Wenn Absage von Therapeutin kommt
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Anna Marie
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Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 1 im Thema

Beitrag von Anna Marie » Sa 21. Jan 2017, 20:02

Hallo allerseits,

In meinem TB habe ich ja schon einiges geschrieben.
Nun möchte ich aber auch hier mal 2 Fragen fragen:

1)
Ich bin seit August/September 2015 bei meiner Therapeutin in Behandlung.
Grund: Depressionen.
In der 2ten Stunde habe ich ihr von Anna erzählt. Sprich seitdem weiß sie von mir und wir haben auch einige Stunden über das Thema Transidentität gesprochen.

Zählt da schon die Behandlungsdauer von über einem Jahr?

2)
Ich habe ja am 15.02 meinen Termin bei einer Therapeutin die Trans spezialisiert ist.
Mir stellt sich die Frage was mache ich wenn sie sagen würde, F 64.0 passt nicht bei Ihnen....
Sprich keine Diagnose.
Dann kann ich ja alles andere "vergessen".
Keine HET oder oder.

Gibt es hier Mädels mit Erfahrungen denen sowas widerfahren ist?

Danke vorab für Eure Antworten und Tipps (moin)
Nicht jeder wird meinen Weg verstehen, das ist ok. Ich bin hier um mein Leben zu leben. Nicht um von jedem verstanden zu werden!

Kelly
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 2 im Thema

Beitrag von Kelly » Sa 21. Jan 2017, 20:48

Hi Anna,
Ich hatte erst 5 "Probestunden" und dann begann meine Therapie.Ich hatte eine Überweisung von meinem Hausarzt mit der Diagnosse Depression.Auch beschäftigten mich die gleichen Ängste wie Dich und ich traute mich lange nicht nach ihrer Diagnosse zu fragen.Ich hab mir lang Gedanken gemacht."Was mach ich bloß wenn die Diagnosse anderst lautet".Irgendwann fragte ich sie wie Ihre Diagnosse sei da ich endlich mit der HRT beginnen möchte und die Antwort war eine riesen Erleichterung für mich:"Transident,das war schon in den ersten Stunden eindeutig"
Mein Endo verlangte allerdings 1 Jahr Therapie.
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen das alles gut geht,sei einfach Du selbst (smili)
Liebe Grüße
Kelly

ab08
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 » Sa 21. Jan 2017, 20:53

Hallo Anna,

natürlich sollen/müssen bei der Diagnose "Transsexualität" psychische Gründe zunächst ausgeschlossen werden...

Andererseits, wenn Du beim Amtsgericht NÄ/PÄ beantragst, werden Gutachter beauftragt,
und dass diese Gutachter dann die Transsexualität nicht bestätigen, halte ich für extrem unwahrscheinlich.
DENN: Transsexualität ist eine Selbstdiagnose :!: :!:
Wenn Du dann weibliche Papiere besitzt, wird man Dir die HET kaum verweigern können.

Zusammengefasst: Mach Dir bitte keine unnötigen Sorgen.
Notfalls halt den Therapeuten/ die Therapeutin wechseln :wink:

Liebe Grüße
Andrea
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 4 im Thema

Beitrag von Tabea » Sa 21. Jan 2017, 21:03

Ich hab mich auch fuchsig gemacht was passiert wenn es nicht Transsexualität ist?
Einfach hin gehen und sich so geben wie man ist (Geschichten erzählen wäre eher doof), wenn man einen Fachmann/Frau hat dann sollte das auch gehen.
Therapie von vor Jahren wird glaube ich nicht angerechnet – zumindest nicht bei uns hier. Wie die Therapie läuft liegt dann ja auch an dir, meine HET
hab ich erstaunlich schnell bekommen , lag vielleicht auch da dran das ich voll geoutet war und im Job eben auch schon in meinem gefühlten Geschlecht gearbeitet habe.
Die Therapeuten handhaben das aber immer unterschiedlich, würde aber nicht auf die HET drängen – finde das wirkt komisch.
Die Therapie soll ja helfen und klären ob man wirklich an dem ist. Man sollte auch ehrlich zu sich selbst sein und wirklich schauen ob es an dem ist, der Weg ist nicht
leicht und kostet viel Kraft – man sollte sich wirklich sicher sein und ehrlich zu sich selbst.

Meine Erfahrung und Meinung.

JaquelineL
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 5 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Sa 21. Jan 2017, 21:38

Liebe Anna,
Anna Marie hat geschrieben:
Sa 21. Jan 2017, 20:02
Hallo allerseits,

In meinem TB habe ich ja schon einiges geschrieben.
Nun möchte ich aber auch hier mal 2 Fragen fragen:

1)
Ich bin seit August/September 2015 bei meiner Therapeutin in Behandlung.
Grund: Depressionen.
In der 2ten Stunde habe ich ihr von Anna erzählt. Sprich seitdem weiß sie von mir und wir haben auch einige Stunden über das Thema Transidentität gesprochen.

Zählt da schon die Behandlungsdauer von über einem Jahr?
ich höre da eine gewisse Eile heraus :wink:
Ich habe über 30 Jahre mit meinem Andersein gelebt und hatte zu Beginn meiner Behandlungstermine einen Zeitplan im Kopf, der mir völlig angemessen schien - schließlich kannte ich mich und meine Situation. Heutzutage (ein Jahr später, mehr als ein halbes Jahr "über Plan") schreibe ich in mein Tagebuch, wie wichtig für mich die Zeit seitdem war, um mit der Situation und mir selbst ins Reine zu komnen.

