Transvestiten mit Steinen beworfen ...
Transvestiten mit Steinen beworfen ... - # 3

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Magdalena
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 31 im Thema

Beitrag von Magdalena » Mo 18. Jan 2016, 17:14

Hallo,

leider muss ich Lina Recht geben. Es gibt mehr Wegseher. Dabei sollte es das mindeste sein Hilfe anzubieten. Wie die Hilfe im Einzelnen aussieht kommt auf die Situation an, wie erste Hilfe bei Unfällen, verständigen von Rettungskräften und vieles mehr. Oder bei Sraftaten die Polizei informieren und sich als Zeuge zur Verfügung stellen. Selber war ich auch schon als Zeuge in einer Strafsache vor Gericht geladen. Und der Arbeitgeber muss einen dafür freistellen. Einfach mal Zivilcourage zeigen, dabei muss man sich aber nicht selber in Gefahr begeben, Eigenschutz. Wer aber diese Hilfe verweigert oder ablehnt macht sich am Ende selber strafbar. Bei mir, der in einem öffentlich zugänglichen Bereich arbeitet, kommt es öfters vor das ich meist medizinsche Hifle anzubieten muss und den Notarzt zu rufe. Es sei den die Peronen lehnen es ab, was auch schon vor kam.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Marielle
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 32 im Thema

Beitrag von Marielle » Mo 18. Jan 2016, 18:50

Hallo Q, Hallo zusammen,
Für mich ist eine indirekte Todesstrafe keine Option
Für mich und die Bundesrepublik Deutschland auch nicht. Deswegen ist es auch so geregelt, dass nicht in Länder abgeschoben wird, in denen Menschen an Leib und Leben bedroht sind.
.. und das schwören auf eine bestimmte Art von Überwachen und Strafen
Dann leg' doch mal deine Ideen zum Zusammenleben von rund 80 Millionen Menschen dar, von denen offensichtlich nicht alle in der Lage sind, sich an einfachste Regeln zu halten.

_______________________

Ich kann mich ja irren, wenn ich dich im links-autonomen Spektrum sehe, aber zumindest tappst du in die genau die gleichen Schlaglöcher, in die viele Vertreter_innen dieses Spektrums immer wieder hineinstolpern. Dabei hast du doch eine ganz wichtige Frage im Angebot:
wo bleibt die unruhe, wenn nazis randalierend durch linke stadtteile in leipzig und berlin marschieren........
Tja, diese Frage stelle ich mir auch schon sehr lange; nicht nur 'linke Stadtteile' betreffend. Warum überlässt die bürgerliche Mitte den Widerstand gegen die Nazis ein paar engagierten, überwiegend jungen Menschen, anstatt selbst den Arsch hochzukriegen? Und warum verunglimpft sie diese Menschen anschliessend auch noch pauschal als 'linke Chaoten'?

Es gibt mindestens zwei mögliche Antworten: Erstens könnte es sein, dass die 'bürgerliche Mitte' ideologisch gar nicht sooo weit von den Parolen der Nazis entfernt ist, wie sie gern behauptet. Das trifft auf den Teil dieser Mitte zu, der grad lernt, dass es nicht überall gut ankommt, wenn man sich Nazi-Parolen zueigen macht. Ein anderer, größerer Teil, das als Antwort Nummer Zwei, ist einfach zu faul, zu uninformiert und zu satt, um sich für die sehr weitgehend freiheitliche Gesellschaftsordnung auf die Strasse zu begeben und dort dafür Flagge zu zeigen. Das ist zwar besser als Antwort Eins, letztlich aber auch nur erbärmlich.

