geschrieben:Ein Vorschlag wäre ein Namens- und Personenstandsrecht, der allen die Möglichkeit bietet, ihren Vornamen und ihren Geschlechtseintrag ohne größeren Aufwand zu ändern. Mit "ohne größeren Aufwand" meine ich bspw. per einfachem Antrag beim Standesamt.
Finde ich gut,
aber meine Sorge gilt dem Problem: "was Passiert mit längerfristigen Verpflichtungen (Kredite/Kaufverträge und dgl. mehr) bei Namensänderung"
Welchem Missbrauch wird hier das Tor geöffnet bzw wie kann man das vehindern, da ja nicht alle "Vertragspartner" automatisch vom "...-Amt" informiert werden können.
Das ist gar kein neues Problem. Bei einer Heirat tritt das in vielen Fällen auch auf. Und da kann das Standesamt ja auch nicht alle Vertragspartner informieren. Da ich meine Namensänderung gerade durch habe, bin ich damit auch ziemlich beschäftigt. Das Thema Missbrauch macht mich da auch nicht nervös. Wer genug kriminelle Energie hat, solch eine Regelung zu missbrauchen, der findet auch andere Wege. Außerdem lässt sich beim Standesamt und auch bei den Meldeämtern bei polizeilichen Ermittlungen sämtliche Änderungen von Namen oder Personenstand nachvollziehen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 20 im Thema

Beitrag von Anke » Di 29. Sep 2015, 18:37

Amanda72 hat geschrieben:Hallo
Anne-Mette hat geschrieben: - Ein Vorschlag wäre ein Namens- und Personenstandsrecht, der allen die Möglichkeit bietet, ihren Vornamen und ihren Geschlechtseintrag ohne größeren Aufwand zu ändern. Mit "ohne größeren Aufwand" meine ich bspw. per einfachem Antrag beim Standesamt.
Warum ist das Namens- und Personenstandsrecht denn so wie es heute ist? Und aus welchen Gründen braucht man Gutachten?

Grüsschen
Amanda

Hallo Amanda,

warum ist das Namens- und Personenstandsrecht so wie es ist? Oh je, die Ausführungen dazu würden diesen Thread ganz sicher sprengen. Am besten mal ein wenig im Internet recherchieren, das Thema ist wirklich riesig.

Warum Gutachten benötigt werden? Rechtlich gesehen, weil es so im Transsexuellengesetz (TSG) drinsteht. In der Sache selbst gibt es keine guten Gründe.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 21 im Thema

Beitrag von JuliaS » Di 29. Sep 2015, 19:56

Was alle unter dem Trans-irgendwas-Begriff vereint dürfte doch in erster Linie der Wunsch nach einem unbeschwerten Leben in der Form und Art wie es sich jeder wünscht sein. Leider ist dies in der Realität nicht (immer unbedingt) möglich. Hierbei ist natürlich das vollkommen unzeitgemäße und inhumane TSG ein nicht unerhebliches Hindernis. Um nicht von Amanda wieder zerrissen zu werden, mal etwas konkretes. Wenn es gelingen würde eine Richtlinie wie die der SAP http://www.charta-der-vielfalt.de/uploa ... ichung.pdf für den Umgang mit unsereins ab Going-Public (habe den Begriff gewählt da ich Coming-Out nicht mag) verbindlich für alle Arbeitgeber zu machen, wäre schon viel gewonnen. Bei meinem Arbeitgeber bin ich gerade dabei diese zu propagieren. Auf jeden Fall habe ich am Anfang des Jahres dafür gesorgt das fast 500 Personen mit unserem Probelm konfrontiert wurden und ich habe bis heute nur positive Rückmeldungen nebst einigen netten Gesprächen gehabt.

Gruß

Julia
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"

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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 22 im Thema

Beitrag von Franka » Di 29. Sep 2015, 20:48

Danke für den Link Julia,

da in unserer Firma noch keine klaren Verhältnisse bestehen, sondern ich mehr oder weniger "geduldet" werde. werde ich das mal mit unserem obersten Chef besprechen und dann das ganze Thema mal in einem der nächsten Newsletter Firmenintern präsentieren. Immerhin arbeiten über 2000 Leute in unserem Verbund und die wenigsten kenne ich persönlich. Ist vielleicht ja für den einen oder anderen Interessant.
So wie es aussieht ist es gar nicht so schwer sich für unsere Sache einzusetzen, man braucht nur manchmal einen kleinen Schubser.

