Angst
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latex_lea
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Post 1 im Thema

Beitrag von latex_lea » Di 9. Okt 2018, 03:18

Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich mal eine Frage über Angstgefühle. Bei mir ist es ja schon viele Jahre her,bis ich die endgültige amtliche/ärztliche Diagnose und Entscheidung meiner Zweigeschlechtlichkeit mitgeteilt bekam und mir mein Frausein attestiert wurde,einschließlich der Personenstandsänderung.Für letztere hatte ich das Glück,das dies noch 1990 in den Wirren der Wende ,relativ
unbürokratisch über die Bühne lief,obwohl der Antrag und die Genehmigung,alles über Berlin (Ost) lief.Transsexualität und Intersexualität waren eigentlich Tabu Themen in der DDR und in
"Mann und Frau intim",steht heute noch in unserem Bücherschrank waren wir ja eigenlich psychisch krank und irgendwie abnormal.
Jedenfalls hatte ich in den wenigen Jahren,in der "Zwischenwelt Junge-Mädchen" immer ein Angstgefühl,wenn ich Damenkleidung ünter meiner "Männerschale" trug oder wenn ich mich neudeutsch,outdoor in der etwas vom Wohnort entfernten Kreisstadt als junge Frau gezeigt habe,umgezogen habe ich mich natürlich immer vor unserem Dorf, mir könnte etwas passieren,
Unfall,etc und ich müßte ins Krankenhaus oder die VP hätte meine Fahrerlaubnis (Moped,Motorrad) kontrolliert.Ab 1990 seit ich eine richtige Frau bin,kann ich darüber nur lachen.
Mich würde mal interessieren wie bei Euch, besonders bei den Frauen auf Zeit und Familienvätern,der Angstfaktor ausgeprägt ist?
Ich hoffe ich bin Euch nicht zu intim nahe getreten (ag) :o :((a

Viele Küsse

Lea
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Céline
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Re: Angst

Post 2 im Thema

Beitrag von Céline » Di 9. Okt 2018, 08:45

Guten Morgen,
Zu Intim????.....Nein,in finde ich überhaupt nicht da es doch im Grunde eines der Zentralen Themen ist die sehr viele von Uns begleitet oder begleitet hat.
Mich hat es bis vor drei Jahren mein ganzes Leben begleitet.Angefangen hat es ( ich habe schon irgendwo drüber geschrieben)im Dachboden meines Elternhauses wo ich mich im Kindesalter immer zurückgezogen habe und den Kleiderschrank durchstöbert habe und die panische Angst meine Eltern oder Schwestern könnten mich entdecken.Die blödsinnigen Aussagen in einem Medizinlexikon das Menschen wie ich Psychisch krank sind und dringend behandelt werden müssen,etwas das mich mein ganzes Kindes und Jugenalter im Gedächtnis blieb und Angst machte.In der Schule weil ich viel mit Mädchen geredet habe und sie immer bewundert habe,Angst vor den Jungs die mich oft verarscht haben.Weiter im Jugendalter in dem ich mich immer verstellen musste um ja nicht aufzufallen,immer versucht irgendwo der coole Typ zu sein und in mir drin war ich immer traurig nicht so wie die Mädels zu sein.
Weiter gings als junger Erwachsener in den eigenen vier Wänden,ständig konnte irgendwer kommen und der Druck sich schnellstmöglich abzuschminken und umzuziehen,alles was darauf hindeutet möglichst gut verstecken,und wen dann musste immer eine Ausrede parat sein wobei meine Frau mir da immer eine unglaubliche Hilfe war.Die Ständige Angst entdeckt zu werden.
Später wohnten wir mit Verwandten in einem Haus die eigentlich immer zugang zu unserer Wohnung hatten.Ich konnte höchstens am Wochenende mal für zwei Stunden ich sein und dann mal Schuhe mit lauten Absätzen....ging gar nicht.
Wenn wir in den Urlaub fuhren musste alles penibel versteckt werden damit niemand in unserer Wohnung etwas entdecken konnte,beim heimkommen dann immer die Ungewissheit ob ich aufgeflogen bin.
Wenn ich dann mein Leben so Revue passieren lasse......über 40 Jahre Angst vor dem entdeckt werden und mit Konsequenzen rechnen zu müssen.
40 Jahre die gerne ungeschehen machen würde.
Etwas was mir erst sehr spät bewusst wurde ich hatte wahnsinnige Angst in der Männertoilette,ich begann immer zu zittern und hatte ein Gefühl das sehr schwer zu beschreiben war.Die Männertoilette nicht mehr zu benutzen war einer meiner größten Befreihungsschläge.
Und warum das ganze .....nur um Anderen ein Leben vorzuspielen das von einem Mann erwartet wurde.Im Grunde genommen müsste ich auf mich selbst sauer sein so blöd gewesen zu sein anderen ihre Erwartungen erfüllt zu haben und nicht "gelebt" zu haben
Da ich aber immer versuche positiv zu bleiben,verdränge ich das meiste und lebe jetzt.....
Liebe Grüße
Kelly

