TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu
TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu - # 2

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Michelle_Engelhardt
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 16 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 25. Nov 2016, 17:38

Da muss ich Gabi recht geben. Ich war mal mit einer TS zusammen und sie ist gebürtige Polin. Sie sagte mir (O-Ton) "Wenn Du in Polen als TV / TS auf die Strasse gehst, kriegst Du nach spätestens 500 m ein paar auf´s Maul". Das waren vor ca. 4 Jahren ihre Worte. In Russland soll es auch nicht besser (eher schlimmer) sein. Wie es sich allerdings heute verhält, vermag ich nicht zu sagen.

LG Michelle
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Kornelia
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 17 im Thema

Beitrag von Kornelia » Fr 25. Nov 2016, 17:48

@Michelle,
das wird auch heute noch so sein.Ich kenne zwar die Polen als gastfreundliches Volk,da ich öfters mal dort bin.Was ich annehme,auf Grund ihres katholischen Glaubens ist das dort so wie deine polnische Freundin sagte.In den ehemaligen Ostblockländern ist meines Erachtens noch viel Nachholebedarf,nicht nur in Beziehung auf TS,TV und CD.

LG

Kornelia
Endlich lebe ich mein Leben,denn es ist mir nur einmal gegeben!

lilijana
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 18 im Thema

Beitrag von lilijana » Fr 25. Nov 2016, 17:56

Hallo,

ich möchte nicht wissen wie hoch die Dunkelziffer ist.

Wieviele Opfer die einem Angriff ausgesetzt waren, bringen das nicht zur Anzeige? Ich kann mir vorstellen das viele es nicht zur Anzeige bringen, weil es für sie unangenehm oder peinlich ist. Weil sie vielleicht es heimlich ausleben und Angst haben es könnte auffliegen, sich einbilden es könne ihnen niemanden glauben oder einfach Angst haben das man sie nicht ernst nimmt. Evtl. bilden sie sich auch ein, das es ihre Schuld wäre oder sie fühlen sich nicht stark genug es zur Anzeige zu bringen.

Da solche Straftaten sich in unserer Gesellschaft nicht verhindern lassen, denke ich sollte man diese Menschen irgendwo abholen und ihnen die richtige Unterstützung bieten, evtl eine neutrale Anlaufstelle.

Aber ich denke auch, solange Ausgrenzung in der Gesellschaft Realität ist, man Vorurteilen ausgesetzt ist, solange werden auch viele Opfer schweigen.

Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.

Michelle_Engelhardt
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 19 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 25. Nov 2016, 18:34

Denke ich auch, Lilijana. Man denke nur an früher wieviele tausende Vergewaltigungsopfer geschwiegen haben, sehr häufig aus Scham. Die Dunkelziffer dürfte wirklich verdammt hoch sein.

LG
Michelle
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Izzy

Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 20 im Thema

Beitrag von Izzy » Fr 25. Nov 2016, 22:20

"Wenn auf den Gräbern aller Mordopfer ein Lichtlein stünde, wären die Friedhöfe nachts Taghell."
Die Dunkelziffer ist wirklich eine gefährliche Sache. Aber sie wird nicht sinken wenn die Leute nichts sagen. Nicht schreien sollen sie. TV TG und CD sollen es der Polizei genauso sagen wie jemand der wie durch zufall überfallen wurde. "Anders" zu sein muss so banal werden wie haare auf dem Kopf haben. Erst dann werden die Idioten keine Opfer mehr finden. Eine Utopische Vorstellung zwar, aber schön wäre es trotzdem.

Marielle
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 21 im Thema

Beitrag von Marielle » Sa 26. Nov 2016, 00:05

Nabend zusammen, Nabend Gabi,

mir ist sehr deutlich bewusst, dass ich hierzulande das beste, das mit Abstand beste, Ende habe, das ich kriegen konnte. Ob's dann auch gleich zur "Glückseeligkeit" reicht ? ..... Nee, eher nicht. Bis dahin gibt's noch reichlich zu tun.

