Gute Zeiten schlechte Zeiten
Gute Zeiten schlechte Zeiten

Lebensplanung, Standorte
Antworten
DeniesundUlla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 130
Registriert: So 14. Aug 2016, 01:50
Geschlecht: F+F
Pronomen:
Wohnort (Name): Mettmann
Membersuche/Plz: 42
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 162 Mal

Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 1 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » Mi 15. Mai 2019, 20:50

Hallo zusammen, angeregt diesen Beitrag zu schreiben haben mich die letzten Beiträge in Tatjana,s Trade.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Ratschläge, Meinungen und Kundtuenden die einzelnen zum Besten geben, sicher ist so manches auch für den einen oder anderen Hilfreich.

Aber wenn Menschen, die selber nicht in der Lage oder Situation sind und glauben nun ihre Welt wäre die selbe Welt wie der mitteilenden oder ratsuchenden, vor allem wenn da Biologisch richtig geborene, Crossdresser oder Transidente Menschen sich Vermischen und meinen sie könnten in die Welt des anderen eintauchen, wo wir doch schon mal Perse grundsätzlich nicht in die Welt des anderen können, dann erstaunt mich das sehr.

Denn selbst, dem Menschen, der mir am nächsten steht, den ich liebe der mein engsten Vertrauter ist, dem kann ich zwar versuchen etwas mitzuteilen, aber ich kann ihm nie meine Gefühle wirklich spüren lassen und selbst wenn dies ginge, hat er eine andere Lebensgeschichte, andere Erfahrungen und eine andere Lebensbibliothek wie ich und somit kann kein Mensch den anderen wirklich ganzheitlich verstehen.

Ich kann natürlich anders herum auch nicht erwarten das mich jemand wirklich versteht, wir können den anderen mitteilen das es warm, kalt, süß sauer, schmerzhaft, freudig ist aber gibt keine Maßeinheit, für das wie wir empfinden, zudem wir jeden Tag, jede Stunde und Minute auch wieder anders empfinden können wie zuvor.

Und so ist auch die Lebensfreude, das Glück, die Bedürfnisse so individuell und bei jedem Menschen anders, so wie wir auch von jedem Menschen anders geliebt werden, abgesehen das wir von Frauen und Männern unterschiedlich Art und Weise geliebt werden können, wie Heterosexuelle auch anders lieben werden wie Homosexuelle.

Ganz abgesehen von der Sexualität und dem Liebesspiel.

Und ich denke das es auch für uns von großer Bedeutung sein kann wie wir von unseren Partnern und Lebensgefährten wahrgenommen werden, es macht einen Unterschied ob wir einfach als Mensch, oder dem jeweiligen Geschlecht wahrgenommen werden.

Auch wenn wir uns ohne Zweifel und in absoluter Sicherheit in unserem wirklichem gefühlten Geschlecht zu Hause fühlen, brauchen wir eine gewisse Resonance von anderen, so wie wir selbst wenn wir uns selber genügend lieben, die Resonance von anderen brauchen.

Ich frage mich, selbst wenn es ein paar geistig gesunde Menschen geben würden, würden sie , die sich für vollkommen halten, wie sollen wir in einer verunreinigten, auf Äußerlichkeiten getrimmten Welt gerade uns als transidente Menschen als vollkommen empfinden, wo es andere Biologisch richtig geborene nicht einmal können.

Dafür müssten wir schon einmal in jeder Sekunde präsent sein, alle negativen Muster abgelegt haben und auch nicht von negativen epigenetischen Codierung behaftet sein, was z.B. im Familienstellen immer wieder zu Tage kommt, aber auch unsere Umwelt unser Lebensraum dürfte nicht vergiftet sein.

Wir sehnen uns alle nach einem glücklichen und erfüllten Leben, danach unsere Bedürfnisse erfüllt zu bekommen, wobei viele noch nicht einmal wissen, was wirklich neben den elementaren Bedürfnissen die Ihrigen sind.

