Bankkarten
Bankkarten - # 4

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Britt
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Re: Bankkarten

Post 46 im Thema

Beitrag von Britt » Do 9. Mär 2017, 13:35

Hallo,
ich habe gestern Abend noch nach einer Emailadresse der Bankfiliale gesucht. Da ich keine gefunden habe, habe ich die Mitteilung direkt an die Beschwerdeabteilung geschickt.
Heute kam schon eine Antwort.
Sehr geehrte Frau Rieger,

wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Nachricht und die detaillierte Schilderung Ihres Besuches in der Filiale am Bayrischen Platz, welcher für Sie sehr enttäuschend verlief.

Dass Sie sich durch die Behandlung der Mitarbeiterin der Filiale bloßgestellt fühlten, bedauern wir außerordentlich.

Für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer Kundenverbindung entstanden sind, können wir uns an dieser Stelle zunächst nur in aller Form entschuldigen.


Es liegt in unserem Interesse, einen angemessenen, freundlichen und zuverlässigen Service für ausnahmslos alle Kunden zu gewährleisten.

Dabei sind wir auch auf die aktive Mithilfe unserer Kunden angewiesen und detaillierte Darstellungen wie Ihre helfen uns dabei, unseren Qualitätsstandard ständig zu überwachen und zu verbessern.

Wir danken Ihnen wirklich sehr für Ihre Nachricht und haben Ihren Hinweis an den zuständigen Fachbereich zur Überprüfung des geschilderten Umstandes gegeben.

Auch danken wir Ihnen für Ihren Hinweis bzw. Ihre Anregung zum dgti-Ausweises und einer entsprechenden Mitarbeiterschulung diesbezüglich.

Aber auch ohne einen solchen Ausweis sollte es für jeden Menschen eine Selbstverständlichkeit sein, eine Behandlung wie die Ihre durch angemessenes und vor allem respektvolles Verhalten zu unterstützen.

Für Ihr Verständnis und Ihre Geduld bis zu einer Rückmeldung danken wir Ihnen, Frau Rieger, und wünschen Ihnen zunächst von hier aus alles erdenklich Gute für Ihren weiteren Lebensweg.



Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Bank
Stefanie Hegmann
Und das war meine Mail.
Bank:

Filial- und Kontonummer: /



Themenbereich: Beschwerde & Feedback

Thema: Service und Verhalten

Nachricht:
Sehr geehrte Damen und Herren,
erst einmal vorweg. Ich bin Transsexuell (M2F). EC Karte und Personalausweis haben noch den männlichen Namen.
Heute wollte ich in der Filiale am Bayerischen Platz Bargeld abheben. Nachdem ich ihrer Angestellten mein Anliegen vorgetragen habe, wurde meine EC Kate und mein Ausweis verlangt. Ich habe ihr beides ausgehändigt. Mir wurde erklärt dass ich nur 50 und 100 Euroschiene bekommen kann. Nachdem ihre Angestellte einige Minuten an dem Computer irgendetwas gemacht hat, meinte sie dass sie mich nicht auf dem Personalausweis identifizieren kann. Also habe ich ihr meinen dgti Ausweis gegeben, welcher alles erklärt. Sie nahm den Ausweis und las ihn sich durch. Hilflos klimperte dann ihre Angestellte auf dem PC herum. Schließlich meinte sie, dass sie nichts mit diesem Ausweis anfangen kann und ich kein Geld bekomme. Obwohl auf dem Ausweis den ihre Angestellte gerade gelesen hat steht: Behörden, Einrichtungen und Organisationen innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, werden gebeten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Behandlung durch angemessenes Verhalten zu unterstützen und die Person entsprechend ihrer sichtbaren geschlechtlichen Ansprüche zu behandeln. sprach mich nun ihre Angestellte mit Herr (vorher war es Frau) an. Dies geschah in einer Lautstärke so dass es auch andere Kunden mitbekamen. (Diese Bloßstellung ist eine der größten Beleidigungen die man einer transidenten Person antun kann.)
Damit so etwas nicht noch einmal passiert, fordere ich sie hiermit auf ihren Angestellten am Bayerischen Platz zu in Folgenden Punkten zu schulen:
- Was ist ein dgti Ausweis ist, und wozu er dient er
- Wie geht man mit transsexuellen Personen um