Dem Ganzen steht allerdings auch ein Teil! der linken Szene selbst im Weg. Man hat dort viele gute Fragen, aber leider manchmal keine gute Antwort. Was sollte z.B. dieser völlige Ausfall am 12.12. in Leipzig, der zum Teil Anlass für die von dir reklamierte Polizeiaktion war, bewirken? Ich kann den Frust sehr gut verstehen, der entsteht, wenn die Polizei einen Demonstrationszug von Nazi-Hetzern vermeintlich schützt. Der Eindruck, dass die Polizei Nazis schützt, ist wirklich schwer zu ertragen. Er entsteht aber hauptsächlich dadurch, dass die Polizei allein zwischen den Fronten steht, wenn sie den Job macht, dessen Ausführung die Bürgerlichen verweigern. So schwierig es zu ertragen ist, wenn die 'böse Staatsmacht' auch Demonstrationen von Hetzern ermöglicht, so unumgänglich ist es aber auch, wenn man die freiheitliche Grundordnung ernst nimmt. Egal wie dumm und hässlich die Nazis und ihre Parolen sind, sie dürfen auf die Strasse, um ihr Demo-Recht in Anspruch zu nehmen. Wer das nicht akzeptiert, kämpft nicht für eine freie Gesellschaft. Und wer dann aus Frust oder anderen Motiven Steine auf Polizisten wirft, Haltestellen und Wannen entglast und Müllcontainer anzündet ist tatsächlich ein Chaot; oder auch ein Gewalttäter, der Verletzungen und Tötungen in Kauf nimmt. Wie passt das zu den guten linken Ideen?

Die Nazis dürfen nicht dadurch bekämpft werden, dass sie Angst vor Gewalttaten haben. Wer würde auch entscheiden, welche Person ein Nazi ist und deswegen gesteinigt werden darf? Es muss anders laufen. Die Nazis müssen ein lächerliches, kleines Häufchen Elend werden, das mit seinen albernen Fähnchen in einer Ecke vom Marktplatz steht und dem das Land und seine Bürger_innen ihren Stolz auf ein freies und liberales Land entgegenstellen. In Connewitz, im Schanzenviertel, in Dresden, in Kreuzberg und an allen anderen Orten müssen tausende, zehntausende Bürgerliche endlich für die Werte ihres Landes einstehen und deutlich zeigen, dass Nazis, Hass, Hetze, Gewalt und Intoleranz hier keinen Platz haben.


damit wir es auch weiterhin relativ gut haben

Marielle
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 18. Jan 2016, 19:28

Moin,

TGEU schreibt (in engl. Sprache) zu dem Thema: ‘Minority groups should not be played out against each other’

Wie weit das allerdings hilft, wenn manfrau direkt(er) von solchen Gewalt-Taten betroffen ist, möchte ich nicht beurteilen.

http://tgeu.org/minority-groups-should- ... ach-other/

Verlinkt wird in dem Artikel auf eine Aufstellung des LSVD "Homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge in Berlin ": http://berlin.lsvd.de/wp-content/upload ... %A4lle.pdf

Gruß
Anne-Mette

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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 34 im Thema

Beitrag von Karoline » Di 19. Jan 2016, 00:11

Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Im Koran wird die Steinigung übrigens mit keinem Wort erwähnt. Aber die Täter sind vermutlich so blöd, dass sie sowieso nicht lesen können.
Sie berufen sich nicht auf den Koran, sondern auf die Hadith (Überlieferungen der Gefährten des Propheten). Über die Art der Bestrafung und wie schwer die Tat ist widersprechen sich die Quellen, aber es gibt einige, die als Strafe für Homosexualität die Steinigung vorsehen oder das Herunterstürzen von einem hohen Punkt.

Vor dem 19. Jahrhundert ging man übrigens in islamischen Ländern sehr tolerant mit Homosexualität um. Zwar war der eigentliche Sexualakt strafbar, da es außer den Beteiligten keine Zeugen gab, die sich kaum selber belasteten , verlief alles im Sande.

