Nach dem CSD - OH Weh - Angriff in Köln
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Anne-Mette
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Nach dem CSD - OH Weh - Angriff in Köln

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 12. Jul 2017, 19:00

Moin,

"55-jährige Transfrau von Jugendlichen in Kölner Innenstadt attackiert"

bei queer.de ist der Bericht nachzulesen: http://www.queer.de/detail.php?article_ ... kommentare

Gruß
Anne-Mette

ULI67
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Post 2 im Thema

Beitrag von ULI67 » Mi 12. Jul 2017, 19:08

Das ist ein gewaltiger Schritt rückwärts.
Tut weh... und keiner hilft, das ist das schlimme daran 😔
Ja... ich bin eine Frau 👩

Mina
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Post 3 im Thema

Beitrag von Mina » Mi 12. Jul 2017, 19:46

Ja, und warum wundert es mich nicht? Es gibt soviele Menschen welche einschreiten und helfen wollten, die hierfür selbst zu Tode kamen. Dominik Brunner zum Beispiel.

Ich bin fassungslos und gleichermaßen sprachlos über die Zivilcourage der Leute. Und ja, es soll bitte keiner falsch verstehen, bitte bitte nicht! Aber würden bei so einem Angriff sofort 50 Passanten auf die Täter losgehen, gäbe es solche Probleme nicht. Denn das würde in den Medien genauso publik werden wie der Fall von Dominik Brunner.

Aber dem gemeinen Passanten sind solche Situationen unangenehm und geht diesen aus dem Weg. Alles bloß keine unangenehmen Situationen.......

Ich hatte vor einem Jahr an einem Parkplatz vor einem Supermarkt eine ähnliche Situation.
Ein Paar (etwa um die 50) lief mit dem Einkaufswagen zum Auto. Er öffnete die Kofferraumtüre und sie begann alles einzuräumen. Da fängt er an sie anzuschreien, wie blöd sie doch ist und was für ein Stück Scheiße sie ist. Zu blöd einen Einkauf ins Auto zu räumen. Man konnte das über den ganzen Parkplatz hören.
Sie ertrug es in demütiger Haltung mit dem Anschein schlimmeres zu vermeiden.
Die Leute um die beiden rum, als Passanten usw, blieben stehen und sahen sich das Spektakel an. Machten aber nichts, nur gucken. Einige amüsierten sich darüber. Mir platzte der Kragen und ich schrie im Kerlmodus aus voller inbrunst mit sonorer Stimme: Hallo, alles gut bei ihnen?
Er guckte zu mir, war ca 8 geparkte Autos weit weg und senkte den Blick mit den Worten: Ja, alles gut.
Ich sah ihm an das er gemerkt hat, das es gleich furchtbar knallt. Ich entgegnete: Na, dann ist ja gut! Ebenso laut wie vorher.
Ich rief die Polizei und wartete, allerdings waren das Paar weg ehe die Cops da waren......Ich konnte nur noch das Kennzeichen angeben und meine Personalien als Zeuge.

Einen Moment lang haben mich dann alle anderen angesehen wie ein Ufo und sind weiter gegangen. Ich weiß nicht ob ich richtig reagiert habe, in dem Moment mußte ich aber instinktiv. Später machte ich mir Vorwürfe, das durch meine Aktion die Frau zuhause alles abbekommt.

Trotzdem, ich würde wieder eingreifen. Immer und immer wieder. Ich würde niemanden schutzlos alleine lassen. Würde ich wegsehen, hätte ich für mich meine Menschenrechte verwirgt!
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Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Mi 12. Jul 2017, 19:56

So etwas ähnliches ist einer Freundin von mir nach der Cologne Pride auch mal passiert.
Mina hat geschrieben:
Mi 12. Jul 2017, 19:46
Aber würden bei so einem Angriff sofort 50 Passanten auf die Täter losgehen, gäbe es solche Probleme nicht.
Doch, denn dann käme sofort Simone Peters an und würde den 50 Passanten rassistische Motive unterstellen.

