Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof
Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof - # 7

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Anne-Mette
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 91 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 12. Jan 2016, 23:31

Moin,

auch evangelisch.de äußert sich zu den Vorgängen in Köln und den möglichen Folgen.

U.a. heißt es

Queere Emanzipation und Emanzipation der Frauen sind scheinbar selbstverständlich in unserer Gesellschaft. Doch die Silvesternacht in Köln hat gezeigt, dass scheinbar selbstverständliche Errungenschaften ganz schnell bedroht sein können. Wolfgang Schürger macht Mut, für die Freiheit zu kämpfen - und zugleich auf die anderen zu zu gehen.

https://www.evangelisch.de/blogs/kreuz- ... 12-01-2016

Gruß
Anne-Mette

Aschenputtel
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 92 im Thema

Beitrag von Aschenputtel » Mi 13. Jan 2016, 00:33

"Ich glaub', eine Dame werd' ich nie." (ob die Knef das wohl so gemeint hat)

Lina
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 93 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 13. Jan 2016, 02:38

Personalmangel wird immer wieder in diesem Zusammenhang angesprochen - ist bestimmt was dran.

Jedoch ist her immer noch die Frage, ob mehr Personal unmittelbar was gebracht hätte. Auch mit viel Personal muss jemand einen Plan haben ...

Die anderen hatten einen, scheint es mir. Dazu gibt es weitere Hinweise - z.B. ist im Dreck um den Platz herum nicht nur entleerte Geldbörsen, Krankenkassenkarten o.ä. gefunden worden sondern auch Spickzettel mit den wichtigsten "Redewendungen" in arabisch-deutscher Übersetzung.

Franka
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 94 im Thema

Beitrag von Franka » Mi 13. Jan 2016, 05:41

Ich habe in dem Zusammenhang mit den Ereignissen in Köln ein Interview gehört, darin hieß es: in Deutschland gibt es über 1000 Frauenhäuser und diese werden jährlich von 30000-35000 Frauen auch benutzt.
Sieht so aus als wäre Gewalt gegen Frauen immer noch allgegenwärtig, nicht nur zu Silvester und nicht nur bei jungen Ausländern.

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

Ulrike-Marisa
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 95 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 13. Jan 2016, 08:51

Moin,

..da kann frau/man noch lange diskutieren, aber die Verzögerungen in der Erneuerung des Sexualstrafrechts - scheinbar politisch so gewollt von irgendwelchen Kreisen in der Politik - zeigen doch wo wir in unserer Gesellschaft wirklich stehen nämlich nicht da, wo wir nach dem Grundgesetz stehen sollten. In was für einem Staat leben wir, wenn es für eine Frau nicht ausreicht bei einer sexuellen Belästigung oder Übergriff nein zu sagen, um das als Straftat dann werten zu können. Da ist noch ein langer Weg zurückzulegen zur vollständigen körperlichen Selbstbestimmung für jeden Menschen nicht nur hier im Staat. Freiheit geht doch immer nur soweit, wie ich einen anderen Menschen nicht eingrenze oder einschränke. Gewaltanwendung wie auch immer geht außer im Falle der Selbstverteidigung gar nicht. Der Ton macht die Musik auch zwischen den Menschen und untereinander... und so lange wir noch Frauenhäuser brauchen, stimmt hier was nicht unabhängig von Menschen mit Migrationshintergrund. Das Problem ist mitten unter uns. Da muss angesetzt werden, jede/r für sich und wir für uns alle.

LG, Ulrike-Marisa

Anne-Mette
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 96 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 13. Jan 2016, 14:26

Moin,

der Bundestag/Rechtsausschuss zu den Vorgängen in Köln:

Rechtsfolgen der Übergriffe von Köln
Recht und Verbraucherschutz/Ausschuss
Der Rechtsausschuss hat sich ausführlich mit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten befasst. Aus einem Bericht der Bundesregierung, vorgetragen durch den Parlamentarischen Staatssekretär im Justizministerium, Christian Lange (SPD), entwickelte sich eine zweistündige Orientierungsdebatte.

Lange wies in seinem Eingangsstatement darauf hin, dass die Sachverhaltsaufklärung noch andauere. Klar sei aber, dass es neben Diebstahl und Raub auch "in ganz massivem Umfang" zu Sexualdelikten gekommen sei. "Erschreckend" sei zudem das "respektlose Auftreten" von Tatbeteiligten gegenüber Polizeibeamten. Die Gesellschaft müsse sich damit auseinandersetzen, ob dieses Verhalten mit der Kultur der Herkunftsländer zu tun habe, sagte Lange. Gleichzeitig müsse man aber "alles tun, um nicht zu pauschalieren und der Hetze gegen Flüchtlinge Vorschub zu leisten" - eine Einschätzung, die von allen Fraktionen geteilt wurde.