Siehe:
http://dgti.org/ergaus1.html

Mit freundlichen Grüßen,
Britt Rieger

PS: Eine Antwort per Mail genügt
Liebe Grüße,
Britt

Svetlana L
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Re: Bankkarten

Post 47 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 1. Apr 2017, 14:18

Hallo zusammen,

Mitte Februar hatte ich hier ja schon geschrieben, dass die Berliner Sparkasse mir telefonisch mitgeteilt hat, dass eine Änderung der Bank- und der Visa-Karte nicht vor einer offiziellen Vornamen-/Personenstandsänderung möglich wäre. Dies habe ich einige Tage später auch nochmal schriftlich bekommen. Daraufhin habe ich um eine erneute Prüfung meines Anliegens gebeten und u.a. darauf verwiesen, dass Berlin ja Regenbogenhauptstadt werden soll und es doch schade wäre, wenn dies für die Berliner Sparkasse, die sich selbst ja als größte Sparkasse Deutschlands und sehr kund_innenorientiert darstellt, nicht gelten sollte. Heute hatte ich wieder Post von der Sparkasse im Briefkasten und...

(fwe3) tata, sie freuen sich, mir mitteilen zu können, dass die Änderung der Karten erfolgen könne. Juhu! (fwe3)

Die Visa-Karte zwar erst zum Herbst, da noch einige technische Voraussetzungen fehlen, aber immerhin. Die Bankkarte kann sofort umgestellt werden.

Vielen Dank Berliner Sparkasse und vielen Dank auch an Julia, die sich in das Thema Bankkarten ja ganz generell ziemlich reinhängt.

Fazit des Ganzen: Man sollte immer am Ball bleiben und sich nicht immer mit der erstbesten Antwort zufrieden geben.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Bankkarten

Post 48 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 22. Apr 2017, 11:43

Kurzes Update: Als ich mich heute morgen in mein Online-Banking einloggte begrüßte mich die Seite der Berliner Sparkasse mit Svetlana L... (yes)

Fehlt also nur noch die Bankkarte... (aber ich habe in der Anruferliste gesehen, dass die mich gestern auch telefonisch erreichen wollten)
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Bankkarten

Post 49 im Thema

Beitrag von Karin61 » Mi 10. Mai 2017, 22:10

Hallo zusammen,
nachdem ich nun (wieder) sehr reiselustig bin und praktisch alle Fernreisen mit der DB mache, habe ich eine Bahncard mit Kreditkartenfunktion. Die jetzt anstehende Neuausstellung habe ich zum Anlass genommen, die Eintragung der neuen Vornahmen zu beantragen. Zu meinem Hintergrund: ich bin im 9.Monat, nein, natürlich nur in der HET, besitze seit etwa 10 Wochen den dgti-Ausweis und habe die Namensänderung beantragt.
Am 7.4.17 habe ich ein entsprechendes E-mail an die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt geschickt mit dem Hinweis auf dgti-Ausweis, beantragte Vornamensänderung beim Amtsgericht und das BaFin-Schreiben mit Aktenzeichen. Bei der Gelegenheit Dank an nicole.f für die genaue Bezeichnung!

Heute kam nun ein Schreiben an "Frau Karin....". Gern möchte man mir "in Ihrer schwierigen Situation helfen". Ich solle in der örtlichen Filiale, die schon informiert sei, den dgti-Ausweis vorlegen, damit man sich eine "beglaubigte Kopie" machen könne. Dann wolle man "eine Änderung der Prägezeile auf Ihrer Kreditkarte prüfen".
Das schaut ja recht gut aus, auch wenn keine explizite Entscheidung getroffen worden ist, und wenn man nicht wollen würde, könnte man sich den Aufwand sparen.
Mal sehen, was rauskommt!

