Transkörpergefühle
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Simone
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Re: Transkörpergefühle
Hallo Martina,
körperliche Eigenschaften, die möglicherweise durch ein weibliches Gehirn beeinflusst auf Weiblichkeit hindeuten kenne ich nicht. Mein Körper ist so männlich, wie er mir sein kann. Leider, denn ich finde etwas anderes schön und ich wäre gern schön. Aber Sport konnte ich immer gut. Ich war nie der Beste, aber immer einigermaßen weit vorn mit dabei. Aber der Sport hat mich früher zumindest in meiner Männlichkeit bestätigt, er hat sicherlich dazu geführt, dass ich mich auf meine Weiblichkeit weniger intensiv eingelassen habe. Ständig umziehen une duschen. In der Jungsumkleide war wenig Platz Strümpfe und BH. Aber es gibt ja auch junge, sportliche Frauen. Und einige naschen auch ganz gern, so wie ich. Aber neben Schokolade mag ich auch tanzen und singen und Kunst. Und Zuviel Tütü geht mir auf den Keks. Aber deshalb bin ich doch nicht mehr oder weniger Frau. Ich denke, ich bin wie ich bin, jedenfalls was das Denken und Fühlen angeht. Was das Körperliche angeht, würde ich eine Wölbung an der Brust einer am Bizeps vorziehen. Trotzdem habe ich Angst, eine Fehlentscheidung zu treffen und als Frau nicht glücklich werden zu können. Trotzdem suche ich den eindeutigen Hinweis auf meine Weiblichkeit. Inzwischen glaube ich, es gibt bei mir gar keine eindeutige Geschlechtszugehörigkeit. Ich bin ein bisschen von beidem und würde wohl auch beide Leben mehr oder weniger gut hinkriegen. Bleibt nur mein Körper, der schwer auf der männlichen Seite der Waage liegt ...
Ich wünsche dir einen schönen Urlaub
Simone
körperliche Eigenschaften, die möglicherweise durch ein weibliches Gehirn beeinflusst auf Weiblichkeit hindeuten kenne ich nicht. Mein Körper ist so männlich, wie er mir sein kann. Leider, denn ich finde etwas anderes schön und ich wäre gern schön. Aber Sport konnte ich immer gut. Ich war nie der Beste, aber immer einigermaßen weit vorn mit dabei. Aber der Sport hat mich früher zumindest in meiner Männlichkeit bestätigt, er hat sicherlich dazu geführt, dass ich mich auf meine Weiblichkeit weniger intensiv eingelassen habe. Ständig umziehen une duschen. In der Jungsumkleide war wenig Platz Strümpfe und BH. Aber es gibt ja auch junge, sportliche Frauen. Und einige naschen auch ganz gern, so wie ich. Aber neben Schokolade mag ich auch tanzen und singen und Kunst. Und Zuviel Tütü geht mir auf den Keks. Aber deshalb bin ich doch nicht mehr oder weniger Frau. Ich denke, ich bin wie ich bin, jedenfalls was das Denken und Fühlen angeht. Was das Körperliche angeht, würde ich eine Wölbung an der Brust einer am Bizeps vorziehen. Trotzdem habe ich Angst, eine Fehlentscheidung zu treffen und als Frau nicht glücklich werden zu können. Trotzdem suche ich den eindeutigen Hinweis auf meine Weiblichkeit. Inzwischen glaube ich, es gibt bei mir gar keine eindeutige Geschlechtszugehörigkeit. Ich bin ein bisschen von beidem und würde wohl auch beide Leben mehr oder weniger gut hinkriegen. Bleibt nur mein Körper, der schwer auf der männlichen Seite der Waage liegt ...
Ich wünsche dir einen schönen Urlaub
Simone
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JaquelineL
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Re: Transkörpergefühle
Liebe Martina,
so sehr ich glaube, dass der "Geist" (bzw. das Gehirn) durchaus den Körper beeinflussen kann, ich kann Deiner Fragestellung nicht wirklich folgen.
Meine erste Reaktion war: Wenn es denn auf eine unterschiedliche Prägung Körper/Gehirn hinausläuft (die von Dir genannte Randbedingung), dann wäre es doch logisch, wenn der Körper vor allem männliche Attribute aufweist.
