TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu
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Anne-Mette
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TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 23. Nov 2016, 12:04

Hier geht es zum Artikel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/queer ... 77718.html

Gruß
Anne-Mette

Victoria
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 2 im Thema

Beitrag von Victoria » Mi 23. Nov 2016, 12:16

Moin Anne-Mette,

danke für den Link.

Lernt den unsere Gesellschaft nichts? Muß wirklich noch soviel Aufklärungsarbeit betrieben werden?
Wir sind doch alles Menschen! Ob Hetero, Homo, Trans wir wollen doch alle nur friedlich ohne Gewalt leben!
Immer wieder diese Unverbesserlichen :-(

Eine nachdenkliche

Vicci
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Kornelia
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 3 im Thema

Beitrag von Kornelia » Mi 23. Nov 2016, 12:17

Traurig,traurig aber wahr deswegen leben es viele im stillen Kämmerlein aus.Solche Typen sind nur in der Masse stark.Ich würde mich in Dresden allein in stockdunkler Nacht nicht auf die Strasse trauen.

LG
Kornelia
Endlich lebe ich mein Leben,denn es ist mir nur einmal gegeben!

Daenerys Targaryen
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 4 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mi 23. Nov 2016, 12:33

Solche Artikel machen mich traurig und wütend zugleich. Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen aufgrund ihrer Individualität angegriffen werden, sei es, weil sie schwul, lesbisch oder transsexuell sind, eine schwarze Hautfarbe haben oder eine Kippa auf dem Kopf tragen.

Leider empfinde ich Aktionen wie diese Preisverleihung zunehmend als "Feigenblatt" für die Öffentlichkeit und als Beruhigungspille für die Community. Ein paar Menschen mit Regenbogenfahren vergeben unter Applaus der Lokalpolitik einen Preis. Und in China fällt der vielzitierte Sack Reis um.

Nicht falsch verstehen, ich unterstütze diese Preisverleihung, aber ich halte das für viel zu wenig. Wo bleibt angesichts solcher Zahlen die Reaktion der breiten Gesellschaft? Wo bleibt die entschiedene Reaktion des Staats, der Passanten, die Zeugen solcher Übergriffe werden, auch der Betroffenen?

Nachdenklich Grüße

Daenerys
Me too.

Jasmine
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 5 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 23. Nov 2016, 14:36

Was soll man dazu sagen? Fassungslos.
Auf eine Reaktion der breiten Gesellschaft hoffen????
Vor ein paar Jahren wurde von Politik und Medien die sogenannten Hartz 4 Empfänger besonders bedacht.
Wo war da die breite Gesellschaft?
Heute werden von Ministerien und Medien die Anwälte von Hartz 4 Empfängern besonders bedacht.
Wer verteidigt unsere Rechte? Wo ist die breite Gesellschaft?
Ich gehe häufig als Beistand mit zu Jobcentern, wenn ich sehe wie Hartz4 Empfänger dort behandelt werden,
von Mitarbeitern eines Amtes, fehlen mir die Worte.
Was also bleibt einem übrig? Ich bewege mich mittlerweile in meinem Umfeld selbstbewusst.
Daher ernte ich zwar manchmal ein paar Kommentare, aber Übergriffe fanden keine statt.
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

Lina
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 23. Nov 2016, 16:07

Ich verstehe eure Aufregung nicht wirklich. Es ist doch aus dem Artikel gar nicht zu erkennen, ob es tatdaechlich mehr Angriffe gibt, oder "wir" uns nur trauen, sie als hate crimes anzuzeigen, bzw. die Polizei hat angefangen sie als solche ernst zu nehmen.
DASS sie ueberwiegend ernst genommen werden zeigt die nach meiner Meinung hohe Aufklaerungsquote - fast 40%!!

Es kommt mir ein bisschen vor wie die scheinbar vielen Vergewaltigungen in Schweden. Ja, ploetzlich stieg die Mnge der angezeigten Vergewaltigungen um fast 40% von einem Jahr zum Anderen - man hatte die Definition im Gesetz geaendert.

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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 7 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 23. Nov 2016, 16:11

Vielleicht liegt es auch einfach daran, das sich heute mehr Trans* auf die Strasse trauen als vor ein paar Jahren?
Habe meine Ernährung umgestellt. Chips und Schokolade stehen jetzt links vom Laptop!

