Detransition - Der Weg zurück -
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Lebensplanung, Standorte
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Toni Smith
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Detransition - Der Weg zurück -

Post 1 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 8. Mär 2019, 09:53

Hallo,

da das Thema wichtig ist und es dazu sehr wenig Infos gibt soll dies hier ein Thread sein, um Erfahrungen auszutauschen.

Ich selbst kann zum rechtlichen und operativen Weg
nichts sagen, da ich nur die HRT (MtF) gemacht habe. Dazu empfehle ich aber Youtube.

Unter dem Suchbegriff "Detransition" finden sich einige Videos. Jede Woche kommen mindestens zwei neue dazu.

Ich distanziere mich aber ausdrücklich von religiös motivierten und transphob motivierten Videos und Berichten. Oft wird das Thema von diesen Seiten benutzt um Transsexualität und Transgender abzuwerten.

Aufgrund von solchen Falschgebrauch wurde die Seite um "The Thirt Way" leider gelöscht. Hier berichtete ein ehemaliger MtF-Transgender über seine Detransition nach dem er 20 Jahre Hormone nahm.

Den Dritten Weg sehe ich als die 3 Option, um mit Körper und Socialdysphorie umzugehen.
1 Option ist das unterdrücken der Dysphorie.
2 Option ist die Transition.
3 Option ist das akzeptieren des biologischen Ursprungs und neue Wege finden um mit Dysphorie umzugehen.

Die 3 Option kann gerade für die ein Weg sein, die mit der Transition hadern. Crossdressing und Drag können unter anderen ein Weg der 3 Option sein.

Achtung:

Bitte keine politische Diskussion. Nur Erfahrungsaustausch.

Glosar

Detransition

Detransition bedeutet die Rückkehr ins Geburtsgeschlecht.

MtF

Manm zu Frau transition.

Dysphorie

Das Unbehagen mit dem Geburtsgeschlecht.

Körperdysphorie

Unbehagen der körperlichen Geschlechtsteile.

Socialdysphorie

Unbehagen mit der zugeschriebenen Geschlechtsrolle.

Transition

Angleichung des Geschlechts auf medizinischen, rechtlichen und sozialen Weg.

Toni Smith
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 2 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 29. Mär 2019, 10:42

Ich möchte hier den Kanal von Calvin Fox vorstellen.
Er hatte eine Transition MtF gemacht aber sich für die Detransition entschieden.

https://www.youtube.com/user/MrFoxcalvin


Ich bin ja immer mal wieder in der Versuchung die HRT wieder anzufangen aber sein Video hat mich wieder daran erinnert wie schlecht es mir ging unter HRT.
Die kleinen Veränderungen sind es die eigentlich die sind die man nicht merkt aber dennoch sehr stark sind. So hatte ich im Frühjahr 2018 meine bisher schwerste depressive Phase. Daraufhin brach ich die HRT ab. Mir geht es sei dem besser. Aber ich vergesse ziemlisch schnell diese Zeit. Der Vergleich zeigt aber eindeutig ein Zusammenhang mit der HRT.

Auch wenn die HRT tolle körperliche Veränderungen bewirkte, machte sie mich mental ziemlich fertig.
In den 2,5 Jahren verlor ich an Energie, Kraft und Entspanntheit. Es sind gerade die Veränderungen die nur langsam und schleichend kommen.
Zum Schluss musste ich die HRT abbrechen.
Teilweise kommt es auch daher, dass das Thema viel Energie gebunden hatte aber gerade dies schien durch die Hormone besonders befeuert worden zu sein.

Im Grunde hatte ich nie vor sozial und rechtlich zu transitionieren. Mir war nur der Körper wichtig.
Was mich bewog zu Transition, war vor allem eine Romantisierung vom Leben als Frau. Ich glaubte wirklich es sei so viel besser als das als Mann.
Ich habe daher eine soziale Dysphorie, ausgelöst von der Gesellschaft.

