Rabea-Marie, die Geburt einer Frau
Rabea-Marie, die Geburt einer Frau - # 4

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Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 46 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 18. Aug 2017, 09:59

Guten Morgen Vicky,

nun ist genau das was du beschreibst dass, woran wir gerade arbeiten. Weg von der Diskssion über Bedürfnisse, hin zum miteinander teilen der Emotionen. Natürlich dürfen auch Bedürfnisse nicht ganz außer acht gelassen werden, nur haben wir festegestellt dass, ein Bedürfnis zu aktzeptieren und zu verstehen, viel leichter fällt wenn man vorher den Emotioanlenrahmen aufgeklärt hat.

Die größte Diskrepanz besteht bei meinem Bart... Das seltsame und irgendwie auch verstörende daran ist, das diese Diskrepanz nicht zwischen mir und meiner Frau besteht, sondern sich mehr als Rabea gegen mich und meine Frau darstellt. Ich mag meinen Bart, ehrlich, als Mann find ich ihn super und ich finde mich auch mit Bart deutlich atraktiver als ohne. Ebenso empfindet meine Frau, sie kennt mich nur mit Bart. Aus dem anfänglichen drei-Tage-Bart wurde ein Vollbart, welcher jetzt langsam wieder zum drei-Tage-Bart schrumpft. Jetzt könnte man sagen, na ist doch ganz klar, zwei gegen eine, der Bart bleibt dran! So einfach ist es dann leider doch nicht. Ich möchte keinesfalls aussehen wie Frau Wurst (ich möchte auf keinen Fall hier Frau Wurst diskreditieren!) nur bin ich leider keine Ikone als dass ich mir sowas leisten könnte, genauso wenig möchte ich eine sein. Wenn ich Rabea bin möchte ich auch Frau sein und auch das Maß an weiblicher Attraktiviät erreichen welches mir möglich ist. Deshalb steht für mich völlig außer Frage dass wenn ich Rabea sein möchte, der Bart muss weg...

Dieses Thema bereitet uns das größte Kopfzerbrechen. Dass ich den Bart abrasieren "will" ist auch das schwierigste von allem für meine Frau. Seit Tagen mache ich mir gedanken über eine Lösung, ob ich durch andere Veränderungen mein Attraktivitätslevel als Mann ohne Bart für meine Frau wieder erhöhen kann? Wenn ja, welche?
Das ließe sich ohnehin nur herausfinden wenn der Bart erst einmal ab ist...
Oder was wenn ich den Bart doch dran lasse, wenigstens für Zuhause? (auf keinen Fall für die Öffentlichkeit!) Aber bin ich dann wirklich Rabea, kann ich mich Bart richtig weiblich fühlen?
Ich glaube nicht...

Hier prallen Emotionen und Bedürfnisse aus drei Ecken ungebremst aufeinander... Meine Frau kann schon verstehen weshalb der Bart eigentlich weg "muss" aber wenns sie das sagt und ich sehe ihren wehmütigen Blick, werd ich traurig und bekomme ein schlechtes Gewissen. Andererseits wäre ich genauso traurig wenn der Brat DRAN bleiben müsste...
Ich hadere mit uns dreien, ob ich ihr das wirklich zumuten kann/will/muss... Welches der drei Endungen zutrifft kann ich noch nicht sagen.

Lg Rabea

Vicky_Rose
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 47 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 18. Aug 2017, 10:54

Hallo Rabea,

mir ist beim Schreiben meines Beitrags etwas bewusst geworden, was ich seit Jahren und Jahrzehnten vor mir her schiebe. ChrisTina hat das mit dem Gedicht auf den Punkt gebracht. Meine Frau weiß von meiner weiblichen Seite. Da habe ich ich auch von Anfang an kein Versteckspiel daraus gemacht. Aber wenn wir darüber gesprochen haben, bin ich immer emotional sehr häufig sehr schnell an meine Grenzen gekommen. Diese Überempfindlichkeit beim Thema Trans war immer ein Hemmnis. Zur Zeit bin ich en femme alleine auf einem Segelurlaub und beim Lesen der Mails ist mir klar geworden, dass ich mich ganz in unsere Beziehung einbringen muss. Ich habe meiner Frau einen langen Brief geschrieben, in der ich genau das versuche, was Du oben angesprochen hast: das Teilen der Emotionen. Es kam mir ja irgendwie immer auch ein Stück lächerlich vor, meiner gegenüber vom Frausein zu reden. Aber das Gefühl ist ja nun einmal da. "Hier stehe ich nun und kann nicht anders". Ich habe keine Ahnung, wohin das führt, aber wenn ich mich als ganzen Menschen sehe und auch so wahrgenommen werden möchte, ist das der Weg.

So ein wenig ist das mit Deinem Bart auch. Weißt Du denn, was Du, unabhängig von Deiner Familie, damit machen willst ? Deinem Kind ist das egal. Es wird sich in Kürze daran gewöhnen. Und Deine Frau ? Meine Frau mag es nicht, wenn ich meinen Körper rasiere, aber es ist wichtig für mich und sie akzeptiert das. Daran hängt keine Ehe und für ein schlechtes Gewissen ist das kein Grund (auch wenn ich Dich da verstehe). Du machst nichts schlechtes. Es ist immer ein Dilemma, wenn wir es anderen nicht Recht machen können. Ist es eine Frage der Priorisierung ? Ich denke nein, denn sonst schwebt ja immer ein wenig der Vergleich im Raum, was denn wichtiger ist, die Gefühle der Partnerin oder der eigene Egoismus. Auf dieser Schiene wird es dann wirklich schwierig. So substanziell ist die Frage nicht. Meine Frau macht auch immer wieder einmal Bemerkungen, dass ich mich kratzig an Armen und Beinen anfühle und das tut mir weh. Aber sie hat es verstanden, dass es mich verletzt und es ist immer seltener geworden. Wichtig ist, dass die große emotionale Ebene stimmt.
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 48 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 18. Aug 2017, 11:50

Hallo Vicky,

eigentlich hat mich auch mehr meine Frau darauf gebracht den emotionalen Weg einzuschlagen als sie sagte
"Erzähl mir noch nicht immer was du alles möchtest, erzähl mir lieber wie du dich dabei fühlst"

So kam es dann dass wir angefangen haben Emotionen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen...

