Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe
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Anne-Mette
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Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 2. Jul 2015, 15:27

Moin,

mit so einem Thema begibt manfrau sich auch mitten im Sommer bei 30 Grad aufs Glatteis, aber hier ist trotzdem der Link:

http://www.br.de/puls/themen/leben/tran ... n-100.html

Gruß
Anne-Mette

ab08
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 2. Jul 2015, 15:35

Danke, liebe Anne-Mette,

sprachlich bin ich zwar keine Expertin, aber für mich liest sich das doch ganz vernünftig :wink:

- Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! - Bangemachen gilt nicht! - Und vor allem:
Bei den Temperaturen sollten wir uns keine Sorgen wegen Glatteis machen...

Liebe Grüße
Andrea )))(:
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nicole.f
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 3 im Thema

Beitrag von nicole.f » Do 2. Jul 2015, 20:48

Huij, danke, wusste gar nicht, dass das schon online ist.
Ich hatte um diese Texte einen etwas längeren und intensiveren eMail Verkehr mit den Autoren. Sie haben zwar nicht alles umgesetzt, aber *sehr* viel. Der erste Entwurf von denen las sich etwas gruselig, gespickt mit so ziemlich allen Fettnäpfchen, in die man nur treten kann.

Wer das Forum eifrig verfolgt, dem sollte der letzte Absatz bekannt vorkommen:
"
Wenn auch der geringste Zweifel besteht, wie man eine Person ansprechen soll, am besten fragen. Die allermeisten Trans*-Menschen werden sehr viel lieber diese Frage beantworten, als ein weiteres Gespräch zu führen, in dem sie mit dem falschen Pronomen angesprochen werden.
"

Nämlich von hier:
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 49#p119683

Sprachlich sollte es einfacher sein, da die Seite eine Zusatzinformation zu einer Sendung des Jugendprogramms sein soll - so hatte ich es zumindest verstanden.

Also ich bin ganz zufrieden damit. Hier und da sind immernoch kleine Fehler drin, aber die sind zu verschmerzen, der Tenor stimmt, denke ich.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 4 im Thema

Beitrag von triona » Do 2. Jul 2015, 21:38

Das ist doch schon ganz gut.
Wenn das vorher nicht so war und aufgrund deiner Einmischung so geworden ist, dann hast du ja recht erforgreich gearbeitet. Danke.
Sowas klappt ja leider nicht immer.
Und wirklich grauslige Artikel hatten wir ja schon genug.

liebe grüße
triona

Andrea aus Sachsen
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 5 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Do 2. Jul 2015, 23:07

.
Da ich mich auch schon mal intensiv mit „unseren“ Begriffen beschäftigt hatte, habe ich den Artikel natürlich mit Interesse gelesen. Einiges hätte ich zwar etwas anderes formuliert, aber im Großen und Ganzen passt es schon.
Was mir der Artikel aber auch zeigt: Wenn eine echte „Fachfrau“ (in diesem Fall Nicole) am Werk ist, kommt meist etwas Vernünftiges heraus.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Anne-Mette
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 2. Jul 2015, 23:12

Guten Abend liebe Andrea,

damit hast Du (für mich) den Nagel auf den Kopf getroffen:
Was mir der Artikel aber auch zeigt: Wenn eine echte „Fachfrau“ (in diesem Fall Nicole) am Werk ist, kommt meist etwas Vernünftiges heraus.
(ap) (ap) (ap)

Mit "Glatteis" meinte ich, dass manfrau ein hohes (auch persönliches) Risiko eingeht, wenn es um Äußerungen über Begriffe geht; aber manche laufen oder fahren auch bei Glatteis gut (smili) und sicher.

Einige Kommentare zeigen die Glatteisgefahr recht deutlich )))(:

Da aber diese aber aus immer den gleichen(?) Textbausteinen stammen(?) vermute ich mal, dass weite Teile der Bevölkerung sie schon längst nicht mehr ernst nehmen.

