Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen - # 2

Lebensplanung, Standorte
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ExuserIn-2018-08-05
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Di 24. Jul 2018, 16:49

dunkles_sternchen hat geschrieben:
Di 24. Jul 2018, 16:37

Nee, habe das tatsächlich unter professioneller Anleitung gemacht über viele Monate. Es ist einfach nicht meins. Ganzen Tag am Schreibtisch und dann auf der Couch meditieren. Mein Körper will Bewegung.
Meine Annäherung an Meditation hat mehrere Anläufe, über mehrere Jahre gebraucht - so immer mal wieder - und ich dachte zwischendurch auch oft, lass mich blos in Ruhe mit dem Scheiss. :lol:

Aber gerade in Verbindung mit Sport ist es sehr wirksam gegen Depression.

Wollts nur gesagt haben, ohne Dich überreden zu wollen.
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dunkles_sternchen
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 17 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 27. Jul 2018, 01:29

So, heute mal wieder einer der Abende, wo ich denke: Scheiße alles. Warum haste das gemacht ...

Wie gesagt, man kann immer viel reden. Und dann noch mehr reden. Und die Woche drauf wieder. Ändert ja nichts. Ich bereue meine Transition und was damit einher ging und das wird niemand auf der Welt revidieren können. Das ist passiert und ich werde ewig darunter leiden, weil ich jeden Tag davon betroffen bin - in Form von Schmerzen, schlechtem Aussehen, etlichen Handicaps. Das kann man einfach nicht mal eben ausblenden oder so. Geht einfach nicht.

Life sucks. Fertig.

Vicky_Rose
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 18 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 27. Jul 2018, 07:07

Hi Sternchen,

ein paar Deiner Punkte sehe ich grundsätzlich anders. Über Schmerzen, Aussehen und Handicaps kann ich nichts sagen. Ebenso wenig über das, wie es sich entwickeln wird.

Aber:
dunkles_sternchen hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 01:29
Wie gesagt, man kann immer viel reden. Und dann noch mehr reden. Und die Woche drauf wieder. Ändert ja nichts.
Doch, jedes Reden ändert ein klein wenig. Aber letztlich steht die Motivation im Mittelpunkt. Warum willst Du reden ? Suchst Du eine Lösung oder geht es ums "Jammern" ? Wo liegen Deine Schmerzen, im körperlichen oder im seelischen Bereich ? Was schmerzt am meisten ?
dunkles_sternchen hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 01:29
Ich bereue meine Transition und was damit einher ging und das wird niemand auf der Welt revidieren können. Das ist passiert und ich werde ewig darunter leiden, weil ich jeden Tag davon betroffen bin - in Form von Schmerzen, schlechtem Aussehen, etlichen Handicaps.
Stimmt, deine Transition kannst Du nicht revidieren. Ich denke, ob Du ewig darunter leidest, kannst Du beeinflussen.
dunkles_sternchen hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 01:29
Das kann man einfach nicht mal eben ausblenden oder so. Geht einfach nicht.
Auch da stimme ich Dir zu. Aber kannst Du Deine Einstellung nicht ändern ? Ich meine das im Sinne von "Scheiße gelaufen, aber ab heute mache ich mein Leben besser". Der Blick zurück, wie z.B. "ach, ich hab's versaut, das wird nie wieder" dürften wie eine enorme Bremse wirken. Mach die Bremse los, wird diese Gedanken über Bord. Fang mit dem einfachsten an, aber fang an. Häng' Dir einen Zettel an den Spiegel auf dem steht, "Mir geht es jeden Tag etwas besser". Und immer wenn Du ihn siehst, nimmst Du es Dir fest vor. Oder mach irgend etwas anderes. Z.B. wenn Du hier schreibst, schreibst Du in jeden Beitrag auch etwas positives.
dunkles_sternchen hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 01:29
Life sucks. Fertig.
Oder doch lieber Jammern ? Es ist wirklich so, dass Du die Wahl hast. Es ist nicht einfach und es geht nicht schnell. Aber irgendwann ist es soweit, dann kannst Du Deine dunklen Wolken hinter Dir lassen. Ich bin überzeugt, Du hast die Stärke dazu.
Viele Grüße
Vicky

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Sahara65
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 19 im Thema

Beitrag von Sahara65 » Fr 27. Jul 2018, 07:25

Eine gewisse Unsicherheit mit allem beschleicht mich ja auch, aber das ^^

Sry, für mich klingt das alles nicht im Kopf nur annähernd durchgespielt.
Medikamente in Frankreich geholt und OP in Thailand alles ohne jegliche Begleitung.