Du schreibst genau das was ich auch im Kopf hatte, mich aber nicht getraut zu sagen "
denn sonst schwebt ja immer ein wenig der Vergleich im Raum, was denn wichtiger ist, die Gefühle der Partnerin oder der eigene Egoismus.
Eben genau so einfach ist es nicht, sieht aber danach aus... Die Rechtfertigung dafür und der ausschluss des Egoismus lässt sich nur über die offenlegung von Gefühlen erreichen. Nur weiß ich nicht wie ich das in Worte fassen soll...

Mit dem Rest der Behaarung hab ich keinerlei schwierigkeiten. An den Armen hab ich weniger Behaarung als meine Frau, Brust, Achseln und Intimbereich rasiere ich sowieso schon immer. Mit rasierten Beinen hat sie auch kein Problem. Einzig der Bart...
Und dann verfall ich wieder in Gewissensbisse, sie macht mir so viele Zugeständnisse die den "normalen" Rahmen mehr als sprengen, sollte ich ihr dann nicht auch den Bart zugestehen?
Aber der Bart, wieso muss es ausgerechnet der Bart sein?
Egal was ich anziehen würde, egal welchen Aufwand ich betreiben würde mit Schminke, Perrücke, Brüste etc... Der Bart würde alles zunichte machen und keinerlei Gefühl der Weiblichkeit zulassen. Wahrscheinlicher noch, wäre mir das ganze dann auch noch peinlich!
Peinlichkeit... Peinlichkeit ist genau das Gefühl welches sich bei mir einstellt wenn ich nur daran denke mich en femme fertig zu machen und den Bart dran zu lassen.
Das wiederum führt dann dazu dass mir auch die lust daran vergeht...

Lg Rabea

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 49 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 18. Aug 2017, 12:02

Kleiner Nachtrag:

Heute ist mir selbst bewusst geworden wie stark die maskuline Wirkung von einem Bart ist...
Ich war bei FB und beim scrollen schiebt sich nach und nach ein Foto von einem befreundeten Pärchen ins Bild. Beide tragen darauf einen Schnurrbart und als nur die Köpfe zu sehen waren, war mein erster Gedanke "was ist denn das für ein seltsamer Typ mit ihm auf dem Foto" erst als ich das Bild ganz gesehen hab, hab ich den "Typen" als seine Freundin identifiziert...

lexes
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 50 im Thema

Beitrag von lexes » Fr 18. Aug 2017, 14:37

ein großes Wow ... ausführlich und ehrlich
dazu gut geschrieben ...
hat mir sehr gut gefallen.
Du musst Deine Frau schon sehr lieben wenn Du in der Beschreibung Deines Weges zur Frau immer wieder Deine Holde erwähnst, schön für Euch

Mach bitte so weiter , lass mehr von Dir hören

Liebe Grüße

Lexi

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 51 im Thema

Beitrag von Mayu » Fr 18. Aug 2017, 17:18

Hey. Ich melde mich hier in letzter Zeit auch eher selten zu Wort. Um ehrlich zu sein hat mich dein Halloween Foto in nem anderem Theard neugierig gemacht. Bin selbst leidenschaftlicher Cosplayer (okay eher Crossplayer, männliche Charaktere such ich mir eigentlich nicht mehr aus^^) und versuch auch an Karneval und Halloween was darzubieten.

Deine Vorstellung hat mich gefesselt. Ich erkenne auch jede Menge parallelen zwischen deinem verhalten zu meinem und den deiner Frau zu meiner. Auch wir beide stehen uns ungewöhnlich nahe, nur Streit ist doch eher selten.

Ich habe mich ihr vor etwas mehr als 2 Jahren offenbart, und wollte als die Tür dann endlich offen war auch zu viel auf einmal... weniger lustig als erhofft war dann beispielsweise, als sie heim kam und ich im Dienstmädchenoutfit das Bad sauber gemacht hab... andererseits kam sie eines abends auf dem Sofa auch einfach auf mich zu, hat meine Hand gegriffen und sich meiner Nagelpflege,inklusive Klarlack auftrag, gewittmet.

Wenn ihr auch so eng seid und offen miteinander umgeht, wird sich das richtige Tempo zeigen denke ich. Es ist vielleicht unser eins etwas zu langsam, aber die Stabilität der Beziehung ist dann doch wichtiger. Ich hab das Gefühl, mein “Hobby“ hat uns noch weiter zusammen geschweißt. Ich wünsche euch,dass es euch genauso geht.

MfG Mayu

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 52 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Fr 18. Aug 2017, 18:58

Rabea-Marie hat geschrieben:
Fr 18. Aug 2017, 12:02
Kleiner Nachtrag:

Heute ist mir selbst bewusst geworden wie stark die maskuline Wirkung von einem Bart ist...
Ich war bei FB und beim scrollen schiebt sich nach und nach ein Foto von einem befreundeten Pärchen ins Bild. Beide tragen darauf einen Schnurrbart und als nur die Köpfe zu sehen waren, war mein erster Gedanke "was ist denn das für ein seltsamer Typ mit ihm auf dem Foto" erst als ich das Bild ganz gesehen hab, hab ich den "Typen" als seine Freundin identifiziert...
Passiert also auch "soviel" in Deinem näheren Umkreis ? Willkommen in der Welt der Symbolik ;) Schön das Du so tolle Freunde hast. Ich weiß jetzt nicht, inwieweit das Pärchen von Dir "unterrichtet" ist, aber falls es so ist: Sie zeigen Flagge ;) Falls sie es nicht wissen, nehmen sie ein paar Energien auf und schwingen "zufällig" mit.

