Der Stadtteil in dem ich arbeite
Der Stadtteil in dem ich arbeite - # 2

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Inga
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 16 im Thema

Beitrag von Inga » Sa 17. Mai 2014, 23:39

Hallo, Julia,

meinen ganzen Respekt, dass du in so einem Stadtteil arbeitest, du deinen Mann äh besser Frau stehst, in so einem Job, mit dem du viel Publikumskontakt hast.

Ich musste selber über einige Stationen meines Lebens nahdenken: Berlin-Wedding, Hamburg-Wilhelmsburg, um einige der bekannteren statteile mit schlechten Ruf zu nennen. Ich habe da gerne gewohnt in dieser brisanten Mischung, in der Deutsch oft gerade mal die Sprache des kleinsten gemeinsamen Nenners der Verständigung war - wenn überhaupt. Ja, soziale Spannungen waren nicht ohne und es gab immer wiedr Situationen, wo ich aus Vorsicht einen größeren Bogen machte. Doch als Nogo-Area habe ich die Statteile nicht wahrgenommen genauso wenig wie jetzt, in dem ich lebe. (hier um mich herum setzt so langsam die Gentrification ein. die Wohnung werden aufgrund der nahen City attraktiver und teuerer. Die Sprachenvielfalt nimmt ab. )

Warum lebe ich in so einem Umfeld gerne?- frage ich mich. Ich glaube, weil sich letztendlich wenig Nachbarn für einen interessieren, nicht hinein reden ins anders sein. Viele haben einfach genug mit sich selbst die Sorgen, mit halbwegs Anstand zu überleben.

Hier werde ich auch nicht danach gefragt noch danach gemessen noch muss ich mich rechtfertigen, ob ich eine erfolgreiche Karriere dahin gelegt habe. Hier erwartet keiner, dass ich Reichtümer mit bringe, habe und vortäusche. Ja, das gefällt mir und das macht mir das Leben in solch einem Statteil lebenswert.

Besser allerdings würde ich mich fühlen, wenn ich wüsste, es gäbe für jeden hier mehr Lebensperspektive, mehr Auskommen, mehr und genug Bildung, mehr und genug gut ausgestattete Schulen, mehr geeignete Kindergärten, Treffpunkte etc und es auch mehr und viele dauerhafte Jobs gäbe, bei denen man nicht nur was Sinnvolles tut sondern auch dafür anständig bezahlt wird, so dass alle sich gebraucht fühlen und nicht mehr allzu viele geneigt sind, sich für krumme Geschichten anheuern zu lassen, auch weil sie unter gegenwärtigen Umständen eh nicht mehr viel verlieren können.


Einen Funken Hoffnung auf bessere Umstände habe ich immer noch. Und den Funken wünsche ich dir auch. Doch ob ich etwas zum besser werden beitragen kann, weiß ich nicht. So bleibe ich hier leben.

Liebe Grüße
an die Förde
Inga

Julia65

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 17 im Thema

Beitrag von Julia65 » So 18. Mai 2014, 02:34

Es waren definitiv die letzten Touren für heute. Es war 23:10 Uhr, Frühsommer und inzwischen stockdunkel, aber angenehm mild. Die letzten beiden Touren für heute gingen beide nicht weit. Beide Kunden wohnten hier in Gaarden. Ich positionierte die beiden Pizzataschen im Beifahrerfussraum meines Autos und stieg dann ein. Nachdem ich die Tourennummern und Beträge auf meinem Tourenzettel notiert hatte, fuhr ich los. Ich war ein wenig gereizt; es war eine lange Schicht und es war am späten Nachmittag und Abend sehr warm und sonnig. Da fahren die Leute besonders doof, fand ich.
Fünf Minuten später holperte mein Kleinwagen langsam über eine üble Kopfsteinpflasterstrasse. An beiden Seiten ragen hohe graue Mauern empor. Es waren nicht ruhige schlafende hohe dunkle Gemäuer, die um diese Zeit vor sich hindösten, sondern hier pulsierte noch das Leben. Aus einem Fenster im 2. Stock plärrte laute Musik. Hie und da saßen Männer auf Stühlen vor den Häusern. Sie tranken Bier und unterhielten sich. Sie saßen einfach da mit ihren Stühlen auf dem Bürgersteig zwischen den parkenden Autos und den Häusermauern. Ein Taxi näherte sich von vorne und Sekunden später rappelte es dicht an mir vorbei über das Kopfsteinpflaster. Das Taxi fuhr so schnell, dass man glauben könnte, es bräche an der nächsten Kreuzung auseinander. Wäre die Musik nicht so laut gewesen, würde man die Ruhestörung des Taxis kritisieren können, aber so? So wäre es eh sinnlos. Vor mir sah ich, dass auf der Gegenseite der engen Fahrbahn die Autos in zweiter Reihe parkten, so dass nur noch Platz für ein Auto zum Durchfahren war.