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Re: Angst

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 9. Okt 2018, 13:16

Hallo Lea,

auch ich finde es gut und richtig, dass Du dieses Thema ansprichst. Angst hat mich mein Leben lang verfolgt und gequält. Der Mann in mir ist schließlich daran kaputt gegangen. Er hat aufgegeben und seine Seele hat den Körper weitgehend verlassen. Dann erwachte Nicole zum Leben.

Es begann in der frühesten Kindheit. Meine Mutter hatte ständig nur Angst um mich. Damit ich mich nicht erkältete, packte sie mich immer warm ein. Und in der Wärme vermehren sich ja bekanntlich Krankheitserreger explosionsartig. Also war der kleine Junge ständig krank und wurde mit Ärzten und Therapien pausenlos gequält. Dafür habe ich vor einiger Zeit die Asche meiner Mutter sachgerecht entsorgt und aus meinem Gedächtnis verbannt.

Und auch sonst passte das Empfinden oder die Sicht der Welt dieses kleinen Jungen nicht zu dem Weltbild, das mir meine Eltern vermitteln wollten. Mein Vater hielt sich dabei meistens eher dezent zurück. Ich vermutete irgendwie geistesgestört zu sein und entwickelte eine panische Angst vor Psychiatrischen Behandlungen. Dann wurde meine Tante, die im Krieg verschüttet wurde und davon traumatisiert war, für verrückt erklärt und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Ich wusste, dass sie keinesfalls verrückt war. Das verstärkte meine Angst noch mehr.

Und diese Angst bestimmte schließlich mein ganzes Leben. Statt ich selbst zu sein, versuchte ich immer nur in meine Rolle hinein zu passen. Dabei sollte keiner merken, dass ich irgendwie anders oder „bekloppt” war. So scheiterte jeder Versuch einer Partnerschaft und die zwischenmenschliche Seite meiner Ausbildung und Arbeit war eine Strafe für mich. Ich floh immer mehr in alle möglichen Hobbys, damit ich ständig so beschäftigt war, dass ich nicht zum Grübeln kam. Bis schließlich alles zusammen brach. Nichts machte mehr Sinn, nichts war mehr wichtig.

Ich schaffte mir zum Masturbieren so eine aufblasbare Gummipuppe an. Nur empfand ich dieses Ding einfach nur als toten Gegenstand, der mich überhaupt nicht irgendwie erregen konnte. Da ich mich vorher schon immer mit Frauenkleidern aufgegeilt hatte, wollte ich mich nun selbst als lebende Gummipuppe mit Ganzkörper-Latexanzug, Maske, usw. in eine schöne junge Frau verwandeln. Dazu stöberte ich überall im Internet herum. Dabei stieß ich auch auf dieses Forum, meldete mich an und outete mich schließlich als Nicole.