Mein Schnäuzer kam kurz vor meinem 19. Geburtstag ab. Gut, zu der Zeit hatte ich grad eher Kurz-Beziehungen aber meiner Mutter war schon ein wenig "traurig". Naja, Irgendwann kam der 3 Tage Bart, aus dem ich mir öfter n Henriquatre (Bart um den Mund) gemacht hatte, der aber spätestens nach 1-2 Wochen wieder abkam. Das hab ich ziemlich oft gemacht bis ich dann nach meinem Umzug nach Rotenburg/Wümme oft mit nem Kollegen unterwegs war. Der hatte eigentlich nur n schmalen Kinn-Unterkiefer Bart und da hab ich dann oft den Henriquatre mit den schmalen Unterkiefer Bart kombiniert. Mochte sowieso schon immer Koteletten im Männermodus :)

Aber interessant ist das, was Du ansprichst bzgl. Deines Vollbartes allemal. Als ich nur den reinen Männermodus kannte, wechselste meine damalige Freundin öfter die Frisur. Mir tat es richtig weh, als sie ihre langen Haare abschnitt. Ich steh total auf Frauen mit langen Haaren und als ich dann mal mit einer Frau zusammen war, die sehr lange Haare hatte und die sich dann noch zwischendurch zu einem etwas strengeren Zopf flochte, da wurde ich echt zwischendurch zum Hengst... sorry :D Ich steh immer noch auf lange Haare bei Frauen, weiß aber auch, das sie sehr viel Pflege und Zeit in Anspruch nehmen. Würde mich aber "tierisch" freuen LOL, wenn sie mal wieder länger wären und es auch zu schätzen wissen und geniessen ;)

Als Mann ist man ja sehr eingeschränkt, was das Ausdrücken seiner Wesensänderung betrifft, ohne gleich "abzudriften", da das einfache archetypische männliche Prinzip an sich eher auf Funktion, Einfachheit und klare Linie abzielt und extreme Abweichungen schnell verunsichern und irritieren und mit dem Alter wirds oft noch schwieriger, wenn dann mal auf dem Kopf nur noch ein Mönchskranz a la Heiligenschein "leuchtet" ;)
Bart oder Stoppeln bewirken bei Frauen manchmal etwas "animalisches", und wenn ich mich dann manchmal nicht rasiert hatte, hab ich im nachhinein immer mit ihr gelitten, wenn sie nachher um den Mund immer aussah, als wenn sie nen Igel geknutscht hat :D Hab dann später immer Rücksicht genommen und den Bart dann auf die anderen Körperregionen (Bauch, Hals etc.) ausgeweitet ;)

Ohne Bart ist Mann natürlich "angreifbarer", wenn Du die Symbolik wahrnimmst, aber ich denke, wenn die Phase ein wenig abklingt zwischendurch, wirst er mal wieder länger wachsen. Ich merke es eher an meinen Beinen. Aktuell rasier ich sie mir regelmässig, aber immer nach dem abklingen rannte ich hinterher wieder rum wie n Yeti (hab relativ dunkle Haare und auch nicht wenig) :D

Das es sie traurig macht, ist verständlich, denn mit der Veränderung kommt auch Unsicherheit und ein wenig Angst auf, auch wenn der Kopf und Mund was anderes behauptet. Geh auf sie ein, was es für sie bedeutet, nehme sie wahr und zeige Ihr, das sie keine Angst haben muß. Reden hilft, aber zu viele Worte bedarf es nicht. Eher sind es die kleinen Gesten, mit denen wir unsere Zuneigung signalisieren und worauf Frauen vielmals sensibler reagieren.

Frau sein bedeutet nicht nur passiv empfangen und schön aussehen, sondern auch emotionale Wärme geben, was wir im Männermodus in unserer "zeitweiligen Beschränktheit" nicht immer sehen und auch beim umschalten in den Frauenmodus oft nicht beachten :)
Wir richten unser Augenmerk vielmals auf unsere Emotionen, unsere Bedürfnisse und vergessen dabei oft unser Gegenüber, wie Vicky auch schon angemerkt hat. Wir wollen anerkannt sein, möchten in unserer Andersartigkeit, die auf "viele" immer noch "befremdlich" wirkt, angenommen werden, und sind auch "fame collectors", wie Mina so schön ausdrückte, aber dann sollten wir auch unserem Gegenüber etwas zurück geben, nämlich das, was wir durch Ausdruck unseres inneren Wesens signalisieren wollen.

Eine kleine Annekdote zum Schluß:

Da steh ich nach Feierabend vor ein paar Tagen mit 3-Tage Bart an der Kasse, ganz normal als Mann und hab mir neben Brot Tomaten etc. auch n schönes Frauenhemdchen und n Frauenshirt gegönnt, was mir gefiel. Ich schau die sympathische Kassiererin - vielleicht Anfang 30 - an, Ihr in die Augen, sie lächelt und kassiert. Ich geh zum Auto, schaue nochmal ins Geschäft (große Fenster mit direktem Blick zur Kasse) von dort, wo ich geparkt habe und sie schaut nochmal in meine Richtung.
Welche Gedanken kommen jetzt? Hat sie evtl. was gemerkt? (unsere Gedanken drehen sich nur um uns)... falsch
Ich habe Ihr in die Augen geschaut und Ihr sympathisches Lächeln sowie der 2. Blick signalisierte mir etwas anderes, vielleicht fand sie es einfach nur schön, das ein ein Mann auch spontan an "seine Frau" denkt ;) die Doppeldeutigkeit dieser Worte brauch ich ja jetzt nicht noch extra betonen, oder?