Mein Beitrag war weder Gejammer, noch eine Aufforderung an andere etwas für mich zu tun. Mir geht es darum, dass wir unsere Hintern für uns und andere hochkriegen, um es weiter zu verbessern oder das was wir haben zu verteidigen. Es geht um das "überwiegend"-Sternchen, das muss auch noch weg. Für uns und für andere, denn schönreden gilt nicht :wink:


Jetzt lege ich die Füsse auf die Heizung. Es war kalt und zugig in Kiel, wo wiedermal andere ihre Stimme auch für uns erhoben haben und von 'uns' nicht viel zu sehen war.

Gute Nacht

Marielle
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Anne-Mette
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Sa 26. Nov 2016, 08:25

Moin,

was willst Du damit
... in Kiel, wo wiedermal andere ihre Stimme auch für uns erhoben haben und von 'uns' nicht viel zu sehen war.
'eigentlich' sagen?

Ich hoffe, Du bist wieder aufgetaut )))(:

Herzliche Grüße und guten Start ins Wochenende
Anne-Mette

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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 23 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Sa 26. Nov 2016, 09:03

Lina hat geschrieben:Hmm ... niemand scheint eine logische Erklärung zu haben. Genau DAS ist ein Problem.
Hm, ich denke immer noch darüber nach, was du geschrieben hast. Im Grunde sprichst du etwas an, was ich seit Monaten tue, aber das ist mir erst aufgefallen, nachdem ich deinen Text noch mal gelesen habe. Die Einstellung zu meinem öffentlichen und privaten Raum und dessen Grenzen hat sich während meiner Transition verändert, zwar sehr schleichend, aber verändert hat sie sich. Ich bewege mich unauffälliger in der Öffentlichkeit und gehe tatsächlich mit der Überzeugung raus, falls mich einer angreift, wird er einen Preis dafür zahlen. Zu Beginn meiner Transition habe darüber gar nicht nachgedacht, das war kein Thema. Ich war sichtbar, und das war gut so. Wer soll mir was tun? Ich hatte damals nicht den Wunsch "stealth" zu leben. Auch das hat sich übrigens geändert.

Ich werde später vielleicht noch etwas dazu schreiben, das Thema beschäftigt mich gerade.
Zuletzt geändert von ExUserIn-2018-08-04 am Sa 26. Nov 2016, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.

Marielle
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 24 im Thema

Beitrag von Marielle » Sa 26. Nov 2016, 11:03

Hallo zusammen, Anne-Mette,
was willst Du damit

... in Kiel, wo wiedermal andere ihre Stimme auch für uns erhoben haben und von 'uns' nicht viel zu sehen war.

'eigentlich' sagen?
Damit möchte ich sagen, dass es einen Haufen Leute gibt, die immer auch für uns reden, wenn sie gegen Intoleranz und normative 'Leitbilder' sprechen, dass sich gestern in Kiel* rund vierhundert von denen in die Kälte gestellt haben, um zu zeigen, dass sie eine offene und liberale Gesellschaft (behalten) wollen, in der auch wir einen anerkannten Platz haben. Es gab keinen Redebeitrag, in dem die Forderung nach Toleranz und Respekt nicht auch betreffend die sexuelle Orientierung und Identität explizit ausgesprochen wurde, obwohl von den Redner_innen niemand für eine 'einschlägige' Gruppierung sprach. Es gibt dort den Standpunkt, dass Respekt und Toleranz grundsätzlich nicht teilbar sind, aber denjenigen Meinungen zu verweigern sind, die sie abschaffen massiv einschränken wollen.