LG

Karin,

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Re: Bankkarten

Post 50 im Thema

Beitrag von JuliaS » Mi 10. Mai 2017, 23:28

Hallo Karin,

wenn es Probleme gibt, lasse es mich wissen. Theoretisch ist die CoBa kooperativ.

Mit ganz lieben Grüßen

Julia
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Re: Bankkarten

Post 51 im Thema

Beitrag von Karin61 » Sa 27. Mai 2017, 10:45

Hallo zusammen,

ich war nun bei der örtlichen Filiale und tatsächlich war die Mitarbeiterin schon informiert. Sie hat den dgti-Ausweis kopiert und wenige Tage später kam ein Brief an Frau Karin..... mit der neuen Bahncard-Kreditkarte. Zudem hat die DB die neue Kundin Frau Karin.... nett mit einem mail begrüßt.
Es gibt durchaus auch sehr schöne Tage!
Wenige Tage später war Karin mit der neuen Karte schon unterwegs und es fühlt sich sehr gut an.

@ JuliaS : Herzlichen Dank für dein Angebot!

LG


Karin

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Re: Bankkarten

Post 52 im Thema

Beitrag von JuliaS » Do 20. Jul 2017, 21:12

Hallo ihr Lieben,

ich hatte die Tage ein Gespräch mit einem vernagelten Justiziar einer Sparkasse. Zum Glück war schon eine klärende Anfrage beim BaFin gestellt. Nun habe ich es eindeutig: die Bestimmungen des 154 AO noch die des GWG finden keine Anwendung auf Kontokarten. Es gibt also keinen Grund mehr unsereins welche mit passendem Vornamen zu verweigern. (fwe3)

Eure Julia
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"

Manu.66
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Re: Bankkarten

Post 53 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Di 31. Okt 2017, 11:35

Hi Mädels!

Aus aktuellem Anlass hier meine Erfahrungen mit der Raiffeisen- Volksbank Fresena, Hage/Norden:

Ich hatte von einer Freundin gehört, dass die Kreis- und Stadtspakasse Aurich eine Bankkarte und Kreditkarte (maestro) für sie ausgestellt hat auf ihren weiblichen Vornamen. Lediglich die Vorlage eines dgti Ausweises war dazu erforderlich. Das VÄ Verfahren ist beim AG Oldenburg anhängig.

Mit dieser Info - und Bildern der Bankkarte und Kreditkarte der Freundin bin ich zu meiner Raiba. Die immer freundliche Mitarbeiterin hat sich mein Anliegen angehört, meinen dgti Ausweis fotokopiert unbd mir versichert, sich darum kümmern zu wollen.

Eine Woche später dann die Antwort, dass sich die "obere Etage" gegen mein Anliegen ausgesprochen habe. Gemeint ist damit ein Prokurist der Raiba, der sich auf die AO (Abgabenordnung), das Geldwäschegesetz und die Prinzipien der Kontoklarheit uznd Kontowahrheit beruft. (Gut, hat er wahrscheinlich bei mir in den 80iger Jahren auch gut im Fach Bankbetriebslehre gelernt :-))

Natürlich lasse ich bei solchen Sachen, vor allem wenn es um Banken geht, bedingt durch meine Vergangenheit als Bankbetriebslehrerin nicht locker.

Also habe ich erst einmal den Flyer der dgti "Bankkarte mit selbsgewähltem Vornamen" ausgedruckt (zu finden auf der dgti Seite unter downloads) und mir das Aktenzeichen der Mitteilung der BaFin bezüglich einer entsprechenden Anfrage besorgt. ( GZ: Q 23-QB 4301-2014/3622 )

Die BaFin ist, was solche Angelegenheiten betrifft, eigentlich Herrin des Verfahrens, denn sie führt die Bankenaufsicht in der Bundesrepublik.