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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 23. Nov 2016, 18:05

Auch möglich - Es könnte mich interessieren, was vor ca. 10-20 Jahren im Polizeibericht gestanden hätte, wenn eine T einen Überfall zur anzeige gebracht hätte - vielleicht sogar in einer Kleinstadt im Osten. Falls überhaupt ermittelt wurde.

Ein ähnlich alter Fall, wo ein Homosexueller überfallen worden war, wurde übrigens in Großbritannien aufgerollt. Nicht, dass man den Fall aufgeklärt hatte. Nein, man hat sich offiziell entschuldigt, weil man so gut wie nicht ermittelt und die Anzeige nur mangelhaft aufgenommen hatte. Ich habe die Links nicht mehr, aber wer interessiert ist kann mal bei der onlineversion der Zeitung Metro rescherschieren.

Daenerys Targaryen hat geschrieben:Solche Artikel machen mich traurig und wütend zugleich. Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen aufgrund ihrer Individualität angegriffen werden, sei es, weil sie schwul, lesbisch oder transsexuell sind, eine schwarze Hautfarbe haben oder eine Kippa auf dem Kopf tragen.

Leider empfinde ich Aktionen wie diese Preisverleihung zunehmend als "Feigenblatt" für die Öffentlichkeit und als Beruhigungspille für die Community. Ein paar Menschen mit Regenbogenfahren vergeben unter Applaus der Lokalpolitik einen Preis. Und in China fällt der vielzitierte Sack Reis um.

Nicht falsch verstehen, ich unterstütze diese Preisverleihung, aber ich halte das für viel zu wenig. Wo bleibt angesichts solcher Zahlen die Reaktion der breiten Gesellschaft? Wo bleibt die entschiedene Reaktion des Staats, der Passanten, die Zeugen solcher Übergriffe werden, auch der Betroffenen?

Nachdenklich Grüße

Daenerys
Die Reaktion des Staates: Man wacht langsam auf.
Zeugen: Schlafen und erzählen Schrott wie immer
Betroffene: Natürlich werden die mit irgend einer Individualität als Opfer ausgesucht. Wie sollen die Arschlöcher sonst sich einigen, wen sie überfallen oder mobben sollen. Vor allem sind es natürlich Leute, die nicht bereit oder fähig sind, sich zu verteidigen. OK, es gibt einige, die KÖNNEN enfach nicht - aus physiologischen Gründen. Auf die müssen andere mit aufpassen - ich tue da was ICH kann.

Aber dann gibt es die, die einfach sich auf die Opferrolle programmieren - die sind nicht physisch schwächer oder kleiner als die Anderen - irgendwie zeigen die aber mit jedem Faser ihres Körpers, ich bin ein Opfer, ich werde mich nicht verteidigen. Wenn die auch noch LGBT sind, sind sie besonders gefärdet.

Das klingt vielleicht krass, aber die Erfahrung zeigt es. Von meinen Trainingsgruppen war kaum einer, der dauerhaft und fleißig trainiert hat, jemals physisch angegriffen worden - zumindest nicht seit sie die Grundschule verlassen hatten. Trotzdem: Statistische Untersuchungen ergeben, dass ca 30% aller schwuler Männer fysisch angegriffen wurden, weil sie Schwul sind. Einige scheinen also irgendwie das Signal "bleib lieber weg" auszusenden - schon lange bevor sie wirklich was für den Selbstschutz lernen.

So, was mich wirklch interessieren könnte ist: Was machen wir mit den anderen? Dass sie mich oder irgend einen anderen Kampftrainer anrufen, nochmals die Opferrolle verbalisiert und dann doch nicht aktiv werden, nützt ja gar nichts. Und selbst wenn die in die Trainingshalle kommen würden, ein bisschen rumhampeln, schicke Bewegungen nachmachen, Lebens- und Selbstschutzregeln verbalisieren, hilft auch nichts - die Meisten werden immer noch ohne jegliches Situationsempfinden in der Gegend rum rennen, in der S-Bahn voll den mp3-player aufgedreht haben, keinen Blick dafür haben, wer ein- und aussteigt, keinen Rundum-Scan machen, bevor sie in einer belebten Straße ihr 300 Euro Smartphone rausholen und SMS schreiben, und keinen genauso einscüchternen Blick zurück senden, wenn irgend ein Idiot fragt, "bist du schwul", sondern nur, "ja", sagen, und ihnen auch noch den Rücken kehren.