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Fr 27. Jul 2018, 07:40

Sahara65 hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 07:25
Eine gewisse Unsicherheit mit allem beschleicht mich ja auch, aber das ^^

Sry, für mich klingt das alles nicht im Kopf nur annähernd durchgespielt.
Medikamente in Frankreich geholt und OP in Thailand alles ohne jegliche Begleitung.
Wirklich sehr hilfreich, jemandem zu sagen wie blöd sie doch ist. Wie schaffst Du das nur so konstruktiv zu sein? (ap)
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Luna
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 21 im Thema

Beitrag von Luna » Fr 27. Jul 2018, 09:25

Hallo Sternchen,

ich lese seit geraumer Zeit Deine Posts in diesem und auch anderen Threads mit und mein Eindruck ist, dass Du mit der psychischen Verarbeitung der Konsequenzen Deiner seinerzeitigen Entscheidung - trotz Therapie - nicht wirklich weiter kommst.
Ich habe ständig mit Leuten zu tun, die (aus anderen Gründen) mit ähnlichen Situationen konfrontiert sind. Zum Beispiel Menschen, die alkoholisiert oder zu schnell gefahren sind und dadurch Unfälle mit schweren Folgen, wie dem Tod von Mitmenschen oder dauerhaften eigenen schweren Behinderungen verursacht haben. Leute, die durch Konsum von Methamphetaminen ihren Körper völlig zuerstört haben usw. Menschen also, die auch "selbst schuld" an ihrer jetzigen Misere sind und sich oftmals noch zusätzlich den Vorwurf machen (lassen müssen), dass (auch) andere Menschen durch ihre Handlungen zu Schaden gekommen sind. Oft auch Menschen, die - so wie Du - ein Leben lang selbst unter den Konsequenzen zu leiden haben.

Natürlich ist es wichtig, die Entscheidungen, die man seinerzeit getroffen hat, zu reflektieren, die Ursachen und Gründe, die zu diesen Handlungen mit ihren schweren Konsequenzen geführt haben zu erforschen, zu hinterfragen. Auch muss es eine Zeit geben, in der man sich selbst Vorwürfe macht oder mal selbst auf den Kopf schlägt, weil man leichtsinnig, unbedarft oder was auch immer gewesen ist. Diese kritische Selbstreflexion ist durchaus wichtig.

Es kommt dann aber auch der Punkt, wo man diese "Schuldfrage" oder das "Warum nur?" abhaken muss, weil alles reflektiert und die "Schuldfrage" geklärt ist. Die "Strafe" hat man ohnedies in Form der täglichen körperlichen Beeinträchtigungen zu tragen. Damit ist die Schuld beglichen. Ist etwa ein leichtsinniger Autofahrer nach einem Unfall querschnittgelähmt, kann er sich für den Rest seines Lebens wegen seiner Dummheit hassen oder aber er nimmt irgendwann dieses (selbstverschuldete) Schicksal an und versucht das Beste daraus zu machen. Er wird sich natürlich jeden Tag bis ans Ende seines Lebens nach dem Aufwachen wünschen, er könnte einfach aufstehen und all die Dinge machen, die eben möglich sind, wenn man nicht gelähmt ist. Und dennoch kann man sich mit so einer Situation arrangieren und das Leben trotzdem lebenswert und schön finden.

Was ich sagen will: Vielleicht würde es Dir helfen, Dich mit Leuten zu unterhalten, die sich auch durch ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen in eine sehr schwierige Lebenssituation gebracht und dennoch einen Weg gefunden haben, damit umzugehen und wieder neuen Lebensmut zu fassen. Es geht.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und
alles Liebe
Luna

dunkles_sternchen
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 22 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 27. Jul 2018, 13:33