Mit beiden Unterlagen - dgti Flyer und Schreiben der BaFin mit obigem Zeichen - werde ich morgen zu meiner Raiba gehen und den Damen und Herren eine kostelose Nachhilfestunde in Sachen Kontoführung von Kontokorrentkonten geben. Mal sehen, was daraus wird. (Zumal weil die Kreis- und Stadtsparkasse Aurich, der Lieblingskonkurrent der Raiba im hiesigen Raum, die Sache mit den Bankkarten auf gewünschten weiblichen Vornamen ja schon praktiziert) (ap)

Liebe Grüße
Mauela
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Re: Bankkarten

Post 54 im Thema

Beitrag von JuliaS » Di 31. Okt 2017, 12:15

Liebe Manuela,

mache das. Übrigens stammt der Flyer von mir. Auch habe ich bereits bei der Fresna interveniert. Wenn du mir deine E-Mail Adresse mitteilst, lasse ich dir gerne den Schriftwechsel zugehen.

Mit ganz lieben Grüßen

Julia
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Re: Bankkarten

Post 55 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 31. Okt 2017, 12:17

Ich drück' dir die Daumen. Dabei fällt mir wieder ein, dass meine Visa-Karte auch so langsam fällig wird. Die Sparkassen-Karte habe ich ja nun schon eine ganze Weile. Da kann man nur empfehlen am Ball zu bleiben, anscheinend verstecken die sich ganz gerne hinter AO & Co.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Bankkarten

Post 56 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Di 31. Okt 2017, 14:00

Hi Mädels!

Der Flyer ist gut - danke dafür Julia - er bringt vor allem das Verfahren auf den Punkt: Eigene Bevollmächtigung für die Karte mit dem weiblichen Vornamen, genau wie eine Untervollmacht fürs eigene Konto!
Dafür brauchen sie nicht die Stammdaten ändern und die Bewegungen auf dem Konto sind eindeutig zuordnungsbar.

Meine Besoldungsstelle überweist eh schon seit Monaten meine Pension unter dem Namen Manuela Alena Donner auf mein Konto.

Für mich ist das Ganze nur eine dusselige Rumzickerei - oder eben Unkenntnis der sachbearbeitenden Person.

Kleine wichtige - Ergänzung:

Meine freundliche Bankmitarbeiterin hat mir bei der ablehnenden Mitteilung erzählt, dass die Kreditkartengesellschaft - in meinem Fall VISA - überhaupt kein Problem mit der Ausstellung einer VISA Karte auf den weiblichen Vornamen hätte. Lediglich der Bankmensch in der "Führungsetage" sieht da einen Konflikt mit VISA-Karte und Bankkarte. Dusselig eben - aber das sagte ich schon.

Liebe Grüße
Manuela

PS: Ich habe schon immer Auseinandersetzungen mit Banken und Sparkassen geliebt - sie waren immer das Salz in der Suppe meiner Bankbetriebslehrestunden. Leider ist mir in manchen Fällen der BGH zuvorgekommen - z.B. bei der Problematik der Wertstellungsdifferenzen bei Bareinzahlungen/Lastschriften/Überweisungen
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Re: Bankkarten

Post 57 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mi 1. Nov 2017, 13:36

Hi Mädels!

Ich war heute Vormittag noch einmal bei der Raiba Fresena. Bewaffnet mit dem dgti Flyer zur Bankkarte und dem Schreiben der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) aus dem klar hervorgeht, dass es keinerlei rechtliche Bedenken gegen eine Bankkarte auf den weiblichen Vornamen bei Transfrauen gibt. Beides habe ich meiner freundlichen Kundenberaterin übergeben mit dem Hinweis, dass es doch an einem so kleinen Bankplatz wie Norden in dieser Angelegenheit keine Diskrepanz zwischen den beiden größten Banken vor Ort, der Sparkasse Aurich-Norden und der Raiffeisenbank Fresena geben kann.