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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 35 im Thema

Beitrag von Q-Chromosom » Di 19. Jan 2016, 04:04

Hallo Marielle,
mein Beitrag war sehr verkuerzt, und auch dieserist sehr verkuerzt sein, weil ich hier grad nur kurz reinschaute, weil ich mit meiner Arbeit nicht weiter kam. Geht grad einfach nicht mehr Energie als fünf Minuten.
Ich möchte zu deinem Beitrag zunächst nur folgendes sagen:
Deswegen ist es auch so geregelt, dass nicht in Länder abgeschoben wird, in denen Menschen an Leib und Leben bedroht sind.
ist de fakto nicht so! asylverfahren sind nicht so fair, wie sie sein sollten und was als sicheres herkunftsland eingestuft wird ist vollkommene Willkür... es werden nach wie vor roma abgeschoben, die dort wo sie abgesetzt werden keine überlebenschancen haben, weil sie politisch verfolgt werden und gezwungen sind auf bleiverseuchten müllkippen zu leben (vielleicht sagt dir "die revolution stirbt nicht an Bleivergiftung" etwas). Das hat sich seit zehn Jahren nicht geaendert... nur das es jetzt, mit dem neuen asylgesetz, noch leichter ist...
klar irgendwo ist immer schlimmer, aber besser wird s davon nicht.

zu dem rest, grade auch nur kurz ein lied.
https://myspace.com/rottvanderott/music ... 41-1540652
(das erste und einzige Lied, das mich wirklich zum Heulen gebracht hat.)
ich versuche nicht mehr das missverhalten von staatlich subventionierten Terroreinheiten zu legitimieren... es ist aber kein fehler einzelner, sondern einer von vielen im system...
"Without community there is no liberation
but community must not mean a shedding of our differences
nor the pathetic pretense that these differences don't exist." (Audre Lorde)

Vicky_Rose
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 36 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 19. Jan 2016, 06:38

Eine interessante Diskussion. Meine erste Reaktion war auch Besorgnis über eine solche Situation. Besonders besorglich ist für mich, dass es offenbar vermehrt vorkommt. Oder wird über solche Fälle nur öfter berichtet ?

Ich halte die Verknüfung dieses Falles mit anderen Fragen wie z.B. Abschieben ebenfals für sehr bedenklich. Es ist der Nährboden für Intoleranz und Unmenschlichkeit. Ist es besser, wenn ein Mensch mit deutschem Pass die Steine wirft ? Natürlich nicht und den kann man auch nicht abschieben.

Was wäre denn wesentlich ?

Wenn Menschen ungestraft solche Straftaten begehen können, erhalten sie die Botschaft, dass das geduldet wird. Bekommen sie von Teilen der Bevölkerung Gleichgükltigkeit zu spüren oder sogar Zuspruch, müssen sie das als Bestätigung sehen. Das ist ein Lernprozess. Fehlende Zivilcourage tut hierbei ein übriges.

Jede Gesellschaft hat das Umfeld, dass sie sich schafft. Da ist auch Abschiebung keine Lösung, sondern nur ein Verdrängen. Wir verlangen von Anderen, dass sie sich an die Regeln halten. Dann müssen wir auch dafür sorgen, dass die Regeln auch durchgesetzt werden. Ob als Privatperson oder als Gesellschaft. Ich sehe keinen Sinn darin, Menschen mit unterschiedlichem Pass unterschiedlich zu behandeln. Körperverletzung ist eine Straftat. Deutschland ist ein (relativ) offenes Land und das ist gut so. Die Botschaft, die es aber auch transportieren muss, ist die, dass hier die Regeln durchgesetzt werden. Da bin ich mir nicht so sicher, ob das in anderen Ländern auch so ankommt.

Übrigens, die Ausländer, die ich kenne, respektieren die Regeln, auch wenn sie z.T. ander Meinung sind. Sie finden sie sogar gut. Ich denke, sie wissen, dass es in ihren Herkunftsländern weitaus ungemütlicher ist.
Viele Grüße
Vicky

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Jugendliche wollten Transsexuellen-Paar steinigen

Post 37 im Thema

Beitrag von martina » Di 19. Jan 2016, 19:06

So langsam geht Deutschland unter.
http://www.focus.de/regional/dortmund/a ... 18233.html
liebe grüsse
martina
Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

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Re: Jugendliche wollten Transsexuellen-Paar steinigen

Post 38 im Thema

Beitrag von Inga » Di 19. Jan 2016, 21:39

Hi, Martina,

wenn, dann ist das Abendland schon längst untergegangen, denn

"Der 18-Jährige ... ist laut Polizei hinlänglich bekannter Intensivtäter."