Lange verwies darauf, dass sexuelle Gewalt unabhängig von den aktuellen Geschehnissen ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. Ein Referentenentwurf zur Neufassung von Straftatbeständen sei zur Zeit in der Länder- und Verbändeabstimmung. Sein Haus habe ihn bereits im Juli 2015 vorgelegt, zu seinem Bedauern sei er aber erst am 18. Dezember durch das Bundeskanzleramt freigegeben worden. Er hoffe nun auf eine zügige Beratung, um "Frauen und auch Männer bessser vor Übergriffen schützen" zu können. Das Justizministerium habe zudem, ebenfalls schon vor der Silvesternacht, eine Expertenkommission zur umfassenden Reform des Sexualstrafrechts einberufen, die bis Mitte des Jahres ihre Empfehlungen vorlegen solle. Lange teilte den in der anschließenden Aussprache vorgebrachten Hinweis, dass die Debatte über Köln unabhängig von der über das Sexualstrafrecht sei. Allerdings, so Lange, sei durch Köln das Interesse an einer schnellen Umsetzung gestiegen.

Breiten Raum in der Aussprache nahm die von der Bundesregierung geplante Senkung des Strafmaßes ein, ab dem eine Ausweisung straffälliger Ausländer möglich ist. Dabei wurde gefragt, ob die Neuregelung mit der Genfer Flüchtlingskonvention vereinbar sei, die eine Ausweisung nur bei "Verbrechen" erlaube. Lange wies darauf hin, dass die Genfer Flüchtlingskonvention, die "unmittelbar innerstaatlich geltendes Recht" sei, auch Ausweisungen bei "besonders schweren Vergehen" erlaube. Er hob zudem den oft übersehenen Unterschied zwischen Ausweisung und Abschiebung hervor. Nach erfolgter Ausweisung müsse zunächst überprüft werden, ob es Abschiebehindernisse gebe. Lägen diese vor, könne die Person im Status der Duldung im Land bleiben.

Deutlich wurde in der Orientierungsdebatte, dass sich die Strafverfolgung nach den Ereignissen in Köln und anderswo wegen der schlechten Beweislage schwierig gestalten könnte. Dabei zeigte sich ein Konsens, dass die Polizei personell besser ausgestattet werden müsse. Diskutiert wurde auch, eine Strafrechtsbestimmung, welche die Teilnahme an einer Schlägerei auch ohne konkreten Nachweis einer bestimmten Tat strafbar macht, analog auf Vorkommnisse wie in Köln zu übertragen. Lange teilte mit, dass dies von Justizminiser Heiko Maas (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) besprochen, aber verworfen worden sei. Damit wollten sich aber nicht alle Ausschussmitglieder zufrieden geben.

Marlen
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 97 im Thema

Beitrag von Marlen » Fr 15. Jan 2016, 02:37

Nun ja. Was haben die in Berlin in den letzten Jahren versäumt?
Seit über 20 Jahren wurde ein sog. "Einwanderungsgesetz" immer wieder auf die lange Bank geschoben.
Immer weniger Geld für Bildung.
Immer weniger Geld für soziale Projekte.
Eine komplexe Gesellschaft wie unsere braucht nunmal auch "Soziale Ingenieure" und nicht nur eine Förderung bei MINT Fächern. Seit den 80ern geht es nur noch um Gewinnmaximierung, Geiz ist Geil, Schnäppchenjagd und möglichst viel Spaß. Was eine Gesellschaft noch zusammenhält wurde immer stärker vernachlässigt und in Teilen auch diskreditiert. Warum engagieren sich immer weniger Leute in Vereinen oder bei der Feuerwehr bspw.? Warum wird es immer schwieriger Menschen zu motivieren sich für die Gesellschaft ein zu setzen. Ich bin selber in einem sog. Service Club und weiß von was ich spreche.
Immer weniger Geld für die Polizei.
Aber wir haben ja eine Schwarze Null!
Die bestehenden Gesetze werden nicht oder nur unzureichend angewendet. Warum wurden und werden Richterinnen und Richter wie Kirsten Heisig oder Andreas Müller stets als leuchtende Beispiele angeführt, in der Menge und der täglichen Praxis aber bleibt meist alles am alten und Akten vergammeln auf den Richtertischen.
Wie ich bereits letztens ankündigte, ist nun der politische Kleinkrieg eingetreten und die ehrliche Aufarbeitung der Ereignisse von Köln und anderswo rückt in den Hintergrund.
3 Landtagswahlen stehen an!
In Sachsen- Anhalt steht die AfD, nach dem jüngsten ZDF Politbarometer bei 15% und hat bald die SPD erreicht!
In meiner kleinen Landstadt sind im Dezember/ Januar bereits doppelt soviele Anträge auf den "Kleinen Waffenschein" gestellt worden, wie im ganzen Jahr 2014 insgesamt. Bürgerwehren gründen sich hier und an vielen Orten.
Mich wundert das alles überhaupt nicht mehr!
Aber es macht mir Angst!