Du hast natürlich Recht, das ist ein Armutszeugnis. Aber erkennbar TS zu sein ist inzwischen gefährlich, so lange das Passing nicht stimmt. Vor ein paar Tagen habe ich selbst noch gerufen: Visibility now! Wenn man so was liest, möchte man antworten: von wegen! :cry:

LG Daenerys

Anne-Mette
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Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 12. Jul 2017, 20:16

Moin,
Aber erkennbar TS zu sein ist inzwischen gefährlich, so lange das Passing nicht stimmt.
Gewalterfahrungen von Frauen, die mit "TS" nichts zu tun haben, sollten wir nicht unter den Tisch kehren.


... und wieder mal die "Passingfrage". Wird daraus Gewalt gegen "Nichtstimmige" gerechtfertigt, so nach dem Motto: "so wie die aussieht - selbst schuld!"

Nein - das darf für mich ebensowenig Rechtfertigungsgründe liefern wie kurze Röcke oder andere Auffälligkeiten, die als "Signal" missverstanden werden könnten.

Gruß
Anne-Mette

Jasmine
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Post 6 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 12. Jul 2017, 21:48

Wenn ich sowas lese: ihr wurde außerdem vorgeworfen, wegen ihrer weiblichen Kleidung den Angriff provoziert zu haben.
Dann bekomme ich einen Hals.
Was provoziere ich dann wenn ich kurze Stretch-Miniröcke und Halterlose und Pumps anziehe?
Nein, solche Aussagen erzeugen bei mir nur Kopfschütteln.
Da freue ich mich doch, wenn ich in meinem kleinen bayrischen Kleinstädtchen auch spät abends noch allein unterwegs sein kann.
Natürlich bin auch ich schon in heikle Situationen geraten, aber ich konnte sie selbstbewusst und geschickt meistern.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

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Post 7 im Thema

Beitrag von Yasmine » Mi 12. Jul 2017, 21:52

Anne-Mette hat geschrieben:
Mi 12. Jul 2017, 20:16
... und wieder mal die "Passingfrage". Wird daraus Gewalt gegen "Nichtstimmige" gerechtfertigt, so nach dem Motto: "so wie die aussieht - selbst schuld!"
Nein - das darf für mich ebensowenig Rechtfertigungsgründe liefern wie kurze Röcke oder andere Auffälligkeiten, die als "Signal" missverstanden werden könnten.
Wie Recht du hast.
LG
Yasmine

Conny73
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Post 8 im Thema

Beitrag von Conny73 » Mi 12. Jul 2017, 22:11

Jasmine hat geschrieben:
Mi 12. Jul 2017, 21:48
Wenn ich sowas lese: ihr wurde außerdem vorgeworfen, wegen ihrer weiblichen Kleidung den Angriff provoziert zu haben.
Dann bekomme ich einen Hals.
Nur einen Hals? Bei diesem oder ähnlichen grandiosen Argumenten bekomme ich zusätzlich noch Brechreiz und verliere wieder ein Stück vom glauben an das Gute im Menschen. Das ist mit das übelste, was man machen kann. Noch zusätzlich auf das Opfer einschlagen und diesem die Schuld geben. Und warum? Weil es einfacher ist? Oder die Mehrheit so denkt? Aber so sind Menschen nun mal - das, was alle anderen tun und was dann noch am einfachsten ist, kann ja nicht falsch sein. Schei... muss ja auch gut schmecken - Millionen Fliegen können sich doch nicht irren.

Bezüglich der nicht oder kaum vorhandenen Zivilcourage: Ich finde eigentlich die Leute, die aus Angst oder warum auch immer nichts tun und weitergehen nicht so schlimm wie die, die gaffend und sensationshungrig daneben stehen und sich das ganze begucken (und natürlich ebenfalls nichts tun - außer vielleicht mit dem Handy einen Film machen und bei Youtube hochladen für ein paar Likes).