Als ich etwa die Hälfte der Verengung passiert hatte, bog ein pechschwarzes BMW Cabrio aus einer Seitenstrasse ein und kam mir entgegen. Anstatt vor der Verengung zu warten, fuhr es ebenfalls in die Verengung, direkt auf mich zu. 5 Sekunden später standen sich die beiden Autos gegenüber.
"Mann, die parkenden Autos sind auf deiner Seite" sagte ich, wohl wissend das der südländisch wirkende Fahrer des Cabrios mich nicht hören konnte. Neben ihm saß noch eine Frau mit einem Kopftuch und einem kleinen Kind auf dem Schos. Er gestikulierte mir mit den Händen, dass ich zurückfahren soll. Ich gestikulierte zurück, dass er zurückfahren sollte. Einen Moment geschah gar nichts, dann stieg der Mann aus dem Cabrio, ging an seinen Kofferraum und holte einen ca. 40 cm langen Stahlmeissel heraus. Er knallte den Kofferraum zu und kam mit dem Meissel in der rechten Faust an meine Fahrertüre. Seine Frau im Cabrio, die das alles beobachtete, schlug die Hand vor den Mund. Mir schien, sie kannte ihren Mann wohl und ahnte was geschehen würde.

Besonnen kurbelte ich meine Scheibe ein paar Zentimeter herunter. Der Mann holte zum Schlag mit dem Stahlmeissel aus. Ich sagte schnell: "Klar, ich fahre zurück!" und legte den Rückwärtsgang ein. Ohne ein Wort zu sagen, ging der Mann wieder zu seinem Kofferraum, warf den Meissel hinein, stieg ein und fuhr dann flott weiter, sobald ich rückwärts aus der Verengung gefahren war. Ich glaube, die Frau auf dem Beifahrersitz war mir heimlich dankbar für mein Nachgeben.

Auf dem Bürgersteig, nur ein paar Meter entfernt, war ein Mann stehen geblieben, der mit seinem Hund Gassi ging. Er beobachtete die Szene. Ich hielt direkt auf seiner Höhe, kurbelte meine Scheibe ganz runter und sah ihn an. Noch bevor ich etwas sagen konnte sagte er laut und entschlossen: "Ich habe nichts gesehen, gar nichts!". Ich winkte angewidert ab, und fuhr weiter.

Ein paar Abbiegungen später erreichte ich die erste Kundenadresse. Ich fand eine kleine Parklücke nur wenige Schritte von der Haustüre entfernt. Auf meinem Zettel stand: Aykatcz, 3. Stock, Klingel ohne Namen. Ich nahm die zugehörige Pizzatasche und stieg aus. Das erste, das ich hörte, als ich ausgestiegen war, war ein langer und sehr lauter Rülpser, der zwischen den Häusern hallte, gefolgt von einem Gelächter von etwa 3 bis 6 Männern. Ich verschloss mein Auto und ging auf die Haustüre zu. Zum Glück war es die Hausnummer 17, zu der ich musste und nicht 19. Denn vor der Haustüre Nummer 19 saßen mindestens 10 Leute und unterhielten sich und schauten mir nun alle zu, wie ich mit der Pizztasche auf der auch mein Kellnerportemonaie lag, in ihre Richtung kam. Als ich in der Eingangnische von Nr 17 ging, erschrack ich, denn nicht weit von mir zerschellte eine Flasche auf der Strasse. Die Eingangsnische war sehr dunkel und die Klingeln nicht beleuchtet. Ich holte mit der freien Hand meine Taschenlampe aus meiner Hosentasche und beleuchtete die Klingeln. Es waren etwa 16 Klingeln. 12 davon unbeschriftet. Herzlichen Dank. Hm, 3. Stock stand auch noch auf meinem Zettel. Ich zählte die Klingeln von unten ab, um zu sehen, wo in etwa die Klingeln des 3. Stocks sein könnten. Glück gehabt, denn in dem Bereich standen Namen an den Klingeln, bis auf einen. Ich drückte dort die Klingel.
Nach einer Weile ertönte der Summer. Ich stiess die Türe auf und ging in das Treppenhaus. Ein Schwall warmer Luft stob mir entgegen und der Gestank nach Urin und Müll. Ich tastete an der Wand nach einem Lichtschalter und wurde schnell fündig. Eine kleine Funzel an der sehr hohen Decke des Treppenhauses des Altbaus flackerte an. An der Wand waren Briefkästen aus Blech. Fast alle waren aufgebogen oder hatten verstörte Schlösser. Keiner der Briefkästen schien intakt zu sein. Auf dem Boden lagen Werbeprospekte, Briefe und Zeitungen verstreut. Das Ganze garniert mit Sand, Spinnenweben an den Stufenkanten, Zigarettenkippen, Pappbecher, Tetrapackungen, zugeknoteter Müllbeutel....