Ergänzend kam dann der Gedanke, dass das Gehirn (im Sinne von "Geschlechtsidentität" und dem daraus resultierenden Selbst-Bewusstsein) nur dann "Veränderungen" bewirken würde, wenn denn das Selbstbewusstsein ausgeprägt weiblich wäre - was bei "late onsets", also jenen TS, die nicht bereits in ihren jungen Jahren massiv als TS auffallen, ja zunächst nicht der Fall ist und der Körper sich entsprechend unbeeinflusst und damit männlich entwickeln kann.
Es sei denn, Du vertrittst die These, dass das gesamte Gehirn, inklusive der "Programmierung" der vegetativen Funktionen, weiblich wäre - dann würde dies jedoch schon von Anfang an zuschlagen und meines Erachtens massive "hormone wars" im Körper bedingen. Von solch einer Situation habe ich bislang noch nirgendwo gelesen oder gehört, die Vertreter der Theorie des "weiblichen Gehirns" meinen meines Wissens entsprechend lediglich den Teil des Gehirns, der die Geschlechtsidentität bewirkt (bzw. bewirken soll).
Damit übereinstimmend bewerte ich auch meine eigene körperliche Entwicklung: Definitiv nicht "*der* Mann" mit dicken Muskelpaketen und vergleichbaren Attributen, andererseits aber dennoch eindeutig männlich. Dort etwas "Weibliches" hinein lesen zu wollen, wäre wohl auf Wunschdenken meinerseits zurückzuführen.
Liebe Grüße
Jackie
so sehr ich glaube, dass der "Geist" (bzw. das Gehirn) durchaus den Körper beeinflussen kann, ich kann Deiner Fragestellung nicht wirklich folgen.
Meine erste Reaktion war: Wenn es denn auf eine unterschiedliche Prägung Körper/Gehirn hinausläuft (die von Dir genannte Randbedingung), dann wäre es doch logisch, wenn der Körper vor allem männliche Attribute aufweist.
Ergänzend kam dann der Gedanke, dass das Gehirn (im Sinne von "Geschlechtsidentität" und dem daraus resultierenden Selbst-Bewusstsein) nur dann "Veränderungen" bewirken würde, wenn denn das Selbstbewusstsein ausgeprägt weiblich wäre - was bei "late onsets", also jenen TS, die nicht bereits in ihren jungen Jahren massiv als TS auffallen, ja zunächst nicht der Fall ist und der Körper sich entsprechend unbeeinflusst und damit männlich entwickeln kann.
Es sei denn, Du vertrittst die These, dass das gesamte Gehirn, inklusive der "Programmierung" der vegetativen Funktionen, weiblich wäre - dann würde dies jedoch schon von Anfang an zuschlagen und meines Erachtens massive "hormone wars" im Körper bedingen. Von solch einer Situation habe ich bislang noch nirgendwo gelesen oder gehört, die Vertreter der Theorie des "weiblichen Gehirns" meinen meines Wissens entsprechend lediglich den Teil des Gehirns, der die Geschlechtsidentität bewirkt (bzw. bewirken soll).
Damit übereinstimmend bewerte ich auch meine eigene körperliche Entwicklung: Definitiv nicht "*der* Mann" mit dicken Muskelpaketen und vergleichbaren Attributen, andererseits aber dennoch eindeutig männlich. Dort etwas "Weibliches" hinein lesen zu wollen, wäre wohl auf Wunschdenken meinerseits zurückzuführen.
Liebe Grüße
Jackie
Zuletzt geändert von JaquelineL am Di 26. Jul 2016, 09:55, insgesamt 1-mal geändert.
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Transkörpergefühle
Hi Martina,
so ganz verstehe ich Deine Frage auch nicht. Aber so wie ich es verstehe, geht es Dir darum, körperliche Repräsentationen eines weiblichen Gehirns zu sammeln. Letztlich landen wir wieder bei der Frage, was denn "Weiblichkeit" ausdrückt. Ich kann nicht erkennen, dass Deine Aufzählung etwas mit "Weiblichkeit zu tun hat. Es sind Deine Interpretationen, die es mit Weiblichkeit verbinden. Ich kann mir durchaus auch "typische Männer" vorstellen, die dieser Aufzählung entsprechen. Übrigens wachsen Mädchen früher als Jungen (http://www.netmoms.de/magazin/kinder/ki ... -19-jahre/), der Wachstumsschub setzt etwa mit 14 Jahren ein. Dein Spiegelstrich hierzu ist eher typisch Junge und nicht "spät gewachsen"...