Man muss nicht in allen Ansichten mit diesen Menschen übereinstimmen, aber man kann und sollte anerkennen, dass sie Vielfältigkeit und Verschiedenheit als normal verstehen und nicht als Abweichung von der Norm. Man kann in aller geschlechtlichen Uneindeutigkeit und auch Eindeutigkeit zwischen ihnen stehen, mit ihnen sprechen und diskutieren; in aller Ruhe und ohne interne Alarmbereitschaft. Dort muss man nicht befürchten, dumm angequatscht zu werden, wie es (mein persönlicher Eindruck) an anderen Stellen wieder häufiger passiert, weil manche Leute sich in ihrer 'Norm' bestärkt fühlen und deswegen wieder lauter werden.

Also möchte ich "eigentlich" damit sagen, dass es gut wäre, wenn mehr von 'uns' diesen Menschen zeigen würden, dass wir ihre Solidarität zu schätzen wissen und auch selbst für Toleranz und Respekt eintreten. 'Wir' sind dort, nach meiner Wahrnehmung, nämlich deutlich unterrepräsentiert**.

Habt es gut

Marielle


PS: Ich kenne den Umfang deines Engagements, Anne-Mette, und wünsche mir daher, dass du diesen Beitrag nicht auf dich beziehst. Und Ja, ich bin wieder aufgetaut :wink:


*) anlässlich einer Veranstaltung mit Bea 'Shootgun' Storch
**) was bestimmt nicht nur am Passing liegt
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-05-31 » Sa 26. Nov 2016, 11:19

Also ich denke in großen und ganzen ist Homophobie zurück gegangen da durch Medien und Internet die Menschen besser aufgeklärt sind.
Früher hatte ich öfters so aussagen wie du schwules sau usw gehört als heute auch Otto normal verbraucher aktzeptieren es heute besser
als früher.
Die Gewalt gab es immer schon gegen anders denkende und die anders sind ,es ist von angst vor dem was man nicht versteht bis einfach frust
auf andere abzulassen, da werden auch sogenande normale zusamen geschlagen und bei denn die anders sind hat man wenigstens noch extra ein
"Grund". Ich würde dieses Thema nicht überbewerden, es gab und wird immer Menschen geben die nicht klar kommen wenn andere nicht so sind wie
sie,woran das liegt ist jetzt müßig jetzt hier mich darüber auszulassen.
Aber allein die Geschichte zeigt doch das es auch gerne mal mehr die und die traf Hexen Juden Bolschewiki und heute zb Ausländer.

Anne-Mette
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 26 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Sa 26. Nov 2016, 11:51

Moin,
Die Gewalt gab es immer schon gegen anders denkende und die anders sind ,es ist von angst vor dem was man nicht versteht bis einfach frust
Aus Angst geht niemand gewaltsam gegen trans-, intersexuelle und homosexuelle Menschen vor. Ich bin auch der Meinung, dass "Homophobie" und "Transphobie" falsche Worte sind für das Phänomen.

AFD, "Besorgte Eltern" und andere Menschen schaffen erst den Nährboden für noch mehr Gewalt, schrecken selbst vor Aufforderungen zu Gewalt nicht zurück. Sie schüren eine vielleicht vorhandene Angst oder einfach nur Unverstänis und kommen zu dem Ergebnis: "da muss man doch was machen!"

Mit den "Ängstlichen" könnten wir reden; aber es wird schwer werden,den Hass zu überwinden, der sich zu "individuellen Aktionen gegen Menschen", aber auch zu einer wesentlichen Verschlechterung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland führen kann - und hoffentlich nicht wird.

