Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe
Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe - # 2

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Rosi_
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 16 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 3. Jul 2015, 17:47

Liebe Marielle,

es mag sicher an meiner Diktion liegen, dass man meine Ausführungen nicht in der von mir beabsichtigen Form interpretieren kann.

Ich meinte mit "ihrer Gruppe" einfach nur die Gruppe "Mensch".

Gerne bin ich auf Nachfrage immer bereit, meine Ausführungen zum besseren Verständnis näher zu erläutern, sehe sie aber auch
gleichzeitig als mein Angebot an Andere an, sich offen mit Meinungen auseinandersetzen zu können.

:?: :!:
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Vivian Cologne
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 17 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Fr 3. Jul 2015, 18:09

Vielleicht sollte man auch einfach einmal den Bogen schlagen, warum vor "uns" ausgespuckt wird. Warum es heißt,
"warum sprichst Du mit dem".
Tja, Rosi, warum hat der ungehobelte Kerl vor mir ausgespuckt (vor mir, nicht vor "uns")? Weil er mich nicht als Transfrau (zum 100. Mal: das bin ich, weil ich mich so nenne) gesehen hat, sondern als Mann in Frauenkleidern. Das ist ihm schlicht egal, wie ich mich bezeichne!

Und wenn ich ein Transvestit, eine Transe mit Bart, eine Frau Wurst, eine Drag-Queen wäre: So einem Arschloch steht es nicht zu, vor mir auszuspucken. Und wenn er vor denen ausspuckt, würde ich mich solidarisch mit ihnen fühlen. Ich fühle mich nämlich sauwohl unter dem Regenbogen-Dach, mit Schwulen, Transgendern und dem ganzen Gedrösel. Vielleicht unterscheidet das unsere Sichtweise. Ich will gar nicht "normal" sein, ich habe nämlich mein ganzes Leben lang so getan, als sei ich das.

Wo du schon die Weitsicht ansprichst: Ich bin extrem kurzsichtig, wurde als Kind als Brillenschlampe gehänselt. Der Spott hat bei mir dazu geführt, dass ich besonders stolz auf diese vermeintliche Schwäche war. Vielleicht habe ich mir deshalb angewöhnt, besonders gut hinzusehen. Da sehe ich auch die Parallele zu meinem Transsein. Ich bin immer noch stolz darauf, der Leidensdruck bestand eben bei mir darin, mich verstecken zu müssen. Nun ist der weg, und was ich nun noch mit meinem Körper anstelle, tue ich freiwillig. Manche würden sagen, dann bist du gar nicht transsexuell, weil dazu anscheinend der Hass auf den angeborenen Geburtsfehler mit den männlichen Organen gehört. Dieser Vorwurf lässt mich aber zunehmend kalt, sogar bei dieser Affenhitze.

Vivian

Rosi_
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 18 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 3. Jul 2015, 19:03

Nun gut, lassen wir es doch einfach dann so stehen, Vivian.

Du fühlst Dich sauwohl unter diesem Regenbogendach. Die, die (nur) vor Dir auf den Boden spucken sind Arschlöcher, Du möchtest gar nicht
normal sein und Du bist auf Dein Anders- und Transsein stolz.

Dann gibt es doch auch gar keinen Grund etwas ändern zu wollen - für Dich.

Es wird sicher auch Menschen geben, die das anders sehen und denen daran gelegen ist, etwas zu ändern. Auch wird es Menschen
geben, die nicht grundsätzlich kritisieren, weil "etwas" von einer bestimmten Person "kommt", sondern sich offen damit auseinandersetzen.

Aber belassen wir es nun auch diesmal wieder dabei - wir verändern hier nicht die Welt!

:-)
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 19 im Thema

Beitrag von Aschenputtel » Fr 3. Jul 2015, 20:09

Und wenn ich ein Transvestit, eine Transe mit Bart, eine Frau Wurst, eine Drag-Queen wäre: So einem Arschloch steht es nicht zu, vor mir auszuspucken. Und wenn er vor denen ausspuckt, würde ich mich solidarisch mit ihnen fühlen. Ich fühle mich nämlich sauwohl unter dem Regenbogen-Dach, mit Schwulen, Transgendern und dem ganzen Gedrösel.
Ich will gar nicht "normal" sein, ich habe nämlich mein ganzes Leben lang so getan, als sei ich das.
Danke, Vivian! Schön geschrieben. So empfinde ich das auch.

))):s

Maj-Britt
"Ich glaub', eine Dame werd' ich nie." (ob die Knef das wohl so gemeint hat)

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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 20 im Thema

Beitrag von Aschenputtel » Fr 3. Jul 2015, 20:27

Aufgrund der angeregten Diskussion habe ich mir den BR-Artikel mal in Ruhe durchgelesen.

Wenn das Transphobie sein soll, dann wünsche ich mir mehr davon!

Im Ernst: Wenn Journalisten aufklären und für Verständnis werben, dann sollen wir das unterstützen. Wer da mit Transphobie-Vorwürfen und szeneinternernen Begriffsfindungsspitzfindigkeiten reingrätscht, verdient eine gelbe Karte. Mindestens.

Maj-Britt, leicht verärgert.
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 21 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 3. Jul 2015, 21:06

Liebste Rosi_,

mit deiner Diktion ist alles OK; ist eher eine Sache des Kon- und Subtextes. Aber keine Sorge, ich hab' dich schon richtig verstanden.

Allerdings hat mich deine neue Selbst-Eingruppierung als 'Mensch, ohne weitere Eigenschaftsangaben' ziemlich erstaunt. Sie vereinfacht die Sache aber ungemein. Zur Gruppe 'Mensch' gehören immerhin auch die herausragenden Physiognomien von so achtenswerten Persönlichkeiten wie Klaus Kinski, Herbert Wehner, Irm Hermann und Helga Feddersen. Als Mitglied_in dieser Gruppe lassen sich Äusserlichkeitunfälle wie zum subjektiven Beispiel Idil Üner oder die junge Debbie Harry (grad 70 geworden) doch gleich viel leichter wegstecken, nicht wahr?

rosenduftige Grüße

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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