Verrohte Sitten in den Tätergruppen. Bandenkriminalität ist schon etwas Übles. Und es ist nicht das erste Mal, dass in unserem Land dies Phänomen auftritt. M. W. war die betroffene Tätergruppe schon mehere Jahre in unserem Land unterwegs, fiel aber trotz der anhaltenden Kleinkriminalität kaum auf - etwa, weil es ja rund um Drogenhandel an sich auch oft zu Gewalttätigkeiten kommt. Jetzt erst sind die Medien aufmerksamer.

M. E. ist es durchaus eine Frage, wie man die einschlägigen Tätergruppen, die schon länger in Deustchland aktiv sind, sie so langsam resozialisiert. Dazu gehört die Festnahme, die Überführung nach solchen Taten, die gerichtliche Verurteilung, der Gefängnisaufenthalt mit der einschlägigen Betreuung.

Gaz große ungelöste Frage dabei ist übrigens: Wie kommen die Betroffenen irgendwann überhaupt legal zu einem Einkommen? Und sei es wenigstens der Bezug von Hartz-IV?"

Haben wir Hoffnung ganz im Sinne Luthers: Auch wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein apfelbäumchen pflanzen. - noich einen Funken Hoffnung bewahren, dass es irgendwie auch anders werden kann - und sehen, dass es ganz viele Ecken in unserem Land gibt, wo es friedlicher zugeht.

P.S. An anderer stelle hier im Forum gibt es schon einen längeren Thread zu dem beschiebenen Ereignis. Ich kann es auf die SAchnelle nicht verlinken.

Liebe Grüße
Inga

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Re: Jugendliche wollten Transsexuellen-Paar steinigen

Post 39 im Thema

Beitrag von nicole.f » Mi 20. Jan 2016, 13:02

Ich bin völlig schockiert!

Vor allem, dass ich hier in NRW auch von den Betroffenengruppen nichts davon mitbekommen habe - und entsprechend auch keine davon irgendwie aktiv geworden ist.
Ich habe mal mit der LAG Trans* NRW und dem LSBT Antigewaltprojekt NRW Kontakt aufgenommen:
http://www.vielfalt-statt-gewalt.de/

Es ärgert mich zwar, dass es scheinbar schon wieder Menschen mit Migrationshintergrund als Täter in den Vordergrund rücken, denn das führt zu schlimmen Pauschalisierungen, aber nichts desto trotz ist es eine abscheuliche Gewalttat gegen trans* Menschen und das darf nicht einfach so verhallen. Dem muss eine Nachhaltige Reaktion folgen, z.B. eine Verstärkung der Bemühungen zur Gewaltprävention und Aufklärung, Förderung des Angebots für adäquate Selbstbehauptungskurse, Förderung der Sensibilisierung öffentlicher und privater Stellen etc.. Dies kann und muss jetzt aktiv eingefordert werden, in einigen Wochen interessiert das niemanden mehr - leider.

Hargh... schlimm.

Die Probleme gerade mit jugendlichen Intensivtätern ist leider auch schon länger bekannt, ungelöst und betrifft nicht nur Gewalttaten gegen trans*, wie Inga ja auch schon schrieb. Unser Rechtssystem ist dafür einfach noch unglaublich schlecht eingerichtet. Viel zu oft kommen solche Täter mit einem Klaps auf die Finger davon, vielleicht noch ein Verwarnarrest oder eine kurze und lackse pädagogische Betreuung. Die Probleme werden aber praktisch nie an der Wurzel angefasst, nur die Symptome verwaltet.

