Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“
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Rosi_
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 31 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Di 13. Okt 2015, 18:59

Anne-Mette hat geschrieben: Das kann es nicht sein; denn von irgendwoher wird ja der "Antrieb" kommen, dieses "körperliche Problem" zu beseitigen.
Ein Problem wird nicht dazu aufgrund eines "Antriebes", sondern erst durch die Hindernisse der Beseitigung (dessen) zu einem solchen.
Grundsätzlich würden wir uns vielleicht besser verstehen, wenn wir von einem "körperlichen Thema" sprechen.

Der "Antrieb" dafür ist abgesehen davon die Tatsache des "seins" und nicht eine Frage des "sein wollens".

Gruß
Rosi
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Marielle
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 32 im Thema

Beitrag von Marielle » Di 13. Okt 2015, 19:16

Guten Abend Andrea, Hallo zusammen,

ich erwarte keine superkurze Reaktionszeit, Andrea. Es ist alles ok, solange wir im konstruktiven Gespräch bleiben.

Du schreibst:
Nach der Lesart wären also Hautfarbe (Skave) und Geschlecht (Frau) ebenfalls Stigmata?
Ja, im Grunde schon. Jedenfalls dann, wenn die Hautfarbe oder das Geschlecht die Basis für Ungleichbehandlung sind. Wenn man Frauen das Wahlrecht verweigert, ist ihr 'Frau sein' ein Stigma, ein Kennzeichen, das die Basis für eine Ungleichbehandlung gegenüber Männern ist. Obwohl für die Gleichberechtigung vieles erreicht wurde, wirst du mir vermutlich zustimmen, wenn ich sage, dass an (zu) vielen Stellen auch heute noch Ungleichbehandlungen aufgrund des Frauseins von Menschen vorkommen.

'Frau' kann also ein Stigma sein oder auch eine selbstbestimmte Eigenbeschreibung eines Menschen. Auf diesen Unterschied will ich hinweisen, weil er mir sehr wichtig erscheint; daher auch meine ursprüngliche Frage nach dem, was du mit Emanzipation meintest. Und es ist aus meiner Sicht auch die Verneinung dieses Unterschiedes, die die (u.a. von Rosi vertretene) Position des "rein körperlichen Problems" aus sich selbst heraus diskriminierend macht.

Ein "rein körperliches Problem" zu haben, ist wohl so zu verstehen, als das es, ausser eben den Körpermerkmalen, keinen weiteren Unterschied zwischen cis-Frauen und transsexuellen Frauen gibt. Und das ist allein aufgrund des oben geschilderten Unterschieds zwischen Frausein aus Stigmatisierung und Frausein aus Selbstbestimmtheit objektiv falsch. Es ist eine Falschdarstellung, die solange diskrimierend wirkt, wie es noch eine einzige Frau auf der Welt gibt, die das Stigma Frausein hat (zur Zeit ist diese Gruppe übrigens deutlich größer als 0,3% der Menschen).


Ich hoffe ehrlich, dass du das als meine Sicht auffassen kannst, die ich in die Diskussion einbringe. Es ist nicht meine Absicht, irgendjemandem etwas abzusprechen oder wegzunehmen; schon gar nicht die selbstbestimmte Aussage eines Menschen, eine Frau zu sein. Niemals.

Hab es gut

Marielle
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LaraC
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 33 im Thema

Beitrag von LaraC » Di 13. Okt 2015, 20:48

Hi Rosi,
Rosi_ hat geschrieben: Unverrückbar und richtig ist die „Identität“ (ICH) des Menschen
Da sind wir uns schon mal einig! :) Man könnte jetzt über Details streiten (ist die Depression bei einem Depressiven richtiger und unverrückbarer Teil der Identität? ...), aber das würde uns, denke ich, nicht weiterbringen. Allerdings verstehe ich nicht, wie das mit der Aussage zusammenpasst:
Rosi_ hat geschrieben:Tatsächlich nämlich bedeutet das eigene „Schild“
z.B. mit „Frau“ dasselbe, wie das gleiche Wort auf dem einem Mädchen umgehängten „Schild“.
Ein Neugeborenes hat überhaupt keine Vorstellung einer eigenen Identität. Wie kann dann ein Schild basierend auf der eigenen Identität dasselbe bedeuten, wie eines, das jemandem, der sich nicht wehren kann, zwangsweise verpasst wird? Eine echte Verständnisfrage…