Den Ängstlichen können wir zeigen, wer und wie wir sind; da werden die Ängste sicherlich schnell verschwinden )))(:

Aus einem Plakat anlässlich des Selbsthilfetages im Fördepark Flensburg (tätige Öffentlichkeitsarbeit):

Wir sind:
Menschen wie Du und ich:
- BehördenmitarbeiterInnen
- Pädagoginnen und Pädagogen
- FirmeninhaberInnen
- MitarbeiterInnen im Gesundheitsdienst
- RentnerInnen
- Studentinnen und Studenten
- SchülerInnen
- technische MitarbeiterInnen
- Arbeitssuchende
... und noch viel mehr!
Wir treffen uns ein Mal im Monat zu
unseren Gesprächen


Gruß
Anne-Mette

Lina
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 27 im Thema

Beitrag von Lina » So 27. Nov 2016, 23:59

Marielle hat geschrieben:Hallo zusammen,

Lina schrieb:
Jedes andere Säugetier auf dieser Welt macht so was, ...... Warum glauben so viele, dass Menschen auf dem Punkt anders sein müssen? Hat da jemand eine logische Erklärung?
Naja, ein großer Teil der Menschheit glaubt oder behauptet zumindest, sich über 'fressen oder gefressen werden' erhoben zu haben und zivilisiert zu sein.
Ich frage ganz konkret: Was sollen wir mit denen tun? Wie kriegen wir die aus der Opferrolle? Nichts nützt, wenn wir dafür keine Antwort finden.
Ich halte es jedenfalls für keinen guten Ansatz, dass alle ständig im Alarmzustand zu sein haben; das ist wohl mit "allgemeine situational awareness" gemeint. Und wir kriegen es m.E. schon gar nicht dadurch hin, dass sich möglichst viele Leute in der einen oder anderen Art bewaffnen. Das geht auch mir viel zu weit in die Richtung der Ansätze von militanten Cooperisten oder den Freunden von Smith&Wesson. Am Ende stünde eine Welt, in der Misstrauen und Abwehr der Normalzustand sind und gelegentliche 'Fehler' oder 'Kolateralschäden' wahrscheinlich als Preis der Sicherheit abgetan würden.

Das heisst natürlich nicht, dass ich dafür bin, völlig planlos und unaufmerksam in der Gegend herumzulaufen, aber als alleinigen Ansatz finde ich das wesentlich zu kurz gegriffen.

Ich hielte es für sehr viel sinnvoller, die gesellschaftlichen Kräfte zusammenzunehmen, um eine Umwelt zu schaffen, in der die schon die 'kleinen' Täter diejenigen sind, die sanktioniert werden. Das beseitigt nicht alle Probleme, aber sehr viele schon, denke ich. Der Provokateur, der jemanden eine Tunte oder Transe nennt, müsste damit rechnen müssen, dass sich umgehend eine Gruppe von Umstehenden gegen ihn wendet und der Haustyran müsste wissen, dass die Nachbarn nicht schweigend zuhören, wenn er Frau und Kinder verprügelt.

Es geht m.E. darum, die soziale Kontrolle neu zu erfinden, die uns in ihrer alten Form im Zuge von Freiheitsgewinnen zu Recht abhanden gekommen ist. Es darf nicht die miefige Kontrolle der Fünziger und Sechziger sein, die extrem normativ und auch sehr selektiv war und die manche Pappköpfe gern zurückhätten, sondern eine, die auf Respekt, Anerkennung und Freiheit basiert. Ich hatte tatsächlich mal den Eindruck, dass es ohne soetwas gehen könnte, weil die Leute es von allein kapieren, aber ganz subjektiv habe ich auch den Eindruck, dass es 'draussen' in letzter Zeit wieder rauer wird, weil zuviele Trottel es wohl doch nicht kapiert haben.

Habt es gut

Marielle



DU redest ständig von Waffen, ständig in Alarmzustand zu sein etc. Davon war offensichtlich nicht die Rede, meinerseits. Wo denn soll ich das gesagt haben?