Außerdem konnte ich mir den Hinweis nicht verkneifen, dass die Vorgehensweise der Raiba in diesem Fall ja schon fast an Diskriminierung heranreicht, dass sie einer Rechtsvorstellung aus dem vergangenen Jahrtausend entspricht und dass dieser Tatbestand möglicherweise vielleicht und überhaupt auch einen Artikel in der örtlichen Presse rechtfertigen würde. Dies jedoch könnte sich dann für die Raiba negativ auf ihr Image und die große Konkurrenz der beiden kreditwirtschaftlichen Platzhirsche vor Ort auswirken.

Nebenbei ist der jetzige Vorstand, ein Herr Evers, der Sohn des alten, ehemaligen Vorstands Evers mit dem ich seinerzeit in der Bankverbindungsstelle zusammengearbeitet habe. Der Sohn war dann in meiner Bankfachklasse. Dieser junge Evers hat, welch Zufall, gerade in der vorletzten Woche Post von der dgti im Fall Bankkarte erhalten. Dieser Brief hat dann wohl keine positive Auswirkung auf das Verhalten der Raiba in Sachen Bankkarte gehabt.

Mal sehen, ob sich Herr Evers an seine ehemalige Bankbetriebslehrerin erinnert - dann müsste er eigentlich wissen, dass ich so schnell nicht aufgebe, wenn es um Bankangelegenheiten geht und dass mir Auseinandersetzungen mit dem deutschen Kreditgewerbe immer schon sehr viel Spass bereitet haben.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Bankkarten

Post 58 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Sa 16. Dez 2017, 14:35

Hi Mädels!

Wie doch die Zeit vergeht! Da war ich also Anfang November in Sachen weiblichen Vornamen auf der Kontokarte bei meiner Raiba und nun ist schon bald Weihnachten.

Allein, irgendeine Reaktion der Bank ist bisher nicht erfolgt. Trotz dgti Flyer und Schreiben der BaFin keinerlei Feedback!

Könnte mir ja eigentlich egal sein. Schon seit längerem unterschreibe ich immer dann, wenn z.B. bei der VISA Karte eine Unterschrift erforderlich ist, mit M.Donner. Kontrolliert eh keiner und ist auch keinerlei Rechtsbruch oder dergleichen. Aber es wurmt mich, dass die sich so impertinent stur stellen. Es geht mir, da bin ich ehrlich, fast schon um´s Prinzip. Noch nie habe ich mich damit zufrieden gegeben, wenn eine Bank nicht so wollte wie ich. Ich habe allerdings auch keine Lust, zur hiesigen Sparkasse Aurich-Norden zu wechseln, die ohne Heckmeck Kontokarten auf den weiblichen Vornamen ausstellen. Ich bin ja im Großen und Ganzen mit meiner Raiba zufrieden.

Vielleicht gebe ich der Bank noch eine Chance. Jetzt, mit dem neuen dgti Ausweis, der wesentlich professioneller als der alte Ausweis aussieht und der keinerlei Hinweise mehr auf den alten Namen enthält sowie den deutlichen Hinweis "weiblich" für alle Betrachter erkennbar beinhaltet, versuche ich noch einen Anlauf.

Aufgeben - nein Danke!

Liebe Grüße
Manuela

ein frohes Weihnachtsfest euch allen (nico)
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Re: Bankkarten

Post 59 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mi 20. Dez 2017, 18:15

Vergangenen Freitag habe ich meine Sparkasse angeschrieben und sie mal höflich daran erinnert, dass sie mir im Herbst (nach technischen Umstellungen) meine Visa-Karte zusenden wollten. Und prompt hatte ich heute meine Visa-Karte auf den richtigen Namen (also Svetlana :P ) im Briefkasten. Wieder eine Baustelle erledigt!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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