Ansonsten stört mich tatsächlich die Reduktion auf ein rein körperliches Problem mit der Aussage:
Rosi_ hat geschrieben: fehlerhaft ist ggf. der Körper des Menschen
Da betreibst du eine Zuschreibung des Problems rein auf das Individuum - etwas, das in der heutigen Medizin, Psychiatrie und Psychologie leider üblich ist. Dein Job macht dich fertig? Bloß nichts an den unmenschlichen Arbeitsbedingungen (Hierarchien, Stress, Mobbing, etc.) ändern. Lieber schnell mal einen Burn-Out diagnostizieren. Es ist immer leichter einen einzelnen Menschen als Problem zu bezeichnen und an ihm “rumzudoktern”, als die Umstände zu ändern, die das Problem verursachen. Und das meine ich (unter anderem), wenn ich sage, dass so eine Argumentation die Herrschaftsstrukturen repliziert. Der transsexuelle Mensch ist das Problem, aber das können wir durch eine einfache OP beheben. Und schon passen wieder alle brav in das (heteronormative) Schema und wir müssen nicht weiter nachdenken. Schööön!

Wobei ich klarstellen möchte: wenn du, aus welchen Gründen auch immer, dir wichtige körperliche Anpassungen vornehmenlassen möchtest (oder bereits hast oder wie auch immer), dann soll das dein gutes Recht sein. Das will ich dir auf keinen Fall absprechen. Ich verstehe auch, warum du gerne immer wieder “rein körperlich” betonst. Alles, was irgendwie mit der Psyche zu tun haben könnte, ist in unserer Gesellschaft stigmatisiert, und du möchtest ja auf keinen Fall als “verrückt” gelten.
Aber dann alle Personen, die nicht nach deiner Definition transsexuell sind, als Menschen mit Identitätsproblematik, also quasi irgendwie verrückt, zu bezeichnen, ist schon frech.

Und einen habe ich noch:
Rosi_ hat geschrieben: Der Versuch, Geschlechter grundsätzlich abschaffen zu wollen, kann nur in eine Sackgasse führen
Ich weiß nicht, woher immer diese merkwürdige Vorstellung kommt, irgendjemand wollte die Geschlechter abschaffen (das müssen “diese bösen Genderisten” sein, die das wollen… ;) ). Das will hier, glaube ich, niemand. Nur weil jemand gegen Rassismus vorgeht und sagt, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht alle Verbrecher sind und Rhythmus im Blut haben, will er doch noch lange nicht alle Hautfarben abschaffen. Er will nur die dämlichen Stereotype abschaffen. Wenn jemand sich gegen Sexismus einsetzt und da Vorurteile loswerden will, will er doch noch lange nicht die Geschlechter abschaffen.

Und 98% der Menschen haben sicher kein Problem damit, sich als Mann oder Frau zu bezeichnen. Mit den daran hängenden Vorurteilen und Stereotypen haben aber sehr viele Menschen Probleme. Frauen verdienen weniger, können teilweise keine Karriere machen und werden als Rabenmütter beschimpft oder Hausfrauen belächelt. Männer reiben sich im Job auf, haben keine Zeit für die Familie und dürfen ihre Kinder nach einer Trennung im Zweifelsfall nur noch selten sehen. Also Probleme, die irgendwie mit “Geschlecht” zu tun haben, haben sehr viele Menschen. Das auszublenden, ist gerade für uns, die wird negative Erfahrungen mit geschlechtlichen Zuweisungen gemacht haben, echt nachlässig. Und da hilft dein ausschießlicher Fokus auf das körperliche (“Schnipp, schnapp und alles ist wieder gut”) eben überhaupt nicht.
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Rosi_
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 34 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Di 13. Okt 2015, 23:43

Hallo Lara,

wir beide kommen da erst irgendwie weiter, wenn wir eben akzeptieren, dass es ein Phänomen der "Gender Identity" und eines
der "Transsexualität" gibt. Nicht umsonst gibt es bei LSBTTIQA diese beiten T´s (eines für Transgender oder Trans* und eines
für transsexuell).