Ich stieg die knarzenden Holzstufen hinauf. Im 1. Stock war die Glühlampe wohl durchgebrannt. Ich tastete mich am Geländer weiter. Im 2. Stock war wieder Licht. Die Wohnungstüren hatten Glasfenster und hier im 2. Stock war eine Tür, die einige der kleinen Fensterscheiben zerbrochen hatte. Diese waren von innen notdürftig mit Tüchern abgehängt. Ein Zettel hing an der Tür mit der Aufschrift: "Keine Kreuzzüge!".
Vor den Wohnungen lagen oft unzählige Schuhe.
Im 3. Stock stand eine Tür einen Spalt weit auf. Mein Kunde. Als ich mich der Tür näherte erschien ein wohl türkischer Mann in der Tür, hinter ihm noch ein zweiter. Beide trugen nur soetwas wie eine Boxershort und Socken in Badelatschen. Der Vordere an der Türe hielt eine Zigarette im Mundwinkel. Im Hintergrund der düsteren Wohnung hörte ich Frauen kichern. Dann kam noch ein etwa 2 jähriges Kind von der Seite an die Tür und schaute mich neugierig an.
"Guten Abend!", sagte ich und bekam als Antwort sowas wie "Amt". Ich lud die Pizza aus und reichte sie dem Mann, der sie dem zweiten weiterreichte.
Ich gab ihm die Rechnung und sagte: 11, 45! - Er gab mir einen 10 Euro schein und ein 2 Euro Stück und ein 1 Euro Stück und sagt: "Passt so" , und schloss die Tür.
Ich sortierte das Geld in mein Portemonaie, nahm meine Tasche und stieg die Stufen wieder hinunter. Dabei achtete ich sorgfältig darauf, nicht auf irgendwelche Zeitungen oder Prospekte zu treten, denn dann kann man böse fallen. Im 1. Stock hörte ich plötzlich etwas laut Rumsen, so als ob ein Schrank umgefallen wäre oder so, und dann darauf das histerische Geschrei einer Frau. Es kam aus einer Wohnung im 1. Stock. Dann brüllte ein Mann. Ich verstand nur ein paar Satzfetzen " kannst mich mal...... Dreckstück..... Mutter fahren......." Nur Sekunden später ertönte aus der Nachbarwohnung ohrenbetäubende laute Musik. Ich stieg weiter die Treppen hinunter und verliess das Haus als das Treppenhauslicht gerade nach kurzem Flackern verstarb. Auf der Strasse hörte ich dann, dass die laute Musik ein Song von den Toten Hosen war. Kurz bevor ich mein Auto erreichte bemerkte ich auf der anderen Strassenseite einen jungen Mann mit einem PitBull an der Leine. Ihm kam gerade ein anderer Mann mit einem Rottweiler entgegen. Und dann schwoll ein fürchterliches Gebell an. Die beiden hatten ziemliche Müh, ihre Hunde davon abzuhalten aufeinander loszugehen. Als der Rottweiler mich bemerkte, sprang er plötzlich laut bellend auf mich zu. Ich stand gut 10 bis 15 Meter entfernt bei der Fahrertür meines Autos. Zum Glück war er angeleint.
Ich stieg ein und notierte auf meinem Zettel hinter dem Wert 11,45 € : - 13,00 => 1,55 € . Dann fuhr ich nach einem Blick auf die Rechnung für den 2. Kunden an....: Kaiserstr. 77, Bilac, 4. Stock, 19,95 €.,........

eine typische Tour eines Pizzaboten in Kiel Gaarden am späten Abend....

conny
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 18 im Thema

Beitrag von conny » So 18. Mai 2014, 11:52

moin julia,

ich kenne ja nicht die rahmenbedingungen für deinen job, aber muss es wirklich sein, dass DU als frau diese "gaarden"-touren übernimmst?

lg
conny

Lina
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 19 im Thema

Beitrag von Lina » So 18. Mai 2014, 12:16

conny hat geschrieben:moin julia,

ich kenne ja nicht die rahmenbedingungen für deinen job, aber muss es wirklich sein, dass DU als frau diese "gaarden"-touren übernimmst?

lg
conny

Warum fragst du das? Glaubst du, dass das einen Unterschied macht?