LG einer heute friedliebenden
ChrisTina

PS: Mein innerer Mann lässt seiner holden Weiblichkeit jetzt erstmal ein schönes tiefenentspannendes Schaumbad ein ;)
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 53 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Sa 19. Aug 2017, 09:30

Guten Morgen!

Erstmal danke Lexi für das kompliment! Kann ich nur erwidern!

@Mayu, nun eigentlich hab ich noch nie wirklich Cosplay betrieben. Aber interessant find ich das schon, manche Kostüme sind wirklich beeindruckend! Vorallem wenn man bedenkt dass sie meistens selbst gemacht sind...

@Christina, nun das befreundete Pärchen schwimmt wohl nur zufällig mit, bisher weiß "es" nur ein sehr engbefreundetes Pärchen... Dazu später mehr. Mal dran gedacht dass die Verkäuferin dich einfach nur ansprechend fand? Damenkleidung kaufen kann nicht nur implizieren dass du ein netter Mann bist der an seine Frau denkt, sondern gleich auch, Vergeben, heißt: getestet und für gut befunden. Wenn ich mal alleine mit meiner Tochter unterwegs bin, ist nicht jeder Blick "oh das süße Baby" ;-)


Gestern war wieder ein ereignisreicher Tag, diese Tage häufen sich in letzter Zeit... Wir, oder besser gesagt ich, habe gestern einen meiner engsten Freunde und seine Frau eingeweiht.
Bei ihnen war es mir besonders wichtig dass sie es recht bald erfahren. Wir sind seit der Grundschule befreundet und seit gut zwei Jahren auch Nachbarn.
Aufgrund der Nachbarschaft wäre ich eh in absehbarer Zeit erwischt worden. Dieses Theater und ständige eventuelle flüchten beim rauchen auf der Terrasse wollte ich mir ersparen.
Außerdem war ich doch sehr sicher dass sie es gut aufnehmen und sich an der Freundschaft nichts ändert...
Kurze Nachricht an die Frau und in wenigen Minuten war sie unten, Er, war noch um die Ecke bei seinen Eltern. Sie fragte dann was ist, ich meinte nur "ich muss euch was sagen"
"Ja schieß los" "nee meinte ich, ich wills nicht zweimal erzählen. Wir warten auf Tom"
Sie war natürlich total neugierig und das wilde raten fing an. Natürlich war kein Treffer dabei, wer kommt denn schon auf sowas?
Die Neugierde muss wohl ins unermessliche gestiegen sein denn, kurz darauf ein Anruf bei ihrem Mann "komm bitte sofort rüber, wir müssen was erfahren"
Hat dann auch nur zwei Minuten gedauert bis er hier war...

Dann gings also los, ein bißchen nervös war ich schon... Hab dann alles erzählt, grob, nicht so detailliert wie hier, aber ausführlich genug dass keine Missverständnisse aufkommen.
Tja wie haben sie reagiert?
Es reicht wohl wenn ich widergebe was er zu mir gesagt hat: "Also wenn du mal nen starken Mann an deiner Seite zum rausgehen brauchst, sag bescheid!"

Ich kann mir jetzt den Ausdruck nicht verkneifen aber ich fands, wahnsinns geil!

So kam es dann dass ich den gemeinsamen Abend mit ihnen in einer knall engen Jeans, Top, und lakierten Nägeln verbrachte.
Ich hatte mir für dieses Wochenende eh vorgenommen mich ein wenig auszuprobieren und so konnte ich das ungehemmt tun. Auch als ich dann zum rauchen auf der Terasse in meine neuen Stiefelletten geschlüpft bin, meinte er nur "schicke Schuhe"

Das alles hat mir wieder mehr Mut und Kraft gegeben, ich war sogar so euphorisch dass ich am liebsten noch am gleichen Abend mit ihnen in ne Cocktailbar oder ähnlichem gegangen wäre. Natürlich als Rabea.
Im moment bin ich einfach Glücklich! Es kommt mir so vor als wäre das alles Fluch und Segen zugleich... Ich fühle mich mit den Menschen welche von Rabea wissen enger verbunden als vorher, es ist ein anderes wohliges und intensives Gefühl das ich nicht beschreiben kann dazu gekommen. Ich bin auch so erleichtert, zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich wie sich "durchatmen" anfühlt. Mir ist auch bewusst dass ich nicht durchweg gute Erfahrungen mache werde. Als eigentlicher Pessimist, hab ich mich zumindest gedanklich schonmal auf die ein oder andere Situation vorbereitet.

Ganz vielleicht ist es dann heute Abend doch schon soweit dass ich mit meiner Frau und den Beiden, als Rabea irgendwo hin und nen Cocktailtrinke... Ganz vielleicht, ich muss erst mit einem Gesamteindruck wenigstens einigermaßen zufrieden sein. Irgendwie geht das jetzt alles ganz schön schnell!?

Ich lasse euch wissen wie es weiter geht!

LG Rabea

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 54 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 19. Aug 2017, 12:37

Hallo Rabea,

ich freu mich für Dich. Ehrlich! Und wichtig war der Zeitpunkt für Dich. Das es da "rasend schnell" für Dich geht im Moment ist auch verständlich, grad wenn man sich vieler Dinge nicht so bewußt ist. In der Psychologie/Astrologie nennt man das "Kairos".
Und dann gibts da noch n Trigger, der "das Fass aufmacht" in der Astrologie/Psychologie. Da wirken archetypische Kräfte.
In der Mythologie gab es ja die Kentauren, wilde Wesen (Energien in der Psyche, das "Tier" im Menschen) und 3 davon, waren dem Menschen-Wesen friedlicher gestimmt: Chiron, Pholus und Nessos. Sie entsprechen der Verbindung vom menschlichen zum instinktiven. Man kann sie nicht vollständig kontrollieren, sondern nur das "bestmögliche" draus machen und ein Weg finden, sie in unser zivilisiertes Leben zu integrieren.