Ich habe eher den Eindruck (auch aus früheren Posts), dass es Dir darauf ankommt, etwas Weibliches an und in Dir zu finden. Hast Du Dir schon einmal überlegt, dass das vielleicht gar nicht so ist, wie Du denkst ? Ich schreibe das, weil es mir ähnlich ging (und manchmal noch so geht). Ich kann vor diesem Hintergrund sagen, dass dieses ständige Ringen mit mir selbst viel Kraft gekostet hat. Aber letztlich ist aus meiner Sicht der allergrößte Teil, was "männlich" oder "weiblich" ausmacht, eine gesellschaftliche Wertung. Es gibt simple anatomische und funktionelle Unterschiede, die sich auch durch keine OP oder Hormonveränderung erreichen lässt. Ich habe die These, dass diese Funktionen in der Vergangenheit eine wesentliche Rolle gespielt hat. Da ging es eher um das Überleben und so hat jeder die Aufgabe gemacht, für die er geeignet war. Erst mit der kulturellen Entwicklung wurden die Differenzen stärker heraus gestellt. Heute werden die Differenzen wieder kleiner. Wenn es keine einschneidenden Ereignisse gibt, wage ich zu prognostizieren, dass die kulturelle Entwicklung folgen wird. Die differenzierte Betrachtung heute zeigt doch schon ein starkes Aufweichen der Unterschiede.
Es wird zunehmend schwieriger, den Unterschied zwischen Männer und Frauen an irgend etwas definitiv festzumachen. Um so stärker kommen individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten zum Tragen. Dominante Frauen und empathische Männer, um nur ein Beispiel zu nennen, sind doch keine "Fehlentwicklungen", sondern Ausdruck persönlicher Charaktereigenschaften im Rahmen von normalen Schwankungsbreiten. Sie haben mMn nur wenig mit dem Geschlecht als viel mehr mit kultureller Lesart zu tun.
Bleibt da die Frage, ob es nicht doch irgendwo den Bereich gibt, der eine persönliche Definition des Geschlechts weitgehend unabhängig vom sonstigen Erscheinungsbild vorgibt. Da das kein Mensch weiß, wird danach fleißig gesucht. Aber da kann man nach Definition nicht bei Äußerlichkeiten suchen. Das wäre ein Widerspruch in sich. Hier mag vielleicht ein Selbstversuch helfen, für sich selber eine Antwort zu finden. Ich habe im letzten Urlaub ein paar Tage als Frau gelebt und konnte die Zeit genießen. Nach 10 Tagen war ich an dem Punkt angekommen, dass ich für mich selber festgestellt habe, dass ich nicht dauerhaft als Frau leben will. Das ging sogar soweit, dass ich seit ca. 2 Monaten nicht den geringsten Anflug mehr verspürt habe, zu dressen oder en femme auf die Straße zu gehen. Ich fühle mich tatsächlich wohl in meiner Haut. Diese Erfahrung habe ich bereits zwei- oder dreimal machen können. Bisher kam es immer wieder zu Phasen, in denen ich en femme leben wollte und es mir auch gegönnt habe. Das ist für mich ein Teil meines inneren Gleichgewichts und ich werte es nicht als "Rückfall".
Aus Deinen Worten lese ich eine tiefe innere Spaltung, die mit einer Menge Verzweiflung verbunden ist. Ich glaube nicht, dass man sie löst, in dem man zwanghaft nach Indizien für die ein oder andere Lebensweise sucht. Ich denke, es ist wichtig, diese Phasen zu leben, um selber zu Fortschritten zu kommen. Es ist eher wie bei Aikido, wo man die Energie des Angreifers nutzt, sich zu verteidigen. Meine Erfahrung ist, dass in den unterschiedlichen Phasen sehr viel Energie steckt. Ich blockiere mich selber, wenn ich sie gegen mich verwende. Ich versuche diese Energie für mich zu verwenden, in dem ich ihr nachgebe und sie dadurch lenken kann. Das ist wie bei einer Schlittenfahrt, die so schnell wird, dass scheinbar nicht mehr jedes Manöver ausgeführt werden kann. Aber ich kann ihn dennoch in die Richtung bringen, die für ich richtig ist. Unten angekommen, ist erst einmal Ruhe oder aus TG-Sicht, ich muss nicht mehr Frau sein. Ob ich die Abfahrt noch einmal mache oder nicht, zeigt sich dann. Aber man kann nicht immer den Berg hinunter rasen. Es wird irgendwann ruhiger und es zeigt sich von alleine, ob diese Art "Schlittenfahrt" mein Lebensinhalt ist oder nur eine Episode ist, die sich vielleicht gelegentlich wiederholt.