Gruß
Anne-Mette

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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 7 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 3. Jul 2015, 01:20

Transgender

..... Transgender wird oft als Oberbegriff verstanden, der zum Beispiel auch Menschen einschließt, die sich weder mit dem Geschlecht Mann noch mit dem Geschlecht Frau identifizieren.
... und damit "transsexuelle Menschen" schon wieder ausschließt. Da es sich dabei dann um zwei unterschiedliche spezifische Gruppen handelt, trägt Transgender
als Oberbegriff sicher nicht zum allgemeinen besseren Verständnis - speziell für transsexuelle Menschen - bei.
Trans*

...... Er ist der Versuch einen nicht wertenden und nicht kategorisierenden Oberbegriff für das gesamte Trans*-Spektrum zu finden.
Die selbe Problematik wie beim Oberbegriff Transgender. Er verhilft den spezifischen Unterschieden der einzelnen Untergruppen nicht zum allgemeinen Verständnis.
Vielfalt besteht aus Vielfalt und bedeutet nicht, Vielfältiges zu vereinheitlichen. Besser ist dann LSBTTIQ(A) um das "Spektrum" zu benennen oder weiter heruntergebrochen
dann "trans- und intersexuelle Menschen und Transgender".
Transfrau (analog auch Transmann)

Eine Person, die sich als Frau identifiziert, obwohl ihr bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeordnet wurde.
Und damit ist sie keine Frau sondern eine "Transfrau"? Kann diese Person denn einmal eine "(nur) Frau" werden?
Transsexuellengesetz (TSG)

...... Es ermöglicht Trans-Menschen zum Beispiel, ihren Vornamen zu ändern....
"Trans-Menschen" gibt es nicht. Das TSG ermöglicht es transsexuellen Menschen zum Beispiel, ihren Vornamen zu ändern. Das sich auch
Transgender dieser Möglichkeit bedienen und sich in diesem Zusammenhang als transsexuell bekunden, ist nur die Folge dieser reglementierenden
Gesetzgebung, rechtfertigt aber nicht, im Zusammenhang mit dem TSG dann von Trans-Menschen zu sprechen. Ich bin kein "Trans-Mensch".

....

Ich finde es schon ein wenig traurig, dass obwohl so manche "Fachfrau" um die Diskussionen in der Community weis, die Darstellung in der
o.g. Weise abnickt. Mir fehlt die Vorstellung, warum man so vehement an Oberbegriffen und diskriminierenden Begriffen festhalten möchte.
® © ™ ?

So, und zur Vorsicht habe ich gleich einmal Salz gestreut ... (gegdemo3)
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 8 im Thema

Beitrag von Anke » Fr 3. Jul 2015, 08:01

Hallo,

das kommt der Sache doch schon recht nahe. Natürlich gibt es das eine oder andere, was noch besser geht, aber das ist nicht so tragisch. Wichtiger ist, dass die Richtung stimmt. ))):s

Die "Handschrift" von Nicole ist hier deutlich zu erkennen. Und um es mal mit einem für sie typischen Satz auszudrücken: "Und das ist gut so!" (ap)

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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Claudia-Luisa
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 9 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa » Fr 3. Jul 2015, 08:59

Transfrau
Eine Person, die sich als Frau identifiziert, obwohl ihr bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeordnet wurde.

Transmann
Eine Person, die sich als Mann identifiziert, obwohl ihr bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeordnet wurde.




Transphobie
Die Ablehnung von Trans-Menschen - oft verbunden mit Diskriminierung und Gewalt gegen Trans-Menschen.


Für mich ist hier die Beschreibung von Transphobie transphob!

Ich bin Mutter von zwei Söhnen. Ich habe kein Trans-Kind, sondern zwei tolle Söhne, die Besonderheiten aufweisen, prozentuell auf die Gesamtbevölkerung ausgewiesen mit 2 bzw. 1 Prozent bezüglich ihrer Begabung und ihren abweichenden Körpermerkmalen. Sinnvoll erscheint mir die Definition des Begriffes Transsexualität von Kim Schicklang: "Menschen mit Transsexualität" (wenn es wichtig ist, auf den Zustand hinzuweisen), "Menschen mit abweichenden Körpermerkmalen", wenn es näher erklärt werden muss und "Menschen", wenn es um Menschenrechte geht (die sind ja universell).