Es gibt doch definitiv einen riesen Unterschied zwischen ständig in Alarmzustand zu sein und einfach rutinemäßig checken ob es einen Grund gibt in Alarmzustand zu sein, nett und entspannt den Menschen auf seinem Weg zu begegnen und dann fähig in so flexibel zu sein, dass WENN jemand eine Gefahr darstellt, umschalten zu können und entsprechend handeln, d.h. auch solche Leute wenn nötig absolut Kampfunfähig zu machen. Das ist vor allem eine Einstellungssache - die einfache Entscheidung "nein, nicht mit mir" zu sagen. Die Mittel, womit man das "nein" dann rein physisch Ausdrückt, müssen gar nicht Teil der Diskussion sein. Waffen gibt es genügend und überall. Die ersten davon liegen vermutlich schon auf euren Schreibtischen rum. Was glaubt ihr nicht alles, was man mit einem Kugelschreiber oder einen Autoschlüssel verletzen kann.

Das hat nicht mit Alarmzustand zu tun, sondern mit Aufmerksamkeit. Es gibt doch hunderte von Gründe, weshalb man sich die paar Bruchteile einer Sekunde Zeit nehmen soll, die Leute in dem S-Bahn-Abteil oder einem anderen Raum, den man betritt, genauer anschauen sollte. Einige sind verloren in eigenen Gedanken, die mal angenehm oder weniger angenehm, einige sind interessant und nett, einige traurig, einige kontaktfreudig und ab und zu gibt es einen, der nichts Gutes im Sinne hat. Gemeinsam für alle ist aber, dass sie es ziemlich genau in ihrem Gesichtsausdruck und Körperhaltung zeigen, was gerade läuft. Was hat das mit Alarmzustand zu tun? Nichts ...
Erst wenn gerade der eine, der nichts gutes im Sinne hat, da ist - dann wäre es doch wohl ziemlich dämlich ihn nicht genauer zu beobachten, oder? Einfach sich einbilden, dass man ihn nicht gesehen hätte - dann passiert vielleicht plötzlich tatsächlich was - ja, dann ist Alarmzustand. Meistens dann aber ein bisschen zu spät.

Ich sehe eigentlich auch nicht, warum man nicht aufmerksam sein sollte. Ja, stimmt, einige bilden sich ein, dass man in einer modernen Gesellschaft usw. ... einige bilden sich sogar ein, dass in allen denkbaren Situationen andere für ihre Sicherheit zuständig wären. Das sind z.B. solche, die sich auf einen Felsen vor den krachenden Wellen hinstellen, um ein Selfie zu machen und vermutlich erwarten, das Wellen gefälligst immer die gleiche Kraft und Größe haben sollen. Ich möchte gar nicht wissen wieviele von denen Tage später irgendwo anders reingespült wurden.
Und es ist ja nun mal ein Faktum, dass LGBT von irgend welchen Idioten gerne als Opfer gewählt werden. Da ist es völlig egal, ob es gerecht ist - ist es natürlicht genauswenig - es ist aber ein Faktum. Dann kann man sich einbilden es wäre nicht so, oder das Andere zuständig wär. Oder man kann entscheiden, dass wenn man tatsächlich selber das Opfer sein sollte, oder auch jemand für den oder die man sich verantwortlich fühlt, dann ist das die Zeit, wo man falls nötig jemanden platt macht, mit welchen Mitteln auch immer.

Ich sehe wirklich nicht was in der Lebenseinstellung so alarmierend sein soll. Ich setze ja auch einen Helm auf beim Motorradfahren, benutze den Sicherheitsgurt im Auto, Rauchmelder in der Wohnung lasse die Feuerlöscher jährlich prüfen, informiere mich, wie man die überhaupt benutzt, usw.

Der einzige Unterschied ist doch eigentlich nur, dass beim Thema "Gewalt" müssen die Leute ihren Arsch vom Sofa hoch kriegen und einige - aber bestimmt nicht alle - auch noch mental evtl. umprogrammieren.

lilijana
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 28 im Thema

Beitrag von lilijana » Mo 28. Nov 2016, 06:12

Hallo Lina,

wenn ich dich richtig verstanden habe, sollten die Leute sich einfach ein bisschen mehr für mögliche Gefahren sensibilisieren ohne bis an die Zähne bewaffnet zu sein?

Grüße
Lilijana
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