Wer ich heute bin
Wer ich heute bin - # 2

Lebensplanung, Standorte
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Badfeel
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Re: Wer ich heute bin

Post 16 im Thema

Beitrag von Badfeel » Sa 14. Apr 2018, 22:45

Teil 5

Nachdem ich eine Ausbildung zum K.i.E. gefunden hatte zog ich aus der Psychatrie aus und bezog meine erste eigene Wohnung. Beziehungen hatte ich immer
mal wieder welche, keine die wirklich hielten. Aber ich machte mein Ding.

Kurz vor dem Ende meiner Probezeit nahm mich mein Chef beiseite und sagte das er mich entlässt. Ich verstand nicht warum. Aber, als kleines Steh auf Männeken
wanderte ich durch die Stadt und schaffte es, noch auf dem Weg nach Hause, mich bei einem Schuhladen in das sogenannte EQJ Programm zu bringen. Also nen bezahltes
Jahres Praktika vom Amt. 3 Monate später flog nen Azubi weil er klaute und ich durfte meine Ausbildung weitermachen.

In dieser Zeit lernte ich dann ein Mädchen kennen, das noch ein riesiger Teil meines Lebens werden sollte. Jedenfalls schaffte ich meine Ausbildung und hatte neben meinen
Abschlüssen in der Schule auch endlich mal was gelernt.
Die meiste Unterstützung kam hier immer von meinen Großeltern oder meinem Onkel. Den Kontakt zu meinen Erzeugern hatte ich nun komplett abgebrochen. Der letzte
Besuch den ich unternahm zeigte mir eine zerstörte Welt.
Aufgedunsen von Drogen und Alkohol mit fettiger Haut lebten sie sich durch den Tag. Die letzte Begegnung mit meinem Dad war in der Auffangstation. Da hat er mich nicht
mal erkannt.
Wenn ich heute über diese Situation nachdenke, treibt es mir immer noch die Tränen in die Augen.

Natürlich lebte ich in dieser Zeit auch. Diverse one Night Stands, legte meine über mir wohnende Nachbarin flach und vor allem Partys ohne Ende. Meine kleine Bude lag im Erdgeschoss, also am WE die Fenster auf, meine
Möbel in den Innenhof und dann wird gesoffen und gefeiert. Ihr könnt euch nicht vorstellen was wir alles da abgerockt haben. Die Partys waren episch und wenn ich mich
heute an die guten alten Zeiten erinnere, dann an die wo wir so sternhagelvoll waren, das wirklich nix ausgelassen wurde.

Auch der "Autoscene" konnte ich mich anschließen da meine Großeltern mir mein erstes Auto schenkten, einen Peugeot 106. Da ballerte ich mit Freunden natürlich dann
alles rein was ging. Chips, Fetter Auspuff usw bis die Kupplung mir um die Ohren flog und ich ihn gegen einen Gold 2 in Zahlung gab, welcher natürlich auch getunt wurde
mit Duplex Anlage und was nicht alles so auf dem Programm steht.

Wie dem auch sei, nun trat die Person in mein Leben, die in Teil 5 noch eine andere Rolle erhalten soll.
Sie war/ist meine große Liebe. Ich hätte auch nie gedacht, das ich mal so jemanden in so einer Situation kennenlerne. Durchzechte Nacht mit Freunden und wir standen in Boxershorts
mitten inner Stadt am Mittag und machten ne Wasserschlacht an einem Brunnen. Da kam sie. Gothic zu der Zeit, aber einfach nur Bildhübsch.
Man unterhielt sich und da ich nun wusste wo sie den ganzen Tag rumhängt, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, genau dort auch meine Zeit zu verbringen. Man nannte uns alle
immer Kinokinder weil der Ort nen altes Kino war.

Interessant wurde es an der Stelle, wie das alles genau passiert ist begreife ich heut noch nicht. Sie hatte Interesse an mir, wir gingen eine 1 wöchige Beziehung ein, dann servierte sie mich
ab. Kurz danach wurde sie beim Überqueren eine grünen Ampel von einem jungen Autofahrer umgefahren und landete im Krankenhaus. Ich, der in der Zeit natürlich wenig
anbrennen ließ, hatte schon eine neue Freundin und besuchte sie oft.
Die Beziehung die ich führte war eigentlich auch wundervoll, inkl Verlobung. Doch am Ende des Liedes verließ mich das Ding vor nen anderen.