Mir kommt das viele Fragen und Zögern vor, als ob man sich oben am Berg fragt, ob man heil unten ankommt, ob man in der Lage sein wird, den Schlitten immer zu kontrollieren. Ich denke, wenn man diesen Kontrollzwang nicht beiseite legt, wird man nie zu einer Antwort kommen. Und die Beschreibung anderer sind auch nicht hilfreich, denn jede Schlittenfahrt ist anders. Ganz davon abgesehen, dass Erzählung und Erleben zwei völlig unterschiedliche Welten sind.
Schönen Urlaub noch
so ganz verstehe ich Deine Frage auch nicht. Aber so wie ich es verstehe, geht es Dir darum, körperliche Repräsentationen eines weiblichen Gehirns zu sammeln. Letztlich landen wir wieder bei der Frage, was denn "Weiblichkeit" ausdrückt. Ich kann nicht erkennen, dass Deine Aufzählung etwas mit "Weiblichkeit zu tun hat. Es sind Deine Interpretationen, die es mit Weiblichkeit verbinden. Ich kann mir durchaus auch "typische Männer" vorstellen, die dieser Aufzählung entsprechen. Übrigens wachsen Mädchen früher als Jungen (http://www.netmoms.de/magazin/kinder/ki ... -19-jahre/), der Wachstumsschub setzt etwa mit 14 Jahren ein. Dein Spiegelstrich hierzu ist eher typisch Junge und nicht "spät gewachsen"...
Ich habe eher den Eindruck (auch aus früheren Posts), dass es Dir darauf ankommt, etwas Weibliches an und in Dir zu finden. Hast Du Dir schon einmal überlegt, dass das vielleicht gar nicht so ist, wie Du denkst ? Ich schreibe das, weil es mir ähnlich ging (und manchmal noch so geht). Ich kann vor diesem Hintergrund sagen, dass dieses ständige Ringen mit mir selbst viel Kraft gekostet hat. Aber letztlich ist aus meiner Sicht der allergrößte Teil, was "männlich" oder "weiblich" ausmacht, eine gesellschaftliche Wertung. Es gibt simple anatomische und funktionelle Unterschiede, die sich auch durch keine OP oder Hormonveränderung erreichen lässt. Ich habe die These, dass diese Funktionen in der Vergangenheit eine wesentliche Rolle gespielt hat. Da ging es eher um das Überleben und so hat jeder die Aufgabe gemacht, für die er geeignet war. Erst mit der kulturellen Entwicklung wurden die Differenzen stärker heraus gestellt. Heute werden die Differenzen wieder kleiner. Wenn es keine einschneidenden Ereignisse gibt, wage ich zu prognostizieren, dass die kulturelle Entwicklung folgen wird. Die differenzierte Betrachtung heute zeigt doch schon ein starkes Aufweichen der Unterschiede.
Es wird zunehmend schwieriger, den Unterschied zwischen Männer und Frauen an irgend etwas definitiv festzumachen. Um so stärker kommen individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten zum Tragen. Dominante Frauen und empathische Männer, um nur ein Beispiel zu nennen, sind doch keine "Fehlentwicklungen", sondern Ausdruck persönlicher Charaktereigenschaften im Rahmen von normalen Schwankungsbreiten. Sie haben mMn nur wenig mit dem Geschlecht als viel mehr mit kultureller Lesart zu tun.
Bleibt da die Frage, ob es nicht doch irgendwo den Bereich gibt, der eine persönliche Definition des Geschlechts weitgehend unabhängig vom sonstigen Erscheinungsbild vorgibt. Da das kein Mensch weiß, wird danach fleißig gesucht. Aber da kann man nach Definition nicht bei Äußerlichkeiten suchen. Das wäre ein Widerspruch in sich. Hier mag vielleicht ein Selbstversuch helfen, für sich selber eine Antwort zu finden. Ich habe im letzten Urlaub ein paar Tage als Frau gelebt und konnte die Zeit genießen. Nach 10 Tagen war ich an dem Punkt angekommen, dass ich für mich selber festgestellt habe, dass ich nicht dauerhaft als Frau leben will. Das ging sogar soweit, dass ich seit ca. 2 Monaten nicht den geringsten Anflug mehr verspürt habe, zu dressen oder en femme auf die Straße zu gehen. Ich fühle mich tatsächlich wohl in meiner Haut. Diese Erfahrung habe ich bereits zwei- oder dreimal machen können. Bisher kam es immer wieder zu Phasen, in denen ich en femme leben wollte und es mir auch gegönnt habe. Das ist für mich ein Teil meines inneren Gleichgewichts und ich werte es nicht als "Rückfall".