Mit Nicole habe ich nun eine Identität die mir gefällt und zu der ich stehen kann. Ich spiele keine verhasste Rolle mehr nur damit ich irgendwo hinein passe. Und ich habe endlich nicht mehr ständig Angst davor, dass jemand merken könnte, dass ich irgendwie anders bin. Jetzt zeige ich es einfach. Die lebende Gummipuppe braucht nur noch ab und zu der Mann in mir, wenn sich mal wieder in seinen Hoden der Samen angestaut hat.

Im Internet beschäftigte ich mich eine Zeit lang intensiv mit der „living (rubber-)dolls”-Szene. Nun denke ich: Es ist doch letztlich nur diese panische Angst vor dem Erkannt Werden, die einen dazu treibt sich in so ein maskiertes Gummimonster zu verwandeln und sich dann so fotografieren und filmen zu lassen. Mit dem erotisierenden Gefühl, das einem Latex auf der Haut vermitteln kann, hat das nach meiner Einschätzung wenig bis gar nichts zu tun.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Angst

Post 4 im Thema

Beitrag von latex_lea » Do 11. Okt 2018, 04:00

Hallo Ihr Lieben,

in Ergänzung zu meinen Anfangstitel,ein etwas unwohles Gefühl beschleicht mich auch heute noch,obwohl völlig unbegründet als Frau, dass mir etwas Unverhofftes passieren könnte,wenn ich unter meiner normalen Straßenkleidung in der Öffentlichlkeit ,meine geliebte Latex/Gummikleidung trage.
Wie gesagt das Gefühl ist völlig unbegründet,aber irgendwie bleibt es so im Hinterkopf.

Tschau

Lea
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Re: Angst

Post 5 im Thema

Beitrag von sbsr » Do 11. Okt 2018, 11:42

latex_lea hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 04:00
ein etwas unwohles Gefühl beschleicht mich auch heute noch [...], dass mir etwas Unverhofftes passieren könnte
...
Wie gesagt das Gefühl ist völlig unbegründet,aber irgendwie bleibt es so im Hinterkopf.
Hallo Lea,

meinst Du damit einen Unfall oder ähnliches, was einen unvorbereiteten Arzt- oder Krankenhausbesuch notwendig macht? Falls ja, da kann ich Dich absolut beruhigen, Rettungsdienst und Krankenpfleger haben schon ganz andere Dinge gesehen. Also wie Du selbst schon sagst, gänzlich unbegründet.

Sollte mir heute was passieren, müsste man mir auch als erstes mein Korsett auszuziehen :mrgreen:
LG, Svenja

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Re: Angst

Post 6 im Thema

Beitrag von Jasmine » Do 11. Okt 2018, 14:34

sbsr hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 11:42
.................meinst Du damit einen Unfall oder ähnliches, was einen unvorbereiteten Arzt- oder Krankenhausbesuch notwendig macht? Falls ja, da kann ich Dich absolut beruhigen, Rettungsdienst und Krankenpfleger haben schon ganz andere Dinge gesehen. Also wie Du selbst schon sagst, gänzlich unbegründet.
Als ich das letzte Mal ins Krankenhaus kam wurde ich höchst professionell behandelt. Ich hatte auf der Männerstation ein Einzelzimmer. (smili) Der Arzt frug mich nach meinem Namen oder ob ich mit dem Namen aus meinem Personalausweis angesprochen werden möchte. Fortan wurde ich mit Frau ........... angesprochen.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Angst

Post 7 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Do 11. Okt 2018, 16:26

Mir wurde von jemand Bekannten erzählt , arbeitet auf der Notfallstation . Wenn die Opfer reinkommen und sie müssen die Kleidung entfernen , da bekommen sie alles zu sehen . Ob Strumpfhosen , BH oder noch mehr . Da gibt es alles . LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
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Re: Angst

Post 8 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 11. Okt 2018, 17:03

Hallo Simone und alle,

Und wenn...was solls
ist schliesslich auch nur Kleidung.