Luna hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 09:25

Was ich sagen will: Vielleicht würde es Dir helfen, Dich mit Leuten zu unterhalten, die sich auch durch ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen in eine sehr schwierige Lebenssituation gebracht und dennoch einen Weg gefunden haben, damit umzugehen und wieder neuen Lebensmut zu fassen. Es geht.
Meine Mom vielleicht. Wir reden viel. Was ich aber sagen wollte: Man kann körperliche Diskrepanzen NICHT WEGREDEN. Die sind da und da hilft das ganze Gequatsche nicht. Mir ist völlig schleierhaft, wie Leute immer auf die Idee kommen organische und physische Dinge "besprechen zu wollen". Sicherlich, man kan sich dazu konditionieren das irgendwie alles nicht so bitter zu sehen und sein Leben zu leben - davon wirds aber nicht besser. Man trainiert sich nur an es irgendwie gelassener zu sehen. Anstatt die Ursache zu beheben, lernt man "wegzuschauen". Die Ursache ist aber leider nicht zu beheben und so bleibt eine nur das ... mit aufrichtiger Ehrlichkeit hat das dann für mich nichts mehr zu tun.

Und irgendwie wurde das hier auch super falsch aufgenommen:

Die Entscheidung zur Transition war 100% richtig und unausweichlich.Das Problem ist DAS RESULTAT. Hätte ich vorher gewusst, dass weder die Hormontherapie erfolgreich ist, noch alle meine OPs und ich hinterher chronisch krank bin, die Haare verliere und mit Ekzemen übersät bin, hätte ich schweren Herzens damals NEIN gesagt. Dann wäre ich heute nach wie vor depressiv. Aber wenigstens körperlich gesund, könnte Sport machen, um wenigstens etwas im Leben zu haben. So bin ich körperlich kaputt und die Seele ist es deshalb auch.

Ich habe mir das damals schon extrem gut überlegt, bin nicht gleich mit Rezept in die Apotheke - im Gegenteil. Ich wusste aber für mich: Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein wird, wird es dein größter Albtraum!!! Aber ich war damals bereit das Risiko einzugehen.

Ganz ehrlich: Ich hätte nie damit gerechnet, dass ein einziger Mensch so viel Pech haben kann. Niemand hat das.

Vicky_Rose
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 23 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 27. Jul 2018, 13:49

Man trainiert sich nur an es irgendwie gelassener zu sehen. Anstatt die Ursache zu beheben, lernt man "wegzuschauen".
Solange Du das glaubst, kommst Du nicht weiter. Ich habe nie gesagt, dass Du die physischen Ursachen beheben kannst. Es geht auch nicht um Gelassenheit, Konditionierung oder Wegreden. Im Gegenteil, es geht darum zu akzeptieren, dass Du jetzt so bist, wie Du bist. In der echten Akzeptanz liegt die Chance, dass Du für Dich an einen Punkt kommst, in Deinem Leben wieder Freude zu erfahren.

Aber wenn Du das nicht annehmen willst, musst Du weiter machen wie bisher. Das kann Dir auch niemand abnehmen. Und Deine Schmerzen etc. wirst Du in jedem Fall weiterhin haben. Es ist wie bei einem Menschen, der nicht wahrhaben will, dass er eine Brille braucht und sie deshalb ablehnt. Irgendwann kann er nicht mehr lesen, Auto fahren etc. und dann hadert er mit der Welt, dass früher alles besser war, statt sich zu freuen, dass für seine Misere eine Lösung gibt. Bei Dir ist es eben eine Runde heftiger.

Aus meiner Sicht ist Dein wahres Problem ist nicht Deine Schmerzen oder Dein Aussehen, auch wenn es schlimm für Dich ist. Dein Problem liegt woanders. Und wenn Du Dich nicht magst, mag Dich auch kein anderer. Alle werden früh oder später aufgeben, weil es für sie unerträglich wird. Hast Du nicht das Gefühl, dass Du etwas an Deinem Leben ändern musst ? Dann bekomme endlich Deinen Arsch hoch und fang an. Aber suche nicht an den Stellen, an denen Du nichts ausrichten kannst. Andere können das nicht für Dich tun.
Viele Grüße
Vicky

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Christiane04
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 24 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Fr 27. Jul 2018, 14:00

Hallo Sternchen,

Dein Wunschleben hat dir übel mitgespielt! Aber du warst auch davor schon depressiv......hattest du die Erwartung, dass du nach der Transition aus deinen Stimmungsnöten einfach so heraus bist? Wenn es so war, vielleicht ein bisschen nur, dann hast du deine Probleme verschoben. Was sehr menschlich ist!
Vicky hat sehr recht und ich will nur noch anmerken, dass hier nicht klar wirst ob du auch positive Gedanken hast u dir über deren Kraft für dich selber im Klaren bist. Du bist sehr intelligent u belesen, aber ich würde mir gerade von dir wünschen, dass du mal einen positiven Vorsatz bekannt gibst und dich daran hälst. Nach all den mitfühlenden Posts hier.
Ich denke zum Beispiel an jeden Tag bewusst 5min positiv denken ! Ich weiß, du sagst dann wieder Selbstkonditionierung etc......lass es doch bitte und es ist nur ein Vorschlag aus der Ferne.