Glück ist für mich wie auf einer Welle zu reiten, sich die Freiheit und die Chance zu geben, sich ihrer zu benutzen, um mal getragen zu werden um das pulsieren unseres Herzen zu spüren, Schwung zu holen, die Hormone und all was dazu gehört, uns dieses Gefühl erleben zu lassen, zu spüren, was sein kann.

Ich wollte es der Welt früher immer recht machen, was genauso töricht ist, wie zu glauben wir könnten andere Glücklich machen, könnten wissen was sie wirklich brauchen und ihre Bedürfnisse und Empfindungen sind, wir sind einzigartige Wesen, jeder auf seine Weise, jeder Vollkommen, deshalb sollten wir auch keinem diese Vollkommenheit absprechen, auch wenn wir glauben, denken oder meinen dies oder das wäre für den anderen besser.

Jeder muss auch seine Erfahrungen machen, einem Kind nur zu sagen das ist Heiß und zu glauben es würde sich dann nicht der Gefahr ausgesetzt sein sich zu verbrennen, ist genauso unklug, wie jemandem zu einer Person zu raten, bei der man doch besser bleiben sollte und bei der anderen nicht, wir wissen nicht was andere Personen manchen Menschen geben können, auch wenn wir glauben, dass diese Personen uns selber vielleicht nicht geben könnten.

Jeder Mensch hat einen Spiegel in der Hand, scheuen wir beim anderen hinein und sehen wir auch genau hin, erfahren wir etwas über uns und somit gibt jeder Mensch uns etwas, was wir aktuell brauchen ist halt sehr unterschiedlich.

Und so werden wir vielleicht wie Anfangs erwähnt, Menschen brauchen, die uns nicht nur lieben, sondern uns auch in unserem gefühlten Geschlecht wahrnehmen und uns so leben lassen und anerkennen wie wir empfinden, egal ob das Äußere nicht so 100 % angeglichen ist.

Herzliche Grüße

Denies
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.

Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3197
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: 86343
Hat sich bedankt: 3552 Mal
Danksagung erhalten: 2141 Mal
Gender:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 2 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Do 16. Mai 2019, 08:15

Liebe Denies,

Ich möchte mich für deine Zeilen ganz herzlich bedanken.
Habe Tränen in den Augen weil deine Worte einfach den Kern treffen.
Wir haben uns persönlich kennen lernen dürfen.
Ich denke wenn wir auch nicht viel Zeit hätten, hast gerade du dich in mich ein wenig hineinfühlen können.
Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder.

Ganz ganz liebe Grüße
Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!

Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2125
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Wird überbewertet!
Pronomen: wie ihr wollt
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 520 Mal
Danksagung erhalten: 1547 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill » Do 16. Mai 2019, 08:25

Liebe Denies,

Vielen Dank für diesen Beitrag! Einer der Besten, die je in diesem Kreis veröffentlicht wurden.

Danke!

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

DeniesundUlla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 130
Registriert: So 14. Aug 2016, 01:50
Geschlecht: F+F
Pronomen:
Wohnort (Name): Mettmann
Membersuche/Plz: 42
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 162 Mal

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 4 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » Do 16. Mai 2019, 14:17

Liebe Tatjana,

wenn ich eine Bindung bzw. Verbindung zu anderen Menschen haben möchte, ist es für mich wichtig, deren Handeln zu hinterfragen. Ich möchte mich dann in den anderen hineinversetzen und den Sinn oder den Grund zu hinterfragen. Dies kann ich nur, wenn ich auch mein eigenes Handeln und Denken hinterfrage. Ich mir die dunklen Ecken in meiner Seele auch betrachte, die nicht so schön sind oder leidvoll. Sie sind ein Teil von mir und ich kann sie nicht immer als blinden Fleck lassen, wenn ich selbst ganzheitlich sein möchte.

Wir alle unterliegen einer Moral, einer Kultur einem Dogma, das uns spaltet, in gut und schlecht, in böse oder freundlich usw. wenn wir uns selber mit diesen fremdbestimmten Werten verurteilen, wie können wir anderen etwas zugestehen, ich denke, das ist in vielen Fällen des Pudelskern.