Aus Deinen Worten lese ich eine tiefe innere Spaltung, die mit einer Menge Verzweiflung verbunden ist. Ich glaube nicht, dass man sie löst, in dem man zwanghaft nach Indizien für die ein oder andere Lebensweise sucht. Ich denke, es ist wichtig, diese Phasen zu leben, um selber zu Fortschritten zu kommen. Es ist eher wie bei Aikido, wo man die Energie des Angreifers nutzt, sich zu verteidigen. Meine Erfahrung ist, dass in den unterschiedlichen Phasen sehr viel Energie steckt. Ich blockiere mich selber, wenn ich sie gegen mich verwende. Ich versuche diese Energie für mich zu verwenden, in dem ich ihr nachgebe und sie dadurch lenken kann. Das ist wie bei einer Schlittenfahrt, die so schnell wird, dass scheinbar nicht mehr jedes Manöver ausgeführt werden kann. Aber ich kann ihn dennoch in die Richtung bringen, die für ich richtig ist. Unten angekommen, ist erst einmal Ruhe oder aus TG-Sicht, ich muss nicht mehr Frau sein. Ob ich die Abfahrt noch einmal mache oder nicht, zeigt sich dann. Aber man kann nicht immer den Berg hinunter rasen. Es wird irgendwann ruhiger und es zeigt sich von alleine, ob diese Art "Schlittenfahrt" mein Lebensinhalt ist oder nur eine Episode ist, die sich vielleicht gelegentlich wiederholt.
Mir kommt das viele Fragen und Zögern vor, als ob man sich oben am Berg fragt, ob man heil unten ankommt, ob man in der Lage sein wird, den Schlitten immer zu kontrollieren. Ich denke, wenn man diesen Kontrollzwang nicht beiseite legt, wird man nie zu einer Antwort kommen. Und die Beschreibung anderer sind auch nicht hilfreich, denn jede Schlittenfahrt ist anders. Ganz davon abgesehen, dass Erzählung und Erleben zwei völlig unterschiedliche Welten sind.
Schönen Urlaub noch
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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ab08
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Re: Transkörpergefühle
Hallo liebe Martina,
bedenke bitte: Jeder Mensch ist anders!
Aufgrund Deiner Vorbildung weißt Du das ja
Natürlich gibt es zwischen einzelnen Personen in Teilbereichen häufig Ähnlichkeiten...
z.B. hatte ich zu Sport ein gespanntes Verhältnis. (+ schlechte Noten, das einziges Fach, mit meist 5), Tanzen mochte ich gern.
Trotzdem, selbst wenn Lebensläufe, Empfindungen ... sich zu gleichen scheinen... -> Identisch ist es nie.
Wie meine 97jährige Mutter gern sagt:
"Jeder Mensch lebt auf seiner Insel. - Er kann nur zu den anderen Inseln hinüber winken."
Liebe Grüße
Andrea,
eine relativ normale (transsexuelle) Frau, die seit 2008 glücklich ist, seit sie 100% im korrekten Geschlecht lebt,
der aber durchaus Ähnlichkeiten mit Dir auffallen
bedenke bitte: Jeder Mensch ist anders!
Aufgrund Deiner Vorbildung weißt Du das ja
Natürlich gibt es zwischen einzelnen Personen in Teilbereichen häufig Ähnlichkeiten...
z.B. hatte ich zu Sport ein gespanntes Verhältnis. (+ schlechte Noten, das einziges Fach, mit meist 5), Tanzen mochte ich gern.
Trotzdem, selbst wenn Lebensläufe, Empfindungen ... sich zu gleichen scheinen... -> Identisch ist es nie.
Wie meine 97jährige Mutter gern sagt:
"Jeder Mensch lebt auf seiner Insel. - Er kann nur zu den anderen Inseln hinüber winken."
Liebe Grüße
Andrea,
eine relativ normale (transsexuelle) Frau, die seit 2008 glücklich ist, seit sie 100% im korrekten Geschlecht lebt,
der aber durchaus Ähnlichkeiten mit Dir auffallen
Zuletzt geändert von ab08 am Fr 2. Sep 2016, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Viggy
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Re: Transkörpergefühle
Hallo Martina,
ich tue mich auch schwer aus Deinem Eingangspost eine Frage zu lesen, auf die ich direkt antworten könnte.