Da Du das "Neugeborene" ohne eigene "Identität" ansprichst, macht ja sehr deutlich, dass Du das Wissen um das Geschlecht
ausschließt. Nur weil sich ein Neugeborenes nicht diesbezüglich mitteilen kann, heißt nicht, dass da auch Nichts ist. Kein
Mensch kommt als völlig unbeschriebenes weißes Blatt zur Welt. Wenn wir uns auch darauf nicht "einigen" können, kommen
wir hier ebenfalls nicht mehr weiter.

Jedenfalls kommt unterm Strich das selbe heraus, ob ich mir ein "Schild" selber umhänge aufgrund meines geschlechtlichen
Wissens um mich oder ob ein Mädchen, dass am Ende ebenfalls um sich als Frau weis, ein solches "Schild" umgehängt
bekommt. Probleme entstehen erst, wenn das umgehängte "Schild" sich als falsch herausstellt (was glücklicherweise eher
selten vorkommt). Wichtig ist wie schon mehrfach erwähnt, dass wenn sich dann ein Mensch selbst mitteilt, diese
Mitteilung als wahr anerkannt wird.

Deine Aussage, dass Dich die Reduktion auf ein rein körperliches "Problem" stört, macht ebenfalls deutlich, dass Du nicht
realisierst, dass ich hierbei von transsexuellen Menschen spreche. Denn tatsächlich ist es nämlich genau so, dass transsexuelle
Menschen in das "Duale Geschlechtermodell" prima und ganz freiwillig passen. Nicht umsonst heißt es ja: "Wir sind ganz
normale Frauen und Männer".

Das Thema "Stereotypen" oder "Klischees" ist dabei ein ganz anderes. Diesen gesellschaftlichen "Auflagen" muss man sich
nicht beugen. Doch kann man auch hierbei schnell einmal über das Ziel hinaus schießen, da nicht alles davon als aufgezwungene
Bürde zu betrachten ist. Einiges davon ist auch selbstgewählter, freiwilliger Ausdruck des eigenen geschlechtlichen Wesens.

Ich habe auch kein Problem damit, dass es neben transsexuellen Menschen auch noch Menschen gibt, für die "Gender Identity"
ein Thema ist. Jeder Mensch hat das Recht, in seinem Leben glücklich zu werden. Dafür werde ich mich immer einsetzen. Ich
werde mich aber auch dafür einsetzen, dass transsexuelle Menschen als Frauen und Männer verstanden werden - halt eben
nur mit einem reinen körperlichen Problem (transsexualität, `trans`+`sexus` = gegengeschlechtliche Körpermerkmale).

Die Probleme die Du vor Allem auch noch am Schluss aufführst, haben im eigentlichen Sinne nichts mit Geschlecht zu tun, sondern
mit den gesellschaftlichen Strukturen in denen wir leben ;-)

Grüße
Rosi
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 35 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 14. Okt 2015, 00:06

Nabend Rosi,

nicht das du wieder befürchten musst, deine Beiträge seien für mich vielleicht unsichtbar:
Probleme entstehen erst, wenn das umgehängte "Schild" sich als falsch herausstellt (was glücklicherweise eher selten vorkommt)
Es passiert nicht selten, sondern viel zu oft, dass sich das Schild als falsch herausstellt. Daran ändert auch die allfällige Einflechtung der Abgrenzungs-Doppel-T-Strategie nichts.

Du hast den Punkt auch offenbar immer noch nicht: DU - WURDEST - ALS - MANN - STIG-MA-TI-SIERT.
Auf einem Schild, das für dich die gleiche Bedeutung und Wirkung hat, wie für das Mädchen das 'Frau'-Schild, steht MANN. DAS ist das Schild, das man dir umgehängt hat; noch bevor du deinen ersten Ton rausgebracht hast. Damals hätte dir nichtmal eine differenzierte Vorstellung von deinem eigenen Wesen geholfen, weil du sie, mangels Sprachvermögen, mit der Hebamme schlicht nicht hättest diskutieren können. Es wäre aber eine coole Schlagzeile für manche Postille: "Säugling bequatscht Hebamme - Geschlecht richtig eingetragen". Aber das alles hast du offensichtlich erfolgreich verdrängt ( F 44.0).

Die Aussage
Tatsächlich nämlich bedeutet das eigene „Schild“ z.B. mit „Frau“ dasselbe, wie das gleiche Wort auf dem einem Mädchen umgehängten „Schild“.
ist ein so offensichtlicher, (ego-)manischer Unsinn, dass man sich wirklich fragen kann, ob es nicht doch besser wäre, bei der aufgenötigten Psychotherapie für Transsexuelle zu bleiben.

