Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
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geraldine
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Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo!
Wir sind (die meißten hier) doch von Geburt an männlichen Geschlechts. So bleit es ja nicht aus, das der Staat "seine Söhne" zur Armee holt.
Wie habt Ihr diese Zeit erlebt ? Was war Euer Gefühl, wenn Euch "sinnlose " Befehle erteilt wurden? Wir mußten z.B. Rasen mit unseren
Scheren schneiden, weil S.Jähn (der erste deutsche im All ) sonntags unsere Koordinaten kreutze.
Also Objekt( Kaserne) muß von oben
Top aussehen!!! Befehl ausführen !!!
Es gab ja auch kein Platz für etwas intimes, alles nur in der Masse!
Ich fand das alles so schrecklich !
Mein Sohn war gerade ein Jahr alt, als die NVA mich holte, und mit 26 Jahren ab in die Pampa . Einfach Toll !!!
Das war sehr bitter!!!
Ich wieß, das ist ein Thema, da kommen schon die Tränen hoch.
Wie ging es Euch als Herr,Genosse, Soldat ?
L G Geraldine
Wir sind (die meißten hier) doch von Geburt an männlichen Geschlechts. So bleit es ja nicht aus, das der Staat "seine Söhne" zur Armee holt.
Wie habt Ihr diese Zeit erlebt ? Was war Euer Gefühl, wenn Euch "sinnlose " Befehle erteilt wurden? Wir mußten z.B. Rasen mit unseren
Scheren schneiden, weil S.Jähn (der erste deutsche im All ) sonntags unsere Koordinaten kreutze.
Also Objekt( Kaserne) muß von oben
Top aussehen!!! Befehl ausführen !!!
Es gab ja auch kein Platz für etwas intimes, alles nur in der Masse!
Ich fand das alles so schrecklich !
Mein Sohn war gerade ein Jahr alt, als die NVA mich holte, und mit 26 Jahren ab in die Pampa . Einfach Toll !!!
Das war sehr bitter!!!
Ich wieß, das ist ein Thema, da kommen schon die Tränen hoch.
Wie ging es Euch als Herr,Genosse, Soldat ?
L G Geraldine
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Exuser-2014-02-18
Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo,
ich musste mit 32 Jahren zur Armee ( NVA ) , glücklicherweise aber nur für ein viertel Jahr.
Als sog. Reservist. Daß ich dort sinnlose Befehle ausführen sollte, war mir vorher klar.
Auch daß wir keinen wirklichen Krieg führen würden, was ja auch gut so war.
Es war insgesamt eine vergeudete Zeit.
Was ich allerdings als sehr demütigend empfand, das ich mich als inzwischen Familienvater und 10 Jahre in der Industrie, teilweise an verantwortlicher Position arbeitender, von 18-jährigen Bubis kommandieren lassen musste, zum Beispiel alle niederen Dienste, wie Saubermachen, Essen holen usw. usf. durchzuführen, für die sich die älteren Jahrgänge natürlich zu fein waren.
Stichwort EK-Bewegung,...... eigentlich widersinnig, weil gerade die sich nicht bewegt haben.
Eine Rangordnung....gegen die man nicht ankam, ansonsten Mobbing.
elgetina
ich musste mit 32 Jahren zur Armee ( NVA ) , glücklicherweise aber nur für ein viertel Jahr.
Als sog. Reservist. Daß ich dort sinnlose Befehle ausführen sollte, war mir vorher klar.
Auch daß wir keinen wirklichen Krieg führen würden, was ja auch gut so war.
Es war insgesamt eine vergeudete Zeit.
Was ich allerdings als sehr demütigend empfand, das ich mich als inzwischen Familienvater und 10 Jahre in der Industrie, teilweise an verantwortlicher Position arbeitender, von 18-jährigen Bubis kommandieren lassen musste, zum Beispiel alle niederen Dienste, wie Saubermachen, Essen holen usw. usf. durchzuführen, für die sich die älteren Jahrgänge natürlich zu fein waren.
Stichwort EK-Bewegung,...... eigentlich widersinnig, weil gerade die sich nicht bewegt haben.