Da war es wichtig, das die "1. Erfahrungen" positiv verlaufen sind und das Paradoxe daran ist, das es genau dieser erste Eindruck ist, der den Grundstein legt für die weitere Richtung, die für uns wichtig ist, was einem Wesensanteil in unserem Innersten entspricht.

Meine Zeit als DJ fühlte sich immer ambivalent an. Einerseits war Musik immer schon sehr wichtig in meinem Leben (hab auch selber Songs geschrieben und für mich produziert) und als ich das erste mal vor 2 Turntables stand bei nem Kollegen, war es wie selbstverständlich, wie und wo ich den Übergang setzen muß, wie sich die Beats übereinanderlegten und einfach synchron Hand in Hand gingen, auf der anderen Seite standen mir immer "Leute im Weg". Es fühlte sich im nachhinein wie eine Schlammschlacht an und als 2+1 Beiner (LOL) dort gegen wilde Kentauren zu kämpfen ist ein aussichtsloses Unterfangen. ;)

Auch wenn wir uns einbilden, das ist doch "zu schön um wahr zu sein", das kann nicht sein man wächst doch am Widerstand und wir meinen das müsste unser Weg sein.
Der Widerstand ist wichtig, denn er formt unser Ich, hilft uns beim wahrnehmen und beim erkennen unserer Grenzen. Oft müssen wir als "Esel" in den "Pferdestall", wie Apuleius im 2. Jahrhundert zu sagen pflegte, um etwas zu erkennen. Der Auspruch, was bin ich für ein Esel kommt nicht von ungefähr. Eine Erkenntnis setzt ein. Er ist Teil der psychischen Wahrheit.

Die Büchse der Pandorra ist jetzt aufgemacht, und "Euphoria" wirkt, aber hast Dich aber hoffentlich noch gut im Griff. Das ist wichtig...

LG

ChrisTina

PS: Ich weiß nicht, ob dies Deinem Musikgeschmack trifft. Das Video enthällt einige Symbolik und auch das Arrangement ist sehr gut gemacht von der Wirkung der Frau ganz zu schweigen

Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 55 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 19. Aug 2017, 22:18

Rabea-Marie hat geschrieben:
Sa 19. Aug 2017, 09:30

@Christina, nun das befreundete Pärchen schwimmt wohl nur zufällig mit, bisher weiß "es" nur ein sehr engbefreundetes Pärchen... Dazu später mehr. Mal dran gedacht dass die Verkäuferin dich einfach nur ansprechend fand? Damenkleidung kaufen kann nicht nur implizieren dass du ein netter Mann bist der an seine Frau denkt, sondern gleich auch, Vergeben, heißt: getestet und für gut befunden. Wenn ich mal alleine mit meiner Tochter unterwegs bin, ist nicht jeder Blick "oh das süße Baby" ;-)

Na der Ausdruck "getestet und für gut befunden" klingt ein wenig plakativ und würde mir damit wahrscheinlich im Männerpart eher mein "Ego" aufpolieren wollen oder nieder machen, je nachdem ob gut oder nicht gut genug, was schnell zu falschen Abhängigkeiten führt!
Ich denke, das ich mittlerweile schon ein Gespür dafür entwickle, welche Signale in meine Richtung gehen und wo ich sie einordnen kann oder sie waren so stark überlagert, das sie sich nicht durchgesetzt haben.... Da gab es schon ne andere Situation, die "offensichtlicher" war. Mir halbbewußt, ich stöberte grad beim Kühlfach, wurde meine volle Aufmerksamkeit gefordert und hebte den Kopf instinktiv mit Blick in eine Richtung. von wo sie gefordert wurde. Ca. 1,70m, weiße leichte Stoffhose mit Mustern (Blumen?) und an den Dutt, Ihre Haare und ihren Nacken kann ich mich auch noch erinnern, denn 5 min. später stand sie "zufällig" beim Bäcker vor mir ;) Aber vorher war sie natürlich schon hinterm Regal im Gang verschwunden und hatte ihre Fährte gelegt und schaute, ob ich ihr folge :) Grad die Kasse verlassend kam ich an, legte meinen Einkauf aufs Band und ich fragte mich, ob sie wohl auch noch was vom Bäcker braucht (Sie hatte mich also angetriggert). Natürlich stand sie dann beim Bäcker vor mir und anscheinend genoss sie es, wie meine Blicke durch Ihr Haar "wuschelten" und Ihren Nacken streichelte, denn ein leicht wohliges Gefühl stellte sich in meinem Bauch ein und es gab nicht ein Gefühl der Ablehnung, unangenehme Nähe oder der Versuch, Distanz herzustellen. Ich stand knapp weniger als n halben Meter = 50cm! leicht schräg rechts hinter Ihr ;)

Man könnte jetzt recherchieren, wo die individuelle Abstandsgrenze bei "Fremden" etc. aber ich lass da einfach mal den Verstand und Logik im Schrank und lasse intuitiv ChrisTina sprechen und vertraue Ihrer Wahrnehmung, denn sie ist schließlich die Frau und weiß, wie Frauen "ticken" :)

LG

ChrisTina, die mal Ihrem inneren Kerl auf die Sprünge helfen muß
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 56 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Mo 21. Aug 2017, 07:04

Guten Morgen!

