Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?
Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Antworten
Claudia60
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 55
Registriert: Fr 19. Feb 2016, 21:33
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Mittelbaden
Membersuche/Plz: Mittelbaden
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 1 im Thema

Beitrag von Claudia60 » Do 31. Mai 2018, 12:16

Hallo,

Nun sind bei mir schon fast zwei Jahre vergangen,seit ich mich gegenüber meiner Frau geoutet habe. Habe in einem früheren Thread von meinem Outing geschildert. viewtopic.php?f=9&t=12140&hilit=endlich ... sel#p14001
Wie wahrscheinlich bei vielen von Euch ,waren die Reaktionen meiner Frau damals verständlicherweise geprägt von Unverständnis, Unwissenheit, Enttäuschung, Zukunftsängste usw. Es folgten für uns beide viele Höhen und Tiefen in der zurück liegenden Zeit. Das wichtigste war, dass wir uns danach intensiv unsere Sorgen, Ängste und die vorhandenen Gefühle in gemeinsamen Gesprächen zum Ausdruck brachten. Meine Frau informierte sich intensiv was ihr sehr geholfen hat. Sie hatte lange damit zu kämpfen um das wie, weshalb und wieso annähernd zu begreifen. Es fiel ihr nicht leicht, dass sie nach 26 Ehejahren erfahren hat, dass ihr Mann Frauenkleider trägt und schon seit der Kindheit diese weibliche Seite besitzt. Es waren schwierige Momente für uns beide. Unsere gegenseitige Liebe und tief verbundene Partnerschaft hat uns geholfen diese Hürde zu meistern. Mit zunehmender Dauer hat meine Frau bemerkt daß ich mich als Mensch nicht verändert habe. Eigentlich stimmt das so nicht. Ich habe mich ihr gegenüber so verändert, dass sie weiß daß ich Frauenkleider trage und diese weibliche Seite besitze. Sie brauchte sehr lange um damit zurecht zu kommen. Meine Frau akzeptiert mich heute zu Hause als Frau und unterstützt mich so gut sie kann. Natürlich wäre es ihr lieber gewesen , dass es gar nicht zu solch einer Entwicklung gekommen wäre. Aber ihr und mir natürlich ,auch ist unsere Partnerschaft so wichtig wie schon immer. Unsere Liebe zueinander hat keinen Schaden genommen. Zu Hause bin ich , wenn wir alleine sind, komplett Frau mit Perücke und geschminkt. Meine Frau weiß, dass ich mich mehr als Frau fühle und von meiner tiefsten Inneren der Seele die Frau bin.Da bei uns noch ein Sohn zu Hause wohnt, kann ich immer nur dann meine weibliche Seite leben, wenn er zum studieren an der Uni ist Studium immer nur an den Wochenenden heim kommt.
Für mich ist es heute ein Dilemma, ich habe mich damals geoutet und bin mir sicher , dass ich heute gerne für immer eine Frau wäre. Von der Seele bin ich es definitiv. Allerdings und da bin ich mir sicher, würde meine Frau den Weg mit mir zur Frau nicht mitgehen. Die Teilzeitfrau hat sie in die Familie aufgenommen. Meine zwei Söhne wissen nicht wer oder was ihr Vater ist. Bei einem Sohn bin ich mir sicher, dass er mich nicht als Frau akzeptieren würde. Für den Weg zur Frau müsste ich mit nun 57 Jahren vieles aufgeben und würde viel liebgewonnes verlieren. Zudem bin ich so eingestellt, dass ich den Weg zur Frau nur dann gehen würde , wenn ich auch als Frau mit weiblichem Gesicht wahrgenommen werden würde.
Heute ist es also , dass ich gerne eine Frau wäre, die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind und die Verluste einen hohen Preis fordern würden. Trotz meines Outings, was im Nachhinein auch richtig war, leide ich darunter eine Frau zu sein, diese aber nicht so leben kann, wie ich bin. Ich schwebe sehr oft in verschiedenen Gefühls und Stimmungslagen.
Eigentlich müsste ich zufrieden sein, meine Frau hält zu mir und zu unserer innigen Partnerschaft. Sie kann auch , im Gegensatz zu früher, den körperlichen Kontakt zu mir als Frau zulassen. Das ich zu Hause die Frau sein kann hilft mir schon sehr, aber da ist tief in mir drinnen noch sehr viel mehr.
Die weibliche Seite war schon immer Teil von mir. Warum aber gerade jetzt in zunehmenden Alter kommt meine Persönlichkeit so massiv nach aussen und die Frau in mir möchte den Mann verdrängen. Hätte das alles nicht schon in jungen Jahren so sein können. Ich bin oft am verzweifeln, aber ich muss versuchen mich mit dem Weg zufrieden geben, wie ich ihn heute lebe.
Frau und Familie ist mein Lebensmittelpunkt und den will ich nicht verlieren. Verlieren werde ich auch nie die Frau in mir. Das ist die Realität die mir das Leben nicht einfach macht. Ich weiß in vielen Momenten einfach nicht weiter.