Eine Rangordnung....gegen die man nicht ankam, ansonsten Mobbing.
elgetina
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Bianca D.
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Moin,
spannende Frage!ist vor allem interessant mal zu erfahren,was bei "denen Im Osten",so redeten wir oft,so abging.So geschilderte Fälle wie als Familienvater mit 30 noch zum Grundwehrdienst,daß gab es bei uns nicht.Ebenso solche unsinnigen Befehle.Kam sowas raus,gab es richtig Ärger für den Vorgesetzten.Hier zeigen sich wohl auch die völlig unterschiedlichen Befehlsstrukturen,die sich durch die Unterschiede in der Staatsform ergeben haben.
Ich war vier Jahre bei der Truppe,war nicht immer schön,viele Routinedienste,aber während der meist zweiwöchigen Übungsaufenthalte hat es richtig Spaß gemacht.In den vier Jahren habe ich bei den Panzergrenadieren im Instandsetzungszug als Uffz. Dienst getan.Alle Fahrzeuge,vom Jeep bis zum SPZ Marder mußte ich reparieren und hatte noch die Verantwortung für drei Bergepanzer Leopard.Als Bergetruppführer hatte ich eine etwas herausgehobene Stellung im Bataillon,weil alle wollten ja was von mir bzw. meinen Soldaten."Zieh mal hier einen Panzer aus dem Graben,kannst mich mal abschleppen?",das war mein täglich Brot während der Manöver.Der Höhepunkt meiner Dienstzeit wäre sicher der 4-wöchige Aufenthalt in Kanada geworden,leider hat mir ein Loch im Zahn zwei Tage vor dem Abflug einen Strich durch die Rechnung gemacht.So mußte ich fluguntauglich zu Hause bleiben
. Mitnehmen konnte ich aus der Zeit und auch den folgenden Reservistenübungen meine ganzen Führerscheine,LKW,Bus,Bootsschein.
Warum ich damals vier Jahre bei der Army war?Aus heutiger Sicht ist es wohl als der kläglich gescheiterte Versuch,als Mann meinen festen Platz im Leben zu finden,zu sehen.
Gruß Bianca
spannende Frage!ist vor allem interessant mal zu erfahren,was bei "denen Im Osten",so redeten wir oft,so abging.So geschilderte Fälle wie als Familienvater mit 30 noch zum Grundwehrdienst,daß gab es bei uns nicht.Ebenso solche unsinnigen Befehle.Kam sowas raus,gab es richtig Ärger für den Vorgesetzten.Hier zeigen sich wohl auch die völlig unterschiedlichen Befehlsstrukturen,die sich durch die Unterschiede in der Staatsform ergeben haben.
Ich war vier Jahre bei der Truppe,war nicht immer schön,viele Routinedienste,aber während der meist zweiwöchigen Übungsaufenthalte hat es richtig Spaß gemacht.In den vier Jahren habe ich bei den Panzergrenadieren im Instandsetzungszug als Uffz. Dienst getan.Alle Fahrzeuge,vom Jeep bis zum SPZ Marder mußte ich reparieren und hatte noch die Verantwortung für drei Bergepanzer Leopard.Als Bergetruppführer hatte ich eine etwas herausgehobene Stellung im Bataillon,weil alle wollten ja was von mir bzw. meinen Soldaten."Zieh mal hier einen Panzer aus dem Graben,kannst mich mal abschleppen?",das war mein täglich Brot während der Manöver.Der Höhepunkt meiner Dienstzeit wäre sicher der 4-wöchige Aufenthalt in Kanada geworden,leider hat mir ein Loch im Zahn zwei Tage vor dem Abflug einen Strich durch die Rechnung gemacht.So mußte ich fluguntauglich zu Hause bleiben
Warum ich damals vier Jahre bei der Army war?Aus heutiger Sicht ist es wohl als der kläglich gescheiterte Versuch,als Mann meinen festen Platz im Leben zu finden,zu sehen.
Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Lina
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Ein echtes Mädchentema, genau mein Geschmack. Ohne in Details zu gehen. Ich habe in der Branche ca. 7 Jahre mitgemischt und bin praktisch auf allen Handfeuerwaffen ausgebildet, die damals gängig waren - von SIG-Neuhausen bis Makarov, G3 bis AK 47, von LAW-Rocket und Carl Gustav bis RPG 7 etc. Patrouille, Landnavigation, Überlebenstraining - keine schwere Waffen, keine Fahrzeuge. Keine realen OPs. Da habe ich auch meine ersten Anfänge in waffenlosen Kampfmethoden gemacht ...
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Joselle
Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo,
Bundeswehr, hmm über 20 Jahre bereits her.
Grundausbildung in Hessen (Stadtallendorf). Dort trafen sich alle Dienstgrade, die woanders bereits den ein oder anderen...
Ich sagte mir, dass die drei Monate schnell vorbei gehen, und so war es auch. Danach in der schönen Eifel am Laacher See.
Der 5. Panzerdivision unterstellt, und hatten eigene fliegende Klettergerüste (Alouette). Dort aber den ganzen Tag im Büro verbracht, so dass man schon schief
angeschaut wurde, wenn man mal mit zum Schießen auf den Platz wollte oder sich sportlich betätigen wollte.
Dort habe ich dann es erste Mal erlebt wie man innerhalb von 9 Monaten von 72 Kilo auf 82 Kilo steigern konnte
Einen Monat Wehrübung zur Überbrückung bis zum Ausbildungsbeginn und von dortan nur einmal auf einem Treffen gewesen. Seit dem ist Bundeswehr kein
Thema für mich.
Gruß
Joselle
Bundeswehr, hmm über 20 Jahre bereits her.
Grundausbildung in Hessen (Stadtallendorf). Dort trafen sich alle Dienstgrade, die woanders bereits den ein oder anderen...
Ich sagte mir, dass die drei Monate schnell vorbei gehen, und so war es auch. Danach in der schönen Eifel am Laacher See.
Der 5. Panzerdivision unterstellt, und hatten eigene fliegende Klettergerüste (Alouette). Dort aber den ganzen Tag im Büro verbracht, so dass man schon schief
angeschaut wurde, wenn man mal mit zum Schießen auf den Platz wollte oder sich sportlich betätigen wollte.
Dort habe ich dann es erste Mal erlebt wie man innerhalb von 9 Monaten von 72 Kilo auf 82 Kilo steigern konnte
Einen Monat Wehrübung zur Überbrückung bis zum Ausbildungsbeginn und von dortan nur einmal auf einem Treffen gewesen. Seit dem ist Bundeswehr kein
Thema für mich.
Gruß
Joselle
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Sarah Bishop
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Sabrina Verena
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo Allerseits!
Ich hatte den Kriegsdienst an der Waffe verweigert und wurde als Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Meinen Wehrersatzdienst (Zivildienst) hatte ich in einer Therapeutischen Wohngruppe für Autistisch Behinderte geleistet, Dort wurde ich bis zur Technikerfachschule nach dem Zividienst als Erziehungshelfer weiter beschäftigt.
Etwa zu dieser Zeit entdeckte ich meine weibliche Hälfte.
Liebe Grüße
Verena
Ich hatte den Kriegsdienst an der Waffe verweigert und wurde als Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Meinen Wehrersatzdienst (Zivildienst) hatte ich in einer Therapeutischen Wohngruppe für Autistisch Behinderte geleistet, Dort wurde ich bis zur Technikerfachschule nach dem Zividienst als Erziehungshelfer weiter beschäftigt.
Etwa zu dieser Zeit entdeckte ich meine weibliche Hälfte.
Liebe Grüße
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
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Anne-Mette
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Moin,
Gegen die Entscheidung habe ich Widerspruch eingelegt - und das Verfahren zog sich und zog sich und zog sich - ohne dass ich einen neuen Verhandlungstermin bekam. Da ich endlich mit einer Berufsausbildung anfangen wollte, bin ich nach Berlin gezogen.