Nach einem viel zu langen Freitag Abend und dann einem noch längeren Arbeitstag, war die Motivation leider im Keller... Wir hatten einfach keine Lust uns aufzuraffen und irgendwas zu machen. Dehalb hab ich leider keine nette Wochenendanekdote für euch. Am Samstag kam dann auch meine erste Bestellung an, eine schwarze Bluse und eine Basic Jeans.
Die Jeans war dann leider doch 2 Nummern zu groß, naja immerhin zu groß und nicht zu klein ;-) Auch ein kleiner Stadtbummel, welcher mir dann eine passende Jeans bescherte, konnte die Müdigkeit nicht vertreiben.
Sonntag haben wir dann einen kleinen Familien Ausflug unternommen... Die kleine im Tragegurt hatte sichtlich Spaß die Welt aus einer anderen Perspektive zu entdecken. Hat mich dann auch irgendwie ein bißchen an mich und die neue Perspektive erinnert.
Während unseres kleinen Samstagsbummel hat mich meine Frau sowas auch gefragt, nachdem mir ein paar Sachen auffielen die wohl schon immer da waren. "Gehst du jetzt mit anderen Augen durch die Welt?" ja tue ich... Früher war ich immer nur auf das wesentliche Konzentriert, ein Ziel vor augen und hopp erledigen! Ist jetzt anders...

Morgen gehts zum Friseur, seit 16 Jahren gehe ich jetzt schon zu ihm. Ich denke ich werds erzählen... Er, leistet sich nebenbei noch den ein oder anderen Auftritt als Drag Queen, bestimmt hat er noch ein paar Tipps für mich. Außerdem bräuchte ich eine Beratung in Sachen Frisur bzw Perrücke. Die rote find ich zwar sehr schön, aber meine Frau meint es sind zuviele Haare für mich und zu lang. Etwas dezenter würde mir besser stehen. Etwas dezenter könnte es wirklich sein, stimme ihr da zu. Obwohl ich bei der Farbe eigentlich schon gerne bleiben, aber auch prinzipiell eine andere nicht ablehnen würde.

@Christina, mein Musikgeschmack ist doch recht ausgefallen aber auch vielseitig. Am liebsten höre ich rockiges, Post-Hardcore, Hardcore (nicht die Techno Version!), Alternative. Ich finde aber auch Songs aus fast jedem Genre die mir gefallen, beim Feiern oder ähnlichen kann ich mich auf fast alles gehen lassen. Einzig Schlager ist mal gar nicht mein Fall, auch nicht betrunken... Zuhause oder im privaten Umfeld tendier ich dann aber doch zu meinem favorisierten Musikstil... Euphoria kenne ich, ist auch ein schönes Lied finde ich.
Der Ausdruck "getestet und für gut befunden" klingt in der Tat nicht nett, kommt aber von meiner Frau und wurde auch schon häufiger von Frauen in meinem Umfeld bestätigt. Ich stütze mich da also ganz auf einige weibliche Meinungen.
Natürlich ist es nicht sonderlich schön auf einen "Stiftung Warentest Stempel" reduziert zu werden, kommt aber leider häufig und immer wieder vor... Wie ich schon erwähnt hatte, wenn ich mit der Kleinen alleine Unterwegs bin, interessieren sich nicht immer alle nur für das Kind. Auch der Ehering, hat schon mal eine gewisse Wirkung...

Lg Rabea

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 57 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Do 24. Aug 2017, 03:34

So...

Weiter gehts "in the Diary of..." oh Gott ich liebe dieses Lied! wer kennts? Breaking Benjamin?


"Springt in die Luft, landet auf einem Bein, dreht eine pirouette, wird geschubst, Huch!, steht auf und klopft den Staub ab, contenance Kleines!"

Bildlich gesprochen sehen so wohl meine letzten drei Tage aus...
Ich fang einfach irgendwo an. Habs wohl nicht so mit chronoligisschen Abfolgen...

Also, gestern war wirklich schlimm... Ok mittlerweile ist es vorgestern, aber da ich noch nicht geschlafen hab, tue ich einfach mal so als wäre noch Mittwoch.
Nach einem recht euphorischen Morgen und dem warten auf meine zweite Bestellung, war die Stimmung als ich nach hause kam schon recht bedrückt.
Nach mehrmaligen nachfragen meinerseits was denn los wäre, gabs keine richtige Antwort, nur Streitereien. Die richtige Antwort sollte es erst später geben, bis dahin gings um Sachen wie meine Beteiligung oder nicht Beteiligung am Familienleben. Nach empfinden meiner Frau hab ich mich mit nichts anderem als meiner Weiblichenidentität beschäftigt, obwohl ich das eigentlich gar nicht so empfand. Ich war irgendwie nicht ganz zufrieden, ich sehe all die Dinge die ich noch nicht kann, weiß, "brauche" und hab erst so wenige Einblicke gehabt. So war zumindest meine Sicht der Dinge... Als ich dann darüber nachdachte was ich denn überhaupt so die letzte Woche getrieben hab, ist mir nichts eingefallen, also nicht konkretes. Verrückt oder?
Ich hab dann nachgegeben und wir konnten von Streit zu einer konstruktiven Diskussion übergehen.
Aber der Knackpunkt war immernoch nicht ausgeprochen. Nach einigem hin und her wer mit was unzufrieden ist und wir uns so weit reingesteigert haben dass wir Sachen von vor 6 Jahren ausgegraben haben... Die ganze Sache war wieder sehr dicht an nem bösen Streit, deshalb wurds mir dann zu bunt!
Ich wollte endlich wissen wo der Kern des Problems ist. Sie sagte dann nur ganz zaghaft "ich will deine Gefühle nicht verletzen" war mir egal meine Gefühle sind sowieso das reinste Chaos im moment. Ich will nicht näher darauf eingehen, aber das Leben meiner Frau war schon seit ihrer Kindheit, milde ausgedrückt, problematisch.
Also sagte sie dann "das einzige was ich mir immer gewünscht habe ist ein ganz normales leben" meine Antwort war "und diesen Wunsch hab ich dir jetzt kaputt gemacht" sie bejate das nur.
Es gab tränen.
Autsch! Das tat schon weh, aber ich konnte ihr nicht böse sein... Wieso auch? Es ist schließlich nicht ihre Schuld, eigentlich ist es auch nicht meine Schuld, niemand hat unserer momentanen Situation Schuld. Das sagte sie auch so und dass sie mich ja unterstützen will und mich liebt, aber jetzt gerade ist das alles zuviel. Ich glaube ihr das alles und ich liebe sie auch!