LG, Claudia

Ulrike-Marisa
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2320
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: 248**
Hat sich bedankt: 319 Mal
Danksagung erhalten: 364 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 31. Mai 2018, 12:41

Hallo Claudia,

dein Worte könnten in vielen Passagen auch meine sein. Bei mir, mittlerweile fast 65, hat es sich auch erst nach dem Auszug unserer Kinder vor ca. 7 Jahren ergeben, dass ich mir meiner weiblichen Seite bewusster wurde und diese für mich auch als Ulrike zugelassen und akzeptiert habe (ist in vielen Wortmeldungen hier von mir auch schon beschrieben). Meine Frau kann leider bis heute meinen Weg nicht verstehen und für sich zulassen. Es geht nur mit einem Status Quo, bzw. um den Rahmen, wie ich meine Gefühle leben kann; nicht in alles Dingen aber vieles geht. Trotzdem fühlen auch wir ein gemeinsames auf die Zukunft orientiertes Leben und haben es gut miteinander. alles geht manchmal nicht im Leben, aber ich kann damit umgehen.

Beste Grüße, Ulrike-Marisa ))):s

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben...

ascona
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 187
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 12:21
Geschlecht: m
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart
Membersuche/Plz: Baden-Württemberg
Hat sich bedankt: 110 Mal
Danksagung erhalten: 122 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 3 im Thema

Beitrag von ascona » Do 31. Mai 2018, 13:22

Hallo Claudia,
ich bin zwar nun gar nicht in einer vergleichbaren Lage (ohne Frau und nicht TS), deshalb kann ich dir auch schlecht einen Rat geben. Aber du schilderst deinen Konflikt sehr gut nachvollziehbar. Da möchte man gerne helfen, wenn man nur könnte ... (dr)
Deine Frau weiß ja nun schon lange Bescheid und du kannst froh sein , so eine verständnisvolle Partnerin zu haben.
Zufrieden sein mit dem was man hat ? Das positive im Leben sehen und wertschätzen ist immer gut.
Versuchen, der Frau in dir noch etwas mehr Freiraum zu geben, so wie es (weiter oben) auch Ulrike geschafft hat ? Das könnte Druck aus dem Kessel nehmen.
Irgendwann ein outing gegenüber dem Sohn.
Professionelle Hilfe suchen.
Ich denke , da gibt es schon noch Möglichkeiten um die seelische Zerrissenheit zu lindern, ohne das ganze Leben umzukrempeln und den Weg zur Transfrau zu gehen.

ich wünsche dir alles Gute,
)))(: ascona

Dolores59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1366
Registriert: Sa 16. Jan 2016, 00:13
Geschlecht: unverkennbar
Pronomen: Is mir egal
Wohnort (Name): Bad Fallingbostel
Membersuche/Plz: Bad Fallingbostel
Hat sich bedankt: 119 Mal
Danksagung erhalten: 919 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 4 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Do 31. Mai 2018, 15:36

Hi Claudia,

Deine Söhne sind mittlerweile alt genug und bedürfen keiner Schonung mehr. Oder willst Du, dass sie am Tage Deiner Beerdigung per Zufall erfahren, dass Du eine Teilzeitfrau warst?

Du hältst Deinen Söhnen einen Teil Deiner Persönlichkeit, Wesensart und Entwicklung vor aus Misstrauen vor einer möglichen negativen Reaktion. Ob das eine gute Grundlage für Deinen Lebensmittelpunkt Familie ist? Ich glaube nicht.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

Heike
Beiträge: 2
Registriert: Do 26. Jan 2017, 19:21
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Bayern
Membersuche/Plz: München
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 5 im Thema

Beitrag von Heike » Do 31. Mai 2018, 18:19

Hallo Claudia,

es wäre als hättest du viele meiner eigenen Gedanken und Erlebnisse zu Papier gebracht und sehe mein eigenes leben zu einem sehr großen Teil mit deinen Worten abgedeckt.
Ich genieße den Zustand, dass meine Frau zumindest ein teilweises Ausleben ermöglicht und Träume zumindest teilweise in Erfüllung gehen.

Es liegt immer im Auge des Betrachters, sieh es doch positiv was du erreicht hast und leben kannst. Davon träumen viele ähnliches auch nur im Ansatz zu erleben.

LG Heike

VanessaL
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 690
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Geschlecht: weiblich
Pronomen: bitte „SIE“
Membersuche/Plz: 61
Hat sich bedankt: 634 Mal
Danksagung erhalten: 593 Mal
Gender:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 6 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 1. Jun 2018, 05:00

Heike hat geschrieben:
Do 31. Mai 2018, 18:19
Es liegt immer im Auge des Betrachters, sieh es doch positiv was du erreicht hast und leben kannst. Davon träumen viele ähnliches auch nur im Ansatz zu erleben.

LG Heike
Ich schreibs mal knallhart .... :((a - nicht böse sein ....

Ich verstehe ja den Versuch der Aufmunterung und erkenn ihn an (flow)

Wenn Frau sich als CD, Teilzeitfrau oder DWT definieren kann, mag das auch gehen .... aber sonst ist es auf Dauer eine innere, psychische Belastung und kann durchaus zu Depressionen und Suizidgedanken führen. Es geht nie um das WARUM ist das so, sondern immer um das WIE gehe ICH damit um. Tja, und das wird durch den immer wieder erwähnten LEIDENSDRUCK mitbestimmt.

Als "Hobbyfrau" mag positiv sein, dass man sich geoutet und sich eine Niesche in dem gemeinsamen Leben als Freiheit "erarbeitet" hat. Als Mensch der die Rollen nicht mehr wechseln will oder kann, ist das manchmal wie ein Gefängnis. Nach dem Freigang muss man immer wieder ins Gefängnis zurück ....

Ich bewundere die Menschen die das Leben im Wechsel der Rolle gut führen können und verstehe diejenigen sehr gut, die eben genau daran immer wieder knabbern und es nicht schaffen, den letzten Schritt zu gehen, weil andere damit nicht umgehen können.

Ganz liebe Grüße
VanessaL
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Theresa
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 253
Registriert: So 28. Jul 2013, 14:35
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Ennepetal
Membersuche/Plz: Ennepetal
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 59 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 7 im Thema

Beitrag von Theresa » Fr 1. Jun 2018, 09:34

Mir kommt auch sehr vieles bekannt vor. Es macht es nicht einfacher wenn der Leidensdruck nicht ganz so groß ist.
Beispielsweise habe ich hier am Urlaubsort einen wunderschönen Küstenweg entdeckt. Schönster Sonnenschein, kühlender Wind, Vogelgesang , rauschen von Wibd und Wellen und der Geruch von Kräutern... Da war ich einfach nur Eher der “Naturbursche“ der sich seine Partnerin erträumt, mit der er das Erlebnis teilen kann.
Und auf dem Heimweg, am Strand entlang, beneide ich dei Frauen um ihre Schönheit, ihre Kurven und , manchmal, auch um ihr Anmut ihre r Besegung. Und auch um ihre Selbstverständlichkeit, mit der sie das zur Schau stellen.

Ich empfinde das als einen Wiederspruch, der mich zu zerreißen droht....
Es sieht so aus als müsste ich den Rest des Lebens alleine zubringen, was aber keine Option ist.
Mal realistisch betrachtet: welche Frau in passendem Alter würde sich so etwas antun?

Das abendlich Telefonat mit meiner Ex bestätigte das. Ihr Meinung dazu : tue es doch einfach nicht. Beschränke die doch darauf, deinen Kleiderfetisch einmal im Monat auszuleben.
Ich empfand das, als würde man jemand, der sich gerade mal über Wasser halten kann, mal eben kurz untertauchen...

Nein, schön geht anders... und wie mittlerweile seit Jahren, sehe ich keinen Weg mit mir und der Veranlagung nach “Frau sein wollen“ um zu gehen...
Beachten sie auch unbedingt die Hinweise im Kleingedruckten auf der Rückseite dieser Nachricht!

Ulrike-Marisa
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2320
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: 248**
Hat sich bedankt: 319 Mal
Danksagung erhalten: 364 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Fr 1. Jun 2018, 11:54

Moin zusammen,

gerade die Vielfalt ist es doch, die das Leben ausmacht auch hier in so einer Runde. Wir haben bei allen Ähnlichkeiten in der Entwicklung/im Lebensweg doch verschiedene Lösungsansätze mit den anstehenden Frage zu der Problematik umzugehen. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern es gibt viele mit den unterschiedlichsten Intentionen. Nicht jede/r von uns empfindet großen Leidensdruck, den es gibt und der bestimmt auch heftig sein kann. Ich denke auch, dass wirklich vieles im Auge des Betrachters liegt, wie mit einem Thema umgegangen wird, d.h. wie ich selbst für mich und soweit vorhanden, für meine/n Partner/in damit umgehe, um ein durchaus glückliches Leben gemeinsam weiter führen zu können. Wenn jemand aus dem Kreis der Betroffenen für sich eine Entscheidung getroffen hat, so wie bei mir, wo ich die Ulrike-Marisa für mich zugelassen habe, dann ist der Rest doch eine Anpassung an die vorhandenen Gegebenheiten. Alles im Leben geht nicht immer aber ganz viel in gegenseitigem Einvernehmen. So habe ich mit meiner Frau Kompromisse gefunden, die mir ein frauliches Leben weitgehend ermöglichen, ohne den letzten Schritt gehen zu müssen, was ich in meinem tiefsten Inneren vielleicht auch noch machen täte; zur Zeit halt noch nicht - und die Zukunft kann ich nicht bestimmen.

Beste Grüße, Ulrike-Marisa ))):s

Claudia60
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 55
Registriert: Fr 19. Feb 2016, 21:33
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Mittelbaden
Membersuche/Plz: Mittelbaden
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 9 im Thema

Beitrag von Claudia60 » Fr 1. Jun 2018, 12:43

Hallo zusammen,

Wenn ich die bisherigen Beiträge lese, so finde ich einiges wieder, dass bei mir persönlich zutrifft. Besonders aber treffend hat es Ulrike-Marisa erkannt. Bei jeder von uns ist die ooSituation unterschiedlich. Ich für mich möchte und kann nicht die Familie, die mich mein Großteil des Lebens begleitet aufgeben, dafür ist sie mir zu sehr wichtig und ein Bestandteil meines Lebens. Gleichzeitig werde ich aber auch nie die Frau in mir los, die mich ebenfalls schon das ganze Leben begleitet. Für mich gibt es nicht entweder oder und genau das macht die Lebenssituation bei mir so problematisch. Gerne wäre ich für immer Frau aber gleichzeitig möchte ich auch meine Familie bei mir haben. Für mich weiß ich ,dass beides zusammen nicht geht. So muss ich mich mit meinem Leben errangieren und den Kompromiss eingehen eine Teilzeitfrau zu sein. Glücklich machen mich diese Umstände nicht , aber eine Entscheidung zur Frau , wäre eine Entscheidung gegen die Familie und da bin ich mir sicher das, dass auch nicht bis zum Lebensende der richtige Weg wäre. Ich komme mir genauso vor wie Vanessa es beschrieben hat. Ich habe als Teilzeitfrau Freigang und muss dann wieder zurück in das Gefängnis. Es wird nicht die passende Lösung geben ohne schmerzliche Verluste hinzunehmen , dessen bin ich mir bewusst. Gerade das macht es mir so schwer, ich bin eine Frau und werde diese für meine Lebenssituation nie so leben können wie ich es möchte.Ein riesiges Kartenhaus würde einstürzen.Das können eigentlich nur die verstehen die Frau und Kinder haben. Auch ob die Kinder von einem erfahren sollten lässt sich so pauschal nicht beurteilen. In meinem Beitrag ging es mir auch darum zu verdeutlichen, wie es sein kann , das trotz der lebenslangen begleitenden weiblichen Seite der Wunsch für immer eine Frau zu sein erst mit zunehmenden Alter so massiv wird. Die jungen Menschen haben es da heute einfacher weil uns früher die ganzen Informationen über uns wie sie es heute besonders durch das Internet gibt,fehlten. Hätte ich diese damals gehabt, so wäre mein Weg definitiv in Richtung Frau gegangen. Ich weis ich muss mich mit meinem Leben errangieren, aber ich habe Angst daran zu zerbrechen. Ob hier ein Psychologe helfen kann bezweifle ich, denn auch er wird nicht die passende Lösung parat haben.