Genug aufgeregt für heute.
Ich hab mich nicht dazu entschieden mein Leben als Frau zu führen. Ich hab mich für's Leben entschieden! Und das ist ein Package-Deal: da ist als Frau leben mit drin!

Magdalena
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Post 9 im Thema

Beitrag von Magdalena » Do 13. Jul 2017, 20:01

Hallo,

ich habe mir den Bericht durch gelesen und bin immer wieder geschockt , wie immer wieder in unserer Gesellschaft möglich ist. Ich hoffe, dass zumindest der Gastronom mit etwas Abstand zu dem Ereignis sich für seine Worte entschuldigt.
Nun möchte ich die einzelnen Aspekte des Geschehens aus meiner Sicht behandeln. Ich beginne mal von hinten. Die Reaktion des Gastronomen wird mir verständlich, wenn die Gäste ihre Aufmerksamkeit auf das Geschehen vor dem Lokal richten, oder gar nicht ins Lokal kommen. Also keine zahlenden Gäste gleich kein Umsatz. Dennoch halte ich die Reaktion für fragwürdig. Auch die Äußerung diskriminiert das Opfer, also die Transfrau.

Dann die Passanten, die nicht hilfreich der Frau zu Seite standen. Ja einfach nur zuschauen, weil endlich in ihrem eingefahren Leben was aufregendes passiert. Vielleicht wird noch schnell ein Foto gemacht, da hat man dann was zum Erzählen. Gegen Fotos ist nichts einzuwenden, wenn darauf die Tat und der Täter ermittelt werden kann. Und diese den Ermittlern zur Verfügung gestellt werden. Bei Gaffern auf der Autobahn soll es härter Strafen geben. Vielleicht wäre so etwas auch in andern Fällen wie hier angebracht.

Nun widme ich mich dem Opfer , hier der Transfrau. Da kann ich nicht viel dazu sagen. War sie zufällig das Opfer oder doch weil es eine Transfrau war.Es kann nur einer beantworten, der oder die Täter.
Oft suchen sich die Täter Opfer aus , bei denen sie glauben leicht ihre Tat vollenden zu können. Dabei möchten sie schnell ohne großen Widerstand zum Ziel kommen. So suchen sie meist nach vermeintlich schwächeren Personen. Als Frauen, Kindern oder Menschen mit Behinderungen aus. Bei Frauen, egal ob Bio- oder Transfrauen, wenn sie im engen Rock und mit Pumps mit einem Absatz unterwegs sind, erhoffen sich die Täter oft leicht die Tat durchführen zu können. Die Frau wird dem Täter nicht schnell genug folgen können , in Pumps nicht rennen und der enge Rock erlaubt keine großen Schritte. Was dem dummen Spruch, den ich im Übrigen diskriminierend finde, dennoch ein wenig unliebsame Wahrheit enthält. "Warum läuft sie nur so rum."
Nur möchten wir uns nicht vorschreiben lassen wie wir uns anziehen, weder von potentiellen Tätern noch selbsternannten Moralaposteln. Wir leben in einem freien Land, und wenn wir nicht zum öffentlichen Ärgernis werden, in dem wir unbekleidet durch die Straßen ziehen, sollten wir selbstbewusst und sicher ausgehen dürfen.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Mina
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Post 10 im Thema

Beitrag von Mina » Do 13. Jul 2017, 20:15

Nunja, Köln hat in solchen Sachen einen eher wackeligen Ruf. Ehrlich gesagt ist der Bericht etwas zu flach beschildert um gewisse Dinge oder Details hinein zu interpredieren.

Das eine Transfrau Ziel werden kann, ebenso wie Schwule oder lesbische Paare, ist gleich. Es würde keinen Unterschied machen. Die Jugendlichen gehen hier nur einen Schritt weiter, von welchem ich schon erzählt hatte an andere Stelle.
Die Menschen sind noch nicht bereit für die Vielfalt. Immernoch ist es zu aussergewöhnlich und schon gleich entweder mit kranker Sexualität oder Gestörtheit allgemein gleichzusetzen, für so manchen.