Auch ich hatte ein Phase, in der ich versuchte, in körperlichen Attributen und gedanklich/seelischen Reaktionen Übereinstimmungen zu finden. Bis vor 20 Jahren wäre ich allerdings noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich einmal diesen Hang entwickeln könnte. Die Anlagen dafür waren bestimmt vorhanden, aber durch Erziehung und Prägung durch die Umwelt noch verborgen. Erst als ich vor gut 15 Jahren vorgeblich wegen meines Radsporthobbies begann meine Beine zu rasieren und später zu epilieren, begann die ganze Geschichte. Ein paar Jahre später kam der erste klare Nagellack, wieder etwas später die ersten Damenschuhe und so kam dann eins zum anderen. Erst als ich dem Drang nachgab und mir die ersten Damenkleider, also Rock und Shirt kaufte begann ich, mir Fragen zu stellen. Ich suchte nach Erklärungen, bin ich auf dem Weg zum Transgender oder ist das ein Fetisch, oder eine Form der Travestie, oder mache ich das wirklich nur aus modischen Gesichtspunkten? Ich hatte zwar des Gefühl, dass ich eindeutig männlich bin, aber ganz sicher war ich mir nicht. Erst mein Outing meiner Frau gegenüber, hat es mir möglich gemacht, unbefangen damit umzugehen und es zu nehmen wie es ist. Das ist erst ca. 8 Wochen her und vielleicht noch zu früh um schon Schlüsse zu ziehen, die brauche ich für mich aber auch gar nicht mehr. Ich trage gerne Frauenkleider und fühle mich wohl dabei, wenn das nicht möglich ist, trage ich halt meine Männersachen und habe auch kein Problem damit. Meine Frau weiß jetzt, dass sie einen Mann hat, der aber auch eindeutige feminine Züge hat, was auch seine Vorteile hat.
Insgesamt bin ich sogar der Meinung, dass ich gar nicht so anders bin als die meisten Männer, nur folgen die eben dem Druck von Erziehung, Umwelt, Vorstellungen wie ein Mann zu sein hat. Wie Grönemeyer schon sang: "Männer sind schon als Baby blau".
ich tue mich auch schwer aus Deinem Eingangspost eine Frage zu lesen, auf die ich direkt antworten könnte.
Auch ich hatte ein Phase, in der ich versuchte, in körperlichen Attributen und gedanklich/seelischen Reaktionen Übereinstimmungen zu finden. Bis vor 20 Jahren wäre ich allerdings noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich einmal diesen Hang entwickeln könnte. Die Anlagen dafür waren bestimmt vorhanden, aber durch Erziehung und Prägung durch die Umwelt noch verborgen. Erst als ich vor gut 15 Jahren vorgeblich wegen meines Radsporthobbies begann meine Beine zu rasieren und später zu epilieren, begann die ganze Geschichte. Ein paar Jahre später kam der erste klare Nagellack, wieder etwas später die ersten Damenschuhe und so kam dann eins zum anderen. Erst als ich dem Drang nachgab und mir die ersten Damenkleider, also Rock und Shirt kaufte begann ich, mir Fragen zu stellen. Ich suchte nach Erklärungen, bin ich auf dem Weg zum Transgender oder ist das ein Fetisch, oder eine Form der Travestie, oder mache ich das wirklich nur aus modischen Gesichtspunkten? Ich hatte zwar des Gefühl, dass ich eindeutig männlich bin, aber ganz sicher war ich mir nicht. Erst mein Outing meiner Frau gegenüber, hat es mir möglich gemacht, unbefangen damit umzugehen und es zu nehmen wie es ist. Das ist erst ca. 8 Wochen her und vielleicht noch zu früh um schon Schlüsse zu ziehen, die brauche ich für mich aber auch gar nicht mehr. Ich trage gerne Frauenkleider und fühle mich wohl dabei, wenn das nicht möglich ist, trage ich halt meine Männersachen und habe auch kein Problem damit. Meine Frau weiß jetzt, dass sie einen Mann hat, der aber auch eindeutige feminine Züge hat, was auch seine Vorteile hat.
Insgesamt bin ich sogar der Meinung, dass ich gar nicht so anders bin als die meisten Männer, nur folgen die eben dem Druck von Erziehung, Umwelt, Vorstellungen wie ein Mann zu sein hat. Wie Grönemeyer schon sang: "Männer sind schon als Baby blau".