Fond für Betroffene sexualisierter Gewalt
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Anne-Mette
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Fond für Betroffene sexualisierter Gewalt

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 4. Jan 2016, 19:50

Moin,

es kam per Mail folgender Text über einen Verteiler:

Es geht um einen Fonds des Familienministeriums, bei dem Betroffene
sexualisierter Gewalt bis zu 10.000 Euro beantragen können – für
Dinge, die „helfen“. Das kann von privat bezahlter Psychotherapie über
Fortbildungen bis hin zu Fotoausrüstungen und Reisen alles sein – es
muss im Antrag nur deutlich werden, warum genau diese Sache dazu
geeignet ist, einem bei der „Bewältigung“ der „Folgen“ der
sexualisierten Gewalt zu „helfen“. Ich schreibe manche Worte in
Anführungszeichen, weil ich sie eigentlich nicht verwenden möchte bzw
ich sie privat selbst nicht verwenden würde, aber im Antrag wird das
so formuliert und ich möchte auch einen realistischen Eindruck von
diesem Antrag vermitteln.
Diese Mail hier soll also diese Information unter die Leute bringen
und ich bitte euch auch, sie weiterzuleiten und mit Menschen zu
teilen. Denn es sind viel mehr Menschen von sexualisierter Gewalt
betroffen, als mensch so denkt – und gleichzeitig sind bisher bei
diesem Fonds nur wenige Anträge gestellt worden. Also bitte leitet die
Mail an alle weiter, die ihr kennt – mit der Bitte, dass die sie auch
weiterleiten…

Dass bisher wenige Anträge gestellt wurden, liegt einerseits daran,
dass nicht viele Menschen wissen, dass es diesen Fonds gibt. Es liegt
auch daran, dass viele Menschen denken, sie müssen in dem Antrag
„beweisen“, dass sie sexualisierte Gewalt erfahren haben und weil
viele Menschen denken, sie müssen ausführlich erklären, was wann wo
wie geschehen ist. Diese beiden Informationen kursierten am Anfang des
Fonds, aber beide Informationen sind nicht richtig.

Mensch muss nichts beweisen. Ein Kreuzchen im Antrag setzen bei dem
Punkt „es gab sexualisierte Gewalt“ reicht. Zu den Geschehnissen
müssen keine Angaben gemacht werden (da kann mensch auch drei
Kreuzchen setzen). Das einzige was sein „muss“, ist, zu erklären,
warum die Dinge, die mensch beantragt, „helfen“ würden.

Warum schreibe ich euch das?

Weil der Fonds ausläuft. Es können nur noch bis Ende April 2016
Anträge gestellt werden. Dann fließen (nach aktuellem Stand) 57
Millionen von den 60 Millionen Euro im Fonds wieder an die
Bundesregierung, die das Geld dann für keine Ahnung was verwendet. Dh
es wurden erst im Wert von 3 Millionen Euro Anträge gestellt.

Den Antrag gibt’s im Internet. Er kann alleine ausgefüllt werden, seit
dem 1.10. gibt es allerdings bei Wildwasser und bei Tauwetter (die
beide trans*offen und sensibilisiert sind) spezielle Beratungsangebote
zu diesen Anträgen. Da kann besprochen werden, wie mensch am besten
„argumentiert“ und er kann auch gemeinsam ausgefüllt werden. Dort kann
mensch sich aber auch einfach Informationen zu dem Antrag holen.

Eine der Personen, die diese Beratung bei Wildwasser macht, ist auch
im Trans*Inter*Beratungsteam. Dh als Trans*Person kann diese Beratung
auf jeden Fall auch genutzt werden. Wer lieber kein
Beratungsgespräch möchte, kann auch Mails schreiben
oder anrufen.

Hier die Kontaktdaten:

EHS -Beratung bei der Wildwasser Selbsthilfe Berlin
Friesenstr. 6, 10965 Berlin. telefonisch zu erreichen unter
030/69517917 montags 16:00 bis 18:00
Uhr und mittwochs 9:00 bis 11:00 Uhr und per Mail an
<mailto:ehs@wildwasser-berlin.de>ehs@wildwasser-berlin.de

Und hier die Daten von Tauwetter, wer lieber da hin möchte:

Tauwetter e.V., Gneisenaustr. 2 A, 10961 Berlin : 030 / 816 19 114
Dienstag 16:00 bis 18:00 Uhr und Donnerstag 17:00 bis 19:00 Uhr
Sowie per mail an <mailto:ehs@tauwetter.de>ehs@tauwetter.de

Hier die Homepages:

<http://www.ehs-beratung.wildwasser-berl ... -berlin.de

Homepage, auf der der Antrag heruntergeladen werden kann:

<http://www.fonds-missbrauch.de/antragst ... gstellung/

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