Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf
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Anne-Mette
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Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 7. Apr 2016, 15:55

Moin,

TAGESSPIEGEL und Polizei haben Probleme mit der Bezeichnung des Opfers, aber die Überschrift lautet nun:

Mann in Frauenkleidern brutal zusammengeschlagen

Ich will das Thema nicht weiter "anfeuern"; denn "nichts Genaues weiß ich (selbst) nicht", also kommt hier nur der Link:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/queer ... 15094.html

Doch noch was:
Ich habe noch die Worte des Staatsanwaltes während des letzten Workshops im Ohr: "... wenn ein Messer in's Spiel kommt, wird es gefährlich, gibt es Verletzte".
Dabei will ich nicht mutmaßen, wie die Angelegenheit "ohne Messer" ausgegangen wäre.

Gruß
Anne-Mette

Cybill
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 2 im Thema

Beitrag von Cybill » Fr 8. Apr 2016, 18:36

Ganz kurz dazu meine Sicht dieses Vorfalls:
Diese Ecke des Berliner Wedding ist stark multikulturell "Bewohnt". Insbesondere Menschen aus islamischen - und osteuropäischen Kulturen sind dort vertreten. Die Kriminaliätsrate ist hoch, es gibt deutliche Tendenzen zu sog. "Parallelgesellschaften".

Es dürfte hier allgemein bekannt sein, dass die Toleranz der oben genannten Bevölkerungsgruppen eher niederschwellig ist.

Dass dabei ein Messer auf Seite des Opfers im Spiel war ist ebenso problematisch zu bewerten, wie der Angriff selbst.

Messer sind tödliche Waffen! Messer in einer Auseinandersetzung können zu einem Schusswaffengebrauch durch die Behörden führen!

Ich bitte jedes Forumsmitglied sich dessen bewusst zu sein.

Der beste Selbstschutz ist immer noch, sich solchen Örtlichkeiten fern zu halten!

Und bevor jetzt sich an dieser Stelle irgendjemand bemüßig fühlt, "gefühlte" Freiheitsrechte im Rahmen eines Shitstormes mir gegenüber verteidigen zu wollen:
Das ist meine professionelle Meinung als eine Person, die im "Gefahrenabwehrgeschäft" unterwegs ist, als Betroffenes Mitglied dieses Forums bin ich entsetzt darüber, was da geschehen ist und das Opfer hat meine volle Anteilnahme.

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Simone 65
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 3 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Fr 8. Apr 2016, 19:09

Hallo. Ich muss oft am Reichenbacher Ghetto vorbei. Dort ist Deutsch eine Fremdsprache. Ich wurde erst heute als Transe beschimpft. Es waren nur meine Schuhe zu erkennen. Ich bin dezent unterwegs. LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.

julia21
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 4 im Thema

Beitrag von julia21 » Fr 8. Apr 2016, 20:04

Simone 65 hat geschrieben:Hallo. Ich muss oft am Reichenbacher Ghetto vorbei. Dort ist Deutsch eine Fremdsprache. Ich wurde erst heute als Transe beschimpft. Es waren nur meine Schuhe zu erkennen. Ich bin dezent unterwegs. LG Simone
Hallo Simone,
das Wort "Transe" ist für mich eigentlich kein Schimpfwort, sondern nur die Abkürzung von "transsexuell". Was ich ja auch irgendwie bin... :wink:

LG Julia

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 5 im Thema

Beitrag von conny » Fr 8. Apr 2016, 20:22

nein julia, das ist eigentlich kein Schimpfwort und von allen die uns "Transe" entgegenschleudern sicher ganz lieb gemeint.

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 6 im Thema

Beitrag von julia21 » Fr 8. Apr 2016, 20:30

conny hat geschrieben:nein julia, das ist eigentlich kein Schimpfwort und von allen die uns "Transe" entgegenschleudern sicher ganz lieb gemeint.
Hallo Conny,

das das nicht immer "ganz" lieb gemeint ist weiß ich auch. Trotzdem ist es nicht unbedingt ein Schimpfwort und ich würde mich auch selbst als Transe bezeichnen.
Was ist denn daran so schlimm?