Mein älterer Sohn hat mit seinem Coming-Out seine im Grundgesetz verankerten Rechte verloren. Mein jüngerer Sohn konnte auf Grund seiner Hochbegabung eine tolle Schule besuchen, die sog. Normalbürgern nicht offen steht.

Bundesverfassungsgericht hat festgestellt: "Die Frage, welchem Geschlecht sich ein Mensch zugehörig empfindet, betrifft (...) seinen Sexualbereich, den das Grundgesetz als Teil der Privatsphäre unter den verfassungsrechtlichen Schutz (...) gestellt hat. Jedermann kann (...) von den staatlichen Organen die Achtung dieses Bereichs verlangen. Das schließt die Pflicht ein, die individuelle Entscheidung eines Menschen über seine Geschlechtszugehörigkeit zu respektieren." (BVerfG, Beschluss vom 15.8.1996 - 2 BvR 1833/95)



Die Würde des Menschen

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Dies beinhaltet die Akzeptanz aller erwachsener Menschen als mündig und fähig, selbst zu wissen, wer sie sind, welchem Geschlecht sie angehören, Entscheidungen über sich selbst zu fällen und die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen. In diesem Sinne ist jeder Mensch fähig, selbst über seinen Körper und über sein Geschlecht zu bestimmen.

Auch minderjährige Menschen haben eine Würde, die nicht verletzt werden darf. Dazu gehört es, ihre Entscheidungen und Willenserklärungen zu respektieren, zu achten, geschlechtliche Selbstbestimmung und Selbstakzeptanz zu ermöglichen und nicht zu verhindern bzw. ihnen ihre geschlechtliche Selbstwahrnehmung nicht abzusprechen.

Ich habe nochmals die Bitte an Alle, die die Stuttgarter Erklärung, Mai 2015 noch nicht unterzeichnet haben: Bitte unterzeichnet!

die-erklaerung.de/

Auf Grund unserer Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit so genannten geschlechtlichen Normabweichungen und von Menschen, deren standesamtlich eingetragenes Geschlecht vom selbst wahrgenommenen, eigentlichen Geschlecht abweicht,

sowie durch unsere Erfahrung mit dem Gesundheitssystem und unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten und Angeboten,

sowie den nicht auf die individuellen Probleme dieser Menschen zugeschnittenen Behandlungsstandards und -leitlinien,

bis hin zu verweigerten Hilfeleistungen, bzw. der Weigerung der Kostenträger, Hilfeleistungen in angemessener Weise und Höhe zu übernehmen,

wollen wir der Notwendigkeit von Veränderungen mit dieser Erklärung Ausdruck verleihen.

Andrea aus Sachsen
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 10 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Fr 3. Jul 2015, 09:49

.
Rosi_ hat geschrieben:... Transgender wird oft als Oberbegriff verstanden, der zum Beispiel auch Menschen einschließt, die sich weder mit dem Geschlecht Mann noch mit dem Geschlecht Frau identifizieren.
... und damit "transsexuelle Menschen" schon wieder ausschließt.
Hallo Rosi,
diese und andere deiner Schlussfolgerungen kann ich leider nicht nachvollziehen. Um jetzt nicht endlose Diskussionen loszutreten, wäre mein Rat:
Anstatt die bestehende Begriffewelt nur zu kritisieren, mach doch einfach mal ein paar konkrete Vorschläge, was deiner Meinung nach wie besser beschrieben wäre. Für derartige Vorschläge und Diskussionen gibt es sogar schon einen gesonderten Thread: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... =46&t=5586
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Vivian Cologne
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 11 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Fr 3. Jul 2015, 10:25

Ach herrje, und wieder tobt der "Krieg der Knöpfe", ach nein der Begrifflichkeiten. Führt uns das wirklich weiter, oder ist es nur eine weitere Etappe Richtung Sackgasse?