Auch Calvin ging es ähnlich. Er hat ein negatives Bild von Mannsein, genau wie ich. Schwule habe ich damals ebenfalls eher nur in den Medien gesehen. Das es auch ganz normale schwule Männer gibt, habe ich erst später erfahren. Allerdings stand ich damals noch nicht bewusst auf Männer, weshalb mir eine Identifizierung mit Schwulen gar nicht in den Sinn kam. Erst mit der Transition habe ich mich darauf eingelassen.

Sozial Dysphorie wird immer durch die Gesellschaft ausgelöst. Also wie stellt die Gesellschaft die Rolle von Geschlecht da.
Will man sozial Dysphorie lösen muss man entweder die Gesellschaft ändern oder seine eigene Einstellung dazu ändern.
Als sozial Dysphoriker möchte ich meinen Platz in der Gesellschaft haben, weshalb es so schwer ist, eine Scheiß-Egal-Einstellung zur Gesellschaft zu bekommen.
Ergo scheint es einfacher die Gesellschaft zu verändern, warum wohl gerade viele sozial Dysphoriker sich um diese Belange lieber kümmern als ihre Einstellung zu ändern.

Toni Smith
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 3 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 29. Mär 2019, 11:53

Wie die Gesellschaft soziale Dysphorie schafft: https://www.youtube.com/watch?v=nViiFawmtNo

ChristinaF
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 4 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 2. Apr 2019, 14:53

Ich glaube, dass dieser Weg kaum durchführbar sein wird. Zumal denn Hormone nach langer Einnahmzeit ihre Wirkung zeigen. Ob nun Psyche oder Physis, alles wird verrückt spielen. Dann die ständigen Gedanken, ist´s das Richtige, werde ich von anderen wieder als das gesehen, was ich möchte.
Von den praktischen Dingen ganz zu schweigen. Kauf der kompletten Kleider/Schuhe/Wäscheaustattung. Das Outing gegenüber jeden usw.
Ich spreche jetzt ausschließlich von mir, die seit Jahren Hormone einnimmt und bei der fast keinerlei männliche Eigenschaften mehr vorhanden sind.
Trotzdem wünsche ich all denen, die sich mit diesen Gedanken spielen ganz ganz viel Erfolg vor allem Durchhaltevermögen.
Liebe Grüße
Christina

Toni Smith
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 5 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Di 2. Apr 2019, 15:27

ChristinaF hat geschrieben:
Di 2. Apr 2019, 14:53
Ich glaube, dass dieser Weg kaum durchführbar sein wird. Zumal denn Hormone nach langer Einnahmzeit ihre Wirkung zeigen. Ob nun Psyche oder Physis, alles wird verrückt spielen. Dann die ständigen Gedanken, ist´s das Richtige, werde ich von anderen wieder als das gesehen, was ich möchte.
Von den praktischen Dingen ganz zu schweigen. Kauf der kompletten Kleider/Schuhe/Wäscheaustattung. Das Outing gegenüber jeden usw.
Ich spreche jetzt ausschließlich von mir, die seit Jahren Hormone einnimmt und bei der fast keinerlei männliche Eigenschaften mehr vorhanden sind.
Trotzdem wünsche ich all denen, die sich mit diesen Gedanken spielen ganz ganz viel Erfolg vor allem Durchhaltevermögen.
Liebe Grüße
Christina

Dann ändert es ja nichts. Die Gedanken ob es das Richtige ist habe ich auch während der HRT gehabt.

Ebenfalls habe ich zum Schluss festgestellt, dass es halt keine soziale Anerkennung geben wird. Man wird immer der Mann bleiben der "nur in die Rolle der Frau wechselt". Zumindest für die die einen kennen. So hatte ich den Eindruck.

Zumal dazu kam, dass meine soziale Rolle die ich mir im laufe meines Lebens bereits erarbeitet habe, komplett auf der Kippe stand.

Gerade die ständige Beschäftigung mit dem Thema HRT, Transition und merkt jemand was oder laufe ich als Frau Gefahr sexuelle behellicht zu werden. Das waren alles Gedanken die dann aufgehört haben als ich die HRT abbrach.