Lieschen
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 98 im Thema

Beitrag von Lieschen » Fr 15. Jan 2016, 16:23

Nö, Angst macht mir das nicht. Das ist das falsche Wort.
Mein Sohn fordert auf seinem T-Shirt "Bildung für Nazis!" Das isses. Neonazis sind meist ziemlich ungebildet. Wer gebildet ist, wird nicht Neonazi. Ich behaupte (ohne dies allerdings mit einer Statistik belegen zu können): Vergewaltigungen und Raub werden eher von Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand begangen.
Also brauchen wir mehr Bildung und Kultur für´s Volk. Dann sind auch NPD, AfD, Pegida usw. bald Geschichte. Klar wird es dauern. Aber es wird funktionieren.

Lieschen (die das GLÜCK (es war kein eigener Verdienst) hatte, in diesem Land geboren zu sein)
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de

Marielle
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 99 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 15. Jan 2016, 18:46

Nabend zusammen,

mir macht es Sorgen, weil ich wirklich nicht sicher bin, ob genügend Menschen verstehen, was auf dem Spiel steht.

Der dumpfe Proll, der vor '33 als SA-Schläger 'Karriere' gemacht hätte, ist leider nur ein Teil des Problems. Ich fürchte, es gibt eine ganze Menge Leute im Land, denen es nicht an klassischer Bildung fehlt, sondern an der grundsätzlichen Bereitschaft für eine solidarische, liberale Gesellschaft. Das sind die Mittelklasse-Nationalisten, -Rassisten, -Sexisten, die trotz ausreichend hohem Bildungsstand bei Pegida, AfD, Demo für alle und andernorts Amoklaufen. Dazu kommen die verbalen Brandstifter bei der CDU/CSU und teils auch in der SPD. Der Chefideologe der Wirrköpfe, Sarrazin, kommt schliesslich von dort. Und die "Salonhetzer" in diversen arrivierten Zeitungsredaktionen sollte man auch nicht vergessen. Die Bildung eines Menschen hat also nichts mit dessen Intelligenz zu tun und leider schon gar nichts mit der Sozialverträglichkeit dieses Menschen.

Es geht ganz bestimmt nicht nur um die Schläger, die Wohnheime anzünden und mit lauten Parolen gegen Menschen hetzen. Es waren aber auch nicht nur 'die in Berlin', die etwas versäumt haben. Alle von Marlen angeführten Punkte treffen auch das Volk. Und das Volk sind ja wir, nicht wahr?

Das Volk hat sich / Wir haben uns jahrzehntelang kaum bis gar nicht um Fragen gekümmert, die sehr offensichtlich waren. Als Beispiel kann man den Film 'Der Marsch' nennen, der vor 25 Jahren! einen Teil dessen beschrieb, wovon wir jetzt den Anfang erleben. Statt sich mit den erkennbaren Problemen zu beschäftigen, hat man sich lieber als Export-, Fussball- und Sommermärchenweltmeister selbst gefeiert. Auch im Rüstungsexport spielte man immer gern in der Spitzengruppe mit. Für ein paar Arbeitsplätze und noch ein bisschen mehr Überschuss in der Handelsbilanz gab's Beifall und Wählerstimmen. Das Apple, Ikea, Starbucks, Amazon und viele andere hierzulande bekanntermassen kaum Steuern bezahlen, hatte kein Gegengewicht gegen Geilgeiz, Hipp-sein und etatbedingte Fahrleistungsbeschränkungen für Streifenwagen. Textilien aus Bangladesh? Wo liegt das Problem? Was interessiert es denn ein top-gestyltes Spiegelbild, wenn man dort trotz Arbeit Hunger hat? Die Grundlagen der Energieversorgung waren immer irgendwie egal, solange das Benzin nur 'bezahlbar' ist, um die Fettleber vom Wohlstandsfressen zum Arzt zu fahren. Das man damit manchem diktatorischen Regime eine erhebliche Wirtschaftsmacht geliefert hat, spielt doch keine Rolle. Es sind doch 'verlässliche Partner' (die mit der Öl-Knete Extremisten jeder Art unterstützen).