Julia65,


hast du nicht Lust eine Art Dokusoap darüber zu drehen. Wie du das beschreibst könnte bestimmt, wenn man es sorgfältig nachbearbeiten würde, eine interessante Artikelreihe oder ein Buch daraus werden - und eine kultige Youtube-Dokusoap darüber könnte das Ganze promoten?

Schau dir z.B. an, wie Mordeth13 durch die Gegend fährt und über sein Leben und die Stadt erzählt. Er hat Zuschauer in 6stelliger Höhe.

Julia65

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 20 im Thema

Beitrag von Julia65 » So 18. Mai 2014, 13:24

conny hat geschrieben:...ich kenne ja nicht die rahmenbedingungen für deinen job, aber muss es wirklich sein, dass DU als frau diese "gaarden"-touren übernimmst?
Hallo Conny,

was meinst du jetzt mit Rahmenbedingungen. Bedingungen stellen? Touren oder Stadtteile ablehnen? Würde ich das tun, würdest du meinen Chef bis zu dir nach Hause lachen hören. Es gibt für solche Anliegen ein super Standardantwort: " Du MUST ja nicht hier arbeiten, machst du ja freiwillig".

Aber die Gaarden-Touren sind weniger geworden. Seit einigen Monaten haben wir 3 Dienst-Fahrräder. So werden die nahegelegenen Touren überwiegend von den Radfahrern übernommen.
Ausserdem haben die nahen Touren auch einen Vorteil: Man bekommt volles Tourengeld (Bezingeldpauschale) wenn man mit eigenem PKW fährt, egal wie weit die Tour ist. Und ist sie so nah, in Gaarden, macht man sogar plus.

Mein Bericht ist WAHR. Nicht wortwörtlich wahr, es ist eine erfundene Erzählung die mehrere tatsächliche Erlebnisse zusammenfast. Habe ich ein so schrecklich schlechtes Bild gemalt? Hm, ok, es ist so schrecklich, teilweise sogar noch schrecklicher, dennoch gibt es in Gaarden auch ganz ganz viele nette Leute und sogar das Trinkgeld ist in Gaarden eher besser als anderswo.

@Lina: ja, hätte ich Lust. Für sowas bin ich zu haben. Für Buch und auch für Film. Warum nicht. Ich weiss nur nicht so recht, wie ich sowas anstellen sollte.

LG
Julia

Lina
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 21 im Thema

Beitrag von Lina » So 18. Mai 2014, 17:59

Schau dir mal an, wie andere so was anstellen. Zumindest brauchst du erst zwei Kameras im Auto - eine die noch vorn gerichtet ist und die Straße zeigt, eine zweite, die gute Ton- und Bildqualität hat und gegen dich gerichtet ist, während du fährst. Dann kannst du unterwegs die Sachen kommentieren, die du siehst.

*~Laura~*
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 22 im Thema

Beitrag von *~Laura~* » Mo 19. Mai 2014, 19:35

Julia65 hat geschrieben: tlhIngan Hol QaQ Dajathllaw´
tlhIngan Hol vljatlhbe´ ´ach Dah vIghojlI´ :P

LG
Julia
jIyaj.
Aber ich glaube, wir müssen damit aufhören, sonst wird man uns einer noch selteneren Spezies zurechnen - den Nerdinnen :-D


@Daliah: petaQ! neH qID ;-)

Exuserin-2015-08-11

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 23 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-08-11 » Mo 19. Mai 2014, 19:49

Julia das habe ich erwartet,das nicht alles authentisch ist ,aber trotzdem ist es immer wieder eine Mutprobe.wünsche Dir viel Glück und hoffentlich keine Übergriffe.Das mit den Kameras sollte's Du tunlichst unterlassen ,viel zu gefährlich.es grüßt Ilektra.