Der Bundeswehr habe ich mitgeteilt, dass ich meinen Aufenthaltsort nun dort hatte. Auf dem Land war es mit der Postzustellung so eine besondere Sache. Da hat der Postbote schonmal Bescheide "zugestellt", indem er die einfach bei den Verwandten gelassen hat. "Zugestellt ist zugestellt", dachte ich mir und "Einberufung ist Einberufung". Ich wollte vermeiden, so ganz nebenbei zu einer Einberufung zu kommen.
Eines schönen Tages bekam ich einen mit der Hand adressierten Brief aus Kiel. Sah privat aus - fast sympatisch.
Vielleicht eine (unbekannte) Freundin aus norddeutschen Tagen?
NEIN! Der Brief war von der Prüfungskammer. Und da diese Bundesbehörden wohl nicht nach Berlin agieren durften (?) kam der Brief von einer Privatanschrift.
Das Schreiben war jedenfalls amtlich und sie teilten mir mit, der Verweigerungsverfahren würde erst wieder einsetzen, wenn ich meinen Aufenthaltsort wieder im Geltungsbereich des Wehrpflichtgesetzes hätte...
... anbei ein Teil aus meinem Raritätenkabinett.
Ich habe sogar noch einige Verhandlungsunterlagen und sogar "Zeugenaussagen" von zwei Freunden, die die Ernsthaftigkeit meiner Kriegsdienst-Verweigerung belegen sollten
Gruß
CPG
Das habe ich auch. Leider bin ich bei der 1. Gewissensprüfung nicht anerkannt worden. Früher war das ähnlich schwierig wie heute eine MPU (habe gerade einen Bericht über MPUs gesehen).hab verweigert
Gegen die Entscheidung habe ich Widerspruch eingelegt - und das Verfahren zog sich und zog sich und zog sich - ohne dass ich einen neuen Verhandlungstermin bekam. Da ich endlich mit einer Berufsausbildung anfangen wollte, bin ich nach Berlin gezogen.
Der Bundeswehr habe ich mitgeteilt, dass ich meinen Aufenthaltsort nun dort hatte. Auf dem Land war es mit der Postzustellung so eine besondere Sache. Da hat der Postbote schonmal Bescheide "zugestellt", indem er die einfach bei den Verwandten gelassen hat. "Zugestellt ist zugestellt", dachte ich mir und "Einberufung ist Einberufung". Ich wollte vermeiden, so ganz nebenbei zu einer Einberufung zu kommen.
Eines schönen Tages bekam ich einen mit der Hand adressierten Brief aus Kiel. Sah privat aus - fast sympatisch.
Vielleicht eine (unbekannte) Freundin aus norddeutschen Tagen?
NEIN! Der Brief war von der Prüfungskammer. Und da diese Bundesbehörden wohl nicht nach Berlin agieren durften (?) kam der Brief von einer Privatanschrift.
Das Schreiben war jedenfalls amtlich und sie teilten mir mit, der Verweigerungsverfahren würde erst wieder einsetzen, wenn ich meinen Aufenthaltsort wieder im Geltungsbereich des Wehrpflichtgesetzes hätte...
... anbei ein Teil aus meinem Raritätenkabinett.
Ich habe sogar noch einige Verhandlungsunterlagen und sogar "Zeugenaussagen" von zwei Freunden, die die Ernsthaftigkeit meiner Kriegsdienst-Verweigerung belegen sollten
Gruß
CPG
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Joana_Lei
Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo zusammen,
sehr zur Freude meiner Großväter habe ich damals direkt verweigert. Beide wurden im Alter von 16 Jahren als letztes Bollwerk gegen den nahenden Untergang eingesetzt und zum Glück gerieten sie schnell in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Ende der 90er Jahre war die Verweigerung auch bürokratisch kein Problem mehr und ich habe als Zivi in einer Schule für geistig behinderte Kinder gearbeitet und rückblickend war es eine Erfahrung, die mich bis heute prägt und ich bin froh damals diese Entscheidung getroffen zu haben. Das Wort Lebensfreude hat seitdem eine ganz neue Bedeutung für mich.