Zeit ist ein wichtiger Faktor, nimm' auch Du sie Dir.
Anna Marie hat geschrieben:
Sa 21. Jan 2017, 20:02
2)
Ich habe ja am 15.02 meinen Termin bei einer Therapeutin die Trans spezialisiert ist.
Mir stellt sich die Frage was mache ich wenn sie sagen würde, F 64.0 passt nicht bei Ihnen....
Sprich keine Diagnose.
Dann kann ich ja alles andere "vergessen".
Keine HET oder oder.
Wenn sie das sagen würde, würde sie Dir sicherlich auch die Gründe für ihre Einschätzungen geben. Dann kannst Du Dir auch überlegen, ob sie irgendwo recht hat oder nicht. Mal völlig losgelöst davon, dass ich nicht glaube, dass es diesen Weg gehen wird.

Und ganz ehrlich: Hätte ich einen anderen Weg aufgezeigt bekomnen, wäre er vermutlich einfacher für mich gewesen. Der Trans-Weg stellt mein Leben ganz schön auf den Kopf, hätte ich das vermeiden können, wäre mein Leben vielleicht noch in Ordnung. Aber sei's drum, ich bin nun mal, wie ich bin und muss da jetzt durch.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 6 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 21. Jan 2017, 22:08

Huhu Anna (ki)

Die Diagnose "Transidentität" bestimmst Du und nicht irgendein Psychologe. Lass einfach Dein Herz sprechen und rede offen und ehrlich über Deine Gefühle, dann wird alles gut. Ich bin ja bei der selben Psychologin, zu der Du im Februar gehst und habe 13 Monate mit ihr gesprochen, bevor sie grünes Licht für die HRT gegeben hat. Das war aber nur so lange, da ich erst recht spät (mit 43 Jahren) gecheckt habe, was mit mir los ist. Da wollte sie natürlich auf Nummer sicher gehen. Da Du ja heute in ungefähr dem selben Alter bist wie ich damals, erwarte bitte nicht nach 3 Monaten mit einem Rezept aus ihrer Praxis zu spazieren. Für uns "Betroffene" wird die Geduld oft arg strapaziert bzw. wenn man vorher eher von der ungeduldigen Sorte war, lernt man auf dem Weg zu warten :mrgreen:

Liebe Grüße
Michelle
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 7 im Thema

Beitrag von Aria » So 22. Jan 2017, 21:18

Bevor ich überhaupt den Schritt zum Psychologen gewagt habe, habe ich mir tagein tagaus Gedanken gemacht ob überhaupt die Möglichkeit bestünde, trans zu sein.
Ob es überhaupt gerechtfertigt ist, diesen Schritt zu gehen. Und wenn ich ihn mache, mit welchem Ergebnis ich rechnen kann. Werde ich mich auf etwas versteifen,
was dann vielleicht gar nicht eintrifft? Werde ich danach am Boden zerstört sein, weil es nicht so gekommen ist, wie ich es mir gedacht habe? Aber dann habe ich mir
gedacht, ganz egal wie es kommt, ich habe auf jeden Fall jemanden, mit dem ich über meine ganzen Ängste reden kann und der mir dabei behilflich ist, damit klar zu
kommen. Ich denke, man muss es eher wie eine Win-Win-Situation sehen. Kommt die Indikation Trans, weiss ich, dasss noch was auf mich zu kommt. Kommt sie nicht,
weiss ich woran ich nicht bin und kann mich mit ihrer Unterstützung damit arrangieren so gut es geht. Ich habe somit meine anfängliche Ungewissheit ausräumen können.

Anna Marie
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Re: Wenn Absage von Therapeutin kommt

Post 8 im Thema

Beitrag von Anna Marie » Mo 23. Jan 2017, 10:13

Hallo ihr Lieben (moin)

Erstmal einen lieben Dank für die Antworten (smili)

Da ich mit dem Handy schreibe, fasse ich mich etwas kurz:

Es ist lediglich die allgemeine Verunsicherung die mich diese Fragen stellen lässt und es ist auch kein Zeitdruck dahinter bzw sollte es flott flott gehen.
Sicherlich würde ich mich freuen wenn es "schneller als gedacht" mit allem losgehen würde, so nicht.
Wenn ich aber wie Michelle ein Jahr warten muss wäre das auch kein Beinbruch.
Ich habe nur "Angst" das ich nicht vorwärts käme, aufgrund einer , aus meiner Sicht, falschen Diagnose einer Therapeutin / eines Gutachters.

Da Michelle ja meine bald aufsuchende Therapeutin kennt, werde ich auf Ihre Erfahrungen hören (smili)
Trotzdem bleibt ein bisschen die Angst/Unsicherheit.
Aber ich denke das ist ja normal.
Wenn es denn normal ist :D

Ich wünsche allen einen schönen Tag (moin)
Nicht jeder wird meinen Weg verstehen, das ist ok. Ich bin hier um mein Leben zu leben. Nicht um von jedem verstanden zu werden!

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