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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 24 im Thema

Beitrag von ReaGirl » Mo 19. Mai 2014, 21:30

Musste bei dem Bericht ja schon ein bißchen schlucken. Klingt ja wie aus einem schlechten Film O.o
---
Liebe Grüße von eurer Rea (ehemals SandraGirl)

On HRT since July 2015

Julia65

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 25 im Thema

Beitrag von Julia65 » Di 20. Mai 2014, 00:02

Ich habe nicht vor, Kameras in meinem Auto zu installieren. Ja, es ist mit Sicherheit nicht ungefährlich. Ich wollte mal heimlich ein paar Aufnahmen machen, als ich an der Ampel, direkt vor dem im obigen Zeitungsartikel beschriebenen Skymarkt stand, aber ich fürchte, in dem Fall könnte schneller eine Pulle angeflogen kommen als ich den Auslöser drücken könnte.
Aber das ist nicht der Hauptgrund: Sondern es ist ein ganz anderer. Eine Einschätzung dieses Jobs, den viele fälschlicherweise zu haben scheinen.
Ich glaube, viele denken, Pizza auszufahren sei ein gemütlicher Job. Einfach nur zwischen Pizzabude und Kunde hin- und herfahren und Pizza abliefern.
Ok, bissl Orientierungsinn und vielleicht noch ein Navi im Auto und alles ist gut. Irrtum. Der Job ist in den seltensten Fällen so. Ansatsweise kann es im Hochsommer mal zu so einer entspannten Arbeits-Situation kommen. Wenn nicht viel los ist, es lange Tageslicht gibt und das Wetter bombig. Aber an 99% der Schichten ist es ein knallharter stressiger Scheissjob. Im Dunkeln! Bei Regen, wenn die Scheiben beschlagen. Glaubt ihr, die Leute hätten alle eine Hausnummer? Und wenn, glaubt ihr, diese sei beleuchtet? Die Leute bestellen auch nicht nur Pizza.

Ich habe , beispielsweise bei einer Doppeltour auch noch einen Spezialsalat dabei, mit American Dressing und einen Chefasalat mit Italien Dressing (bitte nicht vertauschen) Eine Cola Zero 1 Liter, eine kleine Cola light, ein kleines Eis (New York Super Fudge Chunk), ein grosses Eis, Strawberry Cheescake, Pizzabrötchen, eine Flasche Wein, einen Donat, 2 Muffins.... und all das Zeug muss ich mir mit Blick auf den Zetteln vor meiner Tour selbst in der Pizzabude zusammensammeln, und ja nix vergessen und ja in 30 Sekunden aus der Bude sein und ja in 20 Minuten zurück sein, denn dann kommt die nächst Doppeltour aus dem Ofen. Unterwegs kann ich keine Dokus quatschen, sondern ich habe im Kopf: Müller, Iltisstr. 34a, 3.Stock, 23,45 Euro. Und wenn man das den ganzen Tag macht, haut man die vielen Zahlen leicht mal durcheinander. Peinlich, wenn der Kunde mit der REchnung in der Wohnung verschwindet, dann wiederkommt, die Ware nimmt und fragt: "Wieviel kriegst du jetzt?" - "Ähm, hab ich vergessen, stand aber auf der Rechnung , die ich Ihnen zuerst gab. Aber ich weiss Ihre Hausnummer noch, und das wir im 3. Stock sind... "

Nee, wenn dann mache ich (ausserhalb der Schicht) allenfalls ein paar Fotos und berichte später lieber in Ruhe am PC in Textform.
Während der Arbeit konzentriere ich mich auf die Arbeit. Und das ist nötig!

@Laura: Ok, freue mich auf Scrabbel auf Klingonisch. ^^

LG
Julia

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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 26 im Thema

Beitrag von *~Laura~* » Mi 21. Mai 2014, 18:43

@Julia:
ravDaq jIpum jIHaghtaHvIs! Sorry, DAS konnte ich mir jetzt nicht wirklich verkneifen...;-)

Julia65

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 27 im Thema

Beitrag von Julia65 » Mi 21. Mai 2014, 19:22

*~Laura~* hat geschrieben:@Julia:
ravDaq jIpum jIHaghtaHvIs!
pIj mochugh vay' yIvoqQo

LG
Julia

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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 28 im Thema

Beitrag von *~Laura~* » Mo 26. Mai 2014, 18:17

nuqneH?
Ich muß nun zugeben, daß ich gerade nicht verstehe, was Du mir sagen willst. Übersetzen kann ich das wohl...

Julia65

Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 29 im Thema

Beitrag von Julia65 » So 1. Jun 2014, 15:50

Ein Verkehrsschild aus Kiel:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Anne
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Re: Der Stadtteil in dem ich arbeite

Post 30 im Thema

Beitrag von Anne » So 1. Jun 2014, 16:41

Warum nur zwischen 21 und 6 Uhr? Sonst ist das okay? Sind das nicht die gleichen Schilder, die auf der Reeperbahn stehen?
Mensch, ich hab Kiel immer für`n nettes Pflaster gehalten...

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