Ich finde dich gut u mag deine ehrlichen Posts, Christiane ))):s

ExuserIn-2018-08-05
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Fr 27. Jul 2018, 22:46

dunkles_sternchen hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 13:33
Ganz ehrlich: Ich hätte nie damit gerechnet, dass ein einziger Mensch so viel Pech haben kann. Niemand hat das.
Oh doch, sehr Viele sogar! Da hast Du keine Sonderstellung und Du bist sogar am Leben. Aber ich kann es gut verstehen, wenn die Lebensqualität nicht mehr vorhanden, oder stark beeinträchtigt ist. Ich habe auch ein körperliches Leiden, was immer mal wieder schlimmer wird und wo so Gedanken kommen "das wars jetzt" - also wirklich so schlimm. Und manchmal frage ich mich auch, wofür eigentlich noch. Auch ich bin über meine verlorene Unversehrtheit sehr traurig, um es milde auszudrücken. Zum Glück habe ich noch genug Lebenswillen

Manche Menschen haben einfach Pech. Wie manche Kinder, die mit einer unheilbaren Krankheit geboren werden und nur wenige Jahre hier verbringen können. Leider ist das so.

Auch wenn Dich das vielleicht abstoßen mag, wir sind uns in vielen Punkten sehr ähnlich wenn ich lese, was Du so schreibst.
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dunkles_sternchen
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 26 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Sa 28. Jul 2018, 03:14

Kati_nx hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 22:46
Ich habe auch ein körperliches Leiden, was immer mal wieder schlimmer wird und wo so Gedanken kommen "das wars jetzt" - also wirklich so schlimm. Und manchmal frage ich mich auch, wofür eigentlich noch. Auch ich bin über meine verlorene Unversehrtheit sehr traurig, um es milde auszudrücken. Zum Glück habe ich noch genug Lebenswillen
Hast Du Angst vorm Sterben? Ich nicht. Man schluckt ja nicht 30 Schlaftabletten, weil man Angst hat ... darum sage ich: Es gibt da in mir durchaus einen Prozess, der vielleicht nicht ganz dem Durchschnitt entspricht. Und ich weiß auch heute, was das Leben Wert ist - was es Wert sein kann. Und ganz viele Leute bewundern mich auch, weil ich so stark bin und nicht aufgehört habe zu kämpfen. Ich sah das nie so, aber begriff dann irgendwann, was sie meinten. Ich bin extrem hartnäckig unf dickköpfig und gebe auch nicht auf. Nie. Ich habe das nie getan und werde es nicht.

Ich werde aber auch nicht schluchzend in der Reihe stehen, wenn ich dran bin. Lieber bis 60 leben, als bis 80 zu funktionieren. Der Tod ist nicht etwas, dass ich aus meinem Leben ausklammere, sondern ist Teil desselben. Immerhin bin ich dann frei und nicht mehr auf die Fesseln des Körpers angewiesen. Ich finde da also durchaus auch meine Trost, selbst in dem Bewusstsein, dass es eine völlig irrationale Vorstellung ist. Das ist das Leben "als Frau" aber auch.

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 27 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Sa 28. Jul 2018, 07:37

dunkles_sternchen hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 03:14

Hast Du Angst vorm Sterben? Ich nicht. Man schluckt ja nicht 30 Schlaftabletten, weil man Angst hat ...
... Immerhin bin ich dann frei und nicht mehr auf die Fesseln des Körpers angewiesen. Ich finde da also durchaus auch meine Trost, selbst in dem Bewusstsein, dass es eine völlig irrationale Vorstellung ist. Das ist das Leben "als Frau" aber auch.
Angst vor dem Sterben schon irgendwie, zumindest dass ich es nicht bestimmen kann und keine Kontrolle darüber habe. So 10 Jahre im Koma gehalten zu werden und alles mitzubekommen, ohne sich rühren zu können finde ich schon beängstigend, oder unter großen Schmerzen - das muss auch nicht sein.