Für mich ist es wichtig, dass du dein Glück findest, denn dann haben wir einen glücklichen Menschen mehr auf dem Planeten.

Sicher gibt es, wenn Menschen sich trennen einen Schmerz, aber es ist ein Schmerz der verheilen kann. Wenn Menschen an einer Beziehung festhalten, die nicht mehr in Liebe schwingt, wo das Glück schon lange die Flucht ergriffen hat, dann ist das ein Leben in einer Ruine.

Es ist für keinen dienlich nur wegen den uns auferlegten Vorgaben ein Leben in seelischer Armut zu leben, davon wird die Welt nicht heil, hätten wir nur glückliche, authentische, freie und in sich ruhende Menschen auf der Welt, bin ich davon überzeugt, würde es weder Kriege, noch Hungersnöte auf der Welt geben.

Wenn man uns vorwirft, wir seien egoistisch, (so habe ich dich nicht kennen gelernt im Gegenteil, auch wenn es nur ein kleiner Ausschnitt aus deinem Leben war, was sich ja noch ändern lässt) finde ich zum einen da muss man den Menschen schon sehr gut kennen und zum anderen auch dessen Lebensgeschichte und Lebensumstände anschauen.

Es gibt sicher Eigenschaften wie Neid, Hass, Gier, Narzissmus und eben auch eine Form des Egoismus.
Ich finde da muss man aber sehr genau differenzieren, wo kommt dieses Verhalten her. Sind dies nicht armselige Menschen, die versuchen im äußeren etwas zu kompensieren, weil ihnen die innere Fülle fehlt, die sie nie erfahren haben.

Von daher ist es für mich kein Egoismus, für sich gut zu sorgen, seinen Bedürfnissen nachzugehen, vor allem dann wenn die Welt um einen gerade sehr hohe Anforderungen an einen stellt. Hier sehe ich auch wie dich das Schicksal der anderen trifft und dass du da eine Insel brauchst, die dir wieder Kraft gibt, sehe ich als einen gesunden Egoismus, an - mögen andere da anderer Meinung sein, aber das ist eben ihre Meinung und es steht mir nicht zu dieses zu kritisieren, denn auch da weiß ich nicht, was dazu wie oben erwähnt, in ihrer Lebensgeschichte dazu geführt hat, welche Messlatte und Maßeinheit da jeder mit sich bringt, ist halt so individuell wie wir Menschen.

Ich wünsche dir jedenfalls alles Glück der Welt, aber nicht nur dir - ich denke dabei auch an Petra.

Herzliche Grüße Denies
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.

DeniesundUlla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 130
Registriert: So 14. Aug 2016, 01:50
Geschlecht: F+F
Pronomen:
Wohnort (Name): Mettmann
Membersuche/Plz: 42
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 162 Mal

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 5 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » Do 16. Mai 2019, 14:18

Hallo liebe Cybill,

vielen Dank für die Blumen, es zeigt mir, dass ich bemüht bin, die Menschen zu verstehen,
und mit dem, was ich lebe, bzw. auch vorlebe, ein wenig Wärme, Liebe und Verständnis in die Welt zu bringen

Herzlichen Dank Denies
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.

DeniesundUlla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 130
Registriert: So 14. Aug 2016, 01:50
Geschlecht: F+F
Pronomen:
Wohnort (Name): Mettmann
Membersuche/Plz: 42
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 162 Mal

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 6 im Thema

Beitrag von DeniesundUlla » Do 16. Mai 2019, 17:01

Durch einen anderen Beitrag hat mich noch einmal angeregt, folgendes zu schreiben:

Wenn wir unser eigenes manchmal unvollkommenes Handeln akzeptieren und anerkennen könnten,
werden wir auch das handeln anderer in einem anderen Licht sehen.

Jemanden ins Wasser zu schubsen, bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten aber jemanden wieder raus zu holen schon, deshalb sollte ich mir meiner Gedanken und Äußerungen immer sehr Bewusst sein.
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.

Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 730
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: z.Zt. ------
Hat sich bedankt: 1134 Mal
Danksagung erhalten: 956 Mal

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 7 im Thema

Beitrag von Frieda » Fr 17. Mai 2019, 08:46

Gute Zeiten - schlechte Zeiten.
Gut gewählt, sogar sehr gut gewählt diese Formulierung liebe Deniese. 👍🙂


Guten Morgen @ All.

In meiner Wahrnehmung, haben Wir, die Menschen die wir in einer Selbstverständlichkeit in der Zivilisation leben, uns daran gewöhnt manches schlechte als normal wahrzunehmen.
Immer wieder wird uns seit Jahrzehnten verharmlost plausibel gemacht, wie wenig schlimm Egoismus sei. Wir werden bestärkt darin zu glauben das es einen gesunden Egoismus gäbe.
In meiner Wahrnehmung macht das Wörtchen "gesund" den Egoismus dadurch nicht besser. Für mich bleibt er ein schleichendes Gift!

Mir fällt es wirklich schwer die richtigen Worte zu finden. Ich habe mich gerade nur schwer unter Kontrolle, nicht wieder in Emotionen zu schreiben.
Es gibt eine kleinen Gruppe von Worten die ich fast nie benutze, um ihren Inhalt den sie nach außen transportieren, nicht "abzunutzen" . Eines dieser Worte ist das Wort "Mitleid".

Alle die diesen Thread hier verfolgen, wissen, dass er eine Folge von Tatjana's aktueller Entwicklung aus ihrem Tagebuch-Thread ist.
Seit dieser neusten Entwicklung dort, möchte ich ehrlich zugeben, wie sehr mir diese Entwicklung zusetzt. Ich leide darunter es selbst lesend miterlebt zu haben, wie sich 3 menschliche Beziehungen in den letzten knapp 6 Monaten entwickelt haben. Mir treibt es echt die Tränen in die Augen, wenn ich mich zurück erinnere, wie zB auch Anne-Mette irgendwann achtsam den Zeigefinger gehoben hat, und Sie klar und deutlich ausgesprochen hat, dass hinter der spannenden Story die hier brühwarm erzählt wurde/wird, reale Menschen stehen. Menschen die sich selbsterkennend hier mitlesen können.
Ganz ehrlich, wenn ich mich nur in diese Situation hinein denke, dreht es mir mein Herzl um. Wenn ich mich selbst in einer solchen Situation befände, und ich würde zeitgleich meine private Situation dann hier auch noch top aktuell nachlesen können, so wie Müller, Meyer, Schulze von nebenan das auch können...ganz ehrlich ich würde im Boden versinken wollen.
Und jetzt komme ich wieder zu meiner Ausgangsposition zurück. Mit unserer aktuellsten Entwicklung hat sich unsere Gesellschaft dahin entwickelt, dass die NeuGIER auf Schlagzeilen mehr wiegt, als das menschliche Leid was viel zu oft hinter der Story steht.

Ging es in Tatjana's Thread nicht ursprünglich einmal um Ihre GAOP?
War der Ursprungsgedanke nicht einmal der, Anderen mit diesem Tagebuch Mut zu machen?
Oder auch aufzuklären über Risiken und Schwierigkeiten?
Dieses Tagebuch wird seit mehreren Jahren geführt... Und ich weiß auch, dass sich in dieser Zeit im privaten Bereich Veränderungen ergeben können... egal bei wem!
Was ich aber nach wie vor nicht gut finde, ist die Selbstverständlichkeit wie über tief private Beziehungsebenen geschrieben wurde und wieder wird. Und sry in meiner Wahrnehmung scheint es manch einen nicht klar zu sein, dass hinter jedem Bildschirm ein menschliches Wesen mit Gefühlen sitzt und mitliest.
Mir tuen aufrichtig und tief alle Beteiligten in dieser Dreiecksbeziehung leid.. jede(r) der Beteiligten, wirklich wirklich jede(r)!