Unter uns: Hoffentlich stellt sich im BMFSFJ niemand diese Frage, nachdem er die Post gelesen hat. Dann müsste man nämlich nochmal tief durchatmen und ausführlich darüber reden, wer dafür verantwortlich ist.

Marielle
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 36 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Mi 14. Okt 2015, 00:43

*lach* ja, immer wieder nett, sich mit Deinen Unverschämtheiten auseinanderzusetzen, Marielle. Schön, was Du hier in einem so
öffentlichen Bereich von Dir gibst - hau rein :-)

So unterhaltsam es teilweise sein mag, so müßig ist es aber dann auch, Dich immer wieder auf so banale Dinge hinweisen zu
müssen, dass "glücklicherweise eher selten" keinen Ausschluss von "viel zu oft" darstellt. Aber da Du offensichtlich Beiträge von
mir grundsätzlich mit "roten Tüchern" vor Augen liest, eröffnet sich Dir auch Deine eigene - und damit die eigentliche - Ausgrenzung
des zweiten T´s nicht.

Wie es aussieht, hast Du Dich nun völlig auf die "Stigmatisierung" eingeschossen. Wenn ich als Mann stigmatisiert wurde, dann
wurden das auch alle anderen Menschen, die mit "Mann" bezeichnet wurden. Denn es sollte sich dabei schon um Merkmale
handeln, die diskreditierbar sind. Und da werden Männer Dir sicher etwas blasen.

Das für uns keine Basis für einen vernünftigen Austausch besteht habe ich ja bereits an anderer Stelle dokumentiert. Das Du
die aufgenötigten Psychotherapie für transsexuelle Menschen beibehalten möchtest unterstreicht nur Deinen Unsinn.

Gerade so Menschen wie Du zeigen mir, wie wichtig es ist, auf die Wahrheiten hinzuweisen.

Danke!
Rosi
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 37 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 14. Okt 2015, 08:58

Guten Morgen Rosi,
Wenn ich als Mann stigmatisiert wurde, dann wurden das auch alle anderen Menschen, die mit "Mann" bezeichnet wurden.
Dir muss man wirklich alles drei mal erklären:

Natürlich werden alle Menschen mit Penis bisher als Mann gekennzeichnet (nichts anderes heisst stigmatisieren). Nur soll diese Kennzeichnung in einem patriarchalischen System mit überwiegend positiven Folgen verbunden sein. Wenn es diesen Aspekt, die Bevorzugung einer Gruppe, nicht gäbe, wäre die Stigmatisierung der anderen Gruppe, um sie zu benachteiligen (hier die Gruppe der Frauen), auch völlig witzlos. Ist das verständlich?

Das es zu oft auch bei Menschen mit Penis zu Problemen führt, wenn an sie die Männlichkeitsanforderungen gestellt werden, muss ich, grade in diesem Forum, nicht auch noch erklären, oder?

Auch wenn ich mich wiederhole: Dein Wunschbild der Welt, mit strikt zugeordneten Kennzeichnungen, führt zu Ausgrenzung und Leiden, weil du nicht bereit (oder nicht in der Lage) bist, aus deiner Geschichte zu lernen. Du bist eine Frau und du hast jedes Recht, das auf dein Schild zu schreiben. Du hast aber gar kein Recht, irgendeine Kennzeichnung anderer Menschen zu fordern, nur weil das dein eigenes, labiles Fundament stützen würde.


ganz liebe Grüße

Marielle

PS: Über den Nonsens, mir andichten zu wollen, ich wäre für Zwangstherapie, darf sich jede_r selbst ein Bild machen; man kann es ja nachlesen, was ich dazu schrieb.
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Frida
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 38 im Thema

Beitrag von Frida » Mi 14. Okt 2015, 09:16

Hallo,

jetzt muss ich mich doch hier zu Wort melden.
Meine Auffassung von Transsexualität deckt sich, nach meinem Erleben und Erfahrungen, mit der von Rosie und Andrea.
Ich bin froh und dankbar, dass sich Menschen für diese Überzeugung so vehement einsetzen. Es ist gut, dass es Netzwerke wie z.B. Trans-Evidenz um Dr. Haupt oder auch ATME gibt.