Tatjana_59
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 6 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Di 2. Apr 2019, 15:58

Da war doch schon ein Thread Detransition. Jetzt ein neuer von dir Toni.
Dass du mit deiner Hrt sozusagen Schiffbruch erlitten hast dürfte hier mittlerweile bekannt sein.
Vergiss aber nie dass du eine Ausnahme bist.
Die meisten, die allermeisten sind zufrieden mit ihrem Weg der Hrt, der Transition, bis zur Gaop oder weiter.
Ich weiß nicht warum du immer am selben Thema rumhackst?
Ich für mich bereue als einziges mindestens zwei Jahrzehnte zu lang gewartet zu haben.
Bei mir passt Rundweg alles.
Besser wie ich erahnen könnte.
Die die weniger erreichten wie ich sind auch zu einem sehr hohen Prozentsatz zufrieden.
Ich kenne zwar keine Statistiken dazu, dafür mittlerweile jede Menge Frauen und Männer die ihren Weg gingen, auch persönlich!
Ich kenne niemanden die/der den Schritt rückgängig machen würde.

Ich wurde noch nie sexuell behelligt, ich werde trotz eindeutigem Erkennen meines Geburtsgeschlecht überall voll und ganz akzeptiert.
Wie die Gesellschaft die Rolle Geschlecht dabei darstellt ist mir vollkommen egal.
Die Gesellschaft kommt mit mir klar, ich mit ihr.
In all deinen Postings sehe ich einzog und alleine dass du mit dir selber nicht klar kommst.

Tatjana

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 7 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Do 4. Apr 2019, 00:20

https://www.spiegel.de/plus/vom-mann-zu ... 0162167245
auch Detransition kommt vor!
-und der Person kann man sicherlich nicht mangelnden Intellekt vorwerfen!
-und auch kein Scheitern in der weiblichen Rolle!
Ich jedenfalls finde es gut, daß hier im Forum Transition und Detransition thematisiert werden!
von DWT bis GaOP - jede(r) muß den individuell richtigen Weg finden!
Die 1. üble transphobe Pöbelei habe ich hinter mir - ganz verdaut hab ich sie noch nicht!
Wohin die Reise geht? - ich weiß es noch nicht!
LG Elly

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 8 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 4. Apr 2019, 00:51

Hallo Toni,

will mich Elly anschließen, Detransition kommt vor, ganz sicher.
Daher finde ich Deinen Thread (und alle mit dieser Thematik) berechtigt und auch wichtig.
Ich wünsche jeder und jedem, die jeweils richtigen Entscheidungen zu treffen!

Liebe Grüße
Bea
future is female

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 9 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Do 4. Apr 2019, 02:20

Um es mal mit den Worten der Nutzer hier zu beschreiben: Ich habe auch mit meiner Transition einen gewaltigen Schiffbruch erlitten. Sämtliche medizinische Maßnahmen haben im Grund versagt. Allerdings hatte ich vor genau zwei Tagen einen regen Traum, in dem ich detransitioniert bin und es bitter bereut habe. Da ich oft an Wachträumen leide, war das sehr nah an meinem Gefühlsleben und ich habe dort gemerkt, dass es keine Option für mich ist. Zugegeben war ich sehr überrascht, dass mein Kopf dies im Traum thematisiert, aber offenbar ist es etwas, dass mich immer beschäftigt.

Es macht nur keinen Sinn dies mit anderen Menschen zu diskutieren. Schon gar nicht im Internet. Entweder man bespricht dies mit einem Profi bzw. geschultem Person oder mit jemandem, dem man tief vertraut. Aber selbst da kann man schnell auf Unverständnis stoßen. Verständnis wird man sehr, sehr selten finden.

Insofern ist das auch eine Sache, die Du grundlegend mit Dir ausmachen musst.