Ich merke mal wieder, wie wenig das mit meiner Alltagswirklichkeit zu tun hat. Dem Mann, der am letzten Samstag vor mir ausgespuckt hat, in der Kölner Innenstadt, ist es egal, ob ich mich Transfrau, Frau oder Alien nenne. Für den war ich ein Mann in Frauenkleidern, und das fand er ekelhaft. Seine Begleiterin, dunkelhäutig und mit Kinderwagen, zerrte ihn weg mit den Worten "Warum redest du mit dem?"

Auch mit solchen Menschen muss ich letztlich zurechtkommen. Und auch, werte Claudia-Luisa, dein Sohn, wenn er denn von Gleichaltrigen diskriminiert wird, kann schlecht die von dir angesprochene Begrifflichkeit seinen Altersgenossen aufzwingen - das braucht offensichtlich Zeit und Geduld.

Und zum Name-Dropping: Ja, manche sind so von ihrer Position überzeugt, dass sie die Vielfalt der Meinungen dabei manchmal aus dem Blick verlieren. Ich weiß aber mittlerweile, dass die Uhren im Südwesten der Republik anders ticken.

Auch ich habe die Stuttgarter Erklärung unterzeichnet, weil ich im Großen und Ganzen die Aussagen gut und richtig finde. Mittlerweile wissen wir hier im Forum aber wohl ausreichend, worum es geht.

Ich bin gestern mal wieder ein Jahr älter geworden und habe das mit lieben Freunden gefeiert. Leider waren einige meiner besten Transfreundinnen verhindert, sodass wir den schönen Abend zu zweit mit lauter total heteronormativen Zeitgenossen verbracht haben. Denen gegenüber nenne ich mich Transfrau, weil die so besser verstehen, um was es mir geht, wer ich bin. Die kennen mich zum Teil seit Jahrzehnten, wissen, wie ich nackt aussehe, haben mich bis vor zwei Jahren als Mann gesehen. Und wisst ihr was, sie haben mich gern, gerade weil ich sie manchmal vor Rätsel stelle.

Um den Kreis zu schließen: Meinen Freunden hilft solch eine Begriffsaufstellung. Und ich fühle mich auch nicht diskriminiert. Aber wie gesagt, im Westen tickt die Uhr vielleicht anders.

Vivian

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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 12 im Thema

Beitrag von Anke » Fr 3. Jul 2015, 11:31

Vivian Cologne hat geschrieben:Ach herrje, und wieder tobt der "Krieg der Knöpfe", ach nein der Begrifflichkeiten. Führt uns das wirklich weiter, oder ist es nur eine weitere Etappe Richtung Sackgasse?
Hallo,

nein, das führt uns überhaupt nicht weiter. Mit dieser Art von Diskussion landen wir in der von Vivian benannten Sackgasse.

Es hilft auch nicht weiter ständig die verbalen Keulen "transphob" und "Menschenrechtsverletzung" herauszuholen und damit auf alles verbal einzuschlagen, was eine auch nur graduell abweichende Meinung vertritt.

Die Probleme die es gibt sind völlig andere und solche unsinnigen Diskussion halten nur davon ab, diese Probleme tatsächlich zu lösen.

Liebe Grüße

Anke
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Olivia
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 13 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 3. Jul 2015, 13:34

Hallo,

na ja, wer sagt es denn - so schlecht wie sein Ruf ist der Bayerische Rundfunk manchmal dann doch nicht, insbesondere, wenn jemand gezielt nachhilft (danke nicole.f).

Liebe Grüße von Olivia

Rosi_
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 14 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Fr 3. Jul 2015, 15:35

Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
....... mach doch einfach mal ein paar konkrete Vorschläge, was deiner Meinung nach wie besser beschrieben wäre. .....
Ich dachte das hätte ich getan. Hier:
Rosi_ hat geschrieben:....... Besser ist dann LSBTTIQ(A) um das "Spektrum" zu benennen oder weiter heruntergebrochen
dann "trans- und intersexuelle Menschen und Transgender".
...
Wenn sich dann noch eine weitere Gruppe nicht unter einem Oberbegriff ("Trans*" oder "Transgender") sieht, macht
man einfach noch einen Buchstaben mit dazu. "D" für Drag, "T" für Transvestiten oder selbst ein "C" für Crossdresser.
Das wird dann ehrlich der Vielfalt gerecht. Und nicht andersrum die Vielfalt unter einem Begriff zusammenzufassen.