'Die Regierung' hat in den letzten 70 Jahren also nichts anderes gemacht, als ziemlich genau das zu liefern, was ein großer Teil des Volkes wollte: Ruhe, Bananen und Wohlstand. Und jetzt will ein Teil dieses Volkes, dass die Regierung dafür sorgt, dass man den Preis nicht bezahlen muss, den der eigene Egoismus hat. Menschen, die ihren Egoismus durchgängig über Solidarität stellen, die Eigennutz immer vor Gemeinwohl sehen und ihre vermeintlich zugehörigen Ansprüche aus einer geschenkten Nationalität ableiten; Bildungsbürgernazis. Es ist, nicht zufällig, ziemlich genau der Teil des Volkes, der diejenigen Menschen, die bisher schon ihre Stimme oder ihre Hand gegen all den Schwachsinn und seine Protagonisten erhoben haben, immer gern als linke Chaoten oder Gutmenschen verunglimpft hat.

Die machen mir Angst um mein Land.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

geraldine
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 100 im Thema

Beitrag von geraldine » Fr 15. Jan 2016, 19:44

Hallo Marielle
Du schreibst sehr sarkastisch aber im Kern stimme ich dir zu.
Genau das ist es was mich auch so sprachlos und ohnmächtig macht.
Ich hoffe das es für alle Beteiligten eine menschenwürdige Lösung gibt und unsere Verantwortlichen
ihre endlich ihren Job machen.
L G Geraldine

Lina
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 101 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 20. Jan 2016, 23:22

War jemand von euch vielleicht mal auf de Website von HARRASMAP - eine ägyptische Organisation die sich u.a. für Frauenrechte einsetzt?

Dieser Bericht von ihnen ...

http://harassmap.org/en/wp-content/uplo ... -Egypt.pdf

macht zumindest bei mir den Eindruck (milde ausgedrückt), dass organiserte sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit seit Jahren stattfindet und tatsächlich auch politisch motiviert sein kann.


Haben wir zufälligerweise jemanden hier, die Arabisch versteht? Ich hätte Lust zusammen mit jemandem ein bisschen Internereschersche zu machen, um, falls möglich, rauszufinden, wie die aktuellsten Taten organisiert wurden. Die Linie kann natürlich eine Sackgasse sein. Ich will keine Verschwörungstheorien aufstellen. Aber man weiß erst was, wenn man es untersucht hat.

Anne-Mette
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 102 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 20. Jan 2016, 23:45

Moin,

nein, da kann ich nicht helfen, möchte aber doch eine Info beisteuern:

"Harassmap: Mit Crowdsourcing gegen sexuelle Übergriffe"

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... -harassmap


Gruß
Anne-Mette

Ulrike-Marisa
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 103 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 21. Jan 2016, 07:10

Moin,

..zu der ganzen Problematik fällt mir da ein bewährter Spruch von der Küste ein: De ni will dieken mutt wieken (Wer nicht will deichen,(Deich bauen) muss weichen. Dieser Grundsatz gilt seit Jahrhunderten an der Küste, wo es Ebbe und Flut gibt und ich denke, der ist auch auf die Politik im allgemeinen zu übertragen. Probleme lösen sich nicht durch aussitzen oder labern, sondern nur durch aktives lösungsorientiertes Handeln. Darauf warten, dass jemand anderes etwas tut, war noch nie eine gute Lösung. mir scheint es aber, dass genau das das ist, worauf unsere Politik derzeit europaweit wartet.
Wundern brauchen wir uns dann nicht mehr, wenn die AfD und andere ihren politischen Gewinn daraus ziehen können.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 104 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 21. Jan 2016, 08:47

Guten Morgen,

ich denke, mit ganz allgemeinen Beiträgen kommen wir nicht weiter.
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Aufnahme von so vielen Flüchtlingen ohne Probleme verläuft.
Nur: es gibt zwar einen "Deichvogt" (eine Deichvogtin); aber ihren Beitrag müssen alle leisten. Dabei gehe ich nicht davon aus, durch den angesprochenen Deich eine Abgenzung zu schaffen, sondern durch gemeinsame Aktivitäten unser Land für alle schützen, die hier wohnen und sagen, es ist ihr Land und sie stehen zu unseren Regeln und halten sie ein.