Liebe Grüsse, Joana
sehr zur Freude meiner Großväter habe ich damals direkt verweigert. Beide wurden im Alter von 16 Jahren als letztes Bollwerk gegen den nahenden Untergang eingesetzt und zum Glück gerieten sie schnell in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Ende der 90er Jahre war die Verweigerung auch bürokratisch kein Problem mehr und ich habe als Zivi in einer Schule für geistig behinderte Kinder gearbeitet und rückblickend war es eine Erfahrung, die mich bis heute prägt und ich bin froh damals diese Entscheidung getroffen zu haben. Das Wort Lebensfreude hat seitdem eine ganz neue Bedeutung für mich.
Liebe Grüsse, Joana
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Ulrike-Marisa
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Moin zusammen,
ich durfte Anfang der 70-ziger Jahre unser Vaterland in den Bergen bei der Gebirgstruppe als W15 verteidigen. Das Marschieren in Formation kannte ich von der Feuerwehr her aber der Rest ist mir doch von Anfang an ziemlich fremd geblieben, da ich den soinn vieler Befehle nicht erkennen konnte und vielleicht auch nicht wollte. So kam ich mir irgendwie deplatziert vor bei dem Verein und habe dann auch da keinen Fuss auf den Boden bekommen, da ich Vertrauensmann war und immer bei den Beschwerdebriefen der Mannschaften geholfen habe; entsprechend war mein Ansehen beim Spiess speziell und auch sonst bei der Kompanieführung. so habe ich dann viele Monate bei der Waldarbeit und beim Gebirgswegebau zugebracht. Da waren nette Zivilarbeiter, von denen ich manches lernen konnte u.a. den Gebrauch der Motorsäge. Es gab einige nette Offiziere am Standort, die mich dann oft als Ordonnanz geordert haben und das gab dann immer einen freien Tag sehr zum Ärger meines Spiesses, der dass dann nicht verhindern konnte. Einzig und allein schiessen konnte ich recht gut; der Rest war nicht so mein Ding. So ging die Zeit auch ohne Beförderung vorbei und sie haben mich auch nie zu einer Wehrübung überreden können. Das Thema hatte sich mit dem Ausseiden aus dem Wehrdienst damals einfach für mich erledigt:Dienstpflicht abgeleistet und weg. Besonders gestört haben mich die Umgangsformen und der damals immer noch vorhandene Untertanengeist. Der Bürger in Uniform war noch sehr neu und hatte noch kaum Eingang in die Kasernen gefunden. Das Zusammenleben mit den Kameraden auf der Stube war dann eher unproblematisch bis auf wenige Ausnahmen. Fürs Leben gelernt habe ich gefühlt allerdings eher nichts. Lebenserfahrungen habe ich dann doch später im realen Leben gemacht. Das ganze war Teil meiner damaligen männlichen Sozialisation, der ich versuchte, irgendwie zu genügen und unauffällig zu sein hinsichtlich auch des damals vorhandenen Wunsches eher Mädchren sein zu wollen. Aber das gab es damals noch nicht so richtig als Gesprächsstoff. Mit wem hätte man darüber reden sollen. So blieb es ein privater Teil meiner selbst. Meine Kinder sind auf jeden Fall nicht mehr zur Bunderwehr eingezogen worden und das ist auch gut so.