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

Anke
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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 23 im Thema

Beitrag von Anke » Di 29. Sep 2015, 20:50

dahlia hat geschrieben: So wie es aussieht ist es gar nicht so schwer sich für unsere Sache einzusetzen, man braucht nur manchmal einen kleinen Schubser.
Hallo Dahlia,

so sehe ich das auch. Und wenn immer mehr nur ein kleines bisschen tun, dann wird daraus richtig viel.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 24 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Mi 30. Sep 2015, 08:39

Vielen Dank für den Glückwunsch, Anne-Mette! Ja, es war mein eigener Arbeitsvertrag. Erst mal für vier Monate, aber immerhin.

Nach 67 Bewerbungen in diesem Jahr wurde ich eingeladen, und die wollten mich sogar. Trotz meines Alters. Und Trans war kein Thema, bis ich es im Gespräch selbst darauf brachte. Inwieweit das in den 66 Bewerbungen davor den Ausschlag brachte, mich nicht einzuladen, kann ich nicht beurteilen. Personalabteilungen kennen das AGG mittlerweile sehr genau. Aber in einigen Absagen gab es Lob, dass ich es so offen ansprach - was ja nur wegen des Vornamens nötig war.

Demnächst erwerbe ich ja das Recht, nur Zeugnisse ausstellen zu lassen, sofern es die Institutionen und Firmen noch gibt. Aber wozu? Da sind wir wieder bei der Offenheit mit der eigenen Vergangenheit. Aber das führt jetzt zu weit von der Fragestellung weg.

Vivian

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Re: Was trans-irgendwas Menschen verbindet

Post 25 im Thema

Beitrag von Amanda72 » Mi 30. Sep 2015, 18:08

Hallo

Aufgrund der vielen Informationen und meiner eher geringen Freizeit antworte ich erst jetzt.
JuliaS hat geschrieben:Wenn es gelingen würde eine Richtlinie wie die der SAP ... verbindlich für alle Arbeitgeber zu machen, wäre schon viel gewonnen
In der Tat wäre das auch meiner Meinung nach ein Fortschritt. Allerdings würde das „verbindlich machen“ wohl einige Gesetzesänderungen bedürfen, weil man die Arbeitgeber ja verpflichten müsste. Aber auch der Arbeitnehmer wäre dann verpflichtet über eher private Dinge zu informieren. Ich weiss nicht ob sich das mit der Gesetzeslage vereinbaren lässt. Wenn ich heute krank bin, dann fehle ich und es geht die Firma nichts an, dass meine Erkältung daraus resultiert, dass ich in kühler Septembernacht als sommerlich gekleidete Frau in der Stadt unterwegs war. SAP erwartet im Gegenzug für die Unterstützung ja auch viele Informationen vom Mitarbeiter, der eine GAOP anstrebt. Verletzt das nicht das Persönlichkeitsrecht? Wäre die SAP Lösung denn gesetzlich unter diesen Voraussetzungen rechtens?

Mit den ganzen Treffen, Besprechungen und Meetings wird ja auch einiges an Arbeitszeit verbraucht, mal abgesehen von der Etablierung und Schaffung der Voraussetzungen dieser Lösung. Deshalb wirde die Lösung von SAP heute wohl nur auf freiwilliger Basis bei anderen Grossfirmen mehr oder weniger zum Einsatz oder in Frage kommen. Wenn man alle Arbeitgeber dazu verpflichten möchte, dann muss man auch Kleinbetriebe berücksichtigen, für die das sehr kostspielig werden kann. Man bräuchte dazu eine Institution, die diesbezügliche Ausfälle erstattet, vielleicht eine ähnliche wie die, die Dozenten verpflichtet und bezahlt.

Versteht mich richtig, die Idee ist grundsätzlich gut, jedoch sehe ich dabei auch mögliche Probleme, die man im Vorfeld lösen müsste, damit das alle Arbeitgeber auch realisieren könnten.

Liebe Grüsse
Amanda

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