Toni Smith
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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 10 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Do 4. Apr 2019, 09:46

Wenn man Detransition thematisiert triggert es die Leute schnell, weil sie sich davon bedroht fühlen. Sie wollen nicht mit ihren Zweifeln konfrontiert werden. Zweifel gehören aber zum Weg dazu. Egal ob man ihn geht oder nicht. Ich möchte auch niemanden bekehren. Ich möchte nur eine andere Sichtweise aufzeigen und vielleicht auch meinen eigenen Erkenntnisprozess dokumentieren. So machen es schließlich auch die anderen.

Ich hatte jetzt letztes Wochenende die Möglichkeit mal mit ein paar meiner Freunde zusprechen, bzw. kamen sie an und haben nachgefragt wie es denn jetzt weitergeht. Im Grunde habe ich meine Detransition ihnen nochmal bestätigt. Interessanter weise wächst nun wieder mein Bedürfniss mit der HRT anzufangen.

Ich glaube ich tranistionieren halt nicht gerene öffentlich. Ich möchte auch nicht rechtlich oder sozial oirgendwas ändern, ich mag halt den Körper und gut ist. Ich will nicht für andere Transitionieren. Das ist mein Ding. Ich bleib ich nur mit dem weiblicheren Körper, weil sich das halt richtig anfühlt.
Aber ich hab manchmal Angst, dass ich in unserer "idioten Gesellschaft als Frau leben muss" - Zitat Monika Donner.

Schiffbruch hab ich mit der Transition gar nicht erlitten. Es lief ja alles super und wurde auch von allen super aufgenommen. Hätte ich die HRT weiter gemacht, hätte ich jetzt vermutlich bis auf die Stimme ein super passing. Rein Emotional hat es mich aber komplett fertig gemacht.

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 11 im Thema

Beitrag von Mina_35 » Do 4. Apr 2019, 10:39

Dazu möchte ich auch mal was sagen, weil mch das Thema natürlich auch beschäftigt, natürlich auch nochmal besonders direkt bevor ich nun starte und quasi mein halbes Leben auf den Kopf stelle, wenn man das so nennen kann.
Es ist jedenfalls wichtig das man so zu dem Thema informiert, besonders auch zuhört woran es bei einigen denn mit der HRT gescheitert ist, um für sich nachzudenken, um einem selber das möglicherweise auch passieren könnte, weil man im selben bereich sich "anfällig" fühlt. Natürlich ist aber auch jeder Weg einzigartig.

Ich für mich habe inzwischen so einige Geschichten gelesen und gehört, z.b. von Teenagern, die Glauben eine Transition durchführen zu müssen und dann den Weg wieder zurückgehen, nur weil sie "mitgelaufen" sind bzw es einfach überstürzt haben oder andere die es bereuhen und zurückgehen weil die Umwelt damit nicht klarkommt. Die selteneren Geschichten sind eher von leuten, die innerlich damit nicht mehr klargekommen sind und dann entschieden haben zurückzugehen.
Aber so ist das Leben, dafür sollte man sich auch nicht rechtfertigen müssen.

Es ist zwar recht nervig zu einem Therapeuten gehen zu müssen und gewisse weitere Voraussetzungen erfüllen zu müssen, um überhaupt zur HRT zugelassen zu werden, aber andererseits muss man einige Leute auch vor Schaden bewahren. Ich fands auch bisher recht nervig, aber vor einem dritten zumindestens Hinweise und denkanstöße zu bekommen ist hilfreich.

Wer zweifel hat sollte diese Ansprechen können, ich freue mich auf den weiteren Weg und es wäre sicher falsch zu sagen, das ich keine Angst vor der Zukunft hätte und wie es wohl in ein paar Jahren aussehen wird, aber ehrlich gesagt, lass ich die Angst zu und mach das beste draus. Vom Kaliber her ist es die selbe Angst, wie den Arbeitsplatz und/oder den Wohnort zu wechseln. Wichtig ist, das man leute um sich herum hat, die einen Unterstützen, egal wie man sich entscheidet.

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 12 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Do 4. Apr 2019, 16:58

Das ist aber eine eher einseitige Betrachtungsweise.