LG. Ulrike-Marisa
ich durfte Anfang der 70-ziger Jahre unser Vaterland in den Bergen bei der Gebirgstruppe als W15 verteidigen. Das Marschieren in Formation kannte ich von der Feuerwehr her aber der Rest ist mir doch von Anfang an ziemlich fremd geblieben, da ich den soinn vieler Befehle nicht erkennen konnte und vielleicht auch nicht wollte. So kam ich mir irgendwie deplatziert vor bei dem Verein und habe dann auch da keinen Fuss auf den Boden bekommen, da ich Vertrauensmann war und immer bei den Beschwerdebriefen der Mannschaften geholfen habe; entsprechend war mein Ansehen beim Spiess speziell und auch sonst bei der Kompanieführung. so habe ich dann viele Monate bei der Waldarbeit und beim Gebirgswegebau zugebracht. Da waren nette Zivilarbeiter, von denen ich manches lernen konnte u.a. den Gebrauch der Motorsäge. Es gab einige nette Offiziere am Standort, die mich dann oft als Ordonnanz geordert haben und das gab dann immer einen freien Tag sehr zum Ärger meines Spiesses, der dass dann nicht verhindern konnte. Einzig und allein schiessen konnte ich recht gut; der Rest war nicht so mein Ding. So ging die Zeit auch ohne Beförderung vorbei und sie haben mich auch nie zu einer Wehrübung überreden können. Das Thema hatte sich mit dem Ausseiden aus dem Wehrdienst damals einfach für mich erledigt:Dienstpflicht abgeleistet und weg. Besonders gestört haben mich die Umgangsformen und der damals immer noch vorhandene Untertanengeist. Der Bürger in Uniform war noch sehr neu und hatte noch kaum Eingang in die Kasernen gefunden. Das Zusammenleben mit den Kameraden auf der Stube war dann eher unproblematisch bis auf wenige Ausnahmen. Fürs Leben gelernt habe ich gefühlt allerdings eher nichts. Lebenserfahrungen habe ich dann doch später im realen Leben gemacht. Das ganze war Teil meiner damaligen männlichen Sozialisation, der ich versuchte, irgendwie zu genügen und unauffällig zu sein hinsichtlich auch des damals vorhandenen Wunsches eher Mädchren sein zu wollen. Aber das gab es damals noch nicht so richtig als Gesprächsstoff. Mit wem hätte man darüber reden sollen. So blieb es ein privater Teil meiner selbst. Meine Kinder sind auf jeden Fall nicht mehr zur Bunderwehr eingezogen worden und das ist auch gut so.
LG. Ulrike-Marisa
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Marlene
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo,
mir ist dieser ganze Dreck zum Glück erspart geblieben. Ich war nie erpicht als Soldat irgend jemandem "zu dienen" und aufgrund einer Sache mit der Lunge, die sich zum Glück als harmlos erwies, wurde ich von Jahr zu Jahr zurückgestellt. Mein Körperbau gab es auch nicht her und außerdem waren Fachkräfte bei der Deutschen Reichsbahn immer knapp und man erkannte dies sogar als "Wehrersatzdienst" an! Es hieß hinter vorgehaltener Hand, die Reichsbahn sei der kleine Bruder der NVA... Klar, die Reichsbahn unter der Wehrmacht hatte diese Rolle auch schon mal hervorragend ausgeübt... So viel dazu...
Na der "Wende" war ich aus dem Alter sowieso raus und war so was von froh darüber.
L.G. Marlene
mir ist dieser ganze Dreck zum Glück erspart geblieben. Ich war nie erpicht als Soldat irgend jemandem "zu dienen" und aufgrund einer Sache mit der Lunge, die sich zum Glück als harmlos erwies, wurde ich von Jahr zu Jahr zurückgestellt. Mein Körperbau gab es auch nicht her und außerdem waren Fachkräfte bei der Deutschen Reichsbahn immer knapp und man erkannte dies sogar als "Wehrersatzdienst" an! Es hieß hinter vorgehaltener Hand, die Reichsbahn sei der kleine Bruder der NVA... Klar, die Reichsbahn unter der Wehrmacht hatte diese Rolle auch schon mal hervorragend ausgeübt... So viel dazu...
Na der "Wende" war ich aus dem Alter sowieso raus und war so was von froh darüber.
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Und einer meiner Großväter hat sich im Rußlandfeldzug nicht nur die Zehen erfroren, sondern ist gleich gar nicht wieder nach Hause gekommen... so viel dazu. Und wofür?
L.G. Marlene
L.G. Marlene
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geraldine
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo!
So unterschiedliche Sichtweisen....
Klar jeder Staat auf der Welt braucht Soldaten.
Klar müssen die funktioniere,nicht diskutieren!
Die werden auch überwacht und kontrolliert.