Liebe Grüsse,
Bea
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Re: Angst

Post 9 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Do 11. Okt 2018, 18:21

Bea , wenn das so einfach wäre . Ich weiss noch die Jahre , die Jahrzehnte, als ich mich versteckt habe . Es war eine sooo lange Zeit . Ich wäre doch lieber verreckt, als ins Krankenhaus.
Es ist nicht NUR Kleidung . Da ist Schamm , ganz tief drinnen.

Ich bin jetzt aber Simone .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
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Re: Angst

Post 10 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 11. Okt 2018, 19:16

Hallo Simone,

das glaub ich Dir alles gerne und kann ich auch irgendwie vwrstehen! Auch die Scham kann ich nachempfinden.
Simone 65 hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 18:21
. Ich wäre doch lieber verreckt, als ins Krankenhaus.

Ich bin jetzt aber Simone .
Dies solltest Du nicht mal denken, dazu ist Dein und unser aller Leben zu wertvoll.

Und es hatcsich zum guten gewendet, Du bist Simone! Ich freu mich mit Dir!

Ganz liebe Grüsse
Bea
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Re: Angst

Post 11 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 12. Okt 2018, 08:15

Vor einiger Zeit gab es auf Facebook einen Post auf einer der vielen Sprücheseiten, "ich fahre extra vorsichtig, weil mein BH nicht zum Höschen passt". Klingt erst mal lustig, aber ich glaube da steckt viel Wahres drin.

Bea Magdalena hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 17:03
ist schliesslich auch nur Kleidung.
Doch Kleider machen Leute, und leider noch viel mehr. Ein Kleidungsstück, physikalisch betrachtet nichts weiter als ein totes Stück gewebte Baumwollfasern, können uns wohlhabend erscheinen lassen, flirty wirken, oder uns lächerlich machen, ganz davon abhängig, wie unser Gegenüber dieses Kleidungsstück interpretiert.

Meine größte Angst bei einem medizinischen Notfall wäre, dass die teuren Sachen zerschnitten werden. Das ist aber auch nur so, weil ich den Bereich Rettungsdienst und die dortigen Vorkommnisse aus jungen Jahren selbst kenne und deshalb weiß, dass ein Patient in Latexklamotten es noch nicht mal zum Gesprächsthema in der Kaffepause bringt.

Man glaubt gar nicht, wie viele Patienten sich um irgendwelche völlig abstrusen Dinge Sorgen machen oder sich schämen, weil sie der Herzinfakt erwischt hat bevor sie mit Geschirr spülen fertig waren. Insofern ist es nur zu verständlich, wenn Lea Angst davor hat, dass man ihr "kleines Geheimnis" entdecken könnte. Auch wenn es nur Kleidung ist, im Alltag ist Latex ungewöhnlich, weil man es nur selten auf der Straße sieht.

Übrigens wollen wir an der Stelle hoffen, dass niemand allzu bald derartige medizinische Hilfe in Anspruch nehmen muss.
LG, Svenja

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Re: Angst

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Fr 12. Okt 2018, 13:59

Hallo allerseits,

das Thema hat ja nach meinem Beitrag eine interessante Wende genommen. Mir ging es eigentlich um die Angst, die mich gelegentlich zur Gummipuppe werden lässt. Da ich draußen außer zum Schließen der Fensterläden oder bei kurzen abendlichen Spaziergängen kein Latex trage, habe ich über den Aspekt einer Einweisung in ein Krankenhaus nach einem Unfall noch gar nicht nachgedacht.

Dieses Gefühl eine schöne junge Frau sein zu wollen, wie es der Mann in dem Video beschreibt, kenne ich. Nur den rassistischen Aspekt (weiße Frau) gibt es bei mir nicht. Seit meinem Outing geht es da bei mir nur noch um sexuelle Erregung. Ich bewege mich weitgehend angstfrei draußen als Frau und fühle mich dabei wohl. Und ich bin froh, dass ich mich hinter keiner Maske verstecken muss.