Es gibt genügend "Ältere", die nicht einfach mitgelaufen sind, sondern sich sehr, sehr gut überlegt haben, was sie da wollen und machen. Vor allem eben die Hormontherapie gleicht aber eher einer Losbude, als einer gezielten, gewollten Behandlung. Da liegt doch vielfach das Problem.

Es ist doch völlig absurd zu glauben, dass man im Endeffekt die Katze im Sack kauft und sich vorher schwört, auch ganz sicher nicht enttäuscht zu sein, wenn es nicht klappt. Das kann man sich vornehmen, aber funktioniert selten. Und wenn man diese große Enttäuschung für sich erlebt, manövriert man sich automatisch in eine Sackgasse. Zurück will man unter keinen Umständen - eben weil es das richtige war - auf der anderen Seite machen die Ergebnisse extrem unzufrieden.

Ich kenne wirklich sehr, sehr viele TS, die nicht zufrieden sind. Das reicht von "nur ein bisschen unzufrieden" bis hin zu Suizidgedanken. Es spricht nur niemand drüber und darum erscheint es oft so, als funktionierte das für viele. Tut es nicht. Und das alles passiert ja nicht, weil man nicht informiert war oder einfach nur Trittbrettfahrer, sondern weil die Ergebnisse schlichtweg nicht da sind. Vor allem eben wenn man keine 20 mehr ist.

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 13 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Do 4. Apr 2019, 17:25

Gerade bei der HRT muss man Kontrolle abgeben können. Ich als Kontrollsüchtige Person hatte gehoft mit der HRT etwas gefunden zu haben was man kontrollieren kann. Kann man nicht, wie sich herausstellte. Darum hab ich auch lieber Alkohol getrunken statt Gras geraucht. Weil der Output bei Gras immer ein anderer war. Nicht vorhersagbar. Mal war ich gesprechig, dann lustig und dann lag ich kotzend in der Ecke. Bei Alkohol wusste ich Bier macht mich müde, Whisky traurig und Wein lustig.

Während der Transition probierte ich viel aus. Ich hatte keine Verantwortung gegenüber niemanden und daher waren mir gesundheitliche Konsrquenzen nicht wichtig.
Das änderte sich plötzlich als ich meinen Freund kennenlernte. Plötlich hatte ich Verantwortung für meinen Freund dazusein. Ich bekam so eine Angst um meine Gesundheit das ich Rauchen (womit ich erst während der HRT angefanfen habe), Alkohol, Zucker und Milchprodukte verbannte. Schließlich auch die HRT.

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 14 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Do 4. Apr 2019, 17:30

Es wird mir auch imner mehr klar das ich unter HRT eine andere Person bin. Eine Person die ich gar nicht sein möchte. Und umso weiter die HRT vorranging umso mehr hatte ich das Gefühl mein altes Selbst zu verlieren. Ich möchte gerne das beste aus den beiden Persönlichkeiten sein und nicht eine für die andere eintauschen.

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Re: Detransition - Der Weg zurück -

Post 15 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 5. Apr 2019, 01:37

Wobei natürlich die Wirkung von Testosteron sehr viel eindeutiger und vorhersehbarer ist. Aber planbar ist sowas natürlich nicht. Und klar, Testosteron ist etwas, dass nicht unebdingt die "positiven Seiten" eines Menschen herauskehrt, sondern ihn egoistischer macht. Männer habe eher diese Wettstreitinstinkt und "greifen durch" ... das ist die Natur dieses Hormons. Wobei das natürlich nicht heißt, dass man während dieser HRT zum "Arschloch" mutieren muss.

Ich kann tatsächlich auch das volle Gegenteil vom Östrogen bestätigen - man wird noch empathisch und emotionaler. Das sind wirklich keine Klischees. Aber das bin ich und ich mag das alles, wie es ist. Wenn der Körper da noch mitgehen würde, wäre alles gut. So ist es aber eben ein recht fauler Kompromis, den man leben lernen muss. Und das ist viel, viel Arbeit.

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