Bitte sag mir, was tun wir mit denen? Die sind es die überfallen werden, waren immer die, die überfallen wurden, und ich sehe auch nicht in Zukunft, dass sich was daran ändern wird.

Ich sage nicht, dass ich gleich ohne mühe diese drei Typen platt gemacht hätte - meistens muss man auch nicht. Egal wie viele sie sind: Einer muss anfangen. Einer muss den Mut dazu finden. Ich sorge soweit möglich immer dafür, dass es in der Luft liegt, dass es nicht gratis sein wird.

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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 9 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mi 23. Nov 2016, 18:49

Lina hat geschrieben:Ich verstehe eure Aufregung nicht wirklich. (…)
Oh, come on. Laut diesem Artikel wurden im gesamten letzten Jahr 107 Straftaten gegen Homo- und Transsexuelle zur Anzeige gebracht. In diesem Jahr waren es in den ersten drei Quartalen schon 113, darunter Beleidigungen, Sachbeschädigungen und versuchte und vollendete Tötungsdelikte (!). Da soll ich mich nicht aufregen? Natürlich ist es möglich, dass sich die Definitionen geändert haben. Natürlich kann es sein, dass die Ermittler Hate Crimes gegen LGBT in der Kriminalstatistik sorgfältiger und vor allem gesondert erfassen, sonst gäbe es diesen Artikel nicht. Aber was ändert das?

Was wir brauchen sind starke politische und gesellschaftliche Signale, die dem entgegenstehen, z.B. muss die gleichgeschlechtliche Ehe endlich erlaubt werden. Für uns TS wäre es ganz wichtig, dass wir endlich nicht mehr als psychisch krank bezeichnet werden dürfen. Wer Hate Cremes begeht, der hat ein "entmenschlichtes" Bild von bestimmten Personen und sieht sie nicht als vollwertige Menschen an. Eine Gesellschaft, auch wenn sie Hate Crimes nur indirekt fördert, ist Gift für uns alle.

Dein Argument mit der Opferrolle kann ich nachvollziehen, aber ich finde es zu kurz gedacht. Außerdem hat es die Tendenz, indirekt dem Opfer die Schuld zuzuschieben, dass es ein Opfer ist. Ich habe Muay Thai geboxt und bin auch nie angegriffen worden. Aber soll jeder einen auf Jomhod machen, damit er nicht von irgendeinem Arschloch platt gemacht wird? Dann sind wir bald an dem Punkt, dass alle mit Waffen rumlaufen, um sich zu verteidigen.

Daenerys
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Lina
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 23. Nov 2016, 19:33

Ja, und wenn die nicht zur Anzege gebracht werden, kann man so schön "nicht-aufgeregt" sein, weil man nichts davon weiß und nichts ermittelt wird.
Du bringst ja auch keinen Nachweis, dass es real eine Steigung gegeben hat. Oder willst du sagen, dass es von mir total gesponnen sei, dass viele Taten früher nicht zur Anzeige gebracht wurden oder nicht als hate-crimes registriert?

Wer als Täter von "hate-crimes" festgestellt werden soll muss in einer Gesellschaft leben, wo dieser Ausdruck überhaupt in der Statistik vorkommt. In Russland z.B. gibt es kaum "hate-crimes" gegen LGBT. Zumindest nachdem was angezeigt wird.

Das mit der Opferrolle nennst du "kurz gedacht". Ist dir aufgefallen, dass es nicht nur gedacht ist, sondern auf eine ganz konkrete Beobachtung basiert?

Und wie kommst du auf die Idee, dass "alle jetzt mit Waffen" rumlaufen sollen? Wo hast du das her? Das kommt doch keineswegs von mir. Vielmehr habe ich das allgemene "situational awareness" angesprochen. Aber gut, wer vernünftig mit Waffen umgehen kann, soll die meinetwegen gerne mit führen. Wer nicht gelernt hat, damit umzugehen, soll die lieber lassen.