Dabei kann ich auf Latex verzichten, obwohl ich noch letztlich damit liebäugelte ein Latexkleid anzuschaffen - was mit 150 bis 200 Euro bei Maßanfertigung in China mehr kosten würde, als ich eigentlich bereit bin auszugeben. Wahrscheinlich würde es diesem Latexkleid so ergehen wie meinen Abendkleidern. Da gab es bisher noch keinen Anlass, sie angemessen auszuführen.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Angst

Post 13 im Thema

Beitrag von Jasmine » Fr 12. Okt 2018, 15:16

Nicole Doll hat geschrieben:
Fr 12. Okt 2018, 13:59
............ Ich bewege mich weitgehend angstfrei draußen als Frau und fühle mich dabei wohl...................
Auch ich bewege mich mit 54 Jahren absolut angstfrei, wie zum Beispiel auf diesen Bildern.
Biketour 03.JPG
Biketour 05.JPG
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Angst

Post 14 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Fr 12. Okt 2018, 19:35

Hallo Lea . Ich möchte zu Deinem Anfangsthread mal antworten . Ich bin in Rostock aufgewachsen , ehemalige DDR . Als kleiner Junge habe ich immer die Wohnung abgeschlossen . Wenn es geklopft hat , habe ich mich versteckt . Zu DDR Zeiten bin ich Nie rausgegangen . Ich wusste nicht , das es Uns gibt . Das Bedürfnis war immer da . Die Schamm , das Es falsch ist war So lange da .
Als ich mit Untewäsche und Strumpfhosen mit hohen Damenschuhen Nachst angesprochen wurde , ich war eine Nachteule. Ich lebte mittlerweile hier im Schwabenländle, seit 1990 . Ich wäre am liebsten weggelaufen . Ich wurde nur nach dem Weg gefragt . Ich bin da ganz schnell nach Hause . Ich hatte solche Angst , Schamm .
Ich habe 40 Jahre gebraucht um Simone zu sein .
Und ich weiss jetzt , es ist richtig .
Ich habe keine Angst mehr. Die Schamm ist manchmal noch da , sie versucht es . Sie hat aber keine Chance mehr .
Liebe Grüße Simone.
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Re: Angst

Post 15 im Thema

Beitrag von Rose » Sa 13. Okt 2018, 06:55

Ich hoffe selber das ich nie ein Rettungswagen brauche oder ins Krankenhaus muss, zumindest nicht spontan. Ich bin fast 15 Jahre Ehrentamtlich am WE Rettungswagen gefahren. Klar man sieht viel. Ich weiß auch das vieles Wochen lang Gesprächsthema bleibt. Ich habe 4 Wochen lang ein Praktikum auf der Intensiv Station gemacht. Eines Tages würde uns ein Mann gebracht der 8m hoch vom Baustellengerüst gefallen ist. Unter seiner Arbeitskleidung hatte er ein Bikini angehabt. Er hieß Harry mit Vornamen. Schon kurz nach der Aufnahme auf der Station kamen die ersten Mitarbeiter des Krankenhauses und wollten Bikini Harry sehen. Da er ins künstliche Koma gelegt wurde, konnte er Gott sei Dank nicht sehen wie alle sich am Fenster über Ihn lustig machten. Ich fand es sehr Menschen verachtent. Als ich das sagte machte man sich auch über mich lustig. In diesen ganzen Jahren habe ich sehr viel erlebt. Deswegen bin ich halt der Meinung das unsere Gesellschaft spießig und Stock steif ist mit Sachen die nicht der Norm entsprechen. Viele Menschen lachen dir ins Gesicht und hinterrücks sieht es anders aus. Daher habe ich sehr viel Angst entdeckt zu werden oder mich zu outen.
Jeder sollte so leben wie er will.

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