Sie möchte dass ich ihre Schwester und ihren Mann einweihe, nein eigentlich drängt sie mich dazu.
Bei ihrer Schwester mach ich mir überhaupt keine Sorgen dass sie es gut aufnimmt, sie ist ziemlich liberal zu solchen Sachen eingestellt. Mein Porblem ist mein Schwager... Ich fühle mich noch nicht bereit dazu ihn auch einzuweihen. Er hatte zwar damals die Idee mit Karneval, aber war dann der einzige der nicht mitgekommen ist. Seine spätere Aussage war dann "ich bin doch nicht bekloppt und renn in Frauenklamotten rum!" Ich hab einfach nicht das Gefühl dass er dem ganzen unvoreingenommen begegnet.
Nichtsdestotrotz werd ich ihr den Gefallen tun. Wissen müssen sie es ohnehin irgendwann und wenn es wirklich so schlimm wird wie ich befürchte kann ich immernoch gehen. Meiner Frau ist dann aber geholfen. Sie kann dann mit ihrer größten Vertrauensperson neben mir auch über dieses Problem reden.

Ich hab dann den restlichen Abend wirklich peinlich darauf geachtet nicht mal aus verstehen das Rabea Thema anzuschneiden und war wieder mal einfach nur ihr Mann. Tat ihr ganz gut denk ich, ich hab versucht sie so gut es ging zu trösten. Wahrscheinlich hat sie recht, sich jeden Tag ein bißchen mit mir auseinanderzusetzen, ist für sie nervig und für mich nicht befriedigend. Aber es ist so schwer, ich habe soooo viele Fragen...
Irgendwann am Abend sagte sie dann noch zu mir "Morgen früh hast du doch Zeit, dann kannst du dich ja dann mit Ihr beschäftigen" fand ich total lieb von ihr.

Am nächsten Tag, jetzt sind wir bei Mittwoch. Stand ich dann da und war unschlüssig was ich jetzt tun sollte... Zwar hatte ich die "Erlaubnis" meiner Frau Mädchenkram zu machen, aber so richtig wollte sich keine Motivation einstellen. In meinem Kopf schwebte die Frage "was tust du eigentlich deiner Familie an? Ist es das wert?" Wie unglaublich unfair diese Frage ist! Wenigstens stelle ich sie mir nur selbst und bisher hat das noch kein anderer ausgesprochen... Ich wüsste überhaupt nicht was ich antworten soll, ich kann mir ja nichtmal selbst eine Antwort geben.
Wo sollte man denn überhaupt ansetzen die Frage zu beantworten? Beim "Wert"? Worum gehts denn hier überhaupt? Na um mich, toll...
Es geht ja hier schließlich nicht darum dass mir jemand den Lolly klauen will... Es geht um Gefühle, Bedürfnisse, Sehnsüchte und mein Selbstbild, ich könnte bestimmt noch einige punkte anfügen aber das soll erstmal reichen... Hmm die Sätze die mit Punkt Punkt Punkt enden werden mehr...
Ich kann jetzt nicht weiter an dieser Frage rumschreiben. Vielleicht komm ich nochmal darauf zurück, mal sehen...
Na jedenfalls gabs dann ein, zwei "trigger" die mich dann dazu veranlasst haben doch meine neuen Sachen anzuprobieren. Die Bluse ist zu groß und auch nicht schön, der Rock ist ein Traum und passt wunderbar. Jetzt hab ich trotzdem kein Rock-Outfit welches zusammen passt, verflucht. Außerdem hab ich meine neue Strumpfhose kaputt gemacht, hihi. War zum Glück nichts besonderes. Ich bevorzuge eindeutig Strümpfe, die sind viel leichter anzuziehen! Man(n) macht ein Bein fertig, dann das andere, toll! Eine Strumpfhose gleichmäßig und gleichzeitig hochzuziehen... Hat da noch jemand Probleme mit? Na was solls ich stell mich bestimmt nur blöd an...
Irgendwie fühlte ich mich wohl aber irgendwie auch gehemmt. Eine ähnliche Frage stellte sich mir, "auch wenn ich die "Erlaubnis" hatte hätte doch eine Pause meiner Frau bestimmt ganz gut getan, hast du denn so wenig Selbstbeherrschung?" Oh Gott ich glaube mit diesen beiden Fragen muss ich mich an anderer Stelle nochmal auseinandersetzen, ich hab ja hier jetzt schon Romanlänge erreicht.
Also eigentlich war der Mittwoch aber doch ganz angenehm, außer dass ich mich selbst fertig gemacht hab. Ich hab dann mal ein Augen Make-Up versucht, "versucht" triffts ziemlich auf den Punkt. Es war wohl eher wilde Malerei, in den Videos sieht das immer so einfach aus... Naja ich hab wohl so ziemlich alles falsch gemacht was man falsch machen kann :D wenigstens weiß ich jetzt wie es nicht geht, wird beim nächsten mal bestimmt besser.
Nachmittags waren wir dann auch noch in der Stadt dabei sind auch ein paar Sachen für Rabea rumgesprungen... Fast sogar ein Paar Schuhe, wenn sie nicht in meiner Größe ausverkauft gewesen wären... Die waren so schön...