Es ist sehr schade, dass auch hier so wenig Verständnis und Akzeptanz für diese Auffassung vorhanden ist und es sogar immer wieder zu einem sehr feindlich gesinnten Ton kommt, den ich kaum ertragen kann.
Deshalb habe ich mich auch weitgehend herausgehalten, obwohl ich gerne auch für diese, wie ich finde, richtige Auffassung kämpfen würde, aber ich bin zur Zeit dieser aggressiven Haltung nicht gewachsen, was bestimmt mit dem derzeitigen Stand meiner Transition zusammenhängt.

Ich verstehe auch gar nicht, wieso die vielfachen guten Erklärungen von Transsexualität nicht verstanden werden. Auch dass es hauptsächlich ein körperliches Problem ist, welches natürlich andere Probleme mit sich zieht, müsste doch eigentlich ganz klar sein….und das wäre auch da, wenn es keine Schilder geben würde. Ich bin ein weibliches Wesen mit einem körperlichen Problem und habe kein Identitätsproblem.
Ich möchte annähernd das Leben einer Frau leben, weil es meinem Bedürfnis, die Lebensweise und den Körper an mein eigentliches Geschlecht anzugleichen, entspricht.

Bei meiner Geburt, was eine Hausgeburt war, hat mich die Hebamme, weil es schnell gehen musste und auf dem Herd zwei Kannen standen, versehentlich in Milch anstatt in Wasser gebadet. Wahrscheinlich ist deshalb irgendetwas schief gelaufen, denn als ich anschließend auf dem Wickeltisch lag und das erste Mal im Freien pullern musste, stieg das Pipi wie eine Fontäne in die Höhe und plätscherte auf meinen Bauch nieder. Ich war geschockt. Das kann doch nicht wahr sein! Da ist etwas total schief gelaufen. Hilfe! Keiner hat mich erhört. ( das war Spaß :D )

Da hatte ich auch schon meine Schild. Ich brauchte sechs Jahrzehnte bis ich mich erklären konnte und erst jetzt spüre ich einen Makel, weil es immer noch bei Vielen als ver-rückt gilt transsexuell zu sein.

Liebe Grüße, Frida
Zuletzt geändert von Frida am Mi 14. Okt 2015, 15:27, insgesamt 1-mal geändert.

Anne-Mette
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 39 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 14. Okt 2015, 09:36

Moin,

leider bringen solche "Recht-Haben-Diskussionen" nicht viel; denn es wird mehr kaputtgemacht als dann zur Aufklärung beigetragen.
Die inhaltlich gebotene Auseinandersetzng mit der "rechtlichen Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa" gerät völlig ins Abseits - und jemand, derdie hier hineingerät, weil Interesse am ursprünglichen Thema hat, wird fragen: "in welchem Film bin ich hier gelandet; auf das Thema wird durch die Überschrift ganz anders hingewiesen!"
Natürlich könnte eingeworfen werden: "ohne Grundsatzdiskussion(en) kommen wir nicht weiter!"
Aber es ist keine (fruchtbare) Grundsatzdiskussion.

Aus dem Thema könnte (und müsste(?)) entwickelt werden: "welches gemeinsame Tun könnte die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa verbessern?"
Dazu müssten sich die Menschen allerdings in eine "gemeinsame Gruppe trans- und intersexueller Menschen" bewegen; sie könnten dabei gern ihr eigenes Schild vor sich hintragen und ihre Position vertreten )))(:

ABER: sie müssten sich selbst bewegen und nicht dort verharren, wo sie sind - und dann von "UNSICHTBARMACHEN" sprechen. Sie wollen aber sicherlich APO sein und bleiben(?)
Dabei machen sich höchstens diese Menschen selbst unsichtbar, rufen dafür aber um so lauter (smili)
Dieses "laute Rufen" gerät ihnen zum Schaden; allerdings auch vielen anderen Menschen, ganz egal, ob sie sich nun als Trans*, transsexuell, transidentisch... selbst bezeichnen.