Hier zeichnen sich auch die unterschiedlichen Systeme klar ab.
Der eine verpackt das so ,der andere so.
Das Ziel ist auf der ganzen Welt immer das Gleiche!
Klar ist nach abstand betrachtet manches nicht mehr so sooo schlimm.
Ich fand es trotzdem große Scheiße!!!
Mir sind zwar auch nicht die Zehen erfrohren und ich bin nicht verlezt worden.
Du, so schön war das weiß Gott, auch nicht im Winter 1978... Naturkaos pur in der DDR, bei der NVA!! Wir haben gehaust wie die Schweine.
Aber das ist ein anderes Thema. Da ging nähmlich die Wirtschaft des Saates Namens D D R endgültig den Bach runter.
So, haben wir schon ein neues Thema. Kein blöden Wettstreit wer was wo schwerer und schlimmer drann war!!!
Komisch mein Sohn ist zu Bundeswehr. Das war sein Weg. Ich hätte sonstwas getan um nicht zur Armee zu müssen ging aber nicht,
So ist das eben.
L G Geraldine
So unterschiedliche Sichtweisen....
Klar jeder Staat auf der Welt braucht Soldaten.
Klar müssen die funktioniere,nicht diskutieren!
Die werden auch überwacht und kontrolliert.
Hier zeichnen sich auch die unterschiedlichen Systeme klar ab.
Der eine verpackt das so ,der andere so.
Das Ziel ist auf der ganzen Welt immer das Gleiche!
Klar ist nach abstand betrachtet manches nicht mehr so sooo schlimm.
Ich fand es trotzdem große Scheiße!!!
Mir sind zwar auch nicht die Zehen erfrohren und ich bin nicht verlezt worden.
Du, so schön war das weiß Gott, auch nicht im Winter 1978... Naturkaos pur in der DDR, bei der NVA!! Wir haben gehaust wie die Schweine.
Aber das ist ein anderes Thema. Da ging nähmlich die Wirtschaft des Saates Namens D D R endgültig den Bach runter.
So, haben wir schon ein neues Thema. Kein blöden Wettstreit wer was wo schwerer und schlimmer drann war!!!
Komisch mein Sohn ist zu Bundeswehr. Das war sein Weg. Ich hätte sonstwas getan um nicht zur Armee zu müssen ging aber nicht,
So ist das eben.
L G Geraldine
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geraldine
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Hallo!
War ja auch nicht so einfach für Euch in der "Westzone".
Ich kann mir schon vorstellen wie Du "irene von trapezunt" Dich da so gefühlt hast.
So mancher Berufstraum ging da den Bach runter.
Ist vieleicht ein schwacher Trost. Weist Du ich hab die Erfahrung (manchesmal sehr schmerzlich) gemacht,im
Nachhinein war es so besser wie es kam.
L G Geraldine
War ja auch nicht so einfach für Euch in der "Westzone".
Ich kann mir schon vorstellen wie Du "irene von trapezunt" Dich da so gefühlt hast.
So mancher Berufstraum ging da den Bach runter.
Ist vieleicht ein schwacher Trost. Weist Du ich hab die Erfahrung (manchesmal sehr schmerzlich) gemacht,im
Nachhinein war es so besser wie es kam.
L G Geraldine
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Lina
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Re: Wie war Eure Zeit bei der Armee (Bund oder NVA )
Der Unterschied war wohl nicht sooo groß - wenn ich mich kurz nach der Wende mit alten NVA-Angehörigen unterhielt, schien es mir, dass wir alle gleich waren und einen einzigen gemeinsamen Feind gehabt hatten: Die Bürokraten.geraldine hat geschrieben:Hallo!
... Namens D D R endgültig den Bach runter.
So, haben wir schon ein neues Thema. Kein blöden Wettstreit wer was wo schwerer und schlimmer drann war!!!
Komisch mein Sohn ist zu Bundeswehr. Das war sein Weg. Ich hätte sonstwas getan um nicht zur Armee zu müssen ging aber nicht,
So ist das eben.
L G Geraldine