PS: Wenn ich dazu noch etwas erfahre, leite ich es hierher weiter.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
dgti: http://www.dgti.org/beratungsstellen.html#nrw

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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 40 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 20. Jan 2016, 19:05

Guten Abend zusammen, Hallo Nicole,
nicole.f hat geschrieben:z.B. eine Verstärkung der Bemühungen zur Gewaltprävention und Aufklärung, Förderung des Angebots für adäquate Selbstbehauptungskurse, Förderung der Sensibilisierung öffentlicher und privater Stellen etc.. Dies kann und muss jetzt aktiv eingefordert werden, in einigen Wochen interessiert das niemanden mehr - leider.
Was du schreibst ist in der Sache natürlich nicht falsch. Ich halte es aber für zu kurz gegriffen. Ich fürchte nämlich, dass es auch jetzt kaum jemanden interessiert, wenn ein paar Trans*-Leute etwas einfordern. Möglicherweise interessiert es auch grade jetzt kaum jemanden, weil sich viele von den Stellen bei denen man fordern müsste ohnehin am Limit der Belastbarkeit sehen bzw. es wirklich sind.

Meine Meinung: Wir als Community müssen uns auch selbst vorhalten, dass wir in diesem Zusammenhang bis heute nicht viel zu Wege gebracht haben. Der Fokus lag und liegt auf Forderungen zu spezifischen Gesetzen und artverwandten Regelungen, während Massnahmen und Initiativen, die in die Gesellschaft (und von dort dauerhaft zurück in das Handeln von Institutionen) wirken könnten, nicht wirklich diskutiert werden (schon gar nicht in der Breite der Community).

Das heisst nicht, dass man sich nicht zu Wort melden sollte. Es gibt in der ganzen Sache m.E. aber einen klaren Bezug zur notwendigen Selbstorganisation und zur Schaffung einer dauerhaften Eigenaktivität auf breitester Basis, die bis dato nicht erkennbar ist und an der man arbeiten muss.

Habt es gut

Marielle
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Anne-Mette
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 41 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 20. Jan 2016, 19:24

Moin,

es ist doch klar, dass die Aufnahme so vieler Menschen aus einem anderen Kulturkreis mit einem ganz anderen Wertesystem nicht ohne Probleme vonstatten gehen kann.
Das ist auch kein Prozess von Wochen oder Monaten, sondern von Jahren.

Wir müssen auf mehreren Ebenen "Laut geben", uns Verbündete suchen, für einen Austausch sorgen...
.. und wir müssen unser Wertesystem kommunizieren, auch unser "ganz spezielles". Dabei werden uns "Verbündete" helfen.

Ich war eben in Flensburg bei KIBIS zur Vorbereitung der Veranstaltungen zum Gesundheitstag. Da habe ich die Themen INTEGRATION und GEWALTPRÄVENTION auch noch einmal angesprochen. Es wird nur helfen, immer und immer wieder Ideen und Arbeit zu investieren.
Eine andere Chance werden wir nicht haben.

Gruß
Anne-Mette

robotobo
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 42 im Thema

Beitrag von robotobo » Mi 20. Jan 2016, 20:38

Hallo,
Hallo kleiner Zwischenruf, der bekannte Intensivtät er wird wohl in Do. aufgewachsen sein. Eigenes Erlebnis aus dem Sommer 1998 in Köln. Da war ich dort unterwegs, nicht als Frau, wohl aber in Frauenrolle mit meinen Kids und Kinderwagen unterwegs. Da haben sich junge türk. Männer belustigt gezeigt, in meine Richtung mit obszönen Gesten gesunken und rüber gebrüllt. Mit abweichenden Phänomenen kann sich die türk.arab. Kultur schwer tun, Verallgemeinerungen und exklusive Zuschreibungen unterlasse ich aber.

LG Lizzy

Vicky_Rose
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 43 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 21. Jan 2016, 10:00

Das ist auch kein Prozess von Wochen oder Monaten, sondern von Jahren.
Ich denke, man darf ruhig "Generationen" schreiben ....