Jedenfalls fand ich SIE wieder. Wir unternahmen viel, waren ständig unterwegs und machten schöne Sachen oder Unfug. Dann, eines Abends, blieb sie bei mir und, nun kommts, ging nicht
mehr weg. Ab dem Tag waren wir ein paar und es gab nur noch ein "uns". Das war nun fast 10 Jahre her.

Auch kamen natürlich weitere Probleme wie Arbeitslosigkeit und so weiter auf uns zu. Sie fand nach ihrem Gym Abschluss eine feste Stelle bei der sie heute noch ist, ich hatte weniger
Glück. Nach der ersten Ausbildung blieb ich nen halbes Jahr hier, dann ein halbes da, dann eine neue Ausbildung zum Versicherungsfachmann, Umschulung zum
Monteur für Brandschutz, danach ein Jahr in den Einzelhandel zurückgekehrt und heute wieder Monteur.
Aber stets war sie da, hielt mich aufrecht und gab mir einen Halt, den sich jeder Mensch eigentlich wünscht.

Wir gingen einfach durch Dick und Dünn. Jeden Beziehungsstress den man sich vorstellen kann hatten wir. Vor 3 Jahren sogar eine Trennung. Hab sie für nen halbes Jahr rauswerfen müssen,
so schlimm wurde es aber anders als ich hatte sie ihre Familie hier, meine wohnt ja über 100 km entfernt.
Aber es half. Ich tobte mich in der Zeit aus mit Partys und Freunden, ließ mal wieder den Proleten raushängen und sie konnte in sich gehen und begreifen, was für einen verdammten
Hauptgewinn sie mit mir hatte. Ja ich weiß das klingt arrogant, aber so sehe ich mich heute. Ich opfere mich für die die ich Liebe auf, bin Rücksichtsvoll, Verständnisvoll und eben alles
was ein Mann mit ner großen femininen Seite eben mitbringt. Nicht einer der Assis auf die die Weiber heute stehen und alle Nase lang fremdgehen und was weiß ich noch.

Jedenfalls besann sie sich und unsere Beziehung ging richtig schön weiter, auf einem noch höheren Niveau als davor.
Doch nun hapert alles irgendwie.

Mit Teil 5, den ich bald verfasse, sind wir im "Heute" angekommen. Und das bereitet mir wahrlich Kopfschmerzen. Da kommt nun alles zusammen.
Ich bin ich
Ich bin ich auf meine Weise
Ich bin ich
Manchmal laut und manchmal leise

Elizabeth
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Re: Wer ich heute bin

Post 17 im Thema

Beitrag von Elizabeth » So 15. Apr 2018, 01:43

Gänsehaut!
Wünsche Euch beiden, daß es GUT weiter geht!
LG Elly

Nicole Doll
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Re: Wer ich heute bin

Post 18 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » So 15. Apr 2018, 09:29

Hallo Badfeel,

ich lese hier schon die ganze Zeit mit und bekomme kein Wort dazu heraus. :shock: Wie kann es sein, dass ich - behütete Kindheit, Abitur, Hochschulabschluss, Diplomingenieur - mit meinem Leben nicht zurecht kam? - Aber es ist wohl so, dass man, wenn absolut nichts vernünftig läuft, und man immer wieder auf die Nase fällt, nach dem Donald-Duck-Prinzip immer wieder aufsteht und weiter macht. Ist man aber gewohnt, dass immer alles seinen geregelten Gang geht, kommt bei jedem Rückschlag große Angst auf. Das lähmt dann und macht depressiv. Und wenn einem Mama dann noch ständig mit sachlichen Argumenten erklärt, dass man total unfähig ist und immer alles falsch macht ...

Also kann ich Dir nur die Kraft wünschen, die Donald Duck in den Comic-Heften und den Filmen bis heute nicht verloren hat. (dr)

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Badfeel
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Re: Wer ich heute bin

Post 19 im Thema

Beitrag von Badfeel » Mi 18. Apr 2018, 20:34

So ihr lieben...kommen wir zum vorerst letzten Teil

Vorab, das jetzt ist schwer für mich. zusammenhänge bitte nicht erwarten und ggf kommen einige EDITs noch dazu...