Wie gesagt, wer starke Nerven und Ego hat, geht einfach mal durch belebte Zentren und läßt einen Beobachter hinter sich her gehen der nachher erzählt was hinter dem Rücken an Reaktionen stattgefunden hat. Und das sollten wirklich nur Jene machen welche das Ergebnis vertragen können.

Jugendliche sind einfach nur der überladene Spiegel, von Jenen welche im Stillen verurteilen und beleidigen.

Ich wünschte ich könnte anders berichten. Aber die Welt ist noch nicht auf diesem Entwicklungsstand und diesen werden wir auch nicht erleben. Das wird noch Jahrhunderte dauern.

Traurig darüber
Mina
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lilijana
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Post 11 im Thema

Beitrag von lilijana » Do 13. Jul 2017, 20:44

Hallo,

es ist traurig was da passiert ist, auch das keiner geholfen hat. Nur leider ist es so, das viele Angst haben, das ihnen selbst etwas passieren könnte und sie dafür mit ihrem Leben oder der Gesundheit bezahlen müssen. Viele wissen auch nicht wie man als Außenstehender helfen kann, ohne sich selbst zu gefährden.
Ich selbst, war schon auf vielen Veranstaltungen alleine und bin in vielen Städten gewesen, aber wenn ich solche Nachrichten höre, bekomme ich selbst Angst als Frau überhaupt auf die Straße zu gehen.

Ich würde jetzt aber nicht die ganze Gesellschaft über einen Kamm scheren und alle als transphob und feindlich hinstellen. Die, die so etwas machen, das ist eine kleine Minderheit. Der große Teil, will doch von uns garnichts, mag ja sein, das sie mal hinter dem Rücken tuscheln, das wird aber auch bei den "normalen" gemacht (guck mal die, hat schon wieder neue Schuhe, die ist so blöd).
Ist doch nicht so, das wenn unsereins durch die Stadt geht, alle sich umdrehen, anfangen zu reden und einen blöd anschauen.

Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.

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Post 12 im Thema

Beitrag von Kerstin » Do 13. Jul 2017, 23:23

Was regt ihr euch eigentlich so auf??

Es gab einen versuchten Raub in Verbindung mit Körperverletzung und Beleidigung zu verantworten durch vier ausländische Jugentliche.
Was ist daran besonders?......Nichts!!

Das ganze ist auch kein Versagen der "Zivilgesellschaft" sondern der Justiz, welche sich bei bestimmten Tätergruppen vornehm zurück hält.
Und besonders NRW hat ja ein Problem mit Raub und Einbruchsdiebstahl.


Mfg Kerstin

Ulrike-Marisa
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Post 13 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 13. Jul 2017, 23:37

Moin,

vor einem Jahr war ich mal wieder dienstlich in Köln. Nach der Arbeit bin ich in der Altstadt spazieren gegangen auf den Spuren der Römer. Dazu war ich auch in abgelegenen Gegenden zwischen Wohnblöcken, wo die römische Stadtmauer in Resten erhalten ist usw. Dabei bin ich stets sehr vorsichtig und beobachte die Lage um mich herum, um mich im Gefahrenfall schnell entfernen zu können. Bisher ist mir noch nichts passiert, aber das ist keine Garantie, da gerade ältere Menschen oft als Opfer ausgesucht werden und ich bin älter. der Gang zur Morgenandacht über den Domvorplatz habe ich auch nicht richtig gut in Erinnerung - schon früh morgens um 6:45h Massen an rumlungernden Ausländern auf dem Bahnhofsvorplatz - kein richtig sicheres Gefühl, das ich da hatte. Handtasche am Körper nd mit geradem Blick durch...