Angst vor dem Tod hingegen eher weniger. Vor vielen Jahren war ich ja mal Anhänger des Konzepts der Wiedergeburt. Denn wenn ich schon hier ungefragt reingeworfen werde, warum sollte dass dann nicht noch mal irgendwie anders passieren, auch in einer anderen Form nach dem Tod. Dazu die Analogien im Leben, Tag, Nacht, Wachen, Schlafen - aber was heißt das schon. Da ich aber gar keine Erinnerung an was davor habe, oder auch in Vollnarkose so gar nichts mehr da ist, ist das für mich ziemlich unwahrscheinlich. Aber es gibt ja so viele, die nicht unglaubwürdig behaupten, dass da was wäre. Somit bleibt eine kleine 5-10% Befürchtung. :mrgreen:

Wohingegen ich schon Angst vor habe, ist Nichtexistenz. Keine Sinnesfreuden mehr zu genießen, die schönen Erinnerungen, Begnungen und Erlebnisse. Das alles aufgeben zu müssen finde ich schon sehr schade.

Ich find ja gut, wie im Zen Buddhismus damit umgegangen wird: ja nu, is halt so. :wink:
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 28 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Sa 28. Jul 2018, 07:57

Du hast mich übrigens wieder dazu gebracht, mich mit jüdischer Mystik zu beschäftigen. Hiob war ja für mich immer eine Figur des besonderen Interesses. Auf der Seite der Stiftung Friedrich Weinrebs, er war mal Chasside, gibt es sogar grad passend einen Gratis Audiovortrag mit dem Thema: Der Sinn der Leistung. Das war ja auch was, was bei Dir mal Thema war, Leistungsgesellschaft.

Ich glaube zwar nicht so richtig, dass das was für Dich ist, aber vielleicht ja doch. Der Autor Michael Ende sagte mal über Friedrich Weinreb, er sei der letzte große Kabbalist gewesen. Ich habe dort schon über 600 Euro für Bücher und Vorträge ausgegeben, wirklich sehr interessant und zu empfehlen, für alle die die Bibel ein wenig besser verstehen wollen.

Die Gratis Vorträge wechseln von Zeit zu Zeit. Hier der Link:

https://weinreb-tonarchiv.de/Gratis-Vor ... ch-Weinreb
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 29 im Thema

Beitrag von ascona » Sa 28. Jul 2018, 09:40

Kati,
Kati_nx hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 07:37
Ich find ja gut, wie im Zen Buddhismus damit umgegangen wird: ja nu, is halt so. :wink:
Ich wusste gar nicht, daß ich Zen Buddhist bin. :lol:

Das gibt es auch bei den Kölnern:
Wat kütt, dat kütt. Et kütt wie et kütt. ---)))

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 30 im Thema

Beitrag von Magdalena » Sa 28. Jul 2018, 10:48

Hallo Sternchen,


bewusst habe ich das Wort dunkles weggelassen. denn Sternchen sollen ja hell leuchten und nicht dunkel verblassen. Ich will dir nicht abreden, dass Deine Entscheidung richtig ist. Es ist ja Deine Entscheidung, und Du stehst ja auch heute trotz des Ergebnisses noch dazu. Jetzt ist damals aber einiges nicht so verlaufen, wie Du es Dir gewünscht oder vorgestellt hast. Und so wie Du es schreibst, würde ich dies nicht mal meinen ärgsten Feinden wünschen.


Nun ist es aber geschehen, und Du musst mit dem Ergebnis Dein Leben in den Griff bekommen. Es ist sicher keine leichte Aufgabe, Sternchen. Ich will sagen Du solltest Dir nicht so viele Gedanken machen was schlecht gelaufen ist, Du brauchst es aber auch nicht krampfhaft verdrängen. Nein. Aber es gibt doch sicher Dinge an denen du Freude hast, Hobbys zum Beispiel. Gibt es Menschen in Deiner Umgebung, die Dich so annehmen und mit denen Du etwas Schönes erleben kannst. Also do nicht so sehr den Focus auf das legst, was dich belastet, liebes Sternchen. Ich kann dir nur raten, es ist Dein Leben, mach was daraus.


Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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