Teil 5.

Mit meiner jetzigen Lebensgefährtin würde ich am 20.08.2018 das 10 jährige feiern. Wir hatten echt diverse Hochs und Tiefs. Gegenseitig zogen wir uns
aus jedem Drecksloch heraus.
Damals hatte ich nichtmal die Kohle für Brot und Butter. Erst sie und ihre Fähigkeit zu Organisieren hat alles ins Lot gebracht.
Dann kam ne Phase bei mir, extrem Aggresiv, absolut in die vergangenheit versetzt. Legte mich mit jedem an. Burnout pur. Psycho und Medikamente
sollten es richten. Hier hatte ich bei Ihr halt. Zwar entfernten wir uns voneinander aber schafften die Situation irgendwie zu überwinden.
Sie hatte damals nen guten vFreund der immer versuchte nen Keil zwischen uns zu schieben. Hat er auch gut geschafft sodass wir damals vor ca 3 Jahren schonmal den Punkt hatten
wo ich sie rausgeworfen habe. Habe damals nen Verlauf gefunden (Das ich ans Handy und Facebook ging war der Fehler schlechthin) in der die beiden
diverse Gespräche hatten und einmal auch Annäherungen hatten.
Halbes Jahr war sie weg und ich hab in der Zeit 20 KG abgenommen.
Aber auch das haben wir geschafft und hatten danach eine Beziehung die einfach nur der Wahnsinn war.

Leider passierte genau das, was ich befürchtet hatte.

Letztes Jahr, am 06.03.2017 hat sich mein Vater vor den Zug geworfen und somit den Freitod gewählt.
(http://www.general-anzeiger-bonn.de/bon ... 02078.html)
Ich hatte nicht mehr die Gelegenheit, doch nochmal
den Kontakt zu suchen. Dies führte natürlich auch unweigerlich dazu, das ich mit dem Rest meiner Familie in Kontakt trat und mein Schatz natürlich mit von
der Partie war.
Alleine in dieser Zeit veränderte ich mich schon und lebte mein CD mehr und mehr geheim aus.
Unsere Beziehung flaute in dieser Zeit immer mehr ab. Nicht nur mein Job sondern auch fehlende gemeinsame Interessen nagten an uns.

Im Nov oder Dez, ich weiß es nicht mehr genau, habe ich dann ihr und der Familie Gegenüber mein Comming Out gehabt. Verständnis kam mir jede Menge entgegen.
Auch hat sie ja kein Problem damit (sagt sie). Im Gegenteil, sie gibt mir tipps, Lackiert mir die Nägel und auch diverse Sachen von ihr hab ich erhalten.

Seit nun über 7 Monaten ist jedoch eine ordentliche Flaute bei uns. Zuerst hab ich es auf den ganzen Stress im letzten Jahr geschoben. Zuerst mein Dad, dann der scheiß
Job, dann unser zerstörter Audi und mein Comming out usw.

Kürzlich sagte sie mir jedoch das ich ein wundervoller Mensch bin, sie sich aber nicht sicher ist, ob ich eben DERJENIGE bin. Ein "ich liebe dich" habe ich auch schon lange
keins mehr gehört.
Aktuell steht der Versuch im Raum, das sie ein, im Familienbesitz befindliches, Appartement nimmt und wir so etwas raum füreinander haben.
Auf der einen Seite muss ich gestehen das ich diese Frau über alles vergöttere und liebe, auf der anderen (zu meiner Schande) das auch ich unzufrieden geworden bin.
Sex wurde auf das minimum in der missionarsstellung reduziert was für mich extrem schwer ist, da ich mich selbst als sehr sehr aktiv bezeichne.

Ich persönlich betrachte mich, auch wenn es verdammt arrogant klingt, als ein Hauptgewinn. Ich hab keine großen Laster, ich kümmere mich aufopfernd um alles, bin
rücksichtsvoll, verständnisvoll und eben alles was ein guter Mann mitbringen muss. Scheinbar bricht mir aber eben diese fehlende Arschlöchrigkeit nun das
Genick was meine Beziehung angeht.

Fortsetzung folgt...
Ich bin ich
Ich bin ich auf meine Weise
Ich bin ich
Manchmal laut und manchmal leise

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