Puh ist das wieder viel Text... Eigentlich wollte ich noch auf vorgestern eingehen, also Montag. Am Anfang steht ja zumindest was von "die letzten 3 Tage" aber irgendwie fällt mir dazu nicht mehr viel ein. Außer dass ich jubel hoch jauchzend durch die Welt gehüpft bin und meine Frau wohl gedacht hat ich hab einen an der Waffel. :D

Lg Rabea

MichiWell
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 58 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 24. Aug 2017, 18:47

Rabea-Marie hat geschrieben:
Do 24. Aug 2017, 03:34
Eine Strumpfhose gleichmäßig und gleichzeitig hochzuziehen... Hat da noch jemand Probleme mit? Na was solls ich stell mich bestimmt nur blöd an...
Hallo Rabea,

über den Satz musste ich schmunzeln. :wink: Ich ziehe sehr gerne Strumpfhosen an, und kann eigentlich gar nicht verstehen, was da so schwer sein soll.
Doch falls es dich tröstet: Mit dem Problem bist du nicht allein. Es gibt auch genug Bio-Frauen, die sich da ziemlich blöde anstellen.
Aber dir kann geholfen werden ...

Kurze Erklärung: https://www.dessous-strumpfhosen-shop.d ... n-anziehen
Weitere Tipps vom Fachmann: https://www.fsh-info.de/umgang-mit-eine ... pfhose.php

Und meine persönliche Ergänzung:

Große Frauen brauchen Strumpfhosen mit langen Beinen. Sonst wandert der Zwickel ganz schnell abwärts.
Einfach nur noch eine Nummer größer wählen bringt meist keine wirkliche Besserung, weil dann das Höschenteil zu weit ist, und noch mehr in Richtung Erdboden nachgibt.

Wenn du einmal die "richtige" Strumpfhose hattest, die sitzt, ohne einzuengen, und auch nach Stunden nicht rutscht, dann wirst du wissen, wie bequem und angenehm das sein kann. Und das ist nicht nur so dahin geschrieben. Meine Ex-Partnerin, die mit 1,75 auch größer war, hat durch meine Hilfe richtig Gefallen daran gefunden. Da sie nur minderwertigen Ramsch hatte, habe ich ihr eine von mir zum Probieren gegeben. Sie hat sich nach dem Anziehen gefreut wie ein kleines Kind, wollte sie auch abends am liebsten nicht wieder ausziehen. :D

Liebe Grüße
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 59 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Do 24. Aug 2017, 23:07

Hallo Michi!

Danke für Links! Hab dann wohl doch nicht sooo viel falsch gemacht, denke mal es lag am "nachziehen". Totzdem Strümpfe sind einfacher... :lol:
Nachteil ist natürlich die Rocklänge. Zu besonderen Anlässen würde es mich nicht stören wenn mal ein kleiner Rand hervor blitzt, ganz zu sehen würde ich aber auch hier ablehnen.
Anders z.B. wäre eine Shopping Tour oder der Aufenthalt in einem Café, da muss auch kein Rand hervor blitzen. Dafür ist bei einem kurzen Rock eine Strumpfhose natürlich besser geeignet.

Meine Halloween Grundausstattung ist heute gekommen, Rock und Korsage, passt alles, hab mich sehr gefreut. Morgen werd ich mal damit ein bissl rumprobieren.
Heute war auch wieder ein sehr entspannter Tag zuhause. Ich denke der große Kummer wird langsam verdaut, naja zumindest hoffe ich das.
Der bammel vor dem Outing am Samstag gegenüber meines Schwagers ist allerdings nicht geringer geworden geschweigedenn verflogen...

Hmm gibt es sonst was zu berichten? Eigentlich nichts besonderes, die zwei übrig gebliebenen Fragen sind etwas in den Hintergrund gerückt.
Ah ja doch, ist vielleicht nicht so interessant aber, ich hab 4 Kilo abgenommen. Ne Diät oder so hab ich allerdings nicht gemacht. Meine Frau meint ist der Stress... Kann sein, bin aber auch nicht traurig um die 4 Kilo, gibt schlankere Beine ;-)

Morgen werd ich die kleine verrückte hier mal wieder durch´s Fitnesstudio jagen, ich brauch unbedingt wieder mehr Ausdauer. Rauchen und Bürojob verträgt sich nicht besonders mit der Kondition...

Ich wünsche euch allen eine geruhsame Nacht!

Lg Rabea

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 60 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 25. Aug 2017, 19:42

Dann lass' doch das Rauchen weg ... ;-)

Was die Reaktionen Deiner Frau angeht: Könnte es sein, dass Du sie überforderst ?Ich bin auf der Gefühlsebene vorwärts gekommen. Ich erkläre ohne Vorbehalte, was ich denke und fühle. Das Thema Kleidung lasse ich vor. Genauer gesagt, ich habe einiges in Emailform geschrieben und da ich eine Woche auf Urlaub war, kam es zu keinen Auseinandersetzungen (ich war überemotional) sondern die Reaktionen waren eher in den Stile "so habe ich mir das nicht vorgestellt" oder "das kann ich mir nicht richtig vorstellen, wie ist das für Dich als Frau ?". Und dann kommen von mir Beschreibungen und Erläuterungen. So nähern wir uns langsam aneinander an. Sie kann ja auch die Emails lesen, wann es ihr am besten passt und dann haben wir eine Grundlage für Gespräche.

Das ist sicher schon fortgeschritten und meine Partnerin weiß seit Anfang an Bescheid. Aber erst nach Jahren kommen wir so langsam weiter.
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

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