LG, Ulrike-Marisa

..schreckhaft bin ich nicht aber vorsichtig :wink:

Marielle
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Post 14 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 14. Jul 2017, 00:01

Ja, ganz richtig Kerstin. Die Justiz sollte endlich, natürlich nur vorbeugend, alle verdächtigen Elemente, wie die Ausländer, darunter besonders die dunkelhäutigen herumlungernden, die Schwulen, die Linken, die Veganer, die Priester und die Transen in Schutzhaft nehmen. Damit das auch wirklich banal effizient und im Sinne des wohlverstandenen Schutzes der in Haft genommen Menschen passiert, sollte man gleich auch über zentrale Einrichtungen nachdenken, in denen man die ganzen subversiven Gestalten an wenigen Orten, die natürlich mit den notwendigen Einrichtungen versehen sein sollten, konzentriert unterbringen kann.

Was sagst du? Schwule, Priester und Transen zusammen mit den dunkelhäutigen und herumlungernden Ausländern einzulagern läuft dem Ziel der Schutzhaft zuwider? Stimmt. Aber dann kriegt halt jede_r 'nen schicken bunten Aufnäher auf den Ärmel, damit alle wissen woran sie sind und in welche Baracke Schutzhaftkategorie sie gehören.


Ob du wohl eines Tages kapieren kannst, dass Tat und Schuld, genauso wie Dummheit, individuell sind?

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

Michelle_Engelhardt
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Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 14. Jul 2017, 06:57

Deutsche, Ausländer, hellhäutige, dunkelhäutige, Männer, Frauen....was macht das schon für einen Unterschied? Im Grunde gibt es zwei Kategorien von Menschen: Gute und Schlechte. Okay dazwischen gibt es sicher noch andere Schattierungen, die aber letztlich auch der ein oder anderen Gruppe angehören.

Ich möchte euch von einem Ereignis erzählen, das für mich und meine Kinder so ziemlich das dunkelste Kapitel unseres Lebens war. Bisher habe ich darüber kaum erzählt, da es mir nicht so leicht fällt und es sind nicht die angenehmsten Erinnerungen, die da gerade in mir aufsteigen.

Im März 2016 habe ich in einer Nacht- und Nebelaktion eine Beziehung beendet (beenden müssen). Meine Kinder und ich lebten bei meinem Ex und sind an einem Freitagabend gegen 21 Uhr nur mit dem, was wir am Leib trugen abgehauen. Insgesamt hatten wir ca. 0,79 Euro Geld in der Tasche. Bei einem Bekannten von ihm konnten wir zum Glück übers Wochenende bleiben. Am Montag haben wir uns dann an die Stadt gewandt, da wir ja tatsächlich obdachlos waren. Wir fanden Unterschlupf in einer Notunterkunft (Asylantenheim) und lebten dort insgesamt 3 Monate, bis wir endlich eine Wohnung in Dortmund fanden. Vorher hatten wir vergeblich versucht, in Köln und Umgebung eine bezahlbare (bzw. vom Amt genehmigte) Wohnung zu bekommen.

Natürlich lebte ich in dem Asylantenheim als Frau, Transe oder wie auch immer ihr es nennen mögt. Außer den Kindern und ich waren die drei Hausmeister die einzigen Deutschen dort. Der Rest bestand aus Flüchtlingen aus Syrien, Irak, Nigeria und was weiß ich woher. Kaum einer von denen war älter als vielleicht 30 Jahre. Es gab nie und ich betone NIE ein böses Wort oder irgendeine Art der Anfeindung mir gegenüber. Ganz im Gegenteil wurde ich von den ausländischen Flüchtlingen freundlich und zuvorkommend behandelt. Einzig eine deutsche Frau, die später für einige Tage dort war, machte Stress (nicht mir gegenüber, wir verstanden uns sehr gut). Sie wurde aber recht schnell von der Polizei einkassiert, als sie anfing auszuticken und Stühle auf den Flur zu schmeissen.

LG
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

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