Simone 65
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 7 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Fr 8. Apr 2016, 20:44

Hallo . Ich weiß , ich bin eine Transe. Aber die jungen Kerle wollen mich beschimpfen. Das ist was meine. Warum gerade von den Fremden ? LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 8 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Fr 8. Apr 2016, 20:48

julia21 hat geschrieben:[Trotzdem ist es nicht unbedingt ein Schimpfwort und ich würde mich auch selbst als Transe bezeichnen. Was ist denn daran so schlimm?
Ich finde, "Transe" ist eine herabwürdigende Bezeichnung. Aber es kommt natürlich darauf an, wer es sagt und wie es gesagt wird. Das verhält sich so ähnlich wie beim Wort "Nigger". Afroamerikaner nennen sich durchaus untereinander so. Aber wenn ich als Europäerin auf einen zugehe und ihm das N-Word an den Kopf knalle, kann ich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, mächtig Stress zu bekommen. Gleiches gilt für "Transe". Wobei ich mich selber nie so bezeichne würde.

Liebe Grüße

Daenerys
Me too.

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 9 im Thema

Beitrag von julia21 » Fr 8. Apr 2016, 20:54

Simone 65 hat geschrieben:Hallo . Ich weiß , ich bin eine Transe. Aber die jungen Kerle wollen mich beschimpfen. Das ist was meine. Warum gerade von den Fremden ? LG Simone
Junge Kerle in der Gruppe sind halt so. Alles was nicht nach "Mainstream" aussieht wird als seltsam empfunden. Wahrscheinlich hätten sie z.B. einen Punker auch dumm angemacht...
Da muss man dann drüber weg sehen und seiner Wege gehen.

conny
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 10 im Thema

Beitrag von conny » Fr 8. Apr 2016, 22:58

julia21 hat geschrieben:
conny hat geschrieben:nein julia, das ist eigentlich kein Schimpfwort und von allen die uns "Transe" entgegenschleudern sicher ganz lieb gemeint.
Hallo Conny,

das das nicht immer "ganz" lieb gemeint ist weiß ich auch. Trotzdem ist es nicht unbedingt ein Schimpfwort und ich würde mich auch selbst als Transe bezeichnen.
Was ist denn daran so schlimm?
das ist nicht schlimm, wenn es von anderen nicht feindselig gemeint ist. Aber Deine Antwort geht an dem hier beschriebenen Problem vorbei. Schlimm ist die dumpfe Beschimpfung und das Angreifen offensichtlicher "Transen" durch Leute die uns nicht so ganz wohlgesonnen sind. Ist das so schwer zu kapieren?

Magdalena
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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 11 im Thema

Beitrag von Magdalena » Sa 9. Apr 2016, 00:14

Hallo,

ich sehe, wird in der Öffentlichkeit das Opfer durch die Art der Berichterstattung ein zweites mal sprichwörtlich als Kuh durch das Dorf getrieben. Wer mag entscheiden, wer das Opfer nicht näher kennt, ob es nun ein Mann in Frauenkleidern ist, der einen Fetisch auslebt. Oder doch ein Mann, der in einer Stufe zu TS steht. Und hat es bei vielen nicht mit dem Tragen weiblicher Kleidung angefangen, um sein TS-sein zu erkennen. So gesehen haben wir hier im Forum alle einen Fetisch, die noch nicht die GAOP durchgeführt haben. Also nur weil wir anders fühlen und auch denken?