Vielleicht sollte man auch einfach einmal den Bogen schlagen, warum vor "uns" ausgespuckt wird. Warum es heißt,
"warum sprichst Du mit dem". Da ist schlicht dieses Abartige und Perverse in den Köpfen der Menschen und das
Bild, das da Männer in Frauenkleidern stehen.

Dieses Bild wird in erster Linie durch die gängigen Berichterstattungen in den Medien und die immer währenden
Aussagen "aus Horst wird Helga", "vom Mann zur Frau", "als Mann geboren" gebildet .... ihr kennt das ja zur Genüge.
Auf der anderen Seite, werden aber diese Vorstellungen und Bilder eben auch von "unsereins" durch ihre eigene
Darstellung als "Transmenschen" usw. geprägt und untermauert. Ein wichtiger Schritt wäre (um aufzuzeigen, wie
man es vielleicht besser machen könnte), auf Substantive (z.B. Transfrau) zu verzichten und anhand von Adjektiven
auf unsere "besondere" Eigenschaft als Mensch hinzuweisen (z.B. transsexuelle Frau). So blieben "wir", in den Köpfen der
Menschen, besser in ihrer "Gruppe", halt mit anderen Eigenschaften.

Auch dass man "uns" durch das verwaschen mit Oberbegriffen, undefiniert zu schrillen DragQueens oder bärtigen
Männern in Frauenkleidern (die ja von sich selbst sagt, ein schwuler Mann zu sein) macht, wird nicht dazu führen,
dass nicht mehr vor uns ausgespuckt wird.

Gerne wird immer wieder mit Floskeln geworfen, diese Begriffsdebatte zu unterlassen und sich auf die wesentlichen
Ziele zu konzentrieren. Zum Einen endet damit dann in der Regel schon wieder der Aktionismus dieser Menschen,
im Hinblick auf "wesentliche Ziele", zum anderen ist doch die Akzeptanz "unsereins", ein nicht unwesentliches Ziel,
das eben auch durch den richtigen diskriminierungsfreien und verständnisbildenden Wortgebrauch, erreicht werden
kann.

Ich habe den Eindruck, dass wer dies als Sackgasse bezeichnet, einfach nicht weit genug sehen kann ;-)

:o :shock:
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Marielle
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Re: Bayrischer Rundfunk: Transgender-Begriffe

Post 15 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 3. Jul 2015, 17:12

So blieben "wir", in den Köpfen der Menschen, besser in ihrer "Gruppe", halt mit anderen Eigenschaften.
Das ist ja gradezu drollig naiv: In IHRER Gruppe BLEIBEN, aber mit ANDEREN Eigenschaften.

Wenn es DEREN Gruppe ist, und nicht deine oder unsere, kann es mit dem Drin-sein ja nicht so weit her sein. Und um irgendwo drinzuBLEIBEN, müsste man doch erstmal reingekommen sein, nicht wahr?. Und zwar tiefer reingekommen, als es ein äusseres Passing je ermöglichen wird; egal, ob mit oder ohne Gesichtsverniedlichungsoperation. Die ANDEREN Eigenschaften stehen einer Gruppenbildung auf Basis der herkömmlichen Begrifflichkeiten ziemlich deutlich entgegen, werden uns allen aber, zumindest in Form der eigenen Geschichte, auf Lebenszeit erhalten bleiben. Das kann man Scheisse finden, man kann sich damit arrangieren oder man kann stolz darauf sein. Was aber nicht funktioniert (das liegt an der Funktionsweise von Gruppenbildungen) ist, sich in eine Gruppe selbst reinzudefinieren. Da helfen auch noch so kunstvolle Stereotypennachahmungen nicht.

Lies es genau. Da steht nichts über DEINE Selbstsicht.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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