Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen
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Anja
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Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anja » Mi 10. Jan 2018, 14:26

Moinsen,

ist zwar ein Menge zu lesen, ich fand es aber ganz interessant.
Die Mutter unterstützt das Verlangen des Kindes nach weiblicher Kleidung, der Vater lehnt es ab. Die Eltern leben getrennt, teilen sich aber das Sorgerecht.

"Während des anhängigen Sorgerechtsverfahrens erließ das Amtsgericht am 28. August 2015, einen Tag vor der Einschulung des Kindes, auf Antrag des Kindesvaters eine einstweilige Anordnung, mit der diesem die Entscheidung allein übertragen wurde, ob das Kind in mädchentypischer Kleidung an schulischen Veranstaltungen teilnehmen solle."

Das Amtsgericht und auch das Oberlandesgericht ließen aber eines außer acht, dem erst das Bundesverfassungsgericht entsprechend Gewicht beimaß:
"Das Kind ist als ein Wesen mit eigener Menschenwürde und dem eigenen Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit unter den besonderen Schutz des Staates gestellt"

Bei Interesse könnt ihr hier den ganzen Beschluss lesen.

Grüße
die Anja
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MichiWell
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Re: Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen

Post 2 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 10. Jan 2018, 23:21

Hallo Anja,

danke für den Link. Ich habe das schon damals in 2015 mitbekommen und war ziemlich befremdet, dass ein Gericht so entscheidet. Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird auf die Beweggründe der vorherigen Instanzen eingegangen, und ich war wiederholt erschüttert, mit welchen haarsträubenden Argumenten die dem Kindeswohl zuwider laufenden Enttscheidungen gerechtfertigt wurden. Letztendlich befand man es also gut, dass der Vater dem Kind Druck gemacht hat, um es auf den "rechten" Geschlechtsweg zu bringen. Darüber kann man nur den Kopf schütteln.

Man könnte meinen, es wäre darum gegangen, einen notorischen Schulschwänzer, der zudem seine Mutter einschüchtert, zurück ins Klassenzimmer zu bringen.

Schlimm. Einfach nur schlimm.


Beste Grüße
Michi
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Re: Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen

Post 3 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Do 11. Jan 2018, 01:55

Ich bewundere die Mutter und vor allem das Kind:
Dem Weltbild des Vaters zuliebe 1 Woche Unisex-Klamotten, die nächste Woche bei Mutter wieder Rock und Kleid - geniale Idee!
(Cis-Mädels dürfen das schließlich auch!)
Wenn dann noch offen komminiziert wird, daß das OLG mit der Kleidervorschrift beim BVG auf die Nase gefallen ist,
hat das Kind gleich das Recht auf Prinzessinenkleider für Jungs mit erkämpft (siehe Fall Hamilton): Vorschlag: Verdienstkreuz o.ä.
LG Elly

Simone 65
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Re: Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen

Post 4 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Do 11. Jan 2018, 03:21

Ich habe mir gerade den Gerichtsbeschluss durchgelesen, nicht einfach . Das Gericht entscheidet wovon es keine Ahnung hat . Es heisst immer , das Kindeswohl . Davon scheint das Gericht noch nichts gehört zu haben.
Das Gericht entscheidet sogar gegen die Gutachter.
Ein Junge darf kein Mädchen sein .
LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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Re: Das Kind äußere, lieber ein Mädchen sein zu wollen

Post 5 im Thema

Beitrag von lexes » Do 11. Jan 2018, 14:31

Grundsätzlich aber irgendwie nachvollziehbar ... wenn auch vom Gericht schlecht recherchiert

Wenn mein Nachwuchs dürfte wie er wollte , würde er auch nur Nutella essen und nicht in den Kindergarten gehen.

Viele Regeln dienen schon dem Schutz der Kids weil sie auf Grund mangelnder Erfahrung und einfach wegen "nicht-wollen" schon-X die falsche Entscheidung treffen.

Das es sich hier aber nicht um einen Spass oder eine Phase oder Trotz oder ..oder.. oder.. handelt hätte man schon schnell erkennen können.

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