Und wenn du jetzt bitte meinen Post wieder lesen würdest - du behauptest jetzt, ich würde dem Opfer die Schuld zuweisen. Also bitte lesen, richtig lesen. Ich frage ganz konkret: Was sollen wir mit denen tun? Wie kriegen wir die aus der Opferrolle? Nichts nützt, wenn wir dafür keine Antwort finden.

Es ist doch mehrmals nachgewiesen, dass Gewalttäter tendenziell dieselben opfer aussuchen. In einer Untersuchung schon aus den 80ern hat man Leute auf einer belebter Straße beim vorbeigehen gefilmt, dann verschiedenen Gewaltverbrechern aus dem Gefängnis vorgeführt (also Gefangenen, nicht Personal). Die sollten aussuchen wen sie sich eher als leichtes Opfer aussuchen würden, z.B. für einen Raub.
Unabhägig von einander haben sie nahezu dieselben Menschen ausgesucht. Größe und Geschlecht schien aber nicht das Auswahlkriterium zu sein.

Es wäre natürlich schön WENN die Welt so wäre, dass man sich Überlegungen bez. Selbstschutz nicht machen müsste. So ist es aber nicht. Kann ich etwa dafür, deiner Meinung nach. Die Welt war nie so, soweit ich mich erinnere. Das ist einfach ein Faktum. Aber ganz ehrlich, die Meisten von uns machen sowieso etwas für Fitness, für geistige Unerhaltung, sei es die Gedanken eines Buchautors in eigene Gedankenexperimente umsetzen, Schach, GTA, Counter Strike oder Sims spielen. Dann kann man wohl auch Spaß mit kampfspielen haben und die so gestalten, dass man tatsächlich was für den Selbstschutz tut. Was soll daran falsch sein? Jedes andere Säugetier auf dieser Welt macht so was, lernt davon und hat Spaß. Warum sollten Menschen da anders sein?

Oder eher: Warum glauben so viele, dass Menschen auf dem Punkt anders sein müssen? Hat da jemand eine logische Erklärung?

Lina
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 11 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 25. Nov 2016, 12:47

Hmm ... niemand scheint eine logische Erklärung zu haben. Genau DAS ist ein Problem.

Vicky_Rose
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 25. Nov 2016, 13:37

niemand scheint eine logische Erklärung zu haben.
Wie kommst Du darauf ? Weil niemand schreibt ? :wink:

Du fragst natürlich suggestiv. Am Lernen ist nichts Schlechtes, es kommt halt darauf an, was man daraus macht. An einigen grundlegenden Dingen können wir nichts ändern. Aber es gibt Dinge, an denen wir sehr wohl etwas ändern können. Wie wäre es mit dem Lernen von Mitgefühl und Respekt ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 13 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 25. Nov 2016, 15:29

Hallo zusammen,

Lina schrieb:
Jedes andere Säugetier auf dieser Welt macht so was, ...... Warum glauben so viele, dass Menschen auf dem Punkt anders sein müssen? Hat da jemand eine logische Erklärung?
Naja, ein großer Teil der Menschheit glaubt oder behauptet zumindest, sich über 'fressen oder gefressen werden' erhoben zu haben und zivilisiert zu sein.
Ich frage ganz konkret: Was sollen wir mit denen tun? Wie kriegen wir die aus der Opferrolle? Nichts nützt, wenn wir dafür keine Antwort finden.
Ich halte es jedenfalls für keinen guten Ansatz, dass alle ständig im Alarmzustand zu sein haben; das ist wohl mit "allgemeine situational awareness" gemeint. Und wir kriegen es m.E. schon gar nicht dadurch hin, dass sich möglichst viele Leute in der einen oder anderen Art bewaffnen. Das geht auch mir viel zu weit in die Richtung der Ansätze von militanten Cooperisten oder den Freunden von Smith&Wesson. Am Ende stünde eine Welt, in der Misstrauen und Abwehr der Normalzustand sind und gelegentliche 'Fehler' oder 'Kolateralschäden' wahrscheinlich als Preis der Sicherheit abgetan würden.

