Crossdressing - heimlich oder unheimlich?

... das ist die Frage, und gilt einerseits für das Borgen/Besorgen von Kleidung und andererseits für das Tragen.

Viele beginnen es heimlich und benutzen die Sachen ihrer Frau, Freundin oder Mutter. Das mag zuerst naheliegend erscheinen, aber stellt wohl doch einen Vertrauensbruch dar, indem in die oftmals intimen Bereiche einer nahestehenden Person eingegriffen wird. Andererseits ist es sicherlich naheliegend, sich da zu "bedienen", wo die Schranke nicht so hoch ist, wo ich mich nicht in Gefahr fühle, entdeckt zu werden. Das ist aber in der Regel eine trügerische Sicherheit, denn viele Frauen merken, wenn ihre Sachen benutzt werden. "Das Kleid hing doch mal neben der geblümten Bluse und nun neben dem Rock - die schwarzen Slips habe ich immer auf der rechten Seite liegen - und nun liegen sie durcheinander... und wer hat mir die Laufmasche in die Strumpfhose gemacht? ... die war doch ganz neu!" Außerdem kann die Partnerin auch mal früher als angekündigt kommen - und man wird entdeckt.

Eine längere Abwesenheit der Partnerin erleichtert sicherlich ein "Ausborgen" - kurzfristige Abwesenheit ist weniger geeignet.

Glück hat man natürlich, wenn einem die Sachen angeboten werden oder es sich irgendwie ergibt... Vielleicht bei einem Spaziergang mit der Freudin - nass bis auf die Knochen geworden und keine eigenen Sachen dabei...
Aber nun nicht alle auf schlechtes Wetter warten ;-)

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Am besten ist es sicherlich, sich selbst etwas zu kaufen, setzt aber voraus, dass man bereit und in der Lage ist, dafür Geld auszugeben. Um nur mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, in einem schönen Damenslip zu stecken, könnte man die Frau oder Freundin natürlich auch fragen. Da es inzwischen sogar "Unisex-Slips" gibt, sind die Zeiten für Leute, die mal etwas ausprobieren möchten, wohl selten besser gewesen. Das setzt natürlich voraus, dass Mann und Frau/Freundin ungefähr die selbe Größe haben. Also beim Anziehen mutig gefragt: "Schön, dass Du wieder den fliederfarbenen Slip anziehst, den mag ich sehr. Darf ich den auch mal überstreifen, um zu probieren, ob er sich von innen so gut anfühlt, wie er bei Dir aussieht?"
Es kommt natürlich auf die Art der Partnerschaft an, aber sicherlich ist das EINE Methode, einfach und kurz mal etwas zu probieren, ohne es gleich kaufen zu müssen. Schwierig wird es, wenn die Frau sich davon abgestoßen fühlt, und das vielleicht pervers findet, aber wenn man seine Partnerin gut kennt, weiß man, ob man ihr das zumuten kann.

Sicherlich werden Partnerinnen sehr unterschiedlich reagieren. Einige werden bereitwillig den Kleiderschrank öffnen und sagen: "bedien Dich - probiere auch mal die anderen Sachen!"
Andere werden sicherlich froh sein, wenn das Thema "Du in meinen Anziehsachen" nicht mehr auftaucht.

Das wird auch die weitere Vorgehensweise bestimmen - vorausgesetzt man selbst möchte das Thema "Crossdressing" weiter für sich entdecken. Ist die Partnerin wohlwollend oder mindestens duldend, dürfte es keine Probleme machen, mich beim Tragen von Frauenkleidung für die "unheimliche Methode" zu entscheiden - Glück gehabt. Wenn die Beziehung es zulässt, ergeben sich sogar spannende neue Gemeinsamkeiten, wie z.B. Einkauf... Beim Einkauf muss man sich nicht verstecken und den Vorwand äußern, man würde die Sachen für seine Partnerin kaufen. Den Verkäufern wird es egal sein, warum man etwas kauft. Fragende Blicke wird man nur ernten, wenn man z.B. mi einem Kleid in die Unkleidekabine geht; aber das sollte man aushalten können.
Doch ist die Hürde des Einkaufs überwunden und ich besitze nun ein paar schöne Sachen, so wird es Probleme in der Praxis geben. Wo und wann können und dürfen die Sachen angezogen werden? Nur, wenn wir zu zweit sind, nur an Wochenenden, nur wenn kein Besuch kommt? Oder ist das Tragen immer "erlaubt"? Wie oft möchte ich selbst es überhaupt? Was lässt meine Umwelt zu?

Da ich selbständig hier im Haus arbeite und ansonsten für Haushalt und Kinder zuständig bin, habe ich eine richtige Luxus-Situation: wenn ich morgens vom Einkaufen komme, kann ich mir einen Rock anziehen und fast den ganzen Tag darin rumlaufen - für meine Tätigkeiten das richtige Kleidungsstück. Ich habe das mit meinem engsten Umkreis abgeklärt - es hatte keiner Einwände. Für ganz ernsten Geschäftsbesuch würde ich natürlich angemessenere Kleidung anziehen, aber diese Besuche geschehen in der Regel mit Voranmeldung.

Ich bin also auf die heimliche Variante nicht angewiesen. Das wäre natürlich anders, wenn ich eine außerhäusige Arbeitsstelle hätte. Deshalb weiß ich meinen Zustand sehr zu schätzen!

Wer allerdings seiner Neigung heimlich nachgehen muss, lebt in einem beständigen Spannungsfeld, was eine große negative Bedeutung für die eigene Psyche haben kann. Ein doppeltes schlechtes Gewissen - was einige sich die Frage stellen lässt: "bin ich ein schlechter Mensch, weil ich das nicht akzeptierte Bedürnis habe, Frauenkleidung anzuziehen?"

Die negativen Gefühle werden sich gegen das Crossdressing an sich und verstärkend auch noch gegen das heimlich Tun richten - aber viele haben keine andere Möglichkeit.

Man kommt natürlich auch in Zeitnot, muss sich Zeit "stehlen", um jedenfalls eine Weile so zu sein, sich so zu fühlen, wie man sein möchte. Das wird in den meisten Fällen nicht gerade sehr entspannt ablaufen. Weiterhin kann man sich schlecht schminken, denn oftmals dauert es lange, bis man sich wieder in den "Normalzustand" zurückversetzt hat. Übersieht man dabei Rückstände, die von der Partnerin entdeckt werden, kommt man in Erklärungsnot und kann sich vielleicht auch noch für ein "Fremdgehen" rechtfertigen...

Manche wohnen auch sehr dicht mit ihrer Partnerin zusammen, haben keinerlei Freiräume - im wahrsten Sinne des Wortes, also nicht einmal einen Raum (Zimmer) und nicht frei, weil die Partnerin immer zuhaus ist, wenn sie selbst auch zuhause sind.


"Geduldete Crossdresser" haben es da wesentlich besser - aber was kann ich oder muss ich ändern, dass es mir und den mir nahestehenden Menschen gut geht? Wie weit muss ich Neigungen oder Wünsche zurückstellen? Manche werden sogar vor der Entscheidung stehen: "was ist mir wichtiger - Crossdressing oder Partnerschaft/Ehe". Das kann dramatische Auswirkungen für alle Beteiligten haben.

Meinungen dazu bitte im Crossdresser-Forum