Und was Connys Ausssage betrifft.
Der beste Selbstschutz ist immer noch, sich solchen Örtlichkeiten fern zu halt
Möchte ich hinzufügen, nicht immer ist es möglich. Aber mit wachen Sinnen unterwegs sein. Heutzutage sehe ich viele, die die Ohren zugestöpselt haben und Musik hören. Also sie ihre Umgebung nicht mehr wahrnehmen. Als Autofahrerin ärgert es mich immerwieder, wenn ohne auf den Verkehr zu achten die Straße überquert wird. Ich musste schon manche Notbremsung hinlegen, um schlimmeres zu verhindern. Hätten also die Angreifer eher bemerkt werden können, und hätte das Opfer so einer Konfrontation ausgeweichen können. Ich kann es von hier aus nicht beurteilen.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 12 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Sa 9. Apr 2016, 10:54

Das ist die dunkle Seite Deutschlands. Schrecklich!
Der dritte Mann war schlank, hatte kurze gelbblonde Haare und sah laut Polizei "mitteleuropäisch" aus. Er war derjenige, der dem 47-Jährigen ins Gesicht schlug.
Nicht zuletzt werden Menschen durch ein Klima des Angst und des Misstrauens gegenüber "Anderen" zu solchen Angriffen ermutigt. Hier steht jeder Bürger in der Verantwortung, diesem Klima entgegen zu wirken. Besonders die Aussagen bekannter Politiker können weitreichende Wirkungen haben.

Positiv ist das beherzte Eingreifen der Passantin, auch wenn sie den nachfolgenden Angriff nicht abwenden konnte.

Dass das Opfer zu einem Messer gegriffen hat, hat leider nicht zur Beruhigung der Lage beigetragen.
*** In einer ersten Version des Artikels war von einem Übergriff auf einen Transgender die Rede gewesen; die Polizei hatte in ihrem Bericht von einem "transphoben" Übergriff gesprochen. Nach Hinweisen aus der Community und erneuter Rücksprache mit der Polizei hat sich herausgestellt, dass das Opfer offenbar aufgrund eines Fetischs Frauenkleider trug, aber kein Transgender ist. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. ***
Als wenn das einen Unterschied macht.

Frauenkleider ist sehr allgemein gehalten, wir wissen also nicht, was der Mann konkret getragen hat.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 13 im Thema

Beitrag von Natascha030 » Sa 9. Apr 2016, 16:01

Hm, schon irgendwie seltsam.... Ich kenne keinen 47-jährigen deutschen Mann, welcher mit einem Messer unterwegs ist... Ich selbst habe nur ein ganz kleines Tachenmesser aus der Alpenrepublik, aber.... für alle Fälle Pfefferspray und da ist es mir egal, ob es nur für Tiere angewendet werden soll! Ich hatte vorher Tränengas, aber der Verkäufer in meinem Tabakwarenfachgeschäft sagte mir, dass Tränengas nicht bei Kampfhunden und Junkies wirkt! Noch Fragen? Im Übrigen ist es hier in B ä r-lin schon sehr gefährlich geworden! Ich darf gar nicht an den Sommer denken, wenn die vielen MmM (Menschen mit Migratioshintergrund) auf die Pirsch gehen....

Schönes Wochenende aus einer, noch ruhigen Ecke von Berlin, Natascha :-)
Frausein ist nicht so leicht, aber sehr schön! :-)

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Re: Hassverbrechen in Berlin-Reinickendorf

Post 14 im Thema

Beitrag von julia21 » Sa 9. Apr 2016, 21:04

conny hat geschrieben:
julia21 hat geschrieben:
conny hat geschrieben:nein julia, das ist eigentlich kein Schimpfwort und von allen die uns "Transe" entgegenschleudern sicher ganz lieb gemeint.
Hallo Conny,

das das nicht immer "ganz" lieb gemeint ist weiß ich auch. Trotzdem ist es nicht unbedingt ein Schimpfwort und ich würde mich auch selbst als Transe bezeichnen.
Was ist denn daran so schlimm?
das ist nicht schlimm, wenn es von anderen nicht feindselig gemeint ist. Aber Deine Antwort geht an dem hier beschriebenen Problem vorbei. Schlimm ist die dumpfe Beschimpfung und das Angreifen offensichtlicher "Transen" durch Leute die uns nicht so ganz wohlgesonnen sind. Ist das so schwer zu kapieren?
Ja Conny ich "kapier" es ja,

ich habe ja nur auf ein Posting geantwortet, das ich es nicht schlimm finde als Transe bezeichnet zu werden. :roll:

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