Gruß
Anne-Mette

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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 40 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 14. Okt 2015, 10:01

Moin zusammen,

...außer, dass ich bei allem Interesse nicht die Zeit und Möglichkeit habe, alle Beiträge zu dem Thema in voller Länge lesen zu können, meine ich, dass das zentrale Anliegen des Themas doch das ist, was Anne-Mette geschrieben hat

"Aus dem Thema könnte (und müsste(?)) entwickelt werden: "welches gemeinsame Tun könnte die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa verbessern?"
Dazu müssten sich die Menschen allerdings in eine "gemeinsame Gruppe trans- und intersexueller Menschen" bewegen; sie könnten dabei gern ihr eigenes Schild vor sich hintragen und ihre Position vertreten"

Da müssen wir uns schon auch selbst an die Nase fassen und aktiv werden, sofern die persönlichen Bedingungen und Möglichkeiten das zulassen.
Andere werden das nicht für uns tun - auch nicht die große Politik, denn die hat andere Prämissen und Sorgen.

Die Schwierigkeiten und Probleme, die die einzelnen Betroffenen in ihren Familien und dem Umfeld haben, ist noch mal eine ganz andere Frage, die aber mit der rechtlichen Situation... eng zusammenhängt und der bisher unzureichenden allgemeinen Information darüber.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 41 im Thema

Beitrag von eilinfox » Mi 14. Okt 2015, 12:26

Und dann gibt es noch eine sicherlich nicht geringe Anzahl von transsexuellen Menschen, denen gerade die Unsichtbarkeit sehr wichtig ist.
Diejenigen, die es irgendwie aufgrund glücklicher Fügung und/oder persönlicher Verluste geschafft haben, größtenteils so leben zu können wie es ihrer Identität entspricht.
Diese Menschen rufen nicht und stellen keine Forderungen an die Gesellschaft.

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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 42 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 14. Okt 2015, 13:08

Moin,

eine "richtige Diskussion" ist wohl während der Veranstaltung zu kurz gekommen und die Möglichkeit, dort Fragen zu stellen, ersetzt keine Diskussion.
Vielleicht können wir hier einiges zusammetragen:

- was WIR gerne dort angesprochen und diskutiert hätten
- wie stellt sich für uns die rechtliche Situation?
- welche Vorschläge haben wir für Veränderungen?

Gruß
Anne-Mette

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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 43 im Thema

Beitrag von LaraC » Mi 14. Okt 2015, 13:44

(Anne-Mette, verschieb das gerne, wenn es hier nicht mehr hinpasst. Ich hatte die Antwort schon vor deinem letzten Post fertig.)

Hi Rosi,

wir kommen da wohl tatsächlich nicht zusammen. Deine Annahme, ein Neugeborenes hätte bereits Wissen über sein Geschlecht oder seinen Körper (oder eine sonstige ausgeprägte "Identität") ist einfach absurder Unsinn. Pädagogen, Psychologen und Mediziner sind sich da einig. Wer mal ein Baby gesehen hat, das völlig überrascht seine Hände oder Füße betrachtet, weiß auch, dass das stimmt. Der eigene Körper wurd erst mir der Zeit erlernt. Und mit der Identität (auch der Geschlechtsidentität) dauert es noch länger. Hier wirken viele Faktoren zusammen, u.a. genetische, hormonelle, psychosoziale und nicht zuletzt konstruierend auch das Individuum selbst. Alle anderslautenden Anekdoten (wie auch die von Frida) sind leider retrospektiv zusammenfantasiert. Identität ist nicht "einfach mal so da", sondern entsteht erst und entwickelt sich - und zwar das ganze Leben lang.

Bei dir, Rosi, klingt es aber immer so, als ob es ein essentielles, biologisch vorgegebenes, bei der Geburt bereits vorhandenes, objektiv betrachtet korrektes Geschlecht eines Menschen gäbe. Dir fällt dabei nicht einmal auf, dass das genau die breite Auffassung in der Gesellschaft ist, unter der du selbet lange leiden musstest. Die meisten Leute glauben nämlich genau das, was du auch glaubst - nur dass sie meinen, dass man das "richtige" Geschlecht an Penis oder Vagina ablesen kann. Und genau deshalb repliziert der Fokus auf das "rein körperliche" die vorhandenen Herrschaftsstrukturen. Er suggeriert der breiten Masse, dass sie schon Recht haben und es ein "korrektes", biologisch vorgegebenes Geschlecht gibt - es müssen halt nur ein paar arme Schweine "umoperiert" werden. Das eigentliche Problem bleibt aber unangetastet.