Wir müssen uns weiter vernetzen. Wir sollten, wie ich schon schrieb, VernetzungspartnerInnen suchen, z.B Frauengruppen (Frauen gegen Gewalt), Männergruppen, Regenbogengruppen...
Es handelt sich um gesellschaftliche Aufgaben, nicht nur um politische - und die können und sollten wir nicht deligieren und oder denen überlassen, die jetzt am lautesten "Merkel raus" rufen.
Nun "wettet" die Presse schon, wie lange es noch dauert und wer sich gegen sie wendet. Das läuft fast so ab wie das Trainer-Entlassungs-Theater der Bundesligavereine, an dem die Presse auch gerne mittut und "eine Schippe drauflegt" wenn es hilft, das Thema am Kochen zu halten.

Viele werden sich lange Zeit gefragt haben: "... was habe ich eigentlich mit Lesben- und Schwulengruppen zu tun? Als inter- oder transsexueller Mensch gehöre ich doch nicht in diese Gruppe!"
Wir haben schon alle miteinander etwas zu tun, die sich unter Regenbogenflaggen und LSBTI sammeln können und sollten.
Wir müssen(?) - mehr als andere Menschen - mit Ausgrenzung und Bedrohungen rechnen.
Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es die auch schon in den kleinsten (und deutschen) Keimzellen unseres Zusammenleben gibt: Ausgrenzung und Diskriminierung kann schon in Familien, Nachbarschaften, Dorfgemeinschaften, Vereinen, Arbeitsumfeldern... anfangen.

Gruß
Anne-Mette

Ulrike-Marisa
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Re: Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof

Post 105 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 21. Jan 2016, 10:33

Hallo,

... ein Deichbau war immer eine Gemeinschaftsarbeit und Leistung derer, die sich hinter dem Deich wohnen wollten oder im eingedeichten Neuen Koog. Da gab es damals sogar eine Verpflichtung zur gemeinsamen -Arbeitsleistung - darauf bezieht sich der Spruch auch. Wer nicht bereit war, die Regeln anzuerkennen, wurde aufgefordert zu gehen. (mal ganz allgemein)
Vernetzung ist das eine - die persönliche und praktische Umsetzung vor Ort, d.h. in der Familie im näheren Umfeld ist dann schon eine ganz andere Frage.
Überall gibt es da vorhandene wirkliche und scheinbare Ängste vor Veränderung und Neuem; das ist wohl auch menschlich. Alles ist immer einfacher, wenn ich selbst nicht betroffen bin. Und über Dinge zu entscheiden, die einen selbst nicht betreffen, ist noch komfortabler - Beamte entscheiden z.B. (da mehrheitlich im Bundestag/Parlamenten d. Länder vertreten) über Krankenversicherungen der Arbeiter und Angestellten, siehe zwei-Klassenmedizin...
Was können wir als Einzelne tun, wenn Europa sich nicht fähig zeigt, die anstehenden Probleme zu lösen wegen einzelstaatlicher Egoismen und auch unsere BRD wegen länderspezifischer Interessenslagen fast zur Untätigkeit verdammt, nicht mehr hinbekommt außer der Aussage: wir schaffen das. Aber was ist damit gemeint, wenn Lehrer, Sozialarbeiter, Polizisten und vieles mehr immer nur abgebaut wurden und einfach nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, staatliche Vorsorge immer mehr ausgedünnt wurde und immer weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, wenn wirklich mal was gebraucht wird. Ich erinnere da nur an die Milliarden für die Hypo-Real-Estate oder wie das Ding hieß, wo zu deren Rettung plötzlich ohne mit der Wimper zu zucken gezahlt wurde - wofür??? weiß ich bis heute nicht - aber das Geld für wichtige und lebenswichtige Dinge ist nicht da. Wer soll denn was tun? Da gibt es doch auch keine klare Planung oder Aussage dazu außer dem scheinbaren hoffen, dass das Ehrenamt und die Nachbarn das schon richten werden; zumindest kommt es mir so vor. Und wie zieren sich Teile einiger politischer Parteien in der Sexualstrafrechtsänderungsdebatte ein "nein" als nein! anzuerkennen und nicht als vielleicht aber möglicherweise sogar selbst verschuldetes doch (von der Frau ausgehend natürlich).
...ich könnte Stunden weiter schreiben, da ärgere ich mich aber nur noch mehr über die Zustände ganz allgemein und auch im Besonderen. :(
Ich kann mich im kleinen Rahmen und der mir zur Verfügung stehen Möglichkeiten und Mitteln wohl engagieren aber auch nicht überall; das geht einfach nicht. Dafür arbeite ich in Gruppen, Vereinen und Organisationen mit - denn nur gemeinsam sind wir stark (nicht nur in der Gewerkschaft).

Gruß, Ulrike-Marisa

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