Das heisst natürlich nicht, dass ich dafür bin, völlig planlos und unaufmerksam in der Gegend herumzulaufen, aber als alleinigen Ansatz finde ich das wesentlich zu kurz gegriffen.

Ich hielte es für sehr viel sinnvoller, die gesellschaftlichen Kräfte zusammenzunehmen, um eine Umwelt zu schaffen, in der die schon die 'kleinen' Täter diejenigen sind, die sanktioniert werden. Das beseitigt nicht alle Probleme, aber sehr viele schon, denke ich. Der Provokateur, der jemanden eine Tunte oder Transe nennt, müsste damit rechnen müssen, dass sich umgehend eine Gruppe von Umstehenden gegen ihn wendet und der Haustyran müsste wissen, dass die Nachbarn nicht schweigend zuhören, wenn er Frau und Kinder verprügelt.

Es geht m.E. darum, die soziale Kontrolle neu zu erfinden, die uns in ihrer alten Form im Zuge von Freiheitsgewinnen zu Recht abhanden gekommen ist. Es darf nicht die miefige Kontrolle der Fünziger und Sechziger sein, die extrem normativ und auch sehr selektiv war und die manche Pappköpfe gern zurückhätten, sondern eine, die auf Respekt, Anerkennung und Freiheit basiert. Ich hatte tatsächlich mal den Eindruck, dass es ohne soetwas gehen könnte, weil die Leute es von allein kapieren, aber ganz subjektiv habe ich auch den Eindruck, dass es 'draussen' in letzter Zeit wieder rauer wird, weil zuviele Trottel es wohl doch nicht kapiert haben.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

Jasmine
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 14 im Thema

Beitrag von Jasmine » Fr 25. Nov 2016, 15:46

Zitat:
Es geht m.E. darum, die soziale Kontrolle neu zu erfinden, die uns in ihrer alten Form im Zuge von Freiheitsgewinnen zu Recht abhanden gekommen ist

hört sich ja schick an,
aber in einer Zeit, in der die Politik über Jahre hinweg den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet hat, sozusagen eine Ellenbogengesellschaft gefördert hat, müsste neu über die gesellschaftlichen Werte diskutiert werden.
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Re: TAGESSPIEGEL: Angriffe gegen Homo- und Transsexuelle nehmen zu

Post 15 im Thema

Beitrag von gabi52 » Fr 25. Nov 2016, 15:49

Marielle,

in Deutschland leben wir auch in dieser Hinsicht auf der Insel der Glückseligkeit: Wenn wir hier als T oder auch nicht auf die Strasse gehen, können wir das - überwiegend* - tun, ohne auf der Hut sein zu müssen. Wer uns entgegenkommt tut uns nix; davon können wir ausgehen. Gleiches gilt für Skandinavien, Frankreich, BeNeLux, Italien Österreich und die Schweiz. Die Osteuropäischen Staaten kenne ich nur aus "Ostblockzeiten" und da hat sich sicher einiges geändert, von dem ich nix weiss und deswegen blebt die Ecke mal "leer". In USA wäre ich nicht mehr so ganz entspannt, in Mittel- und Südamerika noch weniger. Asien lass ich auch mal aussen vor, weil ich's nicht genug kenne. Aber Zentral- und dem südlichen Afrika gehe ich zunächst davon aus, dieser fiktionale Mensch, der mir entgegen kommt, was von mir will und ich mich ggfls. wehren muss.

Diese vereinfachte Einschätzung stammt aus meiner Wahrnehmung, andere können da andere Erfahrungen gemacht haben. (Einmal überfallen oder entführt werden zählt aber nicht! :)p

Ich will damit sagen, dass jede(r), der-die über unser Gemeinwesen jammert sich darüber klar sein sollte, wie gut die Basis, die es weiter zu verbessern und zu verteidigen gilt, ist. Und das ist unsere Sache in erster Linie - nicht die der Politik oder der "Anderen" (wer's auch immer sein soll...)

LG

Gabi

PS: nicht das Sternla * vergessen :wink: : "überwiegend" in D, weil ich mich an manchen Ecken und auf Strassen (z.B. A9) wie in einem rechtsfreien Raum fühle....

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