Denn ich glaube nicht, dass hier irgend jemand identitätsgestört ist. Gestört ist die Gesellschaft, die uns mit unseren Identitäten nicht akzeptiert (sehr frei nach Rosa von Praunheim). Aber statt da mal anzusetzen, zeigst du ja lieber mit dem Finger auf eine Personengruppe und rufst: "Wir transsexuelle Menschen sind ganz normal, aber die da, die sind verrückt mit ihrer Gender-Identity-Thematik!" Das ist ziemlich fies.
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 44 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 14. Okt 2015, 13:50

Moin,

das könnten doch Forderungen an die Politik sein wie so oft genannt:

-Selbstbestimmte Wahl des Geschlechts bzw. Verzicht auf die eigene Zuordnung auf der Basis des Grundgesetzes; Freiheit der Person und Persönlichkeit, Unantastbarkeit etc.
-Anerkennung der Problematik durch die Gesellschaft und psychologisch/medizinische Betreuung von Betroffenen ohne weitere rechtliche Hürden und kostentreibende Verfahren (Gutachten von Fachleuten können ja sinnvoll sein) aus Steuermitteln wie in den skandinavischen Staaten
-rechtliche Gleichstellung aller unterschiedlicher Lebensformen der Partnerschaft mit dem Recht auf Adoption
-Abschaffung aller hinderlicher Paragrafen und Regelungen, die den genannten Forderungen entgegen stehen auf nationaler und europäischer Ebene
-....


Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 45 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 14. Okt 2015, 14:33

Guten Tag zusammen,

vielleicht ist es wirklich an der Zeit, Diskussionen (die keine waren) um Positionen und Ansichten zu beenden und sich den, vermutlich nicht minder schwierigen, Diskussionen um Inhalte zuzuwenden.

Zum Einstieg lege ich gern auch meine Vorschlagsliste vor. Die Kurzform bietet natürlich reichlich Potential für Diskussionen. Alle Punkte mit allen möglichen Aspekten ausführlich darzustellen ist mir z.Z. ein bisschen zu viel Aufwand und es wäre auch sehr viel Text notwendig, den vermutlich kaum jemand lesen würde. Vieles wird sich aber im Rahmen einer kommenden Diskussion präzisieren und verbessern lassen.

- gänzlicher Verzicht auf rechtliche Geschlechtszuweisungen bei Neugeborenen

- gänzlicher Verzicht auf geschlechtszuweisende Neueintragungen in jeglichen öffentlichen Registern (mit dem Ziel einer 'schleichenden' Entfernung dieser Einträge, ohne eine 'grosse Löschaktion' durchführen zu müssen)

- Aufnahme angemessener Informationen und Materialien zu geschlechtlicher Vielfalt in Schulen und Hochschulen (z.B. in Lehramtsstudiengänge)

- Eingang des Begriffs des 'Hassverbrechens' in die Rechtsetzung und Strafverfolgung

- Anwendung einer gendergerechten Schriftsprache in öffentlichen Texten (Gesetze, Verordnungen usw. ) nach dem Muster 'Schriftsteller_in', in einem angemessenen Mass (d.h. ohne Texte dadurch unlesbar zu machen)

- Ausführung von neu zu errichtenden, öffentlichen Sanitärräumen ohne Geschlechterbezeichnungen, allein nach den Massstäben der erforderlichen 'Abgeschiedenheit' des eigentlichen Örtchens

- Vornamensänderung auf Antrag ohne weitere Anforderungen ausser einer angemessenen Verwaltungsgebühr

- Ausstellung neuer Papiere (Ausweise, Geb.urkunde, Zeugnisse usw. mit geändertem Vornamen und ohne Geschlechtseintrag ('ehemals' Personenstandsänderung) auf Antrag und ohne weitere Anforderungen ausser einer angemessenen Verwaltungsgebühr (eventuell entgegenstehende Interessen aus Rechtsbeziehungen müssen dabei angemessen berücksichtigt werden)

- Gewährleistung erforderlicher medizinischer Massnahmen und der zugehörigen Kostenübernahme durch die KK in Form einer üblichen medizinischen / psychologischen Behandlung (Sachlage vortragen, erforderliche Massnahmen im Rahmen des derzeitigen Kostenübernahmeumfangs einvernehmlich festlegen, Behandlung durchführen; also genauso, wie jede andere medizinische Massnahme auch abgehandelt wird)

- Anstrengungen der Community für den Erhalt und die Stärkung einer liberalen, von Gleichbehandlung und gegenseitigem Respekt getragenen Gesellschaft

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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