Aber ich halte das Thema "andere Kultur" nur für einen Teil des Problems. Ich würde einen anderen Teil beim Thema "Jugendlichen" verorten und da auch bei deutschen und europäischen. Hier ist die Aggressionsbereitschaft besonders hoch. Ich denke, das ist zum einen ein natürliches Phänomen. Zum anderen haben wir gesellschaftliche Probleme, die eine gesteigerte Aggression begünstigt. Ich habe es in meinem vorigem Post schon geschrieben. Es geht darum, welche Botschaften wir vermitteln und welche Grenzen wir aufzeigen und durchsetzen (und damit meine ich keine Gegengewalt !). Solange das Fehlverhalten nur von einer Minderheit ausgeübt wird, ist das kein generelles Problem, aber wenn es überhand nimmt, haben wir ein echtes Problem.
Viele Grüße
Vicky

Daenerys Targaryen
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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 44 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Do 21. Jan 2016, 12:55

Vicky_Rose hat geschrieben: (…) Es geht darum, welche Botschaften wir vermitteln und welche Grenzen wir aufzeigen und durchsetzen (und damit meine ich keine Gegengewalt !). Solange das Fehlverhalten nur von einer Minderheit ausgeübt wird, ist das kein generelles Problem, aber wenn es überhand nimmt, haben wir ein echtes Problem.
Ja, junge Menschen kämpfen allgemein mit ihrer Identität. Der Youth-Bulge in den arabischen Ländern stellt noch mal ein spezielles Problem dar. Aber im Kern geht es um die selben Fragen: Welche Werte präsentieren wir ihnen? Und wie gewährleisten wir, dass sie sie auch annehmen?

Was Migranten angeht, ist ein Hauptproblem die Perspektivlosigkeit junger Menschen in Bezug auf den sozialen Aufstieg, sowohl in den Herkunftsländern, als auch in Deutschland. Und was Radikalität angeht, so ist es ein Irrtum zu glauben, die Ursachen lägen nur in Armut und Nahrungsknappheit. Um Brot wird gebettelt, aber getötet wird für Macht und Status! Besonders letzterer spielt für Jugendliche allgemein eine große Rolle.

Wir leben in einem Land, in dem ein Mann, der knöcheltief im politischen Filz steckt, Bundespräsident werden kann. In dem man einen Assad ächtet und dem Emir von Katar eine Fußball-WM schenkt. In dem ein Ministerpräsident die Pressefreiheit eingeschränken, seiner eigenen Partei in den Rücken fallen und in einer anderen Partei den gleichen populistischen Mist verzapfen darf. In dem Menschen durch Casting-Shows zu Instant-Stars hochgejazzt werden. In dem sich eine Boulevardzeitung unter dem Slogan "Wir helfen!" ein Sigel der Menschlichkeit verpasst, nachdem sie jahrzehntelang mehr oder weniger offen gegen jeden Asylanten gehetzt hat, der sich auch nur im Anflug auf dieses Land befand.

Wie kann so eine Gesellschaft Werte vermitteln, die all dem entgegentreten? Mit Schulbüchern? Mit Gesetzen? Mit Bomben, die wir über fremden Ländern abwerfen, um sie "präventiv" zu Demokratien nach westlichem Vorbild umzubauen?

Liebe Grüße von einer ratlosen

Daenerys
Me too.

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Re: Transvestiten mit Steinen beworfen ...

Post 45 im Thema

Beitrag von Kathrin_TV » Sa 23. Jan 2016, 11:07

Hallo,

manchmal hilft ja ein Blick in Nachbars Garten. Ich selbst habe eine hohe Affirmation zur indianischen Kultur:

http://www.indianerpfad.de/winkte.html

Frage mich, ob es wohl ein Zufall war, das mein erster Berufswunsch als Kind Indianer war :wink:

Lg

Kathrin

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