LG, Claudia

Ulrike-Marisa
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2320
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: 248**
Hat sich bedankt: 319 Mal
Danksagung erhalten: 364 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 10 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Fr 1. Jun 2018, 13:04

Hallo Claudia,

...im Prinzip auch meine Gedanken und Worte. Trotzdem ist das Leben schön und lebenswert. es kommt aber darauf an, was wir persönlich daraus machen. Einstürzende Kartenhäuser helfen niemandem weiter, dir nicht, mir nicht und anderen auch nicht.
Glücklich sein, kann frau/man auch ein bisschen lernen, ich arbeite daran und wünsche es auch dir. Die Situation annehmen, wie sie ist und dann sehen, was geht, ist denke ich der am meisten versprechende Weg des Mittelmaßes...

LG, Ulrike-Marisa ))):s

Joe95
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2844
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 852 Mal
Danksagung erhalten: 920 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 » Fr 1. Jun 2018, 15:42

Mir kam eben ein Gedanke dazu.
Es läuft bei mir ab als wäre es eine Spirale oder ein Strudel.
Als Jugendlicher etwas Neugier, das Thema weit umkreisend, hin und wieder etwas anprobiert, aber passt alles nicht, sitzt nicht...
Die Kreise werden enger, eigene Stücke, ein Rock der passt, Badeanzüge...
Noch enger, man kommt vom Damenwäscheträger zum Crossdresser...
Ein paar Umdrehungen (Jahre) weiter dachte ich ich wäre etwas androgynes, später kam dann der Begriff Enby auf.
Das ist es...
Neee... Doch nicht...

Es ist noch garnicht so lange her das ich sagte ich könne niemals eine Frau sein, da passen weder Statur noch Figur und schon garnicht das Gesicht.
Heute weiß ich das ich eine bin. Eine häßliche, aber das ist euer Problem.
Ich muss mich ja nicht anschauen.

Einen Weg zurück?
Ich fühle mich so völlig ohne Passing als Frau wohler als ich mich jemals zuvor gefühlt habe.
Ich fühle mich befreit.
Wer mich jetzt wieder einsperren will kann mich besser erschießen...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

Albert Einstein hat schon gesagt: Was im Internet steht stimmt immer!

Svetlana L
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 844
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: trans*-Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 202 Mal
Danksagung erhalten: 618 Mal
Gender:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 12 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 1. Jun 2018, 15:49

Joe95 hat geschrieben:
Fr 1. Jun 2018, 15:42
Eine häßliche, aber das ist euer Problem.
Da fällt mir doch glatt wieder ein: "You say I'm ugly. So what. It was the real me." (war mal in einem englischsprachigen Artikel über einen trans*-Marine).
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Joe95
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2844
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 852 Mal
Danksagung erhalten: 920 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 13 im Thema

Beitrag von Joe95 » Fr 1. Jun 2018, 15:56

Stimmt.
Wenn ich so raus gehe, gekleidet wie eine Frau, Körper wie ein Mann, bin ich das. Wirklich und wahrhaftig.
Mit einem Lächeln in meinem Gesicht werde ich mindestens genau so gut akzeptiert wie mit dem tollsten Make-Up.
Vermutlich sogar besser.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

Albert Einstein hat schon gesagt: Was im Internet steht stimmt immer!

Dolores59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1366
Registriert: Sa 16. Jan 2016, 00:13
Geschlecht: unverkennbar
Pronomen: Is mir egal
Wohnort (Name): Bad Fallingbostel
Membersuche/Plz: Bad Fallingbostel
Hat sich bedankt: 119 Mal
Danksagung erhalten: 919 Mal

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 14 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Fr 1. Jun 2018, 16:26

Es ist noch garnicht so lange her das ich sagte ich könne niemals eine Frau sein, da passen weder Statur noch Figur und schon garnicht das Gesicht.
Heute weiß ich das ich eine bin. Eine häßliche, aber das ist euer Problem.
Ich muss mich ja nicht anschauen.
Ein Problem haben nur Menschen, die Äußerlichkeiten als absoluten Maßstab nehmen und nichts Besseres zu tun haben, als Mitmenschen zu vergleichen und zu bewerten.

Alle, die im Gegenüber nichts als einen Menschen sehen, haben kein Problem.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

Svetlana L
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 844
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: trans*-Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 202 Mal
Danksagung erhalten: 618 Mal
Gender:

Re: Warum kommt die Frau in mir erst jetzt im Alter so zum Vorschein?

Post 15 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 1. Jun 2018, 20:06

Ich sage mir immer, stelle 10 cis-Frauen nebeneinander, da hat jede eine andere Statur, ein anderes Gesicht, andere Gang- und Bewegungsmuster, eine andere Stimme, eine andere ...
Also, so what!?
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Antworten

Zurück zu „Crossdresser-und Transgender-Café“