Vertrauen ist für mich ein so zartes Pflänzchen. Und in meiner Welt wurde in diesem Thread auf der Paarebene, sehr oft auf diesem Pflänzchen unachtsam darüber hinweg getreten. In meiner Welt, bleibt so etwas niemals ohne Folgen.
Ich frage mich "Wieviel ist ein Wort in unserem Alltag, unserer Gesellschaft überhaupt noch wert?".
Und noch etwas kriecht mir durch mein Hirn. Ich erinnere mich daran, wie viele Jahre mich eine Frage beschäftigt hat... "Wo hört die Selbstverantwortung auf, und wo beginnt der Egoismus?"...meine Antwort auf diese Frage habe ich in Tatjana's Thread geschrieben (für Interessierte).


Ich weiß dass mir wiederholt Gegenwind ins Gesicht blasen wird und ich weiß aber auch, dass ich ihn überstehen werde❣️

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*

Toni Smith
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 192
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 15:41
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. ------
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 73 Mal
Gender:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 8 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 17. Mai 2019, 09:06

Gerade Narzismus (Egoismus) ist etwas was ich in der Trans-Community sehr häufig beobachte.

Plötzlich bekommt man Anerkennung. Gerade Sociale Medien fördern dieses Verhalten und schon ist die eigene Seite voll von Selbstportraits.

Narzismus macht uns zu Inseln. Kein Gemeinschaftssinn, nur Selbstdarsteller.

Die perfekten Konsumopfer für den US-Kapitalismus.

Selbstfürsorge ist gut, Narzismus ist es nicht.

Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3118
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 993 Mal
Danksagung erhalten: 1092 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 9 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 20. Mai 2019, 16:18

Frieda hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Ging es in Tatjana's Thread nicht ursprünglich einmal um Ihre GAOP?
War der Ursprungsgedanke nicht einmal der, Anderen mit diesem Tagebuch Mut zu machen?
Oder auch aufzuklären über Risiken und Schwierigkeiten?
Dieses Tagebuch wird seit mehreren Jahren geführt... Und ich weiß auch, dass sich in dieser Zeit im privaten Bereich Veränderungen ergeben können... egal bei wem!
Was ich aber nach wie vor nicht gut finde, ist die Selbstverständlichkeit wie über tief private Beziehungsebenen geschrieben wurde und wieder wird. Und sry in meiner Wahrnehmung scheint es manch einen nicht klar zu sein, dass hinter jedem Bildschirm ein menschliches Wesen mit Gefühlen sitzt und mitliest.
Hallo Frieda, ich weiß nicht ob das jetzt Gegenwind erzeugt, aber selbst wenn bedenke das ein Flugzeug nur gegen den Wind abhebt.
Was ich sagen möchte ist nicht böse gemeint, noch nicht einmal als Kritik, ich habe da einfach nur eine ganz andere Wahrnehmung.
Du fragst ob es in Tatjanas Thema nicht um ihre Op ging oder darum, anderen Mut zu machen bzw. diese Aufzuklären.
Das mag wohl so gedacht worden sein, aber wie du selbst sagst ergeben sich Veränderungen. Die genannten Themen mögen zeitweilig im Vordergrund gestanden sein, sind aber mit der Zeit von anderen Themen verdrängt worden.
Das du es nicht gut findest wie über tief private Beziehungsebenen geschrieben wird, diese Ansicht ist meiner eigenen völlig konträr, was aber nicht bedeutet dass ich sie für falsch oder schlecht halte, sie ist eben nur anders. Ich bin nämlich der Ansicht das gerade ein Tagebuch den Sinn hat über solche Probleme und Zweifel zu schreiben. Wie weit das dann nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte muss jeder für sich entscheiden. Das diejenigen, die mitlesen, mitfühlend und menschlich sind ist eine Grundvorraussetzung, denn sonst würde ein Tagebuch in einem Forum keinen Sinn machen.
Es geht ja gerade darum sich mitzuteilen und Reaktionen oder Reflexionen zu erhalten.

Liebe Frieda, meines wissens bist du ein sehr einfühlsamer Mensch und ich kann verstehen dass du Probleme hast wenn du dir ein solches Schicksal vor Augen führst, aber kannst du dir vorstellen wie sehr jemand leiden muss um solche Probleme in einem Foren-Tagebuch mit seinen Freunden zu teilen?
Ich habe in diesem Thema Begriffe wie "egoistisch" und "narzisstisch" gelesen. In meiner Wahrnehmung tauchen da eher "Schmerz" und "Angst" auf.

Ich hab da eben eine völlig andere Wahrnehmung und wer weiß, vielleicht auch eine falsche, aber ich habe nie behauptet fehlerfrei zu sein.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

VanessaL
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 911
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Geschlecht: weiblich
Pronomen: bitte „SIE“
Membersuche/Plz: 61
Hat sich bedankt: 787 Mal
Danksagung erhalten: 869 Mal
Gender:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 10 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mo 20. Mai 2019, 16:41

Hallo,

ich halt mich mal aus der Diskussion raus und sag einfach Danke an Deniese!
Ich weiß schon, warum Du mir sofort sympathisch warst .... und mit Ulla hast Du ein wertvolles Wesen neben Dir.
Bleibt Euch selbst auf alle Fälle treu!

Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Drachenfrau
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 353
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 23:46
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 474 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 11 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mo 20. Mai 2019, 19:58

VanessaL hat geschrieben:
Mo 20. Mai 2019, 16:41
Hallo,

ich halt mich mal aus der Diskussion raus und sag einfach Danke an Deniese!
Ich weiß schon, warum Du mir sofort sympathisch warst .... und mit Ulla hast Du ein wertvolles Wesen neben Dir.
Bleibt Euch selbst auf alle Fälle treu!

Vanessa
Liebe Vanessa,

Denies hat mir (noch) voraus, dich persönlich kennengelernt zu haben. Wir holen das aber auch nach.
Danke dir sehr.
Durch meine neue berufliche Tätigkeit kann ich gar nicht mehr anders - als mir selbst treu zu bleiben und somit hat auch Denies keine andere Wahl als sich selbst treu zu bleiben. Das ist für uns beide gerade eine große Herausforderung, also üben wir uns darin, mit dieser Herausforderung in unserer Entwicklung weiter zugehen.

Herzliche Grüße,
Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

Drachenfrau
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 353
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 23:46
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 474 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gute Zeiten schlechte Zeiten

Post 12 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mo 20. Mai 2019, 20:49

Hallo Welt,

Denies hat diesen Thread separat aufgemacht, um Tatjanas Faden nicht zu sprengen, denn es soll ja ihr Tagebuch bleiben.
Was ich schade finde, ist, dass der Thread, den Denies begann, ein Faden wurde "über" Tatjana zu schreiben.

Mich beschäftigt die Ausführung über Egoismus sehr. Denn immer wieder bekommen jene, die „anders“ sind und ihren Weg finden wollen genau dies vorgeworfen. Egoismus.
Wie schon in vielen anderen Fäden und Beiträgen geschrieben, ist es alles andere als einfach, zu sich selbst zu finden.
Der Wunsch von jedem einzelnen, egal ob CD, Trans* oder, oder, oder ist, seine Balance zu spüren, glücklich zu sein und zu leben.

Als Denies 2016 im Dezember anfing „ihren Nachholbedarf“ zu kompensieren, ging sie sehr viele eigene Wege. Ich ließ sie gehen, konnte und wollte ihr dahin nicht folgen. Wäre ich nicht so aufgestellt gewesen, wie ich war – hätte ich viele Gründe gehabt, zu sagen wie egoistisch sie sich verhalten hätte.
Das, weshalb ich es nicht tat – war in diesem Moment – dass ich bei mir bleiben konnte.
Mich anschauen mit meinen Gedanken, meinen Gefühlen und mich nach meinen Bedürfnissen fragen.
Das klingt auch egoistisch – oder?
Doch das war es nicht.
Weshalb?
Darin lag und liegt heute immer noch, meine Verantwortung für mich selbst.
Diese Haltung machte Denies frei. Frei von meinen Erwartungen, frei von meinen Wünschen und auch frei von meinem Ego.
Meine Gefühle damals waren auch schmerzhaft und mit Trauer eingefärbt – doch kann ich nicht sagen, dass ich gelitten habe.
Zwischen Leid und sich den Schmerz anschauen, liegt ein feiner Unterschied. Der Unterschied ist die Wahl, welche Haltung man künftig hat und die Entscheidung, wie das Leben weitergehen soll, sobald der Schmerz beginnt, die stechende Spitze zu verlieren.
Schmerz will nicht ewig bleiben, er will verschmerzt werden, dann gehen dürfen und Neuem Platz machen.

Was ist aber nun, wenn ich auf meinen eigenen Weg bedacht, endlich alle Schichten abschäle, um ich Selbst, echt und authentisch zu sein? Andere fühlen sich enttäuscht, weil sie andere Handlungen von mir erwartet hätten/haben. Sie fühlen sich verletzt, weil sie doch wollen, dass ich bitte so funktioniere, wie sie es von mir erwarten.
Das ist unmöglich. Die Erwartungen anderer zu erfüllen, bedingt Selbstaufgabe.
Doch was verletzt sie wirklich?
Es sind ihre eigenen Gedanken, ihre eigene Erwartungshaltung, ihre eigene Lebenseinstellung und bitte schön der Wunsch: du machst mich glücklich, du machst mein Leben noch einfacher und noch bequemer.

Mit diesen (oft unbewussten) Ansprüchen an die Menschen um uns herum, sind wir dann so anmaßend und verfroren, dass wir sie aus ihrem Lebensweg ziehen – nur damit es uns gut geht.
Das nenne ich mehr als alles andere egoistisch und vor allem fehlt das Bewusstsein über die eigene Verantwortung, dass jeder zuerst für sich selbst gut zu sorgen hat.

In dem Video von Dieter Lange beschreibt er so schön, wie das Ego aus verschiedenen Rollen besteht. Wehe ein Mensch möchte diese Rolle für sich verändern und/oder verlassen. Kommt hier sehr vielen absolut bekannt vor, was dann passiert – oder?

Um mir selbst treu werden zu können, habe ich sehr viele Masken fallen gelassen, die ich von anderen angenommen habe für den Preis dazu zu gehören. Zur Familie, zu Freunden, zur Arbeitsstelle, zu Kollegen, zum Verein etc.
Das heißt, ich habe Menschen enttäuscht und verletzt.
Doch wen oder was habe ich wirklich verletzt?
Es war ihr Ego. Allein ihr Ego, das ich nicht bereit war mehr zu pampern und zu pudern, in dem ich funktioniert habe, wie sie es wollten.
Dabei denke ich gerade besonders an meine Familie.
Es war eine konfliktreiche und aufreibende Zeit für alle Beteiligten. Diese Zeit ist vorbei. Weil ich es geschafft habe, sie so anzunehmen, wie sie sind. Ich habe sie so genommen, wie sie sind und lasse sie mich so sehen, wie sie mich sehen – frei davon es jemals wieder zu bewerten, zu beurteilen oder zu verurteilen.
Frieden, Dankbarkeit, Demut, Größe in Form von neuer Lebenskraft.

Sicher, nicht jeder schafft es, seinen Weg zu finden – aber auch das gehört in die Vielfalt des Lebens dazu. Manche drehen etlich viele Schleifen und ziehen immer weiter und immer mehr Leid an – wer sind wir, dass wir sie dafür verurteilen?

Ja, sie hätten die Wahl, es zu ändern.
Ich weiß es und ich könnte wie oft in die Tischkante beißen, wenn mir ein Mensch begegnet, der Angst davor hat, den Weg hin zu einem einfacheren (heilen) Leben zu gehen. Aber es ist so – ich muss denjenigen dann dort stehen lassen können. Denn wer weiß, ob dieser nicht genau diese Erfahrungen